Schlagwort-Archiv: Animationsfilm

Das startet am 11. April 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 11. April, der es uns ein wenig schwer macht: Über die beiden interessantesten Starts „Hellboy“ und „After Passion“ dürfen wir nämlich noch gar nicht berichten, sodass wir Euch an dieser Stelle vor allem den Animationsfilm „Willkommen im Wunder Park“ ans Herz legen wollen. Für Liebhaber kantig-unkonventioneller Filmkunst bietet sich der Fantasy-Filmfest-Beitrag „Border“ an, während bei uns in der Redaktion Uneinigkeit über den Kinderfilm „Alfons Zitterbacke“ besteht. Autor Oliver Kube ist begeistert, Antje Wessels dagegen sieht das Ganze skeptisch. Wie immer gilt auch diesmal: Geht ins Kino und macht Euch Euer eigenes Bild!

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

WILLKOMMEN IM WUNDER PARK | Regie: – | ESP/USA 2019

Die kleine June (in der deutschen Fassung: Lena Meyer-Landrut) ist ein aufgewecktes Mädchen mit blühender Fantasie und Vorstellungskraft, die gemeinsam mit ihrer Mutter am Modell eines Freizeitparks baut. Bis diese eines Tages ins Krankenhaus muss. Für June bricht eine Welt zusammen. Doch dann entdeckt sie wenig später mitten im Wald einen magischen Vergnügungspark – den Wunder Park! Neben aufregenden Achterbahnen und sprechenden Tieren bietet er auch sonst alles, was ihr Herz begehrt. Aber irgendetwas stimmt hier nicht, es herrscht Chaos und der Park scheint in Gefahr zu sein. June erkennt schnell, dass dieser wundervolle Ort durch ihre eigene Vorstellungskraft entstanden ist und somit auch nur sie ihn retten kann. Sie verbündet sich mit den Tieren und heckt einen Plan aus, um diesen verwunschenen Ort zu bewahren und ihm den Zauber wiederzugeben, den sie sich einst erträumt hat …

Das hübsch animierte und mit starken Synchronsprechern bestückte Animationsabenteuer „Willkommen im Wunder Park“ kombiniert ein aufregendes Action-Abenteuer rund um die Rettung eines magischen Freizeitparks mit einer herzergreifenden Geschichte über Verlust und Trauerarbeit.


BORDER | Regie: Ali Abbasi | SWE/DK 2018

Die Grenzbeamtin Tina ist eine bemerkenswerte Erscheinung. Ihr seltsam geschwollenes Gesicht, ihr bohrender Blick und ihre körperliche Kraft verleihen der jungen Frau etwas Animalisches. Tina hat zudem eine besondere Fähigkeit: Sie kann Angst, Scham und Wut anderer Menschen wittern. Ihr Talent macht sich der schwedische Grenzschutz erfolgreich zunutze, um Kriminelle aufzuspüren. Dennoch fühlt sich Tina seltsam fremd unter ihren Mitmenschen und lebt einsam und naturverbunden als Außenseiterin in den Wäldern. Doch dann begegnet sie Vore, der ihr  aufgrund eines Chromosomenfehlers auffallend ähnlich sieht und bei dem ihre Begabung an ihre Grenzen stößt. Tina ahnt, dass Vore etwas zu verbergen hat. Und doch, unbefangen, wild und erstaunlich frei, wirkt Vore ungemein anziehend auf sie. Tina spürt bei ihm eine Vertrautheit, die ihr bisher fremd war.

Ali Abbasis „Border“ ist ein wirrer Mix aus melancholischer Außenseiter- und Liebesgeschichte, Krimi und Mysterythriller, bei dem bis zum Schluss offen bleibt, wie all die verschiedenen Handlungsstränge eigentlich miteinander zusammenhängen. Mehr sollte man über den Film, der nicht umsonst für das „Beste Make-Up“ bei den diesjährigen Oscars nominiert war, nicht wissen.


ALFONS ZITTERBACKE: DAS CHAOS IST ZURÜCK | Regie: Mark Schlichter | DE 2019

Wenn Alfons erst einmal erwachsen ist, wird er ESA-Astronaut – so wie sein großes Vorbild Alexander Gerst. Das ist für den Elfjährigen sternenklar. Eifrig bastelt er deshalb mit seinem besten Freund Benni an einer Miniaturrakete für den Fluggeräte-Wettbewerb ihrer Schule. Dabei gerät Alfons jedoch ein ums andere Mal in kleine bis größere Schwierigkeiten – sei es durch Schusseligkeit, Übereifer oder aufgrund von Sabotage durch seinen fiesen Mitschüler Nico, einen Konkurrenten um die Gunst des süßen Nachbarmädchens Emilia. Der Lehrkörper seines Gymnasiums ist deshalb alles andere als begeistert und will den Jungen disqualifizieren. Schafft Alfons es mit Hilfe seiner Freunde und der liebevollen, mit ihrem quirligen Sohn aber gelegentlich etwas überforderten Eltern dennoch zu gewinnen?

Spaß wird in diesem turbulenten, mit herzhaften Slapstick-Einlagen und einigen schönen Cameo-Auftritten bestückten Jugendabenteuer ganz groß geschrieben. Mit einer simplen, aber wirkungsvoll umgesetzten Story um Freundschaft, Neugierde, Fantasie und Mut werden Kids sowie im Geiste jung gebliebene Erwachsene hier jede Menge davon haben.


AFTER PASSION | Regie: Jenny Gage | USA 2019

Erstsemesterstudentin Tessa Young (Josephine Langford) ist klug, hübsch, kreuzbrav und führt eine scheue Beziehung mit ihrem Sandkastenfreund Noah (Dylan Arnold). Ihre alleinerziehende Mutter Carol (Selma Blair) ist stolz, aber auch besorgt, denn Tessa wurde im Studierendenwohnheim in ein Zimmer mit dem schon länger studierenden Partymädel Steph (Khadijha Red Thunder) gesteckt. Während sich Carol den Kopf zerbricht, ob Steph ihre Tochter verderben wird, wirbelt eine ganz andere Person das Leben des Mauerblümchens durcheinander: Der unverschämte sowie unverschämt gut aussehende Brite Hardin Scott (Hero Fiennes-Tiffin), der Tessa im Englischkurs mit seiner vorlauten und rotzigen Attitüde zur Weißglut bringt. Und dennoch spürt Tessa eine unerklärliche Anziehung zum rätselhaften Bad Guy…

Scheues Prickeln, statt erotischer Explizität: Die Teenieromanze „After Passion“ ist harmloser, als das Marketing suggeriert, und hat zudem mit grobschlächtigen Dialogen zu kämpfen. Aber Josephine Langfords Schauspiel und Gages Inszenierung der wortarmen Passagen machen diese Bestselleradaption für ihre Kernzielgruppe dennoch sehenswert.


HELLBOY: CALL OF DARKNESS | Regie: Neil Marshall | USA 2019

Halbdämon Hellboy (David Harbour) kämpft seit Jahrzehnten gegen das übernatürliche Böse. Aber nun bekommt er es mit seiner schwesten Mission zu tun: Er muss die mächtige Hexe Nimue (Milla Jovovich) und das ihr ergebene Monster Gruagach stoppen, die zusammen mit einer Reihe weiterer mythischer Wesen vorhaben, Tod und Zerstörung unter die Menschen zu bringen. Aber um zu ihrem Ziel zu gelangen, bräuchten sie Hellboy. Denn seine Bestimmung war einst, selber den Weltuntergang loszutreten – bis sein Ziehvater Professor Broom (Ian McShane) ihn auf die gute Seite holte. Als Hellboy dies erfährt, sehen er und seine Mitstreiter Alice und Ben sich also nicht nur mit einer Armee der Finsternis konfrontiert, sondern auch mit ureigenen Dämonen…

So rebellisch und unangepasst sich Hellboy in diesem Film auch fühlen mag, „Hellboy – Call of Darkness“ ist nicht rau, nicht unkonventionell und auch nicht fetzig, sondern einfach nur unfassbar öde


NIEMANDSLAND – THE AFTERMATH | Regie: James Kent | UK/DE/USA 2019

Im Nachkriegsdeutschland des Jahres 1946: In einem besonders eisigen Winter kommt Rachael Morgan (Keira Knightley) in den Ruinen von Hamburg an, um wieder mit ihrem Ehemann Lewis (Jason Clarke) zusammen sein zu können. Lewis ist ein britischer Oberstleutnant und beauftragt, beim Wiederaufbau der zerbombten Stadt zu helfen. Bei der Ankunft des Paares in seinem neuen Heim ist Rachael jedoch über eine unerwartete Entscheidung Lewis‘ verblüfft: sie werden das herrschaftliche Anwesen mit seinen vorigen Besitzern, dem deutschen Witwer Stephan Lubert (Alexander Skarsgård) und dessen Tochter, teilen. In dieser aufgeladenen Atmosphäre verwandeln sich Feinseligkeit und Trauer in Leidenschaft und Betrug und die Ehe der Morgans droht nicht am Krieg zu zerbrechen, sondern an den Verwicklungen innerhalb dieser skurrilen Lebenssituation. Ist diese Liebe noch zu retten?


CHRISTO – WALKING ON WATER | Regie: Andrey Paounov | IT/USA/DE/ARE 2018

Vor dem malerischen Bergpanorama der italienischen Alpen realisierte der legendäre Installationskünstler Christo 2016 auf dem Lago d‘Iseo seine „Floating Piers“. Mit leuchtend gelben Stoffbahnen bespannte Stege aus schwankenden Pontons verbanden die beiden Inseln Monte Isola und San Paolo mit dem Ufer und zeichneten ein abstraktes Kunstwerk in die Landschaft. Das Werk existierte nur für 16 Tage, ermöglichte es aber über 1,2 Millionen Besuchern auf dem Wasser zu laufen.

Der bulgarische Regisseur Andrey Paounov blickt in „Christo – Walking On Water“ hinter die Kulissen und verfolgt den turbulenten Entstehungsprozess dieses gigantischen Kunstwerkes – den Wahnsinn der Kunstwelt, die heiklen Verwicklungen zwischen Kunst und Politik, die riesigen technischen Herausforderungen und logistischen Albträume, und den Kampf gegen die Kraft der Natur.


BERLIN BOUNCER | Regie: David Dietl | DE 2019

Berlins Nachtleben im Wandel: von der geteilten Stadt über die Clubszene der Neunziger bis zur heutigen Partymetropole. Wer war von Anfang an dabei? Anhand der drei spannenden Biografien der legendärsten Türsteher Berlins, erzählt „Berlin Bouncer“ von den Gründen und Abgründen dieser Entwicklung. Frank Künster kam aus Westdeutschland in eine Stadt, in der Smiley Baldwin als amerikanischer G.I. noch die Grenze nach Ostberlin bewachte und Sven Marquardt als junger ostdeutscher Punk und Fotograf plötzlich von der Wende überrascht wurde. Bald verfingen sie sich im wilden Berliner Nachtleben der neunziger Jahre und wurden im neuen Jahrtausend zu den berühmt berüchtigten Selektoren der angesagtesten Clubs der Stadt, deren Türen und Geheimnisse sie bis heute hüten. Dieser Film handelt von verschiedenen Lebensentwürfen und zeichnet Berliner Kulturgeschichte vom Mauerfall bis in die pulsierende Gegenwart nach.


Heimkinotipp: MID90S | Regie: Jonah Hill | USA 2018

Stevie (Sunny Sulijic) ist 13 Jahre alt und wächst unter schwierigen Verhältnissen mit einem gewaltbereiten Bruder (Lucas Hedges) und einer überforderten, alleinerziehenden Mutter (Katherine Waterston) in Los Angeles auf. Seine Tage verbringt er mit „Street Fighter II“ zocken und heimlich die CD-Sammlung seines großen Bruders rauf und runter hören. Als er anfängt, mit den sympathischen Jungs vom Local Skateshop abzuhängen, öffnet sich ihm eine völlig neue Welt: Skaten an verbotenen Plätzen, Abhauen vor der Polizei, Hauspartys und natürlich jede Menge Girls. Befreit aus der Umklammerung seiner stets besorgten Mutter und den Prügeln seines Bruders, fühlt sich Stevie unbesiegbar – bis er merkt, dass auch seine Idole auf die Schnauze fliegen können. Und das nicht nur beim Skaten, sondern auch im Leben selbst…

Jonah Hills Regiedebüt „Mid90s“ ist eine Liebeserklärung an die US-amerikanische Skateboardszene der Neunzigerjahre, die den Zuschauer auf so sanfte Weise in ihre Arme schließt, wie die skatenden Jungs den Außenseiter Stevie.

Das startet am 28. März 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 28. März, zu dessen größtem Start „Dumbo“ wir derzeit noch nicht sagen dürfen. Es wird interessant sein, zu sehen, wie das deutsche Publikum die neueste Disney-Realverfilmung aufnimmt. Der große Zemeckis-Flop „Willkommen in Marwen“ dürfte auch in Deutschland nichts reißen – dafür ist das Marketing einfach zu wenig präsent und tonal zu ungenau gewesen. Auch wenn ich es zugegebenermaßen ohnehin schwierig finde, da eine genaue Ausrichtung zu finden. In den Programmkinos könnte ich mir für die Krimikomödie „Ein Gauner und Gentleman“ noch einen Achtungserfolg vorstellen. Schließlich ist er angeblich der letzte Film mit Robert Redford.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

EIN GAUNER UND GENTLEMAN | Regie: David Lowery | USA 2018

Der in die Jahre gekommene Bankräuber Forrest Tucker blickt auf eine bemerkenswerte Karriere als Ganove zurück: In der Vergangenheit war es ihm nicht nur zigfach gelungen, Banken um ihr Geld zu erleichtern. Auf die anschließenden Verhaftungen und Urteile ließ er über ein Dutzend Gefängnisausbrüche folgen. Sogar von der sagenumwobenen Insel Alcatraz gelang ihm die Flucht. Mittlerweile lebt er in einer Seniorenwohnanlage und wollte eigentlich mit seiner Bankräuberkarriere abschließen, doch noch immer juckt es ihm in den Fingern. Er stellt eine Gang aus Rentnern zusammen, mit denen er fortan eine Bank nach der anderen überfällt und dabei eine Menge Kohle macht. Als er dann auch noch die sympathische Pferdeliebhaberin Jewel kennenlernt, scheint sein Ruhestandsleben gesichert. Doch der ehrgeizige Detective John Hunt ist fest entschlossen, der Ganovenbande das Handwerk zu legen…

In David Lowerys Ganoven-Biopic „Ein Gauner und Gentleman“ zeigt sich Robert Redford noch einmal von seiner besten Seite und veredelt einen spannenden, authentisch inszenierten Blick in die Vergangenheit, der Spaß macht und spannend ist.


BEACH BUM | Regie: Harmony Korine | CH/UK/FR/SA 2019

Moondog (Matthew McConaughey) ist ein Lebenskünstler, wie er im Buche steht – ein vom Genie geküsster Poet, der seine Existenz in den entspannten Keys von Florida nur den Drogen und den Frauen widmet. Zu seinem Glück liebt seine schöne und wohlhabende Frau Minnie (Isla Fisher) ihren Moondog genau deshalb. Bis ein tragischer Unfall Minnie aus dem Leben reißt: In ihrem letzten Willen erklärt sie, dass Moondog seinen Anteil am stattlichen Erbe nur dann erhalten kann, wenn er sein seit Jahren geplantes neues Buch endlich vollendet. Startschuss für eine aberwitzige Suche nach Inspiration, die unseren Helden die verrücktesten Dinge erleben und schrägsten Typen treffen lässt…

Love It Or Leave It – an Harmony Korines „Beach Bum“ werden sich die Geister scheiden – nicht zuletzt, weil der Regisseur mit seiner Matthew-McConaughey-One-Man-Show letztlich so etwas wie den Gegenentwurf zu „Spring Breakers“ abliefert und seine Figuren hier über die Strenge schlagen lässt, ganz ohne es zu kommentieren.


WILLKOMMEN IN MARWEN | Regie: Robert Zemeckis | USA 2018

Am liebsten spielt er mit seinen Puppen aufregende Kriegsabenteuer nach, doch hinter Mark Hogancamps außergewöhnlichem Hobby steckt eine dramatische Geschichte: Es ist noch nicht allzu lange her, da wurde der leidenschaftliche Maler und Sammler von Damenschuhen in einer Bar überfallen und fast zu Tode geprügelt. Mit viel Aufwand und unter jeder Menge Schmerzen musste Mark ganz alltägliche Dinge neu lernen. Auch wenn er mittlerweile wieder einwandfrei laufen und sprechen kann, wird er von den bruchstückhaften Erinnerungen an die besagte Nacht verfolgt. Vor dem bevorstehenden Gerichtstermin der festgenommenen Täter hat er große Angst. Als ins Haus gegenüber die charmante Nicol einzieht, traut sich Mark erstmals auch ohne seine ihm zu Stärke und emotionalem Halt verhelfenden Puppen vor die Tür.

Mit „Willkommen in Marwen“ kombiniert Regisseur Robert Zemeckis von animierten Puppen vorgetragene Kriegsaction mit einem sensiblen Drama über einen Traumapatienten, den Steve Carell absolut preiswürdig verkörpert.


PRINZESSIN EMMY | Regie: Piet de Rycker | FR/BEL 2018

Bisher war Emmys Leben einfach wundervoll. Sie ist neugierig und verbringt immer viel Zeit mit ihren besten Freunden – ihren 26 fantastischen Pferden. Sie lebt glücklich mit ihrer Familie und hat eigentlich keine Sorgen. Doch damit ist es vorbei, als ihre eifersüchtige und hinterlistige Cousine Gizana ins Schloss zieht. Am bevorstehenden Prinzessinnen-Tag sollen Emmy und Gizana als vollwertige Mitglieder in die royale Gesellschaft eingeführt werden und daher noch gemeinsam Unterricht in höfischer Etikette erhalten: Es wird ein Lehrer für gutes Benehmen engagiert, um ihnen den letzten Prinzessinnen-Schliff zu geben. Doch Gizana fordert Emmy bei jeder Gelegenheit heraus und sabotiert ständig ihre Bemühungen, eine perfekte Prinzessin zu sein. Sie macht Emmy das Leben mehr als schwer!

Fans von Prinzessin Emmy und ihren 26 sprechenden Pferden werden wohl auch beim Kinofilm leuchtende Augen bekommen. Für alle anderen gibt es auf dem Markt der Kleinstkinderunterhaltung allerdings sowohl inszenatorisch als auch erzählerisch weitaus Ambitionierteres.


DUMBO | Regie: Tim Burton | USA 2019

Der Zirkus von Max Medici (Colin Farrell) hat schon bessere Zeiten gesehen. Und auch das neue Elefantenbaby mit den Riesenohren trägt nur weiter zum Gespött der Leute bei. Der abgehalfterte Zirkusstar Holt Farrier soll sich darum kümmern und das Problem aus der Welt schaffen. Doch als Holts Kinder Milly und Joe herausfinden, dass Dumbo mit seinen außergewöhnlichen Ohren fliegen kann, setzt nicht nur die angeschlagene Zirkustruppe all ihre Hoffnung in den kleinen Dickhäuter. Auch der zwielichtige Unternehmer V.A. Vandevere (Michael Keaton) wittert eine Sensation und damit natürlich das große Geld und überredet Medici, ihm den kleinen Dumbo als Attraktion für seinen Vergnügungspark „Dreamland“ zu verkaufen. An der Seite der charmanten Luftakrobatin Colette Marchant setzt Dumbo zum Höhenflug an – unter der glänzenden Oberfläche von Dreamland verbergen sich jedoch dunkle Geheimnisse!


WEIL DU NUR EINMAL LEBST – DIE TOTEN HOSEN AUF TOUR | Regie: Cordula Kablitz-Post | DE 2019

Die Toten Hosen sind ein Phänomen. Anfang der 1980er Jahre in einer brodelnden Düsseldorfer Szene aus der Punk-Bewegung entstanden, füllen ihre Konzerte seit vielen Jahren große Hallen und Stadien. Selbst wer kein ausgewiesener Fan der Band ist, kann viele ihrer Lieder mitsingen. Und dabei haben sich Campino, Breiti, Kuddel, Andi und der später hinzugekommene Vom immer ihre Haltung bewahrt. Eine Einstellung, die den PunkEthos widerspiegelt – stets mit einer starken Meinung zu gesellschaftlichen Entwicklungen, die sie öffentlich kundtun. Ohne zu leugnen, dass Musik auch ein Geschäft ist.

Die Filmemacher Cordula Kablitz-Post und Paul Dugdale waren 2018 mit den Toten Hosen auf Tour. Kablitz-Post entwickelte das Konzept, filmte die Hintergrundgeschichten und führte die Interviews, während Dugdale die Shows dokumentierte.


Heimkinotipp: ASSASSINATION NATION | Regie: Sam Levinson | USA 2018

Facebook, Instagram und Snapchat bestimmen den Alltag von Lily (Odeassa Young) und ihren Freundinnen Sarah (Suki Waterhouse), Em (Abra) und Bex (Hari Nef). Sie verabreden sich über Chats und schicken sich lange Sprachnachrichten. Auch wenn sie in ihrer Freizeit miteinander abhängen, ist ihr Smartphone ihr stetiger Begleiter, dem sie bisweilen mehr anvertrauen, als einander. Genau das wird den jungen Frauen eines Tages zum Verhängnis, als ein anonymer Hacker nicht nur ihre Daten, sondern die ihrer kompletten High-School veröffentlicht. Viele pikante Details gelangen an die Oberfläche und schon bald sehen sich die ersten gezwungen, auf ihre ganz eigene Art und Weise darauf zu reagieren: ein tödliches Chaos bricht aus…

Wütend, virtuos gestylt und wider der gesellschaftlichen Doppelmoral: „Assassination Nation“ ist ein filmgewordenes Stück (Jugend-)Zeitgeist mit markiger Ästhetik und großem Zorn im narrativen Bauch.

Das startet am 14. März 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 14. März, an dem es sich einmal etwas durchschnaufen lässt. Für Familien dürften sowohl „Rocca verändert die Welt“ als auch der neue „Asterix“-Film interessant sein. Beide lohnen sich auf ihre Weise, was auch den Thriller „Destroyer“ nicht besser zusammenfassen könnte. Hier überzeugt in erster Linie Nicole Kidman. Das Fußballer-Biopic „Trautmann“ kann man sich aufgrund mangelnder Ecken und Kanten allerdings getrost schenken – verschenken dagegen vielleicht unseren Heimkinotipp der Woche: Endlich erscheint „Bohemian Rhapsody“ auf DVD und Blu-ray Disc!

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ROCCA VERÄNDERT DIE WELT | Regie: Katja Benrath | DE 2019

„Meine Eltern sind im Himmel“, lacht die elfjährige Rocca auf Anfrage ihres verdutzten Schulleiters und hat damit sogar doppelt Recht. Denn ihre Mutter ist leider schon bei ihrer Geburt verstorben, während ihr Vater gerade als Astronaut auf der Internationalen Raumstation ISS weilt. Aufgewachsen ist Rocca bei ihrem für die Europäische Weltraumorganisation ESA arbeitenden Papa auf dem Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan. Jetzt wo er auf Mission im All ist, muss Rocca allerdings nach Hamburg, um übergangsweise bei ihrer Oma Dodo zu wohnen. Doch kaum angekommen, löst der menschliche Wirbelwind ein großes Chaos aus. Nicht nur muss die Großmutter wegen ihr und eines allzu forschen Eichhörnchens ins Krankenhaus – was das Jugendamt auf den Plan ruft. Nebenher  sorgt Rocca auch in ihrer neuen Schule für jede Menge Aufregung.

Ein lustiger, spannender und turbulenter Jugendfilm, der nicht nur Spaß macht, sondern auch zum Nachdenken anregt. Anhand der liebenswerten Titelfigur bekommen Kids beider Geschlechter hier ein tolles Vorbild.


ASTERIX UND DAS GEHEIMNIS DES ZAUBERTRANKS | Regie: Alexandre Astier, Louis Clichy | FR 2018

Wir befinden uns im Jahre 50 v.Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt… Ganz Gallien? Nein! Das unbeugsame Volk leistet natürlich zu jeder Zeit Widerstand! Der Druide Miraculix sorgt sich um die Zukunft des Dorfes und macht sich gemeinsam mit Asterix (Milan Peschel) und Obelix (Charly Hübner) auf, einen Nachfolger zu finden, dem er das Geheimnis des legendären Zaubertranks anvertrauen kann. Doch auch der hinterhältige Dämonix versucht, in den Besitz der magischen Formel zu kommen und schreckt dafür nicht einmal vor einem Pakt mit den Römern zurück. Während Asterix und Obelix auf ihrer Suche nach einem würdigen Druiden-Lehrling ganz Gallien durchqueren, müssen die Frauen das Dorf allein gegen die römischen Soldaten verteidigen. Und die Zaubertrank-Vorräte reichen nicht ewig…

Ein 3D-animiertes Abenteuer, sowohl erzählerisch als auch optisch in bester „Asterix & Obelix“-Manier. Nur die weltpolitischen Spitzen vertragen sich nicht immer mit der sonst eher auf Klamauk und Witz setzenden Geschichte.


DESTROYER | Regie: Karyn Kusama | USA 2018

Ein Mordfall wie jeder andere – so scheint es. Erin Bell (Nicole Kidman), einst Vollblutpolizistin in Los Angeles, wird schnell eines Besseren belehrt: Indizien am Tatort deuten darauf hin, dass eine verschollen geglaubte Person aus ihrer Vergangenheit wieder zurück ist. Silas ist der Grund, warum Erin heute ein Schatten ihrer selbst ist, eine gebrochene, innerlich wie äußerlich zerstörte Frau, die durch ihr Leben stolpert wie eine Untote. 17 Jahre sind vergangen, seit Erin als verdeckt arbeitende FBI-Agentin Silas zum ersten Mal auf der Spur war. Damals endete die Ermittlung in einer Katastrophe. Jetzt sieht Erin die Gelegenheit gekommen, ihre Sünden von einst wieder gut zu machen und Silas zur Strecke zu bringen. Koste es, was es wolle…

„Destroyer“ lebt durch und durch von einer herausragenden Nicole Kidman. Die Geschichte und ihre Inszenierung können trotz sichtbarer Ambitionen leider nicht mit dem mithalten, was die Schauspielerin allein durch ihr Spiel beim Zuschauer auslöst.


TRAUTMANN | Regie: Marcus H. Rosenmüller | DE/UK 2018

Bernd Trautmann, 1923 in Bremen geboren, wird mit 17 Jahren in die Wehrmacht eingezogen. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges gerät er in britische Kriegsgefangenschaft und wird in der Nähe von Manchester inhaftiert. Bei einem Fußballspiel unter deutschen Kriegsgefangen wird Jack Friar, Coach des Provinzclubs St. Helens, auf Bernds Talent als Torwart aufmerksam und engagiert ihn für seinen Verein. Trautmann verliert sein Herz an Margaret , die hübsche Tochter seines Trainers. Als nach Kriegsende der Erfolgsverein Manchester City Bernd „Bert“ Trautmann als Torwart engagiert, muss er St. Helens schweren Herzens verlassen: Der Deutsche, der als „Feind“ zur Mannschaft Jack Friars kam, verlässt sie als Freund. Doch in Manchester löst die Verpflichtung des deutschen „Nazi-Torwarts“ eine große Welle der Entrüstung und des Protestes aus…

So leer gefegt von Schmutz und Staub die Settings, so bereinigt wirkt „Trautmann“ erzählerisch im Hinblick auf die durchaus spannende Frage, ob man einem deutschen Kriegsgefangenen Ende des Zweiten Weltkrieges als Sportler zujubeln durfte. Herausgekommen ist ein durch und durch berechenbares Drama in gefälligen Farben aber mit immerhin starken Darstellern.


WAS MÄNNER WOLLEN | Regie: Adam Shankman | USA 2019

Ali Davis hat es als einzige Frau in einer Sportlermanagement Agentur nicht leicht. Die zielstrebige Karrierefrau arbeitet härter als all ihre männlichen Kollegen und wird bei Beförderungen trotzdem immer wieder übergangen. Als sie ihrem Frust auf dem Junggesellinnenabschied ihrer Freundin so richtig Luft macht, bietet ihr eine dubiose Hellseherin die Lösung für ihr Problem … Denn am nächsten Morgen erwacht Ali nicht nur mit einem riesigen Kater, sondern besitzt auch die Fähigkeit, die Gedanken jedes Mannes zu hören, dem sie begegnet. Auch wenn sie es so schafft ihre überheblichen Kollegen auszustechen, stellt sich schnell heraus, dass zu viele Informationen oft mehr Schaden anrichten als Gutes tun.

Eine Karrierefrau mit außergewöhnlichen Fähigkeiten! In „Was Männer wollen“ stellt Regisseur Adam Shankman die Prämisse seines Vorgängers „Was Frauen wollen“ von Nancy Meyers auf den Kopf.


Heimkinotipp: BOHEMIAN RHAPSODY | Regie: Bryan Singer (Dexter Fletcher) | USA 2018

Im Jahr 1970 gründen Freddie Mercury, Brian May, Roger Taylor und John Deacon die Band Queen, die später zu einer der legendärsten Rockbands aller Zeiten werden sollte. Songs wie „Killer Queen”, „Bohemian Rhapsody”, „We Are The Champions” und „We Will Rock You“ machen die Musiker unsterblich, doch hinter der Fassade des Leadsängers Freddie Mercury macht sich langsam eine emotionale Zerrissenheit bemerkbar. Nicht nur mit seiner für ihn lange Zeit nicht definierbaren Sexualität muss sich der aus Sansibar stammende Parse arrangieren. Immer häufiger scheint sein Umfeld etwas Anderes zu wollen, als er selbst. Spätestens als sich seine große Liebe Mary von ihm trennt, bricht auch Freddie den Kontakt zu seinen Bandmitgliedern ab und versucht, solo genauso erfolgreich zu sein. Erst viel zu spät begreift er, dass er in diesen eigentlich längst eine Familie gefunden hat, mit der er 1985 beim legendären Live-Aid-Konzert spielen will.

„Bohemian Rhapsody“ bringt das große Kunststück fertig, aus Menschen, die noch nie Berührungspunkte mit der Band hatten, Queen-Fans zu machen. Und trotz einiger Ungenauigkeiten im porträtierenden Teil, an dem sich allerdings nur Puristen stören dürften, ist der Musikfilm obendrein ein hochemotionales Porträt einer faszinierenden Persönlichkeit, die Rami Malek voller Inbrunst, Leidenschaft und Sensibilität verkörpert.

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