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Avengers: Infinity War

Es ist das Superheldenspektakel des Jahres: In AVENGERS: INFINITY WAR kämpfen (fast) alle Helden aus zehn Jahren Marvel Cinematic Universe gemeinsam gegen einen schier unbezwingbaren Gegner. Und während sich die Heroen der größten Gefahr stellen, erlebt der Zuschauer den Spaß seines Lebens! Mehr dazu verrate ich in meiner Kritik – natürlich ohne spaßverderbende Spoiler!

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Das startet am 26. April 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 26. April, an dem alles im Zeichen der „Avengers“ steht. „Infinity War“ wurde der deutschen Presse leider noch nicht gezeigt. Mehr zum Film gibt es am kommenden Mittwoch an dieser Stelle. Wer eine Alternative zum Superheldengetöse sucht, findet sie in Lynne Ramseys Drama „A Beautiful Day“. Für die kleinen gibt’s derweil den neuen Aardman-Animationsfilm, der hinter den letzten leider um Einiges zurückhängt.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

AVENGERS: INFINITY WAR | Regie: Anthony Russo, Joe Russo | USA 201

In den vergangenen zehn Jahren haben es die Helden aus dem Marvel Cinematic Universe mit allerlei Gefahren aufgenommen. Dabei ist ihnen entgangen, dass sich in den Untiefen des Universums ein gigantischer Gegner formiert hat, der bereit ist, alles Leben auf der Welt für immer zu zerstören. Thanos heißt er und setzt auf der Jagd nach den sechs Infinity-Steinen zu einem irren Zerstörungsfeldzug in Richtung Erde an. Die Steine würden ihm Allmacht verleihen – eine Gefahr, der sich die Avengers natürlich stellen müssen. Doch diesmal sind sie nicht alleine: Nicht nur die Guardians of the Galaxy und die Einwohner von Wakanda schließen sich ihnen an, auch Helden, die bislang alleine kämpften, formieren sich um Tony Starck, Captain America und Co., um in ihrer bislang tödlichsten Mission die Menschheit vor ihrem Untergang zu bewahren… 

„Avengers: Infinity War“ ist ein sehr starkes Best-Of aus zehn Jahren Marvel Cinematic Universe, das die Storyline konsequent vorantreibt und gewaltige Action mit sensiblen Charaktermomenten und dem typischen Marvel-Humor kombiniert.


A BEAUTIFUL DAY  | Regie:  Lynne Ramsey | UK/FR/USA 2017

Joe (Joaquin Phoenix), Ex-Militär und Ex-FBI, ist der Mann, den man bei Kidnapping ruft. Die Vergangenheit hat bei ihm physische und psychische Narben hinterlassen, er ist vom Leben gezeichnet – seine bösen Erfahrungen kann er allerdings bestens für die Rettung minderjähriger Entführungsopfer einsetzen. Joe bekommt von einem verzweifelten New Yorker Senator den Auftrag, seine halbwüchsige Tochter Nina zu befreien, die in einem Bordell festgehalten wird. Im Lauf dieser Mission jedoch gerät Joe unerwartet in ein politisches Komplott, in dem Skrupel nicht auf der Tagesordnung stehen. Auf einem Terrain, das er nicht kennt, zwischen Gegnern, die ihm an Macht weit überlegen sind, muss Joe nun um sein Leben kämpfen – und auch Nina will er nicht zurücklassen. 

Lynne Ramsey inszeniert in „A Beautiful Day“ einen typischen Actionfilm-Plot als melancholisches Sinnsuche-Drama, in dem Joaquin Phoenix als Profikiller wider Willen brilliert, der seinen Gegnern ganz ohne Blutbad, dafür umso effizienter die Lichter ausknipst.


EARLY MAN – STEINZEIT BEREIT  | Regie: Nick Park | USA/UK/FR 2018

Angesiedelt in der Vorzeit, als urzeitliche Kreaturen und wollige Mammuts die Erde bevölkerten: Höhlenmensch Dug ist überzeugt davon, dass sein Stamm mehr kann als nur Kaninchen zu jagen. Wenn überhaupt. Doch Clanführer Bobnar rät ihm von solchen Höhenflügen ab. Als Steinzeitmenschen sollten sie einfach zufrieden in ihrem Tal leben und weiter Kaninchen jagen. Wenn überhaupt. Doch als eines Tages die Bronzemenschen und mit ihnen der heimtückische und arrogante Anführers Lord Nooth das idyllische Tal des Stammes für sich beanspruchen wollen, wird Dug klar, dass es nun Zeit zu handeln ist! Zusammen mit seinem besten Freund, dem prähistorischen Wildschwein Hognob, macht er sich auf seine Heimat zu retten. Und findet dabei heraus, dass seine Vorfahren früher sehr wohl ein großes Talent besaßen…  

„Early Man – Steinzeit bereit“ liefert tricktechnisch ebenjenen Standard, den man von den Filmen aus dem Animationshause Aardman gewohnt ist. Inhaltlich war das britische Animationshaus aber schon mal besser aufgelegt.


DJAM  | Regie: Tony Gatlif | FR/GRC/TR 2017

Die junge Griechin Djam (Daphne Patakia) wird von ihrem Onkel Kakourgos (Simon Abkarian), einem ehemaligen Seemann und passionierten Rembetiko-Fan, in die türkische Metropole Istanbul geschickt, um ein rares Ersatzteil für ein Boot zu besorgen. Dort trifft sie auf die 19-jährige Französin Avril (Maryne Cayon), die als Freiwillige in die Türkei kam, um dort in der Flüchtlingshilfe zu arbeiten – doch ohne Geld und Kontakte ist die junge Frau verloren in der großen fremden Stadt. Die freche und freiheitsliebende, aber auch ebenso großherzige wie unberechenbare Djam nimmt Avril unter ihre Fittiche…

… und dies ist der Beginn einer Reise voller Hoffnung, wundervoller Begegnungen, großartiger Musik und der Freude am Teilen, die die beiden Frauen für immer verbinden wird.


MADAME AURORA UND DER DUFT VON FRÜHLING | Regie: Blandine Lenoir | FR 2017

Die lebensfrohe Aurora (Agnès Jaoui) hat zwei Töchter, ist geschieden und steht mitten im Leben. Doch plötzlich wird ihre Welt durcheinandergewirbelt: Aurora erfährt, dass sie Großmutter wird, fliegt aus ihren Job und muss zu allem Überfluss feststellen, dass das Älterwerden doch nicht so einfach ist und spurlos an ihr vorbeigeht, wie gedacht. Von Beratungsterminen beim Jobcenter, verrücktspielenden Hormonen, Konflikten mit ihren Töchtern, unangenehmen Treffen mit ihrer Schwägerin und misslungenen Dates, wird Aurora mit den Herausforderungen des Lebens konfrontiert. Als Aurora dann ihrer Jugendliebe Christophe (Thibault de Montalembert) wiederbegegnet, wird aber alles noch einmal ganz anders. Mit Hilfe ihrer besten Freundin Mano und ihren beiden Töchtern erlebt Aurora mehr und mehr, dass man etwas loslassen muss, um neu beginnen zu können.


GRAIN – WEIZEN | Regie: Semih Kaplanoğlu | TR/DE/FR/SWE/QAT 2017

Mit überwältigenden Bilder und seiner mythisch-philosophischen Geschichte entführt „Grain – Weizen“ in eine Zukunft, die so fern doch gar nicht mehr scheint. Ein abrupter Klimawandel hat das Leben auf der Erde nahezu unmöglich gemacht; Konzerne kontrollieren das Leben. Menschen leben in Ruinenstädten oder als Flüchtlinge in ländlichen Gebieten, die durch unsichtbare Elektrobarrieren von den Städten getrennt sind.

Der Wissenschaftler Erol Erin (Jean-Marc Barr) begibt sich auf die Suche nach dem berühmten Genetiker Cemin Akman (Ermin Bravo), der eine Lösung für die fortwährenden Missernten besitzen könnte, die die Menschheit in dieses Chaos gestürzt hat. Doch Akman wird in der verbotenen Zone vermutet und so entwickelt sich Erins Suche zu einem offenbarungsreichen Road-Trip mit einem ungewöhnlichen Begleiter.


MAYBE, BABY!  | Regie: Julia Becker | DE 2017

Stilldemenz, Dammriss und drückende Brüste – Marie ist 34 und kann die ewig gleichen Gespräche übers Kinderkriegen ihrer Freundinnen echt nicht mehr hören. Obendrein ist ihr Freund Sascha auch noch ganz heiß drauf, endlich Kinder mit ihr in die Welt zu setzen. Also werden die fruchtbaren Tage fleißig genutzt, um nochmal nackt zusammenzukommen. Aber will sie das wirklich? Also das ganze große Alles? Oder doch lieber frei und unabhängig sein? Und warum muss die verdammte biologische Uhr eigentlich so laut ticken? Als die Fragen in ihrem Kopf zu laut werden, flieht Marie mit Toyboy Lukas auf eine Tiroler Berghütte. Superwilder Sex und das ganz ohne Verpflichtungen, yeah! Auf dem Gipfel der Lust angekommen, muss Marie jedoch feststellen, dass auch Sascha sich dort ein paar vergnügliche Stunden mit seiner Affäre Birgit gönnt, die wiederum deutlich älter ist als er…


ELDORADO | Regie: Markus Imhoof | CH/DE 2018

„Das Einzige, was uns am Ende bleibt, sind Erinnerungen, die auf Liebe basieren.“ Es ist eine solche Erinnerung, die den preisgekrönten Regisseur Markus Imhoof sein Leben lang begleitet hat: Es ist Winter, die Schweiz ist das neutrale Land inmitten des Zweiten Weltkriegs und Markus Imhoofs Mutter wählt am Güterbahnhof ein italienisches Flüchtlingskind aus, um es aufzupäppeln. Das Mädchen heißt Giovanna – und verändert den Blick, mit dem der kleine Markus die Welt sieht. 70 Jahre später kommen wieder Fremde nach Europa. Markus Imhoof hat Giovanna nie vergessen, hat ihre Spuren verfolgt und in ihrem Land gelebt. Nun geht er an Bord eines Schiffes der italienischen Marine, es ist die Operation „Mare Nostrum“, in deren Verlauf mehr als 100.000 Menschen aus dem Mittelmeer gezogen werden. Mit den Augen des Kindes, das er damals war, spürt er den Fragen nach, die ihn seit jeher umtreiben.


 Heimkinotipp: DIE UNSICHTBAREN – WIR WOLLEN LEBEN  | Regie: Claus Räfle | DE 2017

Berlin, 1943. Die nationalsozialistische Regierung hat die Reichshauptstadt offiziell für „judenrein“ erklärt. Doch einigen Juden gelingt tatsächlich das Undenkbare. Sie werden unsichtbar für die Behörden. Oft ist es pures Glück und ihre jugendliche Unbekümmertheit, die sie vor dem gefürchteten Zugriff der Gestapo bewahrt. Nur wenige Vertraute wissen von ihrer wahren Identität. Da ist Cioma Schönhaus, der heimlich Pässe fälscht und so das Leben dutzender anderer Verfolgter zu retten versucht. Die junge Hanny Lévy blondiert sich die Haare, um als scheinbare Arierin unerkannt über den Ku’damm spazieren zu können. Eugen Friede verteilt nachts im Widerstand Flugblätter. Tagsüber versteckt er sich in der Uniform der Hitlerjugend und im Schoße einer deutschen Familie. Und schließlich ist da noch Ruth Gumpel, die als Kriegswitwe getarnt, NS-Offizieren Delikatessen serviert. 

Ohne falsche Sentimentalität bringt „Die Unsichtbaren – Wir wollen leben“ dem Zuschauer ein bislang weitgehend unterbelichtetes Kapitel der Nazizeit näher. Eine hochelegant inszenierte Symbiose aus Dokumentation und Spielfilmdrama, die gleichermaßen beeindruckt wie erschüttert.

Das startet am 5. April 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 5. April, an dem ein Start besonders spannend ist: die neue Steven-Spielberg-Produktion „Ready Player One“. Entsprechend zurückhaltend präsentiert sich das restliche Programm, das zwar einige interessante und hochwertige Starts vorzuweisen hat, die allerdings eher unter die Kategorie „Geheimtipps“ fallen.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

FILM STARS DON’T DIE IN LIVERPOOL  | Regie:  Paul McGuigan | UK 2017

Der träumerische Nachwuchsschauspieler Peter Turner (Jamie Bell) lernt im Jahr 1978 in Liverpool durch Zufall die exzentrische Diva und spätere Oscar-Preisträgerin Gloria Grahame (Annette Bening) kennen. Die beiden freunden sich an, tauschen sich über ihren Beruf aus, doch mit der Zeit entwickelt sich mehr aus dieser oberflächlichen Freundschaft. Was als aufregende Affäre zwischen einer legendären Femme Fatale und ihrem jungen Liebhaber weitergeht, entwickelt sich schließlich zu einer ernsthafteren Beziehung, in welcher Turner mehr und mehr zu einem engen Vertrauten für Gloria wird. Sie hält mehrere Jahre an, bis Dinge passieren, die sich ihrer Kontrolle entziehen, werden ihre Leidenschaft und ihre Lust am Leben auf eine harte Probe gestellt.

„Film Stars Don’t Die in Liverpool“ ist eine melancholische Liebesgeschichte über eine außergewöhnliche Beziehung, die sich nicht über den Altersunterschied von knapp dreißig Jahren definiert, sondern für die tiefe Verbindung der beiden Hauptfiguren, die Annette Bening und Jamie Bell mit viel Hingabe und Feingefühl verkörpern.


GHOSTLAND  | Regie: Pascal Laugier | FR/CAN 2018

Nach dem Tod ihrer Tante bezieht Pauline mit ihren beiden Töchtern Beth (Crystal Reed) und Vera (Anastasia Phillips) das alte, mit Kuriositäten vollgestopfte Haus der Verstorbenen. Gleich in der ersten Nacht im neuen Heim werden sie jedoch von brutalen Einbrechern überfallen, die die drei Frauen übel zurichten. Das Trauma sitzt tief und prägt die Schwestern bis ins Erwachsenenalter. Beth hat ihre persönliche Bewältigungsstrategie im Schreiben gefunden und ist erfolgreiche Autorin von Horrorliteratur. Vera hingegen lebt immer noch mit ihrer Mutter in dem alten Haus, leidet unter paranoiden Wahnvorstellungen und verliert zunehmend den Verstand. 16 Jahre nach dem Vorfall kehrt Beth an den Ort des Geschehens zurück – was sich als schrecklicher Fehler erweist… 

Für ein ähnlich bahnbrechendes Erlebnis wie „Martyrs“ fehlt es Pascal Laugiers neuestem Film „Ghostland“ an Innovation. Doch auch ohne diese ist der äußerst beklemmend inszenierte Terrorthriller ein fieses Vergnügen und eine charmante Verbeugung vor bekannten Horrorikonen.


PIO | Regie: Jonas Carpignano | IT/BRA/DE/FR/SWE/USA 2017

Der 14-jährige Pio wächst in in einer italienischen Küstenstadt zwischen den einheimischen Dorfbewohnern, den Geflüchteten aus Afrika und seiner Roma-Community auf. Seine älteren Geschwister, die Tag für Tag durch die Gegend ziehen, einbrechen, stehlen und sich mit rivalisierenden Clans anlegen, verehrt er. Später möchte er einmal genau so sein wie sie, weshalb er sich bereits in jungen Jahren an kleineren Vergehen probiert, um endlich ernst genommen zu werden. Als sein großer Bruder Cosimo eines Tages spurlos verschwindet, wird Pios Leben auf eine harte Probe gestellt. Fortan ist er derjenige, der die Familie versorgen muss und beginnt, auf den Pfaden seiner Geschwister, Einbrüche zu begehen, Autos zu klauen und Reisende zu bestehlen. Doch irgendwo tief im Herzen weiß er, dass er das Lenkrad vielleicht noch rumreißen könnte, um nicht dort zu landen, wo seine Familie geendet ist…

Mit „Pio“ liefert Regisseur Jonas Carpignano einen ungeschönten Einblick in die Gesellschaft eines auch in Wirklichkeit existierenden Roma-Clans im Süden Italiens, bei dem er bei aller Drastik das Urteil über derartige Zustände dem Zuschauer überlässt. Nur so gelangt er besonders nah an die von sich selbst verkörperten Mitglieder der Amato-Familie heran und schafft es, uns ein Gefühl dafür zu geben, weshalb Menschen so sind, wie sie sind – selbst, wenn sie so sind wie hier.


READY PLAYER ONE | Regie: Steven Spielberg | USA 2018

Im Jahr 2045 ist die reale Welt nur schwer zu ertragen. Wirklich lebendig fühlt sich Wade Watts nur, wenn er in das gigantische virtuelle Universum OASIS entfliehen kann, in dem die Grenzen der Geografie, der Gesetze und auch der Identität aufgehoben sind – solange man nur seiner Fantasie freien Lauf lässt. Dort verbringen die meisten Menschen ihre Tage. Entwickelt wurde OASIS vom genialen, exzentrischen James Halliday, der sein ungeheures Vermögen und die totale Kontrolle über OASIS der ersten Person hinterlässt, die siegreich aus einem dreiteiligen Wettbewerb hervorgeht: Dadurch will Halliday sicherstellen, dass ein würdiger Erbe sein Nachfolger wird. Als Wade die erste Aufgabe der realitätsverändernden Schatzsuche löst, geraten er und seine Freundesclique, die High Five genannt wird, in ein fantastisches Universum voller Entdeckungen und Gefahren und bemühen sich, OASIS und ihre Welt zu retten. 

„Ready Player One“ wäre ein Durchschnittsblockbuster, hätte sich Steven Spielberg nicht dazu entschlossen, seine Reise in die virtuelle Welt zu einem spektakulären Abenteuerspielplatz zu machen, auf dem die erzählerischen Finessen nicht halb so viel zählen, wie die Verneigen vor der Popkultur an sich.

GRINGO  | Regie: Nash Edgerton | USA/AUS 2018

Eben noch war Harold Soyinka (David Oyelowo) ein unbescholtener US-Bürger mit glücklichem Privatleben und gutem Job in der Pharmaindustrie. Doch als er während eines Businesstrips nach Mexiko erfährt, dass seine Bosse Richard (Joel Edgerton) und Elaine (Charlize Theron) einen intriganten Coup planen und seine Frau Bonnie (Thandie Newton) ihn betrügt, hat er schlagartig nichts mehr zu verlieren. Harold inszeniert seine eigene Entführung und fordert ein hohes Lösegeld. Der vermeintlich geniale Plan geht allerdings mächtig nach hinten los, denn Harold ist ohne es zu wissen tief in schmutzige Deals verstrickt. Plötzlich macht alle Welt Jagd auf den Gringo: das mexikanische Drogenkartell, ein gnadenloser Ex-Söldner, schließlich gar die US-Drogenfahndung. Harold wird viel Glück brauchen, um diesen Schlamassel lebend zu überstehen… 

Als schnörkellose Actioncomedy rund um ein vorgetäuschtes Kidnapping könnte „Gringo“ richtig gut sein, doch Nash Edgerton verzettelt sich in Belanglosigkeiten, die seine Geschichte verwässern. Daran ändern auch die stark aufspielenden Darsteller nichts.


DAS ZEITRÄTSEL | Regie: Ava DuVernay | USA 2018

Meg Murry ist ein typischer Teenager, der einfach nur dazugehören möchte. Die Tochter zweier weltberühmter Physiker ist, genau wie ihr kleiner Bruder Charles Wallace, hochintelligent und auf einzigartige Weise begabt. Was ihr Leben allerdings noch komplizierter macht, ist das plötzliche Verschwinden ihres Vaters. Als Meg herausfindet, dass es etwas mit dem geheimen Projekt ihrer Eltern zu tun haben muss, nimmt die Sache ganz neue Dimensionen an: Um ihren Vater zu finden müssen Meg, ihr Klassenkamerad Calvin und ihr Bruder dieser mysteriösen Erfindung auf den Grund gehen und sich auf eine gewagte Expedition durch Raum und Zeit begeben, in der sie in Welten vordringen, die sich jenseits jeder Vorstellungskraft befinden. Neben vielen Gefahren gibt es allerdings auch unerwartete Hilfe von drei rätselhaften überirdischen Wesen Mrs. Welche, Mrs. Soundso und Mrs. Wer, die sie auf ihrem Weg begleiten. 

Dieser Flop ist hausgemacht! Mit einer dahinsiechenden Geschichte, ätzenden Figuren und größtenteils unecht wirkenden Effekten, gehört „Das Zeiträtsel“ zu den schlechtesten Filmen, die der Disney-Konzern in den letzten Jahren veröffentlicht hat. Das ändern auch eine Handvoll schmucker Setpieces und eine stark aufspielende Hauptdarstellerin nicht.


TRANSIT  | Regie: Christian Petzold | DE/FR 2018

Die deutschen Truppen stehen vor Paris. Georg, deutscher Flüchtling, entkommt im letzten Moment nach Marseille. Im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft des Schriftstellers Weidel, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat: Ein Manuskript, Briefe, die Zusicherung eines Visums durch die mexikanische Botschaft. In Marseille darf nur bleiben, wer beweisen kann, dass er gehen wird. Visa für die möglichen Aufnahmeländer werden gebraucht, Transitvisa, die raren Tickets für die Schiffspassage. Georg erinnert sich der Papiere Weidels und nimmt dessen Identität an. Er taucht ein in die ungefähre Existenz des Transits. Flüchtlingsgespräche in den Korridoren des kleinen Hotels, der Konsulate, in den Cafés und Bars am Hafen. Er freundet sich mit Driss an, dem Sohn seines auf der Flucht gestorbenen Genossen Heinz. Wozu weiterreisen? Lässt sich anderswo ein neues Leben beginnen?


DAS MÄDCHEN AUS DEM NORDEN | Regie: Amanda Kernell | NOR/DK/SWE 2016

Im traditionellen Schweden der 1930er-Jahre besucht die ehrgeizige angehende Rentierzüchterin Elle Marja (Lene Cicilia Sparrok) mit ihrer Schwester (Mia Erika Sparroks) eine gehobene Internatsschule in Lappland. Sie gehört dem Volk der Samen an, deren Alltag von Vorurteilen und Ausgrenzung durch ihre Mitschüler und Lehrer geprägt ist. Elle Marja bemüht sich um die Anerkennung ihrer ihr zugewandten Lehrerin in der Hoffnung, so ihrem Traum von einem freien Leben näher zu kommen. Doch als an der Schule erniedrigende, rassen-biologische Untersuchungen durchgeführt werden, entscheidet sie sich für einen radikalen Schritt: Das intelligente, willensstarke und rebellische Mädchen bricht mit ihrer Familie und macht sich auf den Weg nach Uppsala, um eines neues, unabhängiges Leben zu führen. Vielleicht als Rentierzüchterin, vielleicht als etwas ganze Anderes…


Heimkinotipp: DETROIT  | Regie: Kathryn Bigelow | USA 2017

Der Sommer 1967 ist ein ausschlaggebender Moment in der modernen amerikanischen Geschichte, als das Land von wachsenden politischen und sozialen Unruhen heimgesucht wird. Die Eskalation des Vietnamkriegs sowie jahrzehntelange Ungleichheit und Unterdrückung fordern ihren Tribut. Die Unzufriedenheit und kochende Wut finden schließlich ihren Höhepunkt in den Großstädten, wo die afroamerikanische Gemeinschaft seit jeher mit systematischer Diskriminierung sowie hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen hat. Als zwei Tage nach Beginn der Rebellionen auf der Anlage eines Motels Pistolenschüsse gemeldet werden, rückt die Polizei mit einem Großaufgebot an. Statt sachlich zu ermitteln, kommt es zu einer von Vorurteilen und Gewalt geprägten Razzia. Die anwesenden Motelgäste müssen sich einem gefährlichen Verhör unterziehen, bis alles eskaliert.

„Detroit“ ist ein erschütterndes Dokument sinnlosen Rassenhasses und veranschaulicht die Ereignisse einer Nacht im sozialpolitisch äußerst angespannten Detroit Ende der Sechzigerjahre. Eine Tour de Force für Zuschauer und Darsteller, die sich die Seele aus dem Leib spielen, um daran zu erinnern, dass es so etwas wie damals nie wieder geben darf.

Ready Player One

Steven Spielbergs Zweiter in diesem Jahr hat mit seinem durchschnittlichen Journalistendrama „Die Verlegerin“ nichts mehr zu tun. Das Science-Fiction-Abenteuer READY PLAYER ONE will einfach nur Spaß machen – und das tut es trotz einiger inhaltlicher Schwächen auch. Warum, das verrate ich in meiner Kritik.

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