Schlagwort-Archiv: Abenteuer

Das startet am 28. Februar 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 28. Februar, dessen größter Start das solide Remake von „Einer nach dem anderen“ ist – eine norwegische Thrillerkomödie, aus der Regisseur Hans Petter Moland für den internationalen Markt ein typisches Liam-Neeson-Vehikel gemacht hat. Wer es noch ein wenig derber mag, greift vielleicht eher zu „Escape Room“. Der Horrorthriller hat in den USA bereits furiose Ergebnisse erzählt und könnte so etwas wie das „Final Destination“ der aktuellen Generation werden. Keine Sorgen um Zahlen muss sich Theresa von Eltz machen. Sie übernahm die Regie des neuen „Ostwind“-Films; das Franchise liefert seit Jahren sehr solide ab und das wird sich auch diesmal nicht ändern.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ESCAPE ROOM | Regie: Adam Robitel | CAN/USA 2019

Zoey (Taylor Russell) ist eine gute Studentin, doch um sich aktiv an den Vorlesungen zu beteiligen, ist sie einfach zu zurückhaltend. Trotzdem hält ihr Dozent große Stücke auf sie, was Zoey veranlasst, an eine Aktion von ihm zu glauben, als sie eines Tages einen geheimnisvollen Würfel zugeschickt bekommt: die Einladung zu einem Abenteuer. Genau wie auch die Adrenalinjunkies Danny (Nik Dodani), Amanda (Deborah Ann Woll) und Ben (Logan Miller) findet sie sich daraufhin eingesperrt in einem sogenannten Escape Room wieder. Gemeinesam muss die Gruppe versuchen, sich mit Geschick und Körperkraft aus dieser misslichen Lage zu befreien. Doch schon wenige Minuten nach ihrem Einzug offenbart der Raum seine Gefährlichkeit. Möglicherweise werden gar nicht alle lebend dem Escape Room entkommen… 

Ein gleichermaßen smarter wie harter Horrorthriller mit klugen Figuren und einem tollen Setdesign, dessen erzählerischer Überbau auch noch funktioniert – „Escape Room“ ist ein erstes kleines Highlight im Genrejahr 2019, auf dessen Fortsetzung wir uns ganz besonders freuen.


THE HATE U GIVE | Regie: George Tillman Jr. | USA 2018

Starr führt praktisch ein Doppelleben: Die 16-Jährige lebt mit ihrer Familie in der hauptächlich von Schwarzen bevölkerten Nachbarschaft Garden Heights, jedoch besucht sie die außerhalb ihrer heimischen Gegend liegende Privatschule Williamson Prep., auf die fast nur Weiße gehen. Obwohl sich Starr in ihrem Schulalltag keine Anfeindungen anhören muss, ist er für sie noch immer ein Spießrutenlauf, da sie sich eingliedern muss, um in keine Schublade gesteckt zu werden. Als sie eines Abends mit ihrem Jugendfreund  Khalil, von einer Party nach Hause fahren will, werden die Beiden von der Polizei angehalten. Einer der weißen Officers findet Khalils Verhalten verdächtig und befiehlt ihm, den Wagen zu verlassen. Als Khalil dennoch weiter mit der sichtbar nervösen Starr auf dem Beifahrersitz spricht, eskaliert die Lage… 

„The Hate U Give“ ist ein brandaktuelles Jugend- und Gesellschaftsdrama, das von der starken Performance von Amandla Stenberg in der Hauptrolle lebt und trotz kleinerer inszenatorischer wie erzählerischer Schönheitsfehler mit Nachhall in Erinnerung bleibt.


WIE GUT IST DEINE BEZIEHUNG? | Regie: Ralf Westhoff | DE 2019

Steve ist seit fünf Jahren mit Carola zusammen, die beiden sind liebevoll und vertraut miteinander, ein gut eingespieltes Team. Aber dann muss Steve mit ansehen, wie sein Freund Bob aus heiterem Himmel von seiner Freundin verlassen wird, die sich dem gut erhaltenen, aber doch sehr viel älteren Tantra-Lehrer Harald zuwendet. Kleine, fiese Zweifel beginnen Steve umzutreiben: Ist Carola wirklich glücklich mit ihm? Widmen sie sich und ihrer Beziehung genügend Achtsamkeit? Steve, ohnehin angegriffen durch eine berufliche Situation, muss handeln. Selbstoptimierung heißt die neue Devise, körperlich, seelisch und sexuell – und da soll ausgerechnet Harald helfen. Carola erkennt ihren Liebsten nicht wieder. Beraten von ihrer besten Freundin Anette, die für Misstrauen plädiert, entschließt sie sich ihrerseits zu Veränderungen. 

Die Romantic Comedy „Wie gut ist deine Beziehung?“ ist eine zurückhaltend erzählte, dafür umso komischere Bestandsaufnahme eines Langzeitpaares, dessen nicht existente Probleme Ralf Westmann behutsam herausarbeitet. Das macht einfach Spaß!


ASCHE IST REINES WEISS | Regie: Jia Zhang-Ke | CHN/FR 2018

Qiao (Tao Zhao) kommt aus einfachen Verhältnissen, doch sie liebt Bin (Fan Liao), einen lokal sehr einflussreichen Gangster, in dessen Milieu man auch vor Gewalt nicht zurückschreckt. Ihre Liebe zu ihm ist bedingungslos und gleichzeitig genießt sie den Respekt und die Vorteile, die der Frau eines Bandenführers zuteil werden. Eines Tages werden sie von einer rivalisierenden Bande angegriffen. Im letzten Moment greift Qiao zur Waffe. Sie rettet Bin das Leben und wird dafür verurteilt: 5 Jahre verbringt sie im Gefängnis, ohne den Namen Bins preiszugeben, denn der Gebrauch von Waffen ist in ihrem Land verboten. Nach ihrer Entlassung begibt sie sich auf die Suche nach ihm, denn ihre Liebe und ihre Loyalität sind ungebrochen. Doch Bin bleibt verschwunden und das Land, das Qiao auf der Suche nach ihm durchquert, ist kaum wiederzuerkennen.

Eine außergewöhnliche Liebesgeschichte, eine Studie über Schuld und Sühne, ein brachialer Actionfilm und eine Milieustudie über das moderne China – „Asche ist reines Weiß“ ist alles und noch mehr. Ein mitreißender, kraftvoller Film, der sich nur am Ende nicht ganz entscheiden kann, was er denn nun eigentlich aussagen will.

HARD POWDER | Regie: Hans Petter Moland | UK/NOR/CAN/USA/FR 2019

Nels Coxman ist Schneepflugfahrer in einem Wintersportgebiet in den Rocky Mountains. Weil er seinen Job seit Jahren so gewissenhaft erledigt, wurde er just zum „Bürger des Jahres“ ernannt. Nur widerwillig und auf Drängen seiner Frau nimmt der einfache, bescheidene Mann die Ehrung überhaupt entgegen. Kaum wieder daheim, erhält er die Nachricht, sein einziger Sohn sei an einer Überdosis gestorben. Nels kann nicht glauben, dass Kyle überhaupt Drogen konsumiert haben könnte. Da der Fall für die Polizei aber abgeschlossen ist, macht er sich im Alleingang daran herauszufinden, was wirklich passierte. Schon bald wird klar, dass der skrupellose Drogenboss Viking und seine Handlanger hinter allem stecken. Einem cleveren Plan folgend, schaltet Nels die Gangster-Hierarchie, von unten beginnend, einen nach dem anderen aus …

Das US-Remake ist einen Tick gradliniger und bösartiger geraten als das charmant verspieltere Original. Doch auch in dieser Konstellation stimmt die Balance zwischen deftigem Rache-Reißer und düsteren Humor. Liam-Neeson-Fans kommen dank seiner gewohnt stoischen Performance dabei mal wieder voll auf ihre Kosten.


OSTWIND – ARIS ANKUNFT | Regie: Theresa von Eltz | DE 2019

Durch einen Zwischenfall werden Mika (Hanna Binke) und ihr Ostwind auf eine harte Probe gestellt. Mikas Großmutter (Cornelia Froboess), Sam (Marvin Linke) und Herr Kaan (Tilo Prückner) versuchen unterdessen, Gut Kaltenbach am Laufen zu halten, wobei sie Unterstützung von der ehrgeizigen und scheinbar netten Isabell (Lili Epply) bekommen. Dann bringt Fanny (Amber Bongard) die impulsive und kratzbürstige Ari (Luna Paiano) nach Kaltenbach und sorgt damit für mächtigen Wirbel. Ari fühlt sich sofort von Ostwind angezogen und scheint eine besondere Wirkung auf den berühmten Hengst zu haben. Ist es möglich, dass Ostwind und Mika eine weitere Seelenverwandte auf Gut Kaltenbach finden? Und wird Ari es schaffen, Ostwind vor dem skrupellosen Pferdetrainer Thordur Thorvaldsen (Sabin Tambrea) zu schützen?

Der dritten, einmal mehr toll inszenierten Fortsetzung innerhalb der „Ostwind“-Saga wird die schwierige Aufgabe zuteil, die alte Heldin Mika langsam aus der Reihe zu entlassen und dafür die rebellische Ari zu etablieren. Das ist hier hervorragend gelungen, auch wenn der Subplot rund um den bösen Pferdetrainer überhaupt nicht überzeugt. Nicht jeder Film benötigt zwingend einen Antagonisten!


MANOU – FLIEG‘ FLINK! | Regie: Christian Haas, Andrea Block | DE 2019

Manou wächst als Mauersegler bei den stolzen Möwen in Nizza auf. Er lernt schwimmen, fischen und fliegen wie sie. Dabei eifert er seinem Vater nach um eine gute Möwe zu werden. Doch bei der Flugprüfung entdeckt er, dass er das nie erreichen kann. Denn er wurde adoptiert – als Mauersegler unter Möwen bleibt er ein verhasster Eindringling. Dennoch hält seine Familie zu ihm, besonders sein Bruder Luc, der ihn eifrig bewundert. Eines nachts stehlen Ratten ein Ei als Manou Wache hält. Die Möwen sind außer sich und er wird aus der Kolonie ausgeschlossen. Nun sucht er verzweifelt nach neuen Freunden bei den Mauerseglern. Dabei verliebt er sich in Kalifa, was alles noch komplizierter macht. Als Möwen und Mauersegler in großer Gefahr schweben, kämpft Manou für beide und beweist, dass er ein wahrer Kämpfer ist. 

Neben einer handelsüblichen „Glaub an dich, dann kannst du alles schaffen!“-Geschichte erzählt die deutsche Produktion „Manou – Flieg‘ flink!“ auch noch davon, wie Rassismus entsteht und wie er sich bekämpfen lässt. Das ist für einen Animationsfilm, der noch dazu traumhaft schön animiert ist, ein sehr nobler Ansatz.


EIN KÖNIGLICHER TAUSCH | Regie: Marc Dugain | FR/BEL 2017

Frankreich, 1721: Um den Frieden mit Spanien zu besiegeln, fädelt der Regent Herzog Philipp von Orléans einen Prinzessinnentausch ein. Er will den elfjährigen französischen König Ludwig XV. mit der erst vier Jahre alten Tochter des spanischen Königs, Infantin Maria Anna Victoria, verheiraten. Im Gegenzug soll die Tochter Philipps, die zwölfjährige Louise Elisabeth, die Gemahlin des jungen spanischen Thronfolgers Don Luis werden. Madrid willigt ein und schon bald findet der Austausch der beiden Prinzessinnen an der Grenze zwischen den Ländern statt. Doch die königlichen Strategen haben die Rechnung ohne die Vermählten gemacht – denn diese haben ihren eigenen Willen.

Nach einem Roman von Bestsellerautorin Chantal Thomas, basierend auf wahren Ereignissen, zeichnet der französische Regisseur Marc Dugain ein treffendes Sittenbild des Adels im 18. Jahrhundert


KOMMISSAR GORDON & BUFFY | Regie: Linda Hambäck | SWE 2017

Als der gutmütige, etwas arbeitsmüde Detektiv Gordon (deutscher Sprecher: Sven Brieger), ein Frosch, in seinen Nachmittagskeks beißt, träumt er schon von seiner nahenden Rente. Seit vielen Jahren hat er für Frieden in der Gemeinde des Waldes gesorgt, indem er seine Mitbewohner vor dem gefürchteten Fuchs beschützt hat, doch langsam merkt er, dass seine Zeit als Gesetzeshüter vorbei ist. Zum Glück ist er Buffy (deutsche Sprecherin: Lotta Doll) begegnet, denn die pfiffige und ehrgeizige Maus ist in seinen Augen eine exzellente Nachfolgerin für seine Position. Bevor er sie allerdings zur Hauptkommissarin  berufen kann, müssen sie noch Gordons letzten Fall lösen. Ein Nüssedieb treibt sein Unwesen und es kursiert das Gerücht im Wald, dass der Fuchs dahinter stecken könnte. Gordon und Buffy machen sich an die Arbeit und gemeinsam werden sie den Fall auch bald lösen können!


Heimkinotipp: HALLOWEEN | Regie: David Gordon Green | USA 2018

Seit er vor vierzig Jahren mit einer brutalen Mordserie die amerikanische Kleinstadt Haddonfield terrorisierte und fünf Menschen auf bestialische Weise mit seinem Messer tötete, sitzt der Gewalttäter Michael Myers (Nick Castle), abgeschottet von der Außenwelt, in einer psychiatrischen Anstalt in Haft. Als er zusammen mit anderen hochgefährlichen Insassen verlegt werden soll, passiert die Katastrophe: Der Gefangenentransport verunglückt nachts auf offener Straße und er kann fliehen. Angetrieben von seinem bestialischen Drang zu morden, macht sich Myers auf nach Haddonfield, und der entsetzliche Albtraum beginnt für die Bewohner aufs Neue. Nur Laurie (Jamie Lee Curtis), die dem maskierten Killer seinerzeit nur knapp entkommen konnte, ist vorbereitet, sich dem personifizierten Bösen entgegenzustellen…

Der neue „Halloween“ ist in erster Linie eine Hommage an den Originalfilm von John Carpenter, der vor allem die Liebhaber des Siebzigerjahre-Klassikers zufriedenstellen dürfte. Das ganz große Horrorfilm-Highlight ist er nicht, doch gerade als Genrebeitrag für’s Halloween-Wochenende ist er als  ruhiger Nostalgiehorror mit modernen Elementen einen Blick wert.

Das startet am 7. Februar 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 7. Februar, an dem sich zwei Animationsfilme gegenseitig die Besucher klauen und dadurch keiner von beiden als Überhit herausstellen dürfte. Die Rede ist von „The LEGO Movie 2“ und „Drachenzähmen leicht gemacht 3“ – ich sehe aufgrund der größeren Fanbase trotzdem die Drachen vorne. Unter den restlichen Start wird sich kaum einer positiv hervortun. Sherlock Holmes hat hierzulande genauso keine Fanbase wie Will Farrell und der Rest läuft unter „ferner liefen“. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THE LEGO MOVIE 2 | Regie: Mike Mitchell | USA/DK/NOR/AUS 2019

Im Kampf gegen die Invasoren vom Planeten Duplo und für die Harmonie im LEGO-Universum sind Emmet, Lucy, Batman und ihre Freunde gescheitert. In der einst so belebten Stadt steht kein Stein mehr auf dem anderen. Stattdessen müssen sich die Figuren mittlerweile in Apocalypstadt herumschlagen und tagtäglich um ihr Überleben kämpfen. Als auch hier plötzlich Invasoren auftauchen, begibt sich die Gruppe  in weit entfernte, unerforschte Welten wie die Galaxie, die voller fantastischer Planeten, seltsamer Charaktere und einprägsamer neuer Songs steckt. Dabei müssen die Helden ihren ganzen Mut, ihre Kreativität und ihre Fähigkeiten als Meisterbauer einsetzen, um erneut zu beweisen, was wirklich in ihnen steckt. Doch die Königin Wasimmersiewilli erweist sich als größte Gegnerin in der LEGO-Geschichte… 

„The LEGO Movie 2“ schöpft das Potenzial aus, das beim ersten Teil auf der Strecke blieb. Neben unermesslicher kreativer Vielfalt und einer erneut extrem hohen Gagdichte ist es diesmal vor allem die smarte Story, die dafür sorgt, dass hiermit bereits ein erster Anwärter auf den Titel „Bester Animationsfilm 2019“ gefunden ist.


DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT 3: DIE GEHEIME WELT | Regie: Dean DeBlois | USA 2019

Hicks ist nach dem Tod seines Vaters der neue Häuptling der Wikinger von Berk. Dabei immer an seiner Seite sind der Nachtschattendrache Ohnezahn und Hicks clever-burschikose Freundin, die Jungkriegerin Astrid. Mit viel Enthusiasmus befreit der Stamm zahlreiche Artgenossen Ohnezahns aus der Gefangenschaft gewissenloser Drachenjäger und nimmt sie bei sich auf. Es sind aber schon so viele, dass das Dorf langsam zu klein wird. Hicks Gegenspieler planen derweil ihn loszuwerden, indem sie den berüchtigten Drachentöter Grimmel auf ihn und Ohnezahn ansetzen. Nach einer ersten, um ein Haar fatalen Begegnung beschließt Hicks, dass die Wikinger Berk verlassen und mit ihren feuerspeienden Freunden in Richtung einer sagenumwobenen neuen Welt aufbrechen, in der sie alle in Frieden leben können. Doch Grimmel ist bereits einen Schritt weiter…

Die Schöpfer der immens populären Animations-Abenteuerreihe haben ihre Zuschauer immer respektiert und ernst genommen – egal in welchem Alter diese sind und waren. Bei keinem der drei Teile ist das evidenter, als bei diesem visuell überwältigenden – und in Bezug auf die Handlung – ebenso emotionalen wie absolut befriedigenden Finale.


THE PRODIGY | Regie: Nicholas McCarthy | HKG/USA 2019

Der jungen Mutter Sarah und ihrem Ehemann John fällt seit einiger Zeit das beunruhigende Verhalten ihres jungen, hochbegabten Sohnes Miles auf. Alles deutet darauf hin, dass eine böse, womöglich übernatürliche Kraft von ihm Besitz ergriffen hat. Er spricht plötzlich eine fremde Sprache und murmelt böse Sätze im Schlaf, die gegenüber seinen Eltern immer bedrohlicher werden. Sarah muss sich entscheiden zwischen ihrem Mutterinstinkt, Miles zu lieben und zu schützen und dem verzweifelten Verlangen herauszufinden, was – oder wer – dafür verantwortlich ist. Sie wird gezwungen, in der Vergangenheit nach Antworten zu suchen und muss schnell feststellen, dass die Grenzen zwischen Wahrnehmung und Realität immer mehr verwischen. Gibt es Heilung für den besessenen Miles, der von Tag zu Tag unberechenbarer wird? 

„The Prodigy“ ist ein solider Gruselfilm über ein besessenes Kind, das von „Es“-Georgie Jackson Robert Scott glaubwürdig angsteinflößend verkörpert wird. Auch wenn die Story nur wenig Überraschungen bietet, hat man den positiven Eindruck, die Macher wollten vor allem eine spannende Horrorgeschichte erzählen und nicht einfach nur plump schockieren. Genau das ist ihnen gelungen.


STILLER KAMERAD | Regie: Leonard Hollmann | DE 2017

Jedes Jahr leistet die Bundeswehr im Auftrag des Deutschen Parlaments Einsätze in Krisengebieten. Jeder dieser Einsätze lässt verwundete Soldaten heimkehren. Ihre Wunden müssen nicht immer offen sichtbar sein, häufig zeigen sie sich erst viele Jahre nach dem Einsatz als eine Störung ihres seelischen Gleichgewichtes. Eine dieser Störungen ist die sogenannte „Posttraumatische Belastungsstörung“, kurz PTBS. Die Menschen leiden unter Alpträumen und dem Wiedererleben ihrer Einsätze, getriggert durch Umwelteinflüsse. Die Therapien der Bundeswehrkrankenhäuser können dabei nicht jedem helfen. Dort, wo die Schulmedizin an ihre Grenzen kommt, setzt Frau Claudia Swierczek mit ihren Pferden an. In jahrelanger Arbeit hat sie eine Therapiemethode entwickelt, die besondere Fähigkeiten von Pferden nutzt, um auch sogenannten austherapierten Patienten zu helfen. 

„Stiller Kamerad“ ist eine auch für Laien absolut nachvollziehbare Dokumentation darüber, wie Pferde traumatisierten Menschen zurück ins Leben helfen können. Das ist ergreifend und aufklärend. Schade, dass man ihr das niedrige Budget ansieht- die Macher hätten mehr verdient gehabt!


HOLMES & WATSON | Regie: Etan Cohen | USA 2018

1881 in London: Durch Zufall lernt Sherlock Holmes (Will Ferrell) den depressiven Afghanistankriegsveteranen Dr. John Watson (John C. Reilly) kennen, der sich eiligst mit ihm anfreundet. Einige Jahre später ist Sherlock Holmes im ganzen Land als genialer Meisterdetektiv bekannt, während Dr. Watson als sein treuer Begleiter dient und die gemeinsamen Abenteuer schriftlich festhält. Ihr neustes Erlebnis: Holmes wird als Zeuge bei der Gerichtsverhandlung gegen seine Nemesis Professor James Moriarty erwartet. Doch Holmes glaubt, einer perfide und meisterlich eingefädelten Verschwörung auf die Schliche gekommen zu sein. Können Watson, Haushältern Rose Hudson sowie die Amerikanerinnen Dr. Grace Hart und Millie das Chaos überstehen, das unvermeidlich ist, sobald der brillante Meisterdetektiv ohne jegliche Rücksicht auf Andere seinen Theorien nachgeht ..?

Machen wir uns nichts vor: „Holmes & Watson“ ist eine Komödie voller Rohrkrepierer und ziemlich unausgegoren – ein paar Lacher hat dieser Film aber zu bieten, nicht zuletzt dank Alan Menken, Glenn Slater und Rebecca Hall. „Schwach, aber besser als die grauenvollen US-Kritiken mutmaßen lassen“ ist ein ungeheuerlich schwaches Kompliment, aber diese Version von Sherlock Holmes und Dr. Watson braucht jedes Lob, das sie kriegen kann.


GLÜCK IST WAS FÜR WEICHEIER | Regie:  Anca Miruna Lazarescu | DE 2018

Stefan Gabriel ist Bademeister, engagierter Vater und stets darum bemüht, das Leben positiv zu sehen. Während er versucht, etwas an die Gesellschaft zurückzugeben und sich als Sterbebegleiter engagiert, kämpfen seine beiden Töchter, die zwölfjährige Jessica und ihre ältere Schwester Sabrina mit ihren ganz eigenen Problemen. Jessica wird oft für einen Jungen gehalten und muss ständig gegen ihre vielen seltsamen Ticks ankämpfen. Sabrina ist schwer krank. Jessica  würde gerne mit ihrer hübschen Schwester tauschen, die trotz Krankheit ihr Leben scheinbar voll im Griff hat. Je mehr sich Sabrinas gesundheitlicher Zustand verschlechtert, desto schlimmer werden auch Jessicas Ticks. Ein Plan muss her und zwar schnell. In einem alten Buch stoßen die beiden auf ein spezielles Ritual, das die Rettung bringen soll. Dafür müssen Sabrina und Jessica allerdings einen Jungen finden, der mit Sabrina schläft. 

Anca Miruna Lazarescus Tragikomödie „Glück ist was für Weicheier“ besitzt per se das Potenzial für einen unkonventionellen Film über Leben und Tod, ist in der uns gezeigten Fassung allerdings nahezu un(durch-)schaubar und dadurch regelrecht unerträglich. Vor allem ein Subplot rund um einen mehr als unangenehmen Therapeuten irritiert gewaltig.


FRÜHES VERSPRECHEN | Regie: Eric Barbier | FR/BEL 2017

Ein Wunderkind sollte er werden und die Welt ihm zu Füßen liegen. „Frühes Versprechen“ enthüllt das fabelhaft bunte Leben des berühmten, französischen Schriftstellers, Regisseurs und Diplomaten Romain Gary (Pierre Niney). Von seiner schweren Kindheit in Polen über seine Jugend unter der Sonne von Nizza bis hin zu den Heldentaten seiner Flüge in Afrika während des Zweiten Weltkriegs und seiner Ehe mit der berühmten Schauspielerin Jean Seberg…

Romain Gary lebte ein außergewöhnliches Leben. Ein Leben, dessen Wirklichkeit das mütterliche Wunschdenken noch übertrifft. Denn es ist die unerschütterliche Zuneigung seiner liebenswerten wie exzentrischen Mutter Nina, die ihn stets voranschreiten lässt und zu einem der größten Romanciers des 20. Jahrhunderts macht, zu dem Mann der als einziger zweimal den französischen Literaturpreis Prix Goncourt erhielt.


Heimkinotipp: ASPHALTGORILLAS | Regie: Detlev Buck | DE 2018

Atris und Franky haben sich schon als Kinder mit allerhand krummen Dingern durchs Leben geschlagen. Die beiden sind immer noch Freunde, haben sich durch ihre verschiedenen Lebenswege allerdings aus den Augen verloren. Also Franky eines Tages im fetten Lamborghini vor Atris‘ Tür auftaucht, könnte den beiden viel Geld winken. Franky will einen Falschgelddeal durchziehen und braucht dafür die Hilfe seines alten Kumpels. Der ist allerdings nicht nur gerade schwer in die Teilzeitgaunerin Bettina verknallt, sondern hat obendrein kaum Erfahrung mit größeren Deals. Noch dazu sitzt ihm sein Boss El Keitar im Nacken, bei dem Atris hohe Schulden hat. Als der Deal über die Bühne geht, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse und nicht nur die Freundschaft der beiden Männer steht auf dem Spiel, sondern auch das Leben aller Beteiligter…

Detlev Buck bedient sich für seine Interpretation von Ferdinand von Schirachs „Der Schlüssel“ zwar an diversen Motiven des aktuellen Filmgeschehens, doch gleichzeitig verpasst er ihnen immer auch seine eigene Note und macht daraus eine hochunterhaltsame Milieustudie, irgendwo zwischen „John Wick“, „The Wolf of Wall Street“ und „Nur Gott kann mich richten“.

Das startet am 31. Januar 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 31. Januar, an dem ein Film startet, der den Vorschusslorbeeren nach die Chance haben könnte, ähnlich „Ziemlich beste Freunde“ ein Dauerbrenner zu werden. Wir sprechen uns allerdings gegen „Green Book“ aus. Ganz anders „Plötzlich Familie“, eine hinreißende Familienkomödie, die es dank Starpower ebenfalls zu einem kleinen Hit bringen könnte. Besser als sein Ruf ist der Horrorthriller „The Possession of Hannah Grace“, der nur in der letzten halben Stunde ein wenig nachlässt. Und ein echtes Unikat bildet „Mia und der weiße Löwe“, eine Art „Boyhood“ mit Löwen. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

PLÖTZLICH FAMILIE | Regie: Sean Anders | USA 2018

Das glücklich verheiratete, aus der gehobenen Mittelklasse stammende Ehepaar Ellie und Pete leitet gemeinsam eine Firma, die sanierungsbedürftige Häuser kauft, von Grund auf renoviert und weiterverkauft. Das Thema Familienplanung ging bei dem geschäftigen Paar stets unter, während im Familienkreis schon längst mehrmals Nachkommen auf die Welt gebracht wurden. Eines Abends schaut sich Ellie die Webseite einer Adoptionsagentur an – und kann die Tränen kaum noch stoppen. Auch Pete lässt sich nach kurzem Widerstreben vom Gedanken mitreißen, ein Kind zu adoptieren. Der Vorbereitungskurs der Adoptionsagentur ihrer Wahl ist allerdings kein Zuckerschlecken: Karen und Sharon wollen ihre Schützlinge um jeden Preis in die perfekten Arme übergeben – und wollen zudem liebend gern schwer vermittelbare Pflegekinder an neue Eltern übermitteln. 

Mark Wahlberg zeigt sich von seiner freundlichen Seite, Rose Byrne glänzt einmal mehr und ihre Film-Adoptivkinder treffen genau den richtigen Ton zwischen kratzbürstig und goldig: Der lose auf wahren Ereignissen basierende „Plötzlich Familie“ ist eine schön gespielte Dramödie, in der sich herzliche mit lustigen Momenten nahtlos abwechseln.


MIA UND DER WEIßE LÖWE | Regie: Gilles de Maistre | FR/ZAF/DE 2018

Nur widerwillig lässt die zehnjährige Mia ihre geliebte Heimat London hinter sich. Denn ihre Eltern eröffnen in der südafrikanischen Steppe eine Löwenzucht mit angeschlossener Bed-&-Breakfast-Pension. Dort angekommen vermisst das eben noch so fröhliche Mädchen seine Freunde und ist todunglücklich. Das ändert sich erst, als ihr Dad ihr ein auf der Farm der Familie geborenes, schneeweißes Löwenbaby anvertraut. Im Laufe der nächsten drei Jahre entsteht zwischen dem Mädchen und dem langsam, aber sicher zu einem mächtigen Raubtier heranwachsenden Charlie ein starkes Band der Liebe und des Vertrauens. Nach einem beinahe fatalen Zwischenfall mit einem unvorsichtigen Touristen will Mias Vater den Löwen mit dem ungewöhnlichen Fell allerdings verkaufen. Und das ausgerechnet an einen windigen Nachbarn, der seltene Tiere Großwildjägern zum Abschuss anbietet… 

Ein bewegend realistischer Film mit einem bemerkenswerten, erstklassig funktionierenden Übergang von klassischer Familienunterhaltung zu einem spannenden Drama. Die stimmungsvollen Bilder von der wundervollen südafrikanischen Natur sind ein zusätzlicher Bonus, der den Kinobesuch schon (fast) allein rechtfertigen würde.


THE POSSESSION OF HANNAH GRACE | Regie: Diederik Van Rooijen | USA 2018

Wenn man tot ist, ist man tot. Aber manchmal ist der Tod erst der Anfang… Ein außer Kontrolle geratener Exorzismus fordert das Leben einer jungen Frau (Kirby Johnson). Monate später, mitten in der Nachtschicht, landet der schrecklich entstellte Leichnam auf dem Tisch von Megan Reed (Shay Mitchell) in der Leichenhalle, die gerade erst angefangen hat, in ihrem neuen Job zu arbeiten und selbst mit den Dämonen aus ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat. Gefangen in den Kellerräumen dieser gespenstischen Umgebung wird Megan von entsetzlichen und bizarren Visionen heimgesucht, die darauf hindeuten, dass der leblose Körper noch immer von einer dämonischen Macht besessen ist. Doch ist es wirklich der Leichnam, der ein bizarres Eigenleben führt, oder sind es die Folgen von Meghans psychischer Erkrankung, wegen der sie bereits Psychopharmaka genommen hat?

Die erste Dreiviertelstunde von „The Possession of Hannah Grace“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich mit wenigen Mitteln eine glaubhaft beklemmende Atmosphäre kreieren lässt. In der zweiten Hälfte verläuft sich der Film leider in einem standardisierten Krawall-Finale – trotzdem bleibt er bis zuletzt ein solide Schocker.


CHECKER TOBI UND DAS GEHEIMNIS UNSERES PLANETEN | Regie: Martin Tischner | DE 2019

Das größte Abenteuer seines Lebens beginnt für Checker Tobi auf einem Piratenschiff mitten im Meer. Dort entdeckt er eine Flaschenpost, in der ein Rätsel steckt. Wenn er es löst, wird er das Geheimnis unseres Planeten lüften. Eine aufregende Schnitzeljagd um die Erde beginnt! Tobi klettert auf den Krater eines feuerspeienden Vulkans, taucht mit Seedrachen im Pazifik, erkundet mit Klimaforschern die einsamsten Gegenden der Arktis und landet ausgerechnet in der trockensten Zeit des Jahres in Indien. In Mumbai wird er zum Bollywoodstar, ehe der Monsun die Megametropole verwandelt. Schließlich checkt Tobi, dass er des Rätsels Lösung während seiner ganzen Reise vor Augen hatte. Der KiKA-Held vieler Kinder erobert mit „Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten“ endlich die große Leinwand.

„Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten“ ist ein stark bebilderter Wissensfilm für Kinder im Vor- und Grundschulalter, in der der beliebte Fernsehmoderator eine Sensibilität für die Natur und ihre Geheimnisse schafft. Die Produktionsbedingungen führen den noblen Umweltschutzansatz allerdings ad absurdum und auch die gescripteten Elemente werden zumindest das erwachsene Publikum irritieren.


BELLEVILLE COP | Regie: Rachid Bouchareb | FR 2018

Baaba Keita (Omar Sy) ist Polizist im multikulturellen Pariser Stadtteil Belleville. Er ist noch nie aus seinem Viertel rausgekommen – ihm gefällt das Leben dort. Seine Freundin Lin (Diem Nguyen) allerdings hat darauf keine Lust mehr. Sie will hinaus in die Welt, auch wegen Baabas dominanter Mutter Zohra (Biyouna), die sich ständig in alles einmischt. Eines Abends wird Roland (Franck Gastambide) vor den Augen seines Jugendfreundes Baaba erschossen. Um den Mördern auf die Spur zu kommen, übernimmt Baaba Rolands Job – und zwar in Miami, am französischen Konsulat. Doch ständig kommt der französische Bulle mit dem amerikanischen Gesetz in Konflikt, ständig muss sein neuer Partner Ricardo (Luis Guzmán) ihn bei den Cop-Kollegen raushauen. Das macht eine Freundschaft zwischen den beiden vorerst schwierig. Aber mit „Miami Vice“ als Vorbild und einem gigantischen Kokain-Deal direkt vor der Nase raufen sich die beiden zusammen:

Diese turbulente Action-Komödie ist weit davon entfernt, ein wirklich guter Film zu sein. Jedoch ist sie zumindest kurzweilig und macht dank der Hauptdarsteller richtig Spaß. Das ist schon mal mehr, als von vielen, deutlich anspruchsvoller konstruierten Leinwandwerken behauptet werden kann. Als unverfängliches Date-Movie oder einfach mal zum gepflegten Hirnabschalten ist „Belleville Cop“ prima geeignet.


THE MULE | Regie:  Clint Eastwood | USA 2018

Earl Stone ist ein Mann in seinen Achtzigern, der – hoch verschuldet und allein – vor der Zwangsvollstreckung seines Unternehmens steht. Da erhält er ein verlockendes Jobangebot: Er soll lediglich Auto fahren – und sagt zu! Doch ohne es zu wissen, hat Earl mit dieser Entscheidung als Drogenkurier für ein mexikanisches Kartell angeheuert. Er macht seinen Job gut – sogar so gut, dass seine Fracht immer wertvoller wird und er einem Aufpasser des Kartells zugeteilt wird. Aber der ist nicht der Einzige, der Earl beobachtet: Der mysteriöse neue Drogenkurier ist ebenfalls auf dem Radar des knallharten DEA-Agenten Colin Bates aufgetaucht. Doch auch wenn seine Geldprobleme nunmehr der Vergangenheit angehören, belasten Earl die Fehler seiner Vergangenheit zunehmend – und es ist ungewiss, ob er noch Zeit hat, das Geschehene wiedergutzumachen, oder ob das Gesetz – oder das Kartell – ihn vorher erwischen wird. 

Formal gesehen ist „The Mule“ ein unterhaltsames Roadmovie mit Thrillereinschlag, das vor allem dank Clint Eastwood brilliert. Doch immer wieder lotet der Regisseur und Schauspieler die Grenzen des guten Geschmacks aus, was irritiert. Auch wenn er das vermutlich genauso wenig böse meint, wie seine hier dargestellte Figur das N-Wort.


GREEN BOOK – EINE BESONDERE FREUNDSCHAFT | Regie: Peter Farrelly | USA 2018

1962 in den Vereinigten Staaten: Der Italo-Amerikaner Frank Anthony „Tony Lip“ Vallelonga ist ein draufgängerischer, seine Ehefrau über alles liebender Türsteher, der richtig austeilen kann, wenn es darauf ankommt. Da sich „sein“ Club für mehrere Monate im Umbau befindet, braucht Tony dringend einen Zwischenjob. Als ihn der in New York angesehene, wortwörtlich über der Carnegie Hall lebende Musiker Dr. Don Shirley anheuern möchte, ihn während einer Tournee durch den für Schwarze durchaus gefährlichen Süden der USA zu fahren, lehnt Tony zunächst ab. Ihm ist das erste Gehaltsangebot zu niedrig, zudem will er nicht den Diener für einen Schwarzen geben. Letztlich werden sich Shirley und Tony doch noch einig, allerdings ist die Stimmung zwischen dem einfach gestrickten, etwas rüpelhaften Tony und dem belesenen, eleganten Shirley vorerst eisig…

Tief durchatmen: Mahershala Ali glänzt in „Green Book“ und wann immer sich die beiden Hauptfiguren in im Film freundschaftlich necken, funktioniert diese Dramödie. Sobald sie jedoch versucht, Rassismus zu thematisieren, geht sie häufig grobschlächtig, naiv oder gar (unwillentlich?) passiv-aggressiv vor. Selbst, wenn man sagen will „Im Zweifel für den Angeklagten“, so müssen wir diesen Angeklagten schuldig sprechen, dass er zwar gut gemeint, aber zum Haare Raufen gemacht ist.


AB HEUTE SIND WIR EHRLICH | Regie:  Ficarra, Picone | IT 2017

Die Kleinstadt Pietrammare in Sizilien leidet unter der Misswirtschaft des langjährigen korrupten Bürgermeisters Gaetano Patanè (Tony Sperandeo), der alle Tricks kennt und politische Gegner rechtzeitig auszuschalten versteht. Die Opfer sind die Bürger. Bei den anstehenden Wahlen traut sich einzig der integre, aber unerfahrene Lehrer Pierpaolo Natoli (Vincezo Amato) als Außenseiter gegen ihn anzutreten. Patanè ist siegessicher, doch das Wunder geschieht: Die Einwohner haben die Nase voll vom Sumpf der Korruption und wählen den unerfahrenen Natoli zum neuen Bürgermeister. Der hält sein Wahlversprechen und regiert die Stadt ab sofort kompromisslos nach den Prinzipien von Ordnung, Ehrlichkeit und Gesetzestreue. Das hatte natürlich niemand erwartet. Schon bald ebbt die Begeisterung der Wähler ab und die ersten Bürger fordern die Rückkehr zum alten, bequemeren System…


Heimkinotipp: SEARCHING | Regie: Aneesh Shaganty | USA 2018

Nachdem die 16-jährige Tochter von David Kim spurlos verschwindet, wird eine örtliche Untersuchung eingeleitet und Kriminalkommissarin Rosemary Vick dem Fall zugeteilt. Als es 37 Stunden später immer noch kein Lebenszeichen von Margot gibt, beschließt David, am einzigen Ort zu suchen, an dem bisher noch keiner nachgesehen hat – dort, wo heutzutage alle Geheimnisse aufbewahrt werden: Er durchsucht den Laptop seiner Tochter und klickt sich einmal durch die gesamten sozialen Netzwerke, die Margot vor ihrem Verschwinden aufgesucht hat. Dabei lernt er nicht bloß den Freundeskreis seiner Tochter kennen, sondern auch, dass er Margot weitaus weniger gut kannte, als er immer angenommen hat. Wird er seine Tochter rechtzeitig und vor allem lebend wiedersehen? 

Auch wenn das visuelle Konzept einer sich ausschließlich auf Computer- und Fernsehscreens abspielenden Suche nach einem vermissten Mädchen in „Searching“ klar im Vordergrund steht, ist der Film obendrein auch noch ein richtig spannender und abwechslungsreicher Thriller mit angenehm unverbrauchten Gesichtern.

Das startet am 24. Januar 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 24. Januar, an dem passend zum Titel mit „The Favourite“ einer der größten Oscarfavoriten des Jahres startet – und er verdient jeden Zuschauer, von denen er dank Star- und Awardpower auch einige mehr in die Kinos locken dürfte, als Yorgos Lanthimos‘ bisherige Filme. Da Boxfilme im Kino rar gesät sind, könnte sich aus „Creed II“ beachtlich schlagen, wenngleich es für einen regelrechten Kassenmagneten kaum reichen dürfte. Dafür ist das Thema mittlerweile einfach zu speziell. Ganz anders „Chaos im Netz“: Zwar lief der erste Teil für Disney-Animationsverhältnisse nur okay, aber ein erster kleiner Hit des Jahres 2019 dürfte trotzdem drin sein. Trotzdem bildet das emotionale Highlight der Woche das Drogendrama „Beautiful Boy“, das leider nur in ausgewählte Kinos kommen wird.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THE FAVOURITE – INTRIGEN UND IRRSINN | Regie: Yorgos Lanthimos | IE/UK/USA 2018

Das frühe 18. Jahrhundert. England liegt im Krieg mit Frankreich. Auf Enten-Rennen und den Genuss von Ananas wird dennoch nicht verzichtet. Auf dem Thron sitzt die gebrechliche Königin Anne, ihre enge Freundin Lady Sarah Churchill führt für sie die Regierungsgeschäfte, kümmert sich um die kranke Monarchin und erduldet deren aufbrausendes Temperament. Da tritt eine neue Dienerin ihren Dienst am Hof an – Abigail Masham, deren Charme Sarah sogleich verfällt. Sarah nimmt Abigail unter ihre Fittiche, die die Chance erkennt, zu ihren aristokratischen Wurzeln zurückzukehren. Als die Belange des Krieges Sarah immer mehr in Beschlag nehmen, nutzt Abigail die Gelegenheit, an Stelle von Sarah Vertraute und Gefährtin der Königin zu werden. Die aufkeimende Freundschaft ermöglicht ihr, ihre ehrgeizigen Ziele zu verfolgen – davon lässt sie sich von niemandem abhalten.

Der herausragend gespielte „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ ist das neueste Meisterwerk aus der Hand von Yorgos Lanthimos, der in der opulent ausgestatteten Kostüm-Tragikomödie den Adel bis auf den blanken Nerv zerlegt und dabei treffsichere Beobachtungen anstellt, die sich genauso gut auf gesellschaftliche Standards der Gegenwart beziehen lassen.


BEAUTIFUL BOY | Regie: Felix Van Groeningen | USA 2018

David Sheff (Steve Carell) ist ein ebenso liebenswerter wie liebevoller Vater, der mit seiner Frau Vicky (Amy Ryan) alles richtig gemacht zu haben scheint. Sie haben mittlerweile sogar eigene Kinder und auch der Älteste Nic, Sohn aus Sheffs erster Ehe, geht seinen Weg und steht kurz vor dem Gang aufs College. Doch dann kommt alles anders: Nic (Timothée Chalamet) wird drogenabhängig und gibt sich ganz der Sucht hin. David kann es nicht glauben – und aufhalten kann er es auch nicht. Trotzdem tut er alles dafür, um seinen Sohn zurück zu bekommen und ihm zu helfen. Während er mit Nics Lügen und Vertrauensbrüchen ringt, blickt der Film immer wieder zurück auf den Nic, wie er früher einmal war – ein rücksichtsvoller, wunderbarer Junge, der eigentlich alles andere als empfänglich für Drogen wirkt. Wie konnte es nur so weit kommen?

Felix Van Groeningens aus der Sicht des Vaters eines Süchtigen erzähltes Drogendrama „Beautiful Boy“ besitzt mit einer aufdringlichen Musikuntermalung und einer unnötig sprunghaften Erzählweise zwei klar auszumachende Schwachpunkte. Doch all das spielt hier irgendwann überhaupt keine Rolle mehr, da einen die gleichermaßen authentische wie hochemotionale Geschichte sowieso überrollt, bis man die letzten 15 Minuten in einem Meer aus Tränen nicht mehr miterlebt.


CREED II: ROCKY’S LEGACY | Regie:  Steven Caple Jr. | USA 2018

Für Adonis Creed (Michael B. Jordan) ist das Leben ein Balanceakt geworden. Neben persönlichen Verpflichtungen und dem Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf seinen nächsten Kampf, steht ihm die größte Herausforderung seines Lebens bevor: Da sein Gegner eng mit seiner Familiengeschichte verbunden ist, steht der bevorstehende Kampf im Ring unter besonderen Vorzeichen. Doch Rocky Balboa (Sylvester Stallone) steht Adonis zur Seite und zusammen stellen sich die beiden dem Vermächtnis, das sie verbindet. Dabei werden sie mit der Frage konfrontiert, ob sich der Kampf überhaupt lohnt – letztlich erkennen sie, dass die Familie das Band ist, das alles zusammenhält. Was ist der Stoff, aus dem die Champions sind? Adonis und Rocky begreifen: Egal wohin der Lebensweg führt – niemand kann seiner Vergangenheit entkommen.

Auch für „Creed II“ ändert Steven Caple Jr. wenig an der bewährten Boxfilm-Dramaturgie. Doch das ändert nichts daran, dass das Sequel den ohnehin schon starken ersten Teil noch einmal übertrifft, denn wie der Filmemacher hier die private und die berufliche Ebene zusammenführt und dabei immer wieder die Härte, den Dreck und die Brutalität des Sports betont, ist schlicht atemberaubend.

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