Schlagwort-Archiv: Abenteuer

Das startet am 6. Juni 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 6. Juni, an dem wir erneut nur wenig über die bevorstehenden Kinostarts verraten dürfen. Und so können wir uns nur lobend über den südkoreanischen Mysterythriller „Burning“ und die Pferdedoku „Magie der Wildpferde“ äußern. Was es mit dem neuen „X-Men“ und der „TKKG“-Verfilmung auf sich hat, erfahrt ihr im Laufe der kommenden Woche.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

BURNING | Regie: Chang-dong Lee | KOR 2018

Nach seinem Studium kehrt der junge Jongsu (Ah-in Yoo) in sein Heimatdorf zurück. Ein zufälliges Wiedertreffen mit seiner Schulkameradin Haemi (Jong-seo Jun) führt zu einer gemeinsamen Nacht zwischen den beiden. Jongsus Gefühle sind geweckt, doch der Zeitpunkt ist ungünstig – Haemi steht kurz vor einem lange (Steven Yeun) geplanten Trip nach Afrika und tritt diesen auch schon bald an, bittet Jongsu vorher aber noch, sich um ihre Katze zu kümmern.. Sehnsüchtig erwartet Jongsu den Tag ihrer Rückkehr. Am Flughafen trifft er Haemi jedoch nicht alleine an. Auf der Reise hat sie den wohlhabenden und mysteriösen Ben kennengelernt, der von nun an nicht mehr von ihrer Seite weicht. Als Haemi plötzlich spurlos verschwindet, stürzt die verzweifelte Suche nach ihr Jongsu in ein Labyrinth aus Misstrauen und Paranoia.

Ein Film wie ein Schwebezustand – mit „Burning“ erzählt Regisseur un Autor Chang-dong Lee eine Lovestory, ein Selbstfindungsdrama und einen Mysterythriller innerhalb von zweieinhalb Stunden, die immer besser werden, je weniger sich die Figuren und die Ereignisse greifen lassen. Ein Wunderwerk!


MAGIE DER WILDPFERDE | Regie:  Caro Lobig | DE 2019

Vier Geschichten, die tief berühren: Der Dokumentarfilm „Magie der Wildpferde“ offenbart die Situation von Wildpferden in verschiedenen Ländern der Erde. Angefangen bei den Marismeña-Wildpferden in Spanien, die einmal im Jahr Touristenmassen vorgestellt werden, über amerikanische Mustangs in Oregon, die durch ihr überhöhtes Aufkommen mittlerweile zu einer regelrechten Plage geworden sind und von Tierschützern eingefangen werden bis hin zu den polnischen Konik-Wildpferden und ihren neuen Lebensräumen. Die beeindruckenden Naturaufnahmen lassen den Kern der Begegnung von Mensch und Tier spürbar werden und zeigen klar, was wir von den gutmütigen Wildtieren lernen können. Mittlerweile haben viele der Wildpferde auch in Deutschland Enthusiasten gefunden. Auch um die soll es hier gehen.

Die Regisseurin Caro Lobig wollte mit ihrer aufwändig inszenierten Dokumentation „Magie der Wildpferde“ Begeisterung für die edlen Tiere schüren. Und mithilfe der spannenden Geschichten ist ihr genau das gelungen. Die Bilder sehen nach Leinwand aus und egal ob Mensch oder Tier: In diesem Film steckt so viel Liebe für das Wesen Pferd, dass auch Marterienfremde gebannt vor der Leinwand sitzen werden.


X-MEN: DARK PHOENIX | Regie: Simon Kinberg | USA 2019

Im Zuge einer lebensgefährlichen Mission im Weltall verliert Jean Grey (Sophie Turner) beinahe ihr Leben als sie ein kosmisches Wesen absorbiert, das sie mit Kräften ausstattet, die weit über jenen liegen, die sie oder alle anderen Mutanten besitzen. Nach ihrer Rückkehr auf die Erde kämpft sie mit diesen Gott-gleichen Fähigkeiten, aber die Mächte in ihr lassen sich nicht bändigen. Jean verliert die Kontrolle über sich und fügt jenen Schmerzen zu, die sie am meisten liebt. Als die junge Frau sogar für einen Todesfall innerhalb der X-Men sorgt, führen ihre Taten zu einem Streit und später zu einem Zerwürfnis unter den X-Men, denn die Helden sehen sich plötzlich mit ihrem bislang gefährlichsten Feind konfrontiert – einer Mutantin aus den eigenen Reihen, die mit jedem Tag zu größeren Kräften kommt und schließlich unaufhaltsam wird…

Auch wenn „X-Men: Dark Phoenix“ nicht zwingend einen klassischen Bösewicht gebraucht und dem Finale eine Reduktion der Computereffekte gut getan hätte, ist der vorerst letzte Film aus dem Mutantenuniversum eine gelungene emotionale Auseinandersetzung mit inneren Konflikten, die viele neue Diskussionsansätze rund um die bekannten Figuren bietet und noch dazu angenehm kurzweilig ist.


TKKG | Regie: Robert Thalheim | DE 2019

Tim und Willi, genannt Klößchen, lernen sich am ersten Schultag auf dem Internat kennen. Unterschiedlicher könnten die beiden kaum sein und besonders Willi, Sohn aus gutem Hause, ist nicht gerade erfreut, sich ein Zimmer mit Tim, einem Stipendiaten aus der Vorstadt, zu teilen. Doch als Klößchens Vater entführt wird und mit ihm eine wertvolle Statue aus seiner Kunstsammlung verschwindet, ist Tim der Einzige, der Willi glaubt, dass die Polizei auf der falschen Fährte ist. Gemeinsam mit dem hochintelligenten Außenseiter Karl und der smarten Polizistentochter Gaby beginnt die Gruppe auf eigene Faust zu ermitteln: ein Flugzeugabsturz, maskierte Kung-Fu-Kämpfer, eine versteckte Botschaft von Klößchens Vater. Wie passt das alles zusammen? Und was haben der blinde Hellseher Raimondo und seine Assistentin Amanda damit zu tun? Gegen alle Widerstände decken die vier eine Verschwörung auf.

Regisseur Robert Thalheim und Autor Peer Klehmet haben die Quintessenz der „TKKG“-Reihe verinnerlicht und dem Zeitgeist angepasst. Das Ergebnis ist trotzdem zeitlos, dürfte allerdings gerade bei den jungen Zuschauern großen Anklang finden, während sich erwachsene Fans am Augenzwinkern und den Anspielungen erfreuen werden.


ZWISCHEN DEN ZEILEN | Regie: Olivier Assayas | FR 2018

Manchmal fällt es nicht schwer, zwischen den Zeilen zu lesen: Léonard (Vincent Macaigne) schreibt Romane, in denen er vergangene Liebschaften verarbeitet und die realen Bezüge mehr schlecht als recht verschleiert. Bislang war er damit sehr erfolgreich. Doch sein Verleger Alain (Guillaume Canet) ist von dem letzten Manuskript nur wenig überzeugt und im Augenblick auch mehr mit der Digitalisierung seines Verlags beschäftigt – oder vielmehr mit der attraktiven jungen Mitarbeiterin, die hierfür zuständig ist. Alains Frau Selena (Juliette Binoche) dagegen gefällt Léonards Text, vielleicht, weil sie selbst mit einer Affäre in die Angelegenheit verstrickt ist. Ehrlichkeit ist hier ein zumindest flexibles Konzept. Und so diskutieren alle mit viel Witz über Dichtung und Wahrheit sowie den kulturellen und digitalen Wandel, und sehen über ihr zweifelhaftes frivoles Handeln entspannt hinweg. Ein großes Vergnügen!


RAMEN SHOP | Regie: Eric Khoo | SGP/JPN/FR 2018

Von Familiengeheimnissen und zauberhaften Rezepten: Der junge Masato (Takumi Saitoh) beherrscht ein wunderbares Handwerk: er ist Koch in einer traditionellen japanischen Suppenküche. Die traditionelle Ramen-Nudel-Suppe ist seine Spezialität. Der plötzliche Tod des Vaters versetzt Masato in seine Kindheit zurück. In einem Koffer voller Erinnerungen findet Masato nun Spuren der Liebesgeschichte seiner Eltern. Er beschließt, sich auf den Weg nach Singapur zu machen, ins Heimatland seiner Mutter, die starb als Masato 10 Jahre alt war. Für den jungen Koch beginnt eine kulinarische Reise in die Vergangenheit, denn die Geschichte seiner Familie ist eine Geschichte voller Sinnlichkeit und von großer Liebe. Masato probiert sich durch die kulinarischen Traditionen Singapurs, Japans und Chinas und lernt nicht nur die Kunst des Kochens ganz neu kennen, sondern auch die Kunst des Zusammenseins.


Heimkinotipp: THE HOUSE THAT JACK BUILT | Regie:  Lars von Trier | DK/FR/DE/SWE 2018

USA in den 1970er Jahren. Wir begleiten den hochintelligenten Jack über einen Zeitraum von zwölf Jahren und werden dabei Zeugen von fünf exemplarischen Morden, die seine Entwicklung zum Serienkiller prägen. Wir erleben die Vorfälle aus Jacks Perspektive. Jeden der Morde betrachtet er als eigenständiges Kunstwerk. Was niemand weiß, ist, dass Jack unter Neurosen leidet, die ihm in der Außenwelt große Schwierigkeiten bereiten. Obwohl der finale und unvermeidliche Polizeieinsatz unweigerlich näher rückt, was Jack einerseits sogar provoziert, ihn andererseits aber auch unter großen psychischen Druck setzt, ist er wild entschlossen, immer größere Risiken einzugehen. Das Ziel ist das ultimative Kunstwerk: Eine Kollektion all seiner Morde, manifestiert in einem von ihm selbst gebauten Haus.

In seiner pechschwarzen Serienkiller-Komödie „The House That Jack Built“ veranschaulicht Lars von Trier, wie Provokation funktioniert – und hat sein Ziel natürlich wieder einmal erreicht. Dabei macht es in erster Linie einen großen Spaß, zuzusehen, wie der Regisseur sein Publikum auflaufen lässt. Und die Eskapaden des titelgebenden Jack sind in ihrem Zynismus obendrein verdammt unterhaltsam.

Das startet am 30. Mai 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 30. Mai, an dem es im wahrsten Sinne des Wortes monströs zugeht: Mit „Godzilla II: King of the Monsters“ kommt ein spektakulärer Blockbuster in die Kinos, über den wir leider noch nicht mehr Worte als ein Kurzstatement verlieren dürfen. Mehr dazu gibt’s hier ab dem 28. Mai. Deutlich mehr sagen dürfen wir dagegen zu Dexter Fletchers Elton-John-Musical „Rocketman“ und geben damit direkt eine absolute Sehempfehlung ab. Dasselbe gilt für den Animationsfilm „Mister Link“ und das abenteuerliche Roadmovie „Roads“. Und was es noch so zu entdecken gibt, erfahrt ihr weiter unten im Text.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ROCKETMAN | Regie: Dexter Fletcher | UK/USA 2019

Mitte der 1960er-Jahre: Reginald Dwight ist ein ganz normaler Junge in einem Vorort von London, ein bisschen dick, viel zu schüchtern – nur am Klavier fühlt er sich wirklich wohl. Doch als er nach London kommt, kann er endlich seine wahre Leidenschaft ausleben: den Rock ’n’ Roll. Er trifft den Texter Bernie Taupi und erregt schnell Aufmerksamkeit in der Londoner Szene. Nur der Name passt noch nicht: Erst als Reginald sich in Elton John umbenennt, steht seinem raketengleichen Aufstieg nichts mehr im Weg, denn auf der Bühne verwandelt sich der schüchterne Reggie in einen außergewöhnlichen Rocksänger. In kürzester Zeit schießt Elton John ganz nach oben in die Charts, schreibt einen Nummer-eins-Hit nach dem anderen und trägt immer wildere Kostüme und Brillen. Doch wer steil aufsteigt, kann auch tief fallen…

Regisseur Dexter Fletcher inszeniert den Aufstieg und Fall des Weltmusikers Elton John als gleichermaßen melancholisches wie fetziges Musical-Biopic, für das er die widersprüchlichen Attribute seines ebenso schillernden wie tragischen Helden bemerkenswert stimmig unter einen Hut bekommt.


ROADS | Regie:  Sebastian Schipper | DE 2017

Der aus wohlhabenden Verhältnissen stammende, 18-jährige Gyllen (Fionn Whitehead) aus London hat das Wohnmobil seines Stiefvaters entwendet und ist dem Familienurlaub in Marokko entflohen, als er zufällig auf den gleichaltrigen William (Stéphane Bak) aus dem Kongo trifft, der versucht, die Grenze nach Europa zu überwinden, um dort seinen verschollenen Bruder zu suchen. In diesem Moment größter Verlorenheit beschließen die beiden Verbündete zu werden: Angetrieben von jugendlicher Abenteuerlust bahnt sich das ungleiche Paar seinen Weg durch Marokko, Spanien und Frankreich bis nach Calais. Während die Freundschaft und das Vertrauen der jungen Männer zueinander mit jedem Tag wächst, werden sie mit Entscheidungen konfrontiert, die nicht nur ihr eigenes Leben nachhaltig beeinflussen, denn früher oder später müssen sich die beiden ihrer ganz eigenen Realität stellen…

Nach seinem einmaligen One-Shot-Trip „Victoria“ zieht es Regisseur Sebastian Schipper mit „Roads“ wieder in konventionellere Gefilde. Dabei hangelt er sich keineswegs an den klassischen Etappen eines Roadmovies entlang; im Gegenteil! Seine ganz eigene Version davon lebt von einer unberechenbaren Atmosphäre und davon, dass er die Augen nie vor der Realität verschließt.


MISTER LINK – EIN FELLIG VERRÜCKTES ABENTEUER | Regie: Chris Butler | CAN/USA 2019

Sir Lionel Frost hält sich selbst für den weltführenden Erforscher von Mythen und Monstern. Um diesem Anspruch auch gerecht zu werden, begibt er sich auf eine Reise mit dem Ziel, die Existenz des legendären Vorfahren des Menschen, des sagenumwobenen ‚Missing Link‘, zu beweisen. Und tatsächlich wird er fündig: Das Wesen , das er Mister Link tauft, entpuppt sich als harmlose, überraschend clevere und gefühlvolle Kreatur. Mister Link ist der Letzte seiner Art und deswegen sehr einsam. Doch er hat noch eine Hoffnung: An einem sagenumwobenen Ort namens Shangri-La sollen einem Gerücht nach entfernte Verwandte von ihm leben! Sir Lionel muss nicht lange überredet werden und die beiden ziehen gemeinsam los. Unterstützt werden sie dabei von Adelina Fortnight , einer Abenteurerin, die im Besitz der einzigen Karte ist, die sie zu ihrem Ziel führen kann.

„Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer“ rangiert tricktechnisch auf gewohnt hohem Niveau, die Geschichte kombiniert eine simple Botschaft mit Laika-typischer Weisheit. Mission geglückt: Das Stop-Motion-Unternehmen kann auch Familienfilm!


GODZILLA II: KING OF THE MONSTERS | Regie: Michael Dougherty | USA/JPN 2019

Bei einem Godzilla-Angriff starb einst der kleine Sohn der Paleo-Biologin Emma Russell (Vera Farmiga). Seither hat sie sich noch ehrgeiziger in die Forschungen gestürzt und sogar einen Weg gefunden, mit den Monstern zu kommunizieren. Auch ihre toughe Tochter Madison (Millie Bobby Brown) ist von ihnen fasziniert. Doch während die Monarch-Mitarbeiter an den Kaijus herumdoktern, erheben sich mehrere gigantische Wesen, die im Begriff sind, den Lebensraum der Menschen für immer zu zerstören: Ghidorah, ein dreiköpfiger Drache, die Riesenmotte Mothra und Rodan, eine Art Urzeitvogel begeben sich rund um den Erdball hinein ins städtische Getümmel und drohen, Abermillionen Menschen zu töten. Doch Emma hat eine Idee, diese Katastrophe aufzuhalten: Sie und ihr Ex-Mann Mark (Kyle Chandler) wollen Godzilla rufen, und sich mit ihm zusammenschließen.

Machen wir uns nichts vor: Für Monsterfilm-Enthusiastin ist „Godzilla II: King of the Monsters“ ein großer Spaß. Doch abseits der großartig getricksten Kaiju-Kloppereien erlaubt sich Michael Dougherty zu viele Blockbuster-Klischeemomente, die Figuren sind uninteressant und die Gesinnung der Charaktere wechselt so häufig, dass man trotz der übersichtlichen Story irgendwann den Überblick verliert.


HIGH LIFE | Regie: Claire Denis | UK/FR/DE/POL/USA 2018

In den Tiefen des Weltalls. Jenseits unseres Sonnensystems. Monte (Robert Pattinson) und seine Tochter Willow (Jessie Ross) leben zusammen an Bord eines Raumschiffs, Raumschiff Nummer 7. Steuerungslos und gänzlich isoliert schweben sie durchs All, der Tag nur gegliedert durch Reparaturarbeiten und tägliche Statusreports an die Erde. Sie sind Teil einer experimentellen Mission, die außer Monte und Willow niemand überlebt hat. Eine Gruppe zum Tod verurteilter Straftäter hat ein Angebot des Staates angenommen: Lebenswichtige Energieressourcen im All zu finden und im Gegenzug dafür die Strafe erlassen zu bekommen. Ein trügerischer Deal. Und für die Crew eine Reise ohne Wiederkehr. So nähern sich auch Vater und Tochter ihrem letzten und unausweichlichen Ziel – dem Schwarzen Loch, dem Ende von Zeit und Raum.

Im Weltall will dich jeder bumsen: „High Life“ ist eine symbolisch aufgeladene Geschichte über Existenz und Begierde, wird von allen Beteiligten aber mit solch einer Lethargie vorgetragen und widerspricht sich zudem in ihrer inneren Logik, dass die neueste Arbeit der französischen Regievirtuosin Claire Denis am Ende vor allem eines ist: ziemlich prätentiös.


MA | Regie: Tate Taylor | USA/JPN 2019

Bei Ma sind alle willkommen. Es scheint ein glückliches Zusammentreffen zu sein: Die liebenswürdige Sue Ann (Octavia Spencer) lebt einsam und allein in einem braven Kaff in Ohio. Neuankömmling Maggie , die gerade erst mit ihrer Mutter hierher gezogen ist, und ihre Freunde wollen feiern – dürfen als Teenager aber noch keinen Alkohol kaufen. Also besorgt Sue Ann ihnen den Stoff. Und bietet den neuen, jugendlichen Freunden auch gleich noch ihren Keller als Partylocation an. Doch es herrschen klare Regeln in Sue Anns Haus: Wer fährt, bleibt nüchtern! Keine Kraftausdrücke! Die oberen Stockwerke sind tabu! Und Sue Ann wird „Ma“ genannt. Bald entpuppt sich die vermeintliche Gastfreundschaft Mas als obsessive Gier nach Gesellschaft. Der scheinbare Teenager-Traum verwandelt sich zum grauenvollen Albtraum. Und Mas Haus wird vom heißesten Schuppen der Stadt zur Hölle auf Erden.

„Ma“ ist so etwas wie ein Nicht-Film – ein Film ohne Spannung und Atmosphäre, der keinerlei Dramaturgie erkennen lässt, eventuelle Überraschungen selbst vorwegnimmt und dann noch nicht mal eine wirklich neue Story erzählt. Auf allen Ebenen missraten.


Heimkinotipp: CREED II: ROCKY’S LEGACY | Regie:  Steven Caple Jr. | USA 2018

Für Adonis Creed (Michael B. Jordan) ist das Leben ein Balanceakt geworden. Neben persönlichen Verpflichtungen und dem Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf seinen nächsten Kampf, steht ihm die größte Herausforderung seines Lebens bevor: Da sein Gegner eng mit seiner Familiengeschichte verbunden ist, steht der bevorstehende Kampf im Ring unter besonderen Vorzeichen. Doch Rocky Balboa (Sylvester Stallone) steht Adonis zur Seite und zusammen stellen sich die beiden dem Vermächtnis, das sie verbindet. Dabei werden sie mit der Frage konfrontiert, ob sich der Kampf überhaupt lohnt – letztlich erkennen sie, dass die Familie das Band ist, das alles zusammenhält. Was ist der Stoff, aus dem die Champions sind? Adonis und Rocky begreifen: Egal wohin der Lebensweg führt – niemand kann seiner Vergangenheit entkommen.

Auch für „Creed II“ ändert Steven Caple Jr. wenig an der bewährten Boxfilm-Dramaturgie. Doch das ändert nichts daran, dass das Sequel den ohnehin schon starken ersten Teil noch einmal übertrifft, denn wie der Filmemacher hier die private und die berufliche Ebene zusammenführt und dabei immer wieder die Härte, den Dreck und die Brutalität des Sports betont, ist schlicht atemberaubend.

Aladdin

Einige der kürzlich neuverfilmten Disney-Klassiker konnten sich auch im Realfilmgewand sehen lassen. Dass ausgerechnet Guy Ritchie seine ALADDIN-Neuverfilmung gegen die Wand fahren würde, überrascht – aber dann auch wieder nicht. Denn dass hier der Mann mit der sonst so energetischen Handschrift Regie geführt hat, lässt sich nicht einmal mehr erahnen. Mehr dazu verraten wir in unserer Kritik. Weiterlesen

Das startet am 23. Mai 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 23. Mai, der exakt zwei große Starts mit sich bringt – und nur über einen dürfen wir bereits schreiben. Das macht aber nix, denn so wisst ihr jetzt schon, dass „John Wick: Kapitel 3“ ein absolutes Must-See ist. Und was es mit „Aladdin“ auf sich hat, erfahrt ihr an dieser Stelle am Mittwoch um 18:00 Uhr.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

JOHN WICK: KAPITEL 3 | Regie: Chad Stahelski | USA 2019

Unmittelbar nach dem explosiven Hochstart tickt für John Wick (Keanu Reeves) die Uhr. Der aus dem vorzeitigen Ruhestand geholte Super-Auftragskiller befindet sich kurz davor, excommunicado erklärt zu werden – die Hohe Kammer, die geheime weltweite Vereinigung von Verbrecherorganisationen, die den Code der Auftragskiller durchsetzt, entzieht ihm sämtliche Schutzdienste. 14 Millionen Dollar sind auf seinen Kopf ausgesetzt: Nicht einmal ein Mann wie Wick war jemals mit so vielen parallelen Bedrohungen konfrontiert, die es allesamt darauf angelegt haben, ihm das Licht auszuknipsen, ein und für alle Mal. Die Feinde lauern überall – und sie sind bis an die Zähne bewaffnet. Für John Wick bedeutet das, dass er bis ans Ende der Welt reisen muss, um seinen ganz persönlichen Tag der Abrechnung zu haben…

„John Wick: Kapitel 3“ ist der beste Teil der Reihe. Dafür sorgen der bemerkenswerte Gewaltgrad, die spektakulären Kampfchoreographien, der Ideenreichtum und die Optik, auch wenn sich die 130 Minuten abseits der Actionszenen schon mal ein wenig lang anfühlen können.


ALL MY LOVING | Regie:  Edward Berger | DE 2019

Der gut aussehende Stefan (Lars Eidinger) ist Pilot, hat eine große Wohnung, ein schnelles Auto und viele Geliebte. Als er sein Gehör verliert und nicht mehr arbeiten kann, klammert er sich an sein altes Leben: Also zieht sich Stefan die Pilotenuniform an und reißt in Hotelbars Frauen auf. Julia (Nele Mueller-Stöfen) und ihr Mann Christian (Godehard Giese) verbringen ein langes Wochenende in Turin. Als das Paar einen verletzten Straßenhund findet, kümmert sich Julia nur noch um seine Genesung. Bei einem Abendessen mit Freunden kommt es zum Eklat. Tobias (Hans Löw) schmeißt den Haushalt und versorgt die drei Kinder, während Maren (Christine Schorn) für den Unterhalt der Familie sorgt. Das wurmt ihn, so dass die Kinder immer wieder als Ausrede für sein stagnierendes Studium herhalten. Dann erkrankt sein Vater, und Tobias stellt fest, dass das Leben für seine Eltern so nicht weitergehen kann.

Auf den ersten Blick ist „All My Loving“ nur die Nachstellung von Alltag. Auf den zweiten hebt Regisseur Edward Berger allerdings das Besondere daran hervor und erweist sich dabei als herausragender Beobachter emotionaler Ausnahmezustände.


JONATHAN | Regie: Bill Oliver | USA 2019

Jonathan (Ansel Elgort) ist ein Wunderkind, das halbtagsin einem Architekturbüro aushilft und sich die andere Hälfte des Tages um einen kranken Verwandten kümmert. Das behauptet er zumindest, doch in Wirklichkeit trägt er ein Geheimnis mit sich herum: Er teilt sich seinen Körper mit seinem Zwillingsbruder John. John besitzt nicht ansatzweise so viel Talent wie Jonathan, aber die enge Bindung zwischen den beiden hat das bislang nicht erschüttert. Mithilfe eines hinter dem Ohr installierten Time-Splitters können die Brüder den Aufenthalt in ihrem Körper aufteilen. Das hat immer gut geklappt, da sie sich an strenge Regeln halten. Doch als sich John eines Tages in Elena (Suki Waterhouse) verliebt, möchte er die Beziehung zu der jungen Frau festigen, was sein Verhältnis zu Jonathan unweigerlich komplizierter macht…

„Jonathan“ ist ein melancholisches Sci-Fi-Drama über zwei Brüder, die sich einen Körper teilen. Diese Thematik eröffnet vielfältige Diskussionsebenen, die einen persönlichen Blickwinkel auf eine eigentlich bekannte Genre-Prämisse zulassen. Das entschädigt aber nur zum Teil für das sehr behäbige Tempo und Ansel Elgorts lange Zeit eindimensionales Spiel.


ALADDIN | Regie: Guy Ritchie | USA 2019

Aladdin (ist ein Straßenjunge, der an der Seite seines treuen Affen Abu die Straßen der Stadt Agrabah unsicher macht. Mit ihren Bazaren, Palästen und fliegenden Teppichen ist sie wie gemacht für einen Träumer wie Aladdin, der eines Tages plötzlich die Liebe seines Lebens kennenlernt. Die schöne Prinzessin Jasmin, die als Straßenmädchen verkleidet für einen Moment versucht, den strengen Gesetzen innerhalb der Palastmauern zu entkommen. Für Aladdin ist die Sache klar: Er muss das Mädchen wiedersehen. Doch der der böse Jafar macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Dieser schickt den ahnungslosen jungen Mann in eine Höhle mitten in der Wüste und verspricht ihm Reichtum gegen eine Wunderlampe. Doch die Sache geht schief und die Höhle stürzt zusammen. Wie gut, dass der blaue Flaschengeist Genie Aladdin in sein Herz schließt…

Die Neuverfilmung von „Aladdin“ ist lieb- und lebloses Musicaltheater in dem jeder Song gleich klingt und Settings wie Disneyland-Kulissen aussehen. Ein Glück, dass Will Smith im Mittelteil ein wenig Zeit bekommt, den Film durch seine alleinige Anwesenheit zu retten.


EDIE – FÜR TRÄUME IST ES NIE ZU SPÄT | Regie: Simon Hunter | USA 2019

Die in die Jahre gekommene Edie (Sheily Hancock) hat sich ihr Leben lang nach den Bedürfnissen anderer gerichtet. Als ihre Tochter Nancy (Wendy Morgan) sie in ein Altersheim stecken will, beschließt die 83-Jährige, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich einen fast vergessenen Traum zu erfüllen: den Berg Suilven in den schottischen Highlands zu erklimmen. Mit ihrer angestaubten Wanderausrüstung wagt sie das Abenteuer ihres Lebens und engagiert den jungen Jonny (Kevin Guthrie), um sie für den herausfordernden Aufstieg vorzubereiten. Dieser lernt schnell ihren Dickkopf kennen und einzuschätzen, erfährt aber auch immer mehr über ihre Geschichte – und Edie beginnt allmählich, anderen und sich selbst zu vertrauen und auf die letzten Meter ihres Lebens endlich glücklich zu sein. So stolpern beide unverhofft in eine Freundschaft, die ihr Leben wunderbar auf den Kopf stellt.


Heimkinotipp: CAPERNAUM – STADT DER HOFFNUNG | Regie: Nadine Labaki | LBN/USA 2018

Zain (Zain Al Rafeea) ist gerade einmal zwölf Jahre alt. Zumindest wird er auf dieses Alter geschätzt, denn wann genau er geboren ist, weiß niemand. Der Junge hat auch keine Papiere und die Familie weiß auch selbst nicht mehr genau, wann er geboren wurde. Nun steht er vor Gericht. Er soll in seinen jungen Jahren bereits versucht haben, einen Menschen zu ermorden. Doch vor Ort wendet sich das Blatt: Er verklagt seine Eltern, weil sie ihn auf die Welt gebracht haben, obwohl sie sich nicht um ihn kümmern können. Dem Richter schildert er daraufhin seine bewegende Geschichte: Was passierte, nachdem er von zu Hause weggelaufen ist und bei einer jungen Mutter aus Äthiopien Unterschlupf fand und wie es dazu kam, dass er sich mit ihrem kleinen Baby mittellos und allein durch die Slums von Beirut kämpfen musste.

Keine Gefühlsduselei sondern harte Realität – „Capernaum – Stadt der Hoffnung“ ist ein hochemotionales Drama über Armut, für das die Regisseurin in Gänze auf falschverstandene Sentimentalität verzichtet. Stattdessen hinterfragt sie ein ganzes System, wofür sie auf die klare Einordnung in gut, böse, Opfer und Täter verzichtet. Und gerade dadurch geht der Film besonders zu Herzen.

« Ältere Einträge