Schlagwort-Archiv: Familienfilm

Das startet am 26. Dezember 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 25. Dezember – Weihnachten! Und zu diesem Anlass dominieren Familienfilme das deutsche Kinoprogramm. „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ könnte aufgrund der berühmten Vorlage und der gefälligen Inszenierung hier als klarer Sieger hervorgehen. Doch auch der Animationsfilmsektor bringt eine starke Kandidaten hervor. Gar nicht gelungen ist übrigens „Cats“. Aber das hat sich ja sicher bereits rumgesprochen… 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ALS HITLER DAS ROSA KANINCHEN STAHL | Regie: Caroline Link  | DE 2019

Berlin im Jahr 1933, kurz bevor sich Adolf Hitler an die Macht wählen lässt: Anna Kemper (Riva Krymalowski) ist erst neun Jahre alt, als sich ihr Leben dadurch von Grund auf ändert: Um den Nazis zu entkommen, muss ihr Vater Arthur (Oliver Masucci), ein angesehener Theaterkritiker und bekennender regierungskritischer Journalist, nach Zürich fliehen; seine Familie – Frau Dorothea (Carla Juri) und seine beiden Kinder Anna und Max (Marinus Hohmann) – folgt ihm kurze Zeit später. Anna lässt alles zurück, auch ihr geliebtes rosa Stoffkaninchen, und muss sich in der Fremde einem neuen Leben voller Herausforderungen und Entbehrungen stellen. Denn auch wenn ihre Eltern versuchen, die Wahrheit so weit wie möglich vor ihren Kindern geheimzuhalten, ahnt Anna, dass diese Reise kein normale Reise ist und zudem nicht so schnell vorbei sein wird…

Die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf jüdische Verfolgte im Gewand eines Familien-Wohlfühlfilms – was zynisch und verklärend klingt, wird in den Händen von Regisseurin Caroline Link zu einem aufrichtigen Film über familiären Zusammenhalt und verdeutlicht die Wichtigkeit eingenommener Erzählperspektiven. Zudem besticht „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ mit einem tollen Cast und einem hohen Produktionsaufwand.


LATTE IGEL UND DER MAGISCHE WASSERSTEIN | Regie: Nina Wels, Regina Welker  | DE/BEL 2019

Latte ist eine aufgeweckte, selbstbewusste Igeldame. Leider hat sie in ihrem Wald nicht viele Freunde. Das ändert sich auch nicht, als sie beim Raufen mit dem Eichhörnchen Tjum aus Versehen sämtliche Wasservorräte zerstört. Da der Wald seit einiger Zeit unter einer großen Dürre leidet, sieht Latte keine andere Möglichkeit, als auf die Suche nach dem sagenumwobenen Wasserstein zu gehen und allen anderen Waldbewohnern zu beweisen, dass sie eben nicht nur ein Igel, sondern eine echte Abenteurerin ist. Tjum heftet sich an Lattes Fersen und gemeinsam treten die beiden eine aufregende Reise an. Ihr Ziel: der Bärenwald, denn sie haben gehört, dass es dort nicht bloß fließend Wasser geben, sondern sich auch der magische Wasserstein befinden soll, mit dessen Hilfe der Fluss wieder zum Fließen gebracht werden kann. Doch die Bären wollen den Stein nicht so schnell aus der Tatze geben…

Eine tolle Animationen, ein kindgerechtes Abenteuer und eine umweltpositive Botschaft – der altersübergreifende Film „Latte Igel und der magische Wasserstein“ ist eine tolle Leinwandadaption des beliebten Kinderbuchs und lohnt den Kinobesuch mit der ganzen Familie – auch für die ganz kleinen.


7500 | Regie: Patrick Vollrath | DE/AT 2019

Ein Flug von Berlin nach Paris. Alltägliche Arbeiten im Cockpit eines Airbus A319. Co-Pilot Tobias Ellis (Joseph Gordon-Levitt) bereitet routiniert den Abflug der Maschine vor und debattiert nebenbei mit seiner als Stewardess auf dem selben Flug arbeitenden Freundin Gökce (Aylin Tezel) über den zukünftigen Kita-Platz seines Sohnes. Der Start verläuft wie immer reibungslos. Doch dann hört man Geschrei in der Kabine. Eine Gruppe junger Männer, unter ihnen der achtzehnjährige Vedat (Omid Memar), versuchen ins Cockpit einzudringen. Es beginnt ein Kampf zwischen Besatzung und Angreifern, eine Zerreißprobe zwischen dem Wunsch, einzelne Leben zu retten und noch größeren Schaden abzuwenden. Die Cockpittür wird zum Kampfgebiet und Tobias gerät in die Position, über Leben und Tod entscheiden zu müssen…

Als Flugzeugentführungsthriller funktioniert der sehr reduziert aber dadurch nicht minder hochspannend inszenierte „7500“ hervorragend. Als politischen Kommentar dagegen sollte man Patrick Vollraths Langfilmdebüt jedoch eher nicht für bare Münze nehmen.


SPIONE UNDERCOVER | Regie: Nick Bruno, Troy Quane | USA 2019

 Superspion Lance Sterling (Will Smith) ist so ziemlich das genaue Gegenteil von Wissenschaftler Walter Beckett (Tom Holland). Lance ist cool, charmant und geschickt. Walter ist … es nicht. Was Walter im Bereich Sozialkompetenz fehlt, macht er durch Erfindungsreichtum und Intelligenz wieder wett. Sein wissenschaftliches Genie erfindet die Gadgets, die Lance bei seinen abenteuerlichen Missionen nutzt. Als die Ereignisse eine unvorhergesehene Wendung nehmen, müssen sich Walter und Lance plötzlich auf völlig andere Art und Weise aufeinander verlassen. Und wenn dieses seltsame Pärchen nicht lernt als Team zu arbeiten, ist die gesamte Welt in Gefahr. „Spione Undercover“, unter der Regie von Nick Bruno und Troy Quane, ist eine animierte Komödie, angesiedelt in der hyper-dynamischen Welt der internationalen Spionage.

In den besten Momenten dominieren „Spione Undercover“ herrlich skurriler Slapstick und routinierter Meta-Humor vor aufwendig animierter Kulisse. Hin und wieder präsentieren die Macher allerdings zuviel des Guten. Bedeutet: Gerade zu Beginn und Ende des Films sind die Action und knallbunten Farben arg anstrengend und dürften ein junges Publikum gar vollends überfordern.


CATS | Regie: Tom Hooper | UK/USA 2019

Die junge hübsche Katze Victoria (Francesca Hayward) wird eines nachts von ihren Herrchen auf Londons Straßen ausgesetzt. Nach anfänglicher Skepsis nehmen sie die Jellicle-Katzen unter ihre Fittiche. Eine Bande von Streunern, die zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammengewachsen ist. Die Jellicle-Cats sind es auch, die einmal jährlich einen großen Ball abhalten, auf dem die weise, lebenserfahrene Alt-Deuteronimus (Judi Dench) eine Katze auswählt, um ein neues Leben zu beginnen. Jede von ihnen möchte es sein: Von der faulen, aber musikalischen Jenny Fleckenreich (Rebel Wilson) über den magischen Zauberkater Mister Mistoffelees (Laurie Davidson) bis hin zum verfressenen Bustopher Jones (James Corden). Die von den Jellicle-Katzen verstoßene Grizabella (Jennifer Hudson) dagegen hält sich derweil aus all dem Trubel raus, obwohl sie eigentlich am meisten zu erzählen hätte…

Die Macher halten sich bei ihrer Filmversion von „Cats“ nah an der Bühnenvorlage auf. Das dürfte Fans gefallen, auch wenn das bedeutet, dass sie die inhaltlichen Schwächen eins zu eins übernommen haben. Das große Problem des Films ist die Optik. Bei Aufnahmen von weiter weg lässt sich aufgrund der hochwertigen Tanz- und Gesangsperformances darüber hinwegsehen. Doch durch die vielen Nahaufnahmen von menschlichen Gesichtern in CGI-Katzenkostümen im Zusammenspiel mit der künstlichen Welt wirkt all das hier die meiste Zeit über arg befremdlich.


DER GEHEIME ROMAN DES MONSIEUR PICK | Regie: Rémi Bezançon | FR/BEL 2019

Auf einer Insel in der Bretagne liegt eine geheimnisvolle Bibliothek. Hier entdeckt die junge Verlegerin Daphné ein großartiges Manuskript und beschließt, es zu publizieren. Der Roman wird sofort zum Bestseller. Doch der Autor Henri Pick, ein bretonischer Pizzabäcker, ist seit zwei Jahren tot. Seine Witwe kann sich nicht erinnern, ihn jemals schreiben gesehen zu haben – außer wenn es um den Einkaufszettel ging. Der berühmte Literaturkritiker Jean-Michel ist überzeugt, dass Betrüger am Werk sind. Er macht es sich zur Aufgabe, ans Tageslicht zu bringen, wer den Roman wirklich geschrieben hat. Um nichts weniger geht es ihm als die Verteidigung der Literatur. Zwischen Pizzateig und Paradoxa begibt sich Jean-Michel auf Spurensuche. Doch sein detektivischer Eifer bleibt nicht folgenlos. Hier, an diesem kuriosen Ort der unerzählten Geschichten, geraten nicht nur die gewohnten Rollen von Autor und Leser in Schieflage…


PAVAROTTI | Regie: Ron Howard | UK/USA 2019

Genie, Entertainer, Superstar: Nach seiner preisgekrönten Dokumentation „The Beatles: Eight Days a Week – The Touring Years“ widmet sich Regisseur Ron Howard einer weiteren Musik-Ikone. Luciano Pavarotti, berühmt als „The People’s Tenor“, nutzte seine Gabe und seine Leidenschaft auch dazu, die Oper aus der elitären Ecke zu holen und einem breiten Publikum nahe zu bringen. Mit seiner Jahrhundertstimme und einzigartigen Ausstrahlung eroberte Pavarotti die Bühnen der Welt und Millionen Herzen im Sturm.

In Interviews kommen seine Familie, namhafte Kollegen sowie Fans des Weltstars aus Modena zu Wort: von Bono über José Carreras und Plácido Domingo bis zu Prinzessin Diana. Anhand privater, bislang nie veröffentlichter Aufnahmen zeichnet Ron Howard das intime Porträt eines faszinierenden Mannes und unvergesslichen Ausnahmekünstlers.


Heimkinotipp: GLORIA | Regie: Sebastián Lelio | CHL/USA 2018

Eigentlich ist Gloria (Julianne Moore) ganz zufrieden mit ihrem Leben: Sie ist Mutter zweier erwachsener Kinder, temperamentvoll, geschieden und nur hin und wieder etwas einsam. Ihre Tage verbringt sie mit einem langweiligen Bürojob, ihre Nächte frei und ungezwungen auf der Tanzfläche von Single-Partys in den Clubs von Los Angeles. In einer dieser Nächte trifft sie Arnold (John Turturro) – genau wie Gloria geschieden und Single. Was wie eine abenteuerliche Bilderbuch-Romanze voller Erotik und Schmetterlingen im Bauch beginnt, muss sich schon bald wichtigen Themen des Lebens wie Familie, Beziehungsfähigkeit und Verbindlichkeit stellen. Ist Gloria bereit für eine neue Liebe, trotz des emotionalen „Gepäcks“, das ein neuer Partner mit in die Beziehung bringt? Oder hält das Leben vielleicht doch noch weitere Überraschungen für sie parat?

In dem US-Remake des gleichnamigen chilenischen Arthouse-Hits besticht Julianne Moore als titelgebende Gloria und in der Rolle der sich noch einmal voll ins Leben stürzenden, geschiedenen Zweifach-Mum. Regisseur Sebastián Lelio hält sich eng ans Original, findet aber genug eigene Facetten, um sowohl das Remake zu rechtfertigen, als auch die Vorlage nicht zu verraten.

Das startet am 8. August 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 8. August, der gefühlt ein wenig in der Luft hängt. Während in der vergangenen Woche der Über-Blockbuster „Hobbs & Shaw“ gestartet ist und in der kommenden die heißt ersehnten Filme „Once Upon a Time in Hollywood“ und „Toy Story 4“ ins Rennen gehen, verzichteten sämtliche Verleiher darauf, auch dieser Tage einen Großkaliber ins Kino zu bringen. Man hat daher ein wenig der Eindruck, sich an der Resterampe bedienen zu müssen, auch wenn „Und wer nimmt den den Hund?“ dieses Urteil nicht verdient hat. Beim Rest passt’s allerdings sehr gut. Aber seht selbst… 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

UND WER NIMMT DEN HUND? | Regie: Rainer Kaufmann | DE 2019

Mitten in seiner Midlife-Crisis hat sich Georg in seine wesentlich jüngere Arbeitskollegin Laura verliebt. Für Georgs Frau Doris bricht erst eine Welt zusammen, bevor sie ihren Noch-Ehemann zur Paartherapeutin schleppt. Bei der geduldigen Frau Dr. Bruhns kommen all die unausgesprochenen Ängste und Sehnsüchte der letzten Jahre auf den Tisch. Vor allem aber jede Menge Aggression. Während sich die zukünftig geschiedenen Eheleute krampfhaft um Konversation bemühen und ihre Auffassung der gemeinsamen Vergangenheit unterschiedlicher kaum sein könnte, gehen ihre Leben getrennt voneinander weiter. Dabei merkt Georg langsam, dass so eine dreißig Jahre jüngere Freundin ganz andere Ansprüche hat als seine gleichaltrige Ehefrau und Doris beginnt den Neuanfang kreativ zu nutzen und sich selbstständig zu machen…

Ulrich Tukur und Martina Gedeck geben Vollgas als kurz vor der Scheidung stehendes Langzeit-Ehepaar, das miteinander genauso wenig kann wie ohneeinander. Und Regisseur Rainer Kaufmann bereitet diese unkonventionelle Therapiesitzung mit ebenso viel Feingefühl wie Sinn für Humor auf, sodass am Ende kein Auge trocken bleibt – wahlweise vor Lachen oder vor Rührung.


KILLERMAN | Regie: Malik Bader  | USA 2019

Moe Diamond arbeitet für den Drogen-Boss Perico als Geldwäscher. Er tauscht zusammen mit Pericos Neffen Skunk Dollars gegen Goldbarren und Goldbarren gegen Diamanten ein. Als ein Deal nach der Warnung eines FBI-Maulwurfs kurzfristig verschoben wird, planen Moe und Skunk einen kühnen Coup auf eigene Rechnung – mit dem Geld des Paten! Doch bei der spektakulären Verfolgungsjagd passiert ein verhängnisvoller Crash. Moe kann sich zwar mühsam aus dem Wrack befreien, doch er hat sein Gedächtnis verloren. Selbst seine schwangere Freundin Lola wirkt wie eine Fremde. Moe und Skunk sitzt jetzt nicht nur der korrupte FBI-Agent Bill O’Donnell im Nacken, auch der Mafiosi Perico ist höchst verärgert über den Alleingang seines Neffen. Bald überschlagen sich die Ereignisse und Moe sieht rot. Ein Rachefeldzug der überaus raffinierten Art beginnt…

Ohne jedwedes Gespür für Ästhetik kocht Regisseur Malik Bader in seinem Thriller „Killerman“ lediglich Genreklischees wieder. Das ist am Ende wohl höchstens was für Hardore-Liam-Hemsworth-Fans, denn der ist hier immerhin in so gut wie jeder Szene zu sehen.


BERLIN, I LOVE YOU | Regie: Peter Chelsom, Til Schweiger, Dennis Gansel u.v.a. | DE 2019

In neun mal poetischen, mal melancholischen und mal fantastischen Liebesgeschichten zeichnet der Episodenfilm „Berlin, I Love You“ ein Porträt dieser einzigartigen, pulsierenden Stadt. Wie es sich für Berlin gehört, ist auch das Ensemble international. Als Regisseure der einzelnen Episoden erklären Peter Chelsom, Claus Clausen, Dennis Gansel, Massy Tadjedin, Dani Levy, Fernando Eimbcke, Til Schweiger, Justin Franklin, Dianna Agron, Stephanie Martin und Daniel Lwowski der ehemals geteilten Stadt ihre Liebe. An ihrer Seite standen nationale und internationale Schauspielstars. So ist ihnen ein facettenreicher Blick in die Seele der Spree-Metropole und ihrer internationalen Bewohner gelungen. Sämtliche Episoden wurden in einer Rahmenhandlung verknüpft, die von Regisseur Josef Rusnak in Szene gesetzt wurde.

Außer die ledlich weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibende Kurzgeschichte von Dennis Gansel ist fast alles von der Inszenierung bis hin zu den Geschichten selbst an „Berlin, I Love You“ scheußlich – und die einst so vielversprechende Episodenfilmreihe damit wohl endgültig tot.


SO WIE DU MICH WILLST | Regie: Safy Nebbou | FR/BEL 2019

Literaturdozentin Claire ist 50, alleinerziehende Mutter und steckt in einer schwierigen Beziehung mit ihrem jüngeren Liebhaber Ludo. Um ihn auszuspionieren, legt sich Claire ein falsches Facebook-Profil an und wird zu Clara, einer hübschen 24-Jährigen. Alex, Ludos bester Freund, findet Clara online und verliebt sich in sie. Auch Claire findet Interesse an dem jungen Fotografen und es entwickelt sich ein intensiver Chat-Flirt. Obwohl sich alles in der virtuellen Welt abspielt, sind die Gefühle real. Während Claire zusehends dem Sog der Parallelwelt erliegt, möchte Alex sie endlich treffen. Claire gerät immer weiter in Bedrängnis und verliert die Kontrolle über das virtuelle Spiel – bis alle gefährlich nah am Abgrund stehen.

Basierend auf einem Roman von Camille Laurens, erzählt Regisseur Safy Nebbou in „So wie du mich willst“ vom Abdriften in eine unzuverlässige Zwischenwelt, in der Realität und Lüge verschwimmen.


FISHERMAN’S FRIENDS | Regie: Chris Foggin | UK 2019

Der schnelllebige, zynische Londoner Musikmanager Danny reist an einem Junggesellenwochenende in das idyllische Dorf Port Isaac, wo er von seinem Chef – nicht ganz ernsthaft – aufgestachelt wird, den heimischen Fischer-Chor für einen Plattenvertrag zu gewinnen. Das Werben um die „Fisherman’s Friends“, wie sich die 10 kornischen Fischer nennen, wird zu einem Kampf um den Respekt der Männer, die Familie, Freundschaft und die Gemeinschaft über Ruhm und Reichtum stellen. Während Danny immer tiefer in die traditionelle Lebensweise der Fischerfreunde gezogen wird, stellt sich ihm die Frage, was Erfolg im Leben wirklich bedeutet.

Von den Produzenten von „Tanz ins Leben“ kommt eine neue herzerwärmende Feel-Good-Comedy über die wahre Geschichte der „Fisherman’s Friends“, die durch eine zufällige Begegnung in den Pop-Olymp aufstiegen, während sie weiter traditionelle Fischer geblieben sind.


Heimkinotipp: DIE WINZLINGE 2 | Regie: Hélène Giraud, Thomas Szabo | FR/CHN 2018

Bei einem heimlichen Ausflug in die Kastanienfabrik seines Dorfes landet ein unerschrockener junger Marienkäfer versehentlich in einer Pappschachtel und wird in die weit entfernte Karibik verschifft. Ohne zu zögern, begibt sich sein furchtloser Papa auf eine abenteuerliche Reise, um den geliebten Nachwuchs zu finden. Endlich wieder vereint, stehen die beiden vor einer weiteren Herausforderung: Die Heimat ihrer neuen karibischen Marienkäferfreunde ist in Gefahr, von einer großen Baufirma zerstört zu werden. Denn wird dort erst einmal eine große Ferienanlage errichtet, ist es aus mit der Harmonie. Zum Glück kann unser Held auf seine tierischen Freunde zählen, allen voran die schwarze Ameise und die clevere Spinne, die aus der Heimat zu Hilfe eilen! Gemeinsam entwickeln sie einen ausgeklügelten Plan, um das idyllische Paradies zu retten.

Da hüpft das Herz: Die Kulleraugen-Tierchen sind zurück. „Die Winzlinge“ sind so niedlich wie eh und je und so überzeugt auch der zweite Kinofilm „Abenteuer in der Karibik“ mit vielen kreativen Ideen.

Das startet am 30. Mai 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 30. Mai, an dem es im wahrsten Sinne des Wortes monströs zugeht: Mit „Godzilla II: King of the Monsters“ kommt ein spektakulärer Blockbuster in die Kinos, über den wir leider noch nicht mehr Worte als ein Kurzstatement verlieren dürfen. Mehr dazu gibt’s hier ab dem 28. Mai. Deutlich mehr sagen dürfen wir dagegen zu Dexter Fletchers Elton-John-Musical „Rocketman“ und geben damit direkt eine absolute Sehempfehlung ab. Dasselbe gilt für den Animationsfilm „Mister Link“ und das abenteuerliche Roadmovie „Roads“. Und was es noch so zu entdecken gibt, erfahrt ihr weiter unten im Text.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ROCKETMAN | Regie: Dexter Fletcher | UK/USA 2019

Mitte der 1960er-Jahre: Reginald Dwight ist ein ganz normaler Junge in einem Vorort von London, ein bisschen dick, viel zu schüchtern – nur am Klavier fühlt er sich wirklich wohl. Doch als er nach London kommt, kann er endlich seine wahre Leidenschaft ausleben: den Rock ’n’ Roll. Er trifft den Texter Bernie Taupi und erregt schnell Aufmerksamkeit in der Londoner Szene. Nur der Name passt noch nicht: Erst als Reginald sich in Elton John umbenennt, steht seinem raketengleichen Aufstieg nichts mehr im Weg, denn auf der Bühne verwandelt sich der schüchterne Reggie in einen außergewöhnlichen Rocksänger. In kürzester Zeit schießt Elton John ganz nach oben in die Charts, schreibt einen Nummer-eins-Hit nach dem anderen und trägt immer wildere Kostüme und Brillen. Doch wer steil aufsteigt, kann auch tief fallen…

Regisseur Dexter Fletcher inszeniert den Aufstieg und Fall des Weltmusikers Elton John als gleichermaßen melancholisches wie fetziges Musical-Biopic, für das er die widersprüchlichen Attribute seines ebenso schillernden wie tragischen Helden bemerkenswert stimmig unter einen Hut bekommt.


ROADS | Regie:  Sebastian Schipper | DE 2017

Der aus wohlhabenden Verhältnissen stammende, 18-jährige Gyllen (Fionn Whitehead) aus London hat das Wohnmobil seines Stiefvaters entwendet und ist dem Familienurlaub in Marokko entflohen, als er zufällig auf den gleichaltrigen William (Stéphane Bak) aus dem Kongo trifft, der versucht, die Grenze nach Europa zu überwinden, um dort seinen verschollenen Bruder zu suchen. In diesem Moment größter Verlorenheit beschließen die beiden Verbündete zu werden: Angetrieben von jugendlicher Abenteuerlust bahnt sich das ungleiche Paar seinen Weg durch Marokko, Spanien und Frankreich bis nach Calais. Während die Freundschaft und das Vertrauen der jungen Männer zueinander mit jedem Tag wächst, werden sie mit Entscheidungen konfrontiert, die nicht nur ihr eigenes Leben nachhaltig beeinflussen, denn früher oder später müssen sich die beiden ihrer ganz eigenen Realität stellen…

Nach seinem einmaligen One-Shot-Trip „Victoria“ zieht es Regisseur Sebastian Schipper mit „Roads“ wieder in konventionellere Gefilde. Dabei hangelt er sich keineswegs an den klassischen Etappen eines Roadmovies entlang; im Gegenteil! Seine ganz eigene Version davon lebt von einer unberechenbaren Atmosphäre und davon, dass er die Augen nie vor der Realität verschließt.


MISTER LINK – EIN FELLIG VERRÜCKTES ABENTEUER | Regie: Chris Butler | CAN/USA 2019

Sir Lionel Frost hält sich selbst für den weltführenden Erforscher von Mythen und Monstern. Um diesem Anspruch auch gerecht zu werden, begibt er sich auf eine Reise mit dem Ziel, die Existenz des legendären Vorfahren des Menschen, des sagenumwobenen ‚Missing Link‘, zu beweisen. Und tatsächlich wird er fündig: Das Wesen , das er Mister Link tauft, entpuppt sich als harmlose, überraschend clevere und gefühlvolle Kreatur. Mister Link ist der Letzte seiner Art und deswegen sehr einsam. Doch er hat noch eine Hoffnung: An einem sagenumwobenen Ort namens Shangri-La sollen einem Gerücht nach entfernte Verwandte von ihm leben! Sir Lionel muss nicht lange überredet werden und die beiden ziehen gemeinsam los. Unterstützt werden sie dabei von Adelina Fortnight , einer Abenteurerin, die im Besitz der einzigen Karte ist, die sie zu ihrem Ziel führen kann.

„Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer“ rangiert tricktechnisch auf gewohnt hohem Niveau, die Geschichte kombiniert eine simple Botschaft mit Laika-typischer Weisheit. Mission geglückt: Das Stop-Motion-Unternehmen kann auch Familienfilm!


GODZILLA II: KING OF THE MONSTERS | Regie: Michael Dougherty | USA/JPN 2019

Bei einem Godzilla-Angriff starb einst der kleine Sohn der Paleo-Biologin Emma Russell (Vera Farmiga). Seither hat sie sich noch ehrgeiziger in die Forschungen gestürzt und sogar einen Weg gefunden, mit den Monstern zu kommunizieren. Auch ihre toughe Tochter Madison (Millie Bobby Brown) ist von ihnen fasziniert. Doch während die Monarch-Mitarbeiter an den Kaijus herumdoktern, erheben sich mehrere gigantische Wesen, die im Begriff sind, den Lebensraum der Menschen für immer zu zerstören: Ghidorah, ein dreiköpfiger Drache, die Riesenmotte Mothra und Rodan, eine Art Urzeitvogel begeben sich rund um den Erdball hinein ins städtische Getümmel und drohen, Abermillionen Menschen zu töten. Doch Emma hat eine Idee, diese Katastrophe aufzuhalten: Sie und ihr Ex-Mann Mark (Kyle Chandler) wollen Godzilla rufen, und sich mit ihm zusammenschließen.

Machen wir uns nichts vor: Für Monsterfilm-Enthusiastin ist „Godzilla II: King of the Monsters“ ein großer Spaß. Doch abseits der großartig getricksten Kaiju-Kloppereien erlaubt sich Michael Dougherty zu viele Blockbuster-Klischeemomente, die Figuren sind uninteressant und die Gesinnung der Charaktere wechselt so häufig, dass man trotz der übersichtlichen Story irgendwann den Überblick verliert.


HIGH LIFE | Regie: Claire Denis | UK/FR/DE/POL/USA 2018

In den Tiefen des Weltalls. Jenseits unseres Sonnensystems. Monte (Robert Pattinson) und seine Tochter Willow (Jessie Ross) leben zusammen an Bord eines Raumschiffs, Raumschiff Nummer 7. Steuerungslos und gänzlich isoliert schweben sie durchs All, der Tag nur gegliedert durch Reparaturarbeiten und tägliche Statusreports an die Erde. Sie sind Teil einer experimentellen Mission, die außer Monte und Willow niemand überlebt hat. Eine Gruppe zum Tod verurteilter Straftäter hat ein Angebot des Staates angenommen: Lebenswichtige Energieressourcen im All zu finden und im Gegenzug dafür die Strafe erlassen zu bekommen. Ein trügerischer Deal. Und für die Crew eine Reise ohne Wiederkehr. So nähern sich auch Vater und Tochter ihrem letzten und unausweichlichen Ziel – dem Schwarzen Loch, dem Ende von Zeit und Raum.

Im Weltall will dich jeder bumsen: „High Life“ ist eine symbolisch aufgeladene Geschichte über Existenz und Begierde, wird von allen Beteiligten aber mit solch einer Lethargie vorgetragen und widerspricht sich zudem in ihrer inneren Logik, dass die neueste Arbeit der französischen Regievirtuosin Claire Denis am Ende vor allem eines ist: ziemlich prätentiös.


MA | Regie: Tate Taylor | USA/JPN 2019

Bei Ma sind alle willkommen. Es scheint ein glückliches Zusammentreffen zu sein: Die liebenswürdige Sue Ann (Octavia Spencer) lebt einsam und allein in einem braven Kaff in Ohio. Neuankömmling Maggie , die gerade erst mit ihrer Mutter hierher gezogen ist, und ihre Freunde wollen feiern – dürfen als Teenager aber noch keinen Alkohol kaufen. Also besorgt Sue Ann ihnen den Stoff. Und bietet den neuen, jugendlichen Freunden auch gleich noch ihren Keller als Partylocation an. Doch es herrschen klare Regeln in Sue Anns Haus: Wer fährt, bleibt nüchtern! Keine Kraftausdrücke! Die oberen Stockwerke sind tabu! Und Sue Ann wird „Ma“ genannt. Bald entpuppt sich die vermeintliche Gastfreundschaft Mas als obsessive Gier nach Gesellschaft. Der scheinbare Teenager-Traum verwandelt sich zum grauenvollen Albtraum. Und Mas Haus wird vom heißesten Schuppen der Stadt zur Hölle auf Erden.

„Ma“ ist so etwas wie ein Nicht-Film – ein Film ohne Spannung und Atmosphäre, der keinerlei Dramaturgie erkennen lässt, eventuelle Überraschungen selbst vorwegnimmt und dann noch nicht mal eine wirklich neue Story erzählt. Auf allen Ebenen missraten.


Heimkinotipp: CREED II: ROCKY’S LEGACY | Regie:  Steven Caple Jr. | USA 2018

Für Adonis Creed (Michael B. Jordan) ist das Leben ein Balanceakt geworden. Neben persönlichen Verpflichtungen und dem Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf seinen nächsten Kampf, steht ihm die größte Herausforderung seines Lebens bevor: Da sein Gegner eng mit seiner Familiengeschichte verbunden ist, steht der bevorstehende Kampf im Ring unter besonderen Vorzeichen. Doch Rocky Balboa (Sylvester Stallone) steht Adonis zur Seite und zusammen stellen sich die beiden dem Vermächtnis, das sie verbindet. Dabei werden sie mit der Frage konfrontiert, ob sich der Kampf überhaupt lohnt – letztlich erkennen sie, dass die Familie das Band ist, das alles zusammenhält. Was ist der Stoff, aus dem die Champions sind? Adonis und Rocky begreifen: Egal wohin der Lebensweg führt – niemand kann seiner Vergangenheit entkommen.

Auch für „Creed II“ ändert Steven Caple Jr. wenig an der bewährten Boxfilm-Dramaturgie. Doch das ändert nichts daran, dass das Sequel den ohnehin schon starken ersten Teil noch einmal übertrifft, denn wie der Filmemacher hier die private und die berufliche Ebene zusammenführt und dabei immer wieder die Härte, den Dreck und die Brutalität des Sports betont, ist schlicht atemberaubend.

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