Schlagwort-Archiv: Satire

Das startet am 6. August 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 6. August, an dem mit „Pandemie“ ein Film startet, wie er aktueller nicht sein könnte – allerdings gar nicht so aktuell ist, wie er anmutet. Außerdem kommt mir „Irresistible“ eine smarte Satire ins Kino, die den Finger in die Wunde des US-amerikanischen Politzirkus legt. Von der Selbsthilfebuchverfilmung „The Secret“ gilt es dagegen Abstand zu nehmen. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

IRRESISTIBLE – UNWIDERSTEHLICH | Regie: Jon Stewart  | USA 2020

Politikberater Gary Zimmer (Steve Carell) soll der Demokratischen Partei wieder zu mehr Zuspruch in der ländlichen Bevölkerung verhelfen. Seine geniale Idee: Er will den pensionierten Veteran Colonel Jack Hastings (Chris Cooper) bei dessen Wahlkampf um das Bürgermeisteramt der Kleinstadt Deerlaken unterstützen, nachdem dieser mit einer flammenden Rede für die Einwandererbevölerung einen viralen Hit gelandet war. Leider stellt sich nur allzu schnell heraus, dass eine öffentlichkeitswirksame Kampagne auf dem Land auch so ihre Tücken hat. Zu allem Übel rufen seine Bemühungen außerdem seine Erzfeindin, die skrupellose Republikanerin, Faith Brewster (Rose Byrne) auf den Plan, die alles unternimmt, um Zimmers Pläne zu durchkreuzen. Zwischen den beiden entbrennt ein Hahnenkampf, der ein überraschendes Ende bereithält.

Jon Stewart gelingt mit seiner Satire „Irresistible“ ein gleichermaßen komischer wie smart beobachtender Blick auf die bisweilen absurden Abläufe innerhalb des US-amerikanischen Politsystems. An vorderster Front: Steve Carell und Rose Byrne, die zusammen zwei herrlich leidenschaftliche Erzfeinde abgeben.

PANDEMIE | Regie: Sung-su Kim  | KOR 2013

Aufgrund der Corona-Pandemie schafft es der bereits im Jahr 2013 veröffentlichte Katastrophenthriller „Gamgi“ nun unter dem Titel „Pandemie“ auch in die deutschen Kinos. Hier erwartet den Zuschauer ein klassischer Genrereißer mit einigen zufälligen Bezügen zu unserer aktuellen Lebensrealität, der allerdings vorwiegend auf den schnellen Schock und weniger die schleichende Bedrohung setzt.


THE SECRET – DAS GEHEIMNIS | Regie: Andy Tennant | USA 2020

In Miranda Wells‘ Leben scheint gerade alles schief zu laufen. Der alleinerziehenden Mutter von drei Kindern wächst alles über den Kopf. Das Geld reicht hinten und vorne nicht mehr, seitdem ihr Mann vor ein paar Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Als hätte sich das Schicksal gegen sie gerichtet, kracht während eines Hurrikans auch noch ein Ast durch das Dach ihres Hauses. Doch das Unwetter stellt Miranda nicht nur vor ihre nächste finanzielle Herausforderung, sondern bringt auch den hilfsbereiten Bray Johnson in ihr Leben. Von nun an scheint sich das Blatt für Miranda und ihre Familie zu wenden. Ob das an dem positiven und lebensbejahenden Spirit liegt, mit dem Bray in ihr Leben tritt? Und was hat es mit dem rätselhaften Umschlag auf sich, der Bray Johnson ursprünglich zu Miranda geführt hat?

Man muss „The Secret“ zugute halten, dass er ja bereits auf einer fragwürdigen Vorlage basiert, aus der eine annähernd aufrichtige Geschichte über Liebe und Schicksal kaum herauszuholen war. Letztlich ändert das aber nichts daran, dass die schwierige Message des Films die im Kern süße Liebesgeschichte so extrem überlagert, dass es schwierig ist, bis zum Ende dran zu bleiben, ohne sich nicht permanent die Hand vors Gesicht zu schlagen.


MAX UND DIE WILDE 7 | Regie: Winfried Oelsner  | DE 2020

Eine echte Ritterburg als neues Zuhause – kann man sich etwas Cooleres vorstellen? Ja, kann man, findet der neunjährige Max (Jona Eisenblätter), als er eines Tages dorthin zieht. Denn Burg Geroldseck ist ein Altersheim voller schrumpeliger Omas und Opas! Aber damit seine alleinerziehende Mutter, eine Altenpflegerin, auch Nachtschichten arbeiten kann, wohnt Max jetzt im Rabenturm. Als einziges Kind unter lauter alten Knackern… das kann ja was werden! Max findet sich jedoch schneller zurecht als gedacht und freundet sich mit den an Tisch 7 sitzenden Senioren Vera (Uschi Glas), Horst (Thomas Thieme) und Kilian (Günther Maria Halmer) an. Als ein mysteriöser Einbrecher auf der Burg sein Unwesen treibt, beginnt für die ungleichen Vier ein rasantes Abenteuer auf der Suche nach dem Täter. Alt und jung müssen zusammenhalten, um den Gauner in eine Falle zu locken…


Heimkinotipp: TROLLS 2: TROLLS WORLD TOUR | Regie: Walt Dohrn, David P. Smith   | USA 2020

Die Trolls-Welt gerät komplett aus den Fugen, als unsere beliebten Figuren entdecken, dass sie nur eine von sechs Trolls-Arten sind, die alle von unterschiedlichen Musikrichtungen geprägt sind: Funk, Country, Techno, Klassik, Pop und Rock. Damit ist zumindest eines klar: Ihre Welt wird nicht nur größer, sondern auch sehr viel bunter und lauter sein! Die Königin des Hard Rock, Queen Barb hat einen finsteren Plan gefasst: Sie will alle anderen Arten von Musik vernichten, damit einzig und allein der Rock die Herrschaft übernehmen kann. Das müssen Poppy (Anna Kendrick/Lena Meyer-Landrut) und Branch (Justin Timberlake/Mark Forster) verhindern – ihre Mission: Alle Trolls vereinen, Barb besiegen, die alle anderen im wahrsten Sinne des Wortes an die Wand spielen will, und die Welt retten!

„Trolls 2: Trolls World Tour“ nimmt sich auf weitestgehend oberflächliche aber immerhin unterhaltsame Weise der wichtigen Botschaft an, dass jedes Gefühl und jede Stimmung ihren Platz im Leben haben. Dafür bedienen die Macher auch Klischees, legen aber erneut eine großartig animierte Welt vor, in der man sich wunderbar verlieren kann.

Das startet am 4. Juni 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 4. Juni, der ersten seit dem 19. März, bevor die Welt aufgrund der Corona-Pandemie für ein paar Monate still stand. Nun aber kehrt langsam die Normalität zurück, was sich auch auf die deutsche Kinolandschaft auswirkt. Die ersten Neustarts nach der bundesweiten Schließung der Lichtspielhäuser belaufen sich auf allesamt sehr sehenswerte Geheimtipps. Die Kinos freuen sich über regen Zulauf!

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MINA UND DIE TRAUMZAUBERER | Regie: Kim Hagen Jensen, Tonni Zinck  | DK 2019

Minas Leben wird komplett auf den Kopf gestellt als Helena, die neue Verlobte ihres Vaters, und deren Tochter Jenny bei ihnen einziehen. Ihre neue Stiefschwester Jenny entpuppt sich als unausstehlich und bald ist Mina mit ihrer Geduld am Ende. Jenny muss verschwinden! Eines Nachts entdeckt Mina im Schlaf die Kulissen hinter ihren Träumen, in der Traumzauberer die Träume der Menschen auf Theaterbühnen zum Leben erwecken. Schnell findet sie heraus, wie sie Jennys Träume manipulieren kann. Was sie aber nicht weiß: Das Eingreifen in die Träume der Menschen hat schreckliche Folgen! Als Mina eines Nachts zu weit geht, bleibt Jenny in ihrem Traum gefangen und kann nicht mehr aufwachen. Mina muss noch einmal in die Traumwelt zurück…

Ein moderner und doch klassischer Abenteuerfilm über Träume und Familie – ganz ohne klassisches Familienmodell. Die heiße Disney- und Pixar-Konkurrenz im animierten Familienfilmsegment kommt eindeutig aus Dänemark!


RETTET DEN ZOO | Regie: Jae-gon Son | KOR 2020

Tae-soo (Ahn Jae-hong) träumt von einer Karriere in der Anwaltskanzlei, in der er seit Monaten als Assistent auf Probe nur Botengänge erledigen darf. Sein Wunsch scheint zum Greifen nah, als ihm sein Chef eines Tages eine gut bezahlte Festanstellung unter folgender Voraussetzung verspricht: Tae-soo soll innerhalb von nur drei Monaten einen kurz vor der Pleite stehenden Zoo wieder zum Laufen bringen, damit sich ein potenzieller Käufer finden lässt und der Zoo möglichst gewinnbringend verkauft werden kann. Da der Zoo mittlerweile fast alle Tiere hat verkaufen müssen und so natürlich keine Besucher anlocken kann, kommt Tae-soo eine verrückte, aber geniale Idee: Die verbliebenen Angestellten sollen in lebensechten Kostümen selbst in die Rollen der Tiere schlüpfen! Der Plan könnte aufgehen, denn wer würde schon unechte Tiere in einem Zoo vermuten?

Die südkoreanische Familienkomödie „Rettet den Zoo“ gleich ihr nach Schema F aufgezogenes Erzählkonzept mit einer gehörigen Portion Absurdität, viel Herzblut und treffend sitzenden Pointen wieder aus. Ein guter Einstieg in das Post-Corona-Kinojahr 2020!


MONOS – ZWISCHEN HIMMEL UND HÖLLE | Regie: Alejandro Landes  | COL/ARG//USA/CHE/FR 2019

In einer abgelegenen Bergregion, irgendwo in Lateinamerika. Hier leben Patagrande (Moises Arias), Rambo (Sofia Buenaventura), Leidi (Karen Quintero), Sueca (Laura Castrillón), Pitufo (Deiby Rueda), Lobo (Julián Giraldo), Perro (Paul Cubides) und Bum Bum (Sneider Castro). Ihre Kampfnamen kommen nicht von ungefähr. Sie wissen nicht genau, was sie eigentlich machen sollen. Nur, dass Krieg herrscht. Und dass es jederzeit so weit sein kann, dass man ihre Kampffähigkeiten benötigt. Bis es soweit ist, bekommen die Jugendlichen Aufgaben einer Organisation, die ihnen regelmäßig ein Bote übermittelt. So sollen die Kids beispielsweise auf die Milchkuh Shakira aufpassen oder die Geisel Doctora (Julianne Nicholson) unter ihre Fittiche nehmen. Doch als Shakira plötzlich das Opfer von Waffengewalt wird und die Zusammenführung eines Liebespaares misslingt, geraten die Ereignisse außer Kontrolle…

Alejandro Landes gelingt mit seinem Abenteuerdrama „Monos – Zwischen Himmel und Hölle“ auf kleinem Raum das Zerrbild einer Gesellschaft ohne Regeln. Spannend, provokativ und betörend schön.


EINE GESCHICHTE VON DREI SCHWESTERN | Regie: Emin Alper | TRK/DE/NED/GRE 2019

Die drei Schwestern Reyhan (Cemre Ebuzziya), Nurhan (Ece Yüksel) und Havva (Helin Kandemir) leben mit ihrem Vater in einem abgelegenen Dorf in Zentralanatolien. Alle drei wurden als Dienstmagd in die Stadt geschickt, doch inzwischen leben alle drei jungen Frauen wieder zu Hause. Als letzte von ihnen kehrte Nurhan zurück: Sie hatte den Sohn des Arztes der Region geschlagen, weil dieser jede Nacht sein Bett einnässte. Reyhan war bei ihrer Rückkehr schwanger und wurde vom Vater eilig mit dem Schafhirten Veysel verheiratet. Ganz so, wie es die Tradition verlangt, damit die Familie ihr Ansehen nicht verliert. Der Traum von einer besseren Zukunft scheint sich für die drei jungen Frauen nicht zu erfüllen, doch die Bande, die sie verbinden, sind stark. Während sie darauf warten, dass die verschneiten Straßen wieder passierbar werden, vertreiben sich Vater und Töchter die Zeit mit Geschichten.


Heimkinotipp: JOJO RABBIT | Regie: Taika Waititi | CZE/NZL/USA 2019

Der kleine Jojo (Roman Griffin Davis) ist zu klein für sein Alter, ein Außenseiter und Hasenfuß, weshalb ihm die anderen Kids im Nazi-Ferienlager den Spitznamen „Jojo Rabbit“ verpasst haben. Doch der Junge ist treuer Hitler-Anhänger und bereit, ein Vorzeige-Arier zu sein, was immer wieder zu Konfrontationen mit seiner ihn liebenden Mutter Rosie (Scarlett Johansson) führt. Doch Jojos Leben wird auf den Kopf gestellt, als er herausfindet, dass sich in der Dachkammer ihres Hauses ein jüdisches Mädchen namens Elsa (Thomasin McKenzie) versteckt. Jojos Mutter gewährte ihr einst Unterschlupf und riskiert so tagtäglich ihr Leben. Jojo findet das Mädchen faszinierend und sieht sich gezwungen, seine radikalen Ansichten zu überdenken. Der Einzige, den er um Rat fragen kann, ist sein idiotischer imaginärer Freund Adolf Hitler (Taika Waititi).

Erst lachst du, dann weinst du und schließlich willst du dich vor Taika Waititi verneigen: „Jojo Rabbit“ tarnt ein herbes Drama über den Schrecken des Krieges und dessen Auswirkungen als satirische Comedy. Dieser Tanz auf der inszenatorischen Rasierklinge ist gewagt. Aber er zahlt sich aus. Könnte er doch weitaus mehr Leute ins Kino führen als ein konventionelles Drama.

Parasite

„Snowpiercer“-Regisseur Joon-ho Bongs PARASITE räumt einen internationalen Filmpreis nach dem nächsten ab und gilt als Favorit für den Fremdsprachen-Oscar. Ob die Lorbeeren und Lobeshymnen für den Mash-up aus Tragikomödie und Psycho-Thriller tatsächlich gerechtfertigt sind, verraten wir in unserer Kritik.

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Das startet am 17. Oktober 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die .anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 17. Oktober, an dem mit „Parasite“ ein Film startet, der Deutschland mit vielen Vorschusslorbeeren erreicht. Und ja: Er wird seinem Ruf zu großen Teilen gerecht. Mehr zum Film erfahrt ihr an dieser Stelle morgen. Etwas mehr auf den Mainstream zielt die Musicalverfilmung „Ich war noch niemals in New York“ ab. Über sechs Millionen Zuschauer haben die Bühnenfassung gesehen. Ob der Film dazu mithalten kann? Ebenfalls von vielen erwartet wird der zweite Teil von „Maleficent“. Aufgrund der Sperrfrist dürfen wir dazu aber erst ab dem 15. Oktober mehr verraten. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

PARASITE | Regie: Joon-ho Bong | KOR 2019

Familie Kim lebt in einer heruntergekommen Tiefparterre-Wohnung ohne direktes Sonnenlicht. Vater Ki-taek und Mutter Chung-sook sind seit Jahren arbeitslos. Die erwachsenen Kinder hausen ebenfalls hier. Ihr aller Abendessen besteht meist aus einer Tüte Instantnudeln und einer durch vier geteilten Dose Bier. Die einzigen Einkommensquellen der Kims sind kleine Gaunereien und das Zusammenfalten von Pizza-Kartons. Durch einen ehemaligen Schulfreund kommt Ki-woo eines Tages an die Stelle als Nachhilfelehrer für die Tochter eines wohlsituierten Geschäftsmannes. Dort erschleicht er sich das Vertrauen der Gattin seines neuen Chefs. Es gelingt ihm, seiner Schwester eine Anstellung als Kunst-Pädagogin für den komplett untalentierten Sohn zu beschaffen. Schließlich intrigieren die Geschwister so lange, bis die restlichen Angestellten der Parks, die Haushälterin und der Chauffeur, durch ihre Eltern ersetzt werden…

Glaubhafte, relevante Gesellschaftskritik im Gewand ausgesprochen cleverer Popcorn-Unterhaltung – Joon-ho Bong gelingt mit „Parasite“ ein bravouröser Spagat zwischen den Genres.


ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK | Regie: Philipp Stölzl | DE 2019

Für Lisa Wartberg, erfolgsverwöhnte Fernsehmoderatorin und Single, steht ihre Show an erster Stelle. Doch dann verliert ihre Mutter Maria nach einem Unfall ihr Gedächtnis, kommt ins Krankenhaus und kann sich nur noch an eines erinnern: Sie war noch niemals in New York! Kurzentschlossen flieht Maria und schmuggelt sich als blinder Passagier an Bord eines luxuriösen Kreuzfahrtschiffes. Gemeinsam mit ihrem Maskenbildner Fred macht sich Lisa auf die Suche nach ihrer Mutter und spürt sie tatsächlich auf der „MS Maximiliane“ auf. Doch bevor die beiden Maria wieder von Bord bringen können, legt der Ozeandampfer auch schon ab und die drei finden sich auf einer unfreiwilligen Reise über den Atlantik wieder. Lisa lernt an Bord Axel Staudach und dessen Sohn Florian kennen. Axel ist so gar nicht Lisas Typ, doch durch eine Reihe unglücklicher Missgeschicke kommen sich die beiden schließlich näher… 

Das Bühnen-Musical „Ich war noch niemals in New York“ nach den Songs von Udo Jürgens kongenial auf die Leinwand übertragen – wer sich auf diese quietschbunte Gute-Laune-Wundertüte einlassen kann, bekommt den Feelgood-Film des Herbstes spendiert.


AFTER THE WEDDING | Regie: Bart Freundlich  | USA 2019

Die Entwicklungshelferin Isabel kämpft Tag und Nacht für die Ärmsten der Armen. Trotzdem steht das von ihr beaufsichtigte Waisenhaus in Kalkutta kurz vor der Schließung. In der reichen Theresa findet Isabel überraschend eine großzügige Spenderin. Einzige Bedingung: Die beiden Frauen sollen sich in Theresas Heimatstadt New York persönlich kennenlernen. Für Isabel ist das ein großes Opfer, das sie für ihr Lebenswerk jedoch zu bringen gewillt ist. Doch in der US-Metropole kommt schließlich alles anders. Dort platzt sie nämlich mitten in die Hochzeitsvorbereitungen der 21-jährigen Grace, Theresas Tochter. Insbesondere Theresa selbst besteht darauf, dass Isabel bleibt und den Feierlichkeiten beiwohnt. Doch je länger sie über die Situation nachdenkt und ihr eigenes Leben rekapituliert, desto mehr wird Isabel bewusst, dass sie nicht durch Zufall an diesen Ort gekommen ist…

Das twistreiche Familiendrama „After the Wedding“ ist vor allem aufgrund der starken Hauptdarstellerinnen eine rundum gelungene Neuauflage des dänischen Dramas „Nach der Hochzeit“, die mit ihren vielen eigenen Ansätzen genauso überzeugt wie das Original.


MALEFICENT 2: MÄCHTE DER FINSTERNIS | Regie: Joachim Rønning | USA 2019

Einige Jahre nach den Ereignissen aus „Maleficent – Die dunkle Fee“ haben viele Menschen aus den anliegenden Königreichen bereits wieder vergessen, was in Wirklichkeit passiert ist. Und so gilt die Fee Maleficen gemeinhin als biestige Schurkin, die unentwegt Unschuldige mit dunklen Flüchen belegt. Das ist eine Lüge – oder wenigstens nur eine Teilwahrheit. Doch als Prinz Philipp um die Hand von Aurora anhält, bekommt die Prinzessin trotzdem zu sehen, wie schnell ihre Ziehmutter Maleficent ihre Geduld verliert. Die Beziehung zwischen den beiden Frauen wird auf eine noch härtere Probe gestellt, als die Königin von Ulstead, dem an die magischen Moore Maleficents angrenzenden Königreich, zu einem Essen lädt. Dort kocht der alte Groll zwischen den Menschen und den Feen wieder hoch und Maleficent und Aurora werden unweigerlich auf verschiedenen Seiten eines großen Konflikts gezerrt…

„Maleficent: Mächte der Finsternis“ ist nicht ganz so fahrig wie Teil eins, und Joachim Rønnings Bilderwelten sind nicht derart matschig wie die seines Vorgängers. Aber ein Film, der nicht ununterbrochen nervt, sondern primär langweilt, und nur ab und zu ätzt, ist noch immer ein mieser Film.


Heimkinotipp: X-MEN: DARK PHOENIX | Regie: Simon Kinberg | USA 2019

Im Zuge einer lebensgefährlichen Mission im Weltall verliert Jean Grey (Sophie Turner) beinahe ihr Leben als sie ein kosmisches Wesen absorbiert, das sie mit Kräften ausstattet, die weit über jenen liegen, die sie oder alle anderen Mutanten besitzen. Nach ihrer Rückkehr auf die Erde kämpft sie mit diesen Gott-gleichen Fähigkeiten, aber die Mächte in ihr lassen sich nicht bändigen. Jean verliert die Kontrolle über sich und fügt jenen Schmerzen zu, die sie am meisten liebt. Als die junge Frau sogar für einen Todesfall innerhalb der X-Men sorgt, führen ihre Taten zu einem Streit und später zu einem Zerwürfnis unter den X-Men, denn die Helden sehen sich plötzlich mit ihrem bislang gefährlichsten Feind konfrontiert – einer Mutantin aus den eigenen Reihen, die mit jedem Tag zu größeren Kräften kommt und schließlich unaufhaltsam wird…

Auch wenn „X-Men: Dark Phoenix“ nicht zwingend einen klassischen Bösewicht gebraucht und dem Finale eine Reduktion der Computereffekte gut getan hätte, ist der vorerst letzte Film aus dem Mutantenuniversum eine gelungene emotionale Auseinandersetzung mit inneren Konflikten, die viele neue Diskussionsansätze rund um die bekannten Figuren bietet und noch dazu angenehm kurzweilig ist.

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