Schlagwort-Archiv: Kinderfilm

Zehn Filme, die mich im 2. Quartal 2017 genervt haben

Zum Ende eines jeden Quartals veröffentliche ich in den sozialen Netzwerken meine zehn ganz persönlichen Lieblingsfilme sowie meine Flops der vergangenen drei Monate. Um diese Filme in Zukunft ein wenig mehr zu würdigen, oder zu erklären, weshalb mir Film XY (eben so gar nicht) gefallen hat, werde ich in meiner ZEHN FILME-Rubrik ab sofort nochmal meine zehn Lieblings- und Hassfilme inklusive Trailer vorstellen, in der Hoffnung, Ahnungslosen einen kleine Orientierung zu geben, was man im Kino auf keinen Fall verpassen sollte und was man getrost links liegen lassen darf. Gern seid Ihr unterhalb des Postings dazu aufgefordert, Eure Lieblings- und Hassfilme der vergangenen vier Wochen zu veröffentlichen. Nach meinen zehn Lieblingsfilmen folgt hier das Flop-Ranking. Viel Spaß!

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Das startet am 15. Juni 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 15. Juni, der von der Kopienanzahl vermutlich von dem gnadenlos überhypten „Wonder Woman“ dominiert wird, jedoch auch eine sehr hohe Anzahl an Alternativen zu bieten hat. Fans derberer Kost bekommen mit „Das Belko Experiment“ einen blutigen FSK-18-Schocker zu bieten, wer sich lieber seiner Träumereien hingibt, für den ist der wunderschön bebilderte „Der wunderbare Garten der Bella Brown“ die richtige Wahl und für die aller kleinsten gibt es den ersten „Bob der Baumeister“-Kinofilm zu sehen. Müßig zu erwähnen, dass wohl kaum einer dieser Filme die Chance hat, an den Kinokassen abzuräumen. Das gilt übrigens auch für „Loving“, der nach seinem ursprünglichen Kino-Aus aber immerhin doch noch in die Lichtspielhäuser kommt. Übrigens: Zu „All Eyez On Me“ besteht bis Dienstag leider noch eine Sperrfrist.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

DAS BELKO EXPERIMENT  | Regie: Greg McLean | USA/COL 2016

Eine Gruppe von Angestellten verrichtet ihre Arbeit tagtäglich beim weltberühmten Belko-Konzern. Was genau hier für Geschäfte abgewickelt werden, wissen jedoch selbst die Mitarbeiter nicht so recht. All das spielt allerdings überhaupt keine Rolle mehr, als eines Tages Tag plötzlich eine Stimme durch die Lautsprecher ertönt, die sämtliche im Haus befindlichen Leute zu einem Experiment auffordert: In den kommenden 30 Minuten sollen zwei der 80 Mitarbeiter ihr Leben lassen. Wie das geschieht, sei den Angestellten selbst überlassen. Sollte das allerdings nicht geschehen, sterben weitaus mehr als bloß zwei Menschen. Keiner weiß, wie ernst es diese Stimme meint, worauf das Experiment hinaus läuft und wer am Ende des Tages noch übrig ist. Fakt ist, dass nach der verstrichenen Frist vier Köpfe explodieren. Und dass es aus dem riesigen Gebäudekomplex kein Entrinnen gibt.

„Das Belko Experiment“ ist ein überraschend grimmiger Action-Slasher mit hohem Gore-Gehalt, der mit punktuellem Witz dafür sorgt, dass die Szenerie ihre Bedrohlichkeit behält ohne zu sehr zu verstören. Interessant: Trotz der sehr hohen Anzahl an Figuren geht einem das Schicksal jeder einzelnen nah. Und wenn sich am Ende schließlich herauskristallisiert, was das alles eigentlich sollte, dann beginnt man plötzlich, unsere Gesellschaft einmal von Grund auf zu überdenken.


DER WUNDERBARE GARTEN DER BELLA BROWN  | Regie: Simon Aboud | UK/USA 2016

Die einst als Waisenmädchen von Enten groß gezogene Bella Brown (Jessica Brown Findlay) liebt die kleinen Dinge, die ihre Phantasie beflügeln, und träumt davon, Kinderbücher zu schreiben. Im echten Leben und in ihrem Haus aber liebt sie Ordnung über alles. Natur ist ihr ein Grauen, bedeutet sie doch Willkür und Chaos. Als sie von ihrem Vermieter gezwungen wird, ihren verwilderten Garten innerhalb eines Monats in einen blühenden zu verwandeln, weil ihr sonst die Kündigung droht, bekommt sie unerwartet Hilfe von ihrem mürrischen Nachbar Alfie Stephenson (Tom Wilkinson). Und hat nicht nur einen sehr grünen Finger, eine Menge Lebensweisheit und einen überaus begabten Koch namens Vernon (Andrew Scott), der Bella ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite steht…

Mit seiner Leichtigkeit und Verspieltheit, der farbenfrohen Inszenierung und den liebenswert-neurotischen Figuren ist „Der wunderbare Garten der Bella Brown“ ein auf den Spuren von „Amelie“ wandelndes Erwachsenenmärchen, das es in seiner zeitlosen Schönheit vollkommen vergessen macht, dass die Geschichte an sich nicht wirklich innovativ ist. Ein herrlicher Geheimtipp!


LOVING  | Regie: Jeff Nichols | UK/USA 2016

Es sind die 50er Jahre, Richard (Joel Edgerton) und Mildred (Ruth Negga) sind sehr ineinander verliebt. Doch Mildreds Hautfarbe macht eine Liebesbeziehung unmöglich. In den Augen der anderen Weißen gehören die beiden nicht zusammen, unabhängig von der starken Zuneigung, die sie füreinander empfinden. Eine Ehe zwischen schwarz und weiß ist in ihrer Heimat Virginia verboten, also reist das Paar in das liberalere Washington DC. Durch eine Hochzeit wollen sie allen zeigen, dass sie für immer zusammengehören, auch offiziell. Doch die Freude währt nur kurz. Nach ihrer Rückkehr werden sie für ihre Tat mit Feindseligkeit und Hass bestraft; als die Polizei sie verhaftet, stellt man sie vor die Wahl: Ein getrenntes Leben in Virginia oder ein gemeinsames Leben fern ihrer Heimat, ihrer Familien, ihrer Freunde. 

Regie-Tausendsassa Jeff Nichols macht aus seinem intensiv gespielten Rassendrama „Loving“ eine ereignisreiche Mischung aus herzzerreißender Liebesgeschichte, fesselndem Gerichtsdrama und schockierender Alltagsbeobachtung, von der man sich wünschen würde, dass sie einem nicht so vertraut vorkäme.


BOB DER BAUMEISTER – DAS MEGA-TEAM | Regie: Stuart Evans, Colleen Morton | UK 2017

Noch nie haben Bob der Baumeister und sein Team einen so wichtigen und aufwändigen Auftrag übernommen. Sie werden einen alten Steinbruch in einen Stausee verwandeln und einen riesigen Staudamm bauen. Baggi, Buddel und Heppo wollen sich gerade auf die Arbeit stürzen, als plötzlich eine gewaltige Überraschung heranrollt: Drei große, starke, mächtige Mega Maschinen! Ace, Rumms und Kracher sind zusammen mit ihrem Baumeister Conrad gekommen, um Bob bei dem Bau des Staudamms zu helfen. Vor allem Baggi ist begeistert, denn er ist ein großer Fan von Mega-Bagger Ace, der früher einmal ein Fernsehstar war. Die beiden freunden sich schnell an, doch darüber vergisst Baggi vollkommen seine alten Freunde Buddel und Heppo. Die wiederum stellen bald fest, dass Rumms und Kracher zwar stark, aber alles andere als nett sind.

Der solide animierte und mit seinen sechzig Minuten das junge Publikum nicht überfordernde Film „Bob der Baumeister – Das Megateam“ verknüpft Spannung, Herz und Humor auf solch zuckersüße Weise, das sich auch die erwachsenen Zuschauer nicht allzu sehr langweilen werden.


WONDER WOMAN | Regie: Patty Jenkins | USA/CHN/HKG 2017

Vor ihrem Siegeszug als Wonder Woman wurde die Amazonenprinzessin Diana (Gal Gadot) zu einer unüberwindlichen Kriegerin ausgebildet. Sie wuchs in einem abgelegenen Inselparadies auf – erst von dem notgelandeten amerikanischen Piloten Steve (Chris Pine) erfährt sie von den fürchterlichen Konflikten im Rest der Welt. Daraufhin verlässt sie ihre Heimat, weil sie überzeugt ist, dass sie der bedrohlichen Situation Herr werden kann. In dem Krieg, der alle Kriege beenden soll, kämpft Diana an der Seite der Menschen, entdeckt allmählich ihr volles Potenzial… und ihre wahre Bestimmung, die darin liegen könnte, an der Seite einer Handvoll Helden die Welt zu retten. Sollte sie diesen lebensgefährlichen Konflikt überleben…

Auch „Wonder Woman“ kann nicht dafür sorgen, dass sich das DC-Universum aus seinem qualitativen Tief befreit. Mit Ausnahme einiger nett inszenierter Nahkampfszenen, ordentlichen Darstellern und ein wenig Humor im Mittelteil ist auch dieser Blockbuster ein mit wenig ansprechendem CGI vollgestopftes, weitestgehend seelenloses und sich viel zu ernst nehmendes Fantasyaction-Spektakel, das seinen feministischen Gedanken vollkommen verfehlt


ALL EYEZ ON ME  |  Regie: Benny Boom | USA 2017

Tupac Shakur (Demetrius Shipp Jr.) wächst in den Straßen New Yorks auf und wird hineingeworfen in eine Welt aus Ungerechtigkeit und Willkür. Er muss mitansehen, wie seine Community an Drogen zerbricht und von einer brutalen Polizeimacht unterdrückt wird. Schon früh experimentiert er mit Rap, um seiner Realität als junger schwarzer Mann eine Stimme zu geben. Sein Erfolg, plötzliche Berühmtheit und ein Leben mit viel Geld, Glanz und Glamour, werden aber gleichzeitig auch sein Untergang sein: Immer wieder gerät er mit dem Gesetz in Konflikt. 1995 muss er erneut ins Gefängnis. Als er nach seiner Entlassung zu Death Row Records geht und das Doppelalbum „All Eyez on me“ veröffentlicht, wird 2Pac zu einem der beliebtesten Rapper auf dem Planeten. Am 7. September 1996 wird er in Las Vegas auf offener Straße angeschossen. Sechs Tage später stirbt er mit nur fünfundzwanzig Jahren. 

Ob sich Tupac Shakur eine zweieinhalbstündige Seifenoper als filmisches Vermächtnis gewünscht hätte? Fakt ist: „All Eyez On Me“ holt kaum etwas aus dem harten Lebensweg des Musikers heraus, lässt den Konflikt zwischen West und East Coast sogar vollkommen unberücksichtigt und am Ende weiß man über den Menschen hinter dem Rapper genauso viel wie noch zu Beginn – nämlich gar nichts.


MARIA MAFIOSI |  Regie: Jule Ronstedt | DE 2017

Es scheint ‚alles paletti‘ zu sein, im so ausgelassenen Leben der hochschwangeren Polizistin Maria Moosandl aus Landsberg am Lech. Der Job macht ihr Spaß und sie freut sich auf die Zukunft, mit dem vor den Angehörigen noch geheim gehaltenen Vater, Rocco Pacelli. Der junge Italiener ist Sohn des Pizzeria-Besitzers und – wie sich herausstellt – Kleinstadt-Paten Silvio. Rocco will seinen Eltern jetzt endlich die gute Nachricht von dem Nachwuchs und seiner Hochzeit überbringen. Doch so einfach wie er sich das vorstellt, geht das nicht. Zur leidigen Überraschung des jungen Glücks sorgt Roccos Familie ausgerechnet jetzt für gewaltige Unruhe und durchkreuzt mit Papa Silvio die Hochzeitspläne durch seine eigenwilligen italienischen Geschäftsstrategien: Rocco ist angeblich einer Italienerin versprochen! 

Der Schlussakt reißt mit und auch die Darsteller geben sich alle Mühe, mehr aus dem Film herauszuholen, als abgestandene Klischees über Bayern und Italiener. So richtig klappen will das allerdings nicht. „Maria Mafiosi“ kann dem Genre der deutschen Krimikomödie keine eigenen, geschweige denn neuen Facetten hinzufügen.


MÄDELSTRIP  |  Regie: Jonathan Levine | USA 2017

Emily Middleton befindet sich auf dem Tiefpunkt: Sie wird gefeuert, verlassen und von ihren „Freundinnen“ gemieden. Ihr geplanter Ecuador-Urlaub scheint ins Wasser zu fallen, also fährt sie zu ihrer Mutter Linda, um sich auszuheulen. Linda, die sich noch immer um ihren erwachsenen und jeglicher Änderung im Leben ängstlich entgegnenden Sohn Jeffrey kümmert, fristet seit dem Ableben ihres Mannes ein ruhiges, abgeschottetes Leben. Da kommt Emily der Geistesblitz: Ihre Mutter könnte mit nach Ecuador reisen – es ist der exzentrischen, frisch gebackenen Junggesellin zwar peinlich, in ihrem Alter noch immer mit Mama unterwegs zu sein, aber sie kann ihr so wenigstens ein Abenteuer schenken. In Ecuador angekommen, dauert es nicht lang, bis sich die beiden gehörig auf die Nerven gehen… 

Eine Komödie, die nur minimal vergnüglicher ist, als die Qualen, die ihre Hauptfiguren durchleiden: Dass in Jonathan Levines staubig-miefiger Thrillerkomödie die sympathischste Figur ein Regierungsvertreter ist, der die Heldinnen nicht retten will, dürfte Bände sprechen. Da will man doch lieber selbst schnell Reisaus nehmen!


HILFE, UNSER LEHRER IST EIN FROSCH!  |  Regie: Anna van der Heide | NED 2016

Lehrer Franz übt seinen Beruf mit Freude und Leidenschaft aus und ist deshalb bei seinen Schülern überaus beliebt. Als die kleine Sita entdeckt, dass Franz sich manchmal in einen Frosch verwandelt, setzt sie gemeinsam mit den anderen Kindern der Klasse alles daran, ihrem Lehrer zu helfen, Fliegen für ihn zu fangen und ihn vor gefährlichen Tieren – wie Störchen – zu schützen. Aber dann übernimmt ein neuer Direktor die Schule und die Lage spitzt sich zu. Der Schulleiter schätzt Franz‘ liberale Methoden gar nicht. Außerdem hat er selbst ein dunkles Geheimnis… Entstanden nach dem Kinderroman von Paul van Loon wartet dieses liebenswerte moderne Märchen mit vielen vergnüglichen Szenarien auf. In Holland war der Film ein Überraschungserfolg an den Kinokassen und konnte große sowie kleine Zuschauer für sich begeistern. Im Sommer kommt der Film nun auch in die deutschen und österreichischen Kinos.


ICH WÜNSCHE DIR EIN SCHÖNES LEBEN  |  Regie: Ounie Lecomte | FR 2015

Elisa ist für einige Monate in Dünkirchen als Vertretung in einer Praxis. Sie hat ihren Sohn Noah mitgebracht und lässt ihn hier zur Schule gehen. Vor 30 Jahren ist Elisa in Dünkirchen anonym geboren und von ihrer leiblichen Mutter direkt zur Adoption freigegeben worden. Elisa hat ihre leibliche Mutter über die Adoptionsbehörde gebeten, sich zuerkennen zu geben. Aber Elisas Mutter weigert sich ihre Identität zu offenbaren. Elisa hofft auf ein Einlenken der unbekannten Mutter, wenn sie in der gleichen Stadt lebt und auch auf den Zufall. Über viele Jahre hat Elisa die Frage nach ihren leiblichen Eltern in sich verschlossen. Da ihr Sohn Noah, aber einen arabischen Einschlag hat, der nicht von seinem leiblichen Vater kommen kann, kommen nur Elisas unbekannte Eltern in Frage. Als Noah anfängt sich in der Schule mit den arabisch stämmigen Kindern zu solidarisieren, erkennt Elisa, dass sie auch für Noah Antworten zu ihrer unbekannten Familie finden muss.


Heimkinotipp: HIDDEN FIGURES  |  Regie: Theodore Melfi | USA 2016

Katherine Johnson (Taraji P. Henson), Dorothy Vaughan (Octavia Spencer) und Mary Jackson (Janelle Monáe) arbeiten zu Beginn der Sechzigerjahre bei der NASA und sind an vorderster Front an einem der wichtigsten Ereignisse der jüngeren Zeitgeschichte beteiligt. Die brillanten Mathematikerinnen sind Teil jenes Teams, das dem ersten US- Astronauten John Glenn die Erdumrundung ermöglicht. Eine atemberaubende Leistung, die der amerikanischen Nation neues Selbstbewusstsein gibt, den Wettlauf ins All neu definiert und die Welt aufrüttelt. Dabei kämpft das visionäre Trio um die Überwindung der Geschlechter- und Rassengrenzen und ist eine Inspiration für kommende Generationen, an ihren großen Träumen festzuhalten.

Mit einem feinen Fingerspitzengefühl für die Balance zwischen Tragik und Komik erzählt Theodore Melfi in einem Tatsachendrama „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ von drei Powerfrauen, die die US-amerikanische Raumfahrtgeschichte entscheidend geprägt haben.

Das startet am 1. Juni 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 1. Juni, der nach dem Start des Überblockbusters „Pirates of the Caribbean 5“ noch ein wenig halblang macht. „Baywatch“ dürfte dank Starpower die größten Chancen auf viele Besucher haben. Auch der Romanverfilmung „Wenn Du stirbst, zieht Dein ganzes Leben an Dir vorbei, sagen sie“ rechne ich aufgrund der Zielgruppe Außenseiterchancen aus, denn das Buch war erfolgreich und außerdem ist das Genre der Teenie-Romanze derzeit ohne große Konkurrenz bestückt. Ansonsten ist diese Woche ein Fest für Doku-Fans, während sich die ganze Familie (mit eher kleinen Kindern) auf ein neues „Gregs Tagebuch“-Abenteuer freuen darf, das immerhin solide geworden ist.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

WENN DU STIRBST, ZIEHT DEIN GANZES LEBEN…  | Regie: Ry-Russo Young | USA 2017

Sam (Zoey Deutch) und ihre besten Freundinnen glauben, alles richtig gemacht zu haben: Sie gehören zu den beliebtesten Mädchen der Highschool, haben mit den coolsten Typen rumgeknutscht und die wildesten Partys gefeiert. Die vier Freundinnen haben die Schule fest im Griff und sehen sehr gut dabei aus. Als It-Girl-Clique machen sie aber auch Außenseitern gern mal das Leben zur Hölle. Doch plötzlich wird irgendwo ein Hebel umgelegt und die Regeln der perfekten Highschool-Welt ändern sich. Nach einer ausgelassenen Party stirbt Sam bei einem Autounfall – doch als wäre nichts gewesen, wacht sie am Morgen desselben Tages quicklebendig in ihrem Bett auf. Was wie eine neue Chance wirkt, entwickelt sich schnell zu einem Albtraum: Sam erlebt die letzten 24 Stunden vor dem Unfall immer und immer wieder – und setzt alles daran, diesen Teufelskreis endlich zu durchbrechen.

„Wenn Du stirbst, zieht Dein ganzes Leben an Dir vorbei, sagen sie“ läuft mehrmals Gefahr, erzählerisch in eine vollkommen falsche Richtung abzudriften, doch am Ende erweist sich das Teeniedrama als grundsolides, perfekt auf die Zielgruppe abgestimmtes Plädoyer gegen Mobbing und für mehr Toleranz, das mit einem sehr konsequenten Ende nachhaltig verstört.


DIE FARBE DER SEHNSUCHT  | Regie: Thomas Riedelsheimer | DE 2017

Katar, Portugal, Mexiko, Japan und Deutschland sind die Orte, an denen der vielfach ausgezeichnete Regisseur und Kameramann Thomas Riedelsheimer „Die Farbe der Sehnsucht“ sucht. Er trifft auf Menschen, die ihr Glück unter Wasser, im Träumen an ein besseres Leben, als Sprayer in einem Ghetto, oder in der Arbeit darin suchen (und finden?), Menschen vor dem Suizid zu bewahren. Mit großen Bildern, Musik, Gedichten und acht berührenden Geschichten über Liebe, Heimat, Hoffnung, Natur und Freiheit erzählt er von der Tragik und der Freude Mensch zu sein. Für den Zuschauer ergibt sich ein visuell berauschender Bilderbogen, der in seiner minimalistischen Inszenierung eine hochemotionale Gegenthese zum von Terror, Stress und Hektik geprägten Weltgeschehen bildet.

Entschleunigung pur! Thomas Riedelsheimers Dokumentarfilm „Die Farbe der Sehnsucht“ ist eine Reise rund um den Erdball, der dabei verschiedene Schicksale streift und uns für eineinhalb Stunden vor Augen führt, wie unterschiedlich die Prioritäten sind, die sich jeder Einzelne von uns setzt. Das ist zwar ohne journalistischen Mehrwert, dafür voll von visionärem Minimalismus – und damit einfach schön!


GREGS TAGEBUCH – BÖSE FALLE! | Regie: David Bowers | AUS 2017

Nach einem Zwischenfall mit einer Windel droht der zwölfjährige Greg zum Gespätt der weltweiten Internetgemeinde zu werden. Postwendend setzt er alle Hebel in Bewegung, um seinen „Ruf“ wiederherzustellen. Da liegt es natürlich auf der Hand, dass er ein noch „cooleres“ Video von sich im World Wide Web posten muss. Idealerweise mit der Hilfe und an der Seite des YouTube-Gurus Mac Digby, der ihn via automatischer E-Mailantwort eingeladen hat, ihn doch auf der Player’s Expo zu besuchen. Dies beflügelt Greg ungemein und er freut sich auf einen schönen, langen Sommer, doch das ist nicht im Sinne von Mama Susan. Die hat beschlossen, dass die Familie mehr Zeit miteinander verbringen muss und deswegen auch ein Handy- und Computerverbot ausgesprochen – und das gilt natürlich auch während der Autofahrt zur Geburtstagsfeier von Gregs Urgroßmutter.

Das hohe Tempo und die sympathische Chemie innerhalb der Filmfamilie tragen bereits den halben Film. Der Rest funktioniert über die hohe Schlagzahl an Gags und allerhand abgedrehte Slapstick-Einfälle, doch ausgerechnet letztere driften bei „Gregs Tagebuch: Böse Falle!“ zu oft in Albernheiten ab, die unter Zuhilfenahme von Fäkalhumor sogar richtig unangenehm werden können. Das trübt den ansonsten so liebenswerten Gesamteindruck.


BAYWATCH | Regie: Seth Gordon | USA 2017

Er hat seinen Strand fest im Griff: Der gut aussehende, unnatürlich muskulöse Mitch Buchannon (Dwayne Johnson) ist der lässigste Rettungsschwimmer von Miami Beach mit dem heißesten Team an seiner Seite. Ihr Markenzeichen: die knallroten Badeanzüge und Badehosen, dank derer man die Strandwache schon von Weitem erkennt. Nur Neuzugang Matt Brody (ZacEfron) stellt die Autorität des charismatischen Anführers in Frage und stiftet Unruhe, dabei will er in Wirklichkeit selbst Teil der erfolgreichen Rettungsschwimmer-Mannschaft werden. Doch als das Team in einen mysteriösen Kriminalfall hineingezogen wird und die Zukunft der geliebten Bucht auf dem Spiel steht, müssen sich die beiden Lifeguards wohl oder übel zusammenraufen. Es ist der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft…

„Baywatch“ macht vor allem aufgrund seiner konträren Besetzung durch Dwayne Johnson und Zac Efron jede Menge Laune. Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass hier noch viel mehr als bloß eine feuchtfröhliche Komödie drin gewesen wäre, wenn sich die Macher nicht zu sehr darauf versteift hätten, unbedingt etwas abzuliefern, was an den Kultstatus der Serie heranreicht.


GANZ GROSSE OPER |  Regie: Toni Schmid | DE 2017

„Bestes Opernhaus“, „Bestes Orchester“, „Bester Dirigent“, „Beste Opernproduktion“, „Beste Nachwuchssänger“. Die Bayerische Staatsoper, fast jeden Abend ausverkauft, ist eines der ältesten Opernhäuser der Welt und sie hat ein treues Publikum, das schon seit dem 19. Jahrhundert als ausgesprochen „verrückt“ nach Oper gilt. „Ganz große Oper“ ist der erste Film über dieses einzigartige Haus. Wir erleben bekannte Größen auf und hinter der Bühne, lernen den amtierenden Generalmusikdirektor Kirill Petrenko, den Dirigenten Ivor Bolton, sowie den amtierenden Intendanten Nikolaus Bachler und dessen Vorgänger Sir Peter Jonas kennen. Zum Kosmos der Bayerischen Staatsoper zählen rund 800 Festangestellte und 400 freie Mitarbeiter aus 47 Nationen. Sie prägen diese große „Familie“ im Orchestergraben, hinter den Kulissen und in den unterschiedlichsten Opernwerkstätten mit.


CODE OF SURVIVAL  |  Regie: Bertram Verhaag | DE 2017

Vergiftete Böden, resistente Superunkräuter, verseuchtes Getreide und damit einhergehende Folgen für Weidetiere sind das grauenvolle Resultat des zerstörerischen, gentechnischen Anbaus, bei dem weltweit jährlich Millionen Tonnen von Glyphosat zum Einsatz kommen. Wie sich diese ungesunden Methoden auch auf den Menschen auswirken, ist bislang noch kaum erforscht, doch die Anzahl der Gegner nimmt weltweit zu. Der Trend geht zur Gegenbewegung, denn immer mehr Firmen setzen auf Naturschutz und weitreichenden Anbau. Drei nachhaltige Projekte in Indien, Ägypten und Deutschland beweisen nun, dass es auch anders geht. In einer eindrücklichen Montage werden die Auswirkungen des giftgestützten Anbaus mit der heilenden Kraft der ökologischen Landwirtschaft konfrontiert. Welche Methode birgt den vielsagenden „Code of Survival“ auf unserem Planeten?


Heimkinotipp MANCHESTER BY THE SEA  |  Regie: Kenneth Lonergan | USA 2016

Lee Chandler (Casey Affleck) ist ein schweigsamer Einzelgänger, der als Handwerker eines Wohnblocks in Boston arbeitet. An einem feuchtkalten Wintertag erhält er einen Anruf, der sein Leben auf einen Schlag verändert. Das Herz seines Bruders Joe (Kyle Chandler) steht still. Nun soll Lee die Verantwortung für seinen 16-jährigen Neffen Patrick (Lucas Hedges) übernehmen. Äußerst widerwillig kehrt er in seine Heimat, die Hafenstadt Manchester-by-the-Sea, zurück. Doch ist Lee dieser Situation und der neuen Herausforderung gewachsen? Kann die Begegnung mit seiner (Ex-)Frau Randi (Michelle Williams), mit der er einst ein chaotisches, aber glückliches Leben führte, die alten Wunden der Vergangenheit heilen? Und wollen die beiden das überhaupt?

„Manchester by the Sea“ zelebriert die Faszination der Gegensätzlichkeit, indem Kenneth Lonergan einen warmen Film über ein kaltes Thema inszeniert, sich die Wogen glättende Gespräche vor der Kulisse eines rauen Küstenstädtchens abspielen lässt und die Unbeholfenheit von Teenagern Probleme vermeintlich weiser Erwachsenen lösen können. Eine Perle subversiven Erzählens, deren emotionale Bandbreite fast überfordert.

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