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2020 – Die Plätze 20 bis 11

Herzlich willkommen, Du – liebe/r Leser/in – der/die vielleicht erst jetzt zu meinem kleinen Jahresrückblick vorbeischaut. Oder aber Du, der sich nach den Plätzen 30 bis 21 fragt, wie es in den ganz subjektiven Charts meiner Lieblingsfilme 2020 weitergeht. Wer übrigens gern wissen möchte, was die Frau mit dem skurrilen Filmgeschmack in den vergangenen zwölf Monaten so gar nicht mochte, den verweise ich indes auf meine Filmflops.

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Das startet am 9. Juli 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 9. Juli. Es ist ein Trauerspiel: Seit letzter Woche sind die Kinos wieder offen. Interessieren tun sich dafür bislang kaum Leute. Und das wird auch in dieser Woche nicht anders sein, denn der ganz große Kracher bleibt aus. Vielleicht müssen wir alle bis „Tenet“ warten, damit die Menschen wieder mitbekommen, dass die Lichtspielhäuser geöffnet haben..!?

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

SEMPER FI | Regie: Henry Alex Rubin  | UK/USA 2019

Callahan (Jay Courtney) ist ein regelkonformer Polizist, der als Reservist der Marine zusammen mit seinen rauflustigen Freunden Jaeger (Finn Wittrock), Snowball (Arturo Castro) und Milk (Beau Knapp), die er alle noch aus Kindertagen kennt, über die Runden kommt. Als Cals jüngerer, leichtsinniger Halbbruder Oyster (Nat Wolff) versehentlich einen Mann in einer Barschlägerei tötet und daraufhin versucht zu fliehen, sieht sich Cal dazu gezwungen, ihn zu stellen und den Behörden zu übergeben. Ohnehin war ihre Beziehung zueinander nie die beste. Infolge wird Oyster zu einer 25-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt und sieht sich im Gefängnis üblen Misshandlungen ausgesetzt. Callahan kommen zunehmend Zweifel daran, ob sein Entschluss, seinen Bruder für seine Strafe büßen zu lassen, eine richtige Entscheidung war…

Dadurch, dass es Henry Alex Rubin einfach versäumt, einige wichtige Teile seiner Geschichte auszuformulieren, ist „Semper Fi“ ein Film, der weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt, im Großen und Ganzen aber immer noch eine solide Figur als Spannungsdrama abgibt.

GRETEL & HÄNSEL | Regie: Oz Perkins | CAN/USA/IRL/ZAF 2020

Vor langer Zeit, in einem verfluchten Land: Die verzweifelte Suche nach Nahrung und Arbeit zwingt die junge Gretel (Sophia Lillis) und ihren kleinen Bruder Hänsel (Sammy Leakey) dazu, das elterliche Haus zu verlassen. Völlig orientierungslos irren sie umher und verlaufen sich in einem tiefen, dunklen Wald. Als sie auf eine Hütte stoßen, in der eine alte, freundlich wirkende Frau (Alice Krige) lebt, glauben Gretel und Hänsel, Zuflucht gefunden zu haben. Aber die von der Alten in Zeiten der Hungersnot aufgetischten Festmähler, das unheimliche Gemurmel fremder Kinderstimmen und mysteriöse Erscheinungen im Haus, lassen Gretel erahnen, dass sich hinter ihrem scheinbaren Glück etwas Böses verbirgt. Kann sie ihren jüngeren Bruder beschützen oder wird sie den Versuchungen erliegen, die in ihr aufsteigen? Langsam bahnt sich das Grauen seinen Weg…

„Gretel & Hänsel“ ist eine spannende Neuinterpretation des bekannten Märchens, das mit einigen neuen Perspektiven überrascht, sich hin und wieder allerdings auch in die Länge zieht. Eine überraschende Auflösung kann dafür weitestgehend entschädigen.


SCOOBY! VOLL VERWEDELT | Regie: Tony Cervone  | USA/CAN 2020

Scooby (im Original: Frank Welker) ist ein frecher, aber liebenswerter Hund, der in dem einsamen Außenseiter Shaggy (Will Forte) einen besten Freund findet. Gemeinsam mit den jungen Detektiven Fred (Zac Efron), Velma (Gina Rodriguez) und Daphne (Amanda Seyfried) gründet er die berühmte Mystery Inc.: eine Vereinigung von Geisterjägern. Jetzt, da Hunderte Fälle gelöst und Abenteuer zusammen bestritten wurden, stehen Scooby und die Gang vor ihrem größten Rätsel aller Zeiten: Eine geheimnisvolle Verschwörung plant, den Geisterhund Cerberus auf die Welt loszulassen. Während sie darum kämpfen, die „Bellokalypse“ aufzuhalten, entdeckt die Bande, dass Scooby ein geheimes Vermächtnis und eine große Bestimmung hat, die größer ist, als sich irgendjemand hätte vorstellen können.

„Scooby! Voll verwedelt“ teilt ein Problem mit diversen modernen Animationsfilmen. Auf der einen Seite biedert er sich zu verkrampft der jungen Zielgruppe an. Auf der anderen Seite versuchen die Macher ebendiesen Schwachpunkt mit aufgesetzt wirkenden Popkulturanspielungen für die Älteren auszugleichen. Auf der Strecke bleiben dabei nicht bloß die Liebhaber der Vorlage, sondern alle Fans gelungener Familienfilmkost.


HARRIET – DER WEG IN DIE FREIHEIT | Regie: Kasi Lemmons | USA/CHN 2019

Maryland im Jahr 1849: Minty (Cynthia Erivo) ist als eine von unzähligen Sklaven auf der Baumwollplantage von Edward Brodess (Mike Marunde) beschäftigt. Als dieser eines Tages verstirbt, soll sie an eine andere Plantage verkauft und so von ihrer Familie getrennt werden. Ihr blüht ein noch schlimmeres Schicksal als ohnehin schon. Um dem zu entgehen lässt sie ihren Ehemann John Tubman (Zackary Momoh) zurück und tritt eine aufsehenerregende Flucht an. Tatsächlich gelingt ihr der Weg in die Freiheit. In Pennsylvania wendet sie sich William Still (Leslie Odom Jr.) von der Anti-Slavery-Community. Dieser unterstützt sie dabei, unter dem Namen Harriet Tubman ein neues Leben anzufangen. Doch die Frau hat höhere Pläne und beschließt, die Sklaven ihrer Plantage zu befreien. Eine lebensgefährliches Unterfangen…

Glaubt man den Schilderungen in „Harriet – Der Weg in die Freiheit“ war Harriet Tubman eine ehemalige Sklavin, die mithilfe gottgleicher Eingebungen das aufregende Abenteuer Sklavenbefreiung gemeistert hat. Dass es hier in Wirklichkeit um ein dramatisches Schicksal und die heldenhaften Taten einer mit eisernem Willen voranschreitenden Frau geht, kommt nie zur Geltung.


EINE GRÖSSERE WELT | Regie: Fabienne Berthaud | FR/BEL 2019

Eine größere Welt – das ist es, was Corine (Cécile de France) entdeckt, als sie auf einer Reise in die Mongolei während eines schamanischen Rituals in Trance fällt. Dabei war die Französin eigentlich nur in die abgelegene Steppenregion gekommen, um im Rahmen ihrer Arbeit ethnographische Tonaufnahmen zu sammeln. Doch alles kommt anders. Während des Rituals offenbart die Schamanin Oyun (Tserendarizav Dashnyam) Corine, dass sie eine seltene Gabe besitzt, die ausgebildet werden muss. Zurück in Frankreich lassen die Erlebnisse in der Mongolei Corine nicht mehr los. Trotz des Widerstandes ihrer Familie kehrt sie in die Steppe zurück und begibt sich auf eine spirituelle Reise auf alten und vergessenen Wegen. Eine Reise, die ihr Leben und ihre westeuropäische Sichtweise für immer verändern wird. Und sie fragt sich, ob sie in ihre eigene Welt überhaupt noch zurückkehren möchte…


DAS BESTE KOMMT NOCH | Regie: Matthieu Delaporte, Alexandre de La Patellière  | DE 2020

Arthur Dreyfus (Fabrice Luchini) und César Montesiho (Patrick Bruel), seit Schulzeiten eng befreundet und inzwischen in den besten Jahren, könnten unterschiedlicher kaum sein: Arthur steckt nach langjähriger Ehe vor allem emotional noch mitten in der Scheidung. Ganz anders César: der ewig jung gebliebener Frauenheld ist charismatisch, kolossal chaotisch und in den Augen von Arthur ist er nie richtig erwachsen geworden. Eines Tages erhält Arthur einen Anruf vom Krankenhaus. Sein Arzt hat etwas Wesentliches festgestellt. Arthur wird ins Krankenhaus bestellt und erfährt, dass „er“ – bzw. sein Freund César – unheilbar an bereits gestreutem Lungenkrebs erkrankt ist. Der Arzt gibt ihm noch maximal sechs Monate. César setzt ab sofort alles daran, die verbliebene Zeit seines Freundes bestmöglich zu nutzen und ihm auf seine letzten Tage noch ein bisschen „Laissez-faire“ beizubringen – nicht ahnend, dass er selbst bald sterben wird…


Heimkinotipp: THE GENTLEMEN | Regie: Guy Ritchie  | USA 2019

Smart, knallhart und mit genialem Gespür fürs Geschäft hat sich der Exil-Amerikaner Mickey Pearson über die Jahre ein millionenschweres Marihuana-Imperium in London aufgebaut und exportiert feinsten Stoff nach ganz Europa. Doch Mickey will aussteigen, endlich mehr Zeit mit seiner Frau Rosalind verbringen und auf legalem Weg das Leben in Londons höchsten Kreisen genießen. Ein Käufer für die landesweit verteilten – und dank des chronisch geldknappen Landadels gut versteckten – Hanf-Plantagen muss her. Auftritt: Matthew Berger. Der exzentrische Milliardär bietet eine hohe Summe, will jedoch Garantien sehen. Und das ausgerechnet in dem Moment, in dem sämtliche Groß- und Kleinkriminellen der Stadt Wind von Mickeys Plänen bekommen haben.

Straßenköter in Maßanzügen – „The Gentlemen“ ist Guy Ritchies Antwort auf „Kingsman“, ein Spagat zwischen „Snatch“ und „Codename U.N.C.L.E.“, vielleicht ein Abschied vom Genre, aber auf jeden Fall eine hoch unterhaltsame Crime-Comedy , die von ihrem Style, ihrem Humor, ihren Schauspielern und jeder Menge Widersprüchen lebt.

Das startet am 27. Februar 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 27., die so einige Perlen bereithält – auch wenn wir noch längst nicht über alle schreiben dürfen. Dafür über den neuen Guy-Ritchie-Film, über das bei den Oscars sträflich übergangene Drama „Just Mercy“ und über „Systemsprenger“, der ab dieser Woche nicht mehr nur bei Netflix, sondern endlich auch auf DVD und Blu-ray zu haben ist.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THE GENTLEMEN | Regie: Guy Ritchie  | USA 2019

Smart, knallhart und mit genialem Gespür fürs Geschäft hat sich der Exil-Amerikaner Mickey Pearson über die Jahre ein millionenschweres Marihuana-Imperium in London aufgebaut und exportiert feinsten Stoff nach ganz Europa. Doch Mickey will aussteigen, endlich mehr Zeit mit seiner Frau Rosalind verbringen und auf legalem Weg das Leben in Londons höchsten Kreisen genießen. Ein Käufer für die landesweit verteilten – und dank des chronisch geldknappen Landadels gut versteckten – Hanf-Plantagen muss her. Auftritt: Matthew Berger. Der exzentrische Milliardär bietet eine hohe Summe, will jedoch Garantien sehen. Und das ausgerechnet in dem Moment, in dem sämtliche Groß- und Kleinkriminellen der Stadt Wind von Mickeys Plänen bekommen haben – von Triaden-Boss Lord George über den durchgeknallten Emporkömmling Dry Eye bis hin zum schmierigen Privatdetektiv Fletcher.

Straßenköter in Maßanzügen – „The Gentlemen“ ist Guy Ritchies Antwort auf „Kingsman“, ein Spagat zwischen „Snatch“ und „Codename U.N.C.L.E.“, vielleicht ein Abschied vom Genre, aber auf jeden Fall eine hoch unterhaltsame Crime-Comedy , die von ihrem Style, ihrem Humor, ihren Schauspielern und jeder Menge Widersprüchen lebt.


DER UNSICHTBARE | Regie: Leigh Whannell  | AUS/USA 2020

Cecilia Kass (Elisabeth Moss) fühlt sich in der von Gewalt geprägten Beziehung mit einem wohlhabenden und genialen Wissenschaftler gefangen. Um sich vor ihrem kontrollsüchtigen Partner zu verstecken, flieht sie mitten in der Nacht, mit Hilfe ihrer Schwester (Harriet Dyer), ihres Kindheitsfreundes James (Aldis Hodge) und seiner Teenager-Tochter Sydney (Storm Reid). Doch auch hier fühlt sie sich nicht sicher. Als ihr handgreiflicher Ex Adrian (Oliver Jackson-Cohen) auch noch Selbstmord begeht und ihr einen erheblichen Teil seines großen Vermögens hinterlässt, befürchtet Cecilia, er habe seinen Tod inszeniert. Tatsächlich beginnt anschließend eine Serie unheimlicher Zufälle mit tödlichem Ausgang, deren Ziel ihre am meisten geliebten Menschen sind. Verzweifelt versucht Cecilia nun zu beweisen, dass sie von etwas gejagt wird, das niemand sehen kann. Ein Kampf, der sie zunehmend an den Rand des Wahnsinns treibt.

Am Ende geht „Der Unsichtbare“ ein wenig die Puste auf. Davor gelingt Leigh Whannell allerdings ein sehr smartes, atmosphärisch inszeniertes Drama über häusliche Gewalt und Missbrauch, das den gut getricksten Unsichtbarkeits-Überbau eigentlich gar nicht bräuchte, um verdammt unheimlich zu sein.


JUST MERCY | Regie: Destin Daniel Cretton | USA 2019

Nach Abschluss seines Studiums in Harvard hätte sich der junge Anwalt Bryan Stevenson lukrative Jobs aussuchen können. Stattdessen geht er nach Alabama, um zusammen mit der ortsansässigen Anwältin Eva Ansley Menschen zu verteidigen, die zu Unrecht verurteilt wurden oder sich keine angemessene Verteidigung leisten konnten. Einer seiner ersten und explosivsten Fälle ist der von Walter McMillian, der 1987 für den berüchtigten Mord an einer 18-Jährigen zum Tode verurteilt wurde, obwohl die meisten Indizien seine Unschuld bewiesen und die einzige Zeugenaussage gegen ihn von einem Kriminellen stammte, der ein Motiv hatte zu lügen. In den folgenden Jahren verwickelt Bryans Kampf für Walter und viele andere ihn in ein Labyrinth aus juristischen und politischen Manövern und konfrontiert ihn mit offenem und ungeniertem Rassismus, während die Gewinnchancen gegen sie stehen.

Mit „Just Mercy“ liefert Regisseur Destin Daniel Cretton ein erzählerisch zwar wenig spektakuläres, dafür umso intensiver gespieltes Drama über die ein krankes US-Rechtssystem ab, an dessen Ende Niemand mehr auf die Idee kommen dürfte, dass die Todesstrafe eine gute Erfindung ist.


ANDERS ESSEN – DAS EXPERIMENT | Regie: Kurt Langbein, Andrea Ernst  | DE 2020

Wissenschaftlern ist es erstmals in Europa gelungen zu berechnen, welche Fläche für unsere Ernährungsgewohnheiten tatsächlich benötigt wird. Das Ergebnis: Jede/r von uns braucht fürs Essen ein Feld in der Größe von 4.400 Quadratmetern – ein kleines Fußballfeld. Zwei Drittel dieses Feldes stehen im Ausland – und zwei Drittel dienen nicht dem direkten Konsum, sondern der Tierfütterung. Würden alle so essen, bräuchten wir zwei Erden – weltweit stehen einem Menschen lediglich 2.200 Quadratmeter zur Verfügung. Der Film zeigt die Folgen im globalen Süden und auf den Weltmeeren. Und: unsere Lebensmittel verursachen so viel Treibhausgase wie der Autoverkehr. Dass es auch anders geht, zeigen drei Familien im Selbstversuch: Sie wollen ihren Flächenverbrauch verringern, fairer und umweltverträglicher essen. Anders kochen, mit weniger Fleisch. Anders essen, mit mehr Freude. Anders einkaufen, regional und saisonal. Wird es gelingen?

„Anders essen – Das Experiment“ wird vielleicht seinem Titel nicht ganz gerecht, da es hier nicht zwingend darum geht, Familien bei einem Ernährungsexperiment zuzusehen. Stattdessen geht es darum, Ernährungsweisen im Allgemeinen unter die Lupe zu nehmen und sie mit Wissen ob der Hintergründe zu Entstehung und Co. anzureichern. Als solcher Film ist die 84-minütige Dokumentation mehr als gelungen.


CHAOS AUF DER FEUERWACHE | Regie: Andy Fickman  | USA/CAN 2019

Jake Carson (John Cena) hat als Leiter einer Feuerwache alles im Griff. Für ihn ist kein Einsatz zu schwer, kein Feuer zu heiß. Auch seine Elite-Einheit rund um seine Kollegen Mark (Keegan-Michael Key), Rodrigo (John Leguizamo) und Axe (Tyler Mane) steht immer im Dienst ihrer lebensrettenden Arbeit, bis sie ein neuer Einsatz das erste Mal bis an die Grenze ihrer Belastungsfähigkeit führt. Bei einem Waldbrand retten sie die drei Geschwister Brynn (Brianna Hildebrand), Will (Christian Convery) und Zoey (Finley Rose Slater), die fortan ohne ihre Familie dastehen. Denn die Eltern sind für die Babysitter wider Willen partout nicht erreichbar. Notgedrungen übernimmt das Team selbst die Verantwortung und passt auf die drei Geschwister auf. Eine völlig neue Aufgabe für die knallharten Kerle, deren Leben durch die Kids vollends auf den Kopf gestellt wird.

„Chaos auf der Feuerwache“ ist eine harmlose Fish-out-of-Water-Comedy von der Stange, die der Zielgruppe der „Daddy ohne Plan“-Fans gefallen wird. Alle anderen Feuerwehr-Interessierten schauen stattdessen einfach das 2018 erschienene Drama „No Way Out“ für mehr Drama oder „Dating Queen“ für mehr absurden John-Cena-Humor.


Heimkinotipp: SYSTEMSPRENGER | Regie: Nora Fingscheidt | DE 2019

Laut, wild, unberechenbar: Benni! Die Neunjährige treibt ihre Mitmenschen zur Verzweiflung. Dabei will sie nur eines: wieder zurück nach Hause! Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Die wilde Neunjährige ist das, was man im Jugendamt einen „Systemsprenger“ nennt. Dabei will Benni (Helena Zengel) eigentlich nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei Mama wohnen! Doch Bianca (Lisa Hagmeister) hat Angst vor ihrer unberechenbaren Tochter. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint und keine Lösung mehr in Sicht ist, versucht der Anti-Gewalttrainer Micha (Albrecht Schuch), sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien, indem er mit ihr in eine einsame Waldhütte fährt. Doch damit fangen die Probleme – zumindest für ihn – erst so richtig an…

Am Ende von „Systemsprenger“ ist man erst einmal ganz schön geschafft, denn das, was die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten zehnjährige Newcomerin Helena Zengel hier für einen Perforceritt abliefert, ist für den Zuschauer regelrecht am eigenen Leib zu spüren. Dass bei so einer bärenstarken Performance der eigentliche Kern der Geschichte nicht ins Hintertreffen gerät, ist der hervorragenden Schreib- und Inszenierungsleistung von Nora Fingscheidt zu verdanken, die mit ihrem Film gute Chancen auf den Oscar haben dürfte.

Das startet am 26. September 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 26. September, der zwar keine Blockbuster-Starts bietet, qualitativ aber zu den besten Kinowochen 2019 gehört. Unter anderem dank Ari Asters neuestem Streich „Midsommer“. Oder den vollkommen unterschiedlichen Animationsfilmen „Shaun das Schaf 2“ sowie „Everest“. Oder der Horrorcomedy „Ready Or Not“. Oder, oder, oder. Nur ein Kandidat sticht aufgrund des verschenkten Potenzials heraus: Die Romanverfilmung „Der Distelfink“ ist zwar ein guter Film, hätte allerdings auch ein sehr guter sein können. Und das ist irgendwie ganz schön schade… 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MIDSOMMAR | Regie: Ari Aster | USA/SWE/HUN 2019

Obwohl ihre Beziehung kriselt, schließt sich Dani (Florence Pugh) ihrem Freund Christian (Jack Reynor) auf einen Sommertrip in einen kleinen Ort in Schweden an. Dani muss seit einiger Zeit einen schlimmen Schicksalsschlag in ihrer Familie verarbeiten und erhofft sich, in der Ferne zur Ruhe zu kommen. Gemeinsam mit Christians Clique sind sie zu einem einmaligen Mittsommerfestival eingeladen. Einer schwedischen Tradition. Doch der anfänglich idyllische Eindruck der abgelegenen Gemeinschaft trügt, die freundlichen Dorfbewohner verhalten sich nach und nach merkwürdiger: Sie bereiten sich auf ein besonderes Mittsommer-Ritual vor, das nur alle 90 Jahre zelebriert wird. Was als puritanisches Fest der Liebe und Glückseligkeit beginnt, nimmt bald eine unheimliche Wendung, die das sonnengeflutete Paradies bis in die Eingeweide erschüttert.

„Midsommar“ ist nach „Hereditary“ das zweite Horror-Meisterwerk von Regisseur Ari Aster, das seine Stärken noch mehr im erzählerischen Subtext als in den gleichwohl bemerkenswert arrangierten Schauerbildern hat. Der Regisseur ist keine Alltagsfliege – und „Midsommar“ kein Genre-Fast-Food, sondern ein Film, auf dessen einzigartige Atmosphäre man sich einlassen muss. Fans von leicht konsumierbarem Jumpscare-Horror werden hiermit allerdings nicht viel anfangen können.


EVEREST – EIN YETI WILL HOCH HINAUS | Regie: Jill Culton | USA 2019

Ein kleiner Yeti ist aus einem Versuchslabor in Shanghai entkommen und sucht Zuflucht auf den Dächern der Millionenstadt. Dort begegnet er ausgerechnet dem neugierigen Teenager-Mädchen Yi (deutsche Stimme: Nilam Farooq) und ihren Freunden Jin (deutsche Stimme: Julien Bam) und Peng. Schnell wird klar, dass das Trio den kleinen Yeti, den sie kurzerhand auf den Namen „Everest“ taufen, nur vor dem finsteren Laborleiter Burnish und der Zoologin Dr. Zara retten können, wenn sie ihn zurück in seine Heimat – den Mount Everest – bringen.  Gemeinsam begeben sich die Freunde auf eine faszinierende Reise durch sagenhafte Landschaften Asiens, wunderliche Ereignisse und magische Momente, um Everest am höchsten Punkt der Erde wieder mit seiner Familie zu vereinen. Doch an jeder Ecke lauern Gefahren, die die Reise jederzeit beenden könnten…

Ein charmant erzählter und wunderschön bebildeter Animationsfilm, der Themen wie Trauer und Trauerarbeit kindgerecht verhandelt und trotzdem eine bemerkenswerte Reife an den Tag legt. Gerade das bittersüße Ende dürfte selbst bei einem älteren Publikum für die ein oder andere Träne gut sein.


DER DISTELFINK | Regie: John Crowley  | USA 2019

Der 13-jährige Theo Decker (als Kind: Oakes Fegley) sah seine Mutter das letzte Mal, als sie in einen anderen Ausstellungsraum des Metropolitan Museum of Art ging. Sekunden später explodierte eine Terrorbombe, die unbezahlbare Kunstwerke zerstört und auch Theos Leben für immer erschüttert. Die Tragödie verändert seinen Lebensweg und zieht eine ergreifende Odyssee zwischen Trauer und Schuld, Neuanfang und Erlösung, Freundschaft und sogar Liebe nach sich. Im Laufe dieser turbulenten Jahre als Jugendlicher bis hin ins Erwachsenenalter klammert sich der immer noch einsame Theo (als Erwachsener: Ansel Elgort) heimlich an ein kostbares Objekt, das seine einzige greifbare Verbindung zu seiner Mutter ist, die er an jenem entsetzlichen Tag verloren hat – das Gemälde eines winzigen Vogels, festgekettet an seiner Stange: der Distelfink.

Die erlesen bebilderte Romanverfilmung „Der Distelfink“ hat alle Zutaten für ein episch-gefühlvolles Drama und ist das über weite Strecken auch. Doch das gleichermaßen vorlagentreue wie heillos konstruierte Schlussdrittel fügt sich nicht recht in den Rest des Films, was auch damit zu tun hat, dass Ansel Elgort als erwachsene Hauptfigur hier nicht so souverän aufspielt wie sonst – und sein deutlich jüngerer Kollege Oakes Fegley als Kind. Was bleibt ist ein wirklich guter Film, aber auch einer, der weit hinter seinem Potenzial zurückbleibt.


READY OR NOT – AUF DIE PLÄTZE, FERTIG, TOT | Regie: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett |USA 2019

Mit Brettspielen hat die exzentrische Familie, die an ihren altehrwürdigen Traditionen eisern festhält, ihr Vermögen gemacht. „Die Reichen sind wirklich anders”, warnt Daniel, der Bruder von Alex, dessen zukünftige Ehefrau Grace noch wenige Stunden vor der Hochzeit, doch da ist das Ehegelübde auch schon gesprochen. Die Hochzeit verläuft planmäßig. Aber sie hält auch noch eine Überraschung für die Braut bereit. Arglos schließt sich Grace ihrem Gatten und ihrer Neu-Familie für ein mitternächtliches Spiel an – ein Spiel, das in der Familie Tradition hat. Als neues Mitglied der Le Domas’ muss sie aus einem Stapel eine Karte ziehen, die bestimmt, was gespielt werden soll. Ohne zu wissen, dass Gefahr in der Luft liegt, wählt sie die Versteckspielkarte. Bald wird Grace zu ihrem Entsetzen klar, dass sie im Zuge eines tödlichen Spiels gejagt wird.

Mit „Ready Or Not – Auf die Plätze, fertig, tot“ gelingt Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett ein weiteres Mal das große Kunststück, eine gleichermaßen ungeheuer spaßige wie nicht minder blutige und nebenbei auch noch ziemlich unheimliche Horrorcomedy zu inszenieren, mit der sich Samara Weaving als ‚Bloody Bride‘ endgültig für ganz große Rollen qualifiziert.


GELOBT SEI GOTT | Regie: François Ozon | FR/BEL 2018

Im Jahr 2014 in Lyon fasst Banker und Familienvater Alexandre den Entschluss, sich seinen stets wieder aufbrechenden Traumata zu stellen. Der streng gläubige Katholik wurde in den Achtzigern von einem Pater über drei Jahre lang immer wieder sexuell missbraucht. Um den Täter zur Rechenschaft zu ziehen, das ihn schützende System aufzubrechen, aber auch, um seine Kinder vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren, bittet Alexandre beim zuständigen Kardinal um ein Gespräch – und findet zwar Gehör, aber keine Hilfe. Zu allem Überfluss erfährt er sogar, dass der ihn einst missbrauchende Pater, der sich im Zusammenhang mit den Anschuldigungen als Pädophiliekranker schuldig bekannt hat, noch im Amt ist und mit Kindern arbeitet. Daraufhin erstattet er Anzeige und begibt sich auf die Suche nach weiteren Missbrauchsopfern…

Das französische Drama „Gelobt sei Gott“ ist alles andere als leicht verdaulich, aber er macht es dem Zuschauer leicht, einen Zugang zu ihm zu finden. Ein starkes, wichtiges Stück großes Kino, wie es auch schon „Spotlight“ war.


SHAUN DAS SCHAF – UFO ALARM | Regie: Richard Phelan, Will Becher | UK/FR/USA 2019

Seit Neuestem tauchen immer häufiger seltsame Lichter über dem verschlafenen Städtchen Mossingham auf. Ob sie ein Hinweis auf außerirdisches Leben sind? Tatsächlich kündigen sie die Ankunft eines geheimnisvollen Besuchers aus einer fernen Galaxie an. Aber auf der nahe gelegenen Mossy Bottom Farm hat Shaun ganz andere Dinge im Kopf, denn ständig werden seine verrückten Streiche von einem entnervten Bitzer vereitelt. Doch als plötzlich ein ebenso lustiges wie bezauberndes Außerirdischen-Mädchen mit erstaunlichen Kräften in der Nähe der Farm bruchlandet, erkennt Shaun sofort die einmalige Chance: mit Hilfe der Außerirdischen kann er jede Menge neue Späße und Abenteuer anstellen! Gleichzeitig ist es aber auch der Beginn einer Mission, die Außerirdische wieder sicher nach Hause zu bringen…

Liebenswert, zuckersüß und schafkomisch! Shaun macht es sich erneut auf der großen Leinwand bequem und erlebt ein Abenteuer, das nicht von dieser Welt ist. Großen und kleinen Fans steht so ein erfrischender, wolliger, äh, wohliger Kinobesuch bevor.


GET LUCKY – SEX VERÄNDERT ALLES | Regie: Ziska Riemann | DE 2019

Sommerferien am Strand mit den besten Freunden: Für die Teenager Aaron (Bjarne Meisel), Julia (Emma-Katharina Suthe), ihre kleine Schwester Emma (Lilly Terzic), Hannah (Luissa Cara Hansen), David (Belly Opoku-Arthur) und Mehmet (Jascha Baum) ist es der aller erste Urlaub ohne ihre Eltern, bei dem sie tun und lassen können, was sie wollen. Doch jeder von ihnen hat aktuell mit einem emotionalen, sexuellen oder körperlichen Problem zu käämpfen. Die Clique verbringt ihre Tage am Meer, feiert am Strand und lernt neue Leute kennen. Die Gefühle spielen verrückt.  Mittendrin im Hormonchaos steht Ellen (Palina Rojinski), die Tante von Julia und Emma, bei der alle untergebracht sind. Im Laufe des Sommers ist nicht nur die coole Tante gefragt, denn als Sexualberaterin antwortet sie auch mal auf Fragen, die ein Jugendlicher seinen Eltern wohl eher nicht stellen würde.

Die Idee, sich Teenagerproblemen mit unverklemmtem Sextalk zu nähern und dadurch aufklären zu wollen, ist aller Ehren wert. Ein guter Film ist dabei aber nicht entstanden, da der Humor in „Get Lucky“ oft nicht zündet, die Jungdarsteller allesamt verkrampft aufspielen und das Drehbuch irgendwann völlig ausfranst.


NUREJEW – THE WHITE CROW | Regie: Ralph Fiennes | UK/FR/SRB 2018

Paris in den 1960er Jahren: Der Kalte Krieg befindet sich auf seinem Höhepunkt und die Sowjetunion schickt ihre beste Tanzkompanie in den Westen, um ihre künstlerische Stärke zu demonstrieren. Das Leningrader Kirow-Ballett begeistert die Pariser Zuschauer, aber ein Mann sorgt für die Sensation: der virtuose junge Tänzer Rudolf Nurejew (Oleg Ivenko). Attraktiv, rebellisch und neugierig, lässt er sich vom kulturellen (Nacht-)Leben der Stadt mitreißen. Begleitet von der schönen Chilenin Clara Saint (Adèle Exarchopoulos) streift er durch die Museen und Jazz-Clubs der Stadt, sehr zum Missfallen der KGB-Spione, die ihm permanent auf den Fersen sind. Doch Rudolf Nureyew genießt den Geschmack der Freiheit und beschließt in Frankreich politisches Asyl zu beantragen. Ein höchst riskantes Katz- und Mausspiel mit dem sowjetischen Geheimdienst beginnt, an dessen Ende es nur einen Gewinner geben kann…


Heimkinotipp: ALADDIN | Regie: Guy Ritchie | USA 2019

Aladdin ist ein Straßenjunge, der an der Seite seines treuen Affen Abu die Straßen der Stadt Agrabah unsicher macht. Mit ihren Bazaren, Palästen und fliegenden Teppichen ist sie wie gemacht für einen Träumer wie Aladdin, der eines Tages plötzlich die Liebe seines Lebens kennenlernt. Die schöne Prinzessin Jasmin, die als Straßenmädchen verkleidet für einen Moment versucht, den strengen Gesetzen innerhalb der Palastmauern zu entkommen. Für Aladdin ist die Sache klar: Er muss das Mädchen wiedersehen. Doch der der böse Jafar macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Dieser schickt den ahnungslosen jungen Mann in eine Höhle mitten in der Wüste und verspricht ihm Reichtum gegen eine Wunderlampe. Doch die Sache geht schief und die Höhle stürzt zusammen. Wie gut, dass der blaue Flaschengeist Genie Aladdin in sein Herz schließt…

Die Neuverfilmung von „Aladdin“ ist lieb- und lebloses Musicaltheater in dem jeder Song gleich klingt und Settings wie Disneyland-Kulissen aussehen. Ein Glück, dass Will Smith im Mittelteil ein wenig Zeit bekommt, den Film durch seine alleinige Anwesenheit zu retten.

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