Schlagwort-Archiv: Komödie

Das startet am 7. März 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 7. März, dessen größter Start „Captain Marvel“ der Presse bislang noch nicht gezeigt wurde. Mehr zum Film erfahrt ihr an dieser Stelle in ein paar Tagen. Wie gut die Konkurrenz ist, dürfen wir dagegen schon verraten: Unter anderem wagt sich das Regiedebüt von Jonah Hill auf die Leinwand und hat es verdient, gesehen zu werden. Jaques Audiard wagt sich mit seinem starbesetzten Film „The Sisters Brothers“ endlich mal wieder in Western-Gefilde vor und mit „Beale Street“ schafft es einer der letzten, hierzulande noch nicht gestarteten Oscar-Kandidaten auch endlich auch in deutsch Kinos.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MID90S | Regie: Jonah Hill | USA 2018

Stevie (Sunny Sulijic) ist 13 Jahre alt und wächst unter schwierigen Verhältnissen mit einem gewaltbereiten Bruder (Lucas Hedges) und einer überforderten, alleinerziehenden Mutter (Katherine Waterston) in Los Angeles auf. Seine Tage verbringt er mit „Street Fighter II“ zocken und heimlich die CD-Sammlung seines großen Bruders rauf und runter hören. Als er anfängt, mit den sympathischen Jungs vom Local Skateshop abzuhängen, öffnet sich ihm eine völlig neue Welt: Skaten an verbotenen Plätzen, Abhauen vor der Polizei, Hauspartys und natürlich jede Menge Girls. Befreit aus der Umklammerung seiner stets besorgten Mutter und den Prügeln seines Bruders, fühlt sich Stevie unbesiegbar – bis er merkt, dass auch seine Idole auf die Schnauze fliegen können. Und das nicht nur beim Skaten, sondern auch im Leben selbst…

Jonah Hills Regiedebüt „Mid90s“ ist eine Liebeserklärung an die US-amerikanische Skateboardszene der Neunzigerjahre, die den Zuschauer auf so sanfte Weise in ihre Arme schließt, wie die skatenden Jungs den Außenseiter Stevie.


THE SISTERS BROTHERS | Regie: Jacques Audiard | FR/ESP/ROM/BEL/USA 2018

Oregon, 1851: Sie sind berühmt-berüchtigt, die Sisters Brothers. Eli, der Ältere, und Charlie, der Jüngere, der eine ruhig und überlegt, der andere ein kampflustiger Trinker. Skrupellose Auftragskiller im Dienst eines ominösen „Commodore“. An ihren Händen klebt Blut, nicht nur von Kriminellen, auch von Unschuldigen. Für ein großes Sümmchen sollen sie einen gewissen Hermann Warm töten, der eine Wunderformel zum einfachen Goldwaschen erfunden hat. Ein Wissen, das dem „Commodore“ ein Vermögen einbringen kann. Dem Genie ebenfalls auf den Fersen ist ihr Kontaktmann Jim Morris. Während die Brüder von den Bergen Oregons bis nach Kalifornien reiten und eine mörderische Spur hinter sich lassen, ist Morris ihnen einige Tage voraus und trifft in einem Trek den gesuchten Chemiker. Statt ihn an die Sisters Brothers auszuliefern, verfolgt er ganz eigene Ziele.

Ein unkonventionelles, stargespicktes Buddy-Movie hoch zu Ross – „The Sisters Brothers“ weiß mit den Mechanismen des modernen Westernkinos gleichermaßen zu unterhalten wie zu überraschen. Denn oftmals macht Regisseur Jaques Audiard genau das, was man in diesem Zusammenspiel eben nicht erwarten würde.


BEALE STREET | Regie: George Tillman Jr. | USA 2018

Im Amerika der Siebzigerjahre steht der Rassismus gegenüber Farbigen an der Tagesordnung. Die 22-jährige Tish (KiKi Layne) und der Bildhauer Fonny (Stephan James) sind ein junges Paar im ärmlichen Viertel Harlem. Fonny wird fälschlicherweise der Vergewaltigung an einer Puerto-Ricanerin beschuldigt und kommt ohne Prozess unschuldig ins Gefängnis. Kurze Zeit später erfährt Tish auch noch, dass sie von Fonny ein Kind erwartet. Mit Zuversicht versichert sie ihm, ihn noch vor der Geburt aus dem Gefängnis zu holen. Mit Hilfe der Familie versucht sie mit allen Mitteln seine Unschuld zu beweisen. Doch nicht nur das gestaltet sich schwierig. Vor allem Fonnys Familie sieht in Tish nicht die optimale Partnerin für ihren Sohn und Bruder, sodass sich Tish nicht nur für den Vaters ihres Kinders, sondern auch ihre gemeinsame Liebe stark machen muss.

„Moonlight“-Regisseur Barry Jenkins beweist mit seinem Drama „Beale Street“, wie sehr er die Lebenssituation der schwarzen US-Bevölkerung verinnerlicht hat und liefert ein rührendes Portrait über zwei Liebende ab, das sich allerdings ein bisschen zu sehr auf seinen Status als Milieustudie verlässt.


DIE BERUFUNG – IHR KAMPF FÜR GERECHTIGKEIT | Regie: Mimi Leder | USA 2018

Ruth Bader Ginsburg studiert, genauso wie ihr Mann Martin (Armie Hammer), an der renommierten juristischen Fakultät von Harvard. Doch während ihr bereits im zweiten Studienjahr angelangter Gatte einen komfortablen Platz im Studienbetrieb gefunden hat, werden Ruth aufgrund ihres Geschlechts immer wieder Steine in den Weg gelegt. Das ändert sich auch nicht, als sie einige Zeit später, wie schon einige Männer vor ihr, darum bittet, ihr Harvard-Studium als Fernstudium zu beenden. So kommt es, dass sie ihren Abschluss an der Columbia in New York macht, den sie als Klassenbeste absolviert. Daraufhin begibt sie sich erfolglos auf Jobsuche, da einige Kanzleien keine Frauen einstellen, andere wiederum „schon eine haben.“ Grummelnd nimmt sie eine Stelle als Professorin an und unterrichtet „Das Gesetz und sexuelle Diskriminierung“.

Gut gespielt und nach einem etwas episodischen Auftakt auch inspirierend: „Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit“ ist ein guter Film über eine herausragende Kämpferin für die Gerechtigkeit.


WHITE BOY RICK | Regie: Yann Demange | USA 2018

Am unteren Rande der gesellschaftlichen Nahrungskette im Detroit der 80er-Jahre träumt Waffenhändler Richard Wershe Sr. (Matthew McConaughey) davon, eines Tages ins Geschäft der Zukunft zu investieren und eine Videothekenkette zu eröffnen. Sein Sohn Rick (Richie Merritt) hat einen ähnlichen Unternehmergeist und verkauft Gewehre und Schalldämpfer an örtliche Drogendealer. Irgendwann tritt das FBI an den Teenager heran und bietet ihm einen Deal an, ach was, drängt ihm geradezu einen Deal auf: Um seinen Vater, der teilweise illegale Waffendeals betreibt, aus rechtlichen Ärger herauszuboxen, soll er für das FBI als Undercover-Informant in der Drogenszene agieren. Zunächst ist Rick wenig von dieser Idee begeistert, nicht zuletzt, weil seine Schwester Dawn (Bel Powley) drogensüchtig ist, aber er lässt sich vom FBI breitschlagen…

Nach einem schleppenden Anfang entwickelt sich Yann Demanges „White Boy Rick“ zu einem charaktervollen Drama über wahre Begebenheiten und darüber, wie ein gewaltlos handelnder Junge auf die schiefe Bahn geriet.

RATE YOUR DATE | Regie: David Dietl | DE 2019

Eine Smartphone-App, die es dem User möglich macht, seine romantischen Verabredungen zu bewerten – das wäre doch eine Superidee, um sich und andere schon im Vorhinein vor Enttäuschungen zu bewahren. Diesen Einfall haben die von ihrem Liebesleben der letzten Zeit desillusionierten, besten Freundinnen Teresa (Alicia von Rittberg) und Patricia (Nilam Farooq). Als sie den Programmierer Anton (Marc Benjamin) und seinen steinreichen Kumpel Paul (Edin Hasanovic) treffen, wird das Ganze kurzerhand in die Tat umgesetzt. Zunächst ist die neue App auch ein Riesenerfolg und erfüllt genau, was das Quartett sich von ihr versprochen hatte. Aber bald müssen die jungen Leute feststellen, dass die Kategorisierung von Menschen als #Crazybitch, #Heartbreaker, #Hinhalter oder #Sextremist nicht nur positive Seiten hat…

Unrealistisch, unromantisch, nur mäßig amüsant und streckenweise sogar nervig – „Rate Your Date“ ist all das, was eine Liebeskomödie nicht sein soll.


CAPTAIN MARVEL | Regie: Anna Boden, Ryan Fleck | USA 2019

Mit „Captain Marvel“ bringen die Marvel Studios einen neuen Blockbuster ins Kino, der uns in eine Zeit vor den Avengers entführt – in eine bisher noch unbekannte, wichtige Episode im Marvel-Universum. „Captain Marvel“ ist der 21. Film im Marvel Cinematic Universe und der erste, der einzig eine weibliche Superheldin als Hauptfigur in den Mittelpunkt stellt: Oscar®-Preisträgerin Brie Larson (2016 für „Raum“) als Carol Danvers alias Captain Marvel.

„Captain Marvel“ spielt in den 1990er Jahren und beleuchtet Carol Danvers’ Entwicklung zu einer der mächtigsten Superheldinnen im Marvel Cinematic Universe. Im Verlauf der von „Captain Marvel“ erzählten Geschichte geraten Danvers und eine kleine Gruppe von Verbündeten in den Sog eines galaktischen Krieges zwischen zwei außerirdischen Völkern, der schließlich auch die Erde erreicht.


KIRSCHBLÜTEN & DÄMONEN | Regie: Doris Dörrie | DE/JPN 2019

Karl (Golo Euler) lebt einsam und allein in München, er trinkt zu viel, hat deshalb seinen Job und seine eigene Familie verloren und leidet sehr unter der Trennung von seiner kleinen Tochter. Im Vollrausch wird er von Dämonen verfolgt. Er erinnert sich an Japan und bessere Zeiten. Eines Tages steht die Japanerin Yu (Aya Irizuki) vor der Tür. Sie hat sich vor zehn Jahren um Karls Vater Rudi in Tokio gekümmert, als Karl keine Zeit für ihn hatte. Jetzt ist sie wieder da. Sie möchte das Grab von Rudi sehen und das Haus, in dem er gelebt hat. Widerwillig fährt Karl mit ihr aufs Land, aber er kann sich dem Charme von Yu nicht entziehen. Das Elternhaus steht schon lange leer, die Geschwister sind zerstritten. Yu ruft in den Brunnen vor dem Haus und erklärt Karl, dass dort in der Tiefe die Toten wohnen. Sie übernachten im Haus und Karls Dämonen kehren zurück. Aber Yu weiß, wie man mit ihnen umzugehen hat…


VOM LOKFÜHRER, DER DIE LIEBE SUCHTE… | Regie: Veit Helmer | DE/AZE 2018

Ein Güterzug rollt durch eine weite Graslandschaft, die sich vor den kaukasischen Bergen entlangzieht. Am Steuer: Nurlan, der Lokführer. Tagein, tagaus lenkt er seinen Zug durch einen dicht besiedelten Vorort Bakus, in dem die Schienen so dicht an die Häuser grenzen, dass Nurlan quasi durch die Vorzimmer und Gärten der Bewohner fährt. Auf seinem täglichen Weg passiert er teetrinkende Männer ebenso wie Frauen, die ihre Wäsche in den sanften Wind hängen. Sobald sich der Zug nähert, bläst der kleine Waisenjunge Aziz in eine Pfeife und die Bewohner des Vorortes bringen sich und ihre Habseligkeiten schnell in Sicherheit. Doch das gelingt nicht immer. Nurlan hat schon so einiges von seiner Lokomotive gepflückt: Hühnerfedern, Spielzeugbälle oder auch Bettbezüge. Am letzten Arbeitstag vor der Pensionierung verheddert sich ein besonderes Abschiedsgeschenk an Nurlans Lok: ein traumhaft schöner, blauer Spitzen-BH.


GÄNSEHAUT 2: GRUSELIGES HALLOWEEN | Regie: Ari Sandel | USA 2018

Sarah Quinn lebt im beschaulichen Wardenclyffe und träumt davon, bald zur Columbia University zu gehen – jedoch hat sie keinerlei Eingebung, wie sie ihr Bewerbungsessay zum Thema Angst aufziehen soll.  Ihr jüngerer Bruder Sonny wiederum startet gemeinsam mit seinem besten Freund Sam Carter einen Müllentsorgungsdienst. Einer ihrer ersten Aufträge führt die Jungs in ein leerstehendes, verfallenes Haus, wo sie eine Truhe finden, in der sich ein verschlossenes Buch sowie ein Schlüssel befinden. Die zwei Freunde öffnen das Buch – und kurz darauf erscheint eine Bauchrednerpuppe neben ihnen. Wie sich bald zeigt, nennt sich diese Slappy und ist ein magisches, lebendiges Wesen, das seine Fähigkeiten benutzt, um sich einen sehnlichen Wunsch zu erfüllen: Er will endlich eine richtige Familie haben. Ein Wunsch, der übernatürliches, gefährliches Chaos nach sich zieht…

„Gänsehaut – Gruseliges Halloween“ erzählt nichts Neues und führt nicht einmal den offenen Handlungsstrang des Vorgängers fort. Doch mit einer feinen Prise Selbstironie, familienfreundlichem Gruselchaos und lockerer Situationskomik ist es eine durch und durch niedliche Halloween-Produktion für alle, die sich „richtigen“ Grusel noch nicht zutrauen oder zwischen drei Psychoterrorfilmen und vier blutigen Slashern mal was thematisch passendes, aber locker-fluffiges sehen wollen.

Das startet am 28. Februar 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 28. Februar, dessen größter Start das solide Remake von „Einer nach dem anderen“ ist – eine norwegische Thrillerkomödie, aus der Regisseur Hans Petter Moland für den internationalen Markt ein typisches Liam-Neeson-Vehikel gemacht hat. Wer es noch ein wenig derber mag, greift vielleicht eher zu „Escape Room“. Der Horrorthriller hat in den USA bereits furiose Ergebnisse erzählt und könnte so etwas wie das „Final Destination“ der aktuellen Generation werden. Keine Sorgen um Zahlen muss sich Theresa von Eltz machen. Sie übernahm die Regie des neuen „Ostwind“-Films; das Franchise liefert seit Jahren sehr solide ab und das wird sich auch diesmal nicht ändern.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ESCAPE ROOM | Regie: Adam Robitel | CAN/USA 2019

Zoey (Taylor Russell) ist eine gute Studentin, doch um sich aktiv an den Vorlesungen zu beteiligen, ist sie einfach zu zurückhaltend. Trotzdem hält ihr Dozent große Stücke auf sie, was Zoey veranlasst, an eine Aktion von ihm zu glauben, als sie eines Tages einen geheimnisvollen Würfel zugeschickt bekommt: die Einladung zu einem Abenteuer. Genau wie auch die Adrenalinjunkies Danny (Nik Dodani), Amanda (Deborah Ann Woll) und Ben (Logan Miller) findet sie sich daraufhin eingesperrt in einem sogenannten Escape Room wieder. Gemeinesam muss die Gruppe versuchen, sich mit Geschick und Körperkraft aus dieser misslichen Lage zu befreien. Doch schon wenige Minuten nach ihrem Einzug offenbart der Raum seine Gefährlichkeit. Möglicherweise werden gar nicht alle lebend dem Escape Room entkommen… 

Ein gleichermaßen smarter wie harter Horrorthriller mit klugen Figuren und einem tollen Setdesign, dessen erzählerischer Überbau auch noch funktioniert – „Escape Room“ ist ein erstes kleines Highlight im Genrejahr 2019, auf dessen Fortsetzung wir uns ganz besonders freuen.


THE HATE U GIVE | Regie: George Tillman Jr. | USA 2018

Starr führt praktisch ein Doppelleben: Die 16-Jährige lebt mit ihrer Familie in der hauptächlich von Schwarzen bevölkerten Nachbarschaft Garden Heights, jedoch besucht sie die außerhalb ihrer heimischen Gegend liegende Privatschule Williamson Prep., auf die fast nur Weiße gehen. Obwohl sich Starr in ihrem Schulalltag keine Anfeindungen anhören muss, ist er für sie noch immer ein Spießrutenlauf, da sie sich eingliedern muss, um in keine Schublade gesteckt zu werden. Als sie eines Abends mit ihrem Jugendfreund  Khalil, von einer Party nach Hause fahren will, werden die Beiden von der Polizei angehalten. Einer der weißen Officers findet Khalils Verhalten verdächtig und befiehlt ihm, den Wagen zu verlassen. Als Khalil dennoch weiter mit der sichtbar nervösen Starr auf dem Beifahrersitz spricht, eskaliert die Lage… 

„The Hate U Give“ ist ein brandaktuelles Jugend- und Gesellschaftsdrama, das von der starken Performance von Amandla Stenberg in der Hauptrolle lebt und trotz kleinerer inszenatorischer wie erzählerischer Schönheitsfehler mit Nachhall in Erinnerung bleibt.


WIE GUT IST DEINE BEZIEHUNG? | Regie: Ralf Westhoff | DE 2019

Steve ist seit fünf Jahren mit Carola zusammen, die beiden sind liebevoll und vertraut miteinander, ein gut eingespieltes Team. Aber dann muss Steve mit ansehen, wie sein Freund Bob aus heiterem Himmel von seiner Freundin verlassen wird, die sich dem gut erhaltenen, aber doch sehr viel älteren Tantra-Lehrer Harald zuwendet. Kleine, fiese Zweifel beginnen Steve umzutreiben: Ist Carola wirklich glücklich mit ihm? Widmen sie sich und ihrer Beziehung genügend Achtsamkeit? Steve, ohnehin angegriffen durch eine berufliche Situation, muss handeln. Selbstoptimierung heißt die neue Devise, körperlich, seelisch und sexuell – und da soll ausgerechnet Harald helfen. Carola erkennt ihren Liebsten nicht wieder. Beraten von ihrer besten Freundin Anette, die für Misstrauen plädiert, entschließt sie sich ihrerseits zu Veränderungen. 

Die Romantic Comedy „Wie gut ist deine Beziehung?“ ist eine zurückhaltend erzählte, dafür umso komischere Bestandsaufnahme eines Langzeitpaares, dessen nicht existente Probleme Ralf Westmann behutsam herausarbeitet. Das macht einfach Spaß!


ASCHE IST REINES WEISS | Regie: Jia Zhang-Ke | CHN/FR 2018

Qiao (Tao Zhao) kommt aus einfachen Verhältnissen, doch sie liebt Bin (Fan Liao), einen lokal sehr einflussreichen Gangster, in dessen Milieu man auch vor Gewalt nicht zurückschreckt. Ihre Liebe zu ihm ist bedingungslos und gleichzeitig genießt sie den Respekt und die Vorteile, die der Frau eines Bandenführers zuteil werden. Eines Tages werden sie von einer rivalisierenden Bande angegriffen. Im letzten Moment greift Qiao zur Waffe. Sie rettet Bin das Leben und wird dafür verurteilt: 5 Jahre verbringt sie im Gefängnis, ohne den Namen Bins preiszugeben, denn der Gebrauch von Waffen ist in ihrem Land verboten. Nach ihrer Entlassung begibt sie sich auf die Suche nach ihm, denn ihre Liebe und ihre Loyalität sind ungebrochen. Doch Bin bleibt verschwunden und das Land, das Qiao auf der Suche nach ihm durchquert, ist kaum wiederzuerkennen.

Eine außergewöhnliche Liebesgeschichte, eine Studie über Schuld und Sühne, ein brachialer Actionfilm und eine Milieustudie über das moderne China – „Asche ist reines Weiß“ ist alles und noch mehr. Ein mitreißender, kraftvoller Film, der sich nur am Ende nicht ganz entscheiden kann, was er denn nun eigentlich aussagen will.

HARD POWDER | Regie: Hans Petter Moland | UK/NOR/CAN/USA/FR 2019

Nels Coxman ist Schneepflugfahrer in einem Wintersportgebiet in den Rocky Mountains. Weil er seinen Job seit Jahren so gewissenhaft erledigt, wurde er just zum „Bürger des Jahres“ ernannt. Nur widerwillig und auf Drängen seiner Frau nimmt der einfache, bescheidene Mann die Ehrung überhaupt entgegen. Kaum wieder daheim, erhält er die Nachricht, sein einziger Sohn sei an einer Überdosis gestorben. Nels kann nicht glauben, dass Kyle überhaupt Drogen konsumiert haben könnte. Da der Fall für die Polizei aber abgeschlossen ist, macht er sich im Alleingang daran herauszufinden, was wirklich passierte. Schon bald wird klar, dass der skrupellose Drogenboss Viking und seine Handlanger hinter allem stecken. Einem cleveren Plan folgend, schaltet Nels die Gangster-Hierarchie, von unten beginnend, einen nach dem anderen aus …

Das US-Remake ist einen Tick gradliniger und bösartiger geraten als das charmant verspieltere Original. Doch auch in dieser Konstellation stimmt die Balance zwischen deftigem Rache-Reißer und düsteren Humor. Liam-Neeson-Fans kommen dank seiner gewohnt stoischen Performance dabei mal wieder voll auf ihre Kosten.


OSTWIND – ARIS ANKUNFT | Regie: Theresa von Eltz | DE 2019

Durch einen Zwischenfall werden Mika (Hanna Binke) und ihr Ostwind auf eine harte Probe gestellt. Mikas Großmutter (Cornelia Froboess), Sam (Marvin Linke) und Herr Kaan (Tilo Prückner) versuchen unterdessen, Gut Kaltenbach am Laufen zu halten, wobei sie Unterstützung von der ehrgeizigen und scheinbar netten Isabell (Lili Epply) bekommen. Dann bringt Fanny (Amber Bongard) die impulsive und kratzbürstige Ari (Luna Paiano) nach Kaltenbach und sorgt damit für mächtigen Wirbel. Ari fühlt sich sofort von Ostwind angezogen und scheint eine besondere Wirkung auf den berühmten Hengst zu haben. Ist es möglich, dass Ostwind und Mika eine weitere Seelenverwandte auf Gut Kaltenbach finden? Und wird Ari es schaffen, Ostwind vor dem skrupellosen Pferdetrainer Thordur Thorvaldsen (Sabin Tambrea) zu schützen?

Der dritten, einmal mehr toll inszenierten Fortsetzung innerhalb der „Ostwind“-Saga wird die schwierige Aufgabe zuteil, die alte Heldin Mika langsam aus der Reihe zu entlassen und dafür die rebellische Ari zu etablieren. Das ist hier hervorragend gelungen, auch wenn der Subplot rund um den bösen Pferdetrainer überhaupt nicht überzeugt. Nicht jeder Film benötigt zwingend einen Antagonisten!


MANOU – FLIEG‘ FLINK! | Regie: Christian Haas, Andrea Block | DE 2019

Manou wächst als Mauersegler bei den stolzen Möwen in Nizza auf. Er lernt schwimmen, fischen und fliegen wie sie. Dabei eifert er seinem Vater nach um eine gute Möwe zu werden. Doch bei der Flugprüfung entdeckt er, dass er das nie erreichen kann. Denn er wurde adoptiert – als Mauersegler unter Möwen bleibt er ein verhasster Eindringling. Dennoch hält seine Familie zu ihm, besonders sein Bruder Luc, der ihn eifrig bewundert. Eines nachts stehlen Ratten ein Ei als Manou Wache hält. Die Möwen sind außer sich und er wird aus der Kolonie ausgeschlossen. Nun sucht er verzweifelt nach neuen Freunden bei den Mauerseglern. Dabei verliebt er sich in Kalifa, was alles noch komplizierter macht. Als Möwen und Mauersegler in großer Gefahr schweben, kämpft Manou für beide und beweist, dass er ein wahrer Kämpfer ist. 

Neben einer handelsüblichen „Glaub an dich, dann kannst du alles schaffen!“-Geschichte erzählt die deutsche Produktion „Manou – Flieg‘ flink!“ auch noch davon, wie Rassismus entsteht und wie er sich bekämpfen lässt. Das ist für einen Animationsfilm, der noch dazu traumhaft schön animiert ist, ein sehr nobler Ansatz.


EIN KÖNIGLICHER TAUSCH | Regie: Marc Dugain | FR/BEL 2017

Frankreich, 1721: Um den Frieden mit Spanien zu besiegeln, fädelt der Regent Herzog Philipp von Orléans einen Prinzessinnentausch ein. Er will den elfjährigen französischen König Ludwig XV. mit der erst vier Jahre alten Tochter des spanischen Königs, Infantin Maria Anna Victoria, verheiraten. Im Gegenzug soll die Tochter Philipps, die zwölfjährige Louise Elisabeth, die Gemahlin des jungen spanischen Thronfolgers Don Luis werden. Madrid willigt ein und schon bald findet der Austausch der beiden Prinzessinnen an der Grenze zwischen den Ländern statt. Doch die königlichen Strategen haben die Rechnung ohne die Vermählten gemacht – denn diese haben ihren eigenen Willen.

Nach einem Roman von Bestsellerautorin Chantal Thomas, basierend auf wahren Ereignissen, zeichnet der französische Regisseur Marc Dugain ein treffendes Sittenbild des Adels im 18. Jahrhundert


KOMMISSAR GORDON & BUFFY | Regie: Linda Hambäck | SWE 2017

Als der gutmütige, etwas arbeitsmüde Detektiv Gordon (deutscher Sprecher: Sven Brieger), ein Frosch, in seinen Nachmittagskeks beißt, träumt er schon von seiner nahenden Rente. Seit vielen Jahren hat er für Frieden in der Gemeinde des Waldes gesorgt, indem er seine Mitbewohner vor dem gefürchteten Fuchs beschützt hat, doch langsam merkt er, dass seine Zeit als Gesetzeshüter vorbei ist. Zum Glück ist er Buffy (deutsche Sprecherin: Lotta Doll) begegnet, denn die pfiffige und ehrgeizige Maus ist in seinen Augen eine exzellente Nachfolgerin für seine Position. Bevor er sie allerdings zur Hauptkommissarin  berufen kann, müssen sie noch Gordons letzten Fall lösen. Ein Nüssedieb treibt sein Unwesen und es kursiert das Gerücht im Wald, dass der Fuchs dahinter stecken könnte. Gordon und Buffy machen sich an die Arbeit und gemeinsam werden sie den Fall auch bald lösen können!


Heimkinotipp: HALLOWEEN | Regie: David Gordon Green | USA 2018

Seit er vor vierzig Jahren mit einer brutalen Mordserie die amerikanische Kleinstadt Haddonfield terrorisierte und fünf Menschen auf bestialische Weise mit seinem Messer tötete, sitzt der Gewalttäter Michael Myers (Nick Castle), abgeschottet von der Außenwelt, in einer psychiatrischen Anstalt in Haft. Als er zusammen mit anderen hochgefährlichen Insassen verlegt werden soll, passiert die Katastrophe: Der Gefangenentransport verunglückt nachts auf offener Straße und er kann fliehen. Angetrieben von seinem bestialischen Drang zu morden, macht sich Myers auf nach Haddonfield, und der entsetzliche Albtraum beginnt für die Bewohner aufs Neue. Nur Laurie (Jamie Lee Curtis), die dem maskierten Killer seinerzeit nur knapp entkommen konnte, ist vorbereitet, sich dem personifizierten Bösen entgegenzustellen…

Der neue „Halloween“ ist in erster Linie eine Hommage an den Originalfilm von John Carpenter, der vor allem die Liebhaber des Siebzigerjahre-Klassikers zufriedenstellen dürfte. Das ganz große Horrorfilm-Highlight ist er nicht, doch gerade als Genrebeitrag für’s Halloween-Wochenende ist er als  ruhiger Nostalgiehorror mit modernen Elementen einen Blick wert.

Verlosung: Grüner wird’s nicht…

Die Komödie GRÜNER WIRD’S NICHT, SAGTE DER GÄRTNER UND FLOG DAVON trägt nicht nur einen ellenlangen Titel, sondern erweist sich obendrein auch noch als gar nicht so lange Selbstfindungsodyssee eines grantigen Eigenbrötlers. Nun ist diese auch fürs Heimkino erhältlich. Und aus diesem Anlass verlosen wir in Kooperation mit Majestic Home Entertainment zweimal die Blu-ray zum Film. Was Ihr tun müsst, um einen dieser Preise abzustauben, erfahrt Ihr weiter unten in diesem Posting.

Schorsch ist Gärtner in einer bayerischen Kleinstadt und schuftet täglich in seinem Betrieb, der kurz vor der Pleite steht. Er redet nicht gern und auch nicht viel. Hat er nie. Die Ehe mit seiner Frau ist längst entzaubert und zu allem Überfluss möchte seine Tochter jetzt auch noch an die Kunstakademie. „Ein solcher Schmarrn!“ ist alles, was Schorsch dazu einfällt. Nur über den Wolken, in seinem klapprigen Propeller-Flugzeug, einer alten Kiebitz, fühlt sich Schorsch wirklich frei. Doch dann missfällt dem Chef des lokalen Golfplatzes, den Schorsch angelegt hat, der Grünton des Rasens und Schorsch bleibt auf seiner Rechnung sitzen. Als der Gerichtsvollzieher kurz darauf sein geliebtes Flugzeug pfänden will, setzt sich Schorsch in die Kiebitz, packt den Steuerknüppel und fliegt einfach davon. Ohne zu wissen, wohin.  Es beginnt eine Reise, die ihn an unbekannte Orte führt, voller skurriler und besonderer Begegnungen – und mit jedem Start und jeder Landung öffnet der Gärtner ganz langsam sein Herz wieder für das, was man eine Ahnung von Glück nennt…

Florian Gallenberger macht es sich mit seiner Feelgood-Selbstfindungskomödie „Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“ nicht einfach und versucht, trotz vieler verschiedener Brandherde ein positives Gefühl zu vermitteln, das echt und nicht konstruiert wirkt. Und was soll man sagen: Ihm ist genau das gelungen. Ein Wohlfühlfilm, dem man all seine positiven wie negativen Entwicklungen jederzeit abnimmt.

Ihr wollt ihn Euch „Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“ auf keinen Fall entgehen lassen? Dann müsst Ihr nichts weiter tun, als den zu dieser Verlosung gehörenden Facebook-Beitrag zu kommentieren. Da sich Wessels-Filmkritik.com immer über neue Follower freut, ist diese Verlosung ausschließlich für meine Facebook-Freunde und Twitter-Follower bestimmt. Einfach Fan werden – schon habt Ihr die Chance auf einen Gewinn! Nach Teilnahmeschluss am 24. Februar 2019 um 23:59 Uhr wähle ich via Zufallsverfahren den Gewinner oder die Gewinnerin aus und schreibe ihn oder sie über eine Privatnachricht an. Checkt nach Ablauf der Verlosung bitte unbedingt Eure Postfächer, da der Gewinn nach einer Woche ohne Rückmeldung verfällt. Nach Abschluss werden selbstverständlich alle personenbezogenen Daten gelöscht und ihr habt bei der nächsten Verlosung wieder eine neue Chance, zu gewinnen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Gewinn kann nicht ausgezahlt werden. Viel Glück!

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