Schlagwort-Archiv: Biopic

Das startet am 18. April 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 18. April, an dem sich mit „Der Fall Collini“ ein deutscher Thriller auf die Leinwände wagt, der dort aber eigentlich gar nicht so recht hingehört. Es wird interessant sein, zu sehen, ob Elyas M’Barek auch abseits von Komödien Zuschauer ins Kino lockt, nachdem das mit „Who Am I?“ schon einmal nicht funktioniert hat. Die Verfilmung des Ferdinand-von-Schirach-Romans ist immerhin solide, doch so richtig emotional wird es diesmal mit „Goliath96“, einem Drama mit Katja Riemann, das vermutlich in viel zu wenigen Kinos zu sehen sein wird. Im Gegensatz zu „Lloronas Fluch“, einem weiteren Beitrag zur „Conjuring“-Saga. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

GOLIAT96 | Regie: Marcus Richardt | DE 2019

Kristin und ihr Sohn David haben sich seit zwei Jahren nicht mehr gesehen und gesprochen. Und das, obwohl sie gemeinsam in einer Drei-Zimmer-Wohnung leben. Denn David lehnt jegliche Kommunikation mit seiner Mutter ab. Er geht ihr aus dem Weg, er verbarrikadiert sich fast durchwegs in seinem Zimmer, verlässt es nur gelegentlich, um in Abwesenheit seiner Mutter ins Bad zu gehen oder Tiefkühlpizzen in den Ofen zu schieben. Kristin ist völlig verzweifelt. Versuche seiner Mutter, ein Gespräch zu führen, ignoriert David. Ihrem Umfeld verheimlicht sie das alles. Als Kristin eines Tages ihren Job verliert, nimmt sie die Situation zuhause mehr denn je mit, weshalb sie Hilfe von außen sucht. So erfährt sie von einer Bekannten ihres Sohnes, dass David in Internetforen aktiv ist.  Also meldet sie sich im Forum an, in dem er als „Goliath96“ agiert…

Gefühlvoll, stark gespielt und mit zielsicherer, ruhiger Hand inszeniert: „Goliath96“ ist ein emotional aufgeladenes, aber packend-subtil umgesetztes Drama über’s Abschotten.


WENN DU KÖNIG WÄRST | Regie: Joe Cornish | UK/USA 2019

Der zwölfjährige Alex (Louis Serkis) und sein bester Freund Bedders (Dean Chaumoo) müssen sich tagtäglich mit den beiden Schulbullys Lance (Tom Taylor) und Kaye (Rhianna Dorris) herumschlagen. Bis sich das Schicksal der beiden eines Nachts auf unverhoffte Weise wandelt: Auf einer geschlossenen Baustelle findet Lance ein Schwert – es ist Excalibur, das sagenumwobene Schwert von König Artus. Nur, wer sich als würdig erweist, ist in der Lage, es zu benutzen – und offenbar ist Alex der Auserwählte, der auch direkt Bedders zum Ritter schlägt. Das erweckt an anderer Stelle der Welt ein abscheuliches Drachenwesen zum Leben, denn die böse Zauberin Morgana (Rebecca Ferguson) hat es auf die Menschheit abgesehen und benötigt dazu Excalibur, um die Weltbevölkerung zu unterjochen. Wie gut, dass der gutmütige Magier Merlin (Angus Imrie/Patrick Stewart) genau weiß, wie Alex und seine Freunde das verhindern können…

„Wenn Du König wärst“ ist charmante Verbeugung vor und Neuinterpretation der Artusepik, die mit einem schönen Humor und einer stilsicheren Inszenierung seitens Regisseur Joe Cornish überzeugt. Schade ist nur, dass der Film sich gen Ende in ein etwas austauschbares Krawallfinale verliert.


VAN GOGH – AN DER SCHWELLE ZUR EWIGKEIT | Regie: Julian Schnabel | IE/CH/UK/FR/USA 2018

In der Gegend von Arles und Auvers-sur-Oise, wohin sich der bislang weitgehend unbeachtete Maler Vincent van Gogh (Willem Dafoe) zurückgezogen hat, um dem Druck des Lebens in Paris zu entkommen, wird er von den einen freundlich und von den anderen brutal behandelt. Die Inhaberin des örtlichen Restaurants hat Mitleid mit ihm und schenkt ihm ein Notizbuch für seine Zeichnungen. Andere haben Angst vor seinen dunklen und unberechenbaren Stimmungsschwankungen. Auch sein enger Freund und Künstler Paul Gaugin (Oscar Isaac) findet ihn zu erdrückend und verlässt ihn. Allein sein Bruder und Kunsthändler Theo (Rupert Friend) unterstützt ihn unerschütterlich, auch wenn es ihm nicht gelingt, auch nur eines von Vincents Werken zu verkaufen.

Das Biopic „Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit“ ist mehr bewegtes Kunstwerk als klassische Nacherzählung eines bewegten Lebens, dem es zugute kommt, dass Regisseur Julian Schnabel in der Welt der Maler selbst zuhause ist. Seine Ansichten sind bisweilen träge, aber immer wunderschön.


DER FALL COLLINI | Regie: Marco Kreuzpaintner | DE 2019

Anwalt Caspar Leinen (Elyas M‘Barek) gerät über eine Pflichtverteidigung an einen spektakulären Fall: Über 30 Jahre lang hat der 70-jährige Italiener Fabrizio Collini (Franco Nero) unbescholten in Deutschland gearbeitet und dann tötet er anscheinend grundlos den angesehenen Großindustriellen Hans Meyer (Manfred Zapatka) in dessen Berliner Hotelsuite. Für Caspar steht weit mehr auf dem Spiel als sein erster großer Fall als Strafverteidiger. Das Opfer ist der Großvater seiner Jugendliebe Johanna (Alexandra Maria Lara) und war wie ein Ersatzvater für Caspar. Zudem hat er mit der Strafverteidiger-Legende Richard Mattinger (Heiner Lauterbach) als Vertreter der Nebenklage einen Gegner, der ihm haushoch überlegen scheint. Caspar muss herausfinden, warum Collini ausgerechnet einen vorbildlichen Menschen wie Meyer ermordet hat.

Ohne Publikumsliebling Elyas M’Barek in der Hauptrolle wäre „Der Fall Collini“ im Fernsehen besser aufgehoben. Die zwar eleganten aber insgesamt einfach zu unspektakulären Bilder entfalten auf der Leinwand keine Wucht und trotz des wichtigen Themas hat man die Geschichte schon lange vor der Auflösung durchschaut, wenn man zuvor auch nur ein Buch von Ferdinand von Schirach gelesen hat.


LLORONAS FLUCH | Regie: Michael Chaves | USA 2019

Los Angeles, 1973. Anna Tate Garcia, eine Sozialarbeiterin und alleinerziehende Witwe, ist verzweifelt bemüht, ihrem Job und ihren Kindern gerecht zu werden, während sie gleichzeitig noch um ihren Ehemann trauert. Im Zuge ihrer Arbeit mit den von ihr betreuten Familien bewegt sich Anna dabei oft durch eine Vielzahl von Wahngebilden und Geisterglauben und findet meist deren persönliche Dämonen hinter den Ereignissen heraus. Als sie zum Haus der verzweifelten Patricia Alvarez gerufen wird, findet sie deren zwei Söhne in einer Kammer eingesperrt vor und deutet das als gefährliches Anzeichen von Missbrauch. Obwohl Anna entschlossen ist, Patricia zu helfen, gilt ihre erste Sorge der Sicherheit der Kinder. Angesichts ihrer Unkenntnis der sehr realen Gefahr weist sie die Mutter in eine Nervenheilanstalt ein und nimmt die Kinder in Gewahrsam – völlig ahnungslos, was sie im Begriff ist zu entfesseln…

„Lloronas Fluch“ ist gerade für ein Debütwerk mit solider Hand inszeniert und sieht phasenweise richtig gut aus. Leider verlässt sich Regisseur Michael Chaves in der zweiten Hälfte zu sehr auf gängige Horrorfilmmechanismen und zieht den vorhersehbaren Jumpscare der Erzählung einer emotionalen Story vor. Der Ursprung der Geschichte hätte das locker hergegeben.


Heimkinotipp: UNDER THE SILVER LAKE | Regie: David Robert Mitchell  | USA 2018

Hollywood, Los Angeles. Obwohl die Miete für sein Apartment überfällig ist, hegt Sam (Andrew Garfield) keinerlei Ambitionen, einen Job zu finden. Womit er früher einmal Geld verdient hat, weiß er vermutlich selbst nicht einmal mehr so genau. Lieber hängt er auf seinem Balkon herum, liest Comics und beobachtet die knapp bekleideten Nachbarinnen durchs Fernglas. Als ihn die umwerfend schöne Sarah (Riley Keough) eines Abends zu sich einlädt, kann er sein Glück kaum fassen. Doch nach einer gemeinsamen Nacht ist sie am nächsten Morgen spurlos verschwunden. Sam wittert eine globale Verschwörung, die Millionäre, Celebrities, Hundemörder und urbane Mythen involviert und begibt sich auf eine Schnitzeljagd quer durch L.A. Seine Suche nach Sarah mutiert zur rauschhaften Odyssee durch den undurchsichtigen Dschungel der Großstadt.

In „Under The Silver Lake“ begibt sich Andrew Garfield auf die Spuren von David Lynchs „Mullholland Drive“. David Robert Mitchells Schnitzeljagd durch Los Angeles präsentiert sich als Sammelsurium aller möglichen Verschwörungstheorien, die der „It Follows“-Regisseur gar nicht unbedingt hätte auflösen müssen. Sein packend inszeniertes Mysteryabenteuer weiß auch so ziemlich gut zu unterhalten.

Das startet am 21. März 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 21. März, an dem eine oscargekrönte Dokumentation allen anderen Filmen die Show stiehlt – ja, auch dem neuesten Horrorhit von Jordan Peele, der mit „Wir“ beweist, dass er keine Eintagsfliege ist. Ein deutscher Kassenschlager könnte dank des Staraufgebots die sympathische Komödie „Die Goldfische“ werden. Hoffentlich das Gegenteil wird die Fortzsetzung von „Iron Sky“, denn „The Coming Race“ ist im Vergleich zum Vorgänger eine Frechheit, unlustig und ganz und gar nicht zeitgemäß. Dann lieber auf einen Film aus den Programmkinos zurückgreifen, denn dort gibt’s in dieser Woche so einiges Neues zu entdecken.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

FREE SOLO | Regie: Jimmy Chin, Elizabeth Chai Vasarhelyi | USA 2018

Jeder Fehler, jede kleinste Unaufmerksamkeit kann den Tod bedeuten: Free-Solo-Kletterer Alex Honnold bereitet sich im Sommer 2017 auf die Erfüllung seines Lebenstraums vor. Er will den bekanntesten Felsen der Welt erklimmen, den 975 Meter hohen und fast senkrechten El Capitan im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien. Free Solo bedeutet: im Alleingang, ohne Seil und ohne Sicherung. Die mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilmerin Elizabeth Chai Vasarhelyi und ihr Kameramann, Profi-Bergsteiger Jimmy Chin, durften Honnold begleiten und fesseln die Zuschauer mit sensationellen Naturaufnahmen in schwindelerregenden Bildern Entstanden ist so das atemberaubende und zugleich intime Portrait eines der ungewöhnlichsten Athleten unserer Zeit und erzählt von den Opfern, die Honnold erbringen muss, um körperliche Höchstleistungen erzielen zu können, von Rückschlägen und Verletzungen.

„Free Solo“ ist mehr als eine Kletterdoku: Das Porträt des perfektionistischen Free-Solo-Akteurs Alex Honnold ist spannend wie ein Thriller, berührend wie ein Drama, emotional wie eine Romanze und inspiriert ohne Pathos und Kitsch, sodass man am Ende des Films verstehen kann, weshalb Jemand ohne Netz und doppeltem Boden eine 90 Grad steile Felswand hinaufklettern will. Darüber hinaus sprechen die atemberaubenden Landschaftsaufnahmen für sich.


WIR | Regie: Jordan Peele | USA 2019

Familie Wilson freut sich auf ihren langersehnten Urlaub. Adelaide, ihr Ehemann Gabe sowie die beiden Kinder Zora und Jason fahren an einem sonnigen Wochenende nach Santa Cruz, um hier die Zeit am Strand zu genießen und endlich mal wieder ihre Freunde, die Tylers, zu treffen. In ihrem Ferienhaus angekommen, fühlt sich Adelaide aber schon bald unwohl. „Wie eine große schwarze Wolke“ hängt eine Atmosphäre der Angst über ihr. Merkwürdige Zufälle häufen sich und als ihr Sohn für ein paar Minuten wie vom Erdboden verschwunden ist, entsteht in der besorgten Mutter der Wunsch, möglichst schnell wieder heimzufahren. Doch dazu soll es nicht kommen. Eines Nachts steht eine mit Scheren bewaffnete Familie in der Einfahrt der Wilsons. Vier Menschen, ein Ehepaar und zwei Kinder, die aussehen wie die Familie, die sie gerade überfallen, scheinen einen finsteren Plan zu verfolgen. Wer sind diese Doppelgänger und was haben sie vor?

Jordan Peeles neuer Geniestreich „Wir“ ist gruseliger als „Get Out“, fordert den Zuschauer gedanklich aber auch noch mehr heraus. Aus einem sehr effektiven, äußerst blutigen Home-Invasion-Schocker wird ein symbolträchtiges Spiel mit dem klassischen Verständnis von Gut und Böse. Am Ende weiß man nicht mehr, ob man diese Grenze wirklich ziehen kann.


WINTERMÄRCHEN | Regie: Jan Bonny | DE 2018

„Es muss mal wieder richtig knallen!“, sagt eine junge blonde Frau, die für solche Aussagen auf den ersten Blick viel zu harmlos aussieht. Doch Beckys (Ricarda Seifried) und Tommis (Thomas Schubert) Beziehung wird dominiert von zerfressender Langeweile, Frust und Abhängigkeit, aus der sie auch durch monotonen Sex und jede Menge Alkohol nicht fliehen ausbrechen können. Ihr Kosmos in der schmuddeligen Wohnung ist winzig, ihre Pläne groß. Zusammen wollen sie als Terrorzelle Ausländer ermorden und landesweite Aufmerksamkeit erzeugen! Plötzlich steht Maik (Jean-Luc Bubert) in der Küche und aus dem passiven Duo wird ein explosiver Dreier. Doch ihre angeblichen Werte wie Ehre, Stolz und Loyalität versumpfen zunehmend in Orientierungslosigkeit und ihre Radikalität sprengt alle Grenzen.

Auf „Wintermärchen“ könnte keine Beschreibung besser passen als „radikal“ – doch für dieses „in die Fresse“-Gefühl geht Regisseur Jan Bonny weit über Schmerzgrenzen hinaus. Das tut richtig weh und ist bisweilen kaum zu ertragen. Aber anders lassen sich die sinnlosen Taten des NSU – und sei es in fiktionalisierter Firm, wohl kaum aufbereiten.


DIE GOLDFISCHE | Regie: Alireza Golafshan | DE 2019

Portfolio-Manager Oliver ist ein schnöseliger Neureicher mit fettem Schwarzgeldkonto in der Schweiz – und immenser Ungeduld. Diese Ungeduld bugsiert ihn eines Tages in den Rollstuhl, als er glaubt, einfach mit 230km/h an einem langen Stau vorbeizufahren. Dieser Versuch endet mit mehreren Überschlägen. Einige Zeit später hat Oliver in der Rega noch immer keinerlei Fortschritte getan, denn statt sich um seine körperliche Situation zu kümmern, sorgt er sich allein darum, wie er wieder ins lukrative Geschäft des Portfolio-Managements einzusteigen. Und darum, die Betreuerin Laura anzuflirten, die ihn aber nicht ansprechend findet. Mehr Geduld als mit Oliver bringt sie mit der WG „Die Goldfische“ auf, die aus der Blinden Magda, den Autisten Rainman und Michi sowie Franzi, einem Mädchen mit Down-Syndrom, besteht.

Alireza Golafshans Regiedebüt „Die Goldfische“, das so stilsicher inszeniert ist, dass man es nie als Debüt identifizieren würde,  ist eine weitestgehend kitsch- und klischeebefreite, trotzdem gutherzige Komödie mit (nicht über) Figuren mit Behinderungen.


VORHANG AUF FÜR CYRANO | Regie: Alexis Michalik | FR/BEL 2018

Wir schreiben das Jahr 1897 und befinden uns im Vergnügungsviertel von Paris: Der junge Schreiberling Edmond Rostand (Thomas Solivérès) ist als Bühnenautor ein potenzielles Genie, dem es derzeit jedoch ein wenig an Kreativität fehlt. Denn leider jwar jedes seiner bisherigen Stücke ein Flop. Darunter leidet inzwischen nicht nur seine Inspiration, sondern auch die Familienkasse. Doch dann soll sich das Blatt zu Edmonds Gunsten endlich wenden – eine berühmte Freundin stellt ihn einem der größten Komödianten seiner Zeit vor: Constant Coquelin (Olivier Gourmet). Zu Edmonds großer Überraschung besteht dieser darauf, eine Rolle in seinem neuen Stück zu spielen. Das einzige Problem: In drei Wochen soll bereits Premiere sein und Edmond hat noch kein einziges Wort geschrieben. Bisher weiß er nur den Titel: „Cyrano de Bergerac“…

„Vorhang auf für Cyrano“ ist eine beschwingt-sympathische Komödie über die Entstehung von „Cyrano de Bergerac“ als Welterfolg, der einem sowohl die Geschichte selbst, als auch die Schöpfer derselben amüsant und herzlich näherbringt.


LUZ | Regie: Tilman Singer | DE 2018

In einer abgeranzten Bar trifft Polizeipsychologe Dr. Rossini (Jan Bluthardt) auf die geheimnisvolle Nora (Julia Riedler). Die erzählt ihm von ihrer besten Freundin Luz (Luana Velis), die eine bewegte Vergangenheit hinter sich hat. Nach einem Autounfall ist sie nicht mehr dieselbe und Nora bittet ihre Bekanntschaft, hinter Luz‘ Geheimnis zu kommen. Als Dr. Rossini wenig später zur Polizeiwache gerufen wird, findet er dort die traumatisierte Luz vor. Mithilfe von Hypnose will er sich in ihre Psyche hineinversetzen und die Minuten vor dem Unfall rekonstruieren. Dieses Vorhaben gelingt tatsächlich, doch plötzlich ereignen sich vor den Augen von Rossinis Kollegin Bertillon (Nadja Stübiger) und dem Übersetzer Olarte (Johannes Benecke) grauenvolle Ereignisse. Ohne sein Wissen hat Nora an Dr. Rossini einen Dämon übertragen…

Regie-Newcomer Tilman Singer gelingt mit „Luz“ ein hochästhetischer, ganz und gar außergewöhnlicher Thriller im Stile klassischer Giallo-Filme, in dem die Musik, die Bilder und die betont lückenhafte Story zu einem beispiellosen Faszinosum werden.


IRON SKY: THE COMING RAZE | Regie: Timo Vuorensola | FIN/DE/BEL 2019

20 Jahre nachdem die Nazis vom Mond aus einen Nuklearkrieg begannen, ist die Erde unbewohnbar geworden. Seitdem formieren sich die Überlebenden zu einer großen Kolonie auf der ehemaligen Mondbasis der Braunhemden. Doch der Planet droht auseinanderzubrechen. Die einzig verbleibende Möglichkeit für Wissenschaftlerin Obi Washington: Flucht ins Erdinnere. Auf ihrer Mission zu einer dort verborgenen Stadt trifft die Tochter von Renate Richter und James Washington aber keineswegs auf standhafte Verbündete. Stattdessen begegnet sie einer prähumanen Dinosaurierwelt und früheren Weltherrschern, die sich unter ihrer menschlichen Maske nur versteckt gehalten haben. Seit Jahrhunderten kontrollieren die „Vril“ die irdischen Staatsregierungen mit dem Ziel, die Vorherrschaft ihrer reptilen Rasse über die Menschen zu erringen. Ein Wettrennen um die Zukunft beginnt.

Man mag es kaum glauben, dass ein Film mit solch hanebüchener Prämisse letztlich nicht absurd genug ist, um als das ausgewiesene Trashspektakel zu funktionieren, für das er eigentlich wie prädestiniert gewesen wäre. Denn dass „Iron Sky: The Coming Race“ als ernst zu nehmender Abenteuerfilm nicht funktioniert, versteht sich von selbst.


HEAD FULL OF HONEY | Regie: Til Schweiger | DE/USA 2018

Das humorvolle, geschätzte Familienoberhaupt Amadeus (Nick Nolte) wird zunehmend vergesslich und kommt mit dem alltäglichen Leben nicht mehr alleine klar. Es wird unausweichlich, dass er von den USA zu seinem Sohn Nick (Matt Dillon) und seiner Frau Sarah (Emily Mortimer) sowie seiner Enkelin Matilda nach London ziehen muss und obwohl es Niko das Herz bricht, muss er bald einsehen, dass für Amadeus der Weg in ein Heim unausweichlich ist. Doch nachdem die kleine Matilda erfährt, wie es in ihrem Opa wirklich aussieht, will sie sich auf keinen Fall damit abfinden und schmiedet einen Plan: Kurzerhand entführt sie ihren Großvater auf eine chaotische und spannende Reise, um ihm seinen größten Wunsch zu erfüllen: noch einmal Venedig sehen!

„Head Full of Honey“ ist aufgrund des hektischen Schnitts bisweilen unschaubar und bietet erzählerisch nichts Neues im Vergleich zum Original. Wo auch immer der Regisseur hin ist, der „Der Eisbär“, „barfuss“ und „Keinohrhasen“ sowie „Zweiohrküken“ gemacht hat: Er darf sich gerne wieder hervorkämpfen.


Heimkinotipp: OPERATION: OVERLORD | Regie: Julius Avery | USA 2018

Am Vortag des D-Days landet eine amerikanische Soldatentruppe in einem von deutschen Truppen besetzten Dorf in Nordfrankreich. Hier wollen sie den Funkturm sprengen, um den Deutschen die Kommunikation zu erschweren. Dabei treffen sie auf die resolute Chloe (Mathilde Ollivier), die sich gemeinsam mit ihrem Sohn vor den Nazis versteckt. Bei ihrem Versuch, zum Funkturm zu gelangen, stoßen Boyce (Jovan Adepo), Ford (Wyatt Russell) und der Rest des Teams auf ein geheimes, unterirdisches Labor, in dem sich bis zur Unkenntlichkeit entstellte Menschen befinden. Sie erkennen schnell, was dahintersteckt: Die Besatzer führen hier völlig wahnsinnige Experimente an den Dorfbewohnern durch, um aus ihnen Kampfmaschinen zu züchten – denn das 1000-jährige Reich benötigt 1000-jährige Krieger… Die Folgen sind verheerend!

Die erste Hälfte von „Operation: Overlord“ ist ein herber Kriegsthriller, der in der zweiten Hälfte schließlich zur infernalen Nazi-Zombie-Sause mutiert, die trotz ihrer abgehobenen Prämisse immer genau so ernst bleibt, dass die grandios aussehenden Monster eine echte Bedrohlichkeit entfalten.

Das startet am 14. März 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 14. März, an dem es sich einmal etwas durchschnaufen lässt. Für Familien dürften sowohl „Rocca verändert die Welt“ als auch der neue „Asterix“-Film interessant sein. Beide lohnen sich auf ihre Weise, was auch den Thriller „Destroyer“ nicht besser zusammenfassen könnte. Hier überzeugt in erster Linie Nicole Kidman. Das Fußballer-Biopic „Trautmann“ kann man sich aufgrund mangelnder Ecken und Kanten allerdings getrost schenken – verschenken dagegen vielleicht unseren Heimkinotipp der Woche: Endlich erscheint „Bohemian Rhapsody“ auf DVD und Blu-ray Disc!

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ROCCA VERÄNDERT DIE WELT | Regie: Katja Benrath | DE 2019

„Meine Eltern sind im Himmel“, lacht die elfjährige Rocca auf Anfrage ihres verdutzten Schulleiters und hat damit sogar doppelt Recht. Denn ihre Mutter ist leider schon bei ihrer Geburt verstorben, während ihr Vater gerade als Astronaut auf der Internationalen Raumstation ISS weilt. Aufgewachsen ist Rocca bei ihrem für die Europäische Weltraumorganisation ESA arbeitenden Papa auf dem Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan. Jetzt wo er auf Mission im All ist, muss Rocca allerdings nach Hamburg, um übergangsweise bei ihrer Oma Dodo zu wohnen. Doch kaum angekommen, löst der menschliche Wirbelwind ein großes Chaos aus. Nicht nur muss die Großmutter wegen ihr und eines allzu forschen Eichhörnchens ins Krankenhaus – was das Jugendamt auf den Plan ruft. Nebenher  sorgt Rocca auch in ihrer neuen Schule für jede Menge Aufregung.

Ein lustiger, spannender und turbulenter Jugendfilm, der nicht nur Spaß macht, sondern auch zum Nachdenken anregt. Anhand der liebenswerten Titelfigur bekommen Kids beider Geschlechter hier ein tolles Vorbild.


ASTERIX UND DAS GEHEIMNIS DES ZAUBERTRANKS | Regie: Alexandre Astier, Louis Clichy | FR 2018

Wir befinden uns im Jahre 50 v.Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt… Ganz Gallien? Nein! Das unbeugsame Volk leistet natürlich zu jeder Zeit Widerstand! Der Druide Miraculix sorgt sich um die Zukunft des Dorfes und macht sich gemeinsam mit Asterix (Milan Peschel) und Obelix (Charly Hübner) auf, einen Nachfolger zu finden, dem er das Geheimnis des legendären Zaubertranks anvertrauen kann. Doch auch der hinterhältige Dämonix versucht, in den Besitz der magischen Formel zu kommen und schreckt dafür nicht einmal vor einem Pakt mit den Römern zurück. Während Asterix und Obelix auf ihrer Suche nach einem würdigen Druiden-Lehrling ganz Gallien durchqueren, müssen die Frauen das Dorf allein gegen die römischen Soldaten verteidigen. Und die Zaubertrank-Vorräte reichen nicht ewig…

Ein 3D-animiertes Abenteuer, sowohl erzählerisch als auch optisch in bester „Asterix & Obelix“-Manier. Nur die weltpolitischen Spitzen vertragen sich nicht immer mit der sonst eher auf Klamauk und Witz setzenden Geschichte.


DESTROYER | Regie: Karyn Kusama | USA 2018

Ein Mordfall wie jeder andere – so scheint es. Erin Bell (Nicole Kidman), einst Vollblutpolizistin in Los Angeles, wird schnell eines Besseren belehrt: Indizien am Tatort deuten darauf hin, dass eine verschollen geglaubte Person aus ihrer Vergangenheit wieder zurück ist. Silas ist der Grund, warum Erin heute ein Schatten ihrer selbst ist, eine gebrochene, innerlich wie äußerlich zerstörte Frau, die durch ihr Leben stolpert wie eine Untote. 17 Jahre sind vergangen, seit Erin als verdeckt arbeitende FBI-Agentin Silas zum ersten Mal auf der Spur war. Damals endete die Ermittlung in einer Katastrophe. Jetzt sieht Erin die Gelegenheit gekommen, ihre Sünden von einst wieder gut zu machen und Silas zur Strecke zu bringen. Koste es, was es wolle…

„Destroyer“ lebt durch und durch von einer herausragenden Nicole Kidman. Die Geschichte und ihre Inszenierung können trotz sichtbarer Ambitionen leider nicht mit dem mithalten, was die Schauspielerin allein durch ihr Spiel beim Zuschauer auslöst.


TRAUTMANN | Regie: Marcus H. Rosenmüller | DE/UK 2018

Bernd Trautmann, 1923 in Bremen geboren, wird mit 17 Jahren in die Wehrmacht eingezogen. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges gerät er in britische Kriegsgefangenschaft und wird in der Nähe von Manchester inhaftiert. Bei einem Fußballspiel unter deutschen Kriegsgefangen wird Jack Friar, Coach des Provinzclubs St. Helens, auf Bernds Talent als Torwart aufmerksam und engagiert ihn für seinen Verein. Trautmann verliert sein Herz an Margaret , die hübsche Tochter seines Trainers. Als nach Kriegsende der Erfolgsverein Manchester City Bernd „Bert“ Trautmann als Torwart engagiert, muss er St. Helens schweren Herzens verlassen: Der Deutsche, der als „Feind“ zur Mannschaft Jack Friars kam, verlässt sie als Freund. Doch in Manchester löst die Verpflichtung des deutschen „Nazi-Torwarts“ eine große Welle der Entrüstung und des Protestes aus…

So leer gefegt von Schmutz und Staub die Settings, so bereinigt wirkt „Trautmann“ erzählerisch im Hinblick auf die durchaus spannende Frage, ob man einem deutschen Kriegsgefangenen Ende des Zweiten Weltkrieges als Sportler zujubeln durfte. Herausgekommen ist ein durch und durch berechenbares Drama in gefälligen Farben aber mit immerhin starken Darstellern.


WAS MÄNNER WOLLEN | Regie: Adam Shankman | USA 2019

Ali Davis hat es als einzige Frau in einer Sportlermanagement Agentur nicht leicht. Die zielstrebige Karrierefrau arbeitet härter als all ihre männlichen Kollegen und wird bei Beförderungen trotzdem immer wieder übergangen. Als sie ihrem Frust auf dem Junggesellinnenabschied ihrer Freundin so richtig Luft macht, bietet ihr eine dubiose Hellseherin die Lösung für ihr Problem … Denn am nächsten Morgen erwacht Ali nicht nur mit einem riesigen Kater, sondern besitzt auch die Fähigkeit, die Gedanken jedes Mannes zu hören, dem sie begegnet. Auch wenn sie es so schafft ihre überheblichen Kollegen auszustechen, stellt sich schnell heraus, dass zu viele Informationen oft mehr Schaden anrichten als Gutes tun.

Eine Karrierefrau mit außergewöhnlichen Fähigkeiten! In „Was Männer wollen“ stellt Regisseur Adam Shankman die Prämisse seines Vorgängers „Was Frauen wollen“ von Nancy Meyers auf den Kopf.


Heimkinotipp: BOHEMIAN RHAPSODY | Regie: Bryan Singer (Dexter Fletcher) | USA 2018

Im Jahr 1970 gründen Freddie Mercury, Brian May, Roger Taylor und John Deacon die Band Queen, die später zu einer der legendärsten Rockbands aller Zeiten werden sollte. Songs wie „Killer Queen”, „Bohemian Rhapsody”, „We Are The Champions” und „We Will Rock You“ machen die Musiker unsterblich, doch hinter der Fassade des Leadsängers Freddie Mercury macht sich langsam eine emotionale Zerrissenheit bemerkbar. Nicht nur mit seiner für ihn lange Zeit nicht definierbaren Sexualität muss sich der aus Sansibar stammende Parse arrangieren. Immer häufiger scheint sein Umfeld etwas Anderes zu wollen, als er selbst. Spätestens als sich seine große Liebe Mary von ihm trennt, bricht auch Freddie den Kontakt zu seinen Bandmitgliedern ab und versucht, solo genauso erfolgreich zu sein. Erst viel zu spät begreift er, dass er in diesen eigentlich längst eine Familie gefunden hat, mit der er 1985 beim legendären Live-Aid-Konzert spielen will.

„Bohemian Rhapsody“ bringt das große Kunststück fertig, aus Menschen, die noch nie Berührungspunkte mit der Band hatten, Queen-Fans zu machen. Und trotz einiger Ungenauigkeiten im porträtierenden Teil, an dem sich allerdings nur Puristen stören dürften, ist der Musikfilm obendrein ein hochemotionales Porträt einer faszinierenden Persönlichkeit, die Rami Malek voller Inbrunst, Leidenschaft und Sensibilität verkörpert.

Trautmann

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges wird aus dem deutschen Kriegsgefangenen Bert TRAUTMANN ein Weltklassersportler, doch sein Weg zum Ruhm ist steinig. Das einzufangen, wäre die Aufgabe von Regisseur Marcus H. Rosenmüller gewesen, doch sein dramatisches Biopic ist allzu glattgebügelt. Mehr dazu verraten wir in unserer Kritik. Weiterlesen

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