Schlagwort-Archiv: Biopic

Das startet am 16. Januar 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 16. Januar und in der startet mit „1917“ ein Film, der gerade erst bei den Golden Globe Awards so richtig abgesahnt hat und den man sich auf der Leinwand auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Das gilt auch für „Weathering with You“, den Nachfolge-Film des „Your Name“-Regisseurs, der hierzulande limitiert in die Kinos kommt. Und sogar der Fantasy-Filmfest-Geheimtipp „Why don’t you hust die!“ ist ab sofort in einigen ausgewählten Kinos Deutschlands zu sehen. Da habt ihr doch wieder jede Menge zu gucken! 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

1917 | Regie: Sam Mendes  | UK/USA 2019

Auf dem Höhepunkt des Ersten Weltkrieges sollen die beiden britischen Soldaten Schofield (George Mackay) und Blake (Dean-Charles Chapman) eine nahezu unmögliche Mission erfüllen: Sie sollen sich durch das zerbombte Niemandsland kämpfen, um von ihrer Front zu einer anderen britischen Bataillon zu gelangen. Hier sollen sie die Soldaten vor einem deutschen Hinterhalt warnen. In einem unbarmherzigen, schier ausweglosen Wettlauf gegen die Zeit müssen sie sich tief in Feindesgebiet wagen und eine Nachricht überbringen, die verhindern soll, dass Hunderte ihrer Kameraden in eine tödliche Falle geraten. Auch das Leben von Blakes Bruder hängt vom Gelingen dieser Mission ab. Die zermürbenden Kriegsjahre verdichtet er auf einen einzigen Tag, der über Leben und Tod von 1.600 Menschen entscheidet.

„1917“ ist ein brillant bebildertes, herausragend konzeptioniertes und mit zwei formidablen Hauptdarstellern bestücktes Kriegsepos, mit dem es Regisseur und Autor Sam Mendes gelingt, eine Intimität und Menschlichkeit in den Krieg zu transportieren, die das Grauen um die Figuren herum dadurch noch viel bedrückender erscheinen lässt. Ein Meisterstück!


WEATHERING WITH YOU | Regie: Makoto Shinkai | JPN 2019

Der Oberschüler Hodaka braucht einen Tapetenwechsel: Es zieht ihn von der Einöde in das völlig überwältigende Tokio. So sind seine Tage zunächst geprägt von Einsamkeit und er droht zu verelenden, bis es ihm schließlich gelingt, eine Anstellung als Redakteur zu finden. Als wäre sein schwieriger Start in der Großstadt ein Vorbote für das, was ihn noch erwarten wird, regnet es seit seiner Ankunft unaufhörlich. Doch eines Tages begegnet er einem Mädchen, das sein Leben nachhaltig auf den Kopf stellen wird: der willensstarken Hina, die aufgrund familiärer Umstände alleine mit ihrem kleinen Bruder Nagi zusammenlebt. Hina hat besondere Fähigkeiten, denn ihr wohnt eine mysteriöse Kraft inne, die es ihr erlaubt, allein durch ein Gebet den Himmel aufklaren und die Stadt im wunderschönen Sonnenlicht funkeln zu lassen. Doch bald offenbart sich, dass diese mysteriöse Gabe auch ihre Schattenseiten mit sich bringt…

Nach „Your Name“ inszeniert Makoto Shinkai den nächsten Film basierend auf seinem eigenen Roman. Der herausragend animierte „Weathering with You“ ist ein mit esoterischen Untertönen versehenes Märchen, das nicht nur die bisweilen symbolische Bedeutung des Wetters hervorragend in eine wundervolle Geschichte über Freundschaft einflicht, sondern auch viel über japanische Sitten und Gebräuche erzählt. 


LINDENBERG! MACH DEIN DING | Regie: Hermine Huntgeburth  | DE 2020

Der junge Udo Lindenberg (Jan Bülow) versucht, in der Hansestadt Hamburg als Musiker Fuß zu fassen. Dafür arbeitet er in einem Striplokal auf der Reeperbahn als Schlagzeuger und hofft, über kurz oder lang entdeckt zu werden. Er lernt Paula (Ruby O. Fee) kennen, nicht seine erste große Liebe, aber eine „feurige Bordsteinschwalbe“ und leidenschaftliche Freundin. Hier gesellt sich „Steffi“ Stephan (Max von der Groeben) dazu, sein Freund und Panik-Partner bis heute. Hier wächst die Idee seiner eigenen Band, ein Traum, den Udo schon seit seiner Kindheit in Gronau hat, als er James Stewart in der „Glenn Miller Story“ auf der großen Leinwand sieht. Doch sein Vater Gustav (Charly Hübner) hat ihm einst eingebleut: In der Familie Lindenberg werden die Männer Klempner. Doch Udo hat einen Traum. Und den will er erreichen…

In „Lindenberg! Mach dein Ding“ lässt Hermine Huntgeburth das Hamburg der Sechzigerjahre wiederauferstehen. Ihr gelingt ein detailgetreu inszeniertes Biopic über Udo Lindenberg, dem es für den ganz großen Wurf aber ausgerechnet an einer Sache fehlt: Musik. Die kommt für ein Musikerporträt nämlich erstaunlich kurz.


WHY DON’T YOU JUST DIE! | Regie: Kirill Sokolov | RUS 2019

Einmal kurz durchatmen, vielleicht noch ein rasches Stoßgebet, dann folgt der Sprung ins kalte Wasser. Beziehungsweise: Das Klingeln an der Tür. Der schmächtige Matvey besucht, heimlich mit einem Hammer bewaffnet, die spießig eingerichtete Hochhauswohnung von Andrey, seines Zeichens brutal aussehender Polizist und Vater von Matveys Freundin Olya. Eigentlich sollte es schnell gehen: Schädel zertrümmern, abhauen. Doch zunächst bittet Andrey den eingeschüchterten Matvey mit grober, aber entwaffnend-zielstrebiger Gastfreundlichkeit herein, dann kommt noch seine Gattin dazu und es wird Tee angeboten. Matvey lässt sich allerdings nicht einlullen, und so wird die piefige Vorstadtwohnung innerhalb kürzester Zeit zu einem Schlachtfeld, auf dem sich die Kontrahenten einen Kampf auf Leben und Tod liefern…

Der russische Fantasy-Filmfest-Überraschungshit „Why Don’t You Just Die“ des russischen Regisseurs Kirill Sokolov ist ein ausgeklügeltes, blutiges Filmvergnügen, das immer wieder mit neuen, bösen Einfällen überrascht. Wer die Gelegenheit hat, sollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen.


BAD BOYS FOR LIFE | Regie: Adil El Arbi, Bilall Fallah | USA 2020

Die beiden Bad Boys Mike Lowrey (Will Smith) und Marcus Burnett (Martin Lawrence) hatten eigentlich vor, sich auf ihre alten Tage endlich zur Ruhe zu setzen und die Verbrechen der Stadt Miami den jüngeren Kollegen zu überlassen. Als es Mike eines Tages allerdings ins Visier eines irren Scharfschützen treibt, werden die Karten neu gemischt. Nur knapp entgeht der Herzblut-Cop dem Tod – und für die beiden besten Kumpels wird die Sache persönlich. Noch ein letztes Mal wollen sie zusammen ermitteln, wer es auf Mike und eine ganze Reihe weiterer Opfer abgesehen hat, deren Wurzeln allesamt zu einem Fall zurückzuführen sind, der für Mike vor vielen Jahren ungeahnte Konsequenzen nach sich gezogen hat. Doch die Drahtzieher des Anschlags sind genauso gut bewaffnet wie Mike und Marcus und meinen ihre Sache todernst…

Wäre die Chemie zwischen Will Smith und Martin Lawrence nicht so gut, würde man „Bad Boys for Life“ kaum als Film der einst von Michael Bay auf den Weg gebrachten Actionreihe wahrnehmen Die meiste Zeit über ist dieser dritte Teil nämlich einfach nur ein solide inszenierter Actionfilm mit überraschend wenig Action, einer wirr konstruierten Handlung und dem Versuch, ein Gefühl heraufzubeschwören, das sich aber eben nicht einfach so heraufbeschwören lässt.


CRESCENDO #MAKEMUSICNOTWAR | Regie: Dror Zahavi | DE 2019

Eduard Sporck ist ein weltberühmter Dirigent, der an einer Frankfurter Musikhochschule unterrichtet. Nun soll er ein Konzert vorbereiten, welches Jugendliche sowohl aus Palästina als auch aus Israel bestreiten. Das Konzert soll aktuelle Friedensverhandlungen zwischen beiden Ländern begleiten und ein Zeichen gegen den Hass setzen, der schon so lange vorherrscht. Eduard Sporck zweifelt. Nicht nur, weil er weiß, dass es nicht einfach wird, beide Seiten zusammenzubringen. Sondern auch, weil er eine schwierige, eigene Geschichte in sich trägt: Als Sohn von zwei NS-Ärzten wurde sein ganzes Leben von den grausamen Taten seiner Eltern geprägt. Doch Klara de Fries schafft es, ihn zu überzeugen, die verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen und sich auf die Reise nach Israel zu begeben.

Regisseur Dror Zahavi wählt für sein zwischen zwei verfeindeten Ländern vermittelndes Drama „Crescendo“ einen noblen Ansatz: Die Musik ist das Bindeglied. Doch die hölzerne Inszenierung wird der Thematik nicht gerecht, denn die Bilder besitzen keine Leinwandausmaße und das Spiel aller Beteiligter wirkt seltsam unrund und die Dialoge abgelesen.


Heimkinotipp: STUBER – 5 STERNE UNDERCOVER | Regie: Michael Dowse  | USA 2019

Stu ist ein sanftmütiger Millennial, der in einem Sportgeschäft arbeitet und nachts als Uber-Fahrer jobbt, um genug Geld zu verdienen, um sein eigenes Fitness-Studio zu eröffnen und so die Frau seiner Träume zu erobern – ein Plan, der ähnlich erfolgsversprechend scheint, wie er klingt. Außerdem würde er alles geben, um seine Fünf-Sterne-Bewertung als Fahrer zu behalten. Vic dagegen ist ein Detektiv der alten Schule und ein Alphatier. Er ist von seiner Frau geschieden, mit seinem Job verheiratet und vernachlässigt seine elterlichen Pflichten gegenüber seiner erwachsenen Tochter. Eines Tages bekommt er einen Tipp, wo sich der Drogendealer aufhält, der seinen Partner ermordet hat, just als er nach einer Laser-Operation die Augenarzt-Praxis verlässt.  Da er nur verschwommen sieht, bestellt er einen Uber-Fahrer. Ausgerechnet Stu ist gerade frei…

Als durchaus blutige und mit derbem Humor nicht geizende Comedy über zwei ungleiche Ermittler wider Willen wirkt „Stuber – 5 Sterne Undercover“ wie aus der Zeit gefallen. Vieles davon hat man schon gesehen, teilweise sogar besser. Aber die beiden Hauptfiguren und eine hohe Gag-Trefferquote helfen nicht bloß über die altbekannte Prämisse hinweg, sondern auch über die zum Teil ziemlich anstrengende Kameraführung.

Das startet am 2. Januar 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 2. Januar 2020 – dem ersten Kinostarttag im neuen Jahr. Wir starten in zwölf Monate voller spannender Leinwandprojekte mit einem ersten Highlight: Rian Johnson legt mit der Krimifarce „Knives Out“ einen äußerst unterhaltsamen Genrebeitrag vor, der es bereits auf einige Golden-Globe-Nominierungen bringt. Genauso wie Renée Zellweger als Judy Garland im gleichnamigen Biopic – auch wenn wir das nur bedingt verstehen können. Und dann wäre da ja auch noch Elizabeth Banks‘ Neuinterpretation von „3 Engel für Charlie“, die in den USA grausam gefloppt ist. Mehr zu den Filmen erfahrt ihr in den folgenden Tagen an dieser Stelle. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

KNIVES OUT | Regie: Rian Johnson | USA 2019

Harlan Thrombey (Christopher Plummer) ist tot! Und nicht nur das – der renommierte Krimiautor und Familienpatriarch wurde auf der Feier zu seinem 85. Geburtstag umgebracht. Doch natürlich wollen weder die versammelte exzentrische Verwandtschaft noch das treu ergebene Hauspersonal etwas gesehen haben. Ein Fall für Benoit Blanc (Daniel Craig)! Der lässig-elegante Kommissar beginnt seine unkonventionellen Ermittlungen, indem er jeden einzelnen Gast befragt. Und während sich sämtliche anwesenden Gäste alles andere als kooperativ zeigen, spitzt sich die Lage zu und das Misstrauen untereinander wächst. Ein komplexes Netz aus Lügen, falschen Fährten und Ablenkungsmanövern muss durchkämmt werden, um die Wahrheit hinter Thrombeys vorzeitigem Tod zu enthüllen. Doch dieses Geflecht ist derart undurchdringbar, dass Blanc immer wieder aufs Neue mit ungeahnten Entwicklungen konfrontiert wird…

Wie eine Agatha-Christie-Verfilmung auf Speed – „Knives Out“ ist eine phänomenal besetzte Krimifarce, die das Genre zu gleichen Teilen bedient und ad absurdum führt. Das macht Spaß, lädt zum Mitraten ein und wird von Rian Johnson obendrein in hochelegante Bilder gekleidet, in der nicht nur der fantastische Cast bestens zur Geltung kommt, sondern auch die vielen Twists und Wendungen in einem perfekten Licht erstrahlen.


3 ENGEL FÜR CHARLIE | Regie: Elizabeth Banks | USA 2019

Schon seit jeher sind Charlies Engel mit ihren Fähigkeiten in Sachen Sicherheit und Ermittlungsarbeit im Einsatz. Mit der Expansion der Townsend Agency sind die smartesten, furchtlosesten und bestens ausgebildeten Frauen nun auf internationaler Ebene unterwegs. Mehrere Engel-Teams, die von verschiedenen Vermittlern geleitet werden, übernehmen weltweit die härtesten Jobs. Als die Erfinderin Elena (Naomi Scott) Sorge hat, dass die neuste Entwicklung ihres Arbeitgebers als Massenvernichtungswaffe missbraucht werden können, nehmen sich die unangepasste Sabina (Kristen Stewart) und die Ex-MI-6-Agentin Jane (Ella Balinska) der Sache an. Die mächtige Bosley (Elizabeth Banks) hat dabei immer ein Auge auf ihre kampferprobten Frauen. Doch die Mission ist komplexer als erwartet und die Engel stehen vor ihrem bislang härtesten Einsatz…

Die Action lässt etwas zu wünschen übrig, aber der Spaß überzeugt und die Figuren machen Lust auf mehr – „3 Engel für Charlie“ hat besseres verdient als die eiskalte Schulter, die das US-Publikum dem Film gezeigt hat.


THOMAS & SEINE FREUNDE – GROSSE WELT! GROSSE ABENTEUER! | Regie: David Stoten | UK 2018

Thomas ist ganz vernarrt in den schnellen gelben Flitzer Ace, der der freundlichen Lokomotive regelmäßig von seinen halsbrecherischen Abenteuern auf der Autorennbahn erzählt. Das nächste Rennen steht bereits kurz bevor: Über fünf verschiedene Kontinente erstreckt sich die Veranstaltung, an der auch Thomas selbst gern teilnehmen würde um als erste Lokomotive überhaupt die ganze Welt zu bereisen. Obwohl ihm Ace zu verstehen gibt, dass es an den entlegenen Orten des Rennens keine Schienen gibt, beschließt Thomas, sein Glück selbst in die Hand – oder besser: die Räder – zu nehmen. Seine Reise führt ihn durch entlegene Wüsten, den gefährlichen Dschungel, asiatische Regenbogenberge und vereiste Wipfel. Und weil jeder irgendwann in seinem Leben einmal Hilfe braucht, knüpft er auch recht schnell neue Kontakte…

Die Kinderserienverfilmung „Thomas & seine Freunde – Große Welt! Großes Abenteuer!“ ist ein optimal auf die Bedürfnisse von Kleinstkindern zugeschnittenes Filmabenteuer, das mit seinen beliebten Figuren, Kurzweil und einer abwechslungsreichen Kulisse besticht.


JUDY | Regie: Rupert Goold | UK 2019

Fünf ausverkaufte Konzertwochen in Swinging London! Die britische Hauptstadt fiebert im Winter 1968 den Auftritten von Showlegende Judy Garland im prominenten West-End-Theater „The Talk of the Town“ entgegen. Die Premiere des Filmklassikers „Der Zauberer von Oz“, durch den sie weltberühmt wurde, ist bereits 30 Jahre her und ihre Stimme mag ein wenig an Strahlkraft verloren haben – aber auf ihre Gabe für dramatische Inszenierungen kann sie noch immer zählen. Und auch ihr feiner Sinn für Humor und ihre Herzenswärme zeichnen sie aus wie keine andere, bei den Vorbereitungen der Show, bei Begegnungen mit Freunden und treu ergebenen Fans ebenso wie in den Auseinandersetzungen mit dem Management. Selbst ihr Traum von der einen großen Liebe scheint nach vier Ehen noch immer ungebrochen und so stürzt sie sich in eine wilde Romanze mit Mickey Deans, ihrem zukünftigen fünften Gatten…

Abgesehen davon, dass Renée Zellweger Judy Garland wie eine Parodie anlegt, kommt der einstige Megastar in seinem Biopic alles andere als gut weg. Rupert Goolds Film ist oberflächlich und besinnt sich auf Lebensstationen der Sängerin, die kaum bis gar nicht erkennen lassen, weshalb sie rund um den Erdball so viele Fans hatte.


Heimkinotipp: LITTLE MONSTERS | Regie: Abe Forsythe  | AUS/UK/USA 2018

Der erfolglose Straßenmusiker Dave (Alexander England) meldet sich nach der unschönen Trennung von seiner Freundin freiwillig, um den Kindergarten-Ausflug seines kleinen Neffen in einen beliebten Freizeitpark zu begleiten. Er erhofft sich dadurch, der charismatischen und engagierten Erzieherin Miss Caroline (Lupita Nyong’o) näher zu kommen. Ausgerechnet mit dem äußerst populären, aber nicht wirklich menschenfreundlichen Kinder-Entertainer Teddy McGiggle (Josh Gad) muss er jedoch um die Gunst von Miss Caroline buhlen. Der Ausflug nimmt eine unerwartete Wendung für alle Beteiligten, als der Freizeitpark von Zombies überrannt wird. Nun zählt für Dave und Miss Caroline nur noch eines: Sie müssen die Kinder unter allen Umständen vor den Untoten retten und ihre Schützlinge in Sicherheit bringen.

Die Kombination aus Zombie-Horror und Komödie haben wir zwar schon mehrfach gesehen, doch dank eines engagierten Casts und einem guten Gespür für die Verschmelzung von Witz und Ernst gelingt Regisseur Abe Forsythe ein charmant-unterhaltsamer Beitrag in einem eigentlich längst ausgelutschten Genre, dessen blutrünstige Fleischfresser ganz schön fies aussehen.

Das startet am 19. September 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 19. September, der neben dem höchst sehenswerten deutschen Oscar-Beitrag „Systemsprenger“ vor allem für Fans bestehender Kunst Einiges zu bieten hat. Wer „Rambo“ liebt, geht in den fünften Teil, Freunde der Serie „Downton Abbey“ bekommen ihren langersehnten Kinofilm spendiert und wer den dem Thriller „The Kitchen“ zugrunde liegenden Comic kennt, hat vielleicht daran seinen Spaß – trotz derart mieser Kritiken, dass der Film in Deutschland nicht mal der Presse gezeigt wurde. Mit „Ad Astra“ ist außerdem ein potenzieller Oscar-Anwärter am Start, von dem wir allerdings recht enttäuscht waren. Aber lest selbst…

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

SYSTEMSPRENGER | Regie: Nora Fingscheidt | DE 2019

Laut, wild, unberechenbar: Benni! Die Neunjährige treibt ihre Mitmenschen zur Verzweiflung. Dabei will sie nur eines: wieder zurück nach Hause! Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Die wilde Neunjährige ist das, was man im Jugendamt einen „Systemsprenger“ nennt. Dabei will Benni (Helena Zengel) eigentlich nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei Mama wohnen! Doch Bianca (Lisa Hagmeister) hat Angst vor ihrer unberechenbaren Tochter. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint und keine Lösung mehr in Sicht ist, versucht der Anti-Gewalttrainer Micha (Albrecht Schuch), sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien, indem er mit ihr in eine einsame Waldhütte fährt. Doch damit fangen die Probleme – zumindest für ihn – erst so richtig an…

Am Ende von „Systemsprenger“ ist man erst einmal ganz schön geschafft, denn das, was die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten zehnjährige Newcomerin Helena Zengel hier für einen Perforceritt abliefert, ist für den Zuschauer regelrecht am eigenen Leib zu spüren. Dass bei so einer bärenstarken Performance der eigentliche Kern der Geschichte nicht ins Hintertreffen gerät, ist der hervorragenden Schreib- und Inszenierungsleistung von Nora Fingscheidt zu verdanken, die mit ihrem Film gute Chancen auf den Oscar haben dürfte.


ANGRY BIRDS 2 – DER FILM | Regie: Thurop Van Orman  | FIN/USA 2019

Eigentlich könnten die Vögel und Schweine zufrieden nebeneinander herleben. Doch der Friede bleibt nicht lang gewahrt. Als eine neue Bedrohung auftaucht, die sowohl die Insel der Vögel als auch die Insel der Schweine in Gefahr bringt, rekrutieren die gefiederten Freunde Red (Christoph Maria Herbst), Chuck (Axel Stein), Bombe (Axel Prahl) und Mächtiger Adler (Smudo) Chucks smarte Schwester Silver (Anke Engelke) und tun sich mit den Schweinen Leonard (Ralf Schmitz), seiner Assistentin Courtney und dem Technik-Nerd Garry zusammen. Gemeinsam schmieden sie einen wackeligen Waffenstillstand und bilden ein ungewöhnliches Superteam, um ihre Heimat vor der – im wahrsten Sinne des Wortes – eiskalten Zeta (Christiane Paul) zu retten, die es auf das Zuhause von Vogel und Schwein abgesehen hat…

„Angry Birds 2 – Der Film“ ist um Längen besser als der stinklangweilige erste Teil und gefällt vor allem in seinen radikal anarchischen Momenten. Herausragend komische Slapstick-Szenen gleichen die Fehlschläge im Wortwitz aus. Und die recht einfältige Handlung wird von den starken Sprecherleistungen aufgefangen.


SUBMISSION | Regie: Richard Levine | USA 2017

Ted Swenson (Stanley Tucci) ist ein angesehener Literaturprofessor und Romanautor. Aktuell befindet er sich mitten in den Arbeiten für sein nächstes Buch und kämpft mit der ein oder anderen Schreibblockade, als seine attraktive Schülerin Angela (Addison Timlin) ihn an ihren Ergüssen teilhaben lässt. Regelmäßig legt sie ihm die neuesten Kapitel ihres Buches „Eggs“ vor, in dem sie die Liebesbeziehung einer jungen Frau zu einem älteren Mann schildert, die erstaunliche Ähnlichkeiten zu den Umständen in der Universität aufweist. Sei es nun, weil sich Ted in Angelas Arbeit wiedererkennt oder weil er so vom Schreibstil der Frau angetan ist: Nach und nach wird die Beziehung zwischen den beiden enger, bis sie sogar gemeinsam im Bett landen. Doch Angela scheint vor allem an Teds Kontakten als Schriftsteller interessiert zu sein…

Richard Levine erzählt die Geschichte von der skandalösen Liebschaft zwar nicht auf völlig neue Weise, setzt mit Verweisen in die Literatur aber punktuelle Akzente, die genauso gut gefallen wie die starken Performances der beiden Hauptdarsteller.


THE KITCHEN: QUEENS OF CRIME | Regie: Andrea Berloff | USA 2019

New York City in den späten Siebzigerjahren. Die 20 Häuserblocks zwischen 8th Avenue und dem Hudson, genannt Hell’s Kitchen –, eine Ansammlung von Pfandhäusern, Pornopalästen und Spelunken im Besitz der irischen Mafia – waren noch nie der einfachste oder sicherste Ort zum Leben. Dann nehmen die Dinge für die Mafioso-Ehefrauen Kathy (Melissa McCarthy), Ruby (Tiffany Haddish) und Claire (Elisabeth Moss) eine radikale und dramatische Wendung. Nachdem das FBI ihre Ehemänner inhaftiert hat, nehmen die Frauen die Sache selbst in die Hand: Ab sofort führen sie die kriminellen Geschäfte und schalten die Konkurrenz aus … im wahrsten Sinne des Wortes. Jetzt gehört ihnen das Viertel und die Bewohner von New York City leben fortan in Angst vor einem Trio, das schon genau wie seine Gatten keine Gefangenen macht. Doch die Ereignisse spitzen sich zu und die drei Frauen müssen beweisen, wie tough sie sind…

Andrea Berloffs DC-Comicverfilmung „The Kitchen“ ist trotz eines Retro-Hitsoundtracks und der hochengagierten Hauptdarstellerinnen letztlich nur unbedeutender Fluff, der aus seinem Gangsterdrama nichts schöpft, das von Belang wäre. Verdammt schade drum.


AD ASTRA – ZU DEN STERNEN | Regie: James Gray | USA 2019

Der schweigsame Astronaut Roy McBride (Brad Pitt) ist ein Einzelgänger und hat sich seit dem Weggang seines ebenfalls als Raumfahrer tätigen Vaters Clifford (Tommy Lee Jones) von seiner Umwelt abgekapselt. Selbst seine ihn liebende Ehefrau Eve (Liv Tyler) kommt nicht mehr an ihn heran. Doch vielleicht kann eine neue Mission den verbitterten Außenseiter wieder zu neuem Lebensmut verhelfen. Im Auftrag der Raumfahrtbehörde reist er an den äußersten Rand des Sonnensystems, um dort seinen vermissten Vater zu finden und mysteriöse Vorgänge aufzudecken, die das Überleben auf der Erde bedrohen. Auf seiner Reise enthüllt er Geheimnisse, die die menschliche Existenz und unseren Platz im Universum in Frage stellen. Und das Verhältnis zu seinem Vater in einem ganz neuen Licht dastehen lassen…

„Ad Astra – Zu den Sternen“ fühlt sich an wie „Gravity“ auf Valium, nur dass hier noch weitaus mehr ausformuliert und symbolisch unterfüttert wird als in Alfonso Cuaróns Weltraummeisterwerk. Die eigentlich anvisierten großen Themen können sich darunter kaum entfalten. Es ist, als würde man ein Gemälde betrachten, auf dessen Oberfläche die Interpretation des Werks bereits mit dickem Filzstift geschrieben steht.


RAMBO: LAST BLOOD | Regie: Adrian Grunberg | USA 2019

John Rambo (Sylvester Stallone) hat viele große Schlachten in seinem Leben geschlagen – nun soll endlich Schluss sein. Zurückgezogen lebt der Kriegsveteran inzwischen auf einer abgelegenen Farm in Arizona und verbringt den lieben langen Tag mit Reiten und Reparaturen an seinem Haus. Er ist glücklich. Doch der einstige Elitekämpfer kommt einfach nicht zur Ruhe. Als die von ihm liebgewonnene Enkelin seiner Haushälterin Maria (Adriana Barraza) verschleppt wird, begibt sich Rambo auf eine Rettungsmission jenseits der amerikanischen Grenze nach Mexiko. Hier sind die Gesetze der Unterwelt besonders hart und John muss sich auf seine alte Stärken besinnen, um das Opfer wieder nach Hause zu holen. Schon bald sieht er sich dort einem der mächtigsten und skrupellosesten Drogenkartelle gegenüber. Die vielen Jahre im Kampf mögen Rambo gezeichnet haben, aber sie haben ihn nicht weniger gefährlich gemacht.

Stumpf dahingeklatschte Klischees über Mexikaner bilden die erzählerische Grundlage für eine achtzigminütige, mit jeder Menge Frauenfeindlichkeit gewürzte und noch dazu gähnend langweilige Exposition, eh sich John Rambo in den letzten zehn Minuten auf äußerst nihilistische Weise an den Schurken rächen darf. Fraglich, wer das noch mitbekommt…


DOWNTON ABBEY | Regie: Michael Engler | UK 2019

Aufregung auf Downton Abbey: Der König und die Königin erweisen dem Hause Grantham die Ehre. Es müssen ein royaler Lunch, eine Parade und ein Dinner organisiert werden. Aber wir befinden uns im Jahr 1927 und der Earl of Grantham sinnt, ob sie nach all den Veränderungen der letzten Jahre überhaupt noch einem königlichen Besuch gewachsen sind. Als wäre diese Aufgabe nicht schon schwer genug zu bewältigen, muss sich das Personal mit dem furchteinflößenden royalen Haushalt herumärgern, und schon bald keimt eine kleine Revolte im unteren Teil des Hauses auf. Währenddessen quält Lady Mary die Frage, ob der Erhalt von Downton überhaupt noch zeitgemäß ist. Soll das Familienanwesen vielleicht doch einer bürgerlichen Institution weichen? Auch die Dowager Countess of Grantham sieht dem königlichen Besuch mit gemischten Gefühlen entgegen, gehört ihre Cousine Lady Bagshaw doch zum royalen Gefolge.


Heimkinotipp: STAN & OLLI | Regie: John S. Baird | UK/USA/CAN 2018

Die beiden Schauspieler Stan Laurel (Steve Coogan) und Oliver Hardy (John C. Reilly), das beliebteste Komiker-Duo der Welt, befindet sich 1953 auf einer Tour durch Großbritannien. Ihre besten Jahre als die „Könige der Hollywoodkomödie“ hinter sich, sehen sie sich mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert. Zu Beginn ihrer Tour kreuz und quer durchs Land, sind die Zuschauerräume enttäuschend leer. Doch durch ihr Talent, sich immer wieder gegenseitig zum Lachen zu bringen, beginnt der Funke auf ihr Publikum überzuspringen. Es gelingt ihnen durch den Charme und die Brillanz ihrer Aufführungen, alte Fans zurückzugewinnen und neue zu begeistern: Die Tour wird zum einem Riesenerfolg! Doch die Gespenster ihrer Vergangenheit holen sie ein und stellen Stan und Ollies Freundschaft auf eine Bewährungsprobe…

Regisseur Jon S. Baird befasst sich in seinem überragend besetzten und fantastisch ausgestatteten Biopic „Stan & Ollie“ über die Komiker Stan Laurel und Oliver Hardy mit der Zeit nach der großen Karriere des gleichnamigen Komikerduos und kommt den widersprüchlichen Figuren dabei ganz nah.

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