Schlagwort-Archiv: Musikfilm

Das startet am 10. Oktober 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 10. Oktober, an dem sich Augen auf dem „Joker“ konzentrieren. Es wird interessant sein, zu sehen, ob der Film auch die breite Masse abholen kann, oder ob er in den Programmkinos womöglich sogar erfolgreicher abschneidet als in den Multiplexen. Auch die Romanverfilmung „Dem Horizont so nah“ könnte sich aufgrund der erfolgreichen Vorlage und in Ermangelung an Genre-Konkurrenz als erfolgreich erweisen. Das genaue Gegenteil gilt derweil für die beiden „Intrigo“-Filme. Die Teile zwei und drei der 2018 gestarteten Trilogie kommen am kommenden Donnerstag – also am selben Tag – in die Kinos. Da besteht wohl gar kein Vertrauen mehr ins Projekt… 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

JOKER | Regie: Todd Phillips | USA 2019

Arthur Fleck lebt allein mit seiner kranken Mutter in einer dreckigen Wohnung mitten im brodelnden Gotham. Er nimmt selbst über ein halbes Dutzend Medikamente und leidet an einer neurologischen Störung, die es ihm unmöglich macht, zu lachen. Arthur versucht verzweifelt, in dieser zerrütteten Gesellschaft seinen Weg zu finden. Sehnsüchtig danach, das Glück auf seine Seite zu ziehen, versucht er sich als Stand-Up-Comedian. Doch schnell findet er heraus, dass jeder Scherz stets auf seine Kosten zu gehen scheint. Schon bald sieht sich Arthur gefangen in einer Abwärtsspirale aus Gleichgültigkeit und Grausamkeit und letztlich Verrat – er trifft eine Fehlentscheidung nach der anderen, die zu einer verhängnisvollen Kettenreaktion von eskalierenden Ereignissen führen.

Setzt ein Lächeln auf – „Joker“ ist ein Meisterwerk! Todd Phillips vermischt inszenatorische Akribie mit erzählerischer Anarchie und liefert nicht nur einen begeisternden Joaquin Phoenix in der Rolle des Joker, sondern auch einen Blick auf die Gesellschaft, der traurig, wütend und vor allem sprachlos macht.


DEM HORIZONT SO NAH | Regie: Tim Trachte | DE 2019

Als Jessica (Luna Wedler) das Männermodel Danny (Jannik Schümann) zum ersten Mal sieht, ahnt sie noch nicht, dass dieser um keinen coolen Spruch verlegene Macho einmal die Liebe ihres Lebens sein wird. Als würde das Schicksal die beiden zusammenführen wollen, treffen sie sich schon kurze Zeit später unter wenig romantischen Umständen wieder und verabreden sich prompt. Als Danny Jessica ein paar Tage später mit der Limousine abholt und die junge Frau in ein Luxus-Restaurant einlädt, ahnt sie, dass Danny und sie eigentlich in zwei völlig verschiedenen Welten leben. Doch die beiden verlieben sich ineinander, obwohl Danny Jessica schnell zu verstehen gibt, dass die beiden nie glücklich sein werden. Der Grund: Danny ist schwer krank und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch sein früher Tod Gewissheit sein wird. Für Jessica ist diese Nachricht ein Schock. Aber kein Grund, sich nicht weiterhin mit ihm zu treffen…

Obwohl die dramatisch-romantische Romanverfilmung „Dem Horizont so nah“ im letzten Drittel unnötig gehetzt wirkt, gefällt der überwiegende Teil aufgrund des herzzereißenden Spiels der beiden Protagonisten sowie einer Geschichte, die insbesondere durch den Mut überzeugt, schwere Themen aufzugreifen, mit denen eine angenehme Konsequenz einhergeht.


DORA UND DIE GOLDENE STADT | Regie: James Bobin  | USA/MEX/AUS 2019

Wohlbehütet wächst die kleine Dora bei ihren Entdecker-Eltern Cole und Elena im Dschungel auf. Als Teenagerin treibt es Dora schließlich in die Großstadt. An der Seite ihres Cousins Diego lernt sie die Gepflogenheiten an einer ganz normalen High School kennen, stößt ihrer Mitschüler mit ihrer offenen und herzlichen Art aber auch immer wieder vor den Kopf. Schon bald fühlt sich Dora gar nicht mehr so wohl in ihrer Haut und möchte am liebsten in den Dschungel zurück. Ein Ausflug in ein Museum soll die gewünschte Abwechslung bringen, doch vor Ort werden Dora, Diego und zwei weitere Mitschüler entführt. In den Dschungel. In die Nähe des Entdeckercamps ihrer Eltern. Zwar können sich die Teenager schnell befreien und auch ihren geliebten Affen Boots findet Dora schnell wieder. Doch die Ganoven scheinen mit den Kids etwas ganz Besonderes vorzuhaben.

Die Zeichentrickserienverfilmung „Dora und die goldene Stadt“ ist ein rundum gelungenes Dschungel-Abenteuer, das für die Kleinen Slapstick und wohldosiertes „Jumanji“-Flair bereithält und die Erwachsenen mit viel, viel Meta-Humor verzückt, da Regisseur James Bobin ganz genau weiß, was für einen Film er hier inszeniert hat.


RONNY & KLAID | Regie: Erkan Acar | DE 2018

Die Berliner Buddys Ronny (Franz Dinda) und Khalid (Sahin Eryilmaz), genannt Klaid, versuchen mit ihrem Kiez-Kiosk über die Runden zu kommen. Während sich Ronny Hals über Kopf in die Tochter des lokalen Mafiabosses verliebt, verliert Klaid ein Vermögen an dessen Roulette-Tisch. Den beiden bleibt nur eine Woche, um das Geld aufzutreiben und die Gangster zu bezahlen. Auf einer Website lesen sie, dass jeder zehnte Deutsche Millionär ist. Klare Sache: Es müssen also nur die nächsten zehn Späti-Kunden entführt werden, irgendein Millionär wird schon dabei sein. Klingt nach einem (fast) perfekten Plan, den die beiden Buddies alsbald in die Tat umsetzen wollen. Doch das willkürliche Entführen vieler verschiedener Leute bringt so seine Tücken mit. Und da ist das Herankommen an den Star-Regisseur Fatih Akin (als er selbst) noch das geringste Problem…

Den vorwiegend aus Slapstick und albernem Wortwitz bestehenden Humor in „Ronny & Klaid“ muss man mögen, denn der Film besteht zu einem Großteil aus genau diesen Komponenten. Doch Regisseur Erkan Acar und sein leidenschaftliches Ensemble präsentieren all diesen Quatsch mit so einer Passion und Spaß an der Freud, dass das Endergebnis einfach restlos sympathisch ist.


47 METERS DOWN: UNCAGED | Regie: Johannes Roberts | UK/USA/DOM 2019

Eigentlich kommen die Teenagerinnen Nicole (Sistine Rose Stallone), Sasha (Corinne Foxx), Alexa (Brianne Tju) und Mia (Sophie Nélisse) gar nicht gut miteinander aus. Doch dann entdecken sie bei einem gemeinsamen Tauchgang eine versunkene Maya-Stadt. Doch ihr Staunen über die unerforschten Ruinen bleibt ihnen im Halse stecken und der Tauchgang wird zum Horror-Trip! Denn die Unterwasser-Stadt entpuppt sich als Jagdgebiet riesiger Weißer Haie mit Killerinstinkt. Ein Katz-und-Maus-Spiel mit dem größten Schrecken des Ozeans beginnt. Während die Sauerstoffversorgung immer knapper wird, müssen sich Nicole, Sasha, Alexa und Mia aus dem Unterwasserlabyrinth voll enger Höhlen und unheimlicher Tunnel einen Weg aus ihrer Unterwasser-Hölle suchen. Ein Wettlauf mit der Zeit und ein atemloser Überlebenskampf beginnt…

Unter Wasser nichts Neues – „47 Meters Down: Uncaged“ variiert zwar die Prämisse des Vorgängers, geht allerdings sonst keinerlei Risiko ein. Inszenatorisch kann der Hai-Horrorfilm allerdings durchaus überzeugen. Vor allem deshalb, weil das Setting der versunkenen Inka-Stadt hier perfekt zur Geltung kommt.


INTRIGO: SAMARIA | Regie: Daniel Alfredson | SWE/USA/DE 2019

Paula Polanski (Phoebe Fox) ist eine aufstrebende Dokumentarfilmerin, die vom Oscar träumt und deren jüngstes Werk erst kürzlich bei Arte zu sehen war. Eines Tages trifft sie durch Zufall auf ihren ehemaligen Aushilfslehrer Henry (Andrew Buchan) wieder und hat ihm Einiges zu erzählen. Vor zehn Jahren hatte dieser Phoebes Klasse unterrichtet und wurde dabei indirekter Zeuge eines schlimmen Gewaltverbrechens. Die talentierte Schülerin Vera Kall (Millie Brady) war von einem Tag auf den anderen nicht mehr zum Unterricht erschienen. Wenige Wochen später wurde ihr gewalttätiger Vater wegen Mordes verhaftet. Veras Leiche wurde nie gefunden. Paula sieht in dem Fall ein Thema für ihren nächsten Film und bittet Henry, ihr bei der Umsetzung zu helfen. Zunächst ist dieser skeptisch. Doch Paula kann ihn davon überzeugen, dass hinter dem Mordfall Vera Kall mehr steckt als nur eine Familientragödie…

Ins Kino gehen muss man für „Intrigo: Samaria“ nicht unbedingt. Dafür ist der Look zu fernsehesk und die Handlung viel zu vorhersehbar. Doch Liebhaber des betagten Krimikinos werden hieran sicher ihren Spaß haben.


INTRIGO: IN LIEBE, AGNES | Regie: Daniel Alfredson | SWE/USA/DE 2019

Agnes (Carla Juri) ist seit Kurzem verwitwet und lebt noch allein mit ihren beiden Hunden in dem großen Anwesen ihres verstorbenen Gatten. Ihr Stiefsohn und dessen Freundin wollen ihr allerdings zu Leibe rücken und das Haus verkaufen, sofern Agnes ihnen ihren Anteil des Erbes nicht ausbezahlen kann. Agnes benötigt also dringend Geld. Und eventuell kann ihr eine Freundin aus vergangenen Tagen weiterhelfen. Henny (Gemma Chan) realisiert die Not der jungen Frau nämlich und macht Agnes ein Angebot: Sie soll Hennys Ehemann umbringen und würde dafür ausreichend Geld bekommen, um das Haus zu behalten. Agnes ist zunächst verstört von dieser Anfrage, realisiert allerdings nach und nach, dass sie für den unverhofften Geldsegen empfänglicher ist, als gedacht. Henny erklärt ihr ganz genau, wie sie sich den Tod ihres Gatten vorstellt und gemeinsam schmieden die Frauen ein perfides Mordkomplott…

Im dritten Anlauf (und zweiten innerhalb von nur einer Woche) ermüdet das ewig gleiche Schema der „Intrigo“-Filme nun so langsam, doch wer die Filme bisher mochte, den wird auch Teil drei nicht enttäuschen, da sich Daniel Alfredson sehr an seine selbst auferlegten Formeln hält.


FRITZI: EINE WENDEWUNDERGESCHICHTE | Regie: Ralf Kukula, Matthias Bruhn | DE/LUX/BEL/CZE 2019

Leipzig, 1989. Liebevoll kümmert sich die zwölfjährige Fritzi um den kleinen Sputnik. Er ist der Hund ihrer besten Freundin Sophie, die über die Sommerferien mit ihrer Mutter nach Ungarn gefahren ist. Doch zum Schulanfang kehrt Sophie nicht in die Klasse zurück. Wie viele andere ist sie in den Westen geflohen. Mutig macht sich Fritzi auf die Suche nach ihrer Freundin und gerät in ein Abenteuer, das die Zukunft des ganzen Landes verändert.

Detailgetreu, authentisch und mit sicherem Gespür für Atmosphäre schildert der bewegende Animationsfilm die Revolution im Herbst 1989 aus dem Blickwinkel eines Kindes. Eine spannende und unterhaltsame Wendegeschichte über die Kraft und den Mut, die Geschichte zu verändern, die nicht nur junge Zuschauer berühren wird.


DER GLANZ DER UNSICHTBAREN | Regie: Louis-Julien Petit | FR 2018

Lady Di, Edith Piaf, Salma Hayek, Brigitte Macron: Die meisten der Besucherinnen des Tageszentrums für wohnungslose Frauen L’Envol nennen sich nach prominenten Vorbildern, um möglichst anonym zu bleiben. Doch das L’Envol, einziger Ankerpunkt ihres prekären Alltags, steht vor der Schließung – nicht effektiv genug, hat die Stadtverwaltung beschlossen. Drei Monate bleiben den Sozialarbeiterinnen Manu (Corinne Masiero), Audrey (Audrey Lamy), Hélène (Noémie Lvovsky) und Angélique (Déborah Lukumuena), um ihren Schützlingen wieder auf die Beine zu helfen. Und die ziehen kräftig mit. Nachdem die Stadt auch noch ein Zeltcamp am Sportplatz räumen lässt, wird das L’Envol zur heimlichen Unterkunft, in der Betreuerinnen und Betreute mit ungeahntem Schwung ganz eigene Wege und Methoden zur Reintegration entwickeln. Tricks, Schwindeleien, alte und neue Freunde: Von jetzt an sind alle Mittel erlaubt …


Heimkinotipp: ROCKETMAN | Regie: Dexter Fletcher | UK/USA 2019

Mitte der 1960er-Jahre: Reginald Dwight ist ein ganz normaler Junge in einem Vorort von London, ein bisschen dick, viel zu schüchtern – nur am Klavier fühlt er sich wirklich wohl. Doch als er nach London kommt, kann er endlich seine wahre Leidenschaft ausleben: den Rock ’n’ Roll. Er trifft den Texter Bernie Taupi und erregt schnell Aufmerksamkeit in der Londoner Szene. Nur der Name passt noch nicht: Erst als Reginald sich in Elton John umbenennt, steht seinem raketengleichen Aufstieg nichts mehr im Weg, denn auf der Bühne verwandelt sich der schüchterne Reggie in einen außergewöhnlichen Rocksänger. In kürzester Zeit schießt Elton John ganz nach oben in die Charts, schreibt einen Nummer-eins-Hit nach dem anderen und trägt immer wildere Kostüme und Brillen. Doch wer steil aufsteigt, kann auch tief fallen…

Regisseur Dexter Fletcher inszeniert den Aufstieg und Fall des Weltmusikers Elton John als gleichermaßen melancholisches wie fetziges Musical-Biopic, für das er die widersprüchlichen Attribute seines ebenso schillernden wie tragischen Helden bemerkenswert stimmig unter einen Hut bekommt.

Das startet am 22. August 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 22. August, der nach dem übersichtlichen Donnerstag der letzten Woche diesmal wieder mit Quantität voranschreitet. Und zum Teil kann die Qualität da durchaus mithalten. Es gibt Witziges mit drei kleinen Jungs und zwei etwas größeren Jungs, gefräßige Schuppentiere und einen geheimnisumwitterten Roboter – da ist sicher für jeden was dabei.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

GOOD BOYS | Regie: Gene Stupnitsky | USA 2019

Alles fängt so harmlos an und endet schließlich in einer Riesenkatastrophe: Die drei besten Freunde Max (Jacob Tremblay), Thor (Brady Noon) und Lucas (Keith L. Williams) versuchen ihre Nachbarmädchen (Molly Gordon und Midori Francis) mittels einer Drohne auszuspionieren, um Erfahrungen im Küssen und anderen körperlichen Betätigungen zu sammeln. Sie wollen vor ihren Freunden in der Schule angeben. Doch die pfiffigen Mädchen ertappen sie dabei und kassieren den Flugroboter kurzerhand ein. Nun setzen die Jungs alles daran, die teure Drohne zurückzuholen, koste es, was es wolle. Die drei schwänzen also die Schule und lassen auf ihrer verzweifelten Mission keinen noch so gedankenlosen Fehltritt aus. Sie geraten in ein studentisches Paintball-Match, lassen aus Versehen ein paar Drogen mitgehen, und es dauert nicht lange, bis ihnen sowohl die Cops als auch eine Horde furchteinflößender Teenage-Girls auf den Fersen sind. Können sich Max, Thor und Lucas aus dieser Misere retten?

„Good Boys“ ist zwar längst nicht so derb wie es das Marketing angekündigt hat, funktioniert als gleichermaßen schamlose wie gefühlige Komödie mit Herz dafür umso besser.


STUBER – 5 STERNE UNDERCOVER | Regie: Michael Dowse  | USA 2019

Stu ist ein sanftmütiger Millennial, der in einem Sportgeschäft arbeitet und nachts als Uber-Fahrer jobbt, um genug Geld zu verdienen, um sein eigenes Fitness-Studio zu eröffnen und so die Frau seiner Träume zu erobern – ein Plan, der ähnlich erfolgsversprechend scheint, wie er klingt. Außerdem würde er alles geben, um seine Fünf-Sterne-Bewertung als Fahrer zu behalten. Vic dagegen ist ein Detektiv der alten Schule und ein Alphatier. Er ist von seiner Frau geschieden, mit seinem Job verheiratet und vernachlässigt seine elterlichen Pflichten gegenüber seiner erwachsenen Tochter. Eines Tages bekommt er einen Tipp, wo sich der Drogendealer aufhält, der seinen Partner ermordet hat, just als er nach einer Laser-Operation die Augenarzt-Praxis verlässt.  Da er nur verschwommen sieht, bestellt er einen Uber-Fahrer. Ausgerechnet Stu ist gerade frei…

Als durchaus blutige und mit derbem Humor nicht geizende Comedy über zwei ungleiche Ermittler wider Willen wirkt „Stuber – 5 Sterne Undercover“ wie aus der Zeit gefallen. Vieles davon hat man schon gesehen, teilweise sogar besser. Aber die beiden Hauptfiguren und eine hohe Gag-Trefferquote helfen nicht bloß über die altbekannte Prämisse hinweg, sondern auch über die zum Teil ziemlich anstrengende Kameraführung.


GLORIA | Regie: Sebastián Lelio  | CHL/USA 2018

Eigentlich ist Gloria (Julianne Moore) ganz zufrieden mit ihrem Leben: Sie ist Mutter zweier erwachsener Kinder, temperamentvoll, geschieden und nur hin und wieder etwas einsam. Ihre Tage verbringt sie mit einem langweiligen Bürojob, ihre Nächte frei und ungezwungen auf der Tanzfläche von Single-Partys in den Clubs von Los Angeles. In einer dieser Nächte trifft sie Arnold (John Turturro) – genau wie Gloria geschieden und Single. Was wie eine abenteuerliche Bilderbuch-Romanze voller Erotik und Schmetterlingen im Bauch beginnt, muss sich schon bald wichtigen Themen des Lebens wie Familie, Beziehungsfähigkeit und Verbindlichkeit stellen. Ist Gloria bereit für eine neue Liebe, trotz des emotionalen „Gepäcks“, das ein neuer Partner mit in die Beziehung bringt? Oder hält das Leben vielleicht doch noch weitere Überraschungen für sie parat?

In dem US-Remake des gleichnamigen chilenischen Arthouse-Hits besticht Julianne Moore als titelgebende Gloria und in der Rolle der sich noch einmal voll ins Leben stürzenden, geschiedenen Zweifach-Mum. Regisseur Sebastián Lelio hält sich eng ans Original, findet aber genug eigene Facetten, um sowohl das Remake zu rechtfertigen, als auch die Vorlage nicht zu verraten.


CRAWL | Regie: Alexandre Aja | USA/FR/SRB 2019

Als ein heftiger Sturm auf die Küste Floridas trifft, ignoriert die einstige Leistungsschwimmerin Haley (Kaya Scodelario) alle Aufforderungen der Regierung zur Evakuierung, um nach ihrem vermissten Vater Dave (Barry Pepper) zu suchen. Sie findet ihn schwer verletzt und am Ende seiner Kräfte im von den Fluten bereits eingeschlossen Keller seines abgelegenen Hauses vor und versucht mit vereinten Kräften, ihn aus diesem feuchten Gefängnis zu befreien. Doch als die Zeit immer knapper wird, um dem Sturm zu entkommen, müssen die beiden am eigenen Leib erfahren, dass das steigende Wasser noch eine weitere, weitaus größere Gefahr birgt: gefräßige Alligatoren, die alles unternehmen, um an ihre lebendige Beute zu gelangen. Und es ist längst nicht nur ein Tier, das im Wasser langsam seine Kreise um die beiden zieht… 

„Crawl“ macht vieles besser als andere Tierhorrorfilme, indem sich Regisseur Alexandre Aja auf Atmosphäre verlässt, anstatt Augenzwinkern und billige Schocks zu bemühen. So ganz ohne Effekthascherei kommt er allerdings doch nicht aus, weshalb sein Film in erster Linie effektiv, aber nur sehr bedingt innovativ ist.


BLINDED BY THE LIGHT | Regie: Gurinder Chadha | UK 2019

Der zurückhaltende Teenager Javed (Viveik Kalra) kommt ursprünglich aus Pakistan, bevor er mit seiner Familie nach Großbritannien einwanderte. 1987 lebt er in der englischen Stadt Luton und träumt von einer Karriere als Poet und Schriftsteller. Inmitten der ethnischen und wirtschaftlichen Unruhen der damaligen Zeit schreibt er Gedichte, um der Intoleranz seiner Heimatstadt und der Unbeugsamkeit seines konservativen Vaters (Kulvinder Ghir) zu entkommen. Als ihm ein Klassenkamerad (Aaron Phagura) die Musik von Bruce Springsteen vorspielt, erkennt Javed in Springsteens eindringlichen Liedtexten Parallelen zu seinem eigenen Leben in der Arbeiterschicht. Jared entdeckt ein befreiendes Ventil für seine unterdrückten Träume und findet den Mut, sich in seiner ganz eigenen Stimme auszudrücken.

„Blinded by the Light“ ist für Bruce-Springsteen-Fans ein Muss und für Liebhaber harmloser Feelgood-Unterhaltung eine Empfehlung. Ein wenig mehr Substanz hätte der sich ausschließlich auf Genre-Versatzstücke verlassenen Geschichte gut getan, auch wenn man bei den vielen Evergreens des „Boss“ gar nicht anders kann, als mit dem Fuß mitzuwippen.


I AM MOTHER | Regie: Grant Sputore | AUS 2019

Ein Teenager-Mädchen, genannt „Tochter“ (Clara Rugaard), lebt in einem unterirdischen Hochsicherheitsbunker und wird von einem humanoiden Roboter namens „Mutter“ aufgezogen. Der Androide wurde entwickelt, um die Erde nach der Auslöschung der Menschheit neu zu besiedeln. Die besondere Beziehung zwischen den beiden wird bedroht, als unerwartet eine blutüberströmte fremde Frau (Hilary Swank) vor der Luftschleuse des Bunkers auftaucht und völlig aufgelöst um Hilfe schreit. Die bloße Existenz dieser Fremden stellt „Tochters“ komplette Welt auf den Kopf, und nach und nach beginnt sie, ihr einziges Elternteil als potenzielle Gefahr zu betrachten. In einem atemberaubenden Finale muss sich „Tochter“ der „Mutter“ von Angesicht zu Angesicht stellen, um die Wahrheit über ihre Welt und ihre wahre Mission herauszufinden.

„I Am Mother“ ist ohne Zweifel atmosphärisch und behält dieses Feeling dank seiner beklemmenden Kammerspiel-Inszenierung auch die meiste Zeit über bei. Gegen das plumpe Foreshadowing und den bemüht-philosophischen Überbau, der beim kleinsten Zweifel in sich zusammenbrechen würde, kommen allerdings weder die Inszenierung noch die tollen Darstellerinnen an.


PARANZA – DER CLAN DER KINDER | Regie: Claudio Giovannesi | IT 2019

Sie wollen Markenschuhe, Motorroller und das schnelle Geld: In ihrer Heimatstadt Neapel, wo die Mafia-Bosse der Camorra umgebracht oder verhaftet wurden, haben Nicola und die Jungs aus seiner Clique die Zeichen der Zeit erkannt und kurzerhand selbst das Regiment übernommen. Die 15-jährigen Teenager haben weder Angst vor dem Gefängnis, noch vor dem Tod. Denn für sie gibt es kein Morgen, keine Perspektive, keine Hoffnung. Sie dealen mit Drogen und begehen Morde, während sie nachts bei ihren Eltern schlafen und ihre ersten Erfahrungen in Sachen Liebe machen. Die „Paranzas“, wie sie sich selbst nennen, wollen alles – und das am besten sofort. Im Zentrum der Geschichte steht Nicola (Francesco Di Napoli), der den Krieg zwischen den verfeindeten Clans gekonnt für seine Geldgeschäfte nutzt. Mehr als diesen Krieg liebt er nur seinen jüngeren Bruder und die schöne Letizia (Viviana Aprea).


ENDZEIT | Regie: Carolina Hellsgård | DE 2018

Vor zwei Jahren haben Zombies die Erde überrannt. Weimar und Jena sind dank eines Schutzzauns die vermutlich letzten Orte menschlicher Zivilisation. Als Vivi (22) und Eva (26) sich zwischen den Städten schutzlos auf freiem Feld wiederfinden, müssen sie wohl oder übel gemeinsam den Kampf gegen die Untoten aufnehmen. Und damit auch gegen die Dämonen der eigenen Vergangenheit.

Vivi versucht verzweifelt herauszufinden, was mit ihrer kleinen Schwester passiert ist, während Eva ihr Image als furchtlose „Zombie-Killerin“ hinter sich lassen und neu anfangen will. Auf ihrem Weg finden die jungen Frauen keine finstere Endzeit-Welt, sondern eine berauschend schöne Natur vor, die sich alles zurückerobert hat, was sie einst Zivilisation nannten. Diese mystisch-märchenhafte Dystopie birgt ungeahnte Gefahren, aber auch ungeahnte Chancen für ein neues Leben in einer neuen Welt.


Heimkinotipp: DER GOLDENE HANDSCHUH | Regie: Fatih Akin | DE 2019

Hamburg in den Siebzigerjahren. Auf den ersten Blick ist Fritz „Fiete“ Honka (Jonas Dassler) ein bemitleidenswerter Verlierertyp. Seine Nächte durchzecht der Mann mit dem kaputten Gesicht und den schiefen Zähnen in der Kiezkaschemme „Zum Goldenen Handschuh“, wo er in guter Gesellschaft allerlei skurriler Charaktertypen ist, die genau wie er alles im Leben nichts mehr zu haben scheinen, außer ihren Alkohol. Doch genau hier beginnt er auch, ahnungslosen Frauen nachzustellen. Keiner der Stammgäste ahnt, dass der scheinbar harmlose Fiete in Wahrheit ein Monster ist, das seine Opfer zunächst vergewaltigt, anschließend bestialisch ermordet und schließlich zerstückelt, um sie hinter einer kleinen Tür in seiner Küche zu verstauen. Damit kein Geruch nach draußen dringt, verhängt er die Wohnung notdürftig mit Duftbäumen…

„Der goldene Handschuh“ löst in erster Linie den Wunsch aus, den Film nicht noch ein weiteres Mal zu sehen. Damit hat der Hamburger Regisseur für sein Serienkillerporträt die richtige Intention gefunden. Trotzdem greift Fatih Akin einmal böse daneben, wenn er mit dem Alkohol plötzlich einen Auslöser für Fritz Honkas Taten zu präsentieren scheint.

Das startet am 25. Juli 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 25. Juli, an der es eine Woche nach dem gigantischen Start von „Der König der Löwen“ ruhiger zugeht. Die deutsche Komödie „Abikalypse“ erscheint einen Tick zu spät, um das Schulabgängerpublikum auf den Punkt abzuholen und hat obendrein das Pech, einen ziemlich miesen Trailer erhalten zu haben. Dafür dürfte „Leid und Herrlichkeit“ für Liebhaber des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar Pflichtprogramm sein. Mit reichlich Verspätung erscheint auch „Vox Lux“ in den Kinos, lässt aber nicht ganz erkennen, wo die Vorschusslorbeeren herkommen. Das weibliche Drei-Fragezeichen-Pendant „Die drei !!!“ hat immerhin das Jugendpublikum auf seiner Seite. Der Rest startet unter dem Radar der breiten Öffentlichkeit.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

LEID UND HERRLICHKEIT | Regie: Pedro Almodóvar  | ESP 2019

Regisseur Salvador Mallo (Antonio Banderas) entdeckte schon früh seine Leidenschaft für das große Kino und die Geschichten, die es erzählt. Aufgewachsen im Valencia der 60er Jahre, aufgezogen von seiner liebevollen Mutter (Penélope Cruz), die sich ein besseres Leben für ihn wünscht, zieht es ihn in den 80er Jahren nach Madrid. Dort trifft er auf Federico (Leonardo Sbaraglia), eine Begegnung, die sein Leben von Grund auf verändern wird. Gezeichnet von seinem exessiven Leben blickt Salvador jetzt auf die Jahre zurück, in denen er als Regisseur große Erfolge feierte, schmerzliche Verluste hinnehmen musste, aber auch zu einem der innovativsten und erfolgreichsten Filmschaffenden in Spanien wurde. Durch die Reise in seine Vergangenheit und die Notwendigkeit diese zu erzählen, findet Salvador den Weg in ein neues Leben…

Nicht nur die Frage, welche der hier geschilderten Ereignisse tatsächlich auf dem Leben des Regisseurs basieren, macht „Leid und Herrlichkeit“ zu so einem faszinierenden Kinoerlebnis. Abseits kleinerer Längen ist Pedro Almódovars autobiographisch angehauchtes Drama eine Liebeserklärung an das Leben mit all seinem Schmerz, seinen Triumphen, der Leere und der Schönheit, die einen bisweilen erschlagen kann.


ABIKALYPSE | Regie: Adolfo Kolmerer | DE 2019

Das Abitur haben die Außenseiter Musti (Reza Brojerdi), Yannick (Jerry Hoffmann), Hannah (Lea van Acken) und Tom (Lucas Reiber) endlich in der Tasche. Bevor der Ernst des Lebens auf die vier Freunde wartet und sich ihre Wege vielleicht trennen, versprechen sie ihren Mitschülern leichtsinnig die krasseste Party des Jahres. Sie wollen endlich allen beweisen, dass sie keine Loser sind und in ihnen mehr Fame als Fail steckt. Doch die Suche nach Anerkennung und digitalen Followern wirbelt die enge Freundschaft der vier gehörig durcheinander. Inmitten des Trubels erkennen Hannah und Tom zudem ihre wahren Gefühle füreinander. Die erste romantische Nacht zu zweit verkompliziert die Dinge jedoch nur noch mehr … Für die vier Freunde wird die Party ihres Lebens zur wichtigsten Prüfung ihrer Freundschaft.

„Abikalypse“ ist ein authentisch-sympathischer, den Zeitgeist atmender Blick auf Außenseiter und zugleich eine emotionale Auseinandersetzung mit ihren Ängsten vor dem, was kommt, wenn die Schule vorbei ist. „Abikalypse“ ist aber auch ein Film über Party und Freundschaft, der beweist, dass man auch mit bereits vielfach verwendeten Zutaten etwas Kreatives und Originelles zaubern kann.


VOX LUX | Regie: Brady Corbet | USA 2018

Im Jahr 1999 überlebt Teenager Celeste eine gewaltsame Tragödie. Nachdem sie bei einem Gedenkgottesdienst gesungen hat, verwandelt sich Celeste mit Hilfe ihrer Schwester und einem Talentmanager, in einen aufblühenden Popstar. Celestes kometenhafter Aufstieg zum Ruhm ist verzahnt mit einem erschütternden Terroranschlag auf die Nation und hebt das junge Energiebündel zu einer neuen Form der Berühmtheit empor: Amerikanische Ikone, weltliche Gottheit, globaler Superstar. Etwa im Jahr 2017 schafft Celeste ein Comeback nach einem skandalösen Vorfall, der ihre Karriere zum Entgleisen gebracht hat. Auf Tour für ihr sechstes Album muss die Pop-Ikone ihre persönlichen und familiären Kämpfe überstehen, um sich durch Mutterschaft, Wahnsinn und Ruhm zu navigieren.

Was beginnt wie eine außergewöhnliche Seherfahrung, in der Regisseur Brady Corbet das Musikbusiness auf besonders provokante Weise auseinander nimmt, wird mit der Zeit ein Fake-Biopic wie jedes Andere, aus dem Natalie Portman heraussticht, das über den Zynismus der Popstarwelt aber nichts Neues zu erzählen hat.


DIE DREI !!! | Regie: Viviane Andereggen | DE 2019

Die drei !!!, das sind Franzi, Kim und Marie. Sie sind beste Freundinnen und verbringen jeden Tag zusammen. Aber sie sind ganz nebenbei noch etwas anderes: Detektivinnen. Und das hat sich bereits bis in die höchsten Kreise der ortsansässigen Polizei herumgesprochen. Über die Sommerferien wollten die drei eigentlich eine kleine Pause machen. Doch Ganoven schlafen nicht. Und so wird aus einem gemeinsamen Theaterprojekt ein aufregender Fall. Während der Proben zu „Peter Pan“ schleicht ein unheimliches Phantom durch das altehrwürdige Theatergebäude. Zunächst sind es nur Geräusche und flackernde Lichter, die die Kinder in Angst und Schrecken versetzen. Doch schon sehr bald werden die Drohungen schärfer. Doch die drei !!! lassen sich natürlich nicht lumpen und gehen den Geschehnissen auf den Grund…

Das erste Leinwandabenteuer der Kinderhörspielreihe „Die drei !!!“ ist ein über weite Strecken gelungener Kinderkrimi, der für die anvisierte Zielgruppe genug Gelegenheit zum Mitknobeln gibt, für ganz kleine Zuschauer hingegen einen Tick zu unheimlich sein dürfte. Für ein Publikum abseits der 14 Jahre ist der Kriminalfall dann allerdings doch etwas zu vorhersehbar. Dafür begeistert Jürgen Vogel einmal mehr als von der Leine gelassener Schurke.


CLEO | Regie: Erik Schmitt | DE 2019

Die verträumte Cleo (Marleen Lohse) fühlt sich ihrer Heimatstadt Berlin auf ganz besondere Weise verbunden. Ihr größter Wunsch ist es, endlich die Zeit zurückdrehen zu können – mit Hilfe einer magischen Uhr, die einst von den legendären Gebrüdern Sass erbeutet wurde und seither verschollen ist. Die junge Frau hofft, mit ihr den frühen Tod ihrer Eltern verhindern zu können und noch einmal von vorn anzufangen. Eines Tages begegnet sie dem Abenteurer Paul (Jeremy Mockridge), der auf einem Hausboot lebt und eine Schatzkarte ersteigert hat. Die beiden sind sofort auf einer Wellenlänge. Gemeinsam begeben sie sich auf einen aufregenden Trip durch die pulsierende Großstadt, bei der Cleo nicht nur auf verrückte Typen und urbane Legenden trifft, sondern auch Paul langsam näher kommt. Angekommen im Untergrund Berlins muss sich Cleo die wichtigste aller Fragen stellen: Soll sie die Zeit überhaupt zurückdrehen?


EIN GANZ GEWÖHNLICHER HELD | Regie: Emilio Estevez | USA 2018

Eine ungewöhnliche Kälte hält Einzug in der Innenstadt von Cincinnati und macht auch vor den Türen der öffentlichen Bibliothek nicht halt. Von nun an gehören die von Jackson angeführten Bibliotheksbesucher, allen voran Obdachlose und psychisch Kranke, zu den Stammkunden, da sie es auf den Straßen nicht mehr aushalten. Dazu kommt ein mittlerweile erschöpfter und überforderter Mitarbeiterstab , der eine emotionale Beziehung zu den Besuchern aufbaut und sich verpflichtet fühlt, ihren regelmäßigen Gästen zu helfen. Obwohl die Leiter der Bibliothek dem nicht zustimmen, verwandeln die Mitarbeiter das Gebäude quasi über Nacht in ein Obdachlosenheim. Das ruft die Polizei unter Leitung des Verhandlungsführers Bill Ramstead auf den Plan, der den Streik beenden soll. Doch die Lage spricht sich schnell herum, sodass sich schon bald auch die Presse gezwungen sieht, über den Fall zu berichten…


Heimkinotipp: WIR | Regie: Jordan Peele | USA 2019

Familie Wilson freut sich auf ihren langersehnten Urlaub. Adelaide, ihr Ehemann Gabe sowie die beiden Kinder Zora und Jason fahren an einem sonnigen Wochenende nach Santa Cruz, um hier die Zeit am Strand zu genießen und endlich mal wieder ihre Freunde, die Tylers, zu treffen. In ihrem Ferienhaus angekommen, fühlt sich Adelaide aber schon bald unwohl. „Wie eine große schwarze Wolke“ hängt eine Atmosphäre der Angst über ihr. Merkwürdige Zufälle häufen sich und als ihr Sohn für ein paar Minuten wie vom Erdboden verschwunden ist, entsteht in der besorgten Mutter der Wunsch, möglichst schnell wieder heimzufahren. Doch dazu soll es nicht kommen. Eines Nachts steht eine Familie in der Einfahrt der Wilsons. Vier Menschen, ein Ehepaar und zwei Kinder, die aussehen wie die Familie, die sie gerade überfallen, scheinen einen finsteren Plan zu verfolgen.

Jordan Peeles neuer Geniestreich „Wir“ ist gruseliger als „Get Out“, fordert den Zuschauer gedanklich aber auch noch mehr heraus. Aus einem sehr effektiven, äußerst blutigen Home-Invasion-Schocker wird ein symbolträchtiges Spiel mit dem klassischen Verständnis von Gut und Böse. Am Ende weiß man nicht mehr, ob man diese Grenze wirklich ziehen kann.

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