Schlagwort-Archiv: Animationsfilm

Das startet am 6. August 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 6. August, an dem mit „Pandemie“ ein Film startet, wie er aktueller nicht sein könnte – allerdings gar nicht so aktuell ist, wie er anmutet. Außerdem kommt mir „Irresistible“ eine smarte Satire ins Kino, die den Finger in die Wunde des US-amerikanischen Politzirkus legt. Von der Selbsthilfebuchverfilmung „The Secret“ gilt es dagegen Abstand zu nehmen. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

IRRESISTIBLE – UNWIDERSTEHLICH | Regie: Jon Stewart  | USA 2020

Politikberater Gary Zimmer (Steve Carell) soll der Demokratischen Partei wieder zu mehr Zuspruch in der ländlichen Bevölkerung verhelfen. Seine geniale Idee: Er will den pensionierten Veteran Colonel Jack Hastings (Chris Cooper) bei dessen Wahlkampf um das Bürgermeisteramt der Kleinstadt Deerlaken unterstützen, nachdem dieser mit einer flammenden Rede für die Einwandererbevölerung einen viralen Hit gelandet war. Leider stellt sich nur allzu schnell heraus, dass eine öffentlichkeitswirksame Kampagne auf dem Land auch so ihre Tücken hat. Zu allem Übel rufen seine Bemühungen außerdem seine Erzfeindin, die skrupellose Republikanerin, Faith Brewster (Rose Byrne) auf den Plan, die alles unternimmt, um Zimmers Pläne zu durchkreuzen. Zwischen den beiden entbrennt ein Hahnenkampf, der ein überraschendes Ende bereithält.

Jon Stewart gelingt mit seiner Satire „Irresistible“ ein gleichermaßen komischer wie smart beobachtender Blick auf die bisweilen absurden Abläufe innerhalb des US-amerikanischen Politsystems. An vorderster Front: Steve Carell und Rose Byrne, die zusammen zwei herrlich leidenschaftliche Erzfeinde abgeben.

PANDEMIE | Regie: Sung-su Kim  | KOR 2013

Aufgrund der Corona-Pandemie schafft es der bereits im Jahr 2013 veröffentlichte Katastrophenthriller „Gamgi“ nun unter dem Titel „Pandemie“ auch in die deutschen Kinos. Hier erwartet den Zuschauer ein klassischer Genrereißer mit einigen zufälligen Bezügen zu unserer aktuellen Lebensrealität, der allerdings vorwiegend auf den schnellen Schock und weniger die schleichende Bedrohung setzt.


THE SECRET – DAS GEHEIMNIS | Regie: Andy Tennant | USA 2020

In Miranda Wells‘ Leben scheint gerade alles schief zu laufen. Der alleinerziehenden Mutter von drei Kindern wächst alles über den Kopf. Das Geld reicht hinten und vorne nicht mehr, seitdem ihr Mann vor ein paar Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Als hätte sich das Schicksal gegen sie gerichtet, kracht während eines Hurrikans auch noch ein Ast durch das Dach ihres Hauses. Doch das Unwetter stellt Miranda nicht nur vor ihre nächste finanzielle Herausforderung, sondern bringt auch den hilfsbereiten Bray Johnson in ihr Leben. Von nun an scheint sich das Blatt für Miranda und ihre Familie zu wenden. Ob das an dem positiven und lebensbejahenden Spirit liegt, mit dem Bray in ihr Leben tritt? Und was hat es mit dem rätselhaften Umschlag auf sich, der Bray Johnson ursprünglich zu Miranda geführt hat?

Man muss „The Secret“ zugute halten, dass er ja bereits auf einer fragwürdigen Vorlage basiert, aus der eine annähernd aufrichtige Geschichte über Liebe und Schicksal kaum herauszuholen war. Letztlich ändert das aber nichts daran, dass die schwierige Message des Films die im Kern süße Liebesgeschichte so extrem überlagert, dass es schwierig ist, bis zum Ende dran zu bleiben, ohne sich nicht permanent die Hand vors Gesicht zu schlagen.


MAX UND DIE WILDE 7 | Regie: Winfried Oelsner  | DE 2020

Eine echte Ritterburg als neues Zuhause – kann man sich etwas Cooleres vorstellen? Ja, kann man, findet der neunjährige Max (Jona Eisenblätter), als er eines Tages dorthin zieht. Denn Burg Geroldseck ist ein Altersheim voller schrumpeliger Omas und Opas! Aber damit seine alleinerziehende Mutter, eine Altenpflegerin, auch Nachtschichten arbeiten kann, wohnt Max jetzt im Rabenturm. Als einziges Kind unter lauter alten Knackern… das kann ja was werden! Max findet sich jedoch schneller zurecht als gedacht und freundet sich mit den an Tisch 7 sitzenden Senioren Vera (Uschi Glas), Horst (Thomas Thieme) und Kilian (Günther Maria Halmer) an. Als ein mysteriöser Einbrecher auf der Burg sein Unwesen treibt, beginnt für die ungleichen Vier ein rasantes Abenteuer auf der Suche nach dem Täter. Alt und jung müssen zusammenhalten, um den Gauner in eine Falle zu locken…


Heimkinotipp: TROLLS 2: TROLLS WORLD TOUR | Regie: Walt Dohrn, David P. Smith   | USA 2020

Die Trolls-Welt gerät komplett aus den Fugen, als unsere beliebten Figuren entdecken, dass sie nur eine von sechs Trolls-Arten sind, die alle von unterschiedlichen Musikrichtungen geprägt sind: Funk, Country, Techno, Klassik, Pop und Rock. Damit ist zumindest eines klar: Ihre Welt wird nicht nur größer, sondern auch sehr viel bunter und lauter sein! Die Königin des Hard Rock, Queen Barb hat einen finsteren Plan gefasst: Sie will alle anderen Arten von Musik vernichten, damit einzig und allein der Rock die Herrschaft übernehmen kann. Das müssen Poppy (Anna Kendrick/Lena Meyer-Landrut) und Branch (Justin Timberlake/Mark Forster) verhindern – ihre Mission: Alle Trolls vereinen, Barb besiegen, die alle anderen im wahrsten Sinne des Wortes an die Wand spielen will, und die Welt retten!

„Trolls 2: Trolls World Tour“ nimmt sich auf weitestgehend oberflächliche aber immerhin unterhaltsame Weise der wichtigen Botschaft an, dass jedes Gefühl und jede Stimmung ihren Platz im Leben haben. Dafür bedienen die Macher auch Klischees, legen aber erneut eine großartig animierte Welt vor, in der man sich wunderbar verlieren kann.

Das startet am 23. Juli 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 23. Juli und es sind noch immer weit und breit kaum Kinobesucher in Sicht. Dabei kann man sich nun wahrlich nicht beschweren, dass es kein ausreichendes Filmangebot gibt. Diese Woche stehen beispielsweise ein Sportlerdrama mit einem großartigen Ben Affleck, ein solides Horrordrama mit spannender Ausgangssituation und ein misslungenes Biopic über Thomas Edison in den Startlöchern. Nicht alles davon ist sehenswert, aber wenn einem hiervon nichts schmeckt, bleiben ja immer noch die zahlreichen Wiederaufführungen von Filmen wie „Blues Brothers“, „Herr der Ringe“ und Co. Also: Geht ins Kino und unterstützt diesen Stützpfeiler der Popkultur! 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

OUT OF PLAY – DER WEG ZURÜCK | Regie: Gavin O’Connor  | USA/CAN 2019

Damals in der High-School lief für Jack Cunningham (Ben Affleck) alles nach Plan. Als gefeierter BasketballStar hatte er sein Ticket fürs College bereits in der Tasche und hätte sogar Profi werden können. Dann aber entschloss er sich, dem Sport – und damit einer verheißungsvollen Zukunft – den Rücken zu kehren. Jacks glorreiche Tage mögen lange vorbei sein. Doch wie sich herausstellen soll, sind sie keineswegs vergessen: Jahre später erhält er das Angebot, das erfolglose Basketball-Team seiner alten Universität als Trainer auf Vordermann zu bringen. Dass Jack diese Herausforderung widerwillig annimmt, überrascht niemanden mehr als ihn selbst. Als die Spieler beginnen, sich zu einem echten Team zusammenzuraufen und erste Siege erzielen, scheint es so, als bekäme Jack seine vielleicht letzte Chance auf Erlösung.

„Out of Play: Der Weg zurück“ ist ein geradliniges Sportlerdrama, das Ben Affleck aufgrund seiner unübersehbaren Nähe zur Materie zu einem kleinen Ereignis macht. Es ist der Film, den der Schauspieler selbst am meisten verdient hat.

THE VIGIL – DIE TOTENWACHE | Regie: Keith Thomas | USA 2019

Der junge Yakov (Dave Davis) möchte die strenge chassidische Gemeinde in Brooklyn am liebsten verlassen, weil er seinen Glauben verloren hat. Da er  allerdings dringend Geld braucht, stimmt er widerwillig dem Angebot eines Rabbiners zu, die nächtliche Totenwache für ein verstorbenes Gemeindemitglied zu übernehmen. Aus irgendeinem Grund möchte die kein anderer übernehmen. Kurz nach seiner Ankunft in dem baufälligen Haus wird Yakov klar, dass hier etwas sehr, sehr falsch läuft. Schon bald findet sich der junge Held in einem unheimlichen Albtraum wieder, der von einem furchteinflößenden Wesen orchestriert wird: Einem „Mazik“, wie im jüdischen Volksglauben jener Totengeist bezeichnet wird. In dieser Nacht des surrealen Schreckens muss sich Yakov nicht nur bösen Geistern, sondern auch den Dämonen seiner Vergangenheit stellen.

„The Vigil – Die Totenwache“ ist auf dem Papier ein wahrhaft verstörendes Horrordrama, das sich mit den Gräueltaten am Judentum auseinandersetzt. In der praktischen Umsetzung hingegen hat Regisseur und Autor Keith Thomas aber leider nur einen generischen Jumpscare-Schocker vorgelegt, der weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.


EDISON – EIN LEBEN VOLLER LICHT | Regie: Alejandro Gomez-Rejon  | USA/RUS/UK 2017

Amerika kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts: Thomas Edison , einer der genialsten Erfinder aller Zeiten, steht kurz davor, zum ersten Mal einen ganzen Straßenzug in Manhattan mit elektrischem Licht zu erleuchten und die Welt damit für immer zu verändern. Der Durchbruch macht ihn über Nacht zur Berühmtheit. Unermüdlich arbeitet Edison daran, seine Erfindung auf das ganze Land auszudehnen. Hin und her gerissen zwischen seiner fieberhaften Arbeit und seiner geliebten Frau Mary und den beiden Kindern, gerät Edison zunehmend in einen inneren Konflikt. Doch das ist nicht die einzige Herausforderung – sein schärfster Konkurrent, der vermögende Unternehmer George Westinghouse, ermutigt von seiner Frau Marguerite, engagiert den jungen Erfinder Nikola Tesla, um das Rennen um die Stromversorgung Amerikas für sich zu entscheiden.

„Edison – Ein Leben voller Licht“ ist der irreführende Titel eines Filmes über zwei Männer, die die Vor- und Nachteile von Gleich- und Wechselstrom ausdiskutieren. Das macht ihn nur unwesentlich spannender als den dazugehörigen Wikipedia-Artikel, was auch die unter dem schwachen Drehbuch leidende Besetzung nicht ausgleichen kann.


SCHWARZE MILCH | Regie: Uisenma Borchu | MNG/DE 2020

In der mongolischen Wüste Gobi verbringen zwei Schwestern die ersten Jahre ihrer Kindheit gemeinsam, dann werden sie getrennt. Die Eine wächst unter wohlsituierten Umständen in Deutschland auf, während die Andere in der Mongolei bleibt und dort das traditionelle Leben der Nomaden lebt. Doch auch noch Jahre später sehnen sich die beiden Schwestern nacheinander. Es kommt zu einem emotionalen Wiedersehen in der Wüste. Zwei Welten treffen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zwei Menschen, die sich eigentlich von Geburt an kennen und die einander brauchen, aber nicht wissen, wie sie miteinander umgehen sollen, werden nun mit der Realität konfrontiert. Wird die frühere Vertrautheit die Kluft überwinden können, oder haben die beiden ihre gegenseitigen Anknüpfungspunkte verloren? Es ist eine Suche nach Anerkennung und Liebe, manifestiert als Kampf der Kulturen…


YUMMI | Regie: Lars Damoiseaux | BEL 2019

Wer schön sein will, muss sterben! „Yummi“ ist eine ebenso blutige wie aufregende Horrorkomödie, die in einer heruntergekommenen Schönheitsklinik in Osteuropa spielt. Hierher hat es Michael (Bart Hollanders) und seine junge Frau Alison (Maaike Neuville) verschlagen, weil sie sich die Brüste verkleinern lassen will. Während Alison auf die OP wartet, streift Michael durch das Gebäude. In einem verlassenen Flügel, findet er eine junge Frau, die gefesselt und geknebelt im Bett liegt. Michael befreit die Frau, doch zu spät erkennt er, dass es sich bei der Patientin um einen leibhaftigen Zombie handelt! Im Handumdrehen bricht in der Klinik eine Zombie-Epidemie aus. Patienten und Personal müssen sich mit allen Mitteln gegen den Ansturm der Untoten zur Wehr setzen. Zwischen Facelifts und Fettabsaugungen geht es ums nackte Überleben! „Yummi“ ist der Splatterkracher von den Fantasy Filmfest Nights 2020.


Heimkinotipp: ONWARD – KEINE HALBEN SACHEN | Regie: Dan Scanlon  | USA 2020

New Mushroomton ist eine Welt voller Zauber und wunderbarer Wesen. Oder besser gesagt: Sie war es einmal. Denn leider ist die Magie fast vollständig aus der beschaulichen Vorstadt verschwunden. Mittlerweile gehören Müll fressende Einhörner zum Stadtbild und magische Geschöpfe wie etwa Drachen findet man hier allenfalls als Haustiere wieder. Doch eines Tages erhalten die Brüder Ian und Barley von ihrer Mutter die einmalige Chance, zumindest in ihr Leben wieder einen Hauch von Magie zu lassen: Mithilfe eines Zauberstabs kann es ihnen gelingen, ihren toten Vater für einen ganzen Tag wieder zurückzuholen. Doch bei dem Versuch geht etwas gewaltig schief. Und so müssen die beiden das erste Mal seit langer Zeit wieder an einem Strang ziehen und auf einem abenteuerlichen Roadtrip eine Reihe gefährlicher Aufgaben erfüllen, eh sie ihren Dad wieder in ihre Arme schließen können…

Routiniert drückt „Onward – Keine halben Sachen“ die bewährten Pixar-Emotionsknöpfe. Doch ausgerechnet bei einem Film über Magie bleibt der heraufbeschworene Zauber aus. Was bleibt ist ein solider Abenteuer-Roadtrip, der als smarter Kommentar auf die zunehmende Verrohung der Menschheit leider hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.

Das startet am 9. Juli 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 9. Juli. Es ist ein Trauerspiel: Seit letzter Woche sind die Kinos wieder offen. Interessieren tun sich dafür bislang kaum Leute. Und das wird auch in dieser Woche nicht anders sein, denn der ganz große Kracher bleibt aus. Vielleicht müssen wir alle bis „Tenet“ warten, damit die Menschen wieder mitbekommen, dass die Lichtspielhäuser geöffnet haben..!?

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

SEMPER FI | Regie: Henry Alex Rubin  | UK/USA 2019

Callahan (Jay Courtney) ist ein regelkonformer Polizist, der als Reservist der Marine zusammen mit seinen rauflustigen Freunden Jaeger (Finn Wittrock), Snowball (Arturo Castro) und Milk (Beau Knapp), die er alle noch aus Kindertagen kennt, über die Runden kommt. Als Cals jüngerer, leichtsinniger Halbbruder Oyster (Nat Wolff) versehentlich einen Mann in einer Barschlägerei tötet und daraufhin versucht zu fliehen, sieht sich Cal dazu gezwungen, ihn zu stellen und den Behörden zu übergeben. Ohnehin war ihre Beziehung zueinander nie die beste. Infolge wird Oyster zu einer 25-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt und sieht sich im Gefängnis üblen Misshandlungen ausgesetzt. Callahan kommen zunehmend Zweifel daran, ob sein Entschluss, seinen Bruder für seine Strafe büßen zu lassen, eine richtige Entscheidung war…

Dadurch, dass es Henry Alex Rubin einfach versäumt, einige wichtige Teile seiner Geschichte auszuformulieren, ist „Semper Fi“ ein Film, der weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt, im Großen und Ganzen aber immer noch eine solide Figur als Spannungsdrama abgibt.

GRETEL & HÄNSEL | Regie: Oz Perkins | CAN/USA/IRL/ZAF 2020

Vor langer Zeit, in einem verfluchten Land: Die verzweifelte Suche nach Nahrung und Arbeit zwingt die junge Gretel (Sophia Lillis) und ihren kleinen Bruder Hänsel (Sammy Leakey) dazu, das elterliche Haus zu verlassen. Völlig orientierungslos irren sie umher und verlaufen sich in einem tiefen, dunklen Wald. Als sie auf eine Hütte stoßen, in der eine alte, freundlich wirkende Frau (Alice Krige) lebt, glauben Gretel und Hänsel, Zuflucht gefunden zu haben. Aber die von der Alten in Zeiten der Hungersnot aufgetischten Festmähler, das unheimliche Gemurmel fremder Kinderstimmen und mysteriöse Erscheinungen im Haus, lassen Gretel erahnen, dass sich hinter ihrem scheinbaren Glück etwas Böses verbirgt. Kann sie ihren jüngeren Bruder beschützen oder wird sie den Versuchungen erliegen, die in ihr aufsteigen? Langsam bahnt sich das Grauen seinen Weg…

„Gretel & Hänsel“ ist eine spannende Neuinterpretation des bekannten Märchens, das mit einigen neuen Perspektiven überrascht, sich hin und wieder allerdings auch in die Länge zieht. Eine überraschende Auflösung kann dafür weitestgehend entschädigen.


SCOOBY! VOLL VERWEDELT | Regie: Tony Cervone  | USA/CAN 2020

Scooby (im Original: Frank Welker) ist ein frecher, aber liebenswerter Hund, der in dem einsamen Außenseiter Shaggy (Will Forte) einen besten Freund findet. Gemeinsam mit den jungen Detektiven Fred (Zac Efron), Velma (Gina Rodriguez) und Daphne (Amanda Seyfried) gründet er die berühmte Mystery Inc.: eine Vereinigung von Geisterjägern. Jetzt, da Hunderte Fälle gelöst und Abenteuer zusammen bestritten wurden, stehen Scooby und die Gang vor ihrem größten Rätsel aller Zeiten: Eine geheimnisvolle Verschwörung plant, den Geisterhund Cerberus auf die Welt loszulassen. Während sie darum kämpfen, die „Bellokalypse“ aufzuhalten, entdeckt die Bande, dass Scooby ein geheimes Vermächtnis und eine große Bestimmung hat, die größer ist, als sich irgendjemand hätte vorstellen können.

„Scooby! Voll verwedelt“ teilt ein Problem mit diversen modernen Animationsfilmen. Auf der einen Seite biedert er sich zu verkrampft der jungen Zielgruppe an. Auf der anderen Seite versuchen die Macher ebendiesen Schwachpunkt mit aufgesetzt wirkenden Popkulturanspielungen für die Älteren auszugleichen. Auf der Strecke bleiben dabei nicht bloß die Liebhaber der Vorlage, sondern alle Fans gelungener Familienfilmkost.


HARRIET – DER WEG IN DIE FREIHEIT | Regie: Kasi Lemmons | USA/CHN 2019

Maryland im Jahr 1849: Minty (Cynthia Erivo) ist als eine von unzähligen Sklaven auf der Baumwollplantage von Edward Brodess (Mike Marunde) beschäftigt. Als dieser eines Tages verstirbt, soll sie an eine andere Plantage verkauft und so von ihrer Familie getrennt werden. Ihr blüht ein noch schlimmeres Schicksal als ohnehin schon. Um dem zu entgehen lässt sie ihren Ehemann John Tubman (Zackary Momoh) zurück und tritt eine aufsehenerregende Flucht an. Tatsächlich gelingt ihr der Weg in die Freiheit. In Pennsylvania wendet sie sich William Still (Leslie Odom Jr.) von der Anti-Slavery-Community. Dieser unterstützt sie dabei, unter dem Namen Harriet Tubman ein neues Leben anzufangen. Doch die Frau hat höhere Pläne und beschließt, die Sklaven ihrer Plantage zu befreien. Eine lebensgefährliches Unterfangen…

Glaubt man den Schilderungen in „Harriet – Der Weg in die Freiheit“ war Harriet Tubman eine ehemalige Sklavin, die mithilfe gottgleicher Eingebungen das aufregende Abenteuer Sklavenbefreiung gemeistert hat. Dass es hier in Wirklichkeit um ein dramatisches Schicksal und die heldenhaften Taten einer mit eisernem Willen voranschreitenden Frau geht, kommt nie zur Geltung.


EINE GRÖSSERE WELT | Regie: Fabienne Berthaud | FR/BEL 2019

Eine größere Welt – das ist es, was Corine (Cécile de France) entdeckt, als sie auf einer Reise in die Mongolei während eines schamanischen Rituals in Trance fällt. Dabei war die Französin eigentlich nur in die abgelegene Steppenregion gekommen, um im Rahmen ihrer Arbeit ethnographische Tonaufnahmen zu sammeln. Doch alles kommt anders. Während des Rituals offenbart die Schamanin Oyun (Tserendarizav Dashnyam) Corine, dass sie eine seltene Gabe besitzt, die ausgebildet werden muss. Zurück in Frankreich lassen die Erlebnisse in der Mongolei Corine nicht mehr los. Trotz des Widerstandes ihrer Familie kehrt sie in die Steppe zurück und begibt sich auf eine spirituelle Reise auf alten und vergessenen Wegen. Eine Reise, die ihr Leben und ihre westeuropäische Sichtweise für immer verändern wird. Und sie fragt sich, ob sie in ihre eigene Welt überhaupt noch zurückkehren möchte…


DAS BESTE KOMMT NOCH | Regie: Matthieu Delaporte, Alexandre de La Patellière  | DE 2020

Arthur Dreyfus (Fabrice Luchini) und César Montesiho (Patrick Bruel), seit Schulzeiten eng befreundet und inzwischen in den besten Jahren, könnten unterschiedlicher kaum sein: Arthur steckt nach langjähriger Ehe vor allem emotional noch mitten in der Scheidung. Ganz anders César: der ewig jung gebliebener Frauenheld ist charismatisch, kolossal chaotisch und in den Augen von Arthur ist er nie richtig erwachsen geworden. Eines Tages erhält Arthur einen Anruf vom Krankenhaus. Sein Arzt hat etwas Wesentliches festgestellt. Arthur wird ins Krankenhaus bestellt und erfährt, dass „er“ – bzw. sein Freund César – unheilbar an bereits gestreutem Lungenkrebs erkrankt ist. Der Arzt gibt ihm noch maximal sechs Monate. César setzt ab sofort alles daran, die verbliebene Zeit seines Freundes bestmöglich zu nutzen und ihm auf seine letzten Tage noch ein bisschen „Laissez-faire“ beizubringen – nicht ahnend, dass er selbst bald sterben wird…


Heimkinotipp: THE GENTLEMEN | Regie: Guy Ritchie  | USA 2019

Smart, knallhart und mit genialem Gespür fürs Geschäft hat sich der Exil-Amerikaner Mickey Pearson über die Jahre ein millionenschweres Marihuana-Imperium in London aufgebaut und exportiert feinsten Stoff nach ganz Europa. Doch Mickey will aussteigen, endlich mehr Zeit mit seiner Frau Rosalind verbringen und auf legalem Weg das Leben in Londons höchsten Kreisen genießen. Ein Käufer für die landesweit verteilten – und dank des chronisch geldknappen Landadels gut versteckten – Hanf-Plantagen muss her. Auftritt: Matthew Berger. Der exzentrische Milliardär bietet eine hohe Summe, will jedoch Garantien sehen. Und das ausgerechnet in dem Moment, in dem sämtliche Groß- und Kleinkriminellen der Stadt Wind von Mickeys Plänen bekommen haben.

Straßenköter in Maßanzügen – „The Gentlemen“ ist Guy Ritchies Antwort auf „Kingsman“, ein Spagat zwischen „Snatch“ und „Codename U.N.C.L.E.“, vielleicht ein Abschied vom Genre, aber auf jeden Fall eine hoch unterhaltsame Crime-Comedy , die von ihrem Style, ihrem Humor, ihren Schauspielern und jeder Menge Widersprüchen lebt.

Das startet am 2. Juli 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 2. Juli, dem Tag, an dem die Kinos deutschlandweit wieder geöffnet haben sollen. Das Programm zum Start fällt gemischt aus: deutsche Arthouse-Dramen, französisches Schmonzettenkino und eine YouTuber-Verwechslungskomödie sollen die Leute wieder in die Lichtspielhäuser locken. Doch ob das Kino so ganz ohne großen Wurf wieder an Attraktivität gewinnen kann, darf man an dieser Stelle gern noch bezweifeln. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

UNDINE | Regie: Christian Petzold  | DE/FR 2020

Undine lebt in Berlin. Ein kleines Apartment am Alexanderplatz, ein Honorarvertrag als Stadthistorikerin, ein modernes Großstadtleben wie auf Abruf. Als ihr Freund Johannes sie verlässt, bricht eine Welt für sie zusammen. Der Zauber ist zerstört. Wenn ihre Liebe verraten wird, so heißt es in den alten Märchen, muss sie den treulosen Mann töten und ins Wasser zurückkehren, aus dem sie einst gekommen ist. Undine wehrt sich gegen diesen Fluch der zerstörten Liebe. Sie begegnet dem Industrietaucher Christoph und verliebt sich in ihn. Es ist eine neue, glückliche, ganz andere Liebe, voller Neugier und Vertrauen. Atemlos verfolgt Christoph ihre Vorträge über die auf den Sümpfen gebaute Stadt Berlin, mühelos begleitet Undine ihn bei seinen Tauchgängen in der versunkenen Welt eines Stausees. Doch Christoph spürt, dass sie vor etwas davonläuft. Undine muss sich dem Fluch stellen. Diese Liebe will sie nicht verlieren.

Melancholisches, deutsches Kino aus der Hauptstadt: „Transit“-Regisseur Christian Petzold gelingt mit seinem herausragend inszenierten Liebesdrama „Undine“ eine kontemporäre, bittersüße Großstadtmär mit tiefgehenden Performances, von Paula Beer, Jacob Matschenz und Franz Rogowski. 

JEAN PAUL GAULTIER: FREAK & CHIC | Regie: Yann L’Hénoret | FR 2018

Jean Paul Gaultier gilt bis heute als einer der bemerkenswertesten Modeschöpfer unserer Zeit. Mit seiner prunkvollen „Fashion Freak Show“, einem exzentrischen Mix aus Modenschau, Varieté, Zirkus und Tanzdarbietung, hat er rund um den Erdball für Aufsehen gesorgt. Auch außerhalb des Modebusiness. Die Entstehung dieses glamourösen Events, mit dem Gaultier und sein Team bis heute durch die Welt touren, dauerte über zwei Jahre. Nun lässt der Designer seine Zuschauer regelmäßig in ein provokatives Universum eintauchen, das dem Publikum auch die Persona Jean Paul Gaultier selbst ein Stück weit näherbringen soll. Mit seinen visionären Designs, high-style Choreographien, pulsierender Musik, extravaganten Kostümen und einer aufwändigen Inszenierung lotet der Meister die Grenzen der Modeszene aus – und „Jean Paul Gaultier: Freak & Chic“ ist hautnah mit dabei.

„Jean Paul Gaultier: Freak & Chic“ begleitet den Modeschöpfer und sein Team bei der zweijährigen Vorbereitung der sogenannten „Fashion Freak Show“ und gibt neue Blicke auf das Verständnis für Mode und Schönheit, aber auch auf das Leben Jean Paul Gaultiers selbst frei. Nicht nur für Modeliebhaber ein Must-See!


MEINE FREUNDIN CONNI – GEHEIMNIS UM KATER MAU | Regie: Ansgar Niebuhr  | DE 2020

Conni (Sprecherin: Emma Breitschaft) und ihr kleiner Kater Mau sind unzertrennlich. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die beiden haben bislang keine Minute ohneeinander verbracht. Doch nun steht Connis erste Kita-Reise an. Noch nie ist Conni ohne ihre Eltern weggefahren – ein aufregendes Abenteuer steht bevor, auf das sich all ihre Kita-Kameraden freuen. Allerdings muss Conni in dieser Zeit auf ihren geliebten Kater verzichten. Während das Mädchen dies zähneknirschend hinnimmt, sieht Mau gar nicht ein, allein zuhause zu bleiben. Schwupps: Hat sich das kleine Fellknäuel im Reisebus versteckt und fährt gemeinsam mit Conni und ihren Freunden in Richtung Bergmühle. Dort angekommen fühlen sich die Jungs und Mädchen pudelwohl. Nur einer traut sich nicht so recht aus seinem Versteck: Mau, der bei seinem Versuch, seiner Conni nah zu sein, jede Menge Chaos stiftet.

Die deutsche Produktion „Meine Freundin Conni – Die Abenteuer des Kater Mau“ ist ein zuckersüßes Zeichentrickabenteuer, das nur dann einige Enttäuschungen bereithält, wenn man die Buchvorlagen in- und auswendig kennen und lieben gelernt hat. Ansonsten überzeugt der Film auf ganzer Linie.


SUICIDE TOURIST – ES GIBT KEIN ENTKOMMEN | Regie: Jonas Alexander Arnby | DK/NOR/DE 2019

Versicherungsmakler Max (Nikolaj Coster-Waldau) bekommt von seinem Arzt die schlimme Nachricht unterbreitet, dass er bald sterben muss. Nach zwei misslungenen Selbstmordversuchen erhält er eines Tages plötzlich einen überraschenden Anruf seiner früheren Kundin Alice (Tuva Novotny), die den Tod ihres Mannes Arthur aufdecken möchte, um endlich seine Lebensversicherung in Anspruch nehmen zu können. Bei seiner Recherche stößt Max auf das mysteriöse „Aurora“ Hotel, mit dem Arthur anscheinend Kontakt hatte. Ein Hotel, das sich auf geplante und betreute Suizide spezialisiert hat. Max, der ja ohnehin gerade mitten in einer Existenzkrise steckt, beginnt seine eigene Wahrnehmung der Wirklichkeit in Frage zu stellen. Ist der Tod der einzige Weg raus aus dem Hotel, oder steckt hinter dem mysteriösen Gebäude noch ein anderes Geheimnis?

Regisseur Jonas Alexander Arnby inszeniert mit „Suicide Tourist – Es gibt kein Entkommen“ ein diskussionswürdiges Thema als düsteren, leider zu Anfang sehr zähen Mysterythriller. Ein gewagtes Unterfangen, das teilweise aufgeht. Unter anderem, weil Nikolaj Coster-Waldau der moralische Zwiespalt permanent ins Gesicht geschrieben steht.


DIE SCHÖNSTEN JAHRE EINES LEBENS | Regie: Claude Lelouch | FR 2019

Siege fährt der ehemalige Rennfahrer und Womanizer Jean-Louis nur noch in seiner Erinnerung ein. Doch die geht immer mehr verloren, fürchtet sein Sohn Antoine, auch wenn es scheint, als würden sich die Gedanken des alten Herrn vor allem um eine bestimmte Frau drehen: Anne, die große Liebe seines Lebens. Um seinem Vater ein Stück Lebensqualität zurückzugeben, macht sich Antoine auf die Suche nach jener geheimnisvollen Schönheit, die Jean-Louis nicht halten konnte, die er aber nie vergessen hat. Und tatsächlich macht er Anne in einem idyllischen Dorf in der Normandie ausfindig, wo die frühere Filmproduzentin einen kleinen Laden und ein erfülltes Leben führt. Sie nimmt die Einladung nur zögerlich an. Beim ersten Besuch erkennt er sie zunächst auch nicht wieder. Doch schnell nehmen die beiden die Fäden ihrer gemeinsamen Geschichte wieder auf…

 Nach „Ein Mann und eine Frau“ sowie „Un homme et une femme, 20 ans déjá“ folgt mit „Die schönsten Jahre eines Lebens“ der dritte Teil einer romantisch-dramatischen Filmreihe, die schon immer eher von der Schauspieldynamik und weniger von erzählerischer Substanz lebte.


TAKEOVER – VOLL VERTAUSCHT | Regie: Florian Ross  | DE 2020

Die beiden Achtzehnjährigen Danny und Ludwig (Heiko und Roman Lochmann) kommen aus völlig verschiedenen Welten: Ludwig führt ein Leben in Reichtum, während der musikbegeisterte Danny jeden Cent zwei Mal umdrehen muss. Doch als sich die beiden im Europa-Park das erste Mal begegnen, wird ihnen klar, dass sie eine Gemeinsamkeit haben: ihr Äußeres. Sie sehen exakt gleich aus und werden prompt verwechselt. Die beiden nutzen die Gunst der Stunde und tauchen in ein fremdes Leben ein: Ludwig genießt den Zusammenhalt in Dannys Familie und Danny kann während seiner luxuriösen Auszeit für seinen Auftritt bei einem Song Contest üben. Doch bald schon treten die ersten Probleme auf, und das „Takeover“ droht – vor allem dank Dannys neugieriger Pflegeschwester Lilly – außer Kontrolle zu geraten. Alles steuert auf einen spektakulären Showdown beim großen Song Contest zu…


SIBERIA | Regie: Abel Ferrera | IT/DE/MEX 2020

Clint (Willem Dafoe) ist ein vom Leben gezeichneter Mann. Um endlich seinen inneren Frieden zu finden, hat er sich in eine einsame Hütte in den verschneiten Bergen zurückgezogen. Dort betreibt er ein kleines Café, in das sich nur selten Reisende oder Einheimische verirren. Aber selbst in der Abgeschiedenheit findet Clint keine Ruhe. Eines schicksalhaften Abends bricht er mit seinem Hundeschlitten auf, getrieben von der Hoffnung, sein wahres Ich zu finden. Eine Reise durch seine Träume, Erinnerungen und Fantasien beginnt.

US-Regisseur und Drehbuchautor Abel Ferrara schickt in dem magischen Drama „Siberia“ den großartigen Willem Dafoe („Der Leuchtturm“) auf eine aufregende Odyssee ins Unterbewusstsein. Seine Weltpremiere feierte der Film auf der Berlinale, wo er geteiltes Feedback erhielt.


Heimkinotipp: EIN VERBORGENES LEBEN | Regie: Terrence Malick  | DE/USA 2019

Franz Jägerstätter und seine Frau Fani bewirtschaften einen kleinen Bauernhof im oberösterreichischen Bergdorf St. Radegund. Der Anschluss ihres Landes an das Deutsche Reich (1938) hat zunächst kaum Auswirkungen auf den Alltag des Ehepaares. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs beginnt sich indes auch in dem Provinzstädtchen vieles zu verändern. Wiederholt eckt Franz mit seiner Ablehnung von Hitlers menschenverachtender Politik an. Als Franz und alle anderen, kampffähigen Männer der Gegend zur Wehrmacht einberufen werden, wendet sich der strenggläubige Katholik zunächst an seinen lokalen Pfarrer, danach sogar an den Bischof. Schnell muss er einsehen, dass er bei seinem Plan, aus Gewissensgründen den Dienst an der Waffe zu verweigern keinen kirchlichen Beistand erhält. Dennoch bleibt er standhaft…

Terrence Malick kehrt mit einem ergreifenden Märtyrer-Biopic zum Geschichten erzählen zurück, ohne dabei den von ihm gewohnten Rausch der Bilder hintenanzustellen. Wer bereit ist, sich darauf einzulassen, wird mit einem visuell, vor allem aber emotional atemberaubenden Kino-Erlebnis belohnt.

Meine Freundin Conni – Geheimnis um Kater Mau

In ihrem ersten Kinoabenteuer MEINE FREUNDIN CONNI – GEHEIMNIS UM KATER MAU fährt die beliebte Kinderbuchfigur auf Kita-Reise. Und ihr tollpatschiger Kater Mau ist mit von der Partie. Das sorgt natürlich für jede Menge Chaos – altersgerecht aufbereitet und mit vielen sympathischen Botschaften, allerdings mit einigen nicht unbedingt notwendigen Änderungen im Vergleich zur Vorlage. Mehr dazu verraten wir in unserer Kritik.

OT: Meine Freundin Conni – Geheimnis um Kater Mau (DE 2020)

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