Schlagwort-Archiv: Satire

Das startet am 4. Juni 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 4. Juni, der ersten seit dem 19. März, bevor die Welt aufgrund der Corona-Pandemie für ein paar Monate still stand. Nun aber kehrt langsam die Normalität zurück, was sich auch auf die deutsche Kinolandschaft auswirkt. Die ersten Neustarts nach der bundesweiten Schließung der Lichtspielhäuser belaufen sich auf allesamt sehr sehenswerte Geheimtipps. Die Kinos freuen sich über regen Zulauf!

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MINA UND DIE TRAUMZAUBERER | Regie: Kim Hagen Jensen, Tonni Zinck  | DK 2019

Minas Leben wird komplett auf den Kopf gestellt als Helena, die neue Verlobte ihres Vaters, und deren Tochter Jenny bei ihnen einziehen. Ihre neue Stiefschwester Jenny entpuppt sich als unausstehlich und bald ist Mina mit ihrer Geduld am Ende. Jenny muss verschwinden! Eines Nachts entdeckt Mina im Schlaf die Kulissen hinter ihren Träumen, in der Traumzauberer die Träume der Menschen auf Theaterbühnen zum Leben erwecken. Schnell findet sie heraus, wie sie Jennys Träume manipulieren kann. Was sie aber nicht weiß: Das Eingreifen in die Träume der Menschen hat schreckliche Folgen! Als Mina eines Nachts zu weit geht, bleibt Jenny in ihrem Traum gefangen und kann nicht mehr aufwachen. Mina muss noch einmal in die Traumwelt zurück…

Ein moderner und doch klassischer Abenteuerfilm über Träume und Familie – ganz ohne klassisches Familienmodell. Die heiße Disney- und Pixar-Konkurrenz im animierten Familienfilmsegment kommt eindeutig aus Dänemark!


RETTET DEN ZOO | Regie: Jae-gon Son | KOR 2020

Tae-soo (Ahn Jae-hong) träumt von einer Karriere in der Anwaltskanzlei, in der er seit Monaten als Assistent auf Probe nur Botengänge erledigen darf. Sein Wunsch scheint zum Greifen nah, als ihm sein Chef eines Tages eine gut bezahlte Festanstellung unter folgender Voraussetzung verspricht: Tae-soo soll innerhalb von nur drei Monaten einen kurz vor der Pleite stehenden Zoo wieder zum Laufen bringen, damit sich ein potenzieller Käufer finden lässt und der Zoo möglichst gewinnbringend verkauft werden kann. Da der Zoo mittlerweile fast alle Tiere hat verkaufen müssen und so natürlich keine Besucher anlocken kann, kommt Tae-soo eine verrückte, aber geniale Idee: Die verbliebenen Angestellten sollen in lebensechten Kostümen selbst in die Rollen der Tiere schlüpfen! Der Plan könnte aufgehen, denn wer würde schon unechte Tiere in einem Zoo vermuten?

Die südkoreanische Familienkomödie „Rettet den Zoo“ gleich ihr nach Schema F aufgezogenes Erzählkonzept mit einer gehörigen Portion Absurdität, viel Herzblut und treffend sitzenden Pointen wieder aus. Ein guter Einstieg in das Post-Corona-Kinojahr 2020!


MONOS – ZWISCHEN HIMMEL UND HÖLLE | Regie: Alejandro Landes  | COL/ARG//USA/CHE/FR 2019

In einer abgelegenen Bergregion, irgendwo in Lateinamerika. Hier leben Patagrande (Moises Arias), Rambo (Sofia Buenaventura), Leidi (Karen Quintero), Sueca (Laura Castrillón), Pitufo (Deiby Rueda), Lobo (Julián Giraldo), Perro (Paul Cubides) und Bum Bum (Sneider Castro). Ihre Kampfnamen kommen nicht von ungefähr. Sie wissen nicht genau, was sie eigentlich machen sollen. Nur, dass Krieg herrscht. Und dass es jederzeit so weit sein kann, dass man ihre Kampffähigkeiten benötigt. Bis es soweit ist, bekommen die Jugendlichen Aufgaben einer Organisation, die ihnen regelmäßig ein Bote übermittelt. So sollen die Kids beispielsweise auf die Milchkuh Shakira aufpassen oder die Geisel Doctora (Julianne Nicholson) unter ihre Fittiche nehmen. Doch als Shakira plötzlich das Opfer von Waffengewalt wird und die Zusammenführung eines Liebespaares misslingt, geraten die Ereignisse außer Kontrolle…

Alejandro Landes gelingt mit seinem Abenteuerdrama „Monos – Zwischen Himmel und Hölle“ auf kleinem Raum das Zerrbild einer Gesellschaft ohne Regeln. Spannend, provokativ und betörend schön.


EINE GESCHICHTE VON DREI SCHWESTERN | Regie: Emin Alper | TRK/DE/NED/GRE 2019

Die drei Schwestern Reyhan (Cemre Ebuzziya), Nurhan (Ece Yüksel) und Havva (Helin Kandemir) leben mit ihrem Vater in einem abgelegenen Dorf in Zentralanatolien. Alle drei wurden als Dienstmagd in die Stadt geschickt, doch inzwischen leben alle drei jungen Frauen wieder zu Hause. Als letzte von ihnen kehrte Nurhan zurück: Sie hatte den Sohn des Arztes der Region geschlagen, weil dieser jede Nacht sein Bett einnässte. Reyhan war bei ihrer Rückkehr schwanger und wurde vom Vater eilig mit dem Schafhirten Veysel verheiratet. Ganz so, wie es die Tradition verlangt, damit die Familie ihr Ansehen nicht verliert. Der Traum von einer besseren Zukunft scheint sich für die drei jungen Frauen nicht zu erfüllen, doch die Bande, die sie verbinden, sind stark. Während sie darauf warten, dass die verschneiten Straßen wieder passierbar werden, vertreiben sich Vater und Töchter die Zeit mit Geschichten.


Heimkinotipp: JOJO RABBIT | Regie: Taika Waititi | CZE/NZL/USA 2019

Der kleine Jojo (Roman Griffin Davis) ist zu klein für sein Alter, ein Außenseiter und Hasenfuß, weshalb ihm die anderen Kids im Nazi-Ferienlager den Spitznamen „Jojo Rabbit“ verpasst haben. Doch der Junge ist treuer Hitler-Anhänger und bereit, ein Vorzeige-Arier zu sein, was immer wieder zu Konfrontationen mit seiner ihn liebenden Mutter Rosie (Scarlett Johansson) führt. Doch Jojos Leben wird auf den Kopf gestellt, als er herausfindet, dass sich in der Dachkammer ihres Hauses ein jüdisches Mädchen namens Elsa (Thomasin McKenzie) versteckt. Jojos Mutter gewährte ihr einst Unterschlupf und riskiert so tagtäglich ihr Leben. Jojo findet das Mädchen faszinierend und sieht sich gezwungen, seine radikalen Ansichten zu überdenken. Der Einzige, den er um Rat fragen kann, ist sein idiotischer imaginärer Freund Adolf Hitler (Taika Waititi).

Erst lachst du, dann weinst du und schließlich willst du dich vor Taika Waititi verneigen: „Jojo Rabbit“ tarnt ein herbes Drama über den Schrecken des Krieges und dessen Auswirkungen als satirische Comedy. Dieser Tanz auf der inszenatorischen Rasierklinge ist gewagt. Aber er zahlt sich aus. Könnte er doch weitaus mehr Leute ins Kino führen als ein konventionelles Drama.

Parasite

„Snowpiercer“-Regisseur Joon-ho Bongs PARASITE räumt einen internationalen Filmpreis nach dem nächsten ab und gilt als Favorit für den Fremdsprachen-Oscar. Ob die Lorbeeren und Lobeshymnen für den Mash-up aus Tragikomödie und Psycho-Thriller tatsächlich gerechtfertigt sind, verraten wir in unserer Kritik.

Weiterlesen

Das startet am 17. Oktober 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die .anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 17. Oktober, an dem mit „Parasite“ ein Film startet, der Deutschland mit vielen Vorschusslorbeeren erreicht. Und ja: Er wird seinem Ruf zu großen Teilen gerecht. Mehr zum Film erfahrt ihr an dieser Stelle morgen. Etwas mehr auf den Mainstream zielt die Musicalverfilmung „Ich war noch niemals in New York“ ab. Über sechs Millionen Zuschauer haben die Bühnenfassung gesehen. Ob der Film dazu mithalten kann? Ebenfalls von vielen erwartet wird der zweite Teil von „Maleficent“. Aufgrund der Sperrfrist dürfen wir dazu aber erst ab dem 15. Oktober mehr verraten. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

PARASITE | Regie: Joon-ho Bong | KOR 2019

Familie Kim lebt in einer heruntergekommen Tiefparterre-Wohnung ohne direktes Sonnenlicht. Vater Ki-taek und Mutter Chung-sook sind seit Jahren arbeitslos. Die erwachsenen Kinder hausen ebenfalls hier. Ihr aller Abendessen besteht meist aus einer Tüte Instantnudeln und einer durch vier geteilten Dose Bier. Die einzigen Einkommensquellen der Kims sind kleine Gaunereien und das Zusammenfalten von Pizza-Kartons. Durch einen ehemaligen Schulfreund kommt Ki-woo eines Tages an die Stelle als Nachhilfelehrer für die Tochter eines wohlsituierten Geschäftsmannes. Dort erschleicht er sich das Vertrauen der Gattin seines neuen Chefs. Es gelingt ihm, seiner Schwester eine Anstellung als Kunst-Pädagogin für den komplett untalentierten Sohn zu beschaffen. Schließlich intrigieren die Geschwister so lange, bis die restlichen Angestellten der Parks, die Haushälterin und der Chauffeur, durch ihre Eltern ersetzt werden…

Glaubhafte, relevante Gesellschaftskritik im Gewand ausgesprochen cleverer Popcorn-Unterhaltung – Joon-ho Bong gelingt mit „Parasite“ ein bravouröser Spagat zwischen den Genres.


ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK | Regie: Philipp Stölzl | DE 2019

Für Lisa Wartberg, erfolgsverwöhnte Fernsehmoderatorin und Single, steht ihre Show an erster Stelle. Doch dann verliert ihre Mutter Maria nach einem Unfall ihr Gedächtnis, kommt ins Krankenhaus und kann sich nur noch an eines erinnern: Sie war noch niemals in New York! Kurzentschlossen flieht Maria und schmuggelt sich als blinder Passagier an Bord eines luxuriösen Kreuzfahrtschiffes. Gemeinsam mit ihrem Maskenbildner Fred macht sich Lisa auf die Suche nach ihrer Mutter und spürt sie tatsächlich auf der „MS Maximiliane“ auf. Doch bevor die beiden Maria wieder von Bord bringen können, legt der Ozeandampfer auch schon ab und die drei finden sich auf einer unfreiwilligen Reise über den Atlantik wieder. Lisa lernt an Bord Axel Staudach und dessen Sohn Florian kennen. Axel ist so gar nicht Lisas Typ, doch durch eine Reihe unglücklicher Missgeschicke kommen sich die beiden schließlich näher… 

Das Bühnen-Musical „Ich war noch niemals in New York“ nach den Songs von Udo Jürgens kongenial auf die Leinwand übertragen – wer sich auf diese quietschbunte Gute-Laune-Wundertüte einlassen kann, bekommt den Feelgood-Film des Herbstes spendiert.


AFTER THE WEDDING | Regie: Bart Freundlich  | USA 2019

Die Entwicklungshelferin Isabel kämpft Tag und Nacht für die Ärmsten der Armen. Trotzdem steht das von ihr beaufsichtigte Waisenhaus in Kalkutta kurz vor der Schließung. In der reichen Theresa findet Isabel überraschend eine großzügige Spenderin. Einzige Bedingung: Die beiden Frauen sollen sich in Theresas Heimatstadt New York persönlich kennenlernen. Für Isabel ist das ein großes Opfer, das sie für ihr Lebenswerk jedoch zu bringen gewillt ist. Doch in der US-Metropole kommt schließlich alles anders. Dort platzt sie nämlich mitten in die Hochzeitsvorbereitungen der 21-jährigen Grace, Theresas Tochter. Insbesondere Theresa selbst besteht darauf, dass Isabel bleibt und den Feierlichkeiten beiwohnt. Doch je länger sie über die Situation nachdenkt und ihr eigenes Leben rekapituliert, desto mehr wird Isabel bewusst, dass sie nicht durch Zufall an diesen Ort gekommen ist…

Das twistreiche Familiendrama „After the Wedding“ ist vor allem aufgrund der starken Hauptdarstellerinnen eine rundum gelungene Neuauflage des dänischen Dramas „Nach der Hochzeit“, die mit ihren vielen eigenen Ansätzen genauso überzeugt wie das Original.


MALEFICENT 2: MÄCHTE DER FINSTERNIS | Regie: Joachim Rønning | USA 2019

Einige Jahre nach den Ereignissen aus „Maleficent – Die dunkle Fee“ haben viele Menschen aus den anliegenden Königreichen bereits wieder vergessen, was in Wirklichkeit passiert ist. Und so gilt die Fee Maleficen gemeinhin als biestige Schurkin, die unentwegt Unschuldige mit dunklen Flüchen belegt. Das ist eine Lüge – oder wenigstens nur eine Teilwahrheit. Doch als Prinz Philipp um die Hand von Aurora anhält, bekommt die Prinzessin trotzdem zu sehen, wie schnell ihre Ziehmutter Maleficent ihre Geduld verliert. Die Beziehung zwischen den beiden Frauen wird auf eine noch härtere Probe gestellt, als die Königin von Ulstead, dem an die magischen Moore Maleficents angrenzenden Königreich, zu einem Essen lädt. Dort kocht der alte Groll zwischen den Menschen und den Feen wieder hoch und Maleficent und Aurora werden unweigerlich auf verschiedenen Seiten eines großen Konflikts gezerrt…

„Maleficent: Mächte der Finsternis“ ist nicht ganz so fahrig wie Teil eins, und Joachim Rønnings Bilderwelten sind nicht derart matschig wie die seines Vorgängers. Aber ein Film, der nicht ununterbrochen nervt, sondern primär langweilt, und nur ab und zu ätzt, ist noch immer ein mieser Film.


Heimkinotipp: X-MEN: DARK PHOENIX | Regie: Simon Kinberg | USA 2019

Im Zuge einer lebensgefährlichen Mission im Weltall verliert Jean Grey (Sophie Turner) beinahe ihr Leben als sie ein kosmisches Wesen absorbiert, das sie mit Kräften ausstattet, die weit über jenen liegen, die sie oder alle anderen Mutanten besitzen. Nach ihrer Rückkehr auf die Erde kämpft sie mit diesen Gott-gleichen Fähigkeiten, aber die Mächte in ihr lassen sich nicht bändigen. Jean verliert die Kontrolle über sich und fügt jenen Schmerzen zu, die sie am meisten liebt. Als die junge Frau sogar für einen Todesfall innerhalb der X-Men sorgt, führen ihre Taten zu einem Streit und später zu einem Zerwürfnis unter den X-Men, denn die Helden sehen sich plötzlich mit ihrem bislang gefährlichsten Feind konfrontiert – einer Mutantin aus den eigenen Reihen, die mit jedem Tag zu größeren Kräften kommt und schließlich unaufhaltsam wird…

Auch wenn „X-Men: Dark Phoenix“ nicht zwingend einen klassischen Bösewicht gebraucht und dem Finale eine Reduktion der Computereffekte gut getan hätte, ist der vorerst letzte Film aus dem Mutantenuniversum eine gelungene emotionale Auseinandersetzung mit inneren Konflikten, die viele neue Diskussionsansätze rund um die bekannten Figuren bietet und noch dazu angenehm kurzweilig ist.

Das startet am 27. Juni 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 27. Juni, deren Kinostarts übersichtlich sind. Vielleicht traut sich Niemand, gegen den sicheren Animationshit „Pets 2“ anzutreten. Vielleicht hat man erkannt, dass der Sommer hierzulande einfach kein guter Kinomonat ist. Vielleicht ist es aber auch ganz besonders clever, an diesen heißen Tagen einen Film herauszubringen, in dem man Männer schwimmen sieht!? So oder so, das Heimkino hat momentan Besseres parat. Was genau, das findet ihr ganz unten. Hoffentlich ist nächste Woche wieder mehr los.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

EIN BECKEN VOLLER MÄNNER | Regie: Gilles Lellouche | FR/BEL 2018

Eine Gruppe Männer im besten Alter und jeder davon mitten in einer handfesten Lebenskrise: Was liegt da näher, als kurzerhand das erste männliche Synchronschwimmteam ihrer lokalen Badeanstalt zu gründen? Mit Badehose und Schwimmhaube wollen sie es mit der eigenen Midlife-Crisis und der internationalen Konkurrenz im Wasserballett aufnehmen. Der Skepsis und dem Spott ihrer Mitmenschen zum Trotz, und gedrillt von zwei ebenfalls ein wenig vom Weg abgekommenen Trainerinnen, begeben sich die wassersportliebenden „Schönschwimmer“ auf ein unwahrscheinliches Abenteuer, an dessen Ende sie über sich hinauswachsen müssen. Doch je näher die anvisierte Meisterschaft im Synchronschwimmen rückt, desto unsicherer werden die Männer, ob sie sie mit der Konkurrenz mithalten können…

Obwohl „Ein Becken voller Männer“ bereits der dritte Film ist, der diese Thematik aufgreift, ist er auch gleichzeitig der beste von ihnen. Die französische Tragikomödie stellt die ungelenken Wasserperformer nicht einfach nur zur Schau, sondern kleidet die unkonventionelle Prämisse in ein emotionales Selbstfindungsdrama, das zum Lachen und zum Weinen animiert.


PETS 2 | Regie: Chris Renaud | USA 2019

Kaum schließt sich morgens die Haustür, beginnt ein buntes Treiben, wenn die ansonsten braven tierischen Mitbewohner ihrem eigentlichen, sehr turbulenten Leben nachgehen, von dem Herrchen und Frauchen nur wenig wissen. Im neuesten Abenteuer wird das geheime Leben von Max & Co. erneut durcheinandergewirbelt, als plötzlich ein kleines Menschenbaby behütet werden muss… und das nicht nur in der tosenden Großstadt, sondern auch beim Familienurlaub auf dem Land, wo unerwartet völlig neue Gefahren an jeder Ecke lauern. Gleichzeitig bleibt es auch in der Stadt aufregend: Spitz-Dame Gidget verliert Quietschebienchen, Max’ Lieblingsspielzeug, an eine Horde neurotischer Katzen und begibt sich notgedrungen mit Hilfe der super-coolen Chloe auf eine waghalsige Undercover-Mission. Und das kleine Kaninchen Snowball stellt sich als Superheld Captain Snowball einem gefährlichen Rettungsmanöver.

Durch die unbeholfen wirkende Episodenfilmstruktur fühlt sich „Pets 2“ nicht wirklich rund an. Erzählerisch kann er mit den Animationsfilm-Großkalibern wie Pixar und Co. ebenfalls nicht mithalten. Ein Hit wird der Film wohl trotzdem, da er durch seine Kurzweil und seinen Humor vor allem das junge Zielpublikum bespaßen wird. Und das ist ja auch völlig okay.


DANCING QUEENS | Regie: Zara Heyes | USA 2018

Gibt das Leben Dir Zitronen, mach Limonade draus! Genauso quietschgelb, wie vergnügt wird Martha (Diane Keaton) nach ihrem Einzug von den lebenslustigen Damen Olive (Pam Grier), Alice (Rhea Perlman) und Sheryl (Jackie Weaver) in der Altersresidenz Sun Springs begrüßt. Martha erwartet nichts mehr vom Leben. Sie hat alles erlebt und möchte in ihrem neuen Lebensraum einfach nur noch in Ruhe alt werden. Das bemerken auch ihre neuen Freundinnen und belehren sie schnell eines Besseren. Sie fassen den Plan, die missmutige Martha mit ihrer Lebenslust anzustecken. Und ihr Plan geht auf! Was dann passiert, muss man gesehen haben, um es zu glauben: Die vielleicht ungewöhnlichste, und auch unwiderstehlichste, Cheerleader-Gruppe wird geboren und sie haben es immer noch drauf. Als sie merken, wie gut ihnen ihre neue Lieblingsbeschäftigung tut, beschließen sie, es der ganzen Welt mitzuteilen…


WO IST KYRA? | Regie:  Andrew Dosunmu | UK/USA 2017

Mit dem Tod ihrer Mutter endet für Kyra – ergreifend gespielt von Michelle Pfeifer – das behütete Leben abrupt. Kyra gerät immer tiefer in eine Abwärtsspirale aus Selbstmitleid und Lebensunmut. Bereits seit längerer Zeit konnte Kyra keine Arbeit finden und häufte sich hohe Schulden an. So wird es für sie zu einem Kampf um die eigene Existenz und sich selbst zu ernähren.

Die einst sanftmütige Kyra wird mit der Zeit zunehmend verzweifelter und isolierter. Sie sehnt sich sehr nach ihrer verstorbenen Mutter und startet entschlossen einen allerletzten Versuch, um die bevorstehende Zwangsräumung zu verhindern. Schließlich findet Kyra Trost bei dem ebenfalls einsamen Doug (gespielt von Kiefer Sutherland). Zunächst versucht sie noch, ihre Notlage vor Doug zu verbergen, jedoch zieht ihn Kyra mit der Zeit immer mehr in ihre Betrügerei hinein.


DAS MELANCHOLISCHE MÄDCHEN | Regie: Susanne Heinrich | DE/FR/DK 2019

Auf der Suche nach einem Schlafplatz streift das melancholische Mädchen durch die Großstadt. Unterwegs begegnet sie jungen Müttern, die ihre neue Mutterschaft als religiöses Erweckungserlebnis feiern, findet Unterschlupf bei einem abstinenten Existentialisten, für den Sex „auch nur noch ein Markt“ geworden ist, und wartet in einer Drag Bar „auf das Ende des Kapitalismus“. Ihr Versuch, ein Buch zu schreiben, scheitert am ersten Satz des zweiten Kapitels, und sie findet keinen Platz zwischen Kunstgalerien, Yoga-Studios und den Betten fremder Männer. Statt sich zu bemühen hineinzupassen, fängt das Mädchen an, ihre Depression als Politikum zu betrachten. In 15 komischen Begegnungen erforscht „Das melancholische Mädchen“ unsere postmoderne Gesellschaft zwischen Prekarisierung und Self Marketing, serieller Monogamie und Neo-Spiritualität, Ernüchterung und Glückszwang.


THEY SHALL NOT GROW OLD | Regie: Peter Jackson | UK/NZL 2019

Zwischen den Jahren 1914 und 1918 änderte ein globaler Konflikt den Lauf der Geschichte. Die Menschen, die ihn mitmachten, lebten nicht in einer stummen, schwarz-weißen Welt. Reisen Sie zurück in der Zeit, und erleben Sie Geschichte Seite an Seite mit jenen, die tatsächlich dort waren. Vom Oscar-prämierten Filmemacher Peter Jackson („Der Herr der Ringe“) kommt die außergewöhnliche Dokumentation „They Shall Not Grow Old“ anlässlich des 100. Jahrestages der Unterzeichnung des Versailler Friedensvertrages in ausgewählte deutsche Kinos. Jackson schuf ein äußerst ergreifendes, umfassendes und authentisches Kinoerlebnis, indem er historisches Filmmaterial – sorgfältig ausgewählt aus Hunderten Stunden Originalmaterial vom Ersten Weltkrieg aus den Archiven des britischen Imperial War Museum (IWM) – unter Verwendung modernster Technik restaurierte, kolorierte und mithilfe von 3-D-Technologie konvertierte.


Heimkinotipp: VICE – DER ZWEITE MANN | Regie: Adam McKay | CAN/ARG/USA 201

Er gilt als einer der mächtigsten US-Vizepräsidenten aller Zeiten: Dick Cheney (Christian Bale). Doch das war nicht immer so: Erst schlägt er sich als versoffener Arbeiter durchs Leben, dann droht ihn seine Frau (Amy Adams), ihn aufgrund seines Alkoholproblems zu verlassen. Es ist der dringend nötige Weckruf, denn nachdem er über ein Praktikum erstmals Kontakt mit der US-amerikanischen Politik erhält, scheint er seine wahre Berufung gefunden zu haben. Donald Rumsfeld (Steve Carell) führt ihn in die Gepflogenheiten des Regierungsapparates ein, wo er seine Karriere als Politiker beginnt. Neben George W. Bush (Sam Rockwell) und unter dessen Vater (John Hillner) steigt er sogar zum Verteidigungsminister auf. Doch dieser kometenhafte Aufstieg zu einem der einflussreichsten Politiker der Welt geht mit (Fehl-)Entscheidungen einher, die das Land bis heute prägen…

Überträgt Regisseur Adam McKay sein bereits in „The Big Short“ angewandtes, inszenatorisches Erfolgskonzept einfach nur vom Thema Immobilienblase auf die US-Politik? Schon irgendwie. Macht sein neuer Film „Vice – Der zweite Mann“ entsprechend genauso viel Spaß und ist obendrein so richtig schön bissig? Auf jeden Fall!

« Ältere Einträge