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Venom

Nach „Solo: A Star Wars Story“, „Justice League“ und „Der dunkle Turm“ kommt mit VENOM wieder eine Hollywood-Großproduktion, bei der hinter den Kulissen allerlei schief ging. Doch wie sehr ist es diesem selbsternannten Anti-Superheldenfilm anzumerken? Das verraten wir in unserer Kritik.

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Das startet am 4. Oktober 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 4. Oktober, der gar nicht zwingend der Haupt-Starttermin ist. Sowohl Florian Henckel von Donnersmarcks atemberaubendes Drama-Epos „Werk ohne Autor“, als auch der bislang nicht der Presse gezeigte „Venom“ kommen bereits einen Tag früher in die Kinos. Zu „Venom“ können wir entsprechend noch nichts sagen, dafür bieten die Lichtspielhäuser hochwertiges Alternativprogramm, von dem wir vor allem den dreistündigen Oscar-Kandidaten empfehlen wollen. Doch allein für die Schauspielleistungen ist auch „A Star Is Born“ einen Blick wert.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

WERK OHNE AUTOR | Regie: Florian Henckel von Donnersmarck | DE/IT 2018

Eine Kunstausstellung zu Zeiten des Dritten Reichs: Der junge Kurt Barnert sieht sich mit neugierigen Augen die Exponate einer Ausstellung an. Während seine Tante Elisabeth ihn ermutigt, sich ebenfalls in dieser Form künstlerisch zu betätigen, rümpft der Ausstellungsführer mit der Nase. Entartete Kunst wie jene, die derzeit zur Schau gestellt wird, habe keinen Wert, sie sei bestenfalls das Produkt eines handwerklich ungeschulten Kindes und schlimmstenfalls der Ausdruck eines kranken Geistes. Später wird an anderer Stelle im Nazi-Reich eine unmenschliche Entscheidung über solche „kranken Geister“ gefällt: Ärzte wie Prof. Carl Seeband werden dazu angehalten, ihre Patientinnen und Patienten in Klassen zu unterteilen – jene, die sie für erhaltenswert erachten und jene, die fortan nur die „Blutlinie“ verunreinigen würden und daher sterilisiert oder gar getötet gehören. Auch Kurts Familie wird durch diese Politik persönlich getroffen.

Florian Henckel von Donnersmarcks Mammutfilm „Werk ohne Autor“ ist ein ruhig erzähltes Drama großer Gefühle, das vor dem Hintergrund aufwühlender Geschichtsereignisse über das Werden eines Künstlers erzählt. Thematisch dicht und mit Gänsehaut-Musik untermalt, ist dieses mehr als drei Stunden lange Epos trotz kleinerer Momente, in denen die sonst stilsichere Hand von Donnersmarcks verkrampft, bewegend, geistreich und spannend zugleich.


A STAR IS BORN | Regie: Bradley Cooper | USA 2018

Der erfolgreiche Countrystar Jackson Maine hat seine besten Zeiten hinter sich, als er eines Abends die zurückhaltende Singer-Songwriterin Ally in einer Bar kennenlernt und sich Hals über Kopf in sie verliebt. Auch das Star-Potenzial bleibt ihm nicht verborgen und so überredet er die optisch nicht ganz dem Schönheitsideal entsprechende Frau, ihn bei einem seiner Auftritte zu besuchen. Gemeinsam performen sie ein Duett, das sich anschließend viral über das Internet verbreitet. Ally zieht fortan alle Blicke auf sich und damit auch die Aufmerksamkeit des erfolgreichen Musikproduzenten Rez, der ihr das Angebot macht, eine Platte zu produzieren. Schon wenige Wochen später kennt jeder ihren Namen und Ally wird zum Megastar, deren Erfolg mit einem Grammy als beste Newcomerin gekrönt wird. Doch während Ally gen Star-Himmel schwebt, erlebt Jackson einen Tiefschlag nach dem anderen… 

„A Star Is Born“ funktioniert als ergreifende Liebesgeschichte mit spektakulären Musiknummern hervorragend, an der eigentlichen Story vom aufsteigenden Starlet, an dessen Seite der alternde Mentor nach und nach zu Grunde geht, hat sich Neu-Regisseur Bradley Cooper dagegen (noch) ein wenig verhoben.


VENOM | Regie: Ruben Fleischer | USA 2018

Als Journalist versucht Eddie Brock schon seit Langem den zwielichtigen, aber genialen Gründer der Life Foundation, Carlton Drake, zu überführen – eine Besessenheit, die ihn bereits seine Karriere und die Beziehung zu seiner Freundin Anne Weying gekostet hat. Bei der aktuellen Recherche zu Drakes Experimenten verbindet sich das Alien Venom mit Eddies Körper und verleiht ihm nicht nur erstaunliche Superkräfte, sondern auch die Freiheit, zu tun, was immer er will. Durchtrieben, düster, unberechenbar und voller Zorn: Eddie muss lernen, die gefährlichen Kräfte, die von Venom ausgehen, zu kontrollieren. Und ist gleichzeitig berauscht von der Macht, die er nun in sich spürt. Da sich Eddie und Venom gegenseitig brauchen, um ihre Ziele zu erreichen, verschmelzen sie miteinander. Schließlich stellt sich die Frage: Ist das noch Eddie oder schon Venom?

„Venom“ ist zügig erzählt und hat selbst als offensichtlich zerstückelter Film noch immer mehr erzählerischen Zusammenhang als solche Desaster wie „Justice League“ oder „Der dunkle Turm“. Das ist keine Hürde, an der man seinen 100-Millionen-Dollar-Franchisebeginn messen möchte, aber es dürfte wenigstens Fans der Comicvorlage und/oder Tom Hardy beruhigen, dass „Venom“ szenenweise unterhält.

DIE ABENTEUER VON WOLFSBLUT | Regie: Alexandre Espigares | FR/LUX 2018

Alaska, zur Zeit des großen Goldrausches. Der Welpe Wolfsblut, halb Hund, halb Wolf, erkundet die noch unberührte Wildnis und wird von seiner Mutter, einer Schlittenhündin, liebevoll umsorgt und ein ums andere Mal vor den Gefahren des Waldes gerettet. Doch trotz seiner unbeschwerten Jugend lernt Wolfsblut lernt, dass das Leben ein andauernder Existenzkampf ist. Nach dem Tod der Mutter gerät er in Gefangenschaft und wird von einem alten Indianer als Schlittenhund ausgebildet. Mittlerweile zu einem stattlichen Vierbeiner herangewachsen, erkämpft er sich in seinem Rudel die Position des Leittiers unter den Schlittenhunden, bis er eines Tages in die Hände von skrupellosen Geschäftemachern fällt und für Hundekämpfe missbraucht werden soll. Doch Wolfsblut erlangt das Mitleid eines Marshalls, der ihn vor dem sicheren Tod rettet. Der Beginn einer unzertrennlichen Freundschaft…


DIE DEFEKTE KATZE | Regie: Susan Gordanshekan | DE 2018

Als die moderne, im Iran lebende, Mina und Kian durch eine arrangierte Heirat zusammen kommen, bricht nicht gleich die große Romantik aus. Aber die Jungvermählten hoffen auf eine glückliche Beziehung in Deutschland, wo Kian aufgewachsen ist und als Arzt arbeitet. Doch obwohl sich beide bemühen, scheint die Beziehung zunehmend ebenso defekt wie die graue Katze, die sich Mina kauft und die Kian nicht ausstehen kann. Jeden Tag versucht das Paar aufs Neue sich zu finden. Eine Wendung ist erst in Sicht, als sie es schaffen, sich langsam von den aufgeladenen Erwartungen, ihren eigenen sowie denen von Freunden und Familie, zu lösen.

Regisseurin Susan Gordanshekan hat mit ihrem leisen, unaufgeregten Film über eine gewissermaßen umgekehrt verlaufende Liebesgeschichte einen der Publikumslieblinge der diesjährigen Berlinaleinszeniert.


DURCH DIE WAND | Regie: Josh Lowell, Peter Mortimer | AUT 2017

Spitzenkletterer Tommy Caldwell hat seine eigene Methode Rückschläge zu überwinden, als er als Erster die 1000 Meter hohe, senkrechte Felswand Dawn Wall im Yosemite Nationalpark in den USA zu erklimmen versucht. Die atemberaubende Dokumentation zeigt die waghalsige Erstbesteigung der Dawn Wall, die weltweites Medieninteresse hervorgerufen hat. Von der Kamera begleitet leben Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson 19 Tage lang an der Felswand. Um den über knapp 1000 Meter hohen Felsen zu bezwingen, schlafen, essen und klettern sie dabei stets über einem hunderte Meter tiefen Abgrund.

Regie führten die erfahrenen Bergfilmer Josh Lowell und Peter Mortimer, die Bildgestaltung übernahm Brett Lowell. Der Film wurde produziert von Red Bull Media House (Philipp Manderla) zusammen mit Sender Films (Josh Lowell, Peter Mortimer).

Zehn Filme, die mir das 3. Quartal 2018 versüßt haben

Zum Ende eines jeden Monats veröffentliche ich in den sozialen Netzwerken meine fünf ganz persönlichen Lieblingsfilme sowie meine Flops der vergangenen Wochen. Um diese Filme in Zukunft ein wenig mehr zu würdigen, oder zu erklären, weshalb mir Film XY eben so gar nicht gefallen hat, präsentiere ich in meiner ZEHN FILME-Rubrik nun nochmal meine zehn Lieblings- und Hassfilme des vergangenen Quartals inklusive Trailer, in der Hoffnung, Ahnungslosen einen kleine Orientierung zu geben, was man im Kino auf keinen Fall verpassen sollte und was man getrost links liegen lassen darf. Gern seid Ihr unterhalb des Postings dazu aufgefordert, Eure Lieblings- und Hassfilme der vergangenen drei Monate zu veröffentlichen. Viel Spaß!

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Das startet am 20. September 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 20. September, an dem alle Augen auf Til Schweigers (natürlich vorab nicht der Presse gezeigter) Komödie „Klassentreffen“ liegen. Erste Stimmen lassen nichts Gutes erahnen. Mehr zum Film verraten wir an dieser Stelle am Donnerstag. Als Alternativprogramm gibt es mit „Searching“ einen richtig starken Thriller zu sehen, der ausschließlich auf Fernseh- und Computerbildschirmen spielt. Und auch der spanische Oscar-Kandidat „Wir sind Champions“ geht auf Zuschauerfang.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

SEARCHING | Regie: Aneesh Shaganty | USA 2018

Nachdem die 16-jährige Tochter von David Kim (John Cho) spurlos verschwindet, wird eine örtliche Untersuchung eingeleitet und Kriminalkommissarin Rosemary Vick (Debra Messing) dem Fall zugeteilt. Als es 37 Stunden später immer noch kein Lebenszeichen von Margot (Michelle La) gibt, beschließt David, am einzigen Ort zu suchen, an dem bisher noch keiner nachgesehen hat – dort, wo heutzutage alle Geheimnisse aufbewahrt werden: Er durchsucht den Laptop seiner Tochter und klickt sich einmal durch die gesamten sozialen Netzwerke, die Margot vor ihrem Verschwinden aufgesucht hat. Dabei lernt er nicht bloß den Freundeskreis seiner Tochter kennen, sondern auch, dass er Margot weitaus weniger gut kannte, als er immer angenommen hat. Wird er seine Tochter rechtzeitig und vor allem lebend wiedersehen?

Auch wenn das visuelle Konzept einer sich ausschließlich auf Computer- und Fernsehscreens abspielenden Suche nach einem vermissten Mädchen in „Searching“ klar im Vordergrund steht, ist der Film obendrein auch noch ein richtig spannender und abwechslungsreicher Thriller mit angenehm unverbrauchten Gesichtern.


DAS HAUS DER GEHEIMNISVOLLEN UHREN | Regie: Eli Roth | USA 2018

Es ist das Jahr 1955: Lewis ist kürzlich verwaist und reist daher nach Michigan. Dort erwartet ihn sein lebensfroher, exzentrischer Onkel Jonathan, der ihn aber liebend gern bei sich aufnehmen würde. Jonathan lebt in einem gotischen Anwesen voller Eigenheiten: Vor dem Eingang stehen Halloween-Kürbisse, obwohl es gar nicht Ende Oktober ist, im Haus hängen Dutzende, ach, Hunderte von tickenden Uhren an den Wänden und es gibt, Schreck lass nach, keinen Fernseher! Dafür hängt Nachbarin Florence Zimmerman tagein, tagaus im Anwesen herum, eine hoch geschlossene, streng dreinblickende Frau mit trockenem, schlagfertigen Humor und großer Sympathie für Lewis, der sich zunächst nur sehr schlecht in sein neues Zuhause einlebt. Aber dann verrät ihm Onkel Jonathan, dass er ein Hexenmeister sei und dass wirklich jeder, wenn er nur genug lernt, ebenfalls einer sein kann… 

Wem der „Gänsehaut“-Film mit Jack Black zu sehr augenzwinkernde Hommage war, oder Tim Burtons „Die Insel der geheimnisvollen Kinder“ zu viel erzählerischen Leerlauf bot, ist hier genau richtig: Eli Roth präsentiert mit „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ Einsteigergrusel in Form schräg-grimmer Familienunterhaltung.


WACKERSDORF | Regie: Oliver Haffner | DE 2018

Die Oberpfalz in den Achtzigerjahren: In der kleinen Gemeinde Wackersdorf geht alles seinen gewohnten Gang, bis die bayerische Staatsregierung die Pläne für eine Wiederaufbereitungsanlage für Kernbrennstoffe aufnimmt. Damit die Bürger diesen einschneidenden Schritt fraglos über sich ergehen lassen, versuchen die Verantwortlichen Landrat Hans Schuierer auf ihre Seite zu ziehen und schmieren ihm deshalb ordentlich Honig ums Maul. Doch unter den Bürgern regen sich erste Widerstände, die auch an Schuirer nicht spurlos vorbeigehen. Sogar innerhalb seiner eigenen Familie kommen Fragen dazu auf, ob die Politiker ihnen grundsätzliche Risiken nicht einfach verschweigen. Schließlich gelingt es, gezielt Zweifel am WAA-Vorhaben zu streuen, bis auch Schuirer schließlich Widersprüche in den Versprechen seiner Vorgesetzten entdeckt… 

Regisseur Oliver Haffner ist mit „Wackersdorf“ ein Film gelungen, der gleichermaßen authentisch wie angenehm unemotional schildert, wie sich ein Dorf gemeinsam gegen eine Bedrohung stellen konnte, von der es zum damaligen Zeitpunkt noch nicht mal wusste, wie groß diese später einmal werden würde.


WIR SIND CHAMPIONS | Regie: Javier Fesser | ESP 2018

Irgendwie läuft es momentan bei Marco (Javier Gutiérrez) nicht rund. Als Co-Trainer einer spanischen Basketballmannschaft heimst nur der Trainer das Lob und die Anerkennung ein und auch privat könnte es nicht schlechter laufen: Seine Ehe steht kurz vor dem Aus. Frustriert über sein Leben, und dass immer nur die anderen Gewinner sind, kommt es auf dem Spielfeld zum Eklat. Er beschimpft das Team, wird vom Feld geschmissen, betrinkt sich und baut einen Autounfall, was ihm prompt einen Gerichtsprozess beschert. Doch das Urteil ist so gar nicht nach seinem Geschmack. Er soll in seiner Freizeit gemeinnützig eine ganz besondere Basketballmannschaft trainieren: Ein Team, bestehend aus Menschen mit geistiger Behinderung. Und was er mit ihnen erlebt schüttelt sein Weltbild ordentlich durcheinander…

Der Überraschungshit aus Spanien kommt nach Deutschland! Vieles deutet daraufhin, dass der Oscar-Kandidat ein richtig feines Statement für die Berücksichtigung behinderter Menschen im Mainstream-Film setzen könnte. Inszenatorisch tut er das auch. Doch das unausgegorene Skript zieht der süßen Geschichte mit zweifelhaften Einzelszenen immer wieder die symbolischen Beine weg.


UNCLE DREW | Regie: Charles Stone III | USA 2018

Dax (Lil Rel Howery), klein, untersetzt und stark kurzsichtig, hat seine Ersparnisse bis zum letzten Dollar aufgebraucht, um eine Mannschaft beim Rucker Classic Streetball Wettbewerb in Harlem zu melden. Leider muss er einige Rückschläge einstecken, besonders hart für ihn: er verliert sein Team an seinen langjährigen Rivalen (Nick Kroll). Dax ist am Boden zerstört. Er muss das Turnier und das Preisgeld gewinnen! Zufällig trifft er auf den Mann, den Mythos die Legende: Uncle Drew (NBA All-Star Kyrie Irving). Dax überzeugt ihn, noch einmal auf das Spielfeld zurückzukehren. Die beiden Männer brechen zu einem Roadtrip auf, um Drews altes Basketballteam (Shaquille O’Neal, Chris Webber, Reggie Miller, Nate Robinson und Lisa Leslie) zusammenzutrommeln und zu beweisen, dass einer Gruppe Senioren immer noch der ganz große Wurf gelingen kann.

Der US-Überraschungserfolg „Uncle Drew“ kann mit einigen spektakulären Basketball-Szenen punkten. Doch abgesehen davon sind das anstrengende Overacting der Darsteller und die erschreckend langweilige Story auf unterschiedliche Weise nur schwer erträglich. Die für deutsche Verhältnisse ungewohnt miese Synchro gibt dem Film den Rest.


UTØYA 22. JULI | Regie: Erik Poppe | NOR 2017

Die 18-jährige Kaja (Andrea Berntzen) verbringt mit ihrer jüngeren Schwester Emilie ein paar ausgelassene Ferientage in einem Sommercamp auf der norwegischen Insel Utøya. Es gibt Streit zwischen den Schwestern und Kaja geht alleine zu dem geplanten Barbecue. Angeregt diskutieren die Jugendlichen über aktuelle politische Entwicklungen, als plötzlich von der Ferne Schüsse fallen. Erschrocken suchen Kaja und die anderen Jugndlichen Schutz im Wald. Rasend kreisen ihre Gedanken. Was passiert um sie herum? Wer sollte auf sie schießen? Kein Versteck scheint sicher. Doch die Hoffnung auf Rettung bleibt. Und Kaja setzt alles daran, Emilie zu finden. Während die Schüsse nicht verstummen wollen und sich langsam herausstellt: Die Jugendlichen sind ins Visier eines wahnsinnigen Terroristen geraten. 

So intensiv sich „Utøya 22. Juli“ aus handwerklicher Sicht auch präsentiert, ist die Nachstellung des Terrorattentats auf der norwegischen Insel ein pietätloses Machwerk, das Erik Poppe mit nobler Intention begonnen haben mag, diese aber irgendwann verloren haben muss.

KLASSENTREFFEN 1.0 – DIE UNGLAUBLICHE REISE DER SILBERRÜCKEN | Regie: Til Schweiger | DE 2018

Für die Freunde Nils, Andreas und Thomas steht das 30-jährige Klassentreffen bevor. Und der Zeitpunkt könnte nicht schlechter für sie sein. Denn der frustrierte Redakteur Nils hat Hämorrhoiden und leidet unter Alterssichtigkeit, weshalb er zu einem stets jammernden Knurrhahn von einem Mann geworden ist. Andreas hingegen ist geschieden und hat kürzlich erfahren, dass seine Ex ihren früheren Paartherapeuten vögelt. Und DJ Thomas, der große Frauenheld, hat seiner Neuen versprochen, monogam zu werden. Um wieder Lust und Laune am Leben zu verspüren, machen die Drei eine muntere Reise zum großen Klassentreffen, auf der sie es nochmal so richtig krachen lassen wollen. Dabei gibt es allerdings ein Problem: Lili, die Tochter von Thomas‘ Freundin, hat sich als Aufpasserin mit auf die Gästeliste gesetzt. Also geht es als Quartett auf Reise… 

Ein desaströser Schnitt und eine penetrante Musikspur erdrosseln die paar stimmigen Szenen, die diese anstrengende Komödie zu bieten hat, bis nur noch ein unlustiger Einheitsbrei über bleibt. Aber kinematografisch ist „Klassentreffen 1.0“ immerhin auf dem gewohnten, hübschen Schweiger-Niveau.

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