Schlagwort-Archiv: Komödie

2018 – Die Plätze 10 bis 1

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge werde ich mit den Top 10 meiner Lieblingsfilme 2018 nun endgültig mit dem vergangenen Jahr abschließen. Ein kurzes Abschlussfazit: Erneut habe ich – vor allem berufsbedingt – die Anzahl der von mir in einem Jahr gesehenen Filme noch einmal gesteigert. Dabei hatte ich im Großen und Ganzen das Gefühl, dass das Jahr eher durchschnittlich war. Meine Lieblingsfilme habe ich daher lieber einmal mehr geschaut (mit „Mission: Impossible – Fallout“ einen sogar ganze sechsmal im Kino), als mich ein zweites Mal durch Filme zu quälen, die (wie die meisten) noch eine zweite Chance bekommen, wenn ich unsicher bin. Ich war dieses Jahr mit Herzblut beim Fantasy Filmfest anwesend – dafür, dass ich Filmfestivals eigentlich nicht ausstehen kann, hat es mir auch bemerkenswert gut gefallen. Und mein anfänglicher Missmut gegenüber des deutschen Kinos hat sich spätestens in der zweiten Jahreshälfte wieder in Luft aufgelöst.

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Das startet am 3. Januar 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Herzlichen willkommen in einem neuen Kinojahr! Heute geht es um die erste Startwoche 2019, in der sich die Kinobranche noch im Neujahrsschlaf befindet. Zwei Filme, die noch dazu ein sehr ähnliches Thema bedienen, erscheinen – und beide dürften an den Kassen trotz Starbesetzung wenig Aussicht auf Erfolg haben. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

DIE FRAU DES NOBELPREISTRÄGERS | Regie: Björn Runge | UK/SWE/USA 2017

Joan und Joe Castleman sind seit knapp vierzig Jahren scheinbar glücklich verheiratet. Während er zu einem bedeutenden Schriftsteller aufgestiegen ist, hat sie ihm während seiner Karriere stets den Rücken freigehalten und sich vor allem um die gemeinsamen Kinder gekümmert. Nun folgt der Höhepunkt: Joe soll mit dem Nobelpreis ausgezeichnet werden. Dafür reist das Ehepaar gemeinsam mit Sohn David nach Schweden, wo die Zeremonie stattfinden soll. Doch früh kommt es zu Spannungen zwischen Joe und David, der sich von seinem Vater nie genug gewürdigt gefühlt hat. Und auch zwischen den Eheleuten kriselt es, als der schmierige Journalist Nathaniel Bone Joan eines Abends mit seinen Recherchen konfrontiert: Anstatt Joe war es Joan, die für die fiktionalen Ergüsse ihres Mannes zuständig war. Ihr gebühren der Preis und die Anerkennung. Und ganz langsam steigt auch sie dahinter, dass sie jahrelang von Joe ausgebeutet wurde… 

„Die Frau des Nobelpreisträgers“ ist dank seiner mehrseitigen Betrachtung ein spannendes Stück Drama- und vor allem Darstellerkino, in dem Glenn Close ihrer nächsten Oscar-Nominierung entgegenspielt. Die Auseinandersetzung mit einem zur Eindimensionalität einladenden Thema bringt Regisseur Björn Runge angemessen emotional, aber nie anklagend rüber.


COLETTE | Regie: Wash Westmoreland | UK/USA 2018

Als Sidonie-Gabrielle Colette den erfolgreichen Pariser Autoren Willy heiratet, ändert sich ihr Leben schlagartig: Sie zieht aus dem ländlichen Frankreich ins turbulente Paris und wird Teil der intellektuellen und kulturellen Elite. Willy, der von einer Schreibblockade geplagt ist, überzeugt seine junge Frau für ihn als Ghostwriter zu arbeiten. In ihrem Debütroman erzählt Colette die Geschichte einer jungen Frau namens Claudine. Ein halb-autobiografischer Roman, der unter Willys Namen zum Bestseller wird und ihm Reichtum und Ruhm verschafft. Schnell entstehen weitere Claudine-Bestseller – geschrieben von Colette – und schließlich eine ganze Markenwelt. Nach und nach beginnt Colette den Kampf darum, gesellschaftliche Zwänge zu überwinden und sich als wahre Autorin der erfolgreichen Bücher zu offenbaren, um ihre Werke für sich zu beanspruchen. 

Mit „Colette“ ist Wash Westmoreland ein starkes Biopic über eine der erfolgreichsten französischen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts gelungen, das einige Aspekte zwar noch genauer ausführen könnte, insgesamt allerdings durch den Verzicht auf eine übertriebene Emotionalisierung und die starke Charakterzeichnung der Hauptfigur gefällt.


FEUERWEHRMANN SAM – PLÖTZLICH FILMHELD! | Regie:  Gary Andrews | UK 2018

Als Sam einen außer Kontrolle geratenen Tankwagen zum Stehen bringt, rettet er wieder einmal das Küstenstädtchen Pontypandy vor einer schlimmen Katastrophe. Seine Heldentat wird zufällig gefilmt und anschließend im Internet veröffentlicht, wo nun der große Filmregisseur, Don Sledgehammer, auf Sam und seine Rettungsaktion aufmerksam wird. Don ist begeistert, denn genau solch einen Helden sucht er für seine nächste Filmproduktion. Nach anfänglichem Zögern wird Sam von Brandmeister Boyce dazu gedrängt, die Filmrolle anzunehmen. Doch am Filmset trifft er auf den Schauspielkollegen Flex Dexter, der sich als fieser Widersacher entpuppt und nicht nur Sam das Leben schwer macht, sondern auch die Einwohner von Pontypandy mit seiner Sabotage in Gefahr bringt. Startet unser Held von nebenan jetzt trotz aller Hindernisse als Filmstar durch uns wir es es wieder schaffen für die Sicherheit aller zu sorgen?

2018 – Die Plätze 20 bis 11

Vor einigen Tagen eröffnete ich an dieser Stelle meine Jahrescharts 20178 Was sich auf den Plätzen 40 bis 31 sowie 30 bis 21 befindet, könnt ihr in den jeweiligen Blog-Beiträgen nachlesen. Um Euch nicht weiter auf die Folter zu spannen, geht es nun mit den nächsten zehn Platzierungen weiter. Vorab jedoch ein bisschen Statistik: Ich habe vom 01. Januar bis zum 31. Dezember. 2018 exakt 271 Kinovorstellungen besucht (eigentlich noch mehr, das waren allerdings welche zu Filmen, die erst 2019 erscheinen). 40 mal besuchte ich reguläre Vorführungen, 231 mal waren diese ausschließlich für die Presse. 45 Filme habe ich im Kino verpasst und mussten von mir auf DVD oder via Pressestream/-screener nachgeholt werden. Hinzu kommen 36 Filme, die direkt im Heimkino erschienen sind und keine reguläre Kinoauswertung erhalten haben. Für meine Top 40 zur Auswahl standen insgesamt also 327 verschiedene Filme.

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2018 – Die Plätze 30 bis 21

Herzlich willkommen, Du – lieber Leser – der vielleicht erst jetzt zu meinem kleinen Jahresrückblick vorbeischaut. Oder aber Du, der sich nach den Plätzen 40 bis 31 fragt, wie es in den ganz subjektiven Charts meiner Lieblingsfilme 2017 weitergeht. Zur kurzen Erinnerung: Wie auch schon in den letzten beiden Jahren habe ich mich aufgrund der schieren Masse an starken Kinofilmen erneut für 40 anstatt für nur 30 Tops entschieden. Wer gerne wissen möchte, was die Frau mit dem skurrilen Filmgeschmack in den vergangenen zwölf Monaten so gar nicht mochte, den verweise ich indes auf meine Filmflops.

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Das startet am 27. Dezember 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den letzten Starttag des Jahres 2018, an dem ein Film aus der Reihe tanzt. Das Hape-Kerkeling-Biopic „Der Junge muss an die frische Luft“ erscheint nämlich bereits zwar Tage vor dem regulären Startdonnerstag am 25.12. und ist gleichzeitig der Anwärter auf den stärksten Neustart. Die anderen Verleiher zeigen stattdessen ein Nischenprogramm, darunter der japanische Oscar-Kandidat „Shoplifters“ und das Drama „Sibel“.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

SIBEL | Regie: Guillaume Giovanetti, Çagla Zencirci  | TUR/FR/DE/LUX 2018

Die 25-jährige Sibel lebt zusammen mit ihrem verwitweten Vater und ihrer jüngeren Schwester in einem abgeschotteten türkischen Dorf in den Bergen nahe des Schwarzen Meeres. Da Sibel seit ihrer Geburt stumm ist und sich nur mittels der in ihrer Heimatregion traditionellen Pfeifsprache verständigen kann, wird sie von den anderen Dorfbewohnern weitestgehend gemieden. Wenn sie nicht gerade auf dem Feld arbeitet oder ihrem Vater hilft, verbringt sie ihre Zeit daher zumeist allein im benachbarten Wald, wo sie einer Einsiedlerin Gesellschaft leistet und mit großem Eifer auf Jagd geht. Sie hat sich in den Kopf gesetzt, einen Wolf zu fangen, der dort herumstreunen soll und den Frauen des Dorfes Angst einjagt. Eines Tages begegnet sie im Wald einem Deserteur namens Ali, der verwundet ist und Angst hat, entdeckt zu werden. 

Das europäisch koproduzierte Drama „Sibel“ ist ein stark gespieltes, nuanciert erzähltes Drama über Emanzipation, Gegenwehr und die vielen komplexen, doppelschneidigen Eigenheiten, die einem das Leben entgegenwerfen kann. Großartig.


Sonderstart am 25.12.: DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT | Regie: Caroline Link | DE 2018

Der Ruhrpott im Jahr 1972. Der pummelige neunjährige Hans-Peter (Julius Weckauf) wächst auf in der Geborgenheit seiner fröhlichen und feierwütigen Verwandtschaft. Sein großes Talent, andere zum Lachen zu bringen, trainiert er täglich im Krämerladen seiner „Omma“ Änne (Hedi Kriegeskotte) und perfektioniert es außerdem bei den vielen Festivitäten in seinem Bekanntenkreis. Aber leider ist nicht alles rosig. Dunkle Schatten legen sich auf den Alltag des Jungen, als seine Mutter Margret (Luise Heyer) nach einer Operation immer bedrückter wird. Für Hans-Peter ein Ansporn, seine komödiantische Begabung immer weiter zu perfektionieren, denn „das Leben muss ja auch irgendwie weitergehen!“ Es ist die berührende Kindheitsgeschichte eines der größten Entertainer Deutschlands, Hape Kerkeling. 

Ein starkes Skript, ein noch stärkerer Hauptdarsteller aber eine betont deutsche Inszenierung – „Der Junge muss an die frische Luft“ wirkt durch die theaterhafte Art, wie hier Dialoge vorgetragen werden, leider deutlich gediegener, als er eigentlich ist.


SHOPLIFTERS – FAMILIENBANDE | Regie:  Hirokazu Koreeda | JPN 2018

Nach einer Diebestour in einer kalten Winternacht treffen Osamu Shibata und sein Sohn Shota auf das kleine, verwahrloste Mädchen Yuri. Kurzerhand tut Osamu das, was der Gelegenheitsarbeiter am besten kann – er “stibitzt” Yuri und nimmt sie für eine warme Mahlzeit mit nach Hause. Die anfänglichen Bedenken seiner Frau Nobuyo über das neue Familienmitglied sind schnell verflogen. Auch Großmutter Hatsue und Halbschwester Aki, die hinter einem Einwegspiegel in einem Stripclub arbeitet, heißen Yuri in der Enge ihrer alten Behausung willkommen. Umgeben von anonymen Wohnblöcken lebt die bunte Truppe mithilfe von kleinen Betrügereien, Ladendiebstählen und trotz widriger Umstände glücklich zusammen. Bis zu dem Tag, an dem ein unvorhergesehener Vorfall bisher gut geschützte Familiengeheimnisse enthüllt. Jetzt muss sich beweisen, ob diese Menschen mehr verbindet, als ihr Dasein als Lebenskünstler…

„Shoplifters – Familienbande“ definiert den Begriff „Familie“ neu, indem sich Regisseur Hirokazu Koreeda üppige zwei Stunden Zeit nimmt, zu ergründen, was Menschen zusammenhält. Trotz der örtlichen Fixierung auf den Handlungsort Japan, sind – auch dank der fantastischen Darsteller – viele Beobachtung weder zeit-, noch raumgebunden, sondern einfach nur das Ergebnis inniger, aufopferungsvoller Liebe, die das Drama mit jeder Sekunde zelebriert.


DER KLEINE DRACHE KOKOSNUSS: AUF IN DEN DSCHUNGEL! | Regie: Anthony Power | DE 2018

Der kleine Drache Kokosnuss ist in Aufbruchsstimmung: Die Abfahrt ins Ferienlager steht kurz bevor! Junge Feuerdrachen und Fressdrachen treten gemeinsam eine Schiffsfahrt zu den Dschungelinseln an, um so den Teamgeist unter den beiden Drachenspezies zu stärken. Begleitet werden sie dabei von Feuerdrachenlehrerin Proselinde, dem Fressdrachen-Chefkoch und Kokosnuss‘ Vater Magnus. Feuerdrache Kokosnuss und sein bester Freund Oskar, der einzige vegetarische Fressdrache, finden es aber unfair, dass nur Drachen im Camp erlaubt sind. Sollen sie die Sommerferien ohne ihre beste Freundin, das Stachelschwein Matilda, verbringen? Kurzerhand schmuggeln sie Matilda als blinde Passagierin an Bord. Doch die Reise wird nicht nur zur Bewährungsprobe für unsere drei Helden, sondern für alle Teilnehmer, als das Schiff plötzlich einen Felsen rammt…

„Der kleine Drache Kokosnuss – Auf in den Dschungel!“ ist ein der jungen Zielgruppe ansprechend erzähltes Feuerdrachenabenteuer mit einigen aufregenden Spannungsspitzen und einer hübsch ambivalenten Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt. Der Fernsehlook dagegen darf beim dritten Teil allerdings gern verschwinden.

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