Schlagwort-Archiv: Horror

Das startet am 20. Juni 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 20. Juni, dessen qualitative Bandbreite größer nicht sein könnte. Jonathan Levine und Seth Rogen liefern mit „Long Shot“ die bislang witzigste Komödie des Jahres ab, während aus Deutschland eine filmische Frechheit kommt, die ihresgleichen sucht. Dazwischen gibt’s netten Horror, hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibende Romanzen und noch viel mehr.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

LONG SHOT – UNWAHRSCHEINLICH, ABER NICHT UNMÖGLICH | Regie: Jonathan Levine | USA 2019

Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an und Charlotte Field (Charlize Theron) und Fred Flarsky (Seth Rogen) könnten unterschiedlicher nicht sein: Sie, die bildschöne Außenministerin der Vereinigten Staaten, intelligent, gebildet und versiert. Er, ein durchaus talentierter Journalist mit leichtem Hang zum Chaotischen und auf den ersten Blick nicht besonders gutaussehend. Nichts verbindet die beiden, außer dass sie vor Jahren sein Babysitter und er unsterblich in sie verliebt war. Als die beiden sich nun durch Zufall auf einer Party wiedertreffen, stellt Charlotte ihn spontan als Redenschreiber ein. Stellt sich nur die Frage: Wie schafft man es, als Nerd eine wahnsinnig elegante Frau zu beeindrucken? Und wie gut ist die Idee, ein Verhältnis mit seiner Chefin anzufangen? Offenbar ist sie unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich…

„Long Shot“ ist smart, witzig, romantisch und von vorn bis hinten liebenswert. Derzeit gibt es keinen Film, nach dem man das Kino mit einem besseren Gefühl verlässt, als diese hochcharmante Mischung aus Comedy, Lovestory und Politsatire – und Seth Rogen und Charlize Theron haben eine Chemie miteinander, vor der man niederknien möchte.


BRIGHTBURN | Regie: David Yarovesky | USA 2019

Tory und Kyle Breyer wünschen sich nichts sehnlicher als ein Kind. Eines Tages finden sie einen kleinen Jungen in den nahegelegenen Wäldern, den sie mit zu sich nach Hause nehmen und Brandon taufen. Das Familienglück scheint endlich komplett, doch als Brandon das Teenageralter erreicht hat, beginnt er plötzlich, abnorme Kräfte zu entwickeln. Er schleudert nicht nur einen Rasenmäher hunderte Meter weit, sondern stoppt auch das Schneideblatt mit den bloßen Händen – oder verbiegt die Zinken einer Gabel mit seinem Mund. Zunächst selbst überfordert mit diesen Fähigkeiten, beginnt er sie plötzlich auch gegen Menschen einzusetzen. Für seine zunehmend verzweifelten Eltern steht fest: Der Junge, den sie viele Jahre lang als ihren eigenen Sohn aufgezogen haben, ist alles andere als ein Segen, denn plötzlich geraten auch sie ins Visier ihres Kindes…

„Brightburn“ ist zwar eher Evil-Child-Horror als „böser Superheldenfilm“, aber aufgrund des hohen Tempos, der soliden Effekte und der schön fiesen Gewaltspitzen macht David Yaroveskys außergewöhnliches Genreexperiment Laune und Lust auf mehr. Und das Interesse an einer Fortsetzung ist heutzutage ja nun echt selten.


VERACHTUNG | Regie: Christoffer Boe | DK/DE 2018

Carl Mørck und sein Assistent Assad werden mit einem besonders schaurigen Tatort konfrontiert: In einem verlassenen Apartment haben Handwerker drei mumifizierte Leichen gefunden – sie sitzen an einem gedeckten Tisch, an dem ein vierter freier Platz auf einen weiteren Gast wartet. Wer sind die Toten, und für wen ist der Platz bestimmt? Die Spur führt Mørck und Assad zu einer Frauenklinik auf einer verlassenen Insel vor der Küste Dänemarks. Die grausamen Experimente, die hier an den Patientinnen durchgeführt wurden, sind ein dunkles Kapitel der Geschichte, das bislang als abgeschlossen galt. Doch Mørck und Assad finden Hinweise, dass die Täter von damals immer noch am Werk sind – und sie haben nicht viel Zeit, um weitere Morde zu verhindern…

„Verachtung“ ist als vierter und vermutlich letzter „Sonderdezernat Q“-Film mit dieser Besetzung noch einmal ein starker Thriller, der durch seinen Realitätsbezug auf eines der dunkelsten Kapitel dänischer Geschichte besonders beklemmend.


DREI SCHRITTE ZU DIR | Regie:  Justin Baldoni | USA 2019

Stella (Haley Lu Richardson) ist eine 17-Jährige, wie sie im Buche steht: Ihr Smartphone gibt sie nicht aus der Hand und am liebsten chattet sie mit ihren Freunden. Nur Platz zum Träumen bleibt ihr nicht, denn anders als normale Teenager, verbringt sie die meiste Zeit unter strenger Beobachtung im Krankenhaus. Stella leidet an der unheilbaren Erbkrankheit Mukoviszidose und ihre wichtigste Regel lautet: Komm keinem Mitpatienten näher als 4 Schritte, denn er könnte dich mit seinen Bakterien schwächen und schlimmstenfalls töten. Als sie aber dem charmanten Will (Cole Sprouse) begegnet, der immer wieder gegen seine Behandlung rebelliert, knistert es so sehr zwischen ihnen, dass es Stella zunehmend schwerer fällt, den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand einzuhalten…

„Drei Schritte zu dir“ ist lange Zeit ein von fantastischen Newcomern getragenes Jugenddrama, das zu Gunsten echter Emotionen Kitsch weiträumig vermeidet. Doch ausgerechnet in der letzten halben Stunde wirft Regisseur Justin Baldoni diesen reduzierten Ansatz über den Haufen und presst nochmal eine extra Portion Schmalz in seinen Film.


TOLKIEN | Regie: Dome Krukoski | USA 2019

Als John Ronald Reuel Tolkien Ende des 19. Jahrhunderts aus seinem wohlbehüteten Familienkreis als Exeter College in Oxford geht, findet er inmitten einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten Freundschaft, Inspiration und den Mut, seine Leidenschaft fürs Schreiben auszuleben. Schon in seinem Heimatdorf, einem Vorort von Birmingham, der später als Inspiration für das Auenland dienen soll, hat er seinen jüngeren Geschwistern ausgedachte Geschichten erzählt. Nun bringt er sie zu Papier und findet in einem von seinen Fähigkeiten beeindruckten Professor auch einen Mentor. Doch die Liebe zur schöne Edith hemmt ihn – hatte er sie für das Stipendium doch einst allein auf dem Land zurückgelassen. Er kann die junge Frau einfach nicht vergessen, bis er im Sommer 1916 schließlich eingezogen wird: der erste Weltkrieg tobt…

Nicholas Hoult verkörpert den jungen J.R.R. Tolkien absolut glaubhaft, doch der Film selbst ist vor allem eine Liebesgeschichte mit szenischen Kriegsfilmeinschüben. Beides lässt bis zum Ende offen, inwiefern es den „Herr der Ringe“-Autor eigentlich zu seinen Werken inspiriert hat. „Tolkien“ könnte daher auch eine ausgedachte Geschichte sein.


TAL DER SKORPIONE | Regie: Patrick Roy Beckert | DE 2019

Battle Royale meets Deliverance. „Tal der Skorpione“ erzählt von einem gnadenlosen Spiel in der Wildnis, wo kriminelle Psychopathen – Mörder, Vergewaltiger, und anderweitig aggressive Mensche – gegeneinander bis aufs Blut ums Überleben kämpfen müssen. Urheber dieses Gladiatorenkampfes sind die größenwahnsinnigen Wissenschaftler Gebrüder Ribbeck, die aus den Genen des Siegers einen Übermenschen klonen wollen. Zufällig findet sich auch der Polizist Kamarowski im Tal der Skorpione wieder und ist gezwungen, den Kampf gegen seine bis an die Zähne bewaffneten Kontrahenten aufzunehmen. Doch in dieser Umgebung verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse zusehends un auch Kamerowski mordet schon bald sinnentleert…

„Tal der Skorpione“ ist eine Frechheit: Unter hundmiserablen technischen Voraussetzungen entstand hier ein Film, der nicht nur völlig hohl, sondern obendrein auch noch homophob, sexistisch und gewaltverherrlichend ist. Da ist das grottenschlechte „Schauspiel“ aller Beteiligter noch das geringste Problem, wenn man sich während der viel zu langen 131 Minuten immer wieder fragt, wann dieses potthässliche Grauen endlich vorbei ist.


O BEAUTIFUL NIGHT | Regie: Xaver Böhm | DE 2018

Obwohl der neurotische Musiker Juri noch jung ist, hat er vor allem Eines: Angst vor dem Sterben. Und somit Angst vor dem Leben, denn dort lauert der Tod an allen Ecken. So lebt er zurückgezogen und verdient sein Geld mit Online Black Jack. Als eines Abends ein Vogel an Juris Scheibe fliegt und vor seinen Augen stirbt, stürzt ihn das in eine Panikattacke. Er flieht von zu Hause und sucht Trost in einem nahe gelegenen Automatenkasino. Doch statt zur Ruhe zu kommen, begegnet Juri einem unheimlichen Österreicher, der behauptet niemand anderer als der Tod höchstpersönlich zu sein. Dieser düstere, aber nicht humorlose Kerl nimmt Juri in faustischer Manier mit auf eine skurrile und abenteuerliche Reise durch die Nacht… Die Reise führt schließlich bis ans Ende der Nacht und konfrontiert die drei sowie auch das Publikum mit der Frage: Ist der charismatische Österreicher tatsächlich der Sensenmann und muss wirklich jemand sterben?


EINE MORALISCHE ENTSCHEIDUNG | Regie: Vahid Jalilvand | IRN 2017

Als Kaveh Nariman bei einem nächtlichen Verkehrsunfall in Teheran ein Motorrad mit einer vierköpfigen Familie rammt, wird dabei der achtjährige Amir leicht am Kopf verletzt. Nariman, der als Gerichtsmediziner arbeitet,  möchte sichergehen, dass es dem Jungen gut geht. Er drängt Amirs Vater Moosa, seinen verletzten Sohn direkt ins Krankenhaus zu bringen, bietet ihm sogar Geld als Entschädigung für alle Unkosten an, das dieser widerstrebend annimmt. Am nächsten Tag wird der Junge in Narimans Klinik zur Autopsie eingeliefert, er ist tot. Dr. Nariman glaubt, dafür die Schuld zu tragen. Vorerst spricht er mit niemandem über sein Geheimnis. Seine ihm nahestehende Kollegin Dr. Sayeh Behbahani dagegen diagnostiziert eine Lebensmittelvergiftung als Ursache. Ist also doch Amirs Vater verantwortlich, der seinem Sohn verdorbenes Fleisch zu essen gab? In ihrer wütenden Trauer macht Leila ihrem Mann Moosa schwere Vorwürfe.


DER KLAVIERSPIELER VOM GARE DU NORD | Regie: Ludovic Bernard | FR/BEL 2018

Bahnhofstrubel in Paris: Menschen strömen durcheinander, gehetzt, anonym, merkwürdig blind und taub füreinander. Doch für einen gilt diese Beschreibung nicht. Mathieu Malinski hat sich auf eine Insel inmitten dieses geschäftigen Gewusels zurückgezogen. Der junge Mann sitzt an einem öffentlichen Klavier, er spielt ganz für sich und doch auch für die ganze Welt. Und einer ist im Publikum, der wahrnimmt, dass die Musik für Mathieu mehr ist als ein zerstreuendes Hintergrundrauschen: Pierre Geithner, Leiter des Pariser Konservatoriums. Nur zu gern würde er den jungen Mann fördern, doch Mathieu hat schon zu viele Enttäuschungen erlebt, um sein Glück annehmen zu können. Und so weist er das Angebot ab. Bis zu dem Tag, an dem er wegen Diebstahls vor Gericht steht und niemanden hat, an den er sich wenden kann – außer Pierre Geithner, der seine Haftstrafe in Sozialstunden am Konservatorium umwandeln lässt.


Heimkinotipp: DER VERLORENE SOHN | Regie: Joel Edgerton | AUS/USA 2018

Der neunzehnjährige Jared (Lucas Hedges) wächst in einem Baptistenprediger-Haushalt in den amerikanischen Südstaaten auf. Als sein streng gläubiger Vater (Russell Crowe) von der Homosexualität seines Sohnes erfährt, da Jared ungewollt geoutet wird, drängt er ihn zur Teilnahme an einer fragwürdigen Reparativtherapie, wo er seine Homosexualität bekämpfen soll. Vor die Wahl gestellt, entweder seine Identität oder seine Familie und seinen Glauben zu riskieren, lässt er sich notgedrungen auf die absurde Behandlung ein. Seine Mutter (Nicole Kidman) begleitet Jared zu der abgeschotteten Einrichtung, deren selbst ernannter Therapeut Viktor Sykes (Joel Edgerton) ein entwürdigendes und unmenschliches Umerziehungsprogramm leitet.

Joel Edgerton beweist auch in seiner zweiten Arbeit „Der verlorene Sohn“ sein Händchen dafür, stilsicher und ohne Effekthascherei von zwischenmenschlichen Dramen zu erzählen, die gerade durch ihre zurückgenommene Inszenierung umso mehr Emotionalität und Kraft entfalten.

Brightburn

Alles andere als ein Superheld – in der Kleinstadt BRIGHTBURN geht ein mordender Junge um, der uns im Auftrag von Regisseur David Yarovesky aufzeigt, was wäre, wenn Batman kein guter Mensch gewesen wäre. Dieses Experiment erweist sich mit Abstrichen als verdammt unterhaltsam. Mehr dazu verraten wir in unserer Kritik. Weiterlesen

Das startet am 13. Juni 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 13. Juni, dessen größten Start wir – wieder einmal – nicht vorab sehen konnten. Wie sich „Men In Black: International“ schlägt, verraten wir auch an dieser Stelle am Mittwoch. Bis dahin müssen wir Euch vertrösten. Unter anderem mit einer Zombie-Komödie von Jim Jarmusch, dem neuesten Film von „Son of Saul“-Regisseur László Nemesz und dem überraschend gelungenen zweiten Teil des Hundefilms „Bailey“. Achso, und was es mit „Hollywoodtürke“ auf sich hat, wissen wir auch nicht…

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THE DEAD DON’T DIE | Regie: Jim Jarmusch | USA/SWE 2019

Eine Verschiebung der Erdachse löst eine Abfolge seltsamer Geschehnisse in der beschaulichen Kleinstadt Centerville aus. Während Sherriff Cliff Robertson (Bill Murray) noch rätselt, ist sich sein Kollege Ronald Peterson (Adam Driver) sicher: Es muss sich um eine Epidemie von Zombies handeln. Diese haben es allerdings nicht nur auf die Bürger von Centerville abgesehen, sondern auch auf Dinge, mit denen sie sich bevorzugt zu Lebzeiten beschäftigt haben. So wandeln sie auf den Straßen – hungrig nach Menschenfleisch, Kaffee und gerne auch einem Gläschen Chardonnay. Als sich herausstellt, wie man der untoten Ghule habhaft werden kann, macht das Polizistenduo bewaffnet mit Machete und Schrotflinte und unterstützt von ihrer jungen Kollegin (Chloë Sevigny) nun Jagd auf Zombieköpfe, um die Stadt doch noch vor der Invasion zu retten. 

Jim Jarmusch macht auch in „The Dead Don’t Die“ das was er am besten kann und setzt auf größtmögliche Reduktion – nicht nur im Hinblick auf das Tempo, sondern auch in der Kreation seiner Gags. Die starbesetzte Zombiecomedy ist vor allem deshalb so lustig, weil alles an ihr darauf angelegt ist, dass sie es nicht ist. Muss man mögen, kann man lieben.


BAILEY 2 – EIN HUND KEHRT ZURÜCK | Regie:  Gail Mancuso | CHN/IND/HKG/USA 2019

Hund Bailey ist in die Jahre gekommen. Früher tollte er noch gemeinsam mit seinem Herrchen Ethan über die Wiesen und führte ihn sogar mit seiner heutigen Frau Hannah zusammen, doch mittlerweile lässt es der gutmütige Rüde ruhiger angehen. Ethans und Hannahs Enkelin Calista Jane – kurz: CJ – hat es dem Ehepaar und Bailey besonders angetan. Doch CJs Mutter Gloria ist seit dem Tod ihres Mannes vollkommen überfordert. Sie träumt von einer Karriere als Sängerin und vernachlässigt darüber ihre Tochter. Trotzdem nimmt sie CJ eines Tages mit zu sich, als sie überstürzt von der Farm ihrer Eltern aufbricht und versucht, sich in der Stadt ein neues Leben aufzubauen. Zunächst muss CJ hier ganz allein klarkommen. Doch schon bald trifft sie über Umwege auf die junge Hündin Molly. Was CJ nicht ahnt: In Molly steckt die Seele des mittlerweile verstorbenen Bailey…

„Bailey 2 – Ein Freund fürs Leben“ erzählt eine reifere Geschichte als noch der erste Teil und profitiert von einem überzeugenderen Synchronsprecher in der Rolle des Titelhundes. Und obwohl die Story zwischenzeitlich an Kitsch und Überkonstruktion zu scheitern droht, geht man am Ende doch mit einem bemerkenswerten Wohlgefühl aus dem Kino.


MEN IN BLACK: INTERNATIONAL | Regie: F. Gary Gray | DE 2019

Schon seit frühester Kindheit weiß Molly (um die Existenz der Men in Black. Irgendwann bat sie schließlich selbst um Rekrutierung und fand bei der resoluten Agent O Gehör. Mittlerweile nennt sie sich nur noch Agent M und steht an der Seite des arroganten Agent H  vor ihrem ersten großen Auftrag: In der britischen Hauptstadt London soll sie Vungus, den Angehörigen eines außerirdischen Königshauses, beschützen. Doch kurz nach seiner Ankunft auf der Erde wird er das Opfer einer tödlichen Attacke. Gemeinsam mit dem Alien Pawny setzen die Agents M und H alles daran, Vungus‘ Mörder zu finden und eine gefährliche Waffe in Sicherheit zu bringen, die dieser M kurz vor seinem Tod überlassen hatte. Doch je näher die drei des Rätsels Lösung kommen, desto gefährlicher wird es, denn offenbar gibt es einen Maulwurf unter den Men in Black…

Die Zutaten sind da, doch Regisseur F. Gary Gray kocht sie für „Men in Black: International“ nur nochmal neu auf, anstatt sie mit eigenen Ideen abzuschmecken. Das macht den vierten Teil der Alien-Action-Reihe nicht schlecht, aber verzichtbar und vergessenswert – und das ist ja eigentlich noch viel schlimmer.


SUNSET | Regie: László Nemes | HUN/FR 2018

Das Hutmachergeschäft Leiter ist nicht nur bekannt für seine außergewöhnlichen Kreationen, sondern auch ein Ort großer Träume. Zumindest für die junge Iris Leiter (Juli Jakab), die 1913 nach Budapest kommt, um in dem Laden als Hutmacherin anzufangen, der einst ihren Eltern gehörte und in dem sie bei einem verheerenden Feuer ihr Leben verloren. Der jetzige Inhaber Oskar Brill weist jedoch die junge Frau ab. Aber Iris hat nicht vor, Budapest zu verlassen. Beharrlich macht sie sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit. Dabei kommt sie einem Geheimnis auf die Spur, das sie nicht nur zu einem gewissen Kalman Leiter, sondern auch bis in die höchsten Kreise der österreichisch-ungarischen Gesellschaft führt. Und angeblich hat sie auch einen Bruder, der von vielen allerdings als Mörder angesehen wird…

Mit seiner sehr subjektiven Kameraperspektive, durch die man vorwiegend die Hauptdarstellerin Juli Jakab im Fokus hat, folgt László Nemes auch in „Sunset“ einer ungeheuren Formstrenge. Sein Ansatz, den Zuschauer in exakt dasselbe Gewirr zu stürzen wie auch seine ahnungslose Hauptfigur, ist mutig und konsequent. Doch auch wenn das fehlende Verständnis Methode hat, macht es einem die kaum dechiffrierbare Geschichte dadurch erst recht schwer, an sie anzudocken. Geschmackssache.


HOLLYWOODTÜRKE | Regie: Murat Ünal | DE 2018

Der erfolglose türkische Schauspieler Alper (Murat Ünal) träumt von einer erfolgreichen Hollywoodkarriere und großen Filmrollen, findet in Berlin aber keine außer Dönerverkäufer, Gangster oder Terrorist. Um seinem Traum von Hollywood und der Frau seines Herzens näher zu kommen, gibt er sich aus der Not heraus als Italiener aus. Und der Plan geht sogar auf, denn für ein bevorstehendes Filmprojekt wird er tatsächlich als Darsteller eines Migranten aus der Arbeiterklasse genommen – als Italiener. Doch Alper hat nicht mit den Folgen dieser „Notlüge“ gerechnet, denn als er auch bei seiner Angebeteten plötzlich gut ankommt, weil er eben kein Türke, sondern Italiener ist, droht die zarte Romanze auf einer Lüge zu fußen. Alper muss sich also entscheiden: Hält er seine Scheinidentität als Italiener aufrecht und kommt seinem Traum von der Hollywoodkarriere endlich näher? Oder entscheidet er sich zu Gunsten der Liebe doch für die Wahrheit?


BRITT-MARIE WAR HIER | Regie: Tuva Novotny | SWE 2019

Es ist niemals zu spät, ein neues Leben zu beginnen: Als ihre Ehe nach 40 Jahren zerbricht, räumt Britt-Marie nicht nur mit ihrem bisherigen Leben auf, sondern sorgt darüber hinaus auch in ihrem neuen Heimatort Borg für frischen Wind…

„Britt-Marie war hier“ ist die weibliche Antwort auf „Ein Mann namens Ove“: Rund 500.000 Kinozuschauer begeisterte die Verfilmung des Bestseller-Romans des schwedischen Autors Fredrik Backman 2016 in Deutschland. Mit feinsinnigem Humor erzählt die Regisseurin Tuva Novotny, die hierzulande vor allem als Schauspielerin für ihre Rollen in Filmen wie „Eat Pray Love“ oder „Borg/McEnroe“ bekannt wurde, in „Britt-Marie war hier“ davon, dass es nie zu spät ist für die Suche nach dem Lebensglück und der eigenen Identität. In der Hauptrolle des Films glänzt die schwedische Schauspielerin Pernilla August, die einst von Ingmar Bergman entdeckt wurde.


Heimkinotipp: THE FAVOURITE | Regie: Yorgos Lanthimos | IE/UK/USA 2018

Das frühe 18. Jahrhundert. England liegt im Krieg mit Frankreich. Auf Enten-Rennen und den Genuss von Ananas wird dennoch nicht verzichtet. Auf dem Thron sitzt die gebrechliche Königin Anne, ihre enge Freundin Lady Sarah Churchill führt für sie die Regierungsgeschäfte, kümmert sich um die kranke Monarchin und erduldet deren aufbrausendes Temperament. Da tritt eine neue Dienerin ihren Dienst am Hof an – Abigail Masham, deren Charme Sarah sogleich verfällt. Sarah nimmt Abigail unter ihre Fittiche, die die Chance erkennt, zu ihren aristokratischen Wurzeln zurückzukehren. Als die Belange des Krieges Sarah immer mehr in Beschlag nehmen, nutzt Abigail die Gelegenheit, an Stelle von Sarah Vertraute und Gefährtin der Königin zu werden. Die aufkeimende Freundschaft ermöglicht ihr, ihre ehrgeizigen Ziele zu verfolgen – davon lässt sie sich von niemandem abhalten.

Der herausragend gespielte „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ ist das neueste Meisterwerk aus der Hand von Yorgos Lanthimos, der in der opulent ausgestatteten Kostüm-Tragikomödie den Adel bis auf den blanken Nerv zerlegt und dabei treffsichere Beobachtungen anstellt, die sich genauso gut auf gesellschaftliche Standards der Gegenwart beziehen lassen.

Ma

Der neueste Streich aus der Blumhouse-Filmschmiede erzählt von einer verrückt gewordenen Frau, die Teens mit WhatsApp-Nachrichten bombadiert. Was immerhin am Ende ein klein wenig eskaliert, ist die meiste Zeit über ein Film ohne Spannung und Atmosphäre. Wie sich das Drehbuch zu MA selbst zu diesem Desaster führt, das verraten wir in unserer Kritik. Weiterlesen

Das startet am 30. Mai 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 30. Mai, an dem es im wahrsten Sinne des Wortes monströs zugeht: Mit „Godzilla II: King of the Monsters“ kommt ein spektakulärer Blockbuster in die Kinos, über den wir leider noch nicht mehr Worte als ein Kurzstatement verlieren dürfen. Mehr dazu gibt’s hier ab dem 28. Mai. Deutlich mehr sagen dürfen wir dagegen zu Dexter Fletchers Elton-John-Musical „Rocketman“ und geben damit direkt eine absolute Sehempfehlung ab. Dasselbe gilt für den Animationsfilm „Mister Link“ und das abenteuerliche Roadmovie „Roads“. Und was es noch so zu entdecken gibt, erfahrt ihr weiter unten im Text.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ROCKETMAN | Regie: Dexter Fletcher | UK/USA 2019

Mitte der 1960er-Jahre: Reginald Dwight ist ein ganz normaler Junge in einem Vorort von London, ein bisschen dick, viel zu schüchtern – nur am Klavier fühlt er sich wirklich wohl. Doch als er nach London kommt, kann er endlich seine wahre Leidenschaft ausleben: den Rock ’n’ Roll. Er trifft den Texter Bernie Taupi und erregt schnell Aufmerksamkeit in der Londoner Szene. Nur der Name passt noch nicht: Erst als Reginald sich in Elton John umbenennt, steht seinem raketengleichen Aufstieg nichts mehr im Weg, denn auf der Bühne verwandelt sich der schüchterne Reggie in einen außergewöhnlichen Rocksänger. In kürzester Zeit schießt Elton John ganz nach oben in die Charts, schreibt einen Nummer-eins-Hit nach dem anderen und trägt immer wildere Kostüme und Brillen. Doch wer steil aufsteigt, kann auch tief fallen…

Regisseur Dexter Fletcher inszeniert den Aufstieg und Fall des Weltmusikers Elton John als gleichermaßen melancholisches wie fetziges Musical-Biopic, für das er die widersprüchlichen Attribute seines ebenso schillernden wie tragischen Helden bemerkenswert stimmig unter einen Hut bekommt.


ROADS | Regie:  Sebastian Schipper | DE 2017

Der aus wohlhabenden Verhältnissen stammende, 18-jährige Gyllen (Fionn Whitehead) aus London hat das Wohnmobil seines Stiefvaters entwendet und ist dem Familienurlaub in Marokko entflohen, als er zufällig auf den gleichaltrigen William (Stéphane Bak) aus dem Kongo trifft, der versucht, die Grenze nach Europa zu überwinden, um dort seinen verschollenen Bruder zu suchen. In diesem Moment größter Verlorenheit beschließen die beiden Verbündete zu werden: Angetrieben von jugendlicher Abenteuerlust bahnt sich das ungleiche Paar seinen Weg durch Marokko, Spanien und Frankreich bis nach Calais. Während die Freundschaft und das Vertrauen der jungen Männer zueinander mit jedem Tag wächst, werden sie mit Entscheidungen konfrontiert, die nicht nur ihr eigenes Leben nachhaltig beeinflussen, denn früher oder später müssen sich die beiden ihrer ganz eigenen Realität stellen…

Nach seinem einmaligen One-Shot-Trip „Victoria“ zieht es Regisseur Sebastian Schipper mit „Roads“ wieder in konventionellere Gefilde. Dabei hangelt er sich keineswegs an den klassischen Etappen eines Roadmovies entlang; im Gegenteil! Seine ganz eigene Version davon lebt von einer unberechenbaren Atmosphäre und davon, dass er die Augen nie vor der Realität verschließt.


MISTER LINK – EIN FELLIG VERRÜCKTES ABENTEUER | Regie: Chris Butler | CAN/USA 2019

Sir Lionel Frost hält sich selbst für den weltführenden Erforscher von Mythen und Monstern. Um diesem Anspruch auch gerecht zu werden, begibt er sich auf eine Reise mit dem Ziel, die Existenz des legendären Vorfahren des Menschen, des sagenumwobenen ‚Missing Link‘, zu beweisen. Und tatsächlich wird er fündig: Das Wesen , das er Mister Link tauft, entpuppt sich als harmlose, überraschend clevere und gefühlvolle Kreatur. Mister Link ist der Letzte seiner Art und deswegen sehr einsam. Doch er hat noch eine Hoffnung: An einem sagenumwobenen Ort namens Shangri-La sollen einem Gerücht nach entfernte Verwandte von ihm leben! Sir Lionel muss nicht lange überredet werden und die beiden ziehen gemeinsam los. Unterstützt werden sie dabei von Adelina Fortnight , einer Abenteurerin, die im Besitz der einzigen Karte ist, die sie zu ihrem Ziel führen kann.

„Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer“ rangiert tricktechnisch auf gewohnt hohem Niveau, die Geschichte kombiniert eine simple Botschaft mit Laika-typischer Weisheit. Mission geglückt: Das Stop-Motion-Unternehmen kann auch Familienfilm!


GODZILLA II: KING OF THE MONSTERS | Regie: Michael Dougherty | USA/JPN 2019

Bei einem Godzilla-Angriff starb einst der kleine Sohn der Paleo-Biologin Emma Russell (Vera Farmiga). Seither hat sie sich noch ehrgeiziger in die Forschungen gestürzt und sogar einen Weg gefunden, mit den Monstern zu kommunizieren. Auch ihre toughe Tochter Madison (Millie Bobby Brown) ist von ihnen fasziniert. Doch während die Monarch-Mitarbeiter an den Kaijus herumdoktern, erheben sich mehrere gigantische Wesen, die im Begriff sind, den Lebensraum der Menschen für immer zu zerstören: Ghidorah, ein dreiköpfiger Drache, die Riesenmotte Mothra und Rodan, eine Art Urzeitvogel begeben sich rund um den Erdball hinein ins städtische Getümmel und drohen, Abermillionen Menschen zu töten. Doch Emma hat eine Idee, diese Katastrophe aufzuhalten: Sie und ihr Ex-Mann Mark (Kyle Chandler) wollen Godzilla rufen, und sich mit ihm zusammenschließen.

Machen wir uns nichts vor: Für Monsterfilm-Enthusiastin ist „Godzilla II: King of the Monsters“ ein großer Spaß. Doch abseits der großartig getricksten Kaiju-Kloppereien erlaubt sich Michael Dougherty zu viele Blockbuster-Klischeemomente, die Figuren sind uninteressant und die Gesinnung der Charaktere wechselt so häufig, dass man trotz der übersichtlichen Story irgendwann den Überblick verliert.


HIGH LIFE | Regie: Claire Denis | UK/FR/DE/POL/USA 2018

In den Tiefen des Weltalls. Jenseits unseres Sonnensystems. Monte (Robert Pattinson) und seine Tochter Willow (Jessie Ross) leben zusammen an Bord eines Raumschiffs, Raumschiff Nummer 7. Steuerungslos und gänzlich isoliert schweben sie durchs All, der Tag nur gegliedert durch Reparaturarbeiten und tägliche Statusreports an die Erde. Sie sind Teil einer experimentellen Mission, die außer Monte und Willow niemand überlebt hat. Eine Gruppe zum Tod verurteilter Straftäter hat ein Angebot des Staates angenommen: Lebenswichtige Energieressourcen im All zu finden und im Gegenzug dafür die Strafe erlassen zu bekommen. Ein trügerischer Deal. Und für die Crew eine Reise ohne Wiederkehr. So nähern sich auch Vater und Tochter ihrem letzten und unausweichlichen Ziel – dem Schwarzen Loch, dem Ende von Zeit und Raum.

Im Weltall will dich jeder bumsen: „High Life“ ist eine symbolisch aufgeladene Geschichte über Existenz und Begierde, wird von allen Beteiligten aber mit solch einer Lethargie vorgetragen und widerspricht sich zudem in ihrer inneren Logik, dass die neueste Arbeit der französischen Regievirtuosin Claire Denis am Ende vor allem eines ist: ziemlich prätentiös.


MA | Regie: Tate Taylor | USA/JPN 2019

Bei Ma sind alle willkommen. Es scheint ein glückliches Zusammentreffen zu sein: Die liebenswürdige Sue Ann (Octavia Spencer) lebt einsam und allein in einem braven Kaff in Ohio. Neuankömmling Maggie , die gerade erst mit ihrer Mutter hierher gezogen ist, und ihre Freunde wollen feiern – dürfen als Teenager aber noch keinen Alkohol kaufen. Also besorgt Sue Ann ihnen den Stoff. Und bietet den neuen, jugendlichen Freunden auch gleich noch ihren Keller als Partylocation an. Doch es herrschen klare Regeln in Sue Anns Haus: Wer fährt, bleibt nüchtern! Keine Kraftausdrücke! Die oberen Stockwerke sind tabu! Und Sue Ann wird „Ma“ genannt. Bald entpuppt sich die vermeintliche Gastfreundschaft Mas als obsessive Gier nach Gesellschaft. Der scheinbare Teenager-Traum verwandelt sich zum grauenvollen Albtraum. Und Mas Haus wird vom heißesten Schuppen der Stadt zur Hölle auf Erden.

„Ma“ ist so etwas wie ein Nicht-Film – ein Film ohne Spannung und Atmosphäre, der keinerlei Dramaturgie erkennen lässt, eventuelle Überraschungen selbst vorwegnimmt und dann noch nicht mal eine wirklich neue Story erzählt. Auf allen Ebenen missraten.


Heimkinotipp: CREED II: ROCKY’S LEGACY | Regie:  Steven Caple Jr. | USA 2018

Für Adonis Creed (Michael B. Jordan) ist das Leben ein Balanceakt geworden. Neben persönlichen Verpflichtungen und dem Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf seinen nächsten Kampf, steht ihm die größte Herausforderung seines Lebens bevor: Da sein Gegner eng mit seiner Familiengeschichte verbunden ist, steht der bevorstehende Kampf im Ring unter besonderen Vorzeichen. Doch Rocky Balboa (Sylvester Stallone) steht Adonis zur Seite und zusammen stellen sich die beiden dem Vermächtnis, das sie verbindet. Dabei werden sie mit der Frage konfrontiert, ob sich der Kampf überhaupt lohnt – letztlich erkennen sie, dass die Familie das Band ist, das alles zusammenhält. Was ist der Stoff, aus dem die Champions sind? Adonis und Rocky begreifen: Egal wohin der Lebensweg führt – niemand kann seiner Vergangenheit entkommen.

Auch für „Creed II“ ändert Steven Caple Jr. wenig an der bewährten Boxfilm-Dramaturgie. Doch das ändert nichts daran, dass das Sequel den ohnehin schon starken ersten Teil noch einmal übertrifft, denn wie der Filmemacher hier die private und die berufliche Ebene zusammenführt und dabei immer wieder die Härte, den Dreck und die Brutalität des Sports betont, ist schlicht atemberaubend.

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