Schlagwort-Archiv: Horror

Escape Room

Der Siegeszug der sogenannten „Escape Rooms“ hat sich längst aus den USA nach Deutschland fortgesetzt. Nun erscheint passend dazu ein Actionhorrorfilm in den Kinos, der das simple Konzept der Rätselräume aufgreift und zu einem schönen Stilmix aus „Saw“, „Final Destination“ und klassischem Abenteuer verwebt. Unsere Kritik zu ESCAPE ROOM verrät mehr.

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Das startet am 14. Februar 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 14. Februar, dessen spannendsten Start „Happy Deathday 2U“ wir leider noch nicht sehen konnten. Der erste Teil war mit etwas mehr als 350.000 Kinobesuchern zwar kein großer Leinwandhit, wurde aber später im Heimkino zu einem Achtungserfolg und hat sich vor allem in den USA einen kleinen Kultstatus erarbeitet. Wie der zweite Teil wird – inhaltlich wie qualitativ – verraten wir euch an dieser Stelle ab Mittwoch. Darüber hinaus startet kommende Woche mit „Alita: Battle Angel“ ein Film, dem Experten einen beispielhaften Flop zutrauen. Das hat man allerdings auch damals über „Avatar“ gedacht… Für Fans der TV-Serie „Club der roten Bänder“ kommt endlich der lang erwartete Kinofilm, wer dagegen „SMS für Dich“ liebte, bekommt mit „Sweethearts“ endlich Nachschub von Regisseurin Karoline Herfurth.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ALITA: BATTLE ANGEL | Regie: Robert Rodriguez | CAN/ARG/USA 2019

Als Alita ohne Erinnerung in einer zukünftigen Welt, die sie nicht kennt, erwacht, nimmt sie der mitfühlende Cyber-Mediziner Ido unter seine Fittiche. Er erkennt, dass tief im Inneren dieses verlassenen Cyborgs das Herz und die Seele einer jungen Frau mit einer außergewöhnlichen Geschichte schlummern. Allmählich findet sich Alita in ihrem neuen Leben zurecht und lernt, sich in den gefährlichen Straßen von Iron City zu bewegen. Ido versucht, sie vor ihrer mysteriösen Vergangenheit zu schützen, während ihr gewiefter neuer Freund Hugo Alita anbietet, ihr bei der Suche nach ihrem alten Ich zu helfen. Als die korrupten Kräfte der Stadt, angeführt von Vector, beginnen, gegen Ido und Alita vorzugehen, entdeckt die junge Frau Hinweise auf ihr früheres Leben – und wird sich bewusst, dass sie übernatürliche Kampffähigkeiten besitzt. 

Mit ihrem Mix aus Coming-of-Age-Geschichte und dystopischem Sci-Fi-Actioner erzählen die Macher von „Alita: Battle Angel“ zwar nichts Neues, doch die technische Brillanz des Films, der überbordende Ideenreichtum und die gleichermaßen spektakulären wie brutalen Actionsequenzen machen den 3D-Blockbuster zum Kino-Pflichtbesuch – am besten im IMAX!


SWEETHEARTS | Regie: Karoline Herfurth | DE 2019

Zwei wie Feuer und Wasser: Franny ist beruflich wie privat völlig orientierungslos mit starker Tendenz zu Panikattacken. Dagegen ist die alleinerziehende Mutter Mel eine toughe Selbstversorgerin, die sich und ihrer Tochter mit einem Diamantenraub ein besseres Leben verschaffen möchte. Doch so gut Mels Plan auch ist – die Durchführung entwickelt sich eher suboptimal, und niemand hätte ihr je gewünscht, ausgerechnet Franny als Geisel zu nehmen. Franny treibt Mel mit ihren Panikattacken und „Deine Mutter“-Witzen in den Wahnsinn, während die toughe SEK-Leiterin Ingrid von Kaiten den beiden dicht auf der Spur ist. Und dann ist da noch der attraktive Polizist Harry, der nicht nur Franny total den Kopf verdreht, sondern gleich als zweite Geisel genommen wird. Von nun an ist das Chaos perfekt… 

Nach „SMS für Dich“ beweist Karoline Herfurth, dass sich als Regisseurin nicht nur Romantik, sondern auch Hochspannung inszenieren kann. Ihre Actioncomedy „Sweethearts“ ist ein stilsicheres Genrestück, das stark gespielt und in den besten Momenten auch noch äußerst komisch ist.


CLUB DER ROTEN BÄNDER – WIE ALLES BEGANN | Regie: Felix Binder | DE 2019

Lange bevor Leo, Jonas, Emma, Alex, Hugo und Toni ihren Krankenhausalltag miteinander teilen, müssen sie alle unabhängig voneinander schwere Schicksalsschläge durchstehen. Vor allem Leonard durchlebt eine Krise nach der anderen: Nach einer Krebsdiagnose muss ihm nicht nicht das Bein amputiert werden, auch seine Mutter stirbt an den Folgen eines Tumors. Ein wenig Halt gibt ihm neben seiner Schwester nur sein zunächst abweisender Zimmergenosse Ben, der ihm hilft, mit der neuen Situation umzugehen. Derweil bekommt die essgestörte Luise Probleme mit der Polizei, Jonas‘ Bruder hört selbst dann nicht auf, ihn zu schikanieren, als auch er mit einer schlimmen Krankheitsdiagnose konfrontiert wird, Alex leidet unter dem Weggang seiner Mutter, Toni versucht verzweifelt, Freunde zu finden und über allen wacht der im Koma liegende Hugo als eine Art guter Geist…

Man kann Fanservice auch so inszenieren, dass Zuschauer, die bisher nichts mit einem Format zu tun hatten, trotzdem abgeholt werden. Das wäre die Königsdisziplin. Den Machern von „Club der roten Bänder – Wie alles begann“ ist das leider nicht gelungen.  Dafür ist ihr Film eine stimmige Ergänzung der Serie, die vor allem Liebhabern einige neue Seiten an ihren bekannten Charakteren, allen voran Leo, offenbart. Schade, dass die anderen Figuren hinter ihm zurückstehen müssen.


DIE BLÜTE DES EINKLANGS | Regie: Naomi Kawase | JP/FR 2018

Nur einmal alle 997 Jahre blüht die Heilpflanze Vision. Und das auch nur in einem entlegenen Wald in der weiteren Umgebung der Stadt Nara, einer der ältesten Siedlungen Japans. Kein Wunder, dass sich jede Menge Mythen um die seltene Blume ranken. Fasziniert von der Geschichte macht sich die Reisejournalistin Jeanne auf den Weg um die halbe Welt in diese Gegend. In der nahezu menschenleeren Wildnis treffen sie und ihre junge Übersetzerin Hana auf den dort seit Jahren als eine Art Förster und Wildhüter lebenden Tomo. Zunächst noch etwas widerwillig gewährt er den beiden Frauen Unterkunft in seiner erstaunlich großen Hütte. Sie beginnen nach der Pflanze zu suchen und die Französin kommt dabei nicht nur dem schweigsamen Mann schnell näher, sondern auch der alten Einsiedlerin Aki… 

Esoterik-Fans können hier nach Herzenslust interpretieren und in wunderschönen Bildern schwelgen. Wer etwas bodenständiger gepolt ist, sollte trotz einer einmal mehr hinreißend aufspielenden Juliette Binoche besser die Finger von diesem an Symbolik überbordenden Mix aus Drama, Romanze und Fantasy lassen.


AILOS REISE | Regie: Guillaume Maidatchevsky | FR/FIN 2018

Für ein kleines Rentier wie Ailo ist die Welt noch ein großes Abenteuer! Doch schon bald geht der Ernst des Lebens los. Geboren in der wilden und majestätischen Natur Lapplands, muss Ailo zusammen mit seiner Herde eine gefährliche Reise durch die gefrorene Taiga, vorbei an imposanten Fjorden und unwegsamen Bergen antreten, die ein ganzes Jahr dauern wird. Jeder neue Tag bringt für Ailo Überraschungen, aber auch Gefahren: Er trifft auf Polarfüchse, Lemminge, Adler, Wölfe, Eichhörnchen und Hermeline – harmlose Tiere und solche, vor denen sich ein kleines Rentier in Acht nehmen sollte. An der Seite seiner Mutter lernt Ailo zu überleben und wächst auf der Wanderung seiner Herde durchs wilde Lappland zu einem großen Rentier heran. Kommentiert wird „Ailos Reise“ von Schauspielerin und Synchronsprecherin Anke Engelke. 

Für einen gemeinsamen Familienkinobesuch ist der schön gefilmte Naturfilm „Ailos Reise“ durchaus geeignet, jedoch sollten Eltern ihren Schützlingen weiteren Kontext liefern, denn diese Dokumentation will lieber knuffig sein als informativ.


HAPPY DEATHDAY 2U | Regie: Christopher Landon | USA 2019

„Happy Deathday“ war 2017 einer der Horror-Comedy-Hits. Jetzt bekommt die Geschichte der Studentin Tree (Jessica Rothe), die, am Abend ihres Geburtstages, unzählige Male ihre eigene Ermordung durch den Killer mit der Babymaske durchlebt, eine mit Spannung erwartete Fortsetzung. Tree hat den Mörder zwar entlarvt, befindet sich aber erneut im Todesloop. Doch dieses Mal muss sie immer und immer wieder sterben, nicht nur um sich, sondern auch um ihre Freunde zu retten. Tree versucht alles, um der tödlichen Zeitschleife zu entkommen und herauszufinden, wer sich dieses Mal hinter der grausamen Babymaske verbirgt…

Dass die hohen Erwartungen für „Happy Deathday 2U“ noch übertroffen werden, dafür sorgen die Akteure des ersten Teils neben Hauptdarstellerin Jessica Rothe und Autor und Regisseur Christopher Landon.


Heimkinotipp: GRÜNER WIRD’S NICHT, SAGTE DER GÄRTNER…|Regie: Florian Gallenberger|DE 2018

Schorsch ist Gärtner in einer bayerischen Kleinstadt und schuftet täglich in seinem Betrieb, der kurz vor der Pleite steht. Die Ehe mit seiner Frau ist längst entzaubert und zu allem Überfluss möchte seine Tochter jetzt auch noch an die Kunstakademie. Nur über den Wolken, in seinem klapprigen Propeller-Flugzeug fühlt sich Schorsch wirklich frei. Doch dann missfällt dem Chef des lokalen Golfplatzes, den Schorsch angelegt hat, der Grünton des Rasens und Schorsch bleibt auf seiner Rechnung sitzen. Als der Gerichtsvollzieher sein Flugzeug pfänden will, packt den Steuerknüppel und fliegt einfach davon. Es beginnt eine Reise, die ihn an unbekannte Orte führt, voller skurriler und besonderer Begegnungen – und mit jedem Start und jeder Landung öffnet der Gärtner ganz langsam sein Herz wieder für das, was man eine Ahnung von Glück nennt…

Florian Gallenberger macht es sich mit seiner Feelgood-Selbstfindungskomödie „Grüner wird’s nicht“ nicht einfach und versucht, trotz vieler verschiedener Brandherde ein positives Gefühl zu vermitteln, das echt und nicht konstruiert wirkt. Und was soll man sagen: Ihm ist genau das gelungen. Ein Wohlfühlfilm, dem man all seine positiven wie negativen Entwicklungen jederzeit abnimmt.

The Possession of Hannah Grace

Schaut man auf gängige Filmbewertungsportale in den USA ordnet sich der Exorzismus-Horrorfilm THE POSSESSION OF HANNAH GRACE neben Filmen wie „Slender Man“ oder „Polaroid“ in die Reihe der hundsmiserablen Genrebeiträge ein, die die Welt nicht braucht. Doch woher diese Abneigung kommt, können zumindest wir uns nicht erklären. Mehr dazu verraten wir in unserer Kritik. Weiterlesen

Das startet am 31. Januar 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 31. Januar, an dem ein Film startet, der den Vorschusslorbeeren nach die Chance haben könnte, ähnlich „Ziemlich beste Freunde“ ein Dauerbrenner zu werden. Wir sprechen uns allerdings gegen „Green Book“ aus. Ganz anders „Plötzlich Familie“, eine hinreißende Familienkomödie, die es dank Starpower ebenfalls zu einem kleinen Hit bringen könnte. Besser als sein Ruf ist der Horrorthriller „The Possession of Hannah Grace“, der nur in der letzten halben Stunde ein wenig nachlässt. Und ein echtes Unikat bildet „Mia und der weiße Löwe“, eine Art „Boyhood“ mit Löwen. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

PLÖTZLICH FAMILIE | Regie: Sean Anders | USA 2018

Das glücklich verheiratete, aus der gehobenen Mittelklasse stammende Ehepaar Ellie und Pete leitet gemeinsam eine Firma, die sanierungsbedürftige Häuser kauft, von Grund auf renoviert und weiterverkauft. Das Thema Familienplanung ging bei dem geschäftigen Paar stets unter, während im Familienkreis schon längst mehrmals Nachkommen auf die Welt gebracht wurden. Eines Abends schaut sich Ellie die Webseite einer Adoptionsagentur an – und kann die Tränen kaum noch stoppen. Auch Pete lässt sich nach kurzem Widerstreben vom Gedanken mitreißen, ein Kind zu adoptieren. Der Vorbereitungskurs der Adoptionsagentur ihrer Wahl ist allerdings kein Zuckerschlecken: Karen und Sharon wollen ihre Schützlinge um jeden Preis in die perfekten Arme übergeben – und wollen zudem liebend gern schwer vermittelbare Pflegekinder an neue Eltern übermitteln. 

Mark Wahlberg zeigt sich von seiner freundlichen Seite, Rose Byrne glänzt einmal mehr und ihre Film-Adoptivkinder treffen genau den richtigen Ton zwischen kratzbürstig und goldig: Der lose auf wahren Ereignissen basierende „Plötzlich Familie“ ist eine schön gespielte Dramödie, in der sich herzliche mit lustigen Momenten nahtlos abwechseln.


MIA UND DER WEIßE LÖWE | Regie: Gilles de Maistre | FR/ZAF/DE 2018

Nur widerwillig lässt die zehnjährige Mia ihre geliebte Heimat London hinter sich. Denn ihre Eltern eröffnen in der südafrikanischen Steppe eine Löwenzucht mit angeschlossener Bed-&-Breakfast-Pension. Dort angekommen vermisst das eben noch so fröhliche Mädchen seine Freunde und ist todunglücklich. Das ändert sich erst, als ihr Dad ihr ein auf der Farm der Familie geborenes, schneeweißes Löwenbaby anvertraut. Im Laufe der nächsten drei Jahre entsteht zwischen dem Mädchen und dem langsam, aber sicher zu einem mächtigen Raubtier heranwachsenden Charlie ein starkes Band der Liebe und des Vertrauens. Nach einem beinahe fatalen Zwischenfall mit einem unvorsichtigen Touristen will Mias Vater den Löwen mit dem ungewöhnlichen Fell allerdings verkaufen. Und das ausgerechnet an einen windigen Nachbarn, der seltene Tiere Großwildjägern zum Abschuss anbietet… 

Ein bewegend realistischer Film mit einem bemerkenswerten, erstklassig funktionierenden Übergang von klassischer Familienunterhaltung zu einem spannenden Drama. Die stimmungsvollen Bilder von der wundervollen südafrikanischen Natur sind ein zusätzlicher Bonus, der den Kinobesuch schon (fast) allein rechtfertigen würde.


THE POSSESSION OF HANNAH GRACE | Regie: Diederik Van Rooijen | USA 2018

Wenn man tot ist, ist man tot. Aber manchmal ist der Tod erst der Anfang… Ein außer Kontrolle geratener Exorzismus fordert das Leben einer jungen Frau (Kirby Johnson). Monate später, mitten in der Nachtschicht, landet der schrecklich entstellte Leichnam auf dem Tisch von Megan Reed (Shay Mitchell) in der Leichenhalle, die gerade erst angefangen hat, in ihrem neuen Job zu arbeiten und selbst mit den Dämonen aus ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat. Gefangen in den Kellerräumen dieser gespenstischen Umgebung wird Megan von entsetzlichen und bizarren Visionen heimgesucht, die darauf hindeuten, dass der leblose Körper noch immer von einer dämonischen Macht besessen ist. Doch ist es wirklich der Leichnam, der ein bizarres Eigenleben führt, oder sind es die Folgen von Meghans psychischer Erkrankung, wegen der sie bereits Psychopharmaka genommen hat?

Die erste Dreiviertelstunde von „The Possession of Hannah Grace“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich mit wenigen Mitteln eine glaubhaft beklemmende Atmosphäre kreieren lässt. In der zweiten Hälfte verläuft sich der Film leider in einem standardisierten Krawall-Finale – trotzdem bleibt er bis zuletzt ein solide Schocker.


CHECKER TOBI UND DAS GEHEIMNIS UNSERES PLANETEN | Regie: Martin Tischner | DE 2019

Das größte Abenteuer seines Lebens beginnt für Checker Tobi auf einem Piratenschiff mitten im Meer. Dort entdeckt er eine Flaschenpost, in der ein Rätsel steckt. Wenn er es löst, wird er das Geheimnis unseres Planeten lüften. Eine aufregende Schnitzeljagd um die Erde beginnt! Tobi klettert auf den Krater eines feuerspeienden Vulkans, taucht mit Seedrachen im Pazifik, erkundet mit Klimaforschern die einsamsten Gegenden der Arktis und landet ausgerechnet in der trockensten Zeit des Jahres in Indien. In Mumbai wird er zum Bollywoodstar, ehe der Monsun die Megametropole verwandelt. Schließlich checkt Tobi, dass er des Rätsels Lösung während seiner ganzen Reise vor Augen hatte. Der KiKA-Held vieler Kinder erobert mit „Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten“ endlich die große Leinwand.

„Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten“ ist ein stark bebilderter Wissensfilm für Kinder im Vor- und Grundschulalter, in der der beliebte Fernsehmoderator eine Sensibilität für die Natur und ihre Geheimnisse schafft. Die Produktionsbedingungen führen den noblen Umweltschutzansatz allerdings ad absurdum und auch die gescripteten Elemente werden zumindest das erwachsene Publikum irritieren.


BELLEVILLE COP | Regie: Rachid Bouchareb | FR 2018

Baaba Keita (Omar Sy) ist Polizist im multikulturellen Pariser Stadtteil Belleville. Er ist noch nie aus seinem Viertel rausgekommen – ihm gefällt das Leben dort. Seine Freundin Lin (Diem Nguyen) allerdings hat darauf keine Lust mehr. Sie will hinaus in die Welt, auch wegen Baabas dominanter Mutter Zohra (Biyouna), die sich ständig in alles einmischt. Eines Abends wird Roland (Franck Gastambide) vor den Augen seines Jugendfreundes Baaba erschossen. Um den Mördern auf die Spur zu kommen, übernimmt Baaba Rolands Job – und zwar in Miami, am französischen Konsulat. Doch ständig kommt der französische Bulle mit dem amerikanischen Gesetz in Konflikt, ständig muss sein neuer Partner Ricardo (Luis Guzmán) ihn bei den Cop-Kollegen raushauen. Das macht eine Freundschaft zwischen den beiden vorerst schwierig. Aber mit „Miami Vice“ als Vorbild und einem gigantischen Kokain-Deal direkt vor der Nase raufen sich die beiden zusammen:

Diese turbulente Action-Komödie ist weit davon entfernt, ein wirklich guter Film zu sein. Jedoch ist sie zumindest kurzweilig und macht dank der Hauptdarsteller richtig Spaß. Das ist schon mal mehr, als von vielen, deutlich anspruchsvoller konstruierten Leinwandwerken behauptet werden kann. Als unverfängliches Date-Movie oder einfach mal zum gepflegten Hirnabschalten ist „Belleville Cop“ prima geeignet.


THE MULE | Regie:  Clint Eastwood | USA 2018

Earl Stone ist ein Mann in seinen Achtzigern, der – hoch verschuldet und allein – vor der Zwangsvollstreckung seines Unternehmens steht. Da erhält er ein verlockendes Jobangebot: Er soll lediglich Auto fahren – und sagt zu! Doch ohne es zu wissen, hat Earl mit dieser Entscheidung als Drogenkurier für ein mexikanisches Kartell angeheuert. Er macht seinen Job gut – sogar so gut, dass seine Fracht immer wertvoller wird und er einem Aufpasser des Kartells zugeteilt wird. Aber der ist nicht der Einzige, der Earl beobachtet: Der mysteriöse neue Drogenkurier ist ebenfalls auf dem Radar des knallharten DEA-Agenten Colin Bates aufgetaucht. Doch auch wenn seine Geldprobleme nunmehr der Vergangenheit angehören, belasten Earl die Fehler seiner Vergangenheit zunehmend – und es ist ungewiss, ob er noch Zeit hat, das Geschehene wiedergutzumachen, oder ob das Gesetz – oder das Kartell – ihn vorher erwischen wird. 

Formal gesehen ist „The Mule“ ein unterhaltsames Roadmovie mit Thrillereinschlag, das vor allem dank Clint Eastwood brilliert. Doch immer wieder lotet der Regisseur und Schauspieler die Grenzen des guten Geschmacks aus, was irritiert. Auch wenn er das vermutlich genauso wenig böse meint, wie seine hier dargestellte Figur das N-Wort.


GREEN BOOK – EINE BESONDERE FREUNDSCHAFT | Regie: Peter Farrelly | USA 2018

1962 in den Vereinigten Staaten: Der Italo-Amerikaner Frank Anthony „Tony Lip“ Vallelonga ist ein draufgängerischer, seine Ehefrau über alles liebender Türsteher, der richtig austeilen kann, wenn es darauf ankommt. Da sich „sein“ Club für mehrere Monate im Umbau befindet, braucht Tony dringend einen Zwischenjob. Als ihn der in New York angesehene, wortwörtlich über der Carnegie Hall lebende Musiker Dr. Don Shirley anheuern möchte, ihn während einer Tournee durch den für Schwarze durchaus gefährlichen Süden der USA zu fahren, lehnt Tony zunächst ab. Ihm ist das erste Gehaltsangebot zu niedrig, zudem will er nicht den Diener für einen Schwarzen geben. Letztlich werden sich Shirley und Tony doch noch einig, allerdings ist die Stimmung zwischen dem einfach gestrickten, etwas rüpelhaften Tony und dem belesenen, eleganten Shirley vorerst eisig…

Tief durchatmen: Mahershala Ali glänzt in „Green Book“ und wann immer sich die beiden Hauptfiguren in im Film freundschaftlich necken, funktioniert diese Dramödie. Sobald sie jedoch versucht, Rassismus zu thematisieren, geht sie häufig grobschlächtig, naiv oder gar (unwillentlich?) passiv-aggressiv vor. Selbst, wenn man sagen will „Im Zweifel für den Angeklagten“, so müssen wir diesen Angeklagten schuldig sprechen, dass er zwar gut gemeint, aber zum Haare Raufen gemacht ist.


AB HEUTE SIND WIR EHRLICH | Regie:  Ficarra, Picone | IT 2017

Die Kleinstadt Pietrammare in Sizilien leidet unter der Misswirtschaft des langjährigen korrupten Bürgermeisters Gaetano Patanè (Tony Sperandeo), der alle Tricks kennt und politische Gegner rechtzeitig auszuschalten versteht. Die Opfer sind die Bürger. Bei den anstehenden Wahlen traut sich einzig der integre, aber unerfahrene Lehrer Pierpaolo Natoli (Vincezo Amato) als Außenseiter gegen ihn anzutreten. Patanè ist siegessicher, doch das Wunder geschieht: Die Einwohner haben die Nase voll vom Sumpf der Korruption und wählen den unerfahrenen Natoli zum neuen Bürgermeister. Der hält sein Wahlversprechen und regiert die Stadt ab sofort kompromisslos nach den Prinzipien von Ordnung, Ehrlichkeit und Gesetzestreue. Das hatte natürlich niemand erwartet. Schon bald ebbt die Begeisterung der Wähler ab und die ersten Bürger fordern die Rückkehr zum alten, bequemeren System…


Heimkinotipp: SEARCHING | Regie: Aneesh Shaganty | USA 2018

Nachdem die 16-jährige Tochter von David Kim spurlos verschwindet, wird eine örtliche Untersuchung eingeleitet und Kriminalkommissarin Rosemary Vick dem Fall zugeteilt. Als es 37 Stunden später immer noch kein Lebenszeichen von Margot gibt, beschließt David, am einzigen Ort zu suchen, an dem bisher noch keiner nachgesehen hat – dort, wo heutzutage alle Geheimnisse aufbewahrt werden: Er durchsucht den Laptop seiner Tochter und klickt sich einmal durch die gesamten sozialen Netzwerke, die Margot vor ihrem Verschwinden aufgesucht hat. Dabei lernt er nicht bloß den Freundeskreis seiner Tochter kennen, sondern auch, dass er Margot weitaus weniger gut kannte, als er immer angenommen hat. Wird er seine Tochter rechtzeitig und vor allem lebend wiedersehen? 

Auch wenn das visuelle Konzept einer sich ausschließlich auf Computer- und Fernsehscreens abspielenden Suche nach einem vermissten Mädchen in „Searching“ klar im Vordergrund steht, ist der Film obendrein auch noch ein richtig spannender und abwechslungsreicher Thriller mit angenehm unverbrauchten Gesichtern.

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