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Das startet am 31. Mai 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 31. Mai, an dem, eine Woche nach „Solo“ ,erst einmal keine großen Filme starten. Dafür gibt es mit dem Western „Feinde – Hostiles“ einen Film zu sehen, der möglicherweise in einigen Monaten bei den Awards eine Rolle spielen könnte. Mit „Tully“ meldet sich Jason Reitman zurück in alter Stärke und neben ein paar interessanten Produktionen aus Deutschland überrascht außerdem die zwar naive, aber zuckersüße Fantasy-Romanze „Letztendlich sind wir dem Universum egal“. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

FEINDE – HOSTILES | Regie: Scott Cooper | USA 2017

New Mexico, 1892: Der verdiente Offizier Joseph Blocker erhält den Auftrag, den kranken Cheyenne-Häuptling Yellow Hawk, der die vergangenen sieben Jahre im Gefängnis verbrachte, in dessen Stammesland nach Montana zu begleiten. Der letzte Wunsch des als unerbittlich bekannten Indianers ist es, zu Hause zu sterben. Blocker und Yellow Hawk haben eine gemeinsame Vergangenheit, weswegen Blocker den Auftrag nur äußerst widerwillig annimmt. Gemeinsam mit einigen Soldaten und der Familie des Häuptlings bricht die Truppe auf. Unterwegs stoßen sie auf die junge Witwe Rosalie, deren gesamte Familie kaltblütig von Komantschen umgebracht wurde. Die traumatisierte Frau schließt sich ihnen an und die Gruppe setzt ihren gefährlichen Weg quer durch das unwegsame Land und eine extrem feindselige Umgebung fort… 

Mit „Feinde – Hostiles“ gelingt Regisseur und Drehbuchautor Scott Cooper eine fesselnde Geschichte über Kampf und Versöhnung und beweist vor einer beeindruckend kargen Kulisse, dass selbst die härtesten Konflikte aufgebrochen werden können, wenn beide Parteien dazu bereit sind – ein zeitloser Film.


TULLY  | Regie:  Jason Reitman | USA 2018

Marlo (Charlize Theron) hat gerade erst ihr drittes Kind bekommen, als ihr Bruder Craig (Mark Duplass) ihr ein besonderes Geschenk macht: Eine „Night nanny“, die sich nachts um die Kinder kümmern soll, damit sich Marlo und ihr Mann Drew (Ron Livingston) von den Strapazen des Tages erholen können. Marlo ist zunächst skeptisch gegenüber dem Gedanken, Hilfe von einer fremden Person anzunehmen. Eigentlich, glaubt Marlo, muss sie mit ihren Kindern alleine klar kommen. Das ändert sich allerdings, als sie die junge, schlaue und witzige Nanny namens Tully (Mackenzie Davis) kennenlernt. Es entwickelt sich eine einzigartige Freundschaft zwischen den beiden ganz unterschiedlichen Frauen und Marlo blüht das erste Mal seit Jahren so richtig auf… 

„Tully“ ist ein würdevolles Plädoyer für sämtliche Facetten des Mutterseins, für das sich Charlize Theron in der Hauptrolle für diverse Filmpreise der kommenden Saison qualifiziert und dem Namen Jason Reitman zu neuem Glanz verhilft.


BACK FOR GOOD | Regie: Mia Spengler | DE 2017

Reality-TV-Sternchen Angie kommt frisch aus dem Drogenentzug. Eigentlich sollte das Ganze nur eine PR-Aktion sein, mit der sie sich einen Platz im nächsten Dschungelcamp sichern wollte. Doch die Konkurrenz ist hart in einer Welt in der Aufmerksamkeit als Währung gilt. Keiner ihrer sogenannten Freunde ist bereit sie aufzunehmen. Daher muss Angie zurück zu ihrer Mutter Monika in ihr Heimatkaff ziehen. Ähnlich schwer hat es Angies pubertierende Schwester Kiki: Wegen ihrer Epilepsieerkrankung besteht Monika darauf, dass sie einen Schutzhelm trägt. Dieser isoliert sie von allen anderen Jugendlichen in ihrem Umfeld. Dabei will Kiki doch einfach nur dazu gehören. Ein Gefühl, das Angie sehr gut kennt. Als sie die Luftmatratze neben Kikis Bett bezieht, ist sie für ihre kleine Schwester wie ein Engel mit Silikonbrüsten, der perfekte Ratgeber, wenn es darum geht, sich aus der sozialen Isolation zu befreien. 

Mia Spenglers Tragikomödie „Back for Good“ erzählt authentisch und ergreifend aus einem Milieu, das im Kino gern unterbelichtet bleibt. Dabei prallen Gegensätze immer wieder derart drastisch aufeinander, dass man oft befürchtet, das Konzept könnte nicht aufgehen. Doch genau das tut es – auch, weil die Darsteller eine wahre Wucht sind.


ZWEI IM FALSCHEN FILM | Regie: Laura Lackmann | DE 2017

Hans nennt seine Freundin „Heinz“ – das sagt eigentlich schon alles über ihre Beziehung. Sie sind ein ganz normales Paar, dessen Liebe in die Jahre gekommen ist. Hans arbeitet im Copyshop und Heinz, eigentlich Schauspielerin, ist zur Synchronstimme einer Zeichentrickampel verkommen. Die Abende verbringen sie in trauter Zweisamkeit Chips essend und Video spielend in Jogginghose auf dem Sofa. Kurz gesagt: Ihrer Beziehung ist das gewisse Etwas abhandengekommen. Das fällt ihnen allerdings erst auf, als sie an ihrem Jahrestag ins Kino gehen, ein Liebesfilm steht auf dem Programm. Nur die romantische Stimmung von der Leinwand will nicht so recht auf die beiden überspringen. Als Hans dem Ex-Freund von Heinz auch noch bereitwillig ihre Nummer gibt, statt eine Eifersuchtsszene zu machen, schrillen bei Heinz alle Alarmglocken: Das kann keine echte Liebe sein! 

Mit „Zwei im falschen Film“ gelingt Laura Laura Lackmann eine unkonventionelle Anti-RomCom, in der sich zwei Menschen einer intimen Beziehungsanalyse unterziehen müssen. Dabei bleibt – in jeder Hinsicht – kein Auge trocken. Und am Ende dürfte sich jeder mindestens einmal in einer der vielen Figuren wiedererkennen.


LETZTENDLICH SIND WIR DEM UNIVERSUM EGAL  | Regie: Michael Sucsy | USA 2018

Rhiannon ist 16 und muss sich mit den alltäglichen Widrigkeiten des Teenager-Lebens herumschlagen: Liebeskummer, Unsicherheit, Gefühlschaos. Doch dann verliebt sich das Mädchen in eine mysteriöse Seele namens „A“, die zufälligerweise im Körper ihres Freundes Justin landet. „A“ bewohnt jeden Tag einen anderen Körper eines 16-jährigen Jungen oder Mädchens, was es für Rhiannon sehr schwierig macht, sie wiederzufinden. Doch die beiden spüren eine einzigartige Verbindung zueinander und versuchen mit aller Kraft, sich nicht zu verlieren. Je stärker ihre Liebe zueinander wird, desto mehr spüren sie die unmittelbare Herausforderung, die „A“s täglicher Körper­wechsel mit sich bringt. So stellt ihre einzigartige Liebe Rhiannon und „A“ vor eine der schwierigsten Entscheidungen, die sie je in ihrem Leben treffen mussten.

Die Idee zu „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ gäbe deutlich mehr her als eine derart naiv-romantische Romanze, doch dank der Darsteller und der weitestgehend schnörkellosen Erzählung ist diese immerhin grundsympathisch.


TANZ INS LEBEN  | Regie: Richard Loncraine | UK 2017

Lady Sandra Abbott ist nach 35 Ehejahren rundum zufrieden mit ihrem Leben. Ihr Mann Mike, der es als Polizeibeamter zu höchsten Ehren, zu einem Adelstitel gebracht hat, feiert seinen Ruhestand. Doch die Party auf dem Abbott-Landsitz endet mit einem Eklat. Sandra entdeckt, dass Mike, für den sie alles, auch ihre eigenen Träume, opferte, sie seit Jahren betrügt – mit ihrer besten Freundin. Geschockt verlässt sie ihn und zieht Hals über Kopf bei ihrer Schwester Bif in London ein, mit der sie seit Jahren nur noch sporadisch Kontakt hatte. Doch die unkonventionelle, rebellische Bif zögert nicht lange und versucht, ihre steife, versnobte Schwester aufzumuntern. Und dazu gehört auch eine Tanzgruppe rüstiger Senioren, unter ihnen der sympathische Charlie, die zusammen ihre Freundschaft und das Leben feiern. 

„Tanz ins Leben“ ist eine solide Tragikomödie für die Generation 60 plus, was vor allem den starken Darstellern zu verdanken ist. Durch sie sind viele komische Momente wirklich lustig und ein Teil der eher grobschlächtig-kitschig inszenierten Szenen rührt trotzdem.


AUGENBLICKE: GESICHTER EINER REISE  | Regie: Agnès Varda & JR | FR 2017

Die 89-jährige Regie-Ikone Agnès Varda und der 33-jährige Streetart-Künstler JR machen sich mit ihrem einzigartigen Fotomobil auf, um Frankreichs Menschen und ihre Geschichten zu entdecken und zu verewigen: in überlebensgroßen Porträts an Fassaden, Zügen und Schiffscontainern. Von der Provence bis zur Normandie widmen sie ihre Kunst den Menschen – sei es dem Briefträger, dem Fabrikarbeiter oder der letzten Bewohnerin eines Straßenzugs im ehemaligen Bergbaugebiet. Landschaften verwandeln sich in Bühnen, Gesichter erzählen von vergessenen Geschichten und aus Blicken werden Begegnungen von Herzlichkeit und Humor.  Nouvelle-Vague-Legende Agnès Varda und Fotograf JR verbindet nicht nur ihre Leidenschaft für Bilder, sondern auch ein feines Gespür für Menschen und die Poesie des Moments. „Augenblicke“ ist ein filmischer Glücksfall, der mit einer besonderen Leichtigkeit die berührenden Begegnungen einer Reise festhält.


Heimkinotipp: DOWNSIZING  | Regie: Alexander Payne | USA 2017

Die Ressourcen der Erde neigen sich dem Ende zu und der Planet platzt aus allen Nähten. Um das Problem der Überbevölkerung zu lösen, haben norwegische Wissenschaftler eine Methode entwickelt, mit der sie Menschen schrumpfen und somit ihre Bedürfnisse und ihren Konsum enorm verringern können. Ein zwölf Zentimeter kleiner Mensch verbraucht schließlich weniger Wasser, Luft und Nahrung als ein großer. In der Hoffnung auf ein glücklicheres und finanziell abgesichertes Leben in einer besseren Welt entscheiden sich Durchschnittsbürger Paul Safranek (Matt Damon) und seine Frau Audrey (Kristen Wiig), ihr stressiges Leben in Omaha hinter sich zu lassen und ihr großes Glück in einer neuen „geschrumpften“ Gemeinde zu suchen. Eine Entscheidung, die ein lebensveränderndes Abenteuer bereithält… 

Alexander Paynes Tragikomödie „Downsizing“ beginnt vielversprechend und hat vor allem optisch Einiges zu bieten. Erzählerisch geht dem Film allerdings in der zweiten Hälfte merklich die Luft aus und bietet letztlich nicht mehr als Bekanntes in neuer Aufmachung.

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