Schlagwort-Archiv: Science-Fiction

Das startet am 14. Februar 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 14. Februar, dessen spannendsten Start „Happy Deathday 2U“ wir leider noch nicht sehen konnten. Der erste Teil war mit etwas mehr als 350.000 Kinobesuchern zwar kein großer Leinwandhit, wurde aber später im Heimkino zu einem Achtungserfolg und hat sich vor allem in den USA einen kleinen Kultstatus erarbeitet. Wie der zweite Teil wird – inhaltlich wie qualitativ – verraten wir euch an dieser Stelle ab Mittwoch. Darüber hinaus startet kommende Woche mit „Alita: Battle Angel“ ein Film, dem Experten einen beispielhaften Flop zutrauen. Das hat man allerdings auch damals über „Avatar“ gedacht… Für Fans der TV-Serie „Club der roten Bänder“ kommt endlich der lang erwartete Kinofilm, wer dagegen „SMS für Dich“ liebte, bekommt mit „Sweethearts“ endlich Nachschub von Regisseurin Karoline Herfurth.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ALITA: BATTLE ANGEL | Regie: Robert Rodriguez | CAN/ARG/USA 2019

Als Alita ohne Erinnerung in einer zukünftigen Welt, die sie nicht kennt, erwacht, nimmt sie der mitfühlende Cyber-Mediziner Ido unter seine Fittiche. Er erkennt, dass tief im Inneren dieses verlassenen Cyborgs das Herz und die Seele einer jungen Frau mit einer außergewöhnlichen Geschichte schlummern. Allmählich findet sich Alita in ihrem neuen Leben zurecht und lernt, sich in den gefährlichen Straßen von Iron City zu bewegen. Ido versucht, sie vor ihrer mysteriösen Vergangenheit zu schützen, während ihr gewiefter neuer Freund Hugo Alita anbietet, ihr bei der Suche nach ihrem alten Ich zu helfen. Als die korrupten Kräfte der Stadt, angeführt von Vector, beginnen, gegen Ido und Alita vorzugehen, entdeckt die junge Frau Hinweise auf ihr früheres Leben – und wird sich bewusst, dass sie übernatürliche Kampffähigkeiten besitzt. 

Mit ihrem Mix aus Coming-of-Age-Geschichte und dystopischem Sci-Fi-Actioner erzählen die Macher von „Alita: Battle Angel“ zwar nichts Neues, doch die technische Brillanz des Films, der überbordende Ideenreichtum und die gleichermaßen spektakulären wie brutalen Actionsequenzen machen den 3D-Blockbuster zum Kino-Pflichtbesuch – am besten im IMAX!


SWEETHEARTS | Regie: Karoline Herfurth | DE 2019

Zwei wie Feuer und Wasser: Franny ist beruflich wie privat völlig orientierungslos mit starker Tendenz zu Panikattacken. Dagegen ist die alleinerziehende Mutter Mel eine toughe Selbstversorgerin, die sich und ihrer Tochter mit einem Diamantenraub ein besseres Leben verschaffen möchte. Doch so gut Mels Plan auch ist – die Durchführung entwickelt sich eher suboptimal, und niemand hätte ihr je gewünscht, ausgerechnet Franny als Geisel zu nehmen. Franny treibt Mel mit ihren Panikattacken und „Deine Mutter“-Witzen in den Wahnsinn, während die toughe SEK-Leiterin Ingrid von Kaiten den beiden dicht auf der Spur ist. Und dann ist da noch der attraktive Polizist Harry, der nicht nur Franny total den Kopf verdreht, sondern gleich als zweite Geisel genommen wird. Von nun an ist das Chaos perfekt… 

Nach „SMS für Dich“ beweist Karoline Herfurth, dass sich als Regisseurin nicht nur Romantik, sondern auch Hochspannung inszenieren kann. Ihre Actioncomedy „Sweethearts“ ist ein stilsicheres Genrestück, das stark gespielt und in den besten Momenten auch noch äußerst komisch ist.


CLUB DER ROTEN BÄNDER – WIE ALLES BEGANN | Regie: Felix Binder | DE 2019

Lange bevor Leo, Jonas, Emma, Alex, Hugo und Toni ihren Krankenhausalltag miteinander teilen, müssen sie alle unabhängig voneinander schwere Schicksalsschläge durchstehen. Vor allem Leonard durchlebt eine Krise nach der anderen: Nach einer Krebsdiagnose muss ihm nicht nicht das Bein amputiert werden, auch seine Mutter stirbt an den Folgen eines Tumors. Ein wenig Halt gibt ihm neben seiner Schwester nur sein zunächst abweisender Zimmergenosse Ben, der ihm hilft, mit der neuen Situation umzugehen. Derweil bekommt die essgestörte Luise Probleme mit der Polizei, Jonas‘ Bruder hört selbst dann nicht auf, ihn zu schikanieren, als auch er mit einer schlimmen Krankheitsdiagnose konfrontiert wird, Alex leidet unter dem Weggang seiner Mutter, Toni versucht verzweifelt, Freunde zu finden und über allen wacht der im Koma liegende Hugo als eine Art guter Geist…

Man kann Fanservice auch so inszenieren, dass Zuschauer, die bisher nichts mit einem Format zu tun hatten, trotzdem abgeholt werden. Das wäre die Königsdisziplin. Den Machern von „Club der roten Bänder – Wie alles begann“ ist das leider nicht gelungen.  Dafür ist ihr Film eine stimmige Ergänzung der Serie, die vor allem Liebhabern einige neue Seiten an ihren bekannten Charakteren, allen voran Leo, offenbart. Schade, dass die anderen Figuren hinter ihm zurückstehen müssen.


DIE BLÜTE DES EINKLANGS | Regie: Naomi Kawase | JP/FR 2018

Nur einmal alle 997 Jahre blüht die Heilpflanze Vision. Und das auch nur in einem entlegenen Wald in der weiteren Umgebung der Stadt Nara, einer der ältesten Siedlungen Japans. Kein Wunder, dass sich jede Menge Mythen um die seltene Blume ranken. Fasziniert von der Geschichte macht sich die Reisejournalistin Jeanne auf den Weg um die halbe Welt in diese Gegend. In der nahezu menschenleeren Wildnis treffen sie und ihre junge Übersetzerin Hana auf den dort seit Jahren als eine Art Förster und Wildhüter lebenden Tomo. Zunächst noch etwas widerwillig gewährt er den beiden Frauen Unterkunft in seiner erstaunlich großen Hütte. Sie beginnen nach der Pflanze zu suchen und die Französin kommt dabei nicht nur dem schweigsamen Mann schnell näher, sondern auch der alten Einsiedlerin Aki… 

Esoterik-Fans können hier nach Herzenslust interpretieren und in wunderschönen Bildern schwelgen. Wer etwas bodenständiger gepolt ist, sollte trotz einer einmal mehr hinreißend aufspielenden Juliette Binoche besser die Finger von diesem an Symbolik überbordenden Mix aus Drama, Romanze und Fantasy lassen.


AILOS REISE | Regie: Guillaume Maidatchevsky | FR/FIN 2018

Für ein kleines Rentier wie Ailo ist die Welt noch ein großes Abenteuer! Doch schon bald geht der Ernst des Lebens los. Geboren in der wilden und majestätischen Natur Lapplands, muss Ailo zusammen mit seiner Herde eine gefährliche Reise durch die gefrorene Taiga, vorbei an imposanten Fjorden und unwegsamen Bergen antreten, die ein ganzes Jahr dauern wird. Jeder neue Tag bringt für Ailo Überraschungen, aber auch Gefahren: Er trifft auf Polarfüchse, Lemminge, Adler, Wölfe, Eichhörnchen und Hermeline – harmlose Tiere und solche, vor denen sich ein kleines Rentier in Acht nehmen sollte. An der Seite seiner Mutter lernt Ailo zu überleben und wächst auf der Wanderung seiner Herde durchs wilde Lappland zu einem großen Rentier heran. Kommentiert wird „Ailos Reise“ von Schauspielerin und Synchronsprecherin Anke Engelke. 

Für einen gemeinsamen Familienkinobesuch ist der schön gefilmte Naturfilm „Ailos Reise“ durchaus geeignet, jedoch sollten Eltern ihren Schützlingen weiteren Kontext liefern, denn diese Dokumentation will lieber knuffig sein als informativ.


HAPPY DEATHDAY 2U | Regie: Christopher Landon | USA 2019

„Happy Deathday“ war 2017 einer der Horror-Comedy-Hits. Jetzt bekommt die Geschichte der Studentin Tree (Jessica Rothe), die, am Abend ihres Geburtstages, unzählige Male ihre eigene Ermordung durch den Killer mit der Babymaske durchlebt, eine mit Spannung erwartete Fortsetzung. Tree hat den Mörder zwar entlarvt, befindet sich aber erneut im Todesloop. Doch dieses Mal muss sie immer und immer wieder sterben, nicht nur um sich, sondern auch um ihre Freunde zu retten. Tree versucht alles, um der tödlichen Zeitschleife zu entkommen und herauszufinden, wer sich dieses Mal hinter der grausamen Babymaske verbirgt…

Dass die hohen Erwartungen für „Happy Deathday 2U“ noch übertroffen werden, dafür sorgen die Akteure des ersten Teils neben Hauptdarstellerin Jessica Rothe und Autor und Regisseur Christopher Landon.


Heimkinotipp: GRÜNER WIRD’S NICHT, SAGTE DER GÄRTNER…|Regie: Florian Gallenberger|DE 2018

Schorsch ist Gärtner in einer bayerischen Kleinstadt und schuftet täglich in seinem Betrieb, der kurz vor der Pleite steht. Die Ehe mit seiner Frau ist längst entzaubert und zu allem Überfluss möchte seine Tochter jetzt auch noch an die Kunstakademie. Nur über den Wolken, in seinem klapprigen Propeller-Flugzeug fühlt sich Schorsch wirklich frei. Doch dann missfällt dem Chef des lokalen Golfplatzes, den Schorsch angelegt hat, der Grünton des Rasens und Schorsch bleibt auf seiner Rechnung sitzen. Als der Gerichtsvollzieher sein Flugzeug pfänden will, packt den Steuerknüppel und fliegt einfach davon. Es beginnt eine Reise, die ihn an unbekannte Orte führt, voller skurriler und besonderer Begegnungen – und mit jedem Start und jeder Landung öffnet der Gärtner ganz langsam sein Herz wieder für das, was man eine Ahnung von Glück nennt…

Florian Gallenberger macht es sich mit seiner Feelgood-Selbstfindungskomödie „Grüner wird’s nicht“ nicht einfach und versucht, trotz vieler verschiedener Brandherde ein positives Gefühl zu vermitteln, das echt und nicht konstruiert wirkt. Und was soll man sagen: Ihm ist genau das gelungen. Ein Wohlfühlfilm, dem man all seine positiven wie negativen Entwicklungen jederzeit abnimmt.

2018 – Die Plätze 40 bis 31

Es ist vorbei! Zwölf Monate voller verschiedener Filme – satte 328 an der Zahl – so viele wie noch nie zuvor! Die ärgerlichsten, nervigsten und anstrengendsten Vertreter habe ich bereits in meinen Flops abgefrühstückt. Doch ich kann den Jahreswechsel nicht guten Gewissens antreten, ehe nicht auch all jene Filme ausführlich gewürdigt wurden, die mir in diesem Jahr ganz besonders am Herzen lagen. Entsprechend folgen an dieser Stelle und in den kommenden Tagen meine 40 Lieblingsfilme des Jahres 2018. Und weil das in den letzten Jahren ja immer schon so gut geklappt hat, weise ich nun noch einmal auf Folgendes hin: Hierbei handelt es sich nicht um die aus Kritikersicht besten Filme des Jahres, sondern ausschließlich um meine ganz persönlichen, vollkommen subjektiv ausgewählten Lieblingsfilme! Doch genug der Theorie! Hier kommen also meine ersten zehn Lieblingsfilme aus über 300, die zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember hierzulande in Deutschland erschienen sind. Und auch diesmal habe ich nicht bloß Kinofilme, sondern auch Direct-to-DVD-Produktionen und solche berücksichtigt, die auf Streamingplattformen erschienen sind. Viel Spaß!

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Das startet am 8. November 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 8. November. Und der ist prall gefüllt mit jeder Menge starker Neustarts. Darunter: Oscar-Ware von Damien Chazelle, gewitzte Thrillerunterhaltung mit zwei smarten Ladys, ein Start mit Außenseiterchancen, der uns einen authentischen Einblick ins thailändische Knastleben ermöglicht und Nazi-Zombie-Action, die so ganz anders ist, als der übliche B-Movie-Trash.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

AUFBRUCH ZUM MOND | Regie: Damien Chazelle | USA 2018

Neil Armstrong ist ein ehemalige Navy-Pilot, der sich seit dem tragischen Tod seiner zweijährigen Tochter wie wild in die Arbeit stürzt. Er hat klar ein Ziel vor Augen: Als erster Mensch in der Geschichte will er einen Fuß auf den Mond setzen. Doch um es zu erreichen, muss er einen langen, steinigen Weg bestreiten, auf dem viele seiner Kollegen das Zeitliche segnen. Das bekommt auch seine Frau Janet mit, die sich mit anderen Astronauten-Gattinnen austauscht und dabei feststellt, wie sie nach und nach den Zugang zu ihrem Mann zu verlieren droht. Als sie ihn eines Tages mit ihrer Angst konfrontiert, Neil eines Tages nicht mehr in ihre Arme schließen zu können, steht der junge Mann vor einem innerlichen Zwiespalt. Familie oder Karriere? Doch lange kann er nicht nachdenken, denn schon bald klingelt das Telefon und am anderen Ende der Leitung unterbreitet man ihm das Angebot für einen Flug auf den Mond… 

Mit „Aufbruch zum Mond“ gelingt Damien Chazelle der nächste Eintrag in die Kinogeschichte. Sein Neil-Armstrong-Biopic ist keine Geschichte über einen US-amerikanischen Helden, sondern das Porträt eines sensiblen Mannes, der der Menschheitsgeschichte zu einem ihrer größten Triumphe verhalf.


NUR EIN KLEINER GEFALLEN | Regie: Paul Feig | USA/CAN 2018

Stephanie Smothers ist eine quirlige, naive Single-Mom, die einen eigenen YouTube-Channel betreibt, auf dem sie Rezepte verrät, Erziehungs- sowie Basteltipps gibt und ein wenig aus ihrem Leben plaudert. Zudem ist die junge Witwe völlig übermotiviert, weshalb die Eltern der anderen Kinder aus der Klasse ihres Sohns Miles häufig hinter Stephanies Rücken über sie herziehen. Eines Nachmittags begegnet Stephanie jedoch der stets hochelegant gekleideten, determiniert-schroffen Emily. Die wohlhabende PR-Managerin einer angesehenen Modefirma wird Stephanie „verschlingen“, schwören die restlichen Eltern, als sie erkennen, wie schnell Stephanie der zackige Kommandos verteilenden, weltlichen Emily verfällt. Sie lädt sie zu Martinis ein, entlockt ihr düstere Geheimnisse und lässt die Mom-Vloggerin vom Leben der Reichen kosten. Und dann, eines Tages, bittet Emily ihre neue Bekannte um einen kleinen Gefallen… 

 „Nur ein kleiner Gefallen“ ist so etwas wie die Antithese zu David Finchers „Gone Girl“ – eine gewitzte Thrillersatire, die das Genre einmal rauf- und runterzitiert, während zwei hervorragende (und vor allem hervorragend gekleidete!) Hauptdarstellerinnen die besten Leistungen ihrer Karriere abliefern.


OPERATION: OVERLORD | Regie: Julius Avery | USA 2018

Am Vortag des D-Days landet eine amerikanische Soldatentruppe in einem von deutschen Truppen besetzten Dorf in Nordfrankreich. Hier wollen sie den Funkturm sprengen, um den Deutschen die Kommunikation zu erschweren. Dabei treffen sie auf die resolute Chloe (Mathilde Ollivier), die sich gemeinsam mit ihrem Sohn vor den Nazis versteckt. Bei ihrem Versuch, zum Funkturm zu gelangen, stoßen Boyce (Jovan Adepo), Ford (Wyatt Russell) und der Rest des Teams auf ein geheimes, unterirdisches Labor, in dem sich bis zur Unkenntlichkeit entstellte Menschen befinden. Sie erkennen schnell, was dahintersteckt: Die Besatzer führen hier völlig wahnsinnige Experimente an den Dorfbewohnern durch, um aus ihnen Kampfmaschinen zu züchten – denn das 1000-jährige Reich benötigt 1000-jährige Krieger… Die Folgen sind verheerend! 

Die erste Hälfte von „Operation: Overlord“ ist ein herber Kriegsthriller, der in der zweiten Hälfte schließlich zur infernalen Nazi-Zombie-Sause mutiert, die trotz ihrer abgehobenen Prämisse immer genau so ernst bleibt, dass die grandios aussehenden Monster eine echte Bedrohlichkeit entfalten.

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