Faire Filmkritik

„Ein Ding ist ein Ding, nicht das was über das Ding gesagt wird.“  (Birdman)

Vor wenigen Wochen erhielt ich von meinem hochgeschätzten Fachkollegen Sidney Schering die Anfrage, ob ich für seine Internetkolumne „Popcorn & Rollenwechsel“ einen Kommentar zu meinem Alltag als freischaffende Filmkritikerin beitragen wolle. Das Thema: „Cinema Purgatorio – Wenn Filmkritiker leiden“ ließ mich lange darüber nachdenken, was sich Negatives an meinem Beruf finden lässt, wenn man nur lange genug danach sucht. Um meine derartige Grübelei genauer einzuordnen, möchte ich an dieser Stelle einen kurzen Einblick in meine Vita geben. Schließlich wird nicht jeder Filmkritiker als ein solcher geboren.

Ab wann ist man professionell?

Nach meinem Abitur an einem Hamburger Gymnasium habe ich mich zunächst gegen meine Leidenschaft fürs Schreiben entschieden und einen bodenständigen Weg in eine lange (und hoffentlich erfolgreiche) Karriere eingeschlagen. Ich wollte aufgrund meines überdurchschnittlich ausgeprägten Durchsetzungsvermögens immer Anwältin werden und habe eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten begonnen. Ganz schlechte Idee. Nach einem Jahr war Schluss und nach einem weiteren Jahr und der aus der Not, in diesem Fall der Arbeitslosigkeit heraus entstandenen Idee, einen Filmblog zu eröffnen, habe ich ein Volontariat in einem Verlag mit angeschlossener Fernsehproduktion begonnen, abgeschlossen und konnte in der Zeit nicht nur viel über den Film und über das Schreiben lernen, sondern mich vor allem ausprobieren. Mein Fachwissen entstand somit aus einer Mischung aus Learning by Doing und unter den fachkundigen Augen einer Handvoll Experten, die das Medium Film schon aus altersbedingten Gründen weitaus länger beobachten als ich. Mein Cineastendasein begann bei mir somit relativ spät. Erst mit 19 entdeckte ich die Faszination Hollywood, die mich mit der Zeit auch immer wieder ins Charakterkino blicken ließ. Ich eignete mir im Job und in der Freizeit jede Menge Wissen an, schaute Filme, analysierte sie auf eigene Faust, schrieb Essays, Interpretationen, schaute mir die Arbeit anderer Kritiker an und versuchte, so viel wie möglich in mich aufzusaugen. Schaut man sich heute meine aller erste „Rezension“ an, so erkennt man deutlich: Vor rund sechs Jahren war das noch alles andere als professionell. Mittlerweile habe ich Auftraggeber in ganz Deutschland. Durch das Erweitern meines Kundenkreises, das Knüpfen von vielen Kontakten und der Weiterempfehlung von Filmverleihern und Kollegen habe ich mich im Mai 2015 selbstständig machen können und erlaube mir die Erkenntnis, dass dieser Schritt als Erfolgszeichen meines Durchhaltevermögens zu werten ist.

"Die Welt" titelte zum "Panem"-Finale in Großbuchstaben "Dieser Film ist nicht mehr zu ertragen". Unabhängig vom Inhalt der eigentlichen Kritik gehört sich so ein Kommentar einfach nicht.

„Die Welt“ titelte zum „Panem“-Finale in Großbuchstaben „Dieser Film ist nicht mehr zu ertragen“. Unabhängig vom Inhalt der eigentlichen Kritik gehört sich so ein Kommentar einfach nicht.

Dieser kurze Blick auf meinen eigenen Karriereweg ist nötig, um die folgenden Zeilen richtig einzuordnen. Aufgrund der Tatsache, dass ich mit meinen Filmbesprechungen Geld verdiene, Pressevorführungen besuche und ich von Presseagenturen und Filmverleihern zu Veranstaltungen und Premieren eingeladen werde, betrachte ich mich als professionelle Kritikerin und nicht (mehr nur) als Bloggerin. Dies soll meine hier getätigten Aussagen in ein möglichst professionelles Licht rücken und Missstände in einer Branche offenlegen, die spätestens mit dem exponentiellen Wachstum von YouTube-Filmkanälen, Filmblogs und Hobbypodcasts immer mehr an Bedeutung verliert. Die Aussage, ein Filmkritiker zu sein, besitzt heutzutage einen immer bittereren Beigeschmack und entlockt dem Umfeld nicht selten ein Schmunzeln. Aufgrund der Tatsache, dass sämtliche kreative Berufe immer mit einer gewissen Form der Subjektivität zusammenhängen und jeder, der in seiner Freizeit gern schreibt, malt, musiziert oder Filme dreht, sich sogleich auch mit einer solchen Bezeichnung wie Autor, Maler, Musiker und Schauspieler respektive Regisseur schmücken kann, ist es schwer, sich als gelernter Ausführer seiner Zunft durchzusetzen. Die Folge: Verlage verpflichten lieber Praktikanten als gelernte Journalisten, mit der Teilnahme an Castingshows wird man zum Star und YouTube-Promis werden zu Vorbildern einer ganzen Generation.

Der Respekt vor der Leidenschaft

Die Journalistenbranche ist also einem steten Wandel unterlegen. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Bereich, der sich mit jeder Art von Kultur befasst. Die Redaktionen werden kleiner, einzelne Ressorts werden eingespart und übrig bleibt eine Handvoll von Autoren, die früher für einen Bereich zuständig waren und mittlerweile eine ganze Reihe davon stemmen müssen. Von qualitativ hochwertigem, geschweige denn passioniertem Fachjournalismus ist da nur noch selten etwas zu spüren. Das ist natürlich auch den Umständen geschuldet. Wenn jemand früher für den kulinarischen Bereich einer großen, deutschen Tageszeitung zuständig war und ab sofort auch den Kultursektor zu betreuen hat, kann man von dem Kollegen schlicht nicht erwarten, dass sein Herz ab sofort auch für Hollywood zu schlagen hat. So wird das Kino mitsamt seiner Filme Woche für Woche nur noch abgehakt und auf Interviewterminen entstehen Aussagen wie folgende:

„Ich war diese Woche schon auf drei Interviews, ich kann den Scheiß nicht mehr sehen!“

Diese Aussage stammt von einem Kollegen mittleren Alters, der diesen Satz in meinem Beisein während der Interviews zu „Crimson Peak“ tätigte. Führen wir uns einmal vor Augen, in welcher Situation wir uns befinden: Während eine Gruppe aus mehreren Filmjournalisten in einem Berliner Nobelhotel auf die Ankunft von Weltstar Tom Hiddleston wartet, um ihn zu seinem neuen Projekt, Guillermo del Toros Gothik-Gruselfilm „Crimson Peak“ zu interviewen, beschwert sich ein Mensch, der für eine Sache Geld bekommt, für die andere Menschen sogar Geld bezahlen würden, über die Misslichkeit seiner Lage. Nicht nur, dass eine derartige Abwehrhaltung beweist, dass die Leidenschaft für die Thematik entweder nie vorhanden war oder sie mittlerweile vollständig verloren gegangen ist, sie hebt zugleich auch den mangelnden Respekt vor dem Kino sowie der damit verbundenen Arbeit hervor. Dass manch einer sein Glück nicht zu schätzen weiß, ist darüber hinaus sicherlich kein reines Phänomen des Journalismus, doch da die Filmkunst mehr als viele andere Themen mit Passion zu tun hat, kann die Arbeit nur dann gut gelingen, wenn man jene aufbringt. So kämpft sich dieser Kollege Tag für Tag durch solch „anstrengende“ Termine wie einen etwa einstündigen Interview-Slot und nimmt dabei Menschen die Möglichkeit, seine Arbeit mit jenem Elan auszuführen, den es benötigt.

Die BILD-Zeitung urteilte über "Still Alice": Honig im Hirn mit 50. Von sachlicher Betrachtung keine Spur.

Die BILD-Zeitung urteilte über „Still Alice“: Honig im Hirn mit 50. Von sachlicher Betrachtung keine Spur.

Der Kritiker – Das Non plus Ultra des (guten?) Geschmacks

Doch Elan und Leidenschaft sind nicht automatisch der Schlüssel zum Erfolg. Immer wieder sieht man sich als Filmrezensent mit der Frage konfrontiert, für wen die eigene Arbeit denn überhaupt gedacht ist. Auch wenn es sich ein Großteil meines Berufsstandes einfach nicht vorstellen kann, so bedeutet Kritikersein nicht, einen Film auf Fehler abzuklopfen. Die Rezensionen, die man im Idealfall mit Hingabe und Fachverstand verfasst, sind kein Appell an „die Kunst“ selbst und sie sind erst recht keine Plattform für den Autoren, sich selbst zu profilieren. Filmkritiken sollten im Idealfall als Atlas für all jene Zuschauer fungieren, die mit dem Gedanken spielen, ins Kino zu gehen. In Zeiten, in denen die Kinozahlen Jahr für Jahr weiter sinken, in welchen sich das Ansehen und Downloaden von Raubkopien als eine für die Filmindustrie immer schädlicher werdende Selbstverständlichkeit erweist und in denen es sich ein Normalverdiener mehrmals überlegt, ob er bis zu 14,50€ für einen Film (Multiplexpreis für eine Wochenendvorstellung für einen 3D-Film mit Überlänge) ausgeben soll, sind positive Momente im Lichtspielhaus besonders wichtig. Diese lassen sich allerdings nur dann erleben, wenn die eigenen Erwartungen erfüllt und im besten Fall sogar übererfüllt werden. Es bringt dem nach Informationen dürstenden Leser nichts, wenn der Filmkritiker mithilfe seiner Besprechung lediglich beweisen möchte, wie anspruchsvoll sein eigener Filmgeschmack ist und wie sich dieser mit der von ihm besprochenen Produktion verträgt. Die eigenen Vorlieben als Maßstab für eine Filmbesprechung zu benutzen, ist eine Angewohnheit, durch welche sich irgendwann die Annahme durchgesetzt hat, Filmkritiken könnten niemals objektiv sein. Dabei ist das schlicht und ergreifend falsch. Es bedarf zwar der Kunstfertigkeit, sich in die Erwartungen der unterschiedlichen Zielgruppen hineinzuversetzen, trotzdem ist die vollkommen unabhängige Berichterstattung mit ein wenig Fingerspitzengefühl möglich. Meine Wenigkeit besitzt im Privaten nicht das geringste Interesse am reinen Fantasygenre und erkennt dennoch den Wert von Filmen wie „Herr der Ringe“ an, ganz ohne sich hierfür selbst zu verleugnen. Mein persönlicher Filmgeschmack hat in einer Pressevorführung nichts zu suchen. Wer diesen Grundsatz nicht verinnerlicht, ist in seinem Beruf ganz einfach falsch.

Die Selbstverständlichkeit des Privilegs

Wie soll man jedoch Respekt für den Film, die Filmkunst und das Kino selbst aufbringen, wenn schon kleinste Ansprüche an den Kritiker dafür sorgen, dass dieser nicht bloß seine guten Manieren vergisst, sondern sich wie selbstverständlich über die Arbeit solcher Menschen erhebt, die er selbst nicht besser machen könnte? Führen wir uns doch nur einmal vor Augen, was wir als die sogenannten „Experten“ Tag für Tag machen: Wir bewerten etwas, was wir selbst nicht können. Eigentlich ist diese Tatsache eine solche, die uns in jedem anderen Beruf sofort disqualifizieren würde. Trotzdem ist kein anderer Berufsstand so unfähig darin, mit Kritik umzugehen, wie derjenige, der sein Geld damit verdient, andere zu kritisieren. In einem fiktiven Dialog der TV-Serie „Castle“ führt eine Schauspielerin ein Gespräch mit einer Theaterkritikerin. Beide geraten aneinander und es fällt der Satz:

„Wer nicht schauspielern kann, wird Schauspiellehrer. Und wer noch nicht einmal lehren kann, der wird Kritiker.“

Verstehen Sie die Beliérs?

Mit dem Fazit „Da wär man am liebsten taub!“ zur Taubstummen-Tragikomödie „Verstehen Sie die Beliérs?“ setzte die CINEMA der modernen Form des despektierlichen Kritikertums eine unangenehme Krone auf.

Auch, wenn sich dieser Satz vermutlich auf unterschiedlichen Ebenen analysieren lässt, so steckt dennoch viel Wahrheit in ihm. Um das festzustellen, reicht ein Blick in den deutschlandweiten Kollegenkreis. Während sicherlich ein Großteil der Journalisten für einen oder sogar mehrere renommierte Arbeitgeber schreibt, so geht der Trend immer mehr dahin, dass Blogger, YouTuber und Podcaster Pressevorführungen zum Anlass nehmen, um sich schließlich auf ihren Portalen selbst zu beweihräuchern. Getreu dem Motto: Wenn es mit der eigenen Karriere nicht geklappt hat, pöble ich wenigstens die Karrieren jener Menschen in Grund und Boden, die das geschafft haben, wovon ich träume. Das ist nicht bloß ein Eingeständnis der eigenen, beschränkten Weltsicht, sondern schadet obendrein dem Ruf jener wenigen Kritiker, die ihren Beruf noch mit Leidenschaft und Hingabe erledigen und die tatsächlich auch davon leben müssen. Das weiß auch Til Schweiger, der sich berechtigterweise irgendwann nicht mehr dem Stress der beschränkt denkenden Journaille aussetzen wollte und auf Pressevorführungen seiner Filme vorab verzichtet. Dass sich gerade mit den (professionellen!) Besprechungen seiner Filme auch von Seiten der Autoren Geld verdienen lässt, ignoriert er und hat dazu alles Recht der Welt. Denn bei Til Schweiger ist aus der wechselseitigen Geben-und-Nehmen-Beziehung zwischen Filmschaffenden und Journalist irgendwann ein Wettbewerb geworden, wer am schmerzhaftesten auf seine Produktionen draufhauen kann. Und das muss sich auch ein Til Schweiger, der bei aller Kritik immer noch genug positive Besprechungen erhält, nicht gefallen lassen.

Die Selbstverständlichkeit des Privilegs beginnt bei einem Großteil der Filmjournalisten jedoch bereits darin, gar nicht anzuerkennen, wie schön der eigene Beruf eigentlich ist. Abseits der überengagierten Fehlerguckerei, die Niemandem etwas bringt, außer dass sie vielleicht den Puls des Rezensenten in die Höhe treibt, beginnen die Reibungspunkte bei vielen Kritikern bereits ganz woanders und schon wesentlich früher vor dem eigentlichen Filmgenuss. Da wird über die frühe Uhrzeit der Pressevorführung gemeckert, das falsche Kino angeprangert, die Verpflegung kritisiert und, und, und… Hinter netten Gimmicks wie dem Ausschenken von Getränken und Speisen vermutet man sogleich Bestechung und überhaupt traut hier keiner Niemandem über den Weg. Dass es dabei nach wie vor über die Besprechung von Filmproduktionen geht, stellt all diese Schimpftiraden nicht selten in ein nahezu absurdes Licht. Es stellt sich zwangsläufig die Frage, wie bei einem solch krampfhaften Pessimismus überhaupt noch die Lust entstehen soll, sich mit Leidenschaft für einen Film zu interessieren, der für viel Geld von vielen Leuten in tage- bis monatelanger Arbeit inszeniert wurde. Doch dieser Umstand scheint vielen gar nicht bewusst.

Dass es auch anders geht, beweisen Auszüge wie jener aus der FILMSTARTS-Kritik zu "Die Pute von Panem", der mit nur einem halben von fünf Sternen bewertet wurde und mit den Worten beginnt: "Die FILMSTARTS-Redaktion freut sich grundsätzlich erst einmal auf alle Filme - und weil dem so ist, geben wir auch niemals von vorneherein Hopfen und Malz verloren."

Dass es auch anders geht, beweisen Auszüge wie jener aus der FILMSTARTS-Kritik zu „Die Pute von Panem“, der mit nur einem halben von fünf Sternen bewertet wurde und mit den Worten beginnt: „Die FILMSTARTS-Redaktion freut sich grundsätzlich erst einmal auf alle Filme – und weil dem so ist, geben wir auch niemals von vorneherein Hopfen und Malz verloren.“

Niemand macht es sich zum Ziel, einen schlechten Film zu machen

Natürlich gibt es diese Filme. „Movie 43“, „Meine Frau, die Spartaner und ich“ oder als jüngstes Beispiel die Comicverfilmung „Fantastic Four“. All diese Produktionen förderten ein nahezu ausschließlich negatives Kritikerfeedback zutage, was sich aufgrund der nicht minder großen Zuschauerschelte allerdings auch als durchaus gerechtfertigt erwies. Hier wurde trotz nicht geringer finanzieller Mittel und dem Potenzial für mehr vollkommen am Publikum vorbeiinszeniert. Trotzdem stehen auch hier Menschen hinter einem Projekt, für das ein nicht geringer menschlicher Arbeitseinsatz aufgebracht wurde. Bei all den großen und kleinen Makeln, welche diese Filme durchaus besitzen, haben es auch solche Projekte verdient, mit einer gewissen Form des Grundrespekts angesehen und bewertet zu werden. Wenn sich für eine solche Produktion kein breites Publikum findet – und ob man will oder nicht: den einen oder anderen Ausreißer gibt es immer – so ist dies noch lange kein Freifahrtschein für den Kritiker, jene in Grund und Boden zu schreiben. Denn eines ist gerade in der wirtschaftlich aktuell vorherrschenden Kino-Krisenzeit besonders wichtig: Filmkritik darf nie schädlich sein. Weder für die Kinos selbst, noch für die Filmschaffenden. Besitzt eine Produktion das nicht geringe Potenzial, den Zuschauer mit einem unangenehmen Gefühl aus dem Kinosaal zu entlassen, so ist es die Aufgabe des Journalisten, dem Leser Alternativen aufzuzeigen. Doch wie soll das für jemanden selbstverständlich sein, der die Leidenschaft am Kino längst verloren hat?

Zum Abschluss noch ein paar einfache jedoch nicht minder persönliche Worte: Ich liebe meinen Beruf. Ich liebe jede Art von Film, bin aufgeschlossen und glaube, die Fähigkeit zu besitzen, mich in die verschiedenen Zielgruppen hineinzuversetzen. Deshalb denke ich von mir, dass ich meinen Job gut mache. Trotzdem bin ich für jede Form der konstruktiven Kritik dankbar und sehe mich noch lange nicht am Ziel meiner analytischen und rezensierenden Fähigkeiten. Was mich jedoch auszeichnet, ist die Tatsache, dass ich bei all der Professionalität, die ich dem Film in meinem Job gegenüber an den Tag lege, nie meine Liebe verloren und mein Fan-Dasein abgestreift habe. Wenn ich heute ein Interview mit einem Schauspieler führe, empfinde ich das nach wie vor als große Ehre und bin immer noch so aufgeregt, wie bei meinem ersten Interview vor einigen Jahren mit Jan Delay. All die Menschen, über die ich es mir erlaube zu richten, machen einen tollen Job. Durch das, was sie inszenieren, spielen und schreiben, habe ich das Glück, Geld zu verdienen. Es ist an mir, den Respekt ihnen gegenüber aufzubringen, den sie verdammt nochmal verdient haben. Was wäre es doch schön, wenn sich dieser Gedanke auch bei den vielen anderen Filmjournalisten durchsetzen würde, die kaum mehr in der Lage sind, sich begeistern zu lassen.

Herzlichst, Eure Antje Wessels.