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Das startet am 4. Juni 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 4. Juni, der ersten seit dem 19. März, bevor die Welt aufgrund der Corona-Pandemie für ein paar Monate still stand. Nun aber kehrt langsam die Normalität zurück, was sich auch auf die deutsche Kinolandschaft auswirkt. Die ersten Neustarts nach der bundesweiten Schließung der Lichtspielhäuser belaufen sich auf allesamt sehr sehenswerte Geheimtipps. Die Kinos freuen sich über regen Zulauf!

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MINA UND DIE TRAUMZAUBERER | Regie: Kim Hagen Jensen, Tonni Zinck  | DK 2019

Minas Leben wird komplett auf den Kopf gestellt als Helena, die neue Verlobte ihres Vaters, und deren Tochter Jenny bei ihnen einziehen. Ihre neue Stiefschwester Jenny entpuppt sich als unausstehlich und bald ist Mina mit ihrer Geduld am Ende. Jenny muss verschwinden! Eines Nachts entdeckt Mina im Schlaf die Kulissen hinter ihren Träumen, in der Traumzauberer die Träume der Menschen auf Theaterbühnen zum Leben erwecken. Schnell findet sie heraus, wie sie Jennys Träume manipulieren kann. Was sie aber nicht weiß: Das Eingreifen in die Träume der Menschen hat schreckliche Folgen! Als Mina eines Nachts zu weit geht, bleibt Jenny in ihrem Traum gefangen und kann nicht mehr aufwachen. Mina muss noch einmal in die Traumwelt zurück…

Ein moderner und doch klassischer Abenteuerfilm über Träume und Familie – ganz ohne klassisches Familienmodell. Die heiße Disney- und Pixar-Konkurrenz im animierten Familienfilmsegment kommt eindeutig aus Dänemark!


RETTET DEN ZOO | Regie: Jae-gon Son | KOR 2020

Tae-soo (Ahn Jae-hong) träumt von einer Karriere in der Anwaltskanzlei, in der er seit Monaten als Assistent auf Probe nur Botengänge erledigen darf. Sein Wunsch scheint zum Greifen nah, als ihm sein Chef eines Tages eine gut bezahlte Festanstellung unter folgender Voraussetzung verspricht: Tae-soo soll innerhalb von nur drei Monaten einen kurz vor der Pleite stehenden Zoo wieder zum Laufen bringen, damit sich ein potenzieller Käufer finden lässt und der Zoo möglichst gewinnbringend verkauft werden kann. Da der Zoo mittlerweile fast alle Tiere hat verkaufen müssen und so natürlich keine Besucher anlocken kann, kommt Tae-soo eine verrückte, aber geniale Idee: Die verbliebenen Angestellten sollen in lebensechten Kostümen selbst in die Rollen der Tiere schlüpfen! Der Plan könnte aufgehen, denn wer würde schon unechte Tiere in einem Zoo vermuten?

Die südkoreanische Familienkomödie „Rettet den Zoo“ gleich ihr nach Schema F aufgezogenes Erzählkonzept mit einer gehörigen Portion Absurdität, viel Herzblut und treffend sitzenden Pointen wieder aus. Ein guter Einstieg in das Post-Corona-Kinojahr 2020!


MONOS – ZWISCHEN HIMMEL UND HÖLLE | Regie: Alejandro Landes  | COL/ARG//USA/CHE/FR 2019

In einer abgelegenen Bergregion, irgendwo in Lateinamerika. Hier leben Patagrande (Moises Arias), Rambo (Sofia Buenaventura), Leidi (Karen Quintero), Sueca (Laura Castrillón), Pitufo (Deiby Rueda), Lobo (Julián Giraldo), Perro (Paul Cubides) und Bum Bum (Sneider Castro). Ihre Kampfnamen kommen nicht von ungefähr. Sie wissen nicht genau, was sie eigentlich machen sollen. Nur, dass Krieg herrscht. Und dass es jederzeit so weit sein kann, dass man ihre Kampffähigkeiten benötigt. Bis es soweit ist, bekommen die Jugendlichen Aufgaben einer Organisation, die ihnen regelmäßig ein Bote übermittelt. So sollen die Kids beispielsweise auf die Milchkuh Shakira aufpassen oder die Geisel Doctora (Julianne Nicholson) unter ihre Fittiche nehmen. Doch als Shakira plötzlich das Opfer von Waffengewalt wird und die Zusammenführung eines Liebespaares misslingt, geraten die Ereignisse außer Kontrolle…

Alejandro Landes gelingt mit seinem Abenteuerdrama „Monos – Zwischen Himmel und Hölle“ auf kleinem Raum das Zerrbild einer Gesellschaft ohne Regeln. Spannend, provokativ und betörend schön.


EINE GESCHICHTE VON DREI SCHWESTERN | Regie: Emin Alper | TRK/DE/NED/GRE 2019

Die drei Schwestern Reyhan (Cemre Ebuzziya), Nurhan (Ece Yüksel) und Havva (Helin Kandemir) leben mit ihrem Vater in einem abgelegenen Dorf in Zentralanatolien. Alle drei wurden als Dienstmagd in die Stadt geschickt, doch inzwischen leben alle drei jungen Frauen wieder zu Hause. Als letzte von ihnen kehrte Nurhan zurück: Sie hatte den Sohn des Arztes der Region geschlagen, weil dieser jede Nacht sein Bett einnässte. Reyhan war bei ihrer Rückkehr schwanger und wurde vom Vater eilig mit dem Schafhirten Veysel verheiratet. Ganz so, wie es die Tradition verlangt, damit die Familie ihr Ansehen nicht verliert. Der Traum von einer besseren Zukunft scheint sich für die drei jungen Frauen nicht zu erfüllen, doch die Bande, die sie verbinden, sind stark. Während sie darauf warten, dass die verschneiten Straßen wieder passierbar werden, vertreiben sich Vater und Töchter die Zeit mit Geschichten.


Heimkinotipp: JOJO RABBIT | Regie: Taika Waititi | CZE/NZL/USA 2019

Der kleine Jojo (Roman Griffin Davis) ist zu klein für sein Alter, ein Außenseiter und Hasenfuß, weshalb ihm die anderen Kids im Nazi-Ferienlager den Spitznamen „Jojo Rabbit“ verpasst haben. Doch der Junge ist treuer Hitler-Anhänger und bereit, ein Vorzeige-Arier zu sein, was immer wieder zu Konfrontationen mit seiner ihn liebenden Mutter Rosie (Scarlett Johansson) führt. Doch Jojos Leben wird auf den Kopf gestellt, als er herausfindet, dass sich in der Dachkammer ihres Hauses ein jüdisches Mädchen namens Elsa (Thomasin McKenzie) versteckt. Jojos Mutter gewährte ihr einst Unterschlupf und riskiert so tagtäglich ihr Leben. Jojo findet das Mädchen faszinierend und sieht sich gezwungen, seine radikalen Ansichten zu überdenken. Der Einzige, den er um Rat fragen kann, ist sein idiotischer imaginärer Freund Adolf Hitler (Taika Waititi).

Erst lachst du, dann weinst du und schließlich willst du dich vor Taika Waititi verneigen: „Jojo Rabbit“ tarnt ein herbes Drama über den Schrecken des Krieges und dessen Auswirkungen als satirische Comedy. Dieser Tanz auf der inszenatorischen Rasierklinge ist gewagt. Aber er zahlt sich aus. Könnte er doch weitaus mehr Leute ins Kino führen als ein konventionelles Drama.

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