Schlagwort-Archiv: Dokumentation

Das startet am 28. November 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 28. November, in der die Verleiher auf die ganz großem Starts verzichten – kein Wunder, eine Woche nach dem Start von „Die Eiskönigin II“. Das bedeutet aber auch, dass es einige Perlen zu entdecken gibt, für die sich der Gang ins Programmkino lohnt. Allen voran den deutschen Beitrag „Mein Ende. Dein Anfang.“ sowie die spaßig-melancholische Gaunerinnenkomödie „Hustlers“. Für wen es noch ein wenig experimenteller sein darf, der begibt sich vielleicht mit Willem Dafoe und Robert Pattinson in Robert Eggers‘ „Leuchtturm“ oder blickt auf „Die schönste Zeit unseres Lebens“. Allesamt sehr sehenswerte Filme, die man gern entdecken darf.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MEIN ENDE. DEIN ANFANG. | Regie: Mariko Minoguchi  | USA 2019

Für Nora (Saskia Rosendahl) bricht eine Welt zusammen, als ihr Freund (Julius Feldmeier) bei einem Banküberfall ums Leben kommt. Zunächst versucht sie die Tragödie zu verdrängen. Doch nach und nach brechen die Gefühle aus ihr heraus und sie beginnt notgedrungen, den Verlust zu verarbeiten. Dazu schwelgt sie in Erinnerungen an ihr gemeinsames Kennenlernen, ihre große Liebe und all die Träume, die das glückliche Paar hatte und nun doch nie umsetzen können wird. Irgendwo in einer anderen Ecke der Stadt hat Natan (Edin Hasanovic) ein ähnliches Problem, das ihm den Boden unter den Füßen wegzieht. Seine kleine Tochter ist schwerkrank und benötigt dringend eine teure Behandlung, die für Natan jedoch unbezahlbar wird, als er durch eigenes Verschulden seinen Job verliert. Die Wege von Natan und Nora kreuzen sich eines Nachts, denn die beiden scheinen überraschend viel gemeinsam zu haben…

Ganz großes Deutsches Kino, irgendwo zwischen der Experimentierfreudigkeit eines Christopher Nolan und der Intimität eines Mikhaël Hers liegt Mariko Minoguchis Liebesdrama „Mein Ende. Dein Anfang“. So geht selbstbewusster Stilbruch auf der Leinwand!


HUSTLERS | Regie: Lorene Scafaria | USA 2019

New York, kurz vor dem großen Finanz-Crash. Abend für Abend strömen die Männer der Wall Street in den angesagtesten Stripclub der Stadt. Ramona ist der Star des Clubs, keine kann ihr in diesem Job das Wasser reichen, sie kennt jede Pose, jeden Trick, jeden Kniff – und sie weiß, wie sie den reichen Gästen auch noch den letzten Dollar aus der Tasche zieht. Als die unerfahrene Destiny neu ins eingeschworene Team kommt, nimmt Ramona sie unter ihre Fittiche: Und gemeinsam starten sie richtig durch. Sie nehmen mehr Geld ein, als sie sich jemals hätten träumen lassen. Dann kommt der große Crash von 2008 und lässt von einem Tag auf den anderen alles zusammenstürzen. Der Club bleibt leer. Doch Ramona und Destiny sind nicht bereit, die von gierigen Bankern ausgelöste Krise auszubaden. In einer Welt, in der die einen das Geld haben und die anderen dafür tanzen, wollen die beiden nun selbst die Regeln vorgeben…

Mit „Hustlers“ hat Lorene Scafaria einen regelrechten Geniestreich abgeliefert: Dieser Stripperinnenfilm ist gewitzt, ein spannender Wirtschafts- und Gesellschaftskommentar und hinter all dem Gepose, Lug und Trug schlummert zudem die gefühlvoll gespielte Geschichte einer empfindlichen Freundschaft. Eine abbsolute Kinoempfehlung.


DER LEUCHTTURM | Regie: Robert Eggers | USA/CAN 2019

Ein entlegener Leuchtturm-Außenposten an der Küste Neuenglands wird zum Schauplatz eines archaischen Duells zweier dem Wahnsinn nahen Männer. Thomas Wake (Willem Dafoe) und Efraim Winslow (Robert Pattinson) kennen sich nicht, werden jedoch als Arbeitskollegen gemeinsam auf eine einsame Insel gesandt, um eine marode Leuchtturmanlage zu warten und in Betrieb zu halten. Zur Zeit der Jahrhundertwende an der rauen Atlantikküste ist das eine wichtige Aufgabe, die sich mehr und mehr in einen Überlebenskampf verwandelt, denn nicht nur das raue Wetter vor den Fenstern des Leuchtturms erfordert Durchhaltevermögen. Die zwei extrem unterschiedlichen Charaktere prallen ungebremst aufeinander und als ein nicht enden wollender Sturm über sie hinwegzieht, wird aus psychologischen Sticheleien schon bald ein brutaler Nervenkrieg.

Wer sich auf den herausragend fotografierten „Der Leuchtturm“ einlassen will, sollte sich sicher sein, dass er nicht den nächsten Horrorreißer erwartet, sondern ein beklemmend-unheimliches Psychogramm der Einsamkeit, in dem sich zwei wahnsinnige Schauspieler gegenseitig um den Verstand spielen.


DIE SCHÖNSTE ZEIT UNSERES LEBENS | Regie: Nicolas Bedos  | FR 2019

„So kann es mit den Eltern einfach nicht weitergehen!“, denkt sich Maxime . Sein Vater Victor wird zunehmend zu einer Nervensäge, die mit sich, der Welt und dem Alter über Kreuz liegt. Seine Frau Marianne ist das genaue Gegenteil. Victors ewige schlechte Laune wird ihr schließlich zu viel. Sie setzt ihn kurzerhand vor die Tür. Victor braucht defi nitiv Hilfe! Und Maxime hat eine Idee. Sein Freund Antoine hat eine Firma, „Time Travellers“, die gut betuchten Kunden ermöglicht, in einem raffi niert eingerichteten Filmstudio in eine Zeit ihrer Wahl zu reisen. Victor willigt ein. Er entscheidet sich für das Jahr 1974, den exakten Tag, an dem er sich in seine Frau Marianne verliebt hatte. Anfangs skeptisch, lässt er sich immer mehr in den Bann der Erinnerungen ziehen. Und die Kulisse aus Neonlichtern, Schlaghosen und Zigarettenrauch wird zu einer Reise, in der die betörende Schauspielerin Margot die Grenze zwischen damals und heute verschwimmen lässt…

Lustig, anrührend und ganz schön nostalgisch – in „Die schönste Zeit unseres Lebens“ reißt die Hauptfigur zurück in die Zeit ihrer Jugend und verliebt sich erneut in seiner entfremdete Ehefrau. Trotz einer gehörigen Portion Kitsch eine aufrichtige Liebeserklärung an die Liebe in ihren besten und schlechtesten Zeiten.


ALS ICH MAL GROSS WAR | Regie: Lilly Engel, Philipp Fleischmann  | DE 2019

Lucas, Marius und Renée – drei beste Freunde, kurz vor der Pubertät. Das Regie-Duo Lilly Engel und Philipp Fleischmann nutzt diesen spannenden Lebensabschnitt 2014, um ein halbdokumentarisches Spielfilmprojekt zu beginnen. Von 2014 bis 2019 begleitet die Kamera die zwei Jungen und das Mädchen regelmäßig in ihrem Alltag und lauscht dabei gespannt den Zukunftsvisionen des Trios – und eben auch, wie sich diese über die Jahre verändern. Nachgestellt werden die Vorstellungen der drei von den Schauspielern Constantin von Jascheroff, Sebastian Schwarz und Isabell Polak. Sie schlüpfen in Feuerwehrkluften, Angelmontur und Designerklamotten und agieren genau so, wie es sich ihre „jüngeren Ichs“ während ihrer unterschiedlichen Lebensabschnitte eben vorstellen. Ein spannendes Filmexperiment, das zeigt, wie genau sich schon die Jüngsten ihr Leben in vielen Jahren ausmalen…

Die Kombination aus Dokumentar- und Spielfilm entpuppt sich dank der grundehrlichen Protagonisten und einem clever ausgewählten Erzählzeitraum als gleichermaßen amüsant wie melancholisch und ist durch seine 82 Minuten Laufzeit auch noch extrem kurzweilig.


THE GOOD LIAR – DAS ALTE BÖSE | Regie: Bill Condon | USA 2019

Der souveräne Berufsbetrüger Roy Courtnay (Ian McKellen) hat sein neuestes Ziel im Visier: die millionenschwere, seit Kurzem verwitwete Betty McLeish (Helen Mirren), die ein prall gefülltes Bankkonto ihr Eigen nennt. Und Roy beabsichtigt, sich das alles zu nehmen. Von ihrem ersten Treffen an beginnt Roy, Betty mit seinen bewährten Manipulationen zu umgarnen, und Betty, die von ihm sehr angetan zu sein scheint, lässt sich rasch auf ihn ein. Zwischen den beiden entspinnt sich scheinbar eine romantisch-freundschaftliche Beziehung. Doch dieses Mal eskaliert das eigentlich simple Täuschungsmanöver in einem Katz-und-Maus-Spiel, bei dem alles auf dem Spiel steht – und weitere perfide Machenschaften enthüllt, die sie beide durch ein Minenfeld von Gefahr, Intrigen und Verrat führen wird. Wer hintergeht hier eigentlich wen?

„The Good Liar – Das alte Böse“ ist Rentner-Romanze, Betrügerkrimi und Komödie in einem – und noch sehr viel mehr, was sich allerdings erst im twistreichen Finale offenbart. Damit riskiert Bill Condon viel, verliert aber umso mehr, obwohl seine hochkarätige Besetzung die hanebüchenen Skriptentwicklungen immerhin noch halbwegs solide stemmen kann.


Heimkinotipp: ROADS | Regie: Sebastian Schipper | DE 2017

Der aus wohlhabenden Verhältnissen stammende, 18-jährige Gyllen (Fionn Whitehead) aus London hat das Wohnmobil seines Stiefvaters entwendet und ist dem Familienurlaub in Marokko entflohen, als er zufällig auf den gleichaltrigen William (Stéphane Bak) aus dem Kongo trifft, der versucht, die Grenze nach Europa zu überwinden, um dort seinen verschollenen Bruder zu suchen. In diesem Moment größter Verlorenheit beschließen die beiden Verbündete zu werden: Angetrieben von jugendlicher Abenteuerlust bahnt sich das ungleiche Paar seinen Weg durch Marokko, Spanien und Frankreich bis nach Calais. Während die Freundschaft und das Vertrauen der jungen Männer zueinander mit jedem Tag wächst, werden sie mit Entscheidungen konfrontiert, die nicht nur ihr eigenes Leben nachhaltig beeinflussen, denn früher oder später müssen sich die beiden ihrer ganz eigenen Realität stellen…

Nach seinem einmaligen One-Shot-Trip „Victoria“ zieht es Regisseur Sebastian Schipper mit „Roads“ wieder in konventionellere Gefilde. Dabei hangelt er sich keineswegs an den klassischen Etappen eines Roadmovies entlang; im Gegenteil! Seine ganz eigene Version davon lebt von einer unberechenbaren Atmosphäre und davon, dass er die Augen nie vor der Realität verschließt.

Das startet am 12. September 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 12. September, an dem sich das deutsche Kino offenbar erst einmal vom Monsterstart „Es: Kapitel 2“ erholen zu müssen scheint. Außer der formidable „Gut gegen Nordwind“ erscheinen sonst nämlich lediglich Nischenfilme. Darüber hinaus schafft es mit „Wer 4 sind“ ein weiteres Musikdokuevent in die Kinos. Diesmal steht die Hip-Hop-Combo Die Fantastischen Vier im Mittelpunkt. Mit seinem limitierten Start dürften hier ordentliche Zahlen drin sein. Der Rest ist dann wohl eher etwas für Liebhaber…

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

GUT GEGEN NORDWIND | Regie: Vanessa Jopp | DE 2019

Ein verdrehter Buchstabe lässt eine E-Mail von Emma versehentlich bei Leo landen. Der Linguist antwortet prompt. Sie beginnen einen schnellen, lustigen und immer intimer werdenden E-Mail-Dialog, wie man ihn nur mit einem Unbekannten führen kann. Einige Wochen und viele gesendete und empfangene Nachrichten später wird daraus eine virtuelle Freundschaft. Leo und Emma beschließen zunächst, ihre Verbindung rein digital zu belassen als eine kleine Flucht vor dem Alltag. Dennoch: Die beiden vertrauen sich ihr Innerstes an und kommen sich auf dem schmalen Grat zwischen totaler Fremdheit und unverbindlicher Intimität immer näher. Und da stellt sich die Frage, ob sie sich nicht doch mal Angesicht zu Angesicht treffen sollten, denn ihre Schmetterlinge sind nicht nur digital.

Auch ohne große Konkurrenz im Genre möchten wir uns dieses Prädikat nicht nehmen lassen: Die exzellent gespielte und bebilderte Romanverfilmung „Gut gegen Nordwind“ ist eine der schönsten Liebesgeschichten des Jahres.


MEIN LEBEN MIT AMANDA | Regie: Mikhaël Hers | FR 2018

Sommer in Paris. David, 24 Jahre alt, führt ein unbekümmertes Single-Leben, das er sich mit verschiedenen Jobs finanziert. Gelegentlich schaut er auf einen Sprung bei seiner Schwester und ihrer kleinen Tochter Amanda vorbei. Und da ist noch seine neue Nachbarin Léna, in die er sich verlieben könnte. Doch von einem auf den anderen Tag findet die sommerliche Unbeschwertheit ein Ende. David ist gezwungen, eine große Entscheidung zu treffen und eine noch größere Verantwortung zu übernehmen. Für sein Leben und das seiner siebenjährigen Nichte Amanda. Und die clevere Kleine hat so ihre eigenen Vorstellungen, wie das aussehen soll.

„Mein Leben mit Amanda“ von Mikhaël Hers erzählt wunderbar feinfühlig und berührend vom Zueinanderfinden zweier Menschen, die ungleicher nicht sein könnten.


EIN LEICHTES MÄDCHEN | Regie: Rebecca Zlotowski  | FR 2019

Naïma ist 16 und ein ganz normaler Teenager. Sie lebt mit ihrer Mutter in bescheidenen Verhältnissen in Cannes, hat ihren Schulabschluss in der Tasche – und das Leben noch vor sich. Was sie damit anfangen soll, weiß sie allerdings nicht. Vor dem ersten Job und all dem, was danach kommt, scheint ein endlos langer, heißer Sommer zu liegen. Da taucht unerwartet ihre ältere Cousine Sofia aus Paris auf. Nach dem Tod ihrer Mutter sucht diese in Naïma eine vertraute Freundin und nimmt das junge Mädchen kurzerhand unter ihre Fittiche. Mit ihren 22 Jahren wirkt Sofia so welterfahren, ja fast schon zynisch, wie Naïma unschuldig. Angezogen von der mondänen Welt der Oberen Zehntausend, in der Gefühle käuflich sind und als Devise „Mehr Schein als Sein“ gilt, denkt sich Sofia nichts dabei, auch Naïma in die schillernde Wohlstandsgesellschaft mitzunehmen. Was für ein entscheidender Sommer den beiden bevorsteht, ahnen sie da noch nicht…


IDIOTEN DER FAMILIE | Regie: Michael Klier  | DE 2018

Heli (Jördis Triebel) will ein neues Leben beginnen. Sie ist Künstlerin, hat sich die letzten Jahre aber mehr um ihre kleine Schwester Ginnie (Lilith Stangenberg) gekümmert, die geistig behindert ist. Jetzt soll Ginnie in ein Heim und ihre drei egozentrischen Brüder Bruno (Florian Stetter), Tommie (Hanno Kofler) und Frederik (Kai Scheve), die Heli nie eine Hilfe waren, sind damit einverstanden.

Doch kurz bevor Ginnie endgültig ins Heim gebracht wird, kommen die Brüder noch einmal zu Besuch, um im idyllischen Häuschen am Rande Berlins Zeit mit ihrer kleinen Schwester zu verbringen, der auf den ersten Blick ihre geistige Behinderung nicht anzusehen ist. Sie erleben das „Nesthäkchen“ als unberechenbares „Biest“ und kommen sich in dem Durcheinander näher als erwartet. Soll Ginnie wirklich in ein Heim abgeschoben werden?


Sonderstart: 15. September: WER 4 SIND | Regie: Thomas Schwendemann | DE 2019

Mit 10 Studioalben, über 8 Millionen verkauften Tonträgern und über 1.000 gespielten Konzerten sind Die Fantastischen Vier seit ihrer Gründung im Jahr 1989 zu einer der erfolgreichsten und beliebtesten Bands Deutschlands geworden. Vier ihrer Alben schafften es auf Platz 1 der deutschen Albumcharts. Während ihrer Karriere wurden sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem fünfmal mit dem ECHO, dreimal mit dem COMET sowie mit dem Bambi im Jahr 2014 in der Kategorie „Beste Musik National“.

„Wer 4 sind“ ist der Dokumentarfilm zum 30-jährigen Bandjubiläum der Fantastischen Vier 2019. Die komplexbeladenen Teenager aus Stuttgart sind eine der erfolgreichsten und beliebtesten Bands Deutschlands geworden. Vier Ausnahmekünstler, vier unterschiedliche Charaktere, vier persönliche Entwicklungen, und doch ein gemeinsamer Weg.


Heimkinotipp: EIN GAUNER UND GENTLEMAN | Regie: David Lowery | USA 2018

Der in die Jahre gekommene Bankräuber Forrest Tucker blickt auf eine bemerkenswerte Karriere als Ganove zurück: In der Vergangenheit war es ihm nicht nur zigfach gelungen, Banken um ihr Geld zu erleichtern. Auf die anschließenden Verhaftungen und Urteile ließ er über ein Dutzend Gefängnisausbrüche folgen. Sogar von der sagenumwobenen Insel Alcatraz gelang ihm die Flucht. Mittlerweile lebt er in einer Seniorenwohnanlage und wollte eigentlich mit seiner Bankräuberkarriere abschließen, doch noch immer juckt es ihm in den Fingern. Er stellt eine Gang aus Rentnern zusammen, mit denen er fortan eine Bank nach der anderen überfällt und dabei eine Menge Kohle macht. Als er dann auch noch die sympathische Pferdeliebhaberin Jewel kennenlernt, scheint sein Ruhestandsleben gesichert. Doch der ehrgeizige Detective John Hunt ist fest entschlossen, der Ganovenbande das Handwerk zu legen…

In David Lowerys Ganoven-Biopic „Ein Gauner und Gentleman“ zeigt sich Robert Redford noch einmal von seiner besten Seite und veredelt einen spannenden, authentisch inszenierten Blick in die Vergangenheit, der Spaß macht und spannend ist.

Das startet am 5. September 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 5. September, an dem ein Film startet, auf den viele von uns seit zwei Jahren warten: „Es: Kapitel 2“ erzählt endlich die neuverfilmte Geschichte rund um den Clown Pennywise und den Club der Verlierer zuende, was übrigens zur Folge hat, dass sonst nur weniger populäre Filme an den Start gehen. Einer davon wartet bereits seit über einem Jahr auf seine Kinoauswertung und wurde im vergangenen Jahr noch als „Es ist aus, Helmut“ der Presse gezeigt – die Rede ist von „Petting statt Pershing“. Ansonsten ist wohl nur noch der Blick ins Heimkino interessant. Dort erscheint nämlich endlich „Avengers: Endgame“ in allen möglichen Auswertungen. Endlich können wir uns das Superheldenspektakel immer und immer wieder ansehen!

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

DIEGO MARADONA | Regie: Asif Kapadia | UK 2019

Diego Maradona gehört bis heute zu den Legenden des Fußballsports. Viermal spielte er für sein Land bei der Weltmeisterschaft mit, wurde einmal Weltmeister, einmal Vize-Meister. Der Terminus „Die Hand Gottes“ ging dank ihm in die Annalen der Sportgeschichte ein. Doch genau wie sein Ruhm dominierten auch private Eskapaden und sein schleichender Absturz die weltweiten Schlagzeilen. Irgendwann interessierten sich die Leute vor den Fernsehschirmen nicht mehr nur für Maradonas Fähigkeiten als Fußballer, sondern mehr für seinen sukzessive immer rauschhafter werdenden Lebensstil, seine Affären, insbesondere mögliche Kinder, die aus ebendiesen hervorgingen. Auch seine Verbindungen zur italienischen Mafia, Drogeneskapaden und die verzweifelten Versuche, sich all das auf dem Spielfeld nicht anmerken zu lassen, formten Maradona zu ebenjener tragischen Figur, als die wir den heute 68-Jährigen kennen.

Asif Kapadia setzt dem einstigen Weltklassesportler Diego Maradona mit dieser Doku ein filmisches Denkmal und beleuchtet die streitbare Persona angenehm ambivalent. Am Ende kann jeder für sich selbst entscheiden, ob er den Fußballer als Ausnahmeathleten oder gescheiterte Persönlichkeit in Erinnerung behalten möchte.


ES: KAPITEL 2 | Regie: Andy Muschietti | USA 2019

27 Jahre nachdem der Club der Verlierer den Clown Pennywise (Bill Skarsgård) besiegte, kehrt dieser zurück, um die Stadt Derry aufs Neue zu terrorisieren. Längst haben sich die Wege der mittlerweile erwachsenen Verlierer getrennt, einer von ihnen ist sogar erfolgreicher Buchautor geworden. Doch nun verschwinden wieder Kinder in Derry, sodass Mike (Isaiah Mustafa), der Einzige der Truppe, der in der Heimatstadt geblieben ist, die anderen nach Hause zurückholt, um gemeinsam mit ihnen Es zu bekämpfen. Schwer Traumatisiert durch die Erfahrungen der Vergangenheit, muss jeder noch einmal seine tiefsten Ängste überwinden, um Pennywise endgültig zu vernichten und sich dem Clown entgegenstellen, der mörderischer ist als jemals zuvor.

Zwei Stunden lang ist „Es: Kapitel 2“ eine starke Fortführung des ersten Films, selbst wenn Andy Muschietti hier deutlich reißerischer zur Sache geht, als in seinem Coming-of-Age-Vorgänger. Das unästhetisch gefilmte, hysterische Krawall-Finale wird den epischen Ausmaßen dieser Geschichte um Zusammenhalt und Ängste dann allerdings ebenso wenig gerecht wie die geringe Screentime Pennywise, der hier nur noch eine Nebenrolle spielt.


PETTING STATT PERSHING | Regie: Petra Lüschow  | DE 2018

Es sind die Achtzigerjahre, wir befinden uns in Westdeutschland – und die 17-jährige Ursula mitten in der Pubertät. Sie hat nicht viele Freunde und wird häufig zur Zielscheibe von Hänseleien. Auch zuhause hat es das kluge Mädchen nicht leicht: Ihre Eltern leben streng konservativ und wünschen sich für ihre Tochter nach der Schule ein Leben als Hausfrau und Mutter. Ursula dagegen hat andere Pläne und ist schon als Teenagerin politikinteressiert. Als sie eines Tages den gutaussehenden Lehrer Siegfried Grimm kennenlernt, nimmt ihr Leben eine Wendung. Siegfried betreibt einen Bio-Bauernhof, wo er gemeinsam mit vielen Aktivisten lebt. Er gibt sich verständnisvoll gegenüber Ursula, interessiert sich für ihre Bedürfnisse und wird zum Objekt ihrer Begierde. Leider ahnt Ursula nicht, dass sie für den Polygamisten nicht das einzige Mädchen ist…

Regisseurin Petra Lüschow erzählt in „Petting statt Pershing“ eine authentische  Geschichte aus den Achtzigerjahren von freier Liebe, gewaltfreiem Protest und den Nachwehen des Zweiten Weltkrieges. Das dabei transportierte Lebensgefühl ist der große Pluspunkt eines Films, der die vielen Themen nicht immer unter einen Hut bekommt.


DIE WURZELN DES GLÜCKS | Regie: Amanda Sthers  | BEL/ISR 2018

Das mürrische Familienoberhaupt Harry Rosenmeck hat vor ein paar Jahren Frau und Kinder in New York zurückgelassen, um sich in Israel ein neues Leben aufzubauen und fortan Schweine zu züchten. Warum, das weiß niemand so genau. Doch die Kommunikation innerhalb der Rosenmecks ist nicht erst seit Harrys Weggang ins Stocken geraten. Man schreibt sich eher Briefe, anstatt dass man miteinander redet. Dabei haben sowohl der erfolgreiche Theaterregisseur David,  die in den Tag hinein lebende Annabelle und auch Mutter Monica viele Probleme, die sie gern miteinander teilen würden. Harry dagegen sieht sich vorwiegend mit seinen muslimischen und jüdischen Nachbarn konfrontiert, die mit der Schweinezucht des Greises ein gewaltiges Problem haben. Und es wird der Tag kommen, an dem werden die Rosenmecks wieder miteinander reden müssen und vielleicht sogar endlich das ein oder andere Problem lösen…

Mit einem Star-Ensemble ausgestattet, erzählt die von Amanda Sthers erdachte und konzipierte Tragikomödie „Die Wurzeln des Glücks“ von einer Familie, die die zwischenmenschliche Kommunikation verlernt hat. Dafür greift sie leider vornehmlich auf Plattitüden zurück und belässt es beim Kratzen an Oberflächen, sodass man den Figuren nie so nahe kommt, wie es nötig wäre.


UND DER ZUKUNFT ZUGEWANDT | Regie: Bernd Böhlich | DE 2019

1952 in der DDR: Die zu Unrecht verurteilte junge Kommunistin Antonia Berger erreicht nach vielen Jahren in der Sowjetunion das kleine Fürstenberg. Von der sozialistischen Kreisleitung wird sie in allen Ehren empfangen, man kümmert sich um ihre schwer kranke Tochter, gibt ihr eine schöne Wohnung und eine würdevolle Arbeit. Antonia, die dies nach vielen Jahren voller Schmerz und Einsamkeit nicht mehr für möglich gehalten hatte, schöpft neue Hoffnung. Die Solidarität, die sie in dem jungen Land erfährt, erneuert ihren Glauben an die Zukunft im Geiste der Gerechtigkeit. Sie verliebt sich in den Arzt Konrad, der sich gegen das bequeme Leben seiner in Hamburg ansässigen Familie entschieden hat. Antonia gewinnt ein neues Leben und soll dafür einen Preis zahlen: von ihrer Zeit in der Sowjetunion soll sie schweigen. Die Wahrheit, so fürchtet die junge Republik, könnte die so fragile Nation ins Wanken bringen.


DER HONIGGARTEN | Regie: Annabel Jankel | UK 2018

Schottland, 1952: Die junge Ärztin und Bienenzüchterin Dr. Jean Markham kehrt an den Ort ihrer Kindheit zurück, um die Praxis ihres Vaters zu übernehmen. Als der in der Schule drangsalierte Charlie als Patient zu ihr kommt, freundet sie sich mit ihm an und weiht ihn in die Kunst des Bienenzüchtens ein. Den Bienen kann der Junge seine Geheimnisse anvertrauen, wie es Jean bereits als Kind getan hat. Durch Charlie lernt die Ärztin auch dessen alleinerziehende Mutter Lydia kennen, die es seit dem Scheitern ihrer Ehe nicht leicht im Leben hat. Als Lydia die Miete für sich und ihren Sohn nicht mehr bezahlen kann, nimmt Jean die beiden bei sich auf. Bei ihrem Einzug ahnt Charlie noch nicht, welches große Geheimnis es in der kleinen Stadt bald zu hüten gilt: Jean und Lydia kommen sich näher und aus Freundschaft wird mehr. Doch das spießbürgerliche Umfeld ist noch nicht bereit für eine Liebe zwischen zwei Frauen …


HOT AIR | Regie: Frank Coraci | USA 2018

Lionel Macomb (Steve Coogan) ist der Star der konservativen Radiosendungen und lässt sich aus über brisante Themen, wie Gesundheitsversorgung und Einwanderung. Er erreicht ein Millionen-Publikum und hat Einfluss auf die ohnehin schon aufgeheizten Debatten in den politisch gespaltenen Vereinigten Staaten. Doch auch er muss sich mit zwischenmenschlichen Problemen herumschlagen: er kämpft mit seinem früheren Schützling um die Quoten und streitet öffentlich mit einer mächtigen Senatorin.

Eine neue Herausforderung kommt mit seiner sechszehnjährigen Nichte Tess (Taylor Russell) auf ihn zu, durch die seine Welt auf den Kopf gestellt wird. Letztendlich muss er sich selbst die Frage stellen, was Verantwortung bedeutet. Ein Film über menschliche Beziehungen und die Macht der Worte.


 

Heimkinotipp: AVENGERS: ENDGAME | Regie: Anthony Russo, Joe Russo | USA 2019

Im neuesten Abenteuer aus diesem Universum steht so viel auf dem Spiel wie nie zuvor: Es kommt zum tödlichsten Showdown zwischen den Avengers und Thanos, dem mächtigsten und gefährlichsten Bösewicht des Universums. Die Geschichte von „Avengers: Endgame“ setzt nach der fürchterlichen Niederlage der Avengers ein, nachdem Thanos, endlich im Besitz aller von ihm begehrten Infinity-Steine, der gesamten Menschheit seinen verdrehten und tödlichen Willen aufgezwungen hatte. Diesem zufolge löschte Thanos in purer Willkür die Hälfte der Erdbevölkerung aus, darunter auch viele Mitglieder des Avengers-Teams. Nach dieser beispiellosen Zerstörung sehen sich die überlebenden Avengers mit ihrer größten Herausforderung konfrontiert. Sie müssen die alte Entschlossenheit wiederfinden, den Kampf wieder aufnehmen und einen Weg finden, um Thanos vernichtend und für immer zu schlagen.

„Avengers: Endgame“ ist keine sich im Bombast zu übertreffen versuchende Drei-Stunden-Schlacht, sondern ein respektvolles, ruhiges Abschiednehmen von 11 Jahren Marvel Cinematic Universe. Er ist eine pulsierende Herzensangelegenheit, ein Film voller Liebe für seine Figuren mit dem Mut, Dinge zu beenden und mit der Aufrichtigkeit, Hoffnung auf weitere Abenteuer zu schüren. Trotz kleiner erzählerischer Schönheitsfehler und einem Storygimmick, das vielleicht nicht jedem gefallen könnte, ist das hier der beste Film aus dem Marvel Cinematic Universe.

Diego Maradona

Der argentinische Weltfußballer DIEGO MARADONA erhält mit der gleichnamigen Dokumentation ein längst überfälliges Porträt, das dem Zuschauer nicht bloß die unvergleichbare Sportlerkarriere des Ausnahmeathleten vor Augen führt, sondern auch ein trauriges Paradebeispiel dafür ist, wie schnell Helden von ihren Fans vergessen werden, wenn der Erfolg vorbei ist.

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Das startet am 18. Juli 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 18. Juli, an dem mit der „Der König der Löwen“-Neuauflage einer der meisterwarteten Filme des Jahres startet. Dagegen traut sich als großer Start nur Luc Besson mit „Anna“ anzutreten, während mit „Child’s Play“ ein Underdog startet, der bei Genrefans passabel ankommen dürfte. Der Rest läuft wie immer unter „ferner liefen“.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

DER KÖNIG DER LÖWEN | Regie: Jon Favreau | USA 2019

In den unendlichen Weiten der Steppe Afrikas wird ein künftiger König geboren: Simba (Donald Glover/Leonard Hohm), das lebhafte und neugierige Löwenjunge, vergöttert seinen mächtigen Vater, König Mufasa (James Earl Jones/Matti Klemm), und kann es kaum erwarten, selbst König zu werden. Doch sein Onkel Scar (Chiwetel Ejiofor/Torsten Michaelis) hegt eigene Pläne, den Thron zu besteigen, und zwingt Simba, das Königreich zu verlassen und ins Exil zu gehen. Mit Hilfe eines ausgelassenen Erdmännchens namens Timon (Billy Eichner/Marius Clarén) und seines warmherzigen Freundes, des Warzenschweins Pumbaa (Seth Rogen/Daniel Zillmann), lernt Simba erwachsen zu werden, die Verantwortung anzunehmen und in das Land seines Vaters zurückzukehren, um seinen Platz auf dem Königsfelsen einzufordern.

„Der König der Löwen“ ist optisch eine Offenbarung und darf auf tricktechnischer Ebene als Quantensprung bezeichnet werden. Auch die szenischen Ergänzungen sowie die Neuarrangements der Songs verhelfen der Neuauflage zu Eigenständigkeit. Doch ganz gleich, ob es nun daran liegt, dass wir nur die Originalfassung gesehen haben oder uns tierische Mimik einfach nicht so sehr mitleiden lässt wie menschliche: Der letzte emotionale Funke ist (noch) nicht übergesprungen.


CHILD’S PLAY | Regie: Lars Klevberg | FR/CAN/USA 2019

Die alleinerziehende Mutter Karen schenkt ihrem Sohn Andy ahnungslos eine Puppe. Das Besondere an ihr: Die sich später Chucky taufende „Buddi Doll“ beinhaltet eine Künstliche Intelligenz – und ausgerechnet die ihre Sicherheitsvorkehrungen wurden kurz vor der Auslieferung von einem Mitarbeiter entfernt. Chucky kann also nicht nur ständig neue Wörter lernen und das Smart Home seiner neuen Familie bedienen, er taucht auch ganz tief in die Psyche von Andy und seiner Mutter ein. Durch genaue Beobachtungen und Nachahmen unternimmt Chucky alles, um seinem „besten Freund“ zu gefallen. Und schreckt auch nicht vor Mord zurück, als er feststellt, dass Andy unter dem neuen Freund seiner Mutter ganz schön zu leiden hat. Als Andy allerdings mitbekommt, dass es sich bei der Puppe um kein gewöhnliches Spielzeug handelt, ist es bereits zu spät: Mit einem Messer bewaffnet geht Chucky auf Schlitzer-Tour.

Nach einem stimmungsvollen Auftakt mit der genau richtigen Mischung aus Gruselhorror und morbider Comedy sackt „Child’s Play“ im Finale mächtig ab, gibt dabei aber immer noch eine sehr solide Neuauflage des Klassikers „Chucky – Die Mörderpuppe“ ab.


ANNA | Regie: Luc Besson | FR/USA 2019

Hinter Anna Poliatovas (Sasha Luss) atemberaubender Schönheit versteckt sich ein Geheimnis: Sie ist nicht nur eines der gefragtesten Models in Paris, die junge Russin besitzt auch einzigartige Fähigkeiten, die sie zu einer der weltweit gefürchtetsten Killerinnen des KGB macht. Als der CIA-Chef Lenny Miller (Cillian Murphy) die schöne Frau ins sie ins Visier nimmt und ihre tödlichen Fähigkeiten für ihre Zwecke missbraucht, verstrickt Anna sich zunehmend in einem Netz aus Lügen und Intrigen, aus dem es scheinbar keinen Ausweg gibt. Wem kann sie trauen? Dem KGB und allen voran der resoluten Olga (Helen Mirren)? Der CIA? Am Ende wohl vor allem sich selbst. Und so begibt sich Anna auf eine atemberaubende Jagd rund um den Erdball, um sich gegen alle möglichen Feinde zur Wehr zu setzen. Auf ihrer Jagd wird die schöne Frau selbst zur tödlichsten Waffe…

Luc Besson denkt groß, erzählt letztlich aber eine Geschichte, die es auf der Leinwand schon dutzendfach zu sehen gab. Dabei verheddert sich der Filmemacher in Details und Ideen, die seinen Actionthriller wie ein unkoordiniertes Sammelsurium, nie aber wie einen runden Film erscheinen lassen. Abgesehen von Kostümen und einigen aufwändig inszenierten Actionszenen bleibt am Ende nur die große Ernüchterung.


AUSGEFLOGEN | Regie: Lisa Azuelos | FR 2019

Héloïse (Sandrine Kiberlain) steht mitten im Leben – sie hat drei Kinder, ist Single und führt ihr eigenes Restaurant. Doch als ihre jüngste Tochter Jade als Letzte das Nest verlässt und in Kanada studieren will, gerät sie in eine existentielle Krise. Wie konnte ihre süße Kleine bloß so schnell erwachsen werden? Ihre liebevollen Erinnerungen an Jades Kindheit kann Héloïse nur schwer mit der selbstbewussten jungen Frau in Einklang bringen, die jetzt vor ihr steht. Als Jades Abreise näher rückt, versucht die Mutter jeden Moment, der ihr mit der Tochter bleibt, mit dem Handy festzuhalten und vergisst dabei fast, die gemeinsame Zeit zu genießen. Stets waren die Kinder für sie der Mittelpunkt und Héloise wird mehr und mehr bewusst, dass sich das Leben nun grundlegend ändern wird.

In ihrer berührenden Komödie „Ausgeflogen“ blickt Regisseurin Lisa Azuelos („Lol“) zugleich nostalgisch zurück und lebensfroh in die Zukunft.


MADE IN CHINA | Regie: Julien Abraham | FR 2019

Der junge Fotograf François hat zu seinen asiatischen Wurzeln nicht gerade das beste Verhältnis. 10 Jahre ist es her, dass er nach einem Streit mit seinem Vater die Brücken zum chinesischen Teil von Paris abgebrochen hat. Erst als seine Freundin Sophie ihm mitteilt, dass er Vater wird, werden für François die Karten im großen Spiel mit der Identität neu gemischt. Er ahnt, dass er für sein Kind den Kontakt zu seiner Familie und ihren Traditionen erneuern muss. Mit seinem besten Freund Bruno als moralische Unterstützung wagt er sich zurück ins Chinatown von Paris, doch Bruno ist ein liebevoller Chaot, der sich spontan in François‘ „Beinahe-Cousine“ verliebt und gedankenlos von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpert. Von Tanten, Onkeln, Nichten und Neffen wird François mit Überschwang begrüßt. Nur sein Vater und sein kleiner Bruder, den er kaum kennt, zeigen kein Interesse am verlorenen Sohn.


MESSER IM HERZ | Regie: Yann Gonzalez | FR 2018

Paris, Sommer 1979. Filmemacherin Anne (Vanessa Paradis) verdient ihr Geld als Regisseurin und Produzentin drittklassiger Schwulenpornos. Als sie von ihrer Freundin Loïs (Kate Moran) verlassen wird, beschließt Anne die Geliebte, die zugleich die Cutterin ihrer Filme ist, mit einem ambitionierten Filmprojekt zurückzugewinnen. Doch eine brutale Mordserie überschattet den Dreh: Ein mysteriöser Killer dezimiert, bewaffnet mit einem Dildo mit Schnappklinge, Cast und Crew. Als die polizeilichen Ermittlungen nicht vorankommen, will Anne dem Mörder selbst eine Falle stellen. Doch ihr Plan bringt das verbleibende Team in größte Gefahr …

Nach seinem Debütfilm „Begegnungen nach Mitternacht“ entwirft der französische Regisseur Yann Gonzalez einen wilden und höchstreferentiellen Genre-Mix aus blutigem Giallo-Schlitzer, düsterem Psycho-Thriller und frivolem Erotik-Melodram.


Heimkinotipp: FREE SOLO | Regie: Jimmy Chin, Elizabeth Chai Vasarhelyi | USA 2018

Jeder Fehler, jede kleinste Unaufmerksamkeit kann den Tod bedeuten: Free-Solo-Kletterer Alex Honnold bereitet sich im Sommer 2017 auf die Erfüllung seines Lebenstraums vor. Er will den bekanntesten Felsen der Welt erklimmen, den 975 Meter hohen und fast senkrechten El Capitan im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien. Free Solo bedeutet: im Alleingang, ohne Seil und ohne Sicherung. Die mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilmerin Elizabeth Chai Vasarhelyi und ihr Kameramann, Profi-Bergsteiger Jimmy Chin, durften Honnold begleiten und fesseln die Zuschauer mit sensationellen Naturaufnahmen in schwindelerregenden Bildern Entstanden ist so das atemberaubende und zugleich intime Portrait eines der ungewöhnlichsten Athleten unserer Zeit und erzählt von den Opfern, die Honnold erbringen muss, um körperliche Höchstleistungen erzielen zu können, von Rückschlägen und Verletzungen.

„Free Solo“ ist mehr als eine Kletterdoku: Das Porträt des perfektionistischen Free-Solo-Akteurs Alex Honnold ist spannend wie ein Thriller, berührend wie ein Drama, emotional wie eine Romanze und inspiriert ohne Pathos und Kitsch, sodass man am Ende des Films verstehen kann, weshalb Jemand ohne Netz und doppeltem Boden eine 90 Grad steile Felswand hinaufklettern will. Darüber hinaus sprechen die atemberaubenden Landschaftsaufnahmen für sich.

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