Schlagwort-Archiv: Dokumentation

Das startet am 6. Juni 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 6. Juni, an dem wir erneut nur wenig über die bevorstehenden Kinostarts verraten dürfen. Und so können wir uns nur lobend über den südkoreanischen Mysterythriller „Burning“ und die Pferdedoku „Magie der Wildpferde“ äußern. Was es mit dem neuen „X-Men“ und der „TKKG“-Verfilmung auf sich hat, erfahrt ihr im Laufe der kommenden Woche.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

BURNING | Regie: Chang-dong Lee | KOR 2018

Nach seinem Studium kehrt der junge Jongsu (Ah-in Yoo) in sein Heimatdorf zurück. Ein zufälliges Wiedertreffen mit seiner Schulkameradin Haemi (Jong-seo Jun) führt zu einer gemeinsamen Nacht zwischen den beiden. Jongsus Gefühle sind geweckt, doch der Zeitpunkt ist ungünstig – Haemi steht kurz vor einem lange (Steven Yeun) geplanten Trip nach Afrika und tritt diesen auch schon bald an, bittet Jongsu vorher aber noch, sich um ihre Katze zu kümmern.. Sehnsüchtig erwartet Jongsu den Tag ihrer Rückkehr. Am Flughafen trifft er Haemi jedoch nicht alleine an. Auf der Reise hat sie den wohlhabenden und mysteriösen Ben kennengelernt, der von nun an nicht mehr von ihrer Seite weicht. Als Haemi plötzlich spurlos verschwindet, stürzt die verzweifelte Suche nach ihr Jongsu in ein Labyrinth aus Misstrauen und Paranoia.

Ein Film wie ein Schwebezustand – mit „Burning“ erzählt Regisseur un Autor Chang-dong Lee eine Lovestory, ein Selbstfindungsdrama und einen Mysterythriller innerhalb von zweieinhalb Stunden, die immer besser werden, je weniger sich die Figuren und die Ereignisse greifen lassen. Ein Wunderwerk!


MAGIE DER WILDPFERDE | Regie:  Caro Lobig | DE 2019

Vier Geschichten, die tief berühren: Der Dokumentarfilm „Magie der Wildpferde“ offenbart die Situation von Wildpferden in verschiedenen Ländern der Erde. Angefangen bei den Marismeña-Wildpferden in Spanien, die einmal im Jahr Touristenmassen vorgestellt werden, über amerikanische Mustangs in Oregon, die durch ihr überhöhtes Aufkommen mittlerweile zu einer regelrechten Plage geworden sind und von Tierschützern eingefangen werden bis hin zu den polnischen Konik-Wildpferden und ihren neuen Lebensräumen. Die beeindruckenden Naturaufnahmen lassen den Kern der Begegnung von Mensch und Tier spürbar werden und zeigen klar, was wir von den gutmütigen Wildtieren lernen können. Mittlerweile haben viele der Wildpferde auch in Deutschland Enthusiasten gefunden. Auch um die soll es hier gehen.

Die Regisseurin Caro Lobig wollte mit ihrer aufwändig inszenierten Dokumentation „Magie der Wildpferde“ Begeisterung für die edlen Tiere schüren. Und mithilfe der spannenden Geschichten ist ihr genau das gelungen. Die Bilder sehen nach Leinwand aus und egal ob Mensch oder Tier: In diesem Film steckt so viel Liebe für das Wesen Pferd, dass auch Marterienfremde gebannt vor der Leinwand sitzen werden.


X-MEN: DARK PHOENIX | Regie: Simon Kinberg | USA 2019

Im Zuge einer lebensgefährlichen Mission im Weltall verliert Jean Grey (Sophie Turner) beinahe ihr Leben als sie ein kosmisches Wesen absorbiert, das sie mit Kräften ausstattet, die weit über jenen liegen, die sie oder alle anderen Mutanten besitzen. Nach ihrer Rückkehr auf die Erde kämpft sie mit diesen Gott-gleichen Fähigkeiten, aber die Mächte in ihr lassen sich nicht bändigen. Jean verliert die Kontrolle über sich und fügt jenen Schmerzen zu, die sie am meisten liebt. Als die junge Frau sogar für einen Todesfall innerhalb der X-Men sorgt, führen ihre Taten zu einem Streit und später zu einem Zerwürfnis unter den X-Men, denn die Helden sehen sich plötzlich mit ihrem bislang gefährlichsten Feind konfrontiert – einer Mutantin aus den eigenen Reihen, die mit jedem Tag zu größeren Kräften kommt und schließlich unaufhaltsam wird…

Auch wenn „X-Men: Dark Phoenix“ nicht zwingend einen klassischen Bösewicht gebraucht und dem Finale eine Reduktion der Computereffekte gut getan hätte, ist der vorerst letzte Film aus dem Mutantenuniversum eine gelungene emotionale Auseinandersetzung mit inneren Konflikten, die viele neue Diskussionsansätze rund um die bekannten Figuren bietet und noch dazu angenehm kurzweilig ist.


TKKG | Regie: Robert Thalheim | DE 2019

Tim und Willi, genannt Klößchen, lernen sich am ersten Schultag auf dem Internat kennen. Unterschiedlicher könnten die beiden kaum sein und besonders Willi, Sohn aus gutem Hause, ist nicht gerade erfreut, sich ein Zimmer mit Tim, einem Stipendiaten aus der Vorstadt, zu teilen. Doch als Klößchens Vater entführt wird und mit ihm eine wertvolle Statue aus seiner Kunstsammlung verschwindet, ist Tim der Einzige, der Willi glaubt, dass die Polizei auf der falschen Fährte ist. Gemeinsam mit dem hochintelligenten Außenseiter Karl und der smarten Polizistentochter Gaby beginnt die Gruppe auf eigene Faust zu ermitteln: ein Flugzeugabsturz, maskierte Kung-Fu-Kämpfer, eine versteckte Botschaft von Klößchens Vater. Wie passt das alles zusammen? Und was haben der blinde Hellseher Raimondo und seine Assistentin Amanda damit zu tun? Gegen alle Widerstände decken die vier eine Verschwörung auf.

Regisseur Robert Thalheim und Autor Peer Klehmet haben die Quintessenz der „TKKG“-Reihe verinnerlicht und dem Zeitgeist angepasst. Das Ergebnis ist trotzdem zeitlos, dürfte allerdings gerade bei den jungen Zuschauern großen Anklang finden, während sich erwachsene Fans am Augenzwinkern und den Anspielungen erfreuen werden.


ZWISCHEN DEN ZEILEN | Regie: Olivier Assayas | FR 2018

Manchmal fällt es nicht schwer, zwischen den Zeilen zu lesen: Léonard (Vincent Macaigne) schreibt Romane, in denen er vergangene Liebschaften verarbeitet und die realen Bezüge mehr schlecht als recht verschleiert. Bislang war er damit sehr erfolgreich. Doch sein Verleger Alain (Guillaume Canet) ist von dem letzten Manuskript nur wenig überzeugt und im Augenblick auch mehr mit der Digitalisierung seines Verlags beschäftigt – oder vielmehr mit der attraktiven jungen Mitarbeiterin, die hierfür zuständig ist. Alains Frau Selena (Juliette Binoche) dagegen gefällt Léonards Text, vielleicht, weil sie selbst mit einer Affäre in die Angelegenheit verstrickt ist. Ehrlichkeit ist hier ein zumindest flexibles Konzept. Und so diskutieren alle mit viel Witz über Dichtung und Wahrheit sowie den kulturellen und digitalen Wandel, und sehen über ihr zweifelhaftes frivoles Handeln entspannt hinweg. Ein großes Vergnügen!


RAMEN SHOP | Regie: Eric Khoo | SGP/JPN/FR 2018

Von Familiengeheimnissen und zauberhaften Rezepten: Der junge Masato (Takumi Saitoh) beherrscht ein wunderbares Handwerk: er ist Koch in einer traditionellen japanischen Suppenküche. Die traditionelle Ramen-Nudel-Suppe ist seine Spezialität. Der plötzliche Tod des Vaters versetzt Masato in seine Kindheit zurück. In einem Koffer voller Erinnerungen findet Masato nun Spuren der Liebesgeschichte seiner Eltern. Er beschließt, sich auf den Weg nach Singapur zu machen, ins Heimatland seiner Mutter, die starb als Masato 10 Jahre alt war. Für den jungen Koch beginnt eine kulinarische Reise in die Vergangenheit, denn die Geschichte seiner Familie ist eine Geschichte voller Sinnlichkeit und von großer Liebe. Masato probiert sich durch die kulinarischen Traditionen Singapurs, Japans und Chinas und lernt nicht nur die Kunst des Kochens ganz neu kennen, sondern auch die Kunst des Zusammenseins.


Heimkinotipp: THE HOUSE THAT JACK BUILT | Regie:  Lars von Trier | DK/FR/DE/SWE 2018

USA in den 1970er Jahren. Wir begleiten den hochintelligenten Jack über einen Zeitraum von zwölf Jahren und werden dabei Zeugen von fünf exemplarischen Morden, die seine Entwicklung zum Serienkiller prägen. Wir erleben die Vorfälle aus Jacks Perspektive. Jeden der Morde betrachtet er als eigenständiges Kunstwerk. Was niemand weiß, ist, dass Jack unter Neurosen leidet, die ihm in der Außenwelt große Schwierigkeiten bereiten. Obwohl der finale und unvermeidliche Polizeieinsatz unweigerlich näher rückt, was Jack einerseits sogar provoziert, ihn andererseits aber auch unter großen psychischen Druck setzt, ist er wild entschlossen, immer größere Risiken einzugehen. Das Ziel ist das ultimative Kunstwerk: Eine Kollektion all seiner Morde, manifestiert in einem von ihm selbst gebauten Haus.

In seiner pechschwarzen Serienkiller-Komödie „The House That Jack Built“ veranschaulicht Lars von Trier, wie Provokation funktioniert – und hat sein Ziel natürlich wieder einmal erreicht. Dabei macht es in erster Linie einen großen Spaß, zuzusehen, wie der Regisseur sein Publikum auflaufen lässt. Und die Eskapaden des titelgebenden Jack sind in ihrem Zynismus obendrein verdammt unterhaltsam.

Das startet am 25. April 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 25. April, an dem alles im Zeichen von „Avengers: Endgame“ steht, der der Presse bisher leider nicht gezeigt wurde. Mehr zum Film verraten wir an dieser Stelle am Mittwoch um 00:01 Uhr. Die restlichen Starts beschränken sich vermutlich vornehmlich auf die Programmkinos und dürften gegen den Marvel-Blockbuster wenig bis nichts auszusetzen haben. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

Sonderstart am 24. April: AVENGERS: ENDGAME | Regie: Anthony Russo, Joe Russo | USA 2019

Im neuesten Abenteuer aus diesem Universum steht so viel auf dem Spiel wie nie zuvor: Es kommt zum tödlichsten Showdown zwischen den Avengers und Thanos, dem mächtigsten und gefährlichsten Bösewicht des Universums. Die Geschichte von „Avengers: Endgame“ setzt nach der fürchterlichen Niederlage der Avengers ein, nachdem Thanos, endlich im Besitz aller von ihm begehrten Infinity-Steine, der gesamten Menschheit seinen verdrehten und tödlichen Willen aufgezwungen hatte. Diesem zufolge löschte Thanos in purer Willkür die Hälfte der Erdbevölkerung aus, darunter auch viele Mitglieder des Avengers-Teams. Nach dieser beispiellosen Zerstörung sehen sich die überlebenden Avengers mit ihrer größten Herausforderung konfrontiert. Sie müssen die alte Entschlossenheit wiederfinden, den Kampf wieder aufnehmen und einen Weg finden, um Thanos vernichtend und für immer zu schlagen.

„Avengers: Endgame“ ist keine sich im Bombast zu übertreffen versuchende Drei-Stunden-Schlacht, sondern ein respektvolles, ruhiges Abschiednehmen von 11 Jahren Marvel Cinematic Universe. Er ist eine pulsierende Herzensangelegenheit, ein Film voller Liebe für seine Figuren mit dem Mut, Dinge zu beenden und mit der Aufrichtigkeit, Hoffnung auf weitere Abenteuer zu schüren. Trotz kleiner erzählerischer Schönheitsfehler und einem Storygimmick, das vielleicht nicht jedem gefallen könnte, ist das hier der beste Film aus dem Marvel Cinematic Universe.


EIN LETZTER JOB | Regie: James Marsh | GB 2018

Der Ruhestand ist was für Rentner, das findet zumindest Brian Reader (Michael Caine). Seine alten Freunde sitzen alle im Knast, die Ehefrau ist unter der Erde und auch sonst verflucht der Ex-Ganove seinen ereignislosen Alltag. Es muss etwas passieren! Und so juckt es ihn ein letztes Mal juckt in den Fingern, sich und allen anderen zu beweisen, dass er es immer noch drauf hat. Und so versammelt Brian, dem Alter und der modernen Technologie zum Trotz, eine Riege Krimineller der alten Schule um sich und wagt gemeinsam mit ihnen einen riskanten Coup, der als größter Einbruch aller Zeiten in die Geschichte Großbritanniens eingehen wird. Er will in ein Juweliergeschäft einbrechen und so richtig absahnen. Doch es ist wesentlich leichter Beute zu machen, als sie loszuwerden, was unter ihm und seinen Kollegen zu Streit führt…

James Marshs auf einer wahren Geschichte beruhende Krimikomödie „Ein letzter Job“ ist weder lustig noch spannend, sondern einfach nur ein träges, hüftsteifes und langweiliges Unterfangen, das für die beteiligten Darsteller einen Tiefpunkt in der Schauspielkarriere markiert.


ATLAS | Regie: David Nawrath | DE 2018

Zusammen mit seinem Speditionstrupp soll der Möbelpacker Walter, ein in die Jahre gekommener ehemaliger Gewichtheber, eine Wohnung räumen. Als sich die Tür des Altbaus öffnet, glaubt er in dem jungen Familienvater seinen Sohn zu erkennen, den er vor Jahren im Stich gelassen hat. Es beginnt eine vorsichtige Annäherung und ein folgenreicher Versuch, die junge Familie aus der Gefahr zu retten.

Mit einem Ensemble feinfühliger Schauspieler erzählt der Regisseur David Nawrath in seinem Kino-Debüt „Atlas“ von einer besonderen Vater-Sohn-Geschichte, die sich unter dem Druck einer kriminellen Entmietung verdichtet. Für das Drehbuch bekamen Nawrath und sein Co-Autor Paul Salisbury schon den Emder Drehbuchpreis und eine Nominierung für den Deutschen Drehbuchprei


STREIK | Regie: Stéphane Brizé | FR 2018

Im südfranzösischen Aden droht dem Werk der Perrin-Industrie, dem einzigen größeren Arbeitgeber der Region, die Schließung. Obwohl die gut tausend MitarbeiterInnen schon Zugeständnisse bei Lohn und Arbeitszeiten gemacht hatten, um ihre Jobs zu erhalten, und trotz Rekordgewinnenen in der letzten Bilanz, will die Firma, die inzwischen einem deutschen Konzern gehört, das Werk dicht machen. Gemeinsam und solidarisch wollen die ArbeiterInnen gegen die Schließung des Werks protestieren. Der altgediente Gewerkschafter Laurent Amédéo führt den Streik an. Doch die Verhandlungen dauern an und schon bald wird der Ton rauer. Es entspinnt sich ein nervenzehrender Existenzkampf, der auch unter den AngestelltInnen Zwietracht sät. Stéphane Brizé, dessen Film „Der Wert des Menschen“ in Cannes mit dem Jury-Preis ausgezeichnet wurde, setzt auch in seinem neuen Film „Streik“ als Hauptdarsteller auf Vincent Lindon.


TEA WITH THE DAMES | Regie: Roger Michel | UK 2018

Mit „Tea with the Dames“ ist das Publikum herzlich dazu eingeladen, den großen Damen des Films Eileen Atkins, Judi Dench, Joan Plowright und Maggie Smith Gesellschaft zu leisten. Die vier außergewöhnlichen Freundinnen, die für ihre schauspielerischen Leistungen von der Queen zu „Dames“ geadelt wurden, treffen sich seit mehr als 50 Jahren immer wieder in einem Cottage zum Tee. Dort plaudern sie lustvoll und witzig über ihre Leben und den neuesten Klatsch, erinnern sich an alte Zeiten, ihre Erfahrungen am Theater, im Fernsehen und im Kino. Mit viel Humor erzählen sie freimütig und ohne jegliche Sentimentalität von ihren Anfängen auf der Bühne, von prägenden Erfahrungen, den Macken berühmter Berufskollegen und Ex-Ehemännern und vom Lampenfieber und kommentieren mit nicht immer ganz jugendfreien Sprüchen pointiert die Widrigkeiten des Lebens.


Heimkinotipp: BOMB CITY | Regie: Jameson Brooks  | USA 2017

Winter 1997. Amarillo, Texas. Brian Deneke ist wegen seines grünen Iros und seiner großen Leidenschaft für Punkmusik bekannt. Er veranstaltet Punk-Konzerte mt seinen Freunden im maroden Club „Bomb City“. Brian, seine Freundin Rome und seine befreundeten „Punks“ weigern sich, konform mit der konservativen Kultur um sie herum einherzugehen. Ihr radikales Äußeres provoziert soziale Intoleranz in der Gemeinde, vor allem bei Cody Cates, einem Highschool-Sportler der sich in einer Gruppe namens „White Hatters“ assimiliert hat. Nach einem verlorenen Footballspiel kommt es für Cody, Anführer Ricky und ein paar andere White Hatters zu einer Schlägerei mit den Punks. Dieser Konflikt gibt den Startschuss für eine Reihe von feindseligen Begegnungen zwischen den rivalisierenden Gruppen bis es schließlich zu einem gewaltsamen Straßenkampf kommt…

Das auf einem wahren Justizskandal basierende Drama „Bomb City“ zeigt auf intensive, ungeschönte, aber nie eindimensionale Weise, wohin Hass und Konservativismus führen können und fühlt sich ganz nebenbei auch noch erschreckend aktuell an.

Das startet am 11. April 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 11. April, der es uns ein wenig schwer macht: Über die beiden interessantesten Starts „Hellboy“ und „After Passion“ dürfen wir nämlich noch gar nicht berichten, sodass wir Euch an dieser Stelle vor allem den Animationsfilm „Willkommen im Wunder Park“ ans Herz legen wollen. Für Liebhaber kantig-unkonventioneller Filmkunst bietet sich der Fantasy-Filmfest-Beitrag „Border“ an, während bei uns in der Redaktion Uneinigkeit über den Kinderfilm „Alfons Zitterbacke“ besteht. Autor Oliver Kube ist begeistert, Antje Wessels dagegen sieht das Ganze skeptisch. Wie immer gilt auch diesmal: Geht ins Kino und macht Euch Euer eigenes Bild!

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

WILLKOMMEN IM WUNDER PARK | Regie: – | ESP/USA 2019

Die kleine June (in der deutschen Fassung: Lena Meyer-Landrut) ist ein aufgewecktes Mädchen mit blühender Fantasie und Vorstellungskraft, die gemeinsam mit ihrer Mutter am Modell eines Freizeitparks baut. Bis diese eines Tages ins Krankenhaus muss. Für June bricht eine Welt zusammen. Doch dann entdeckt sie wenig später mitten im Wald einen magischen Vergnügungspark – den Wunder Park! Neben aufregenden Achterbahnen und sprechenden Tieren bietet er auch sonst alles, was ihr Herz begehrt. Aber irgendetwas stimmt hier nicht, es herrscht Chaos und der Park scheint in Gefahr zu sein. June erkennt schnell, dass dieser wundervolle Ort durch ihre eigene Vorstellungskraft entstanden ist und somit auch nur sie ihn retten kann. Sie verbündet sich mit den Tieren und heckt einen Plan aus, um diesen verwunschenen Ort zu bewahren und ihm den Zauber wiederzugeben, den sie sich einst erträumt hat …

Das hübsch animierte und mit starken Synchronsprechern bestückte Animationsabenteuer „Willkommen im Wunder Park“ kombiniert ein aufregendes Action-Abenteuer rund um die Rettung eines magischen Freizeitparks mit einer herzergreifenden Geschichte über Verlust und Trauerarbeit.


BORDER | Regie: Ali Abbasi | SWE/DK 2018

Die Grenzbeamtin Tina ist eine bemerkenswerte Erscheinung. Ihr seltsam geschwollenes Gesicht, ihr bohrender Blick und ihre körperliche Kraft verleihen der jungen Frau etwas Animalisches. Tina hat zudem eine besondere Fähigkeit: Sie kann Angst, Scham und Wut anderer Menschen wittern. Ihr Talent macht sich der schwedische Grenzschutz erfolgreich zunutze, um Kriminelle aufzuspüren. Dennoch fühlt sich Tina seltsam fremd unter ihren Mitmenschen und lebt einsam und naturverbunden als Außenseiterin in den Wäldern. Doch dann begegnet sie Vore, der ihr  aufgrund eines Chromosomenfehlers auffallend ähnlich sieht und bei dem ihre Begabung an ihre Grenzen stößt. Tina ahnt, dass Vore etwas zu verbergen hat. Und doch, unbefangen, wild und erstaunlich frei, wirkt Vore ungemein anziehend auf sie. Tina spürt bei ihm eine Vertrautheit, die ihr bisher fremd war.

Ali Abbasis „Border“ ist ein wirrer Mix aus melancholischer Außenseiter- und Liebesgeschichte, Krimi und Mysterythriller, bei dem bis zum Schluss offen bleibt, wie all die verschiedenen Handlungsstränge eigentlich miteinander zusammenhängen. Mehr sollte man über den Film, der nicht umsonst für das „Beste Make-Up“ bei den diesjährigen Oscars nominiert war, nicht wissen.


ALFONS ZITTERBACKE: DAS CHAOS IST ZURÜCK | Regie: Mark Schlichter | DE 2019

Wenn Alfons erst einmal erwachsen ist, wird er ESA-Astronaut – so wie sein großes Vorbild Alexander Gerst. Das ist für den Elfjährigen sternenklar. Eifrig bastelt er deshalb mit seinem besten Freund Benni an einer Miniaturrakete für den Fluggeräte-Wettbewerb ihrer Schule. Dabei gerät Alfons jedoch ein ums andere Mal in kleine bis größere Schwierigkeiten – sei es durch Schusseligkeit, Übereifer oder aufgrund von Sabotage durch seinen fiesen Mitschüler Nico, einen Konkurrenten um die Gunst des süßen Nachbarmädchens Emilia. Der Lehrkörper seines Gymnasiums ist deshalb alles andere als begeistert und will den Jungen disqualifizieren. Schafft Alfons es mit Hilfe seiner Freunde und der liebevollen, mit ihrem quirligen Sohn aber gelegentlich etwas überforderten Eltern dennoch zu gewinnen?

Spaß wird in diesem turbulenten, mit herzhaften Slapstick-Einlagen und einigen schönen Cameo-Auftritten bestückten Jugendabenteuer ganz groß geschrieben. Mit einer simplen, aber wirkungsvoll umgesetzten Story um Freundschaft, Neugierde, Fantasie und Mut werden Kids sowie im Geiste jung gebliebene Erwachsene hier jede Menge davon haben.


AFTER PASSION | Regie: Jenny Gage | USA 2019

Erstsemesterstudentin Tessa Young (Josephine Langford) ist klug, hübsch, kreuzbrav und führt eine scheue Beziehung mit ihrem Sandkastenfreund Noah (Dylan Arnold). Ihre alleinerziehende Mutter Carol (Selma Blair) ist stolz, aber auch besorgt, denn Tessa wurde im Studierendenwohnheim in ein Zimmer mit dem schon länger studierenden Partymädel Steph (Khadijha Red Thunder) gesteckt. Während sich Carol den Kopf zerbricht, ob Steph ihre Tochter verderben wird, wirbelt eine ganz andere Person das Leben des Mauerblümchens durcheinander: Der unverschämte sowie unverschämt gut aussehende Brite Hardin Scott (Hero Fiennes-Tiffin), der Tessa im Englischkurs mit seiner vorlauten und rotzigen Attitüde zur Weißglut bringt. Und dennoch spürt Tessa eine unerklärliche Anziehung zum rätselhaften Bad Guy…

Scheues Prickeln, statt erotischer Explizität: Die Teenieromanze „After Passion“ ist harmloser, als das Marketing suggeriert, und hat zudem mit grobschlächtigen Dialogen zu kämpfen. Aber Josephine Langfords Schauspiel und Gages Inszenierung der wortarmen Passagen machen diese Bestselleradaption für ihre Kernzielgruppe dennoch sehenswert.


HELLBOY: CALL OF DARKNESS | Regie: Neil Marshall | USA 2019

Halbdämon Hellboy (David Harbour) kämpft seit Jahrzehnten gegen das übernatürliche Böse. Aber nun bekommt er es mit seiner schwesten Mission zu tun: Er muss die mächtige Hexe Nimue (Milla Jovovich) und das ihr ergebene Monster Gruagach stoppen, die zusammen mit einer Reihe weiterer mythischer Wesen vorhaben, Tod und Zerstörung unter die Menschen zu bringen. Aber um zu ihrem Ziel zu gelangen, bräuchten sie Hellboy. Denn seine Bestimmung war einst, selber den Weltuntergang loszutreten – bis sein Ziehvater Professor Broom (Ian McShane) ihn auf die gute Seite holte. Als Hellboy dies erfährt, sehen er und seine Mitstreiter Alice und Ben sich also nicht nur mit einer Armee der Finsternis konfrontiert, sondern auch mit ureigenen Dämonen…

So rebellisch und unangepasst sich Hellboy in diesem Film auch fühlen mag, „Hellboy – Call of Darkness“ ist nicht rau, nicht unkonventionell und auch nicht fetzig, sondern einfach nur unfassbar öde


NIEMANDSLAND – THE AFTERMATH | Regie: James Kent | UK/DE/USA 2019

Im Nachkriegsdeutschland des Jahres 1946: In einem besonders eisigen Winter kommt Rachael Morgan (Keira Knightley) in den Ruinen von Hamburg an, um wieder mit ihrem Ehemann Lewis (Jason Clarke) zusammen sein zu können. Lewis ist ein britischer Oberstleutnant und beauftragt, beim Wiederaufbau der zerbombten Stadt zu helfen. Bei der Ankunft des Paares in seinem neuen Heim ist Rachael jedoch über eine unerwartete Entscheidung Lewis‘ verblüfft: sie werden das herrschaftliche Anwesen mit seinen vorigen Besitzern, dem deutschen Witwer Stephan Lubert (Alexander Skarsgård) und dessen Tochter, teilen. In dieser aufgeladenen Atmosphäre verwandeln sich Feinseligkeit und Trauer in Leidenschaft und Betrug und die Ehe der Morgans droht nicht am Krieg zu zerbrechen, sondern an den Verwicklungen innerhalb dieser skurrilen Lebenssituation. Ist diese Liebe noch zu retten?


CHRISTO – WALKING ON WATER | Regie: Andrey Paounov | IT/USA/DE/ARE 2018

Vor dem malerischen Bergpanorama der italienischen Alpen realisierte der legendäre Installationskünstler Christo 2016 auf dem Lago d‘Iseo seine „Floating Piers“. Mit leuchtend gelben Stoffbahnen bespannte Stege aus schwankenden Pontons verbanden die beiden Inseln Monte Isola und San Paolo mit dem Ufer und zeichneten ein abstraktes Kunstwerk in die Landschaft. Das Werk existierte nur für 16 Tage, ermöglichte es aber über 1,2 Millionen Besuchern auf dem Wasser zu laufen.

Der bulgarische Regisseur Andrey Paounov blickt in „Christo – Walking On Water“ hinter die Kulissen und verfolgt den turbulenten Entstehungsprozess dieses gigantischen Kunstwerkes – den Wahnsinn der Kunstwelt, die heiklen Verwicklungen zwischen Kunst und Politik, die riesigen technischen Herausforderungen und logistischen Albträume, und den Kampf gegen die Kraft der Natur.


BERLIN BOUNCER | Regie: David Dietl | DE 2019

Berlins Nachtleben im Wandel: von der geteilten Stadt über die Clubszene der Neunziger bis zur heutigen Partymetropole. Wer war von Anfang an dabei? Anhand der drei spannenden Biografien der legendärsten Türsteher Berlins, erzählt „Berlin Bouncer“ von den Gründen und Abgründen dieser Entwicklung. Frank Künster kam aus Westdeutschland in eine Stadt, in der Smiley Baldwin als amerikanischer G.I. noch die Grenze nach Ostberlin bewachte und Sven Marquardt als junger ostdeutscher Punk und Fotograf plötzlich von der Wende überrascht wurde. Bald verfingen sie sich im wilden Berliner Nachtleben der neunziger Jahre und wurden im neuen Jahrtausend zu den berühmt berüchtigten Selektoren der angesagtesten Clubs der Stadt, deren Türen und Geheimnisse sie bis heute hüten. Dieser Film handelt von verschiedenen Lebensentwürfen und zeichnet Berliner Kulturgeschichte vom Mauerfall bis in die pulsierende Gegenwart nach.


Heimkinotipp: MID90S | Regie: Jonah Hill | USA 2018

Stevie (Sunny Sulijic) ist 13 Jahre alt und wächst unter schwierigen Verhältnissen mit einem gewaltbereiten Bruder (Lucas Hedges) und einer überforderten, alleinerziehenden Mutter (Katherine Waterston) in Los Angeles auf. Seine Tage verbringt er mit „Street Fighter II“ zocken und heimlich die CD-Sammlung seines großen Bruders rauf und runter hören. Als er anfängt, mit den sympathischen Jungs vom Local Skateshop abzuhängen, öffnet sich ihm eine völlig neue Welt: Skaten an verbotenen Plätzen, Abhauen vor der Polizei, Hauspartys und natürlich jede Menge Girls. Befreit aus der Umklammerung seiner stets besorgten Mutter und den Prügeln seines Bruders, fühlt sich Stevie unbesiegbar – bis er merkt, dass auch seine Idole auf die Schnauze fliegen können. Und das nicht nur beim Skaten, sondern auch im Leben selbst…

Jonah Hills Regiedebüt „Mid90s“ ist eine Liebeserklärung an die US-amerikanische Skateboardszene der Neunzigerjahre, die den Zuschauer auf so sanfte Weise in ihre Arme schließt, wie die skatenden Jungs den Außenseiter Stevie.

Das startet am 4. April 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 4. April, an dem der beste DC-Film seit „The Dark Knight Rises“ startet – und das sagen wir aus voller Überzeugung. Nicht ganz so überzeugt sind wir dagegen vom „Friedhof der Kuscheltiere“-Remake und regelrecht entsetzt sind wir vom „Monsieur Claude und seine Töchter“-Sequel. Doch es gibt noch so Einiges mehr an Neuigkeiten…

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

SHAZAM! | Regie: David F. Sandberg | USA 2019

In jedem von uns steckt ein Superheld – es bedarf nur etwas Magie, um ihn zu erwecken. Wenn Billy Batson (Asher Angel), ein cleveres 14 Jahre altes Pflegekind, das Wort SHAZAM! ruft, verwandelt er sich in den erwachsenen Superhelden Shazam (Zachary Levi) – das Vermächtnis eines uralten Zauberers. Shazam – ein Junge in einem muskulösen, göttlichen Körper – macht, was jeder Teenager mit Superkräften machen würde: Er kostet seine Erwachsenenversion aus und hat Spaß! Kann er fliegen? Hat er den Röntgenblick? Kann er Blitze aus seinen Händen schießen lassen? Kann er den Sozialkunde-Test schwänzen? Mit der glückseligen Sorglosigkeit eines Kindes macht sich Shazam daran, seine Fähigkeiten auszutesten. Aber um gegen die von Dr. Thaddeus Sivana (Mark Strong) gesteuerten todbringenden Kräfte des Bösen kämpfen zu können, muss er seine Kräfte schnellstens meistern.

Ohne eine Schurkenfigur wäre „Shazam!“ vermutlich noch besser geworden. Doch auch mit ihr macht diese DC-Comicverfilmung großen Spaß, da David F. Sandberg mehr daran gelegen ist, eine intime Geschichte von Erwachsenwerden und Freundschaft zu erzählen, als nur eine austauschbare Weltenrettung zu inszenieren.


UNHEIMLICH PERFEKTE FREUNDE | Regie: Marcus H. Rosenmüller | DE  2019

Eigentlich ist Emil ein aufgeweckter Schüler. Doch seine Noten sind schlecht. Selbst der Nachhilfeunterricht trägt bei ihm keine Früchte, der Übergang von der Grundschule aufs Gymnasium steht auf der Kippe. Doch Emil möchte unbedingt dorthin, denn eine Trennung von seinen Freunden kommt für ihn nicht in Frage. Nachdem er sich eines Tages mit seinen Eltern gestritten hat, läuft er davon und landet im Spiegelkabinett eines Jahrmarktes, der gerade in seiner Stadt Station macht. In einer hinteren Ecke entdeckt er einen geheimnisvollen Spiegel, der in der Lage ist, ein perfektes Ebenbild von Emil zu kreieren, das alles kann, was Emil nicht kann. Von nun an schickt er also seinen Klon zur Schule, um noch vor der Versetzung viele gute Noten zu schreiben. Doch auf einmal beginnt er, eigene Ziele zu verfolgen und Emil aus seiner eigenen Familie zu drängen…

Marcus H. Rosenmüllers „Unheimlich perfekte Freunde“ ist eine gleichermaßen lustige wie verspielt-ambitioniert inszenierte Kinder- und Familienkomödie darüber, dass man nicht perfekt sein muss, um ein glückliches Leben zu führen.


FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE | Regie: Kevin Kölsch, Dennis Widmyer | USA 2019

Dr. Louis Creed (Jason Clarke), seine Frau Rachel (Amy Seimetz) und ihre beiden Kinder Gage und Ellie (Hugo Lavoie und Jeté Laurence) entfliehen der Großstadt für ein beschauliches Leben auf dem Land. Ganz in der Nähe ihres neuen Zuhauses und von dichtem Wald umgeben, befindet sich nicht nur eine viel befahrene Straße, sondern auch der unheimliche „Friedhof der Kuscheltiere“. Er ist von einer unheimlichen Legende umgeben: Wenn man hier etwas Totes vergräbt, kommt es wieder zurück. Nach einem tragischen Zwischenfall bittet Louis seinen kauzigen Nachbarn Jud Crandall (John Lithgow) um Hilfe und löst damit ungewollt eine gefährliche Kettenreaktion aus, die etwas abgrundtief Böses freisetzt und das neu gewonnene Familienidyll bedroht. Schnell wird den Creeds klar, dass der Tod manchmal besser ist…

„Friedhof der Kuscheltiere“ aus dem Jahr 2019 ist ein solides Remake des Achtzigerjahre-Horrorklassikers, das gerade in der ersten Hälfte überzeugt, zum Ende hin allerdings ein wenig nachlässt, wenn den Machern am schnellen Schock eher gelegen ist, als daran, die unheimliche Atmosphäre konsequent aufrechtzuerhalten.


MONSIEUR CLAUDE 2 | Regie: Philippe de Chauveron | FR 2019

Was mussten Monsieur Claude Verneuil und seine Frau Marie nicht alles über sich ergehen lassen?! Beschneidungsrituale, Hühnchen halal, koscheres Dim Sum und nicht zuletzt die Koffis von der Elfenbeinküste. Doch seit den vier maximal multikulturellen Hochzeiten ihrer Töchter sind die beiden im Integrieren unübertroffen. Und so freuen sich Claude und Marie auf ihr Großeltern-Dasein in heimatlicher Gemütlichkeit. Abermals haben sie die Rechnung ohne ihre Töchter gemacht. Als die ihnen erklären, dass mit diesen Ehemännern im konservativen Frankreich auf keinen grünen Zweig zu kommen ist und sie deshalb mit Kind und Kegel im Ausland ihr Glück suchen werden, sind die Gesichter der Großbürger plötzlich sehr lang. Die ganze schöne Toleranz war für die Katz? Die so hart erarbeitete Anpassungsfähigkeit – perdü?

Beim ersten Teil konnte man noch darüber streiten, ob die Macher nicht einfach nur zu unbeholfen darin waren, die offen ausgelebten Vorurteile und Klischees auch angemessen zu entkräften. Im zweiten Teil versuchen sie es gar nicht erst – witzig ist das natürlich erst recht nicht mehr.


BIRDS OF PASSAGE | Regie: Ciro Guerra, Cristina Gallego | COL/DK/MEX/DE/CH 2018

Kolumbien 1968: Lange bevor der Name Pablo Escobar in aller Munde ist, legt eine Familie des matriarchalisch geprägten Wayuu-Stammes den Grundstein für den Drogenhandel, für den das Land später so berühmt-berüchtigt werden wird. Der junge Rapayet verkauft etwas Marihuana an Amerikaner des Friedenskorps. Das Geschäft boomt und er steigt bald zum reichsten Mann der abgelegenen Steppenregion auf. Doch der Reichtum ist mit einem hohen Preis verbunden. Ein brutaler Krieg um Macht und Geld bricht aus und setzt nicht nur das Leben des Stammes, sondern auch ihre Kultur und Traditionen aufs Spiel.

In „Birds of Passage“ erzählen Ciro Guerra und Cristina Gallego in beeindruckenden und surrealen Bildern eine epische Geschichte, in der die Mythen der Wayuu mit den harten Realitäten des Drogenhandels verwoben werden.


DIE WIESE – EIN PARADIES NEBENAN | Regie: Sebastian Winkler | DE 2019

Sie ist das Paradies nebenan – die Wiese. Nirgendwo ist es so bunt, so vielfältig und so schön, wie in einer blühenden Sommerwiese. Hunderte Arten von Vögeln, Heuschrecken, Zikaden und anderen Tieren leben zwischen den Gräsern und farbenprächtig blühenden Kräutern der Wiese. Das Zusammenspiel der Arten, die Abhängigkeit der Tiere und Pflanzen voneinander, macht die Blumenwiese zu einem Kosmos, in dem es unendlich viel zu entdecken gibt. Eine faszinierende Welt, in der ein Drittel unserer Pflanzen- und Tierarten zu Hause ist. In nie gesehenen Bildern und mit großem, technischen Aufwand gedreht, stellt die Dokumentation einige der schönsten, liebenswertesten und skurrilsten Bewohner unserer Wiese vor. Die Hauptdarsteller des Filmes sind junge Reh-Zwillinge, die ein Leben zwischen Waldrand und Wiese führen und den Zuschauer mitnehmen auf ihre Abenteuer.


Heimkinotipp: WERK OHNE AUTOR | Regie: Florian Henckel von Donnersmarck | DE/IT 2018

Eine Kunstausstellung zu Zeiten des Dritten Reichs: Der junge Kurt Barnert sieht sich mit neugierigen Augen die Exponate einer Ausstellung an. Während seine Tante Elisabeth ihn ermutigt, sich ebenfalls in dieser Form künstlerisch zu betätigen, rümpft der Ausstellungsführer mit der Nase. Entartete Kunst wie jene, die derzeit zur Schau gestellt wird, habe keinen Wert, sie sei bestenfalls das Produkt eines handwerklich ungeschulten Kindes und schlimmstenfalls der Ausdruck eines kranken Geistes. Später wird an anderer Stelle im Nazi-Reich eine unmenschliche Entscheidung über solche „kranken Geister“ gefällt: Ärzte wie Prof. Carl Seeband werden dazu angehalten, ihre Patientinnen und Patienten in Klassen zu unterteilen – jene, die sie für erhaltenswert erachten und jene, die fortan nur die „Blutlinie“ verunreinigen würden und daher sterilisiert oder gar getötet gehören. Auch Kurts Familie wird durch diese Politik persönlich getroffen.

Florian Henckel von Donnersmarcks Mammutfilm „Werk ohne Autor“ ist ein ruhig erzähltes Drama großer Gefühle, das vor dem Hintergrund aufwühlender Geschichtsereignisse über das Werden eines Künstlers erzählt. Thematisch dicht und mit Gänsehaut-Musik untermalt, ist dieses mehr als drei Stunden lange Epos trotz kleinerer Momente, in denen die sonst stilsichere Hand von Donnersmarcks verkrampft, bewegend, geistreich und spannend zugleich.

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