Schlagwort-Archiv: Biopic

Das startet am 9. Juli 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 9. Juli. Es ist ein Trauerspiel: Seit letzter Woche sind die Kinos wieder offen. Interessieren tun sich dafür bislang kaum Leute. Und das wird auch in dieser Woche nicht anders sein, denn der ganz große Kracher bleibt aus. Vielleicht müssen wir alle bis „Tenet“ warten, damit die Menschen wieder mitbekommen, dass die Lichtspielhäuser geöffnet haben..!?

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

SEMPER FI | Regie: Henry Alex Rubin  | UK/USA 2019

Callahan (Jay Courtney) ist ein regelkonformer Polizist, der als Reservist der Marine zusammen mit seinen rauflustigen Freunden Jaeger (Finn Wittrock), Snowball (Arturo Castro) und Milk (Beau Knapp), die er alle noch aus Kindertagen kennt, über die Runden kommt. Als Cals jüngerer, leichtsinniger Halbbruder Oyster (Nat Wolff) versehentlich einen Mann in einer Barschlägerei tötet und daraufhin versucht zu fliehen, sieht sich Cal dazu gezwungen, ihn zu stellen und den Behörden zu übergeben. Ohnehin war ihre Beziehung zueinander nie die beste. Infolge wird Oyster zu einer 25-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt und sieht sich im Gefängnis üblen Misshandlungen ausgesetzt. Callahan kommen zunehmend Zweifel daran, ob sein Entschluss, seinen Bruder für seine Strafe büßen zu lassen, eine richtige Entscheidung war…

Dadurch, dass es Henry Alex Rubin einfach versäumt, einige wichtige Teile seiner Geschichte auszuformulieren, ist „Semper Fi“ ein Film, der weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt, im Großen und Ganzen aber immer noch eine solide Figur als Spannungsdrama abgibt.

GRETEL & HÄNSEL | Regie: Oz Perkins | (CAN/USA/IRL/ZAF 2020)

Vor langer Zeit, in einem verfluchten Land: Die verzweifelte Suche nach Nahrung und Arbeit zwingt die junge Gretel (Sophia Lillis) und ihren kleinen Bruder Hänsel (Sammy Leakey) dazu, das elterliche Haus zu verlassen. Völlig orientierungslos irren sie umher und verlaufen sich in einem tiefen, dunklen Wald. Als sie auf eine Hütte stoßen, in der eine alte, freundlich wirkende Frau (Alice Krige) lebt, glauben Gretel und Hänsel, Zuflucht gefunden zu haben. Aber die von der Alten in Zeiten der Hungersnot aufgetischten Festmähler, das unheimliche Gemurmel fremder Kinderstimmen und mysteriöse Erscheinungen im Haus, lassen Gretel erahnen, dass sich hinter ihrem scheinbaren Glück etwas Böses verbirgt. Kann sie ihren jüngeren Bruder beschützen oder wird sie den Versuchungen erliegen, die in ihr aufsteigen? Langsam bahnt sich das Grauen seinen Weg…

„Gretel & Hänsel“ ist eine spannende Neuinterpretation des bekannten Märchens, das mit einigen neuen Perspektiven überrascht, sich hin und wieder allerdings auch in die Länge zieht. Eine überraschende Auflösung kann dafür weitestgehend entschädigen.


SCOOBY! VOLL VERWEDELT | Regie: Tony Cervone  | USA/CAN 2020

Scooby (im Original: Frank Welker) ist ein frecher, aber liebenswerter Hund, der in dem einsamen Außenseiter Shaggy (Will Forte) einen besten Freund findet. Gemeinsam mit den jungen Detektiven Fred (Zac Efron), Velma (Gina Rodriguez) und Daphne (Amanda Seyfried) gründet er die berühmte Mystery Inc.: eine Vereinigung von Geisterjägern. Jetzt, da Hunderte Fälle gelöst und Abenteuer zusammen bestritten wurden, stehen Scooby und die Gang vor ihrem größten Rätsel aller Zeiten: Eine geheimnisvolle Verschwörung plant, den Geisterhund Cerberus auf die Welt loszulassen. Während sie darum kämpfen, die „Bellokalypse“ aufzuhalten, entdeckt die Bande, dass Scooby ein geheimes Vermächtnis und eine große Bestimmung hat, die größer ist, als sich irgendjemand hätte vorstellen können.

„Scooby! Voll verwedelt“ teilt ein Problem mit diversen modernen Animationsfilmen. Auf der einen Seite biedert er sich zu verkrampft der jungen Zielgruppe an. Auf der anderen Seite versuchen die Macher ebendiesen Schwachpunkt mit aufgesetzt wirkenden Popkulturanspielungen für die Älteren auszugleichen. Auf der Strecke bleiben dabei nicht bloß die Liebhaber der Vorlage, sondern alle Fans gelungener Familienfilmkost.


HARRIET – DER WEG IN DIE FREIHEIT | Regie: Kasi Lemmons | USA/CHN 2019

Maryland im Jahr 1849: Minty (Cynthia Erivo) ist als eine von unzähligen Sklaven auf der Baumwollplantage von Edward Brodess (Mike Marunde) beschäftigt. Als dieser eines Tages verstirbt, soll sie an eine andere Plantage verkauft und so von ihrer Familie getrennt werden. Ihr blüht ein noch schlimmeres Schicksal als ohnehin schon. Um dem zu entgehen lässt sie ihren Ehemann John Tubman (Zackary Momoh) zurück und tritt eine aufsehenerregende Flucht an. Tatsächlich gelingt ihr der Weg in die Freiheit. In Pennsylvania wendet sie sich William Still (Leslie Odom Jr.) von der Anti-Slavery-Community. Dieser unterstützt sie dabei, unter dem Namen Harriet Tubman ein neues Leben anzufangen. Doch die Frau hat höhere Pläne und beschließt, die Sklaven ihrer Plantage zu befreien. Eine lebensgefährliches Unterfangen…

Glaubt man den Schilderungen in „Harriet – Der Weg in die Freiheit“ war Harriet Tubman eine ehemalige Sklavin, die mithilfe gottgleicher Eingebungen das aufregende Abenteuer Sklavenbefreiung gemeistert hat. Dass es hier in Wirklichkeit um ein dramatisches Schicksal und die heldenhaften Taten einer mit eisernem Willen voranschreitenden Frau geht, kommt nie zur Geltung.


EINE GRÖSSERE WELT | Regie: Fabienne Berthaud | FR/BEL 2019

Eine größere Welt – das ist es, was Corine (Cécile de France) entdeckt, als sie auf einer Reise in die Mongolei während eines schamanischen Rituals in Trance fällt. Dabei war die Französin eigentlich nur in die abgelegene Steppenregion gekommen, um im Rahmen ihrer Arbeit ethnographische Tonaufnahmen zu sammeln. Doch alles kommt anders. Während des Rituals offenbart die Schamanin Oyun (Tserendarizav Dashnyam) Corine, dass sie eine seltene Gabe besitzt, die ausgebildet werden muss. Zurück in Frankreich lassen die Erlebnisse in der Mongolei Corine nicht mehr los. Trotz des Widerstandes ihrer Familie kehrt sie in die Steppe zurück und begibt sich auf eine spirituelle Reise auf alten und vergessenen Wegen. Eine Reise, die ihr Leben und ihre westeuropäische Sichtweise für immer verändern wird. Und sie fragt sich, ob sie in ihre eigene Welt überhaupt noch zurückkehren möchte…


DAS BESTE KOMMT NOCH | Regie: Matthieu Delaporte, Alexandre de La Patellière  | DE 2020

Arthur Dreyfus (Fabrice Luchini) und César Montesiho (Patrick Bruel), seit Schulzeiten eng befreundet und inzwischen in den besten Jahren, könnten unterschiedlicher kaum sein: Arthur steckt nach langjähriger Ehe vor allem emotional noch mitten in der Scheidung. Ganz anders César: der ewig jung gebliebener Frauenheld ist charismatisch, kolossal chaotisch und in den Augen von Arthur ist er nie richtig erwachsen geworden. Eines Tages erhält Arthur einen Anruf vom Krankenhaus. Sein Arzt hat etwas Wesentliches festgestellt. Arthur wird ins Krankenhaus bestellt und erfährt, dass „er“ – bzw. sein Freund César – unheilbar an bereits gestreutem Lungenkrebs erkrankt ist. Der Arzt gibt ihm noch maximal sechs Monate. César setzt ab sofort alles daran, die verbliebene Zeit seines Freundes bestmöglich zu nutzen und ihm auf seine letzten Tage noch ein bisschen „Laissez-faire“ beizubringen – nicht ahnend, dass er selbst bald sterben wird…


Heimkinotipp: THE GENTLEMEN | Regie: Guy Ritchie  | USA 2019

Smart, knallhart und mit genialem Gespür fürs Geschäft hat sich der Exil-Amerikaner Mickey Pearson über die Jahre ein millionenschweres Marihuana-Imperium in London aufgebaut und exportiert feinsten Stoff nach ganz Europa. Doch Mickey will aussteigen, endlich mehr Zeit mit seiner Frau Rosalind verbringen und auf legalem Weg das Leben in Londons höchsten Kreisen genießen. Ein Käufer für die landesweit verteilten – und dank des chronisch geldknappen Landadels gut versteckten – Hanf-Plantagen muss her. Auftritt: Matthew Berger. Der exzentrische Milliardär bietet eine hohe Summe, will jedoch Garantien sehen. Und das ausgerechnet in dem Moment, in dem sämtliche Groß- und Kleinkriminellen der Stadt Wind von Mickeys Plänen bekommen haben.

Straßenköter in Maßanzügen – „The Gentlemen“ ist Guy Ritchies Antwort auf „Kingsman“, ein Spagat zwischen „Snatch“ und „Codename U.N.C.L.E.“, vielleicht ein Abschied vom Genre, aber auf jeden Fall eine hoch unterhaltsame Crime-Comedy , die von ihrem Style, ihrem Humor, ihren Schauspielern und jeder Menge Widersprüchen lebt.

Jean Seberg – Against all Enemies

Im Alter von 40 Jahren nahm sich die Schauspielerin und politische Aktivistin Jean Seberg im Jahr 1979 das Leben. In seinem ergreifenden Thriller-Biopic JEAN SEBERG – AGAINST ALL ENEMIES widmet sich Regisseur Benedict Andrews nun jenem Teil ihres Lebens, der sie zunächst in eine schwere Depression und schließlich in den Selbstmord geführt hat. Wie der Film geworden ist, das verraten wir in unserer Kritik.

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Das startet am 16. Januar 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 16. Januar und in der startet mit „1917“ ein Film, der gerade erst bei den Golden Globe Awards so richtig abgesahnt hat und den man sich auf der Leinwand auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Das gilt auch für „Weathering with You“, den Nachfolge-Film des „Your Name“-Regisseurs, der hierzulande limitiert in die Kinos kommt. Und sogar der Fantasy-Filmfest-Geheimtipp „Why don’t you hust die!“ ist ab sofort in einigen ausgewählten Kinos Deutschlands zu sehen. Da habt ihr doch wieder jede Menge zu gucken! 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

1917 | Regie: Sam Mendes  | UK/USA 2019

Auf dem Höhepunkt des Ersten Weltkrieges sollen die beiden britischen Soldaten Schofield (George Mackay) und Blake (Dean-Charles Chapman) eine nahezu unmögliche Mission erfüllen: Sie sollen sich durch das zerbombte Niemandsland kämpfen, um von ihrer Front zu einer anderen britischen Bataillon zu gelangen. Hier sollen sie die Soldaten vor einem deutschen Hinterhalt warnen. In einem unbarmherzigen, schier ausweglosen Wettlauf gegen die Zeit müssen sie sich tief in Feindesgebiet wagen und eine Nachricht überbringen, die verhindern soll, dass Hunderte ihrer Kameraden in eine tödliche Falle geraten. Auch das Leben von Blakes Bruder hängt vom Gelingen dieser Mission ab. Die zermürbenden Kriegsjahre verdichtet er auf einen einzigen Tag, der über Leben und Tod von 1.600 Menschen entscheidet.

„1917“ ist ein brillant bebildertes, herausragend konzeptioniertes und mit zwei formidablen Hauptdarstellern bestücktes Kriegsepos, mit dem es Regisseur und Autor Sam Mendes gelingt, eine Intimität und Menschlichkeit in den Krieg zu transportieren, die das Grauen um die Figuren herum dadurch noch viel bedrückender erscheinen lässt. Ein Meisterstück!


WEATHERING WITH YOU | Regie: Makoto Shinkai | JPN 2019

Der Oberschüler Hodaka braucht einen Tapetenwechsel: Es zieht ihn von der Einöde in das völlig überwältigende Tokio. So sind seine Tage zunächst geprägt von Einsamkeit und er droht zu verelenden, bis es ihm schließlich gelingt, eine Anstellung als Redakteur zu finden. Als wäre sein schwieriger Start in der Großstadt ein Vorbote für das, was ihn noch erwarten wird, regnet es seit seiner Ankunft unaufhörlich. Doch eines Tages begegnet er einem Mädchen, das sein Leben nachhaltig auf den Kopf stellen wird: der willensstarken Hina, die aufgrund familiärer Umstände alleine mit ihrem kleinen Bruder Nagi zusammenlebt. Hina hat besondere Fähigkeiten, denn ihr wohnt eine mysteriöse Kraft inne, die es ihr erlaubt, allein durch ein Gebet den Himmel aufklaren und die Stadt im wunderschönen Sonnenlicht funkeln zu lassen. Doch bald offenbart sich, dass diese mysteriöse Gabe auch ihre Schattenseiten mit sich bringt…

Nach „Your Name“ inszeniert Makoto Shinkai den nächsten Film basierend auf seinem eigenen Roman. Der herausragend animierte „Weathering with You“ ist ein mit esoterischen Untertönen versehenes Märchen, das nicht nur die bisweilen symbolische Bedeutung des Wetters hervorragend in eine wundervolle Geschichte über Freundschaft einflicht, sondern auch viel über japanische Sitten und Gebräuche erzählt. 


LINDENBERG! MACH DEIN DING | Regie: Hermine Huntgeburth  | DE 2020

Der junge Udo Lindenberg (Jan Bülow) versucht, in der Hansestadt Hamburg als Musiker Fuß zu fassen. Dafür arbeitet er in einem Striplokal auf der Reeperbahn als Schlagzeuger und hofft, über kurz oder lang entdeckt zu werden. Er lernt Paula (Ruby O. Fee) kennen, nicht seine erste große Liebe, aber eine „feurige Bordsteinschwalbe“ und leidenschaftliche Freundin. Hier gesellt sich „Steffi“ Stephan (Max von der Groeben) dazu, sein Freund und Panik-Partner bis heute. Hier wächst die Idee seiner eigenen Band, ein Traum, den Udo schon seit seiner Kindheit in Gronau hat, als er James Stewart in der „Glenn Miller Story“ auf der großen Leinwand sieht. Doch sein Vater Gustav (Charly Hübner) hat ihm einst eingebleut: In der Familie Lindenberg werden die Männer Klempner. Doch Udo hat einen Traum. Und den will er erreichen…

In „Lindenberg! Mach dein Ding“ lässt Hermine Huntgeburth das Hamburg der Sechzigerjahre wiederauferstehen. Ihr gelingt ein detailgetreu inszeniertes Biopic über Udo Lindenberg, dem es für den ganz großen Wurf aber ausgerechnet an einer Sache fehlt: Musik. Die kommt für ein Musikerporträt nämlich erstaunlich kurz.


WHY DON’T YOU JUST DIE! | Regie: Kirill Sokolov | RUS 2019

Einmal kurz durchatmen, vielleicht noch ein rasches Stoßgebet, dann folgt der Sprung ins kalte Wasser. Beziehungsweise: Das Klingeln an der Tür. Der schmächtige Matvey besucht, heimlich mit einem Hammer bewaffnet, die spießig eingerichtete Hochhauswohnung von Andrey, seines Zeichens brutal aussehender Polizist und Vater von Matveys Freundin Olya. Eigentlich sollte es schnell gehen: Schädel zertrümmern, abhauen. Doch zunächst bittet Andrey den eingeschüchterten Matvey mit grober, aber entwaffnend-zielstrebiger Gastfreundlichkeit herein, dann kommt noch seine Gattin dazu und es wird Tee angeboten. Matvey lässt sich allerdings nicht einlullen, und so wird die piefige Vorstadtwohnung innerhalb kürzester Zeit zu einem Schlachtfeld, auf dem sich die Kontrahenten einen Kampf auf Leben und Tod liefern…

Der russische Fantasy-Filmfest-Überraschungshit „Why Don’t You Just Die“ des russischen Regisseurs Kirill Sokolov ist ein ausgeklügeltes, blutiges Filmvergnügen, das immer wieder mit neuen, bösen Einfällen überrascht. Wer die Gelegenheit hat, sollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen.


BAD BOYS FOR LIFE | Regie: Adil El Arbi, Bilall Fallah | USA 2020

Die beiden Bad Boys Mike Lowrey (Will Smith) und Marcus Burnett (Martin Lawrence) hatten eigentlich vor, sich auf ihre alten Tage endlich zur Ruhe zu setzen und die Verbrechen der Stadt Miami den jüngeren Kollegen zu überlassen. Als es Mike eines Tages allerdings ins Visier eines irren Scharfschützen treibt, werden die Karten neu gemischt. Nur knapp entgeht der Herzblut-Cop dem Tod – und für die beiden besten Kumpels wird die Sache persönlich. Noch ein letztes Mal wollen sie zusammen ermitteln, wer es auf Mike und eine ganze Reihe weiterer Opfer abgesehen hat, deren Wurzeln allesamt zu einem Fall zurückzuführen sind, der für Mike vor vielen Jahren ungeahnte Konsequenzen nach sich gezogen hat. Doch die Drahtzieher des Anschlags sind genauso gut bewaffnet wie Mike und Marcus und meinen ihre Sache todernst…

Wäre die Chemie zwischen Will Smith und Martin Lawrence nicht so gut, würde man „Bad Boys for Life“ kaum als Film der einst von Michael Bay auf den Weg gebrachten Actionreihe wahrnehmen Die meiste Zeit über ist dieser dritte Teil nämlich einfach nur ein solide inszenierter Actionfilm mit überraschend wenig Action, einer wirr konstruierten Handlung und dem Versuch, ein Gefühl heraufzubeschwören, das sich aber eben nicht einfach so heraufbeschwören lässt.


CRESCENDO #MAKEMUSICNOTWAR | Regie: Dror Zahavi | DE 2019

Eduard Sporck ist ein weltberühmter Dirigent, der an einer Frankfurter Musikhochschule unterrichtet. Nun soll er ein Konzert vorbereiten, welches Jugendliche sowohl aus Palästina als auch aus Israel bestreiten. Das Konzert soll aktuelle Friedensverhandlungen zwischen beiden Ländern begleiten und ein Zeichen gegen den Hass setzen, der schon so lange vorherrscht. Eduard Sporck zweifelt. Nicht nur, weil er weiß, dass es nicht einfach wird, beide Seiten zusammenzubringen. Sondern auch, weil er eine schwierige, eigene Geschichte in sich trägt: Als Sohn von zwei NS-Ärzten wurde sein ganzes Leben von den grausamen Taten seiner Eltern geprägt. Doch Klara de Fries schafft es, ihn zu überzeugen, die verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen und sich auf die Reise nach Israel zu begeben.

Regisseur Dror Zahavi wählt für sein zwischen zwei verfeindeten Ländern vermittelndes Drama „Crescendo“ einen noblen Ansatz: Die Musik ist das Bindeglied. Doch die hölzerne Inszenierung wird der Thematik nicht gerecht, denn die Bilder besitzen keine Leinwandausmaße und das Spiel aller Beteiligter wirkt seltsam unrund und die Dialoge abgelesen.


Heimkinotipp: STUBER – 5 STERNE UNDERCOVER | Regie: Michael Dowse  | USA 2019

Stu ist ein sanftmütiger Millennial, der in einem Sportgeschäft arbeitet und nachts als Uber-Fahrer jobbt, um genug Geld zu verdienen, um sein eigenes Fitness-Studio zu eröffnen und so die Frau seiner Träume zu erobern – ein Plan, der ähnlich erfolgsversprechend scheint, wie er klingt. Außerdem würde er alles geben, um seine Fünf-Sterne-Bewertung als Fahrer zu behalten. Vic dagegen ist ein Detektiv der alten Schule und ein Alphatier. Er ist von seiner Frau geschieden, mit seinem Job verheiratet und vernachlässigt seine elterlichen Pflichten gegenüber seiner erwachsenen Tochter. Eines Tages bekommt er einen Tipp, wo sich der Drogendealer aufhält, der seinen Partner ermordet hat, just als er nach einer Laser-Operation die Augenarzt-Praxis verlässt.  Da er nur verschwommen sieht, bestellt er einen Uber-Fahrer. Ausgerechnet Stu ist gerade frei…

Als durchaus blutige und mit derbem Humor nicht geizende Comedy über zwei ungleiche Ermittler wider Willen wirkt „Stuber – 5 Sterne Undercover“ wie aus der Zeit gefallen. Vieles davon hat man schon gesehen, teilweise sogar besser. Aber die beiden Hauptfiguren und eine hohe Gag-Trefferquote helfen nicht bloß über die altbekannte Prämisse hinweg, sondern auch über die zum Teil ziemlich anstrengende Kameraführung.

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