Schlagwort-Archiv: Animationsfilm

Das startet am 2. Mai 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 2. Mai, an dem die Nachwehen des „Avengers-Starts“ vergangene Woche noch deutlich zu spüren sind. Ganz große Starts bleiben aus. Selbst der neue Film mit Dwayne Johnson ist alles andere als ein Mainstream-Blockbuster. Dafür hält das Programmkino mit „Das schönste Paar“ ein tolles deutsches Drama parat.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

Sonderstart am 1. Mai: FIGHTING WITH MY FAMILY | Regie: Stephen Merchant | UK/USA 2019

Für ihre Familie ist Wrestling mehr als ein Sport, es ist das einzig Wahre im Leben – Paige (Florence Pugh) und ihr Bruder Zak (Jack Lowden), aufgewachsen in Englands Provinz, sehen ihre kühnsten Träume wahr werden, als sie beim Probetraining der World Wrestling Entertainment antreten dürfen. Die Wege der Geschwister trennen sich allerdings, als nur Paige einen Platz im hart umkämpften Ausbildungsprogramm erhält. Sie muss ihre Familie verlassen und sich von nun an allein im Ring dieser gnadenlosen Welt des Showbiz stellen. Sie ist keine konventionelle Cheerleader-Schönheit wie der Großteil ihrer Mitstreiterinnen, doch sie hat Talent, jede Menge Ehrgeiz und ein großes Ziel vor Augen: sie will endlich ihren Traum vom Wrestling leben und kommt diesem näher, als man denkt. Zak dagegen hat das Nachsehen…

„Fighting With My Family“ ist eine herzerwärmende Geschichte über familiären Zusammenhalt und ein inspirierendes Plädoyer für den Glauben an sich selbst. Damit erzählt Regisseur und Autor Stephen Merchant eigentlich nichts Neues. Aber das, was er erzählt, trägt er voller Inbrunst und Aufrichtigkeit vor, sodass man gar nicht anders kann, als mit der ehrgeizigen Wrestlerin Paige mitzufiebern.


DAS SCHÖNSTE PAAR | Regie: Sven Taddicken | DE 2018

Die beiden Lehrer Liv (Luise Heyer) und Malte (Maximilian Brückner) sind ein glückliches Paar, das seinen romantischen Sommerurlaub auf der Mittelmeerinsel Mallorca genießt. Als ein plötzlicher Überfall durch drei Jugendliche in einen sexuellen Übergriff mündet, wird ihr bisheriges Leben aus der Bahn geworfen. Zwei Jahre später. Das Paar hat an seiner Beziehung festgehalten und erstaunliche Stärke im Umgang mit dem traumatischen Erlebnis bewiesen. Doch dann begegnet Malte zufällig einem ihrer Peiniger (Leonard Kunz). Getrieben von der Sehnsucht nach Gerechtigkeit, nimmt Malte die Verfolgung des Täters auf und setzt damit die gerade zurückgewonnene Stärke, vor allem aber das Vertrauen und die Liebe von Liv aufs Spiel. Die will nämlich endgültig mit den schlimmen Erlebnissen abschließen…

Regisseur Sven Taddicken gelingt mit „Das schönste Paar“ der schwierige Spagat zwischen aufrichtiger Liebesgeschichte, Traumadrama und unterschwelligem Thriller, der das Thema sexueller Missbrauch einmal aus ganz anderer Sicht beleuchtet.


THE HOLE IN THE GROUND | Regie: Lee Cronin | IE 2019

Die allein erziehende Mutter Sarah (Seána Kerslake) versucht ihre Vergangenheit mit einem gewalttätigen Ehemann hinter sich zu lassen und zieht mit ihrem achtjährigen Sohn Chris (James Quinn Markey) an den Rand einer abgelegenen irischen Kleinstadt. Als Chris nach einem Streit in den Wald läuft, entdeckt Sarah auf der Suche nach ihm ein riesengroßes tiefes Senkloch im Boden. Chris kehrt scheinbar unversehrt zurück, doch schon bald bemerkt Sarah beängstigende Veränderungen in seinem Verhalten. Die verstörende Begegnung mit der verwirrten Nachbarin, die vor Jahren ihr eigenes Kind tötete, verstärkt Sarahs Misstrauen nur noch mehr. Ist der Junge, der in ihrem Haus lebt, wirklich ihr Sohn Chris, oder hat sie es mit einem Klon zu tun?

In „The Hole in the Ground“ erinnert so viel an so viel anderes, dass sich der Film bis zuletzt kein Alleinstellungsmerkmal erarbeiten kann. Dass er zeitweise trotzdem eine starke Atmosphäre aufbauen kann, lässt sich ihm jedoch nicht absprechen.


IM NETZ DER VERSUCHUNG | Regie: Steven Knight | USA 2019

Der von seiner Vergangenheit gezeichnete Baker Dill (Matthew McConaughey) hat sich auf eine scheinbar paradiesische Insel zurückgezogen, wo er mit seinem Boot, unterstützt von seinem Maat Duke (Djimon Hounsou), Touristen zum Hochseefischen rausfährt. Zurück an Land stattet er meist seiner Geliebten Constance (Diane Lane) einen Besuch ab und beschließt die Abende in der örtlichen Hafenspelunke. Dies findet unerwartet ein Ende, als eine neue Figur in dem täglichen Spiel aufkreuzt: Baker Dills mysteriöse Ex-Frau Karen (Anne Hathaway). Verzweifelt bittet sie ihn um Hilfe. Baker soll ihren gewalttätigen neuen Ehemann Frank (Jason Clarke) umbringen. Karen fleht Baker an, Frank mit auf sein Boot zu nehmen und ihn für eine großzügige Entlohnung auf hoher See über Bord zu werfen. Um ihres gemeinsamen Sohnes willen…

Mit welcher Überambition Autor und Regisseur Steve Knight hier scheitert, ist bemerkenswert und verhilft dem gleichermaßen hanebüchen-übertreibenden wie letztlich stinklangweiligen Möchtegern-Thriller „Im Netz der Versuchung“ immerhin zu der Chance, dass man auch in vielen Jahren noch über ihn redet – über den Film, in dem Matthew McConaughey die ganze Zeit nix Anderes tut, als zu angeln.


DER FLOHMARKT DER MADAME CLAIRE | Regie: Stéphane Brizé | FR 2018

An einem wunderschönen Sommertag wacht in einem kleinen französischen Dorf Madame Claire auf – überzeugt davon, dass heute ihr letzter Tag auf Erden sei. Claire beschließt, ihr gesamtes Hab und Gut im Garten ihres großzügigen Landhauses zu verkaufen, von wertvollen Uhren, lieb gewonnenen Antiquitäten bis hin zu handgefertigten Unikaten. Wenn sich schon ihre Erinnerungen mehr und mehr verflüchtigen, benötigt Claire auch ihre ans Herz gewachsenen Möbel und Sammlerstücke nicht mehr – das ganze Dorf kommt bei dem außergewöhnlichen Flohmarkt auf seine Kosten. Von einer alten Freundin alarmiert, kehrt Claires Tochter Marie zum ersten Mal nach 20 Jahren in ihr Zuhause zurück. Doch sie scheint nicht das einzige Gespenst aus der Vergangenheit zu sein, das die exzentrische Dame erneut aufspürt.

Trotz einer guten Catherine Deneuve und einzelnen emotionalen Elemente ist „Der Flohmarkt der Madame Claire“ aufgrund seiner unfokussierten Geschichte und seines platten Endes nur eine durchwachsene Tragikomödie ohne Nachhall.


Sonderstart am 1. Mai: ROYAL CORGI | Regie: Ben Stassen, Vincent Kesteloot | BEL 2019

Mehr Luxus geht nicht: Seit Rex als niedlicher Welpe in den Buckingham Palast gekommen ist, lebt der Corgi in Saus und Braus. Im Handumdrehen erobert der Kleine das Herz Ihrer Majestät, da haben die dienstälteren Hunde schon bald nichts mehr zu bellen. Und nicht nur Prinz Philip treibt er mit seinen Allüren bald an die Grenzen seiner Geduld. Bis zu dem Tag, an dem Rex während des Staatsbanketts zu Ehren eines US-Präsidenten mit auffallend orangen Haaren in Ungnade fällt. Schneller als die Queen „I am not amused“ sagen kann, ist es mit dem bequemen Leben vorbei. Rex landet auf den Straßen Londons, als einer unter zahllosen Streunern, die ums Überleben kämpfen. Doch so schnell gibt der Vierbeiner nicht auf. Er will beweisen, dass er verdientermaßen der Lieblingshund der Queen war. Der Weg zurück in den Palast entpuppt sich als wahre Odyssee voller Abenteuer und Gefahren.


Heimkinotipp: BUMBLEEBEE | Regie: Travis Knight  | USA 2017

Im Jahr 1987 versteckt sich das mysteriöse Maschinenwesen Bumblebee der Gestalt eines alten VW Käfers auf dem Schrottplatz einer kleinen kalifornischen Küstenstadt vor den bösen Decepticons des nahezu vollständig zerstörten Planeten Cybertron. Kurz vor ihrem 18. Geburtstag und auf der Suche nach ihrem Platz im Leben, findet die rebellische Charlie den kaputten und kampfgeschwächten Roboter, ohne zu wissen, was sich wirklich hinter dem knallgelben Auto verbirgt. Mit mechanischem Geschick und viel Geduld beginnt sie, ihn zu reparieren und lernt schnell, dass es sich hierbei keineswegs nur um eine alte Schrottmühle handelt. Als Bumblebee wieder zu neuem Leben erwacht, entwickelt sich zwischen ihm und Charlie eine ungewöhnliche Freundschaft, von der auch der Nachbarsjunge Memo schnell Wind bekommt.

„Bumblebee“ hat mit den seelenlosen Materialschlachten der „Transformers“-Reihe so gut wie nichts mehr zu tun und ist stattdessen ein hinreißendes Abenteuer voller Witz und Emotion, das zwar merklich an „E.T.“ und andere vergleichbare Filme erinnert, jedoch niemals lieblos zitiert, sondern den Charme derartiger Familienfilme leidenschaftlich zelebriert.

Das startet am 11. April 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 11. April, der es uns ein wenig schwer macht: Über die beiden interessantesten Starts „Hellboy“ und „After Passion“ dürfen wir nämlich noch gar nicht berichten, sodass wir Euch an dieser Stelle vor allem den Animationsfilm „Willkommen im Wunder Park“ ans Herz legen wollen. Für Liebhaber kantig-unkonventioneller Filmkunst bietet sich der Fantasy-Filmfest-Beitrag „Border“ an, während bei uns in der Redaktion Uneinigkeit über den Kinderfilm „Alfons Zitterbacke“ besteht. Autor Oliver Kube ist begeistert, Antje Wessels dagegen sieht das Ganze skeptisch. Wie immer gilt auch diesmal: Geht ins Kino und macht Euch Euer eigenes Bild!

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

WILLKOMMEN IM WUNDER PARK | Regie: – | ESP/USA 2019

Die kleine June (in der deutschen Fassung: Lena Meyer-Landrut) ist ein aufgewecktes Mädchen mit blühender Fantasie und Vorstellungskraft, die gemeinsam mit ihrer Mutter am Modell eines Freizeitparks baut. Bis diese eines Tages ins Krankenhaus muss. Für June bricht eine Welt zusammen. Doch dann entdeckt sie wenig später mitten im Wald einen magischen Vergnügungspark – den Wunder Park! Neben aufregenden Achterbahnen und sprechenden Tieren bietet er auch sonst alles, was ihr Herz begehrt. Aber irgendetwas stimmt hier nicht, es herrscht Chaos und der Park scheint in Gefahr zu sein. June erkennt schnell, dass dieser wundervolle Ort durch ihre eigene Vorstellungskraft entstanden ist und somit auch nur sie ihn retten kann. Sie verbündet sich mit den Tieren und heckt einen Plan aus, um diesen verwunschenen Ort zu bewahren und ihm den Zauber wiederzugeben, den sie sich einst erträumt hat …

Das hübsch animierte und mit starken Synchronsprechern bestückte Animationsabenteuer „Willkommen im Wunder Park“ kombiniert ein aufregendes Action-Abenteuer rund um die Rettung eines magischen Freizeitparks mit einer herzergreifenden Geschichte über Verlust und Trauerarbeit.


BORDER | Regie: Ali Abbasi | SWE/DK 2018

Die Grenzbeamtin Tina ist eine bemerkenswerte Erscheinung. Ihr seltsam geschwollenes Gesicht, ihr bohrender Blick und ihre körperliche Kraft verleihen der jungen Frau etwas Animalisches. Tina hat zudem eine besondere Fähigkeit: Sie kann Angst, Scham und Wut anderer Menschen wittern. Ihr Talent macht sich der schwedische Grenzschutz erfolgreich zunutze, um Kriminelle aufzuspüren. Dennoch fühlt sich Tina seltsam fremd unter ihren Mitmenschen und lebt einsam und naturverbunden als Außenseiterin in den Wäldern. Doch dann begegnet sie Vore, der ihr  aufgrund eines Chromosomenfehlers auffallend ähnlich sieht und bei dem ihre Begabung an ihre Grenzen stößt. Tina ahnt, dass Vore etwas zu verbergen hat. Und doch, unbefangen, wild und erstaunlich frei, wirkt Vore ungemein anziehend auf sie. Tina spürt bei ihm eine Vertrautheit, die ihr bisher fremd war.

Ali Abbasis „Border“ ist ein wirrer Mix aus melancholischer Außenseiter- und Liebesgeschichte, Krimi und Mysterythriller, bei dem bis zum Schluss offen bleibt, wie all die verschiedenen Handlungsstränge eigentlich miteinander zusammenhängen. Mehr sollte man über den Film, der nicht umsonst für das „Beste Make-Up“ bei den diesjährigen Oscars nominiert war, nicht wissen.


ALFONS ZITTERBACKE: DAS CHAOS IST ZURÜCK | Regie: Mark Schlichter | DE 2019

Wenn Alfons erst einmal erwachsen ist, wird er ESA-Astronaut – so wie sein großes Vorbild Alexander Gerst. Das ist für den Elfjährigen sternenklar. Eifrig bastelt er deshalb mit seinem besten Freund Benni an einer Miniaturrakete für den Fluggeräte-Wettbewerb ihrer Schule. Dabei gerät Alfons jedoch ein ums andere Mal in kleine bis größere Schwierigkeiten – sei es durch Schusseligkeit, Übereifer oder aufgrund von Sabotage durch seinen fiesen Mitschüler Nico, einen Konkurrenten um die Gunst des süßen Nachbarmädchens Emilia. Der Lehrkörper seines Gymnasiums ist deshalb alles andere als begeistert und will den Jungen disqualifizieren. Schafft Alfons es mit Hilfe seiner Freunde und der liebevollen, mit ihrem quirligen Sohn aber gelegentlich etwas überforderten Eltern dennoch zu gewinnen?

Spaß wird in diesem turbulenten, mit herzhaften Slapstick-Einlagen und einigen schönen Cameo-Auftritten bestückten Jugendabenteuer ganz groß geschrieben. Mit einer simplen, aber wirkungsvoll umgesetzten Story um Freundschaft, Neugierde, Fantasie und Mut werden Kids sowie im Geiste jung gebliebene Erwachsene hier jede Menge davon haben.


AFTER PASSION | Regie: Jenny Gage | USA 2019

Erstsemesterstudentin Tessa Young (Josephine Langford) ist klug, hübsch, kreuzbrav und führt eine scheue Beziehung mit ihrem Sandkastenfreund Noah (Dylan Arnold). Ihre alleinerziehende Mutter Carol (Selma Blair) ist stolz, aber auch besorgt, denn Tessa wurde im Studierendenwohnheim in ein Zimmer mit dem schon länger studierenden Partymädel Steph (Khadijha Red Thunder) gesteckt. Während sich Carol den Kopf zerbricht, ob Steph ihre Tochter verderben wird, wirbelt eine ganz andere Person das Leben des Mauerblümchens durcheinander: Der unverschämte sowie unverschämt gut aussehende Brite Hardin Scott (Hero Fiennes-Tiffin), der Tessa im Englischkurs mit seiner vorlauten und rotzigen Attitüde zur Weißglut bringt. Und dennoch spürt Tessa eine unerklärliche Anziehung zum rätselhaften Bad Guy…

Scheues Prickeln, statt erotischer Explizität: Die Teenieromanze „After Passion“ ist harmloser, als das Marketing suggeriert, und hat zudem mit grobschlächtigen Dialogen zu kämpfen. Aber Josephine Langfords Schauspiel und Gages Inszenierung der wortarmen Passagen machen diese Bestselleradaption für ihre Kernzielgruppe dennoch sehenswert.


HELLBOY: CALL OF DARKNESS | Regie: Neil Marshall | USA 2019

Halbdämon Hellboy (David Harbour) kämpft seit Jahrzehnten gegen das übernatürliche Böse. Aber nun bekommt er es mit seiner schwesten Mission zu tun: Er muss die mächtige Hexe Nimue (Milla Jovovich) und das ihr ergebene Monster Gruagach stoppen, die zusammen mit einer Reihe weiterer mythischer Wesen vorhaben, Tod und Zerstörung unter die Menschen zu bringen. Aber um zu ihrem Ziel zu gelangen, bräuchten sie Hellboy. Denn seine Bestimmung war einst, selber den Weltuntergang loszutreten – bis sein Ziehvater Professor Broom (Ian McShane) ihn auf die gute Seite holte. Als Hellboy dies erfährt, sehen er und seine Mitstreiter Alice und Ben sich also nicht nur mit einer Armee der Finsternis konfrontiert, sondern auch mit ureigenen Dämonen…

So rebellisch und unangepasst sich Hellboy in diesem Film auch fühlen mag, „Hellboy – Call of Darkness“ ist nicht rau, nicht unkonventionell und auch nicht fetzig, sondern einfach nur unfassbar öde


NIEMANDSLAND – THE AFTERMATH | Regie: James Kent | UK/DE/USA 2019

Im Nachkriegsdeutschland des Jahres 1946: In einem besonders eisigen Winter kommt Rachael Morgan (Keira Knightley) in den Ruinen von Hamburg an, um wieder mit ihrem Ehemann Lewis (Jason Clarke) zusammen sein zu können. Lewis ist ein britischer Oberstleutnant und beauftragt, beim Wiederaufbau der zerbombten Stadt zu helfen. Bei der Ankunft des Paares in seinem neuen Heim ist Rachael jedoch über eine unerwartete Entscheidung Lewis‘ verblüfft: sie werden das herrschaftliche Anwesen mit seinen vorigen Besitzern, dem deutschen Witwer Stephan Lubert (Alexander Skarsgård) und dessen Tochter, teilen. In dieser aufgeladenen Atmosphäre verwandeln sich Feinseligkeit und Trauer in Leidenschaft und Betrug und die Ehe der Morgans droht nicht am Krieg zu zerbrechen, sondern an den Verwicklungen innerhalb dieser skurrilen Lebenssituation. Ist diese Liebe noch zu retten?


CHRISTO – WALKING ON WATER | Regie: Andrey Paounov | IT/USA/DE/ARE 2018

Vor dem malerischen Bergpanorama der italienischen Alpen realisierte der legendäre Installationskünstler Christo 2016 auf dem Lago d‘Iseo seine „Floating Piers“. Mit leuchtend gelben Stoffbahnen bespannte Stege aus schwankenden Pontons verbanden die beiden Inseln Monte Isola und San Paolo mit dem Ufer und zeichneten ein abstraktes Kunstwerk in die Landschaft. Das Werk existierte nur für 16 Tage, ermöglichte es aber über 1,2 Millionen Besuchern auf dem Wasser zu laufen.

Der bulgarische Regisseur Andrey Paounov blickt in „Christo – Walking On Water“ hinter die Kulissen und verfolgt den turbulenten Entstehungsprozess dieses gigantischen Kunstwerkes – den Wahnsinn der Kunstwelt, die heiklen Verwicklungen zwischen Kunst und Politik, die riesigen technischen Herausforderungen und logistischen Albträume, und den Kampf gegen die Kraft der Natur.


BERLIN BOUNCER | Regie: David Dietl | DE 2019

Berlins Nachtleben im Wandel: von der geteilten Stadt über die Clubszene der Neunziger bis zur heutigen Partymetropole. Wer war von Anfang an dabei? Anhand der drei spannenden Biografien der legendärsten Türsteher Berlins, erzählt „Berlin Bouncer“ von den Gründen und Abgründen dieser Entwicklung. Frank Künster kam aus Westdeutschland in eine Stadt, in der Smiley Baldwin als amerikanischer G.I. noch die Grenze nach Ostberlin bewachte und Sven Marquardt als junger ostdeutscher Punk und Fotograf plötzlich von der Wende überrascht wurde. Bald verfingen sie sich im wilden Berliner Nachtleben der neunziger Jahre und wurden im neuen Jahrtausend zu den berühmt berüchtigten Selektoren der angesagtesten Clubs der Stadt, deren Türen und Geheimnisse sie bis heute hüten. Dieser Film handelt von verschiedenen Lebensentwürfen und zeichnet Berliner Kulturgeschichte vom Mauerfall bis in die pulsierende Gegenwart nach.


Heimkinotipp: MID90S | Regie: Jonah Hill | USA 2018

Stevie (Sunny Sulijic) ist 13 Jahre alt und wächst unter schwierigen Verhältnissen mit einem gewaltbereiten Bruder (Lucas Hedges) und einer überforderten, alleinerziehenden Mutter (Katherine Waterston) in Los Angeles auf. Seine Tage verbringt er mit „Street Fighter II“ zocken und heimlich die CD-Sammlung seines großen Bruders rauf und runter hören. Als er anfängt, mit den sympathischen Jungs vom Local Skateshop abzuhängen, öffnet sich ihm eine völlig neue Welt: Skaten an verbotenen Plätzen, Abhauen vor der Polizei, Hauspartys und natürlich jede Menge Girls. Befreit aus der Umklammerung seiner stets besorgten Mutter und den Prügeln seines Bruders, fühlt sich Stevie unbesiegbar – bis er merkt, dass auch seine Idole auf die Schnauze fliegen können. Und das nicht nur beim Skaten, sondern auch im Leben selbst…

Jonah Hills Regiedebüt „Mid90s“ ist eine Liebeserklärung an die US-amerikanische Skateboardszene der Neunzigerjahre, die den Zuschauer auf so sanfte Weise in ihre Arme schließt, wie die skatenden Jungs den Außenseiter Stevie.

Das startet am 28. März 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 28. März, zu dessen größtem Start „Dumbo“ wir derzeit noch nicht sagen dürfen. Es wird interessant sein, zu sehen, wie das deutsche Publikum die neueste Disney-Realverfilmung aufnimmt. Der große Zemeckis-Flop „Willkommen in Marwen“ dürfte auch in Deutschland nichts reißen – dafür ist das Marketing einfach zu wenig präsent und tonal zu ungenau gewesen. Auch wenn ich es zugegebenermaßen ohnehin schwierig finde, da eine genaue Ausrichtung zu finden. In den Programmkinos könnte ich mir für die Krimikomödie „Ein Gauner und Gentleman“ noch einen Achtungserfolg vorstellen. Schließlich ist er angeblich der letzte Film mit Robert Redford.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

EIN GAUNER UND GENTLEMAN | Regie: David Lowery | USA 2018

Der in die Jahre gekommene Bankräuber Forrest Tucker blickt auf eine bemerkenswerte Karriere als Ganove zurück: In der Vergangenheit war es ihm nicht nur zigfach gelungen, Banken um ihr Geld zu erleichtern. Auf die anschließenden Verhaftungen und Urteile ließ er über ein Dutzend Gefängnisausbrüche folgen. Sogar von der sagenumwobenen Insel Alcatraz gelang ihm die Flucht. Mittlerweile lebt er in einer Seniorenwohnanlage und wollte eigentlich mit seiner Bankräuberkarriere abschließen, doch noch immer juckt es ihm in den Fingern. Er stellt eine Gang aus Rentnern zusammen, mit denen er fortan eine Bank nach der anderen überfällt und dabei eine Menge Kohle macht. Als er dann auch noch die sympathische Pferdeliebhaberin Jewel kennenlernt, scheint sein Ruhestandsleben gesichert. Doch der ehrgeizige Detective John Hunt ist fest entschlossen, der Ganovenbande das Handwerk zu legen…

In David Lowerys Ganoven-Biopic „Ein Gauner und Gentleman“ zeigt sich Robert Redford noch einmal von seiner besten Seite und veredelt einen spannenden, authentisch inszenierten Blick in die Vergangenheit, der Spaß macht und spannend ist.


BEACH BUM | Regie: Harmony Korine | CH/UK/FR/SA 2019

Moondog (Matthew McConaughey) ist ein Lebenskünstler, wie er im Buche steht – ein vom Genie geküsster Poet, der seine Existenz in den entspannten Keys von Florida nur den Drogen und den Frauen widmet. Zu seinem Glück liebt seine schöne und wohlhabende Frau Minnie (Isla Fisher) ihren Moondog genau deshalb. Bis ein tragischer Unfall Minnie aus dem Leben reißt: In ihrem letzten Willen erklärt sie, dass Moondog seinen Anteil am stattlichen Erbe nur dann erhalten kann, wenn er sein seit Jahren geplantes neues Buch endlich vollendet. Startschuss für eine aberwitzige Suche nach Inspiration, die unseren Helden die verrücktesten Dinge erleben und schrägsten Typen treffen lässt…

Love It Or Leave It – an Harmony Korines „Beach Bum“ werden sich die Geister scheiden – nicht zuletzt, weil der Regisseur mit seiner Matthew-McConaughey-One-Man-Show letztlich so etwas wie den Gegenentwurf zu „Spring Breakers“ abliefert und seine Figuren hier über die Strenge schlagen lässt, ganz ohne es zu kommentieren.


WILLKOMMEN IN MARWEN | Regie: Robert Zemeckis | USA 2018

Am liebsten spielt er mit seinen Puppen aufregende Kriegsabenteuer nach, doch hinter Mark Hogancamps außergewöhnlichem Hobby steckt eine dramatische Geschichte: Es ist noch nicht allzu lange her, da wurde der leidenschaftliche Maler und Sammler von Damenschuhen in einer Bar überfallen und fast zu Tode geprügelt. Mit viel Aufwand und unter jeder Menge Schmerzen musste Mark ganz alltägliche Dinge neu lernen. Auch wenn er mittlerweile wieder einwandfrei laufen und sprechen kann, wird er von den bruchstückhaften Erinnerungen an die besagte Nacht verfolgt. Vor dem bevorstehenden Gerichtstermin der festgenommenen Täter hat er große Angst. Als ins Haus gegenüber die charmante Nicol einzieht, traut sich Mark erstmals auch ohne seine ihm zu Stärke und emotionalem Halt verhelfenden Puppen vor die Tür.

Mit „Willkommen in Marwen“ kombiniert Regisseur Robert Zemeckis von animierten Puppen vorgetragene Kriegsaction mit einem sensiblen Drama über einen Traumapatienten, den Steve Carell absolut preiswürdig verkörpert.


PRINZESSIN EMMY | Regie: Piet de Rycker | FR/BEL 2018

Bisher war Emmys Leben einfach wundervoll. Sie ist neugierig und verbringt immer viel Zeit mit ihren besten Freunden – ihren 26 fantastischen Pferden. Sie lebt glücklich mit ihrer Familie und hat eigentlich keine Sorgen. Doch damit ist es vorbei, als ihre eifersüchtige und hinterlistige Cousine Gizana ins Schloss zieht. Am bevorstehenden Prinzessinnen-Tag sollen Emmy und Gizana als vollwertige Mitglieder in die royale Gesellschaft eingeführt werden und daher noch gemeinsam Unterricht in höfischer Etikette erhalten: Es wird ein Lehrer für gutes Benehmen engagiert, um ihnen den letzten Prinzessinnen-Schliff zu geben. Doch Gizana fordert Emmy bei jeder Gelegenheit heraus und sabotiert ständig ihre Bemühungen, eine perfekte Prinzessin zu sein. Sie macht Emmy das Leben mehr als schwer!

Fans von Prinzessin Emmy und ihren 26 sprechenden Pferden werden wohl auch beim Kinofilm leuchtende Augen bekommen. Für alle anderen gibt es auf dem Markt der Kleinstkinderunterhaltung allerdings sowohl inszenatorisch als auch erzählerisch weitaus Ambitionierteres.


DUMBO | Regie: Tim Burton | USA 2019

Der Zirkus von Max Medici (Colin Farrell) hat schon bessere Zeiten gesehen. Und auch das neue Elefantenbaby mit den Riesenohren trägt nur weiter zum Gespött der Leute bei. Der abgehalfterte Zirkusstar Holt Farrier soll sich darum kümmern und das Problem aus der Welt schaffen. Doch als Holts Kinder Milly und Joe herausfinden, dass Dumbo mit seinen außergewöhnlichen Ohren fliegen kann, setzt nicht nur die angeschlagene Zirkustruppe all ihre Hoffnung in den kleinen Dickhäuter. Auch der zwielichtige Unternehmer V.A. Vandevere (Michael Keaton) wittert eine Sensation und damit natürlich das große Geld und überredet Medici, ihm den kleinen Dumbo als Attraktion für seinen Vergnügungspark „Dreamland“ zu verkaufen. An der Seite der charmanten Luftakrobatin Colette Marchant setzt Dumbo zum Höhenflug an – unter der glänzenden Oberfläche von Dreamland verbergen sich jedoch dunkle Geheimnisse!


WEIL DU NUR EINMAL LEBST – DIE TOTEN HOSEN AUF TOUR | Regie: Cordula Kablitz-Post | DE 2019

Die Toten Hosen sind ein Phänomen. Anfang der 1980er Jahre in einer brodelnden Düsseldorfer Szene aus der Punk-Bewegung entstanden, füllen ihre Konzerte seit vielen Jahren große Hallen und Stadien. Selbst wer kein ausgewiesener Fan der Band ist, kann viele ihrer Lieder mitsingen. Und dabei haben sich Campino, Breiti, Kuddel, Andi und der später hinzugekommene Vom immer ihre Haltung bewahrt. Eine Einstellung, die den PunkEthos widerspiegelt – stets mit einer starken Meinung zu gesellschaftlichen Entwicklungen, die sie öffentlich kundtun. Ohne zu leugnen, dass Musik auch ein Geschäft ist.

Die Filmemacher Cordula Kablitz-Post und Paul Dugdale waren 2018 mit den Toten Hosen auf Tour. Kablitz-Post entwickelte das Konzept, filmte die Hintergrundgeschichten und führte die Interviews, während Dugdale die Shows dokumentierte.


Heimkinotipp: ASSASSINATION NATION | Regie: Sam Levinson | USA 2018

Facebook, Instagram und Snapchat bestimmen den Alltag von Lily (Odeassa Young) und ihren Freundinnen Sarah (Suki Waterhouse), Em (Abra) und Bex (Hari Nef). Sie verabreden sich über Chats und schicken sich lange Sprachnachrichten. Auch wenn sie in ihrer Freizeit miteinander abhängen, ist ihr Smartphone ihr stetiger Begleiter, dem sie bisweilen mehr anvertrauen, als einander. Genau das wird den jungen Frauen eines Tages zum Verhängnis, als ein anonymer Hacker nicht nur ihre Daten, sondern die ihrer kompletten High-School veröffentlicht. Viele pikante Details gelangen an die Oberfläche und schon bald sehen sich die ersten gezwungen, auf ihre ganz eigene Art und Weise darauf zu reagieren: ein tödliches Chaos bricht aus…

Wütend, virtuos gestylt und wider der gesellschaftlichen Doppelmoral: „Assassination Nation“ ist ein filmgewordenes Stück (Jugend-)Zeitgeist mit markiger Ästhetik und großem Zorn im narrativen Bauch.

« Ältere Einträge