Schlagwort-Archiv: Fantasy

The Darkest Minds – Die Überlebenden

Junge Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten – das Young-Adult-Kino ist voll davon. Doch obwohl zuletzt immer mehr Jugendfilmreihen nach nur einem Teil beendet oder sogar mittendrin abgebrochen wurden, wagt man sich mit der Verfilmung von THE DARKEST MINDS – DIE ÜBERLEBENDEN ein weiteres Mal an die Kombination aus Romanze und Action für Zuschauer unter 20. Ob das gut geht, das verraten wir in unserer Kritik.

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I Kill Giants

Das direkt im Heimkino erscheinende Fantasydrama I KILL GIANTS ist die Verfilmung des gleichnamigen Comics aus dem Jahr 2009. Doch obwohl diese Vorlage damit deutlich früher erschien als jene zu „Sieben Minuten nach Mitternacht“, schaut sich Anders Walters Regiearbeit lediglich wie einer sehr müder Abklatsch. Mehr dazu verraten wir in unserer Kritik.

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Das startet am 26. Juli 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 26. Juli. Die WM ist vorbei und mit „Ant-Man and the Wasp“ läutet Marvel die zweite Hälfte des Blockbustersommers 2018 ein. Der Gute-Laune-Actioner dürfte mühelos die Pole-Position der Kinocharts erklimmen. Doch auch „Catch Me!“ ist einiges zuzutrauen. Die Komödie über ein paar Freunde, die seit Kindertagen Fangen spielen (!), kam bei Sneak-Previews hervorragend an und erhielt eine große Werbekampagne. Gemessen am Original hat auch „Papillon“ die Chance, ein Hit zu werden, ganz im Gegensatz zu „Hotel Artemis“, dessen Vorzeichen – ein sehr geringes Einspiel im Produktionsland USA – leider schlecht stehen.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ANT-MAN AND THE WASP | Regie: Peyton Reed | USA 2018

In Folge seiner nicht ganz unumstrittenen Heldentaten an der Seite von Steve Rogers in steht der gutmütige Ex-Knacki und „Ant-Man“ Scott Lang unter Hausarrest. Sein Alltag besteht vorwiegend daraus, seine smarte Tochter Cassie zu bespaßen, für die er sogar extra so etwas wie eine Ameisen-Achterbahn gebaut hat. Doch als er sich dazu entschließt, erneut in seinen Superhelden-Anzug zu schlüpfen, gerät Scott in einen Konflikt zwischen seinem Heldendasein und dem Versuch, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen – und seiner Cassie ein möglichst guter Vater zu sein. Doch Dr. Hank Pym und dessen Tochter Hope, die mittlerweile als „Wasp“ auftritt, brauchen seine dringende Hilfe, als ein Schurke namens Ghost auftritt, um sich etwas unter den Nagel zu reißen, das nicht in ihre Hände gehört. 

Peyton Reed bleibt sich treu und inszeniert mit „Ant-Man and The Wasp“ eine verdammt unterhaltsame Actionkomödie mit einem toll harmonierenden Ensemble, spektakulären Actionszenen und zahlreichen Gags, die darüber hinwegtäuschen können, dass erzählerisch gar nicht wahnsinnig viel passiert.


CATCH ME! | Regie: Jeff Tomsic | USA 2018

Eine Gruppe von Freunden spielt seit rund 30 Jahren das Kinderspiel „Fangen“. Was einst ganz normal auf dem Spielplatz anfing, hat sich zu einer bizarren Jagd weiterentwickelt. Obwohl sie mittlerweile sehr weit voneinander entfernt wohnen, scheuen die Kumpels dabei keine Kosten und Mühen. Jede noch so verquere Idee ist erlaubt bei dem Spiel, das sie jedes Jahr jeweils im Mai veranstalten. Wer gerade der Fänger ist, reist auch mal quer durchs Land, damit er bei einem anderen einbrechen oder hinter einem Busch vorzuspringen kann, um ihn mit einer Berührung zum neuen Fänger zu machen. In diesem Jahr steht die Hochzeit des einzigen bislang unbesiegten Mitspielers Jerry an. Seine Kumpels Callahan, Chilli, Hoagie und Sable hoffen, ihn endlich in die Finger zu bekommen. Doch der Champion ist natürlich vorbereitet

Die actionreiche Komödie „Catch Me!“ lebt zu fünfzig Prozent von seiner irrwitzigen Prämisse und zu 50 Prozent davon, dass die Darsteller alles geben, um diese zum Leben zu erwecken. Ein paar visuelle Kabinettstückchen geben außerdem Pluspunkte in der B-Note.


EIN LIED IN GOTTES OHR | Regie: Fabrice Éboué | FR 2017

Dafür wurde es höchste Zeit: ein Rabbi, ein Pfarrer und ein Imam gründen eine Band. Der beruflich unter Hochdruck stehende Musikproduzent Nicolas soll diese neue Band ganz nach oben bringen. Gemeinsam mit seiner Assistentin Sabrina gelingt es ihm, aus den drei Himmelsdienern die virtuose Band Koexistenz zu formen, die sogar dem lieben Gott einen deftigen Ohrwurm verpassen könnte. Womit Nicolas und Sabrina nicht gerechnet haben, sind die Abgründe, die die Geistlichen heutzutage so mit sich herumtragen. Und so groß die Nachfrage nach göttlichen Harmonien auch sein mag – die dafür zu zähmenden Unterschiede haben sie sich etwas friedfertiger vorgestellt. Doch die drei Bandkollegen beherrschen den religiösen Beleidigungskanon perfekt und treffen bei der Arie der kulturellen Vorurteile ohne Probleme den fiesesten Ton… 

Fabrice Éboué wagt sich mit seiner musikalischen Komödie „Ein Lied in Gottes Ohr“ an die Vermittlung drei verschiedener Weltreligionen. Die meisten Gags zünden dabei und hätten sich die Macher sogar noch ein klein wenig mehr getraut, dann wäre das hier mit Sicherheit der nächste große Franzosenhit geworden.


PAPILLON | Regie: Michael Noer | USA/ESP/CZE 2017

Der in den Tag hinein lebende Henri „Papillon“ Charrière (Charlie Hunnam) wird im Frankreich der 30er Jahre zu Unrecht wegen Mordes verurteilt und muss seine lebenslange Haftstrafe in der berüchtigten Strafkolonie St. Laurent in Französisch-Guayana verbüßen. Auf dem Weg dorthin begegnet Papillon dem seltsamen Louis Dega (Rami Malek), einem verurteilten Fälscher. Nachdem er ihn vor einem Angriff anderer Häftlinge verteidigen konnte, treffen sie eine Vereinbarung: Dega steht fortan unter Papillons Schutz, im Gegenzug finanziert Dega Papillons Fluchtversuche. Im Laufe der Zeit entwickelt sich zwischen den beiden Männern eine tiefe Freundschaft, die ihnen hilft, den schweren Arbeitsdienst und die sadistische Behandlung der Wärter zu überleben und die ihnen immer wieder die Kraft gibt, nicht aufzugeben… 

An der Neuauflage des auf wahren Ereignissen beruhenden Abenteuers „Papillon“ gezielt Dinge schlecht zu finden, ist genauso schwierig, wie gezielt Dinge gut zu finden. Am Ende fehlt es dem zweifelsohne stilsicher inszenierten Film vor allem an Wiedererkennungswert.


HOTEL ARTEMIS | Regie: Drew Pearce | UK/USA 2018

Im Los Angeles des Jahres 2028 versinken die Straßen der Stadt im Chaos eines außer Kontrolle geratenen Bürgeraufstands, als immer mehr Menschen keinen Zugang zu Wasser bekommen. Für den Gangster Waikiki (Sterling K. Brown) und seine Kumpanen die perfekte Gelegenheit eine Bank zu überfallen. Als ihr Raubzug vom Kugelhagel der Polizei unterbrochen wird, bleibt der schwerverletzten Gang nur ein Ort, an den sie sich retten kann: Hotel Artemis – ein längst zum Mythos erklärtes, geheimes Krankenhaus für Schwerverbrecher. Unter der Obhut der Schwester (Jodie Foster) und ihres Assistenten (Dave Bautista) glaubt sich Waikiki zunächst sicher. Doch der wahre Ärger beginnt, als plötzlich weitere Outlaws im Hotel einchecken… 

„Hotel Artemis“ ist Noir-Thriller-Kino mit vereinzelten Actionanleihen, das mehr auf Dialoge und eine angespannte Atmosphäre setzt, als darauf, mit den vielversprechenden Figuren eine ihnen ebenbürtige Geschichte zu erzählen.


FRIDAS SOMMER | Regie: Carla Simón | ESP 2016

Spanien 1993: es ist Sommer in Barcelona, doch für die sechsjährige Frida (Laia Artigas) sind es traurige Tage. Schweigend sieht sie zu, wie die letzten Gegenstände aus der Wohnung ihrer kürzlich verstorbenen Mutter verpackt werden. Zum Abschied laufen Freunde winkend hinter dem Auto her, das sie zu Verwandten aufs Land bringt. Und obgleich sie von der Familie ihres Onkels liebevoll aufgenommen wird, lebt sich Frida fernab ihrer Heimatstadt nur zögerlich in die neue Umgebung ein. Sie tollt mit ihrer Cousine Anna (Paula Robles) durch den Garten und erkundet die Hänge und den nahegelegenen Wald, aber trotz des strahlenden Sommers macht sich immer wieder Traurigkeit bei Frida breit. Das im Grunde lebensfrohe Mädchen verhält sich unvorhersehbar und launisch, was ihre Tante Marga und ihren Onkel Esteve (David Verdaguer) vor echte Herausforderungen stellt. Wird Frida sich an ihr neues Zuhause gewöhnen?


DIE VERBORGENEN FARBEN DER DINGE | Regie: Silvio Soldini | IT/CH 2017

Der Grafikdesigner Teo verliebt sich bei einem Workshop in die Stimme einer blinden Frau, Emma. Teo ist stets auf der Flucht – vor seiner Familie und vor emotionaler Nähe. Trotz einer Freundin und einer Geliebten, fühlt er sich am wohlsten in seiner Junggesellenwohnung, zusammen mit seinem Staubsaugerroboter. Das Einzige, was er wirklich leidenschaftlich liebt, ist sein Job als kreativer Kopf bei einer Werbeagentur. Emma ist seit dem sechzehnten Lebensjahr blind. Aber sie ist eine Kämpferin, mutig, unabhängig und mit sich selbst im Reinen. Frisch von ihrem Ehemann getrennt, ist sie offen für eine Affäre. Und ehe sich Teo versieht, wird er in Emmas Bann gezogen. Sie zeigt ihm eine Welt, die dem Profi des Sehens verborgen geblieben ist. Teo, der es gewohnt ist, sich und allen anderen erfolgreich etwas vorzumachen, kommt ausgerechnet bei der blinden Emma an einen Punkt, an dem er Farbe bekennen muss.


Heimkinotipp: DIESES BESCHEUERTE HERZ | Regie: Marc Rothemund | DE 2017

Jede Nacht feiern, einen Audi R8 aus Versehen zuhause im Pool versenken, das findet Lenny ziemlich unterhaltsam. Er wohnt in der Villa seines Vaters, verschwendet dessen Geld und hält nicht viel davon, zu arbeiten. In einer Hochhaussiedlung in München liegt der 15-jährige David im Bett und versucht zu atmen. Er ist seit seiner Geburt herzkrank, und ob er seinen 16. Geburtstag feiern wird, kann ihm niemand sagen. Diese zwei Welten prallen aufeinander, als der Vater von Lenny, ein Herzspezialist, seinen Sohn dazu verpflichtet, sich um seinen Patienten David zu kümmern: David kennt hauptsächlich Operationssäle, Lenny kennt jeden Club in der Stadt. Um bequem davonzukommen, hilft er David vorerst bei den simplen Dingen, die der Junge noch erleben möchte: coole Klamotten kaufen, einen Sportwagen klauen, solche Sachen. Dabei merkt er schnell, dass Davids Leben an einem seidenen Faden hängt… 

Mit der Romanverfilmung „Dieses bescheuerte Herz“ ist Regisseur Marc Rothemund ein wahrhaftiger Film über eine unkonventionelle Freundschaft gelungen, der so ziemlich alle Kitsch- und Klischeefallen umgeht, in die seine Kollegen sonst so gern reintreten.

Das startet am 19. Juli 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 19. Juli, aus dem ein Film heraussticht: „Hotel Transsilvanien 3 – Ein Monster Urlaub“ nimmt sich die Freiheit eines eigenen Kinostarts und kommt bereits am 16. Juli in die Kinos. Das bedeutet allerdings noch lange nicht, dass man ihn sich ansehen sollte. Schon deutlich empfehlenswerter ist das „Sicario“-Sequel, auch wenn es so ganz anders ist, als sein Vorgänger. Den wohl größten Start „Mamma Mia! Here We Go Again“ konnten wir indes noch nicht sehen. Mehr zu dem Film gibt es an dieser Stelle ab dem 18. Juli. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

SICARIO 2 | Regie: Stefano Sollima | USA/IT 2018

An der Grenze zwischen den USA und Mexiko eskaliert nicht nur der brutale Drogenkrieg, immer wieder schleusen Menschenhändler auch Terroristen unbemerkt von einem Land ins andere. Die Agenten Matt Graver (Josh Brolin) und Alejandro Gillick (Benicio Del Toro) stellen sich der Gefahr der mexikanischen Kartelle und holen von der amerikanischen Seite zum Gegenschlag aus: Um einen Krieg der verfeindeten Drogenclans anzuzetteln, soll das Mädchen Isabela (Isabela Moner), Tochter eines mächtigen Kartellbosses, entführt werden. Da Alejandro noch eine ganz persönliche Fehde mit ihm auszutragen hat, setzt er sich besonders dafür ein, dass Isabela dieses Manöver heil übersteht. Doch in dem Milieu treiben bis an die Zähne bewaffnete Kriminelle ihr Unwesen, für die Mord und Totschlag zum Alltag gehört…

Inszenatorisch hat der handwerklich herausragende Drogenthriller „Sicario 2“ mit dem gefeierten ersten Teil nichts mehr zu tun. Regisseur Stefano Sollina setzt diesmal auf Düsternis, absolute Trostlosigkeit und verzichtet auf Identifikationsfiguren. An die beispiellose Spannung des ersten Teils kann der Film zwar nur noch bedingt anknüpfen, beklemmend ist er trotzdem bis zur aller letzten Minute.


303 | Regie: Hans Weingartner | DE 2018

Jan ist überzeugt, dass der Mensch von Natur aus egoistisch ist. Deswegen ist er auch nicht weiter überrascht, als ihn in Berlin seine Mitfahrgelegenheit versetzt. Jule hingegen glaubt, dass der Mensch im Kern empathisch und kooperativ ist, und bietet Jan einen Platz in ihrem „303“ Oldtimer-Wohnmobil an. Beide sind unterwegs Richtung Atlantik. Jan will nach Spanien, um seinen leiblichen Vater kennenzulernen, Jule zu ihrem Freund nach Portugal. Eigentlich soll es gemeinsam nur bis Köln gehen, doch mit jedem Kilometer eröffnet sich etwas mehr von der Welt des Anderen. Macht der Kapitalismus den Menschen zum Neandertaler? Führt Monogamie ins Unglück und kann man sich aussuchen, in wen man sich verliebt? Die beiden durchqueren Frankreich und erreichen Spanien, ihre fesselnden Gespräche werden immer persönlicher. Und es fällt ihnen immer schwerer, sich nicht ineinander zu verlieben…

Die in jahrelanger Kleinstarbeit kreierten Dialoge über Gott und die Welt sind das Herzstück des bildschön fotografierten Roadmovies „303“, doch der Regisseur und Autor scheint mehr an den ausformulierten Weisheiten interessiert zu sein, als an seinen bisweilen anstrengenden Figuren, die er in einem vermurksten Finale schließlich völlig alleine lässt.


MAMMA MIA! HERE WE GO AGAIN | Regie: Ol Parker | UK/USA 2018

Die Sonne geht auf über Kalokairi, der zauberhaftesten aller griechischen Inseln. Seit den Ereignissen von Mamma Mia! sind einige Jahre vergangen, als Sophie (Amanda Seyfried) feststellt, dass sie ein Baby erwartet. Sie vertraut sich den besten Freundinnen ihrer Mutter, Rosie (Julie Walters) und Tanya (Christine Baranski), an. Die beiden erzählen Sophie, wie ihre Mutter Donna (Oscar®-Gewinnerin Meryl Streep) damals Sam (Pierce Brosnan), Harry (Oscar®-Gewinner Colin Firth) und Bill (Stellan Skarsgård) unter der Sonne Griechenlands kennen und lieben lernte – und wie sie, schwanger und mutig, ihr Leben selbst in die Hand nahm. 

„Mamma Mia 2“ rackert sich ab, um zu ihren Gesangseinlagen zu gelangen. Das drosselt den Spaßfaktor, aber wer die Musik von ABBA mag sollte sich für einen Großteil der Laufzeit beim Lächeln ertappen.


Start: 16. Juli: HOTEL TRANSSILVANIEN 3 – EIN MONSTER URLAUB | Regie: Genndy Tartakovsky | USA 2018

Damit der vielbeschäftigte Drak (in der deutschen Fassung: Rick Kavanian) endlich einmal Urlaub von seiner Arbeit im Hotel nehmen kann, organisiert seine engagierte und ihn über alles liebende Tochter Mavis (Janina Uhse) eine Kreuzfahrt für die gesamte Monster-Familie und alle Freunde und Bekannte. Zunächst läuft alles wunderbar: Sie alle genießen sämtlichen Spaß, den der riesige Luxus-Dampfer zu bieten hat – von Monster-Volleyball bis hin zu exotischen Ausflügen – und frischen nebenbei ihren fahlen Teint im Mondlicht etwas auf. Doch die Traumreise entwickelt sich zu einem unvorhergesehenen Albtraum, als Mavis herausfindet, dass sich Drak in die mysteriöse aber attraktive Kapitänin Ericka (Anke Engelke) verliebt hat. Denn die hütet ein gefährliches Geheimnis, das die ganze Monsterheit zerstören könnte… 

„Hotel Transsilvanien 3 – Ein Monster Urlaub“ ist trotz visueller Brillanz ein lärmender, hektischer und über weite Teile einfach liebloser Animationsfilm, der den Charme der beiden sympathischen Vorgänger nahezu vollständig vermissen lässt.


LANDRAUSCHEN | Regie: Lisa Miller | DE 2018

Nach Jahren des wilden Lebens befindet sich Toni mit Ende 20 in einer Sinnkrise. Eine Erbschaftsangelegenheit dient als willkommener Grund, ihr kosmopolitisches Leben zu verlassen und wieder in ihr Heimatdorf zu fliehen, dessen Enge sie ursprünglich hinter sich lassen wollte. Doch dieser Neuanfang geht gründlich schief. Als Praktikantin für den Heimatteil einer Lokalzeitung fühlt sie sich weit unter Wert verkauft und zu Hause nehmen ihr die übergriffigen Eltern jede Luft zu atmen. Zum Glück trifft sie auf die lebenslustige Rosa. Mit ihr sieht die Welt der Heimat auf einmal anders aus. Bei Mopedfahrten und Streifzügen fühlt sich Toni wieder lebendig. Doch die Beziehung wird immer explosiver, je mehr Rosa sich zu der schönen Toni hingezogen fühlt, die sich nur um sich selbst zu drehen scheint. 

In dem authentisch inszenierten Drama „Landrauschen“ muss sich eine Städterin auf dem Land zurechtfinden, was leider keine neuen Erkenntnisse hervorbringt. Das von wahren Ereignissen inspirierte Schicksal der lesbischen Nebenfigur Nora hingegen ist ungleich einprägsamer und hätte es verdient, dass der Film nur von ihr handelt.


NICO, 1988 | Regie: Susanna Nicchiarelli | IT/BEL 2017

„Nico, 1988“ ist ein Roadmovie über die letzten Lebensjahre von Christa Päffgen – bekannt unter ihrem Künstlernamen Nico, erstes deutsches Supermodel, einstige Muse von Andy Warhol und Sängerin der Gruppe „The Velvet Underground“. Der Film erzählt von ihren letzten Auftritten in den Achtzigerjahren und spielt in Paris, Prag, Nürnberg, Manchester, auf dem polnischen Land und an der römischen Küste. Die „Priesterin der Finsternis“, wie man sie auch nannte, fand nach ihren allseits bekannten Exzessen mit ihrer Solokarriere wieder zu sich und baute eine neue Beziehung zu ihrem einzigen, fast vergessenen Sohn, den sie mit Schauspieler Alain Delon hatte, auf.

„Nico, 1988“ ist die von der glühenden Verehrerin Susanna Nichhiarelli inszenierte Geschichte der Wiedergeburt einer Künstlerin, Mutter und Frau, die einst eine Ikone war.


B12 – GESTORBEN WIRD IM NÄCHSTEN LEBEN | Regie: Christian Lerch | DE 2018

Die Dokumentation „B12 – Gestorben wird im nächsten Leben“ ist der ganz andere Heimatfilm: Christian Lerch (Regisseur und Drehbuchautor von „Was weg ist ist weg“, Drehbuchautor von „Wer früher stirbt ist länger tot“) porträtiert in seinem neuen Film eine etwas heruntergekommene Raststätte an der B12 und bietet Einblicke in ein Bayern, das man sonst nicht kennenlernen würde: Die Stammgäste sind rau, derb, anarchisch und haben einen ureigenen Blick auf die Welt, allen voran der 88-jährige Altwirt Lenz. Aus einem Herzensthema des Drehbuchautors, Schauspielers und Regisseurs Christian Lerch ist eine liebevolle Langzeitstudie für die große Leinwand geworden!

Bei seiner Premiere auf dem DOK.fest München wurde „B12 – Gestorben wird im nächsten Leben“ zu einem bejubelten Festival-Liebling.


Heimkinotipp: SHAPE OF WATER – DAS FLÜSTERN DES WASSERS | Regie: Guillermo del Toro | USA 2017

Wir schreiben das Jahr 1963. Wir befinden uns in Amerika, es herrscht der Kalte Krieg. In einem versteckten Hochsicherheitslabor der Regierung arbeitet die gleichermaßen einsame wie stumme Reinigungskraft Elisa (Sally Hawkins), eingesperrt in einem Leben der Stille und Isolation. Doch Elisas Leben ändert sich für immer, als sie und ihre Kollegin Zelda (Octavia Spencer) ein als geheim eingestuftes Experiment entdecken. Der skrupellose Wissenschaftler Richard Strickland (Michael Shannon) und seine Gefolgschaft haben ein Mischwesen gefangen genommen – irgendwo zwischen Mensch und Monster, gleichermaßen isoliert wie Elisa. Fasziniert von dem Wassermann beginnt sie, sich mit ihm anzufreunden, doch das aufkeimende Glück dieser ungewöhnlichen Liebe ist in großer Gefahr, als Strickland das Wesen wieder loswerden will… 

Der – im wahrsten Sinne des Wortes – fantastische ausgestattete „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“ ist eine außergewöhnliche Liebesgeschichte über ein unkonventionelles Liebespaar, der Guillermo del Toro das richtige Maß an Romantik, Melancholie und Dramatik zugesteht.

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