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Das startet am 16. November 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 16. November, dessen größter Release „Justice League“ der deutschen Presse bislang vorenthalten wurde. Mehr zum neuesten DC-Abenteuer gibt es ab kommenden Mittwoch an dieser Stelle zu lesen. Das Highlight bildet aber ohnehin eine Indieperle, die sich in den USA bereits als Festivalliebling entpuppt hat: „The Big Sick“, eine unkonventionelle romantische Komödie. Darüber hinaus dürfte auch die Horrorkomödie „Happy Deathday“ aufgrund ihres cleveren Konzepts gute Chancen auf ein ordentlichen Startergebnis haben, während die mit „Fikkefuchs“ einhergehenden Skandale auf einen Überraschungshit hindeuten könnten.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THE BIG SICK  | Regie: Michael Showalter | USA 2017

Kumail (Kumail Nanjiani) verdient sein Geld damit, andere zum Lachen zu bringen. Und in der Tat hat er viel Stoff zum Witze reißen: Zum Beispiel über seine Familie, die in Amerika lebt, als wäre sie noch in Pakistan, oder über die vielen potenziellen Ehefrauen, die ihm seine Mutter sorgfältig ausgewählt präsentiert. Nach einem seiner Auftritte lernt er die quirlige Frohnatur Emily (Zoe Kazan) kennen, die den gleichen Humor hat wie er. Obwohl beide anfangs auf ihrem Single-Dasein beharren, verfallen sie einander schließlich hoffnungslos. Doch Emily erfüllt nicht das wichtigste Kriterium, das Kumails Familie an seine Zukünftige stellt: Sie ist keine Pakistanerin. So steht Kumail bald vor der Frage, ob er auf seine Familie oder auf sein Herz hören soll. 

Einen Film wie „The Big Sick“ nicht zu mögen, ist schlichtweg unmöglich! Regisseur Michael Showalter macht bei dieser lebensechten Tragikomödie absolut alles richtig und lässt den Zuschauer gemeinsam mit einem hervorragend aufgelegten Cast Tränen lachen und weinen.


HAPPY DEATHDAY  | Regie: Christopher Landon | USA 2017

Für die junge Studentin Tree (Jessica Rothe) verwandelt sich der eigene Geburtstag in einen schrecklichen, immer wiederkehrenden Alptraum. Zunächst geht alles seinen gewohnten Gang, doch als sie abends auf dem Weg zu einer Party ist, taucht plötzlich ein maskierter Unbekannter auf und metzelt sie eiskalt mit einem Messer nieder. Kurz darauf wacht Tree auf, als wäre nichts passiert, nur um überrascht festzustellen, dass sich ihr Geburtstag haargenau wiederholt – und somit auch ihr Todestag. Wieder und wieder muss Tree nun den Tag ihres Todes durchleben und immer neue Wege finden, der Bedrohung durch den mysteriösen Fremden zu entkommen. Doch nach anfänglicher Hysterie entwickelt Tree einen ausgeklügelten Plan… 

An „Happy Deathday“ ist zwar weder die Zeitschleifen-Prämisse innovativ, noch ist der Film richtig gruselig oder brutal. Doch der erfrischende Mix aus verschiedenen Genres und eine hohe Gag-Trefferquote machen die College-Killer-Story zu einem absoluten Must-See.


FLITZER  | Regie: Peter Luisi | CH 2017

Baltasar Näf ist Deutschlehrer aus Leidenschaft und seit dem Tod seiner Frau alleinerziehender Vater einer schwer pubertierenden Tochter, die er trotz ihrer respektlosen Entgleisungen über alles liebt. Eigentlich läuft sein Leben in geordneten Bahnen bis er durch ein paar unglückliche Umstände „aus Versehen“ das ganze Geld für den neuen Schulsportplatz verzockt hat. In der größten Krise sind die einfachsten Ideen meistens die besten: Sein Friseur Kushtrim hat in seinem Salon ein höchst florierendes, illegales Wettbüro und bringt den braven Schullehrer auf den verwegenen Gedanken, selbst aktiv ins Wettgeschäft einzusteigen! Näf rekrutiert ein Team aus allerlei sympathischen Menschen mit unterschiedlichsten Ängsten und lehrt ihnen in aufwendigen Trainingsmethoden nicht nur die Profession des Flitzens, denn man kann auf alles wetten… 

Regisseur Peter Luisi gelingt mit „Flitzer“ eine ebenso einzigartige wie unkonventionelle Komödie mit Heist-Movie-Touch, die von ihrer absurden Idee lebt, das Flitzerdasein professionell aufzuziehen und dafür eine Menge skurriler Charaktere auffährt.


ANIMALS – STADT LAND TIER  | Regie:  Greg Zglinski | CH/AT/POL 2017

Die Beziehung von Anna (Birgit Minichmayr) und Nick (Philipp Hochmair) hat Risse bekommen, auch weil er mit ihrer Nachbarin Andrea (Mona Petri) schläft, was Anna längst gemerkt hat. Daher beschließen die beiden, sich gemeinsam eine Auszeit in den Schweizer Alpen zu nehmen und ihr Haus in die Hände von Andrea (Mona Petri) zu übergeben. Die Kinderbuchautorin möchte dort endlich einen Roman für Erwachsene schreiben und der Restaurantbetreiber plant ein Kochbuch über vergessene Schweizer Gerichte, wofür er regelmäßig allein auf Tour durch die Schweiz ist.  Auf der Fahrt ins vermeintliche Idyll haben sie einen Unfall – mit einem Schaf. Sie selber erleiden dabei Verletzungen, können aber die Reise fortsetzen. Dennoch ist nach dem Unfall nichts mehr wie vorher…

Manche offene Fragen in „Animals – Stadt Land Tier“ wirken so, als hätte Regisseur Greg Zglinski selbst keine Antwort darauf. Das erhöht zwar den Mindfuck-Faktor dieses atmosphärisch dichten Psychodramas, wirkt im Detail allerdings ein wenig unbeholfen. Der Spannung tut das jedoch keinen Abbruch.


FIKKEFUCHS  | Regie: Jan Henrik Stahlberg | DE 2017

Es gab mal eine Zeit, da konnte der gebürtige Wuppertaler Rocky (Jan Henrik Stahlberg) sie alle haben. Das behauptet er zumindest und labt sich an seinen Erinnerungen (oder wilden Fantasien). Er spielte französische Chansons und die Frauen schmolzen reihenweise dahin. Das ist zwar längst vorbei, aber Rocky versucht nach wie vor sein Glück beim weiblichen Geschlecht – den jungen Frauen sei er eben immer treu geblieben. Als der kürzlich aus der „Klappse“ geflohene Thorben (Franz Rogowski) vor seiner Tür steht, wird er noch einmal herausgefordert. Der junge Mann, der behauptet sein Sohn zu sein, weiß nicht, wie man Frauen flachlegt und Rocky soll es ihm beibringen. So gehen sie auf die Jagd: Junge, schöne Frauen sollen es sein, die nur auf sie gewartet haben – sagen sie. 

„Fikkefuchs“ guckt man einmal und nie wieder – und genau das ist gut so! Auch wenn Jan Henrik Stahlberg hier und da über das Ziel hinaus schießt, ist seine tabulose Satire auf ein gestörtes Männer-Frauen-Verhältnis eine treffsichere Analyse über nach wie vor existierende Missstände in unserer Gesellschaft.


TEHERAN TABU  | Regie: Ali Soozandeh | DE/AT 2017

Pari, Babak, Sara und Donya leben in der iranischen Hauptstadt Teheran. Um den Lebensunterhalt für sich und ihren fünfjährigen Sohn Elias zu verdienen, arbeitet Pari als Prostituierte und verkauft ihren Körper an einen einflussreichen Richter, der ihr vermeintlich zu einem besseren Leben verhilft. Von einem schöneren Leben träumt auch ihre Nachbarin Sara, die ein gehorsames Hausfrauendasein unter ihrem Mann und seinen strenggläubigen Eltern fristet, aber viel lieber wieder arbeiten gehen würde. Der jungen Donya steht ein ähnliches Schicksal bevor. In wenigen Tagen wird sie heiraten. Trotzdem lässt sie sich auf eine Nacht mit dem jungen Musiker Babak ein und verlangt hinterher von ihm, für eine Operation zu zahlen, die ihre Jungfräulichkeit wiederherstellt. Nur wo soll der arme Student das Geld hernehmen und wie die staatlichen Kontrollorgane umgehen?

„Teheran Tabu“ wird je nach Zuschauergruppe unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Der Teil des Publikums, der den Film ohnehin eigentlich nicht sehen darf, dürfte sich erstmals verstanden fühlen, während jene Zuschauer, die sich bereits mit derlei Thematiken auseinandersetzen konnten, einfach nur ein (wenn auch sehr emotionales) Klischee an das andere präsentiert bekommen. Außer Frage steht indes die optische Gestaltung, die herausragend und einfallsreich geraten ist.


PLÖTZLICH SANTA  | Regie: Terje Rangnes | NOR 2016

Niemand liebt das Weihnachtsfest mehr als der Tischler Andersen. Verkleidet mit weißem Rauschebart und rotem Mantel, möchte er seine Familie an Heiligabend überraschen. Dabei rutscht der Tollpatsch auf dem Glatteis vor der Tür aus, fällt auf den mit Geschenken voll gepackten Schlitten und saust ungebremst den Berg hinunter – geradewegs gegen einen Baum. Eine schöne Bescherung, denn alle Geschenke sind kaputt. Zu seiner großen Überraschung trifft er dort auf den echten Weihnachtsmann, der Andersens Dilemma erkennt und ihm kurzerhand einen Tausch vorschlägt. Da seine Familie noch nie einen echten Tischler gesehen habe, bittet er ihn, seinen Kindern einen Besuch abzustatten. Im Gegenzug übernimmt er die Bescherung bei der Familie Andersen. Ein unvergesslicher Weihnachtsabend voller Wunder und Magie beginnt. 

Die charmante und liebevoll ausgestattete Komödie „Plötzlich Santa“ funktioniert als kurzweiliger Weihnachtsfilm vor allem für die jüngeren Zuschauer. Für die Erwachsenen offenbaren sich allerdings einige Ungereimtheiten, die das Seherlebnis durchaus beeinträchtigen können.


JUSTICE LEAGUE  | Regie: Zack Snyder | USA 2017

Bruce Wayne (Ben Affleck) hat seinen Glauben an die Menschheit endlich wiedergefunden – Supermans selbstlose Aktion hat ihn inspiriert. Jetzt bittet er  auch seine neue Mitstreiterin Diana Prince (Gal Gadot) um Hilfe, denn es gilt, einem noch gewaltigeren Feind entgegenzutreten. Gemeinsam stellen Batman und Wonder Woman umgehend ein Team von Metamenschen zusammen, um sich gegen die neue Bedrohung zu verteidigen. Doch obwohl auf diese Weise eine beispiellose Heldenliga zusammenkommt – Batman, Superman, Wonder Woman, Aquaman (Jason Mamoa), Cyborg (Ray Fisher) und The Flash (Ezra Miller) –, könnte es möglicherweise bereits zu spät sein: Ist unsere Erde überhaupt noch zu retten? Um diese Frage zu beantworten, schmiedet die Justice League den Plan, auf Jemanden zurückzukommen, der eigentlich längst tot ist… 

Die CGI-Orgie „Justice League“ funktioniert als spaßiges nur bedingt. Wenngleich ein übermütiger The Flash und Superman als einzige interessante Figur alles geben, um die austauschbare Hero-gegen-Bösewicht-Prügelei aufzupeppen, bleibt am Ende ein Film übrig, der immer nur dann unterhält, wenn er sehr dreist und offensichtlich beim Erfolgskonzept der „Avengers“ abkupfert.


HUMAN FLOW  | Regie:  Ai Weiwei | DE 2017

Rund um die Welt sind derzeit mehr als 65 Millionen Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, um vor Hunger, Klimawandel und Krieg zu fliehen. „Human Flow“ ist eine epische filmische Reise des international renommierten Künstlers Ai Weiwei, in der er dieser gewaltigen Völkerwanderung ein bildgewaltiges und eindrucksvolles Gesicht gibt. Der Dokumentarfilm beleuchtet das erschütternde Ausmaß dieser Bewegung ebenso wie ihre zutiefst persönlichen Auswirkungen auf den Einzelnen. Im Verlauf eines ereignisreichen Jahres folgt „Human Flow“ einer Reihe von bewegenden Geschichten von Menschen rund um die Welt durch 23 Länder, u.a. Afghanistan, Bangladesch, Frankreich, Griechenland, Deutschland, Irak, Israel, Italien, Kenia, Mexiko und Türkei. „Human Flow“ begleitet die Menschen auf ihrer verzweifelten Suche nach Sicherheit, Schutz und Gerechtigkeit.


 Heimkinotipp: IHRE BESTE STUNDE  | Regie: Lone Scherfig | UK/SWE 2016

London 1940. Catrin Cole braucht einen Job, um sich und ihren Mann, der Künstler Ellis Cole, über Wasser zu halten. Sie heuert beim Informationsministerium an. Dessen Filme sollen der Nation in Kriegszeiten wieder Mut und Hoffnung geben. Catrins Aufgabe als Drehbuchautorin ist es, einem der Skripte eine ‚weiblichere Note‘ zu verleihen. Dabei trifft sie auf den ebenso brillanten wie zynischen Drehbuchautor Tom Buckley. Und während in London die Bomben fallen, machen sich Catrin und ihr wild zusammengewürfeltes Team rund um die inzwischen ein wenig in die Jahre gekommene Schauspielerlegende Ambrose Hilliard daran, einen herzerwärmenden und zugleich ermutigenden Film zu drehen. Allerdings wird sie bald herausfinden, dass sich hinter der Kamera mindestens genauso viel an Komödie, Drama und Leidenschaft abspielt wie davor…

Lone Scherfig legt mit „Ihre beste Stunde“  den nächsten herausragenden Film ihrer bislang astreinen Vita vor, in dem sie ein ruhiges Kriegsdrama mit jeder Menge Romantik und erstaunlich viel Witz kombiniert. Dem Charme dieses toll ausgestatteten Films sind nicht nur die feinen Darsteller erlegen, sondern auch die Zuschauer. Von solchen Filmen dürfte es gern mehr geben!

Das startet am 2. November 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es genau genommen um zwei Starttage, denn neben dem 2. November hat Marvel den 31. Oktober zum Starttermin auserkoren: An diesem einmaligen Feiertag geht das nächste „Thor“-Abenteuer auf Zuschauerfang und dürfte all diejenigen zufriedenstellen, die vor allem an den lustigeren Beiträgen des MCU Spaß haben. Darüber hinaus startet zwei Tage später der Festivalliebling „Patti Cake$“ und damit ein echter Feelgood-Film, während mit „Die Reise der Pinguine 2“ das Sequel eines Überraschungshits rauskommt, für das allerdings derart wenig Werbung gemacht wird, das kaum einer davon Notiz nehmen dürfte. Der Rest lässt sich unter „ferner liefen“ verbuchen, auch wenn das gerade im Hinblick auf „Good Time“ und „The Secret Man“ schade ist.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

PATTI CAKE$ – QUEEN OF RAP  | Regie: Geremy Jasper | USA 2017

Die sich mit Gelegenheitsjobs durchschlagende Patti (Danielle Macdonald), die drauf und dran ist, in ihrer heruntergekommenen Heimatstadt in New Jersey zu verkümmern, träumt von einer Karriere als Hip-Hop-Star. Während sie versucht, in der lokalen Szene mit originellen und berührenden Reimen als Killa P. alias Patti Cake$ groß herauszukommen, hangelt sie sich von Billigjob zu Billigjob. Gemobbt wegen ihres Übergewichts wird sie bei ihrem Kampf um Ruhm und Anerkennung nur von ihrer Großmutter (Cathy Moriarty) und ihren einzigen Freunden Jheri (Siddharth Dhananjay) und Basterd (Mamoudou Athie) unterstützt. Sogar ihre eigene Mutter Barb (Bridget Everett) hat für Pattis Traum nichts als Sarkasmus übrig und lädt auch noch ihren eigenen Kummer und Unglück auf ihrer Tochter ab. Aber Patti gibt nicht auf…

Erzählerisch bleibt „Patti Cake$ – Queen of Rap“ zwar weitestgehend überraschungsarm, doch Regisseur Geremy Jasper versteht es, das Optimum an Emotionen aus seiner Geschichte herauszuholen und verhilft der bislang weitestgehend unbekannten Powerfrau Danielle Macdonald zu ihrem längst überfälligen Durchbruch.


THOR: TAG DER ENTSCHEIDUNG (Kinostart: 31.10.)  | Regie: Taika Waititi | USA 2017

Durch unglückliche Umstände ist Donnergott Thor (Chris Hemsworth) auf der anderen Seite des Universums in Gefangenschaft gelandet. Ohne seinen legendären Hammer, der ihm übermenschliche Kräfte verleiht, muss er in einem Wettlauf gegen die Zeit versuchen, nach Asgard zurückzukehren. Denn seine Heimat wird von der skrupellosen, allmächtigen Todesgöttin Hela (Cate Blanchett) bedroht, die Asgard und seine Hochkultur vernichten will. Um Ragnarök, die Götterdämmerung, zu verhindern, muss Thor über sich hinauswachsen, zunächst einmal aber seinen nächsten Kampf überleben. In einer Gladiatorenarena auf dem Planeten Sakaar trifft er unter den Augen seines Bruders Loki (Tom Hiddleston) und dem wahnwitzigen Herrscher Grandmaster (Jeff Goldblum) auf seinen früheren Verbündeten aus dem Avengers-Team: den wütenden Hulk (Mark Ruffalo). 

„Thor: Tag der Entscheidung“ irritiert mit seinem Look und hat deutliche Probleme innerhalb der Geschichte. Um große Emotionen scheint es Taika Waititi nicht zu gehen, weshalb er einfach jeden Anflug davon direkt im Keim erstickt. Dafür setzt der Regisseur einmal mehr sein Gespür für Pointen und Timing unter Beweis. „Thor 3“ ist definitiv der lustigste Marvel-Film innerhalb des Cinematic Universe.


GOOD TIME  | Regie: Benny SafdieJosh Safdie | USA 2017

Zunächst scheint alles gut zu gehen: Maskiert und mit einem ausgeklügelten Plan überfallen Constantine (Robert Pattinson) und sein jüngerer, geistig zurückgebliebener Bruder Nick (Benny Safdie) eine Bank. Doch bei einer routinemäßigen Polizeikontrolle dreht Nick durch, wird geschnappt und ins Gefängnis gebracht. Der schüchterne Mann hat keine Chance, sich gegen seine Mithäftlinge zur Wehr zur setzen und wird prompt krankenhausreif geschlagen. Unterdessen versucht Constantine, die Kaution von 10.000 Dollar aufzutreiben, um Nick auszulösen. Als er erfährt, dass sein Bruder in einer Klinik ist, schmiedet er einen waghalsigen Plan: Er will Nick befreien und verschwinden. In einer Nacht voller Adrenalin beginnt für Constantine eine Odyssee durch New Yorks Unterwelt und ein spannungsgeladenes Spiel auf Zeit.

Mit „Good Time“ gelingt den Safdie-Brüdern ein visuell und akustisch einprägsamer, dynamisch inszenierter, erzählerisch allerdings nicht ganz so cleverer Gangsterthriller, der allein schon aufgrund eines überragenden Robert Pattinson einen Blick wert ist.


THE SECRET MAN  | Regie: Peter Landesman | USA 2017

USA im Sommer 1972 – Die Atmosphäre ist durch Vietnam-Krieg und Bürgerrechtsbewegung bereits aufgeheizt, als „Watergate“ wie eine Bombe einschlägt. Nach einem rätselhaften Einbruch in die Zentrale der Demokratischen Partei tappen viele Journalisten im Dunkeln. Ein Mann jedoch weiß mehr: Mark Felt, Vize-Chef des FBI, kennt die Ermittlungsergebnisse aus erster Hand und ist bereits früh von der Beteiligung der Nixon-Regierung überzeugt. Weiterer Grund seines Misstrauens ist der neue, von Nixon eingesetzte FBI-Direktor Patrick Gray, der die Watergate-Ermittlungen auffällig schnell beenden will. Nach 30 Dienstjahren ist Mark Felt hin- und hergerissen zwischen seiner Loyalität zum FBI und seinem Verständnis von Recht und Moral. Er riskiert schließlich alles und kontaktiert Bob Woodward, Redakteur der Washington Post… 

Regisseur Peter Landesman hat es immer noch nicht ganz raus, ein trockenes Thema emotional glaubhaft zu unterfüttern. Dafür ist „The Secret Man“ aufgrund seiner fokussierten Beobachtung des US-amerikanischen Politzirkus ein hochspannender Thriller, der dem famosen Liam Neeson seine nächste Oscar-Nominierung bescheren könnte.


GAUGUIN  | Regie: Edouard Deluc | FR/PYF 2017

Tahiti, 1891. Der französische Künstler Paul Gauguin (Vincent Cassel) hat sich in sein selbsterwähltes Exil nach Französisch-Polynesien zurückgezogen und will sich dort von der Schönheit und Exotik des Landes inspirieren lassen. Er lässt sich in der Obhut einer Familie von Einheimischen vom Dschungel verschlucken, trotzt Einsamkeit, Hunger und Krankheit. Während seinen Erkundungstouren über die Insel trifft er auf die junge Eingeborene Tehura (Tuhei Adams), in die er sich verliebt und die später auch zu seiner Muse und zum Modell seiner bekanntesten Gemälde werden wird. Als freier Mann in der Wildnis – fernab der Politik und Regeln eines zivilisierten Europas, entwickelt er einen neuen Stil des Malens, der später die berühmtesten Kunstwissenschaftler der Welt von seinem Können überzeugen wird. 

„Für ein handfestes Künstlerbiopic über den Maler Paul Gauguin ist Edouard Delucs Drama zu oberflächlich. Wem eine spektakuläre Naturkulisse und ein leidenschaftlich aufspielender Vincent Cassel genügen, darf allerdings gern einen Blick auf dieses durchaus inspirierende Filmprojekt riskieren.


PROFESSOR MARSTON & THE WONDER WOMEN  | Regie: Angela Robinson | USA 2017

Wir schreiben das Jahr 1941. Der bekannte und für seine Arbeit von Kollegen geschätzte Dr. William Marston (Luke Evans) ist lehrender Psychologe an der renommierten Harvard-Universität. Hier entwickelt er den ersten modernen Lügendetektortest und erschafft im Jahr 1941 die spätere Comicfigur der Wonder Woman. Marston lebt in einer polyamorösen Beziehung mit seiner selbstbestimmten Ehefrau Elizabeth (Rebecca Hall), die ebenfalls Psychologin und Erfinderin ist, und Olive Byrne (Bella Heathcote), einer ehemaligen Studentin. Wonder Woman wird zu einem kraftvollen Vorbild, das die feministischen Ideale repräsentieren soll, nach denen auch Elizabeth und Olive leben. Doch der Comic führt zu einer Kontroverse, deren Auswirkungen die Leben der drei Liebenden für immer verändern. 

Angela Robinson begibt sich in „Professor Marston & The Wonder Women“ zurück zu den Ursprüngen der ikonischen Comicfigur Wonder Woman und macht daraus eine seichte Dreiecks-Liebesgeschichte, die der spannenden Grundlage nicht gerecht wird. Am Ende wirkt die feministische Heldin eher wie das Ergebnis einer Männerfantasie.


DIE REISE DER PINGUINE 2  | Regie: Luc Jacquet | FR 2017

Ein Wiedersehen mit der Antarktis: Zwölf Jahre, nachdem Regisseur Luc Jacquet mit „Die Reise der Pinguine“ den Oscar gewann, kehrt er in die Heimat der Kaiserpinguine zurück. „Die Reise der Pinguine“ gehört mit über 25 Millionen Zuschauern weiterhin zu den weltweit erfolgreichsten Naturdokumentationen. Auch in Deutschland erzielt der Film mit 1,4 Millionen Zuschauern für eine Doku einen bis dahin ungeahnten Erfolg. Die Faszination für die einzigartigen Bewohner der Antarktis hat Jacquet nie losgelassen, und so organisierte er erneut eine Expedition ins ewige Eis, die sich im Herbst 2015 auf den Weg machte, über Monate hinweg unter extremsten Bedingungen das Leben in diesem einzigartigen Ökosystem zu filmen, das wie kaum ein anderes unmittelbar vom Klimawandel bedroht wird. Jacquet und sein Team drehten größtenteils in 4K-Ultra-HD-Auflösung und setzten dabei auch Drohnen und Tauchboote ein. 

Die Fortsetzung zum Millionenerfolg „Die Reise der Pinguine“ ist als solche nur konsequent – erzählt sie doch im Grunde nur all das noch einmal, was man bereits aus dem ersten Teil erfuhr. Die bildgewaltigen Naturaufnahmen sind einmal mehr spektakulär, doch der Zuschauer erfährt kaum Neues und muss sich diesmal außerdem mit einem ziemlich seichten Off-Kommentar zufrieden geben.


CASTING  | Regie: Nicolas Wackerbarth | DE 2017

Für ihren ersten Fernsehfilm sucht Regisseurin Vera (Judith Engel) die Idealbesetzung. Kurz vor dem ersten Drehtag und nach zahlreichen Castings hat sie die Hauptrolle immer noch nicht gefunden. Produzent und Team verzweifeln, doch Gerwin (Andreas Lust) freut sich über die Mehrarbeit: Er verdient sein Geld als Proben-Anspielpartner und spricht Dialogsätze für die prominenten Bewerberinnen ein, die eigentlich alles andere nötig haben, als sich einem Casting zu stellen.

Was für ein erfrischender, besonderer, lustiger, mit dem Thema Casting, Inszenierung, Inszenierung der Inszenierung spielender, vielschichtiger und überraschender Film. Weit über den Rahmen von Castings, Filmgeschäft und Probensituationen hinaus, öffnet „Casting“ lässig, direkt, klug und unterhaltsam den Blick auf eine Welt, in der Selbstvermarktung zu unser aller Alltag geworden ist.


LADY MACBETH  | Regie:  William Oldroyd | UK 2016

England im Jahr 1856. Die schöne und eigensinnige Katherine (Florence Pugh) wird gegen ihren Willen von ihrer Familie mit einem verbitterten und deutlich älteren Mann verheiratet. Die Ehe ist herzlos und die ihr aufgebürgte, neue Familie betrachtet sie als unerwünschte Bürde. In diesem Umfeld vereinsamt die lebenshungrige junge Frau zusehends. Als ihr ungeliebter Ehemann zu einer längeren Reise aufbricht und sie allein zurücklässt, erwacht Katherine aus ihrer Lethargie. Sie beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit einem rebellischen Gutsarbeiter und ist schon bald nicht mehr bereit, ihr neu gewonnenes Glück wieder loszulassen. Ihr Ehemann kehrt schließlich zurück und entdeckt das Geheimnis seiner Frau. Doch Katherine ist wie verwandelt. Sie wird sich niemandem mehr unterwerfen und sie schreckt vor nichts zurück, um das zu bekommen, was sie begehrt…


BARBIE – DIE MAGIE DER DELFINE  | Regie: Conrad Helton | CAN 2017

Barbie und ihre Schwestern freuen sich auf einen tollen Sommer am Meer und möchten Ken bei seinem Sommerpraktikum besuchen. Dieser erforscht Delfine, die an einem Korallenriff leben. Während eines Tauchgangs im Riff entdecken die Schwestern sehr seltene, regenbogenfarbene Delfine, die nur einmal im Jahr erscheinen. Diese Begegnung beeindruckt sie so sehr, dass die Schwestern unbedingt mehr über die Erhaltung des Riffs erfahren möchten und über die Meerestiere, die dieses Riff bewohnen. Sie lernen Isla kennen, ihre mysteriöse neue Freundin. Ihre Mission ist ebenfalls der Schutz des Riffs. Das Abenteuer beginnt, als Barbie und die anderen herausfinden, dass Isla in Wirklichkeit eine Meerjungfrau ist. Aber den Schwestern bleibt keine Zeit ihre neue Freundschaft mit einer echten Meerjungfrau zu feiern, denn Isla braucht ganz dringend ihre Hilfe und auch die Hilfe der Delfine – sie müssen das Riff retten!


Heimkinotipp: DU NEBEN MIR  | Regie: Stella Meghie | USA 2017

Was wäre, wenn du in der Außenwelt nichts anfassen könntest? Wenn du nie frische Luft atmen, nie die Wärme der Sonne auf dem Gesicht spüren… und niemals den Nachbarsjungen küssen dürftest? Die 18-jährige Maddy (Amandla Stenberg) muss sich jeden Tag diese Frage stellen. Die clevere, neugierige und fantasievolle Teenagerin ist aufgrund einer schweren Krankheit gezwungen, in ihrer hermetisch versiegelten Wohnung zu leben – doch Nachbarsjunge Olly (Nick Robinson) lässt sich davon nicht abschrecken. Obwohl sich die beiden nur durchs Fenster sehen und über Textnachrichten verständigen können, entwickelt sich zwischen ihnen eine intensive Beziehung – was dazu führt, dass die beiden alles aufs Spiel setzen. Selbst wenn sie dadurch alles verlieren sollten. 

Die ebenso kreativ wie sensibel erzählte Liebesgeschichte „Du neben mir“ ist inszenatorisch ein wenig generisch geraten, kann diesen Eindruck jedoch mit zwei toll miteinander interagierenden Hauptdarstellern ausgleichen und überrascht im Finale mit einem Twist, an dem sich die Geister scheiden werden.

Das startet am 12. Oktober 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 12. Oktober, der vermutlich noch stark mit den großen Starts der vergangenen Wochen zu kämpfen haben wird. Gegen „Es“ und „Blade Runner“ werden sich selbst die größeren Produktionen dieser Woche kaum durchsetzen können. Qualitativ führt an dem metahumoristiscen Animationsfilm „Captain Underpants“ kein Weg vorbei, während sich die Cineasten den neuesten Haneke-Film „Happy End“ nicht entgehen lassen werden – auch wenn dieser nicht mit seinen bisherigen Werken mithalten kann. Ansonsten traue ich dem Low-Budget-Sci-Fi-Film „What Happened to Monday“ einen kleinen Überraschungserfolg zu.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

CAPTAIN UNDERPANTS  | Regie: David Soren | USA 2017

George Beard und Harold Hutchins sind beste Freunde und gehen in die vierte Klasse der Jerome Horowitz Grundschule in Piqua, Ohio. Ihre Lieblingsbeschäftigung ist es, Comics zu zeichnen und den Anderen in der Schule Streiche zu spielen. Dabei müssen sie jedoch sehr aufpassen, um sich von ihrem fiesen Schuldirektor Mr. Krupp nicht erwischen zu lassen. Da haben die beiden eine total abgefahrene Idee: George und Harold beschließen, den grimmigen Mr. Krupp mittels Hypnose in den Lieblingshelden ihrer selbst gemachten Comics zu verwandeln: den tollpatschigen Captain Underpants. Das Experiment gelingt tatsächlich! Und nun ist der gemeine Lehrer plötzlich ein kinderliebender Held, der in Unterhosen und rotem Cape für Gerechtigkeit sorgt. Gemeinsam stürzen sich die drei in herrlich aufregende Abenteuer und treffen unter anderem auch auf den gefährlich-verrückten Wissenschaftler Professor Poopypants. 

Für kleine Kinder nur bedingt geeignet, besitzt der irre Meta-Spaß „Captain Underpants – Der supertolle erste Film“ das anarchische Flair einer „Circus HalliGalli“-Folge und kombiniert es mit der selbstreferenziellen Cleverness der Sitcom „Community“. Am Ende sorgt vor allem die hohe Schlagzahl fast ausschließlich gelungener Gags und Ideen für Lachtränen.


WHAT HAPPENED TO MONDAY?  | Regie: Tommy Wirkola | UK/FR/BEL/USA 2017

In einer nahen Zukunft haben Überbevölkerung und Hungersnot zu einer drastischen Ein-Kind-Politik geführt. Dadurch sind sieben identisch aussehende Schwestern (Noomi Rapace) zu einem Versteckspiel gezwungen, um der Verfolgung durch das „Child Allocation Bureau“ unter Leitung der unerbittlichen Nicolette Cayman (Glenn Close) zu entkommen. Um zu überleben, müssen Monday, Tuesday, Wednesday, Thursday, Friday, Saturday und Sunday, wie die Frauen von ihrem Großvater (Willem Dafoe) genannt wurden, die Identität einer fiktiven Person annehmen – Karen Settman. Einmal pro Woche darf jede der Schwestern am Wochentag, dessen Namen sie trägt, an die Öffentlichkeit und am Leben teilnehmen, während die restlichen sechs in der gemeinsamen Wohnung gefangen sind. Das geht so lange gut, bis Monday eines Tages nicht mehr nach Hause zurückkehrt… 

Das Drehbuch zu “What Happened to Monday?” ist bisweilen hanebüchener Unsinn, doch die siebenfache Noomi Rapace fasziniert ebenso, wie Tommy Wirkolas erzählerische Konsequenz und die hinter dem Szenario steckende Ideologie. Und trotz des geringen Budgets macht der dystopische Sci-Fi-Film auch optisch richtig was her.


THE WAILING – DIE BESESSENEN  | Regie: Na Hong-Jin | KOR/USA 2017

Eine Reihe von bestialischen Übergriffen und grausamen Morden erschüttert ein kleines Dorf in den abgelegenen Bergen von Südkorea. Scheinbar ohne jeglichen Grund greifen sich bislang unbescholtene Nachbarn in brutalster Weise an. Der Dorfpolizist Jong-goo (Kwak Do-Won) bemüht sich um eine schnelle Aufklärung, doch es gibt keine erkennbare Erklärung für die Welle an Gewalt. Umso schneller kochen die Gerüchte und Schuldzuweisungen innerhhalb der Dorfgemeinschaft hoch. Es heißt, ein japanischer Einsiedler, der seit kurzem in einer Hütte im Wald haust, stecke hinter der Mordserie. Die Lage droht zu eskalieren, als eine dämonische Macht von der Tochter des Polizisten Besitz ergreift. Um sie zu retten, setzt Jong-goo auf die Hilfe eines Schamanen und entfesselt dabei die wahre Macht des Bösen… 

Der südkoreanische Horrorthriller „The Wailing – Die Besessenen“ ist ein visuell äußerst ansprechender, sehr düsterer Horrorthriller, der vornehmlich durch Spannung und Atmosphäre überzeugt und weniger mit interessanten Figuren.


HAPPY END  | Regie: Michael Haneke | FR/AT/DE 2017

Für die Familie Laurent läuft es bestens: Der einflussreiche Clan betreibt eine erfolgreiche Baufirma im französischen Calais, hat Geld im Überfluss und lebt auf der Sonnenseite des Lebens. An der Spitze des Clans steht die toughe Geschäftsführerin Anne, die eine Beziehung zu dem nicht minder angesehenen Anwalt Lawrence. Kriseln tut es stattdessen zwischen Anne und ihrem Sohn Pierre: Nachdem er unrühmlich bewiesen hat, nichts mit der Firma seiner Mutter zu tun haben zu wollen, haben sich die beiden fortwährend voneinander entfernt. Doch als wäre das nicht das einzige Problem innerhalb der Laurent-Familie, begeht Annes Schwägerin einen Selbstmordversuch, was dazu führt, dass ihre Nichte Eve in dem altehrwürdigen Anwesen der Laurents einzieht; gemeinsam mit ihrem Vater Thomas, der sich allerdings kaum für seine Tochter interessiert. 

„Happy End“ ist die eisige Entmystifizierung der Oberschicht, die Michael Haneke mit der nötigen Grimmigkeit versieht, dabei jedoch überraschend wenig Biss an den Tag legt. Am Ende glaubt man als Zuschauer kaum mehr an das Gute im Menschen, wohl aber an hohe Schauspielkunst.


VORWÄRTS IMMER!  | Regie: Franziska Meletzky  | DE 2017

Berlin, Oktober 1989. Anne lebt mit ihrem Vater, dem Schauspieler Otto Wolf, ein bekannter DDR-Staatsschauspieler und begnadeter Honecker- Imitator, allein in Ost-Berlin – ihre Mutter ist in den Westen gegangen. Auch Anne hat große Pläne als Schauspielerin, kann sich das aber nicht mehr in der politischen Enge der DDR vorstellen. Ihr Plan steht fest. Mit einem gefälschten Westpass will sie auch „rübermachen“. Und: sie ist schwanger, ausgerechnet von Matti, dem Sohn von Ottos ärgstem Feind und Schauspielerkollegen Harry Stein. Als Anne mit dem revolutionären August nach Leipzig zur Demonstration fährt, um sich den Pass zu besorgen, entschließt schließt sich Otto, als Erich Honecker verkleidet, ins Zentralkomitee zu gehen und den Befehl zum Rückzug der Panzer in Leipzig zu geben. Durch unglückliche Umstände landet er in Wandlitz bei Margot… 

Vom Produktionsaufwand her eher einer Fernsehproduktion entsprechend, hangelt sich die Verwechslungskomödie „Vorwärts immer!“ beständig von einem gelungenen zu einem weniger gelungenen Gag. Dank starker Darsteller ein trotzdem solides Filmerlebnis, an dem sich Zuschauer, die in dieser Zeit aufgewachsen sind, sicher noch mehr erfreuen werden.


AMERICAN ASSASSIN  | Regie: Michael Cuesta | USA 2017

Nach dem tödlichen Attentat auf seine Verlobte sinnt Mitch Rapp (Dylan O’Brien) auf Rache. Beim CIA lässt er sich von dem berüchtigten Kriegs-Veteranen Stan Hurley (Michael Keaton) zum Elite-Agenten ausbilden. Schnell erhalten die beiden ihren ersten, folgenschweren Auftrag: Es gilt, die Hintergründe einer Reihe scheinbar willkürlicher Anschläge auf sowohl militärische als auch zivile Ziele zu überprüfen. Bald entdecken sie, dass alle Attentate Parallelen aufweisen. Gemeinsam mit einer geheimen Spezialeinheit begeben sie sich auf eine hochriskante Mission: Es gilt, den äußerst gefährlichen Drahtzieher (Taylor Kitsch) hinter einer großangelegten Verschwörung zu stoppen. Doch dieser hat nicht vor, sich von seinen todbringenden Plänen abbringen zu lassen und scheint stets einen Schritt voraus. Eine erbarmungslose Jagd beginnt… 

„American Assassin“ ist ein technisch sehenswerter Actionthriller, dessen grimmige Prämisse jedoch nicht zur abgehobenen Inszenierung passt. Am Ende profitiert von dem Film vor allem Dylan O’Brien, der hiermit den Sprung ins Erwachsenenbusiness geschafft hat, doch der Zuschauer erhält kaum die Möglichkeit, mit seiner Figur oder der Geschichte zu connecten.


DARKLAND  | Regie: Fenar Ahmad | DK 2017

Zaid (Dar Salim), ein erfolgreicher Chirurg, hat ein erfülltes Leben und wohnt zusammen mit seiner hochschwangeren Frau Stine (Stine Fischer Christensen) in einer schicken Wohnung in Kopenhagens Innenstadt. Eines Nachts klopft sein jüngerer Bruder Yasin (Anis Alobaidi) an der Tür und bittet Zaid um Geld – doch er weigert sich, ihm zu helfen. Ein paar Tage später wird Yasin tot aufgefunden – er wurde brutal zugerichtet und ermordet. Da die Polizei sich nicht sehr kooperativ gibt und den Fall schnell zu den Akten legen will, fühlt sich Zaid gezwungen, selbst herauszufinden, wer seinen Bruder auf so brutale Art umgebracht hat und begibt sich auf eine Mission in die Unterwelt Kopenhagens, um die kriminelle Bande zu beseitigen. Doch Zaids anhaltender Rachefeldzug hat ernsthafte Konsequenzen für ihn und seine Familie und er muss sich bald entscheiden, wie weit er bereit ist, zu gehen…


MALEIKA  | Regie: Matto Barfuss | DE 2016/2017

Die Gepardin Maleika hat sechs Junge zur Welt gebracht: Martha, Malte, Mirelèe, Marlo, der so gern klettert, Mia und Tollpatsch Majet. Mit ihrer struppigen Nackenmähne sehen sie aus wie Punks, und mit jedem Tag werden die Kleinen frecher und mutiger. Noch ist das Leben für die jungen Geparden ein Spiel und sie werden von ihrer Mutter Maleika beschützt. Jede neue Herausforderung bringt die Gepardenkinder ein Stück weiter in Richtung Selbstständigkeit. Doch die Wildnis birgt auch für die schnellsten Jäger der Erde viele Gefahren. Jedes Abenteuer könnte das letzte sein. Wir sind dabei, während die Rasselbande heranwächst, begleiten sie bei ihrem ersten Ausflug mit ihrer Mutter, der aufregenden Ausbildung zu Jägern und auf ihrem Weg zu neuen Abenteuern. „Maleika“ offenbart Momente großer Freude, zeigt aber auch, dass das Leben in der freien Wildnis nicht immer einfach ist, sogar manchmal ohne Ausweg zu sein scheint…


Heimkinotipp: KING ARTHUR: LEGEND OF THE SWORD  | Regie: Guy Ritchie | USA 2017

Arthur (Charlie Hunnam) hat einen schweren Start ins Leben. Schon in jungen Jahren wird er Zeuge des Mordes an seinem Vater, dem weisen König Uther (Eric Bana), der im Auftrag des machtgierigen Tyrannen Vortigern (Jude Law) grausam hingerichtet wird. Doch nur so gelingt es Vortigern, die Thronfolge anzutreten und fortan das Land unter brutalem Regiment zu regieren. Von all dem ahnt der mittlerweile zum jungen Mann herangewachsene Arthur nichts, bis sich sein Weg eines Tages mit dem verzauberten Schwert Excalibur kreuzt. Der Legende nach könne es nur dem rechtmäßigen König von England gelingen, das Schwert aus seinem Stein zu ziehen – was Arthur dann auch prompt tut. Die Folge: Der stattliche Ritter wird fortan von finsteren Visionen heimgesucht, die sich immer mehr dazu verdichten, den König in spe über seine Vergangenheit aufzuklären. Nur so kann sich seine Berufung erfüllen… 4 von 5

„King Arthur: Legend of the Sword“ ist moderne Fantasyaction vor spektakulärer Kulisse, die mit einem starken Cast, einer kurzweiligen Geschichte und dem typischen Guy-Ritchie-Drive zu überzeugen weiß. Mehr davon!

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