Schlagwort-Archiv: Tragikomödie

Das startet am 23. Januar 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 23. Januar, an dem – alle Jahre wieder – ein Til-Schweiger-Film in den Kinos startet, der der Presse natürlich NICHT vorab gezeigt wurde. Also gibt es hier vorerst auch keine Antwort auf die Frage, ob der Regisseur seinen Kurs nach „Klassentreffen 1.0“ radikal geändert hat oder nicht. Ins Kino sollte man trotzdem rennen. Und zwar unbedingt für „Jojo Rabbit“, einen der Oscar-Kandidaten 2020. Auch „Die Wütenden“ darf man gern eine Chance geben, der geht in diesem Jahr für Frankreich ins Award-Rennen. Und für die Kleinen ist „Die Wolf-Gäng“ ein hübscher Einstieg ins Fantasykino. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

JOJO RABBIT | Regie: Taika Waititi  | CZE/NZL/USA 2019

Der kleine Jojo (Roman Griffin Davis) ist zu klein für sein Alter, ein Außenseiter und Hasenfuß, weshalb ihm die anderen Kids im Nazi-Ferienlager den Spitznamen „Jojo Rabbit“ verpasst haben. Doch der Junge ist treuer Hitler-Anhänger und bereit, ein Vorzeige-Arier zu sein, was immer wieder zu Konfrontationen mit seiner ihn liebenden Mutter Rosie (Scarlett Johansson) führt. Doch Jojos Leben wird auf den Kopf gestellt, als er herausfindet, dass sich in der Dachkammer ihres Hauses ein jüdisches Mädchen namens Elsa (Thomasin McKenzie) versteckt. Jojos Mutter gewährte ihr einst Unterschlupf und riskiert so tagtäglich ihr Leben. Jojo findet das Mädchen faszinierend und sieht sich gezwungen, seine radikalen Ansichten zu überdenken. Der Einzige, den er um Rat fragen kann, ist sein idiotischer imaginärer Freund Adolf Hitler (Taika Waititi).

Erst lachst du, dann weinst du und schließlich willst du dich vor Taika Waititi verneigen: „Jojo Rabbit“ tarnt ein herbes Drama über den Schrecken des Krieges und dessen Auswirkungen als satirische Comedy. Dieser Tanz auf der inszenatorischen Rasierklinge ist gewagt. Aber er zahlt sich aus. Könnte er doch weitaus mehr Leute ins Kino führen als ein konventionelles Drama.


DIE WÜTENDEN | Regie: Ladj Ly | FR 2019

Schon bei seinem ersten Einsatz spürt der Polizist Stéphane, der Neuling in der Einheit für Verbrechensbekämpfung in Montfermeil, die Spannungen im Viertel, in dem es immer wieder zu hitzigen Auseinandersetzungen zwischen Gangs und Polizei kommt. Seine erfahrenen Kollegen Chris und Gwada, mit denen er Streife fährt, haben ihre Methoden den Gesetzen der Straße angepasst. Hier herrschen eigene Regeln, die Kollegen überschreiten selbst die Grenzen des Legalen, sehen sich dabei aber stets im Recht. Als im Viertel ein Löwenbaby, lebendes Maskottchen eines Clan-Chefs, gestohlen wird, droht die Situation zu eskalieren. Bei der versuchten Verhaftung eines jugendlichen Verdächtigen werden die Polizisten mit Hilfe einer Drohne gefilmt. Ihr fragwürdiges Vorgehen droht öffentlich zu werden, und aus den Gesetzeshütern werden plötzlich Gejagte…

Wut in Reinform – Ladj Lys „Die Wütenden“ ist die Zustandsbeschreibung eines Hexenkessels. Nah dran, brutal, ungeschönt und gerade deshalb so frustrierend, weil im Laufe der 102 intensiven Minuten sämtliche Hoffnungen auf ein gutes Ende im Keim erstickt werden.


DAS VORSPIEL | Regie: Ina Weisse  | DE 2019

Anna Bronsky (Nina Hoss) ist eine engagierte Geigenlehrerin an einem Musikgymnasium. Sie setzt gegen den Willen ihrer Kollegen die Aufnahme eines Schülers durch, den sie für sehr talentiert hält. Voller Elan und Überzeugung, in ihm ein neues Wunderkind entdeckt zu haben, bereitet sie Alexander (Ilja Monti) auf die Zwischenprüfung vor und vernachlässigt dabei ihre Familie. Ihren Sohn Jonas (Serafin Mishiev), den sie in Konkurrenz zu ihrem neuen Schüler bringt und ihren Mann Philippe (Simon Abkarian). Ihr Kollege , mit dem sie eine Affäre hat, überredet sie in einem Quintett mitzuspielen. Als Anna in einem Konzert als Geigerin versagt, treibt sie ihren Schüler zu Höchstleistungen an. Am Tag der entscheidenden Zwischenprüfung kommt es zu einem Unglück.

Ina Weisse gelingt mit ihrem Charakterdrama „Das Vorspiel“ ein intensives Porträt einer ehrgeizigen Frau, das sich mit sämtlichen Schattierungen der Leidenschaft auseinandersetzt und dabei vor allem Hauptdarstellerin Nina Hoss brillieren lässt.


DIE WOLF-GÄNG | Regie: Tim Trageser | DE 2020

Vlad und sein Vater Barnabas ziehen in das geheimnisumwitterte Crailsfelden, dessen ortsansässiges Zauberinternat – die Penner-Akademie – der junge Vampir besuchen soll. Dort angekommen, schließt er schnell mit dem jungen Werwolf Wolf und der schüchternen Elfe Faye Freundschaft, denn die drei fühlen sich aufgrund gewisser Einschränkungen wie Außenseiter. Vlad kann als Vampir kein Blut sehen, Wolf hat eine Tierhaarallergie und Faye traut sich trotz Feenflügel nicht, zu fliegen, da sie unter Höhenangst leidet. Doch damit nicht genug: In Crailsfelden geht Unheimliches vor sich, als Zaubersprüche plötzlich aus dem Ruder laufen und Barnabas von der pfiffigen Hexe Frau Circemeier dazu genötigt wird, einen im Familienbesitz befindlichen Diamanten an sie zu übergeben, um seine Schulden zu begleichen… 

„Die Wolf-Gäng“ ist ein aufwendig produzierter Jugend-Fantasy-Film mit überzeugenden Jung- und altbewährten Altschauspielern, die in dieser komplex gedachten Märchenwelt überzeugen. Aufgrund des Cliffhangers zum Schluss ist das Finale leider weniger befriedigend als es sein könnte.


DIE HOCHZEIT | Regie: Til Schweiger | DE 2020

Für Star-DJ Thomas und Linda sollen nun endlich die Hochzeitsglocken läuten! Und obwohl der Flop von seinem neuen Album ihm ganz schön zu schaffen macht, sind Thomas und seine Linda wild entschlossen, an ihren Hochzeitsplänen festzuhalten! Zeitgleich gerät die Ehe ihres besten Freundes Nils bedrohlich ins Wanken, als er herausfindet, dass seine Frau Jette nach 25 Jahren Ehe einen One-Night-Stand hatte. Derweil stürzt sich Andreas nach der endgültigen Trennung von seiner Tanja ins Single-Leben und versucht sein Glück bei Dating-Spielchen, bis er plötzlich eine unerwartete Bekanntschaft macht. Als dann auch noch bei Thomas Junggesellenabschied ein alter Freund – der obendrein Jettes Affäre war- überraschend stirbt, müssen die drei Freunde zusammen mit Lindas Tochter Lili auf eine Beerdigung, die alles auf den Kopf stellt! Die Hochzeit rückt näher und näher…


DAS GEHEIME LEBEN DER BÄUME | Regie: Jörg Adolph | DE 2020

Als Peter Wohlleben 2015 sein Buch Das geheime Leben der Bäume veröffentlicht, stürmt er damit über Nacht alle Bestsellerlisten: Wie der Förster aus der Gemeinde Wershofen hat noch niemand über den deutschen Wald geschrieben. Auf unterhaltsame und erhellende Weise erzählt Wohlleben von der Solidarität und dem Zusammenhalt der Bäume und trifft damit bei seiner stetig wachsenden Lesergemeinde einen Nerv: In Waldführungen und Lesungen bringt er den Menschen diese außergewöhnlichen Lebewesen näher. Wohlleben reist nach Schweden zum ältesten Baum der Erde, er besucht Betriebe in Vancouver, die einen neuen Ansatz im Umgang mit dem Wald suchen, er schlägt sich auf die Seite der Demonstranten im Hambacher Forst. Weil er weiß, dass wir Menschen nur dann überleben werden, wenn es auch dem Wald gut geht – und es bereits Fünf vor Zwölf ist…


Heimkinotipp: KURSK | Regie: Thomas Vinterberg | BEL/LUX 2018

Am 10. August 2000 läuft das russische U-Boot K-141 Kursk zu einem Manöver der russischen Nordflotte in der Barentssee aus. An Bord befinden sich 118 Mann Besatzung. Am zweiten Tag der Übung kommt es durch die Explosion eines Torpedos an Bord zur Katastrophe. Die Kursk erleidet schwere Schäden und sinkt auf den Meeresboden. Lediglich 23 Männer überleben und können sich in einen sicheren Abschnitt des U- Bootes retten, darunter Kapitänleutnant Mikhail Kalekov . Aus Prestigegründen und Angst vor Spionage verweigert die russische Regierung zunächst jede internationale Hilfe. Auch die Angehörigen werden lange im Unklaren über die Ausmaße der Katastrophe gelassen. Die Frauen, allen voran Tanya, die Ehefrau von Offizier Kalekov, fordern verzweifelt Aufklärung, doch vergeblich…

Thomas Vinterberg erzählt das sich im Jahr 2000 tatsächlich ereignete Unglück des Atom-U-Boots „Kursk“ aus gleich drei Perspektiven. Jede einzelne von ihnen rührt an, schockiert und reißt mit. Die dokumentarische Inszenierung verleiht dem Ganzen zusätzlich etwas beklemmend Nahbares. Doch das Gefühl eines stimmigen Ganzen bleibt leider aus.

Das startet am 18. Dezember 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 18. Dezember, an dem neben „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ tatsächlich noch andere Filme starten. Und die sind unbedingt einen Blick wert. Ganz gleich ob die französische Tragikomödie „Einsam zweisam“, das Überraschungserfolg-Roadmovie „The Peanut Butter Falcon“ und der chinesische Indie-Hit „The Farewell“. Und wer mal nicht ins Kino möchte, für den gibt’s ab sofort „Once Upon a Time in Hollywood“ für Zuhause.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

EINSAM ZWEISAM | Regie: Cédric Klapisch  | FR/BEL 2019

Rémy ist dreißig Jahre alt und Single. Gerade hat er andere Probleme als sein brachliegendes Beziehungsleben. Auf der Arbeit wurden außer ihm alle entlassen. In seinem neuen Job findet er sich nur mühsam zurecht. Und die ihm kürzlich zugelaufene Katze hat sich ebenfalls schneller von ihm verabschiedet, als es ihm lieb war. Seit einem Schwächeanfall in der Bahn geht er regelmäßig zu einem Psychotherapeuten, von dem er sich erhofft, seinem niedergeschlagenen Gemütszustand auf den Grund zu gehen. Ganz ähnlich ergeht es nur ein Haus weiter der ebenfalls dreißigjährigen Mélanie. Sie trauert einer unglücklichen Beziehung hinterher, leidet unter Schlaflosigkeit und fühlt sich generell von ihrem Umfeld missverstanden. Immerhin ihre Therapeutin hört ihr einmal die Woche aufmerksam zu. Zwei Menschen in Paris, beide mit sich und ihrem Leben unzufrieden und beide sind sich näher als gedacht…

 Cédric Klapischs „Einsam zweisam“ erzählt die Geschichte vor der Lovestory und ist ganz nebenbei auch noch ein Porträt über eine in Überfluss und Hektik lebende Generation aus Beziehungsneurotikern, die sich am Ende doch eigentlich nur nach einem Happy End sehnen.


THE PEANUT BUTTER FALCON | Regie: Tyler Nilson, Michael Schwartz  | USA 2019

Zak ist glühender Wrestling-Anhänger und träumt von nicht mehr, als einmal die Wrestling-Schule seines großen Idols zu besuchen. Das Problem: Er hängt in einem Pflegeheim fest. Da Zak das Down Syndrom hat, traut ihm seine Umwelt nämlich nicht zu, für sich allein zu sorgen. In seinem langen Weggefährten Carl findet er jedoch einen Verbündeten. Dieser hilft ihm eines Nachts, aus dem Pflegeheim auszubrechen. Auf seiner Reise in Richtung Florida trifft Zak zufällig auf Tyler, einen Kriminellen, der eigentlich gerade ganz andere Probleme hat, als einem dahergelaufenen Mann bei seiner Odyssee nach Florida zu helfen. Doch aus irgendeinem Grund sind sich die zwei auf Anhieb sympathisch und bestreiten den Weg gemeinsam. Als sich eines Tages auch noch Zaks Pflegerin Eleanor  an ihre Fersen heftet, wird die Reise dieses ungleichen Trios zu einem Abenteuer, das keiner von ihnen jemals vergessen wird…

„The Peanut Butter Falcon“ ist eine herzliche Tragikomödie darüber, dass wir jedem Menschen vorurteilsfrei begegnen sollten. Das Hauptdarstellertrio spielt famos auf, das Setting besticht durch berauschende Landschaftsaufnahmen und trotz der Gefahr, hin und wieder in Kitsch abzudriften, behalten die Macher abseits einiger fantastischer Elemente die betonte Verwurzelung in der Realität bei. Bei diesem Trip wär man selbst nur zu gern dabei!


Sonderstart: 18. Dezember: STAR WARS: DER AUFSTIEG SKYWALKERS | Regie: J.J. Abrams | USA 2019

Sehnsüchtig warten Millionen Fans auf das letzte Kapitel der „Star Wars“-Saga, die 42 Jahre nach dem ersten Film nun ihren Höhepunkt erreicht. J.J. Abrams wird die legendäre Saga im Dezember mit „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ zu einem epischen Ende führen: Etwa ein Jahr nach den Ereignissen aus „Star Wars – Die letzten Jedi“ erschallt eine bekannte, finstere Stimme durch das Universum. Der Anführer der boshaften Ersten Ordnung, Kylo Ren (Adam Driver), macht sich auf die Suche nach deren Ursprung. Widerstands-Mitglied Rey (Daisy Ridley) trainiert derweil, um sich auf ihren ultimativen Kampf vorzubereiten. Und ihre Freunde Finn (John Boyega) und Poe (Oscar Isaac) besorgen händeringend Informationen darüber, wie der Widerstand der Ersten Ordnung endlich einen fatalen Schlag verpassen kann…

Ein angestrengt zusammengehaltener, zwischendurch aber immer wieder kurzweiliger „Star Wars“-Gemischtwarenladen: Das Finale der Skywalker-Saga will jede Facette von „Star Wars“ gleichermaßen bedienen, egal, wie holprig solche vereinten Widersprüche zwangsweise geraten. Getragen von Daisy Ridley, Adam Driver und John Williams‘ Musik punktet dieser riesige Kompromiss aber öfter, als das gelegentlich verkrampfte Skript erwarten ließe.


THE FAREWELL | Regie: Lulu Wang | CHN/USA 2019

Als die in New York aufgewachsene Billi (Awkwafina) von ihren Eltern erfährt, dass ihre geliebte Großmutter Nai Nai (Shuzhen Zhao) in China an Krebs erkrankt ist nur noch kurze Zeit zu leben hat, steht ihr Leben Kopf. Die Familie beschließt, Nai Nai im Ungewissen zu lassen und ihr die tödliche Krankheit zu verschweigen. Spontan wird eine Hochzeit für Billis Cousin Hao Hao (Han Chen) organisiert, die allein  dem Zweck dient, die im Ausland verstreut lebende Familie ein letztes Mal zusammenkommen zu lassen um sich von Nai Nai zu verabschieden. Während Billi versucht, die Familienlüge aufrecht zu erhalten und dabei durch das ständige Minenfeld familiärer Erwartungen steuert, stößt sie auf Dinge, die ihr eigenes Leben verändern. Dabei bietet sich die Chance, sowohl das Land ihrer Kindheit als auch den wundersamen Geist ihrer Großmutter wieder zu entdecken.

Der Publikumsliebling „The Farewell“ besticht durch eine fein aufeinander abgestimmte Mischung aus Komödie und Drama, in der vor allem Hauptdarstellerin Awkwafina auftrumpfen kann. Mit ihrer stets eher beobachtenden denn das Geschehen aktiv vorantreibenden Regieführung muss man sich als Zuschauer allerdings anfreunden. Sonst plätschert das Geschehen eineinhalb Stunden lang einfach vor sich hin.


CUNNINGHAM | Regie: Alla Kovgan | DE/FR/USA 2019

Der Dokumentarfilm „Cunningham“ erweckt die legendären Choreografien von Merce Cunningham – getanzt von den letzten Mitgliedern seiner berühmten Company – noch einmal zum Leben. In poetischen Bildern begleitet der Film, Cunninghams künstlerischen Werdegang in der Zeit von 1944 bis 1972, der geprägt war von Risikofreude und innovativer Kraft. Von den frühen Jahren in New York, in denen sich Cunningham als Tänzer durchzusetzen versuchte, bis zu seinem Durchbruch als einer der visionärsten Choreografen der Welt.

Unterstützt durch die 3D-Technologie verbinden sich seine Geschichte und seine Ideen zu einer emotionalen Reise in die Welt des Choreografen. Sein Lebenswerk und seine Ideen beeinflussen noch heute Künstler und Choreografen auf der ganzen Welt.


Heimkinotipp: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD | Regie: Quentin Tarantino | USA 2019

Februar 1969: Der abgehalfterte Fernsehstar Rick Dalton befindet sich in einer Karriere-Sackgasse. Seit seine Western-Serie „Bounty Law“ abgesetzt wurde, müht er sich vergeblich ab, auf der großen Leinwand Fuß zu fassen. Nun tingelt er als Gastdarsteller von Fernsehserie zu Fernsehserie. Das Angebot, in Italien Western zu drehen, sieht Rick derweil eher als Beleidigung, denn als Chance. Ricks bester Kumpel und Stunt-Double Cliff Booth hätte noch wesentlich mehr Grund zur Klage, anders als Rick lässt sich der im TV-Geschäft verachtete Kriegsveteran jedoch vom Leben treiben. Und während Rick darauf hofft, dass er mit seinen neuen Nachbarn, dem aufstrebenden Schauspielstar Sharon Tate und Regisseur Roman Polanski, ins Gespräch kommt und so seine Karrierechancen verbessert, tauscht Cliff bei seinen Autofahrten durch L.A. Blicke mit einem Hippie-Mädchen aus…

Tarantino, mal ganz verträumt: „Once Upon a Time in Hollywood“ ist ein vor nostalgischer Liebe und atmosphärischem Zeitkolorit triefender „Abhängfilm“ mit einem bestens aufgelegten Ensemble, der dem willigen Publikum noch Stunden an Denkmaterial mit nach Hause gibt. Alle anderen bekommen einen ruhig erzählten Film, der seine leichte Melancholie mit viel Situationskomik würzt.

Das startet am 5. Dezember 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 5. Dezember, die sich sehr übersichtlich gestaltet. Mit „Auerhaus“ kommt eine sehr sehenswerte Romanverfilmung in die Kinos, mit „A rainy Day in New York“ der neue Woody Allen und der neuste Streifen der „Ziemlich beste Freunde“-Macher. Ob irgendeiner der drei Filme ein größerer Erfolg wird, ist allerdings fraglich. Aktuell dominieren nun mal die Eiskönigin und Smartphonenutzer das deutsche Kinogeschehen… 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

AUERHAUS | Regie: Neele Leana Vollmar  | DE 2019

Vier Freunde und ein Versprechen: Ihr Leben soll nicht langweilig werden. Darum beschließen Höppner (Damian Hardung), Frieder (Max von der Groeben), Vera (Luna Wedler) und Cäcilia (Devrim Lingnau) einfach mal alles anders zu machen, als man es in der Provinz sonst so macht: Sie ziehen gemeinsam ins Auerhaus und gründen, unter den missbilligenden Blicken der Dorfbewohner, eine WG. Um den Moment zu feiern, alle Regeln zu brechen – und vor allem, um ihren Kumpel Frieder vor sich selbst zu retten. Denn der ist sich nicht so sicher, warum er überhaupt leben soll. Und deshalb hat er vor einer Weile versucht, sich das Leben zu nehmen. Mit dem Versprechen, auf ihn aufzupassen, holen ihn seine Freunde aus der Psychoklinik und mit ins Auerhaus. Doch wie lange können die Mauern des Auerhauses den Zauber dieser Gemeinschaft beschützen?

Eine Geschichte über den Tod und das Leben damit: Neele Leana Vollmar beweist ein weiteres Mal ihr erzählerisches Fingerspitzengefühl beim Porträtieren junger Menschen, ihrer Ängste, Sehnsüchte und Träume. Ihre Tragikomödie „Auerhaus“ ist der Beweis, dass das Leben auch ohne dramatische Zuspitzungen jederzeit erzählenswert ist.


ALLES AUSSER GEWÖHNLICH | Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache | FR 2019

Bei ihrer Arbeit mit autistischen jungen Menschen und ihren Betreuern vollbringen der aufopferungsvolle Bruno (Vincent Cassel) und sein Kollege Malik (Reda Kateb) tagtäglich kleine Wunder: Mit viel Engagement, Feingefühl und Humor versuchen sie, aus vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten eine Gemeinschaft zu formen, in der jeder Einzelne die Chance bekommt, über sich hinaus zu wachsen. Doch dieses Vorhaben droht, zu scheitern. Das Problem: Offiziell besitzt die von den beiden Männern betriebene Einrichtung für geistig behinderte Menschen keine Zulassung. Nun soll sich die zuständige Abteilung des Gesundheitsministeriums der Sache annehmen. Doch sollte man die Einrichtung schließen, würde das bedeuten, dass von heute auf morgen knapp 40 Jugendliche und Erwachsene mit schwerem Autismus auf der Straße sitzen würden. Bruno und Malik geben alles, um für ihre Schützlinge zu kämpfen.

„Alles außer gewöhnlich“ geht nicht ernst genug mit seinem sich selbst auferlegten Thema um und nutzt Humor mitunter zu ungelenk, um ein authentisches Hoffnungsgefühl auszustrahlen. Damit fällt der neueste Film der „Ziemlich beste Freunde“-Macher zwischen die Stühle eines zu seichten Dramas und einer zu unlustigen Komödie.


A RAINY DAY IN NEW YORK | Regie: Woody Allen | USA 2019

Mit seiner College-Liebe Ashleigh plant Gatsby ein romantisches Wochenende in New York. Ashleigh soll für die College-Zeitung den berühmten Regisseur Roland Pollard interviewen, in der verbleibenden Zeit möchte Gatsby ihr seine Stadt zeigen – und das ist vor allem das alte New York mit Klassikern wie der Bemelmans Bar und einer Kutschfahrt durch den Central Park. Doch Ashleigh wird von Roland Pollard nach dem Interview zu einem Screening seines neuesten Films eingeladen. Während sie mit ihm, seinem Drehbuchautor Ted Davidoff und dem gefeierten Filmstar Francisco Vega von einer unerwarteten Situation in die nächste schlittert, muss sie Gatsby immer wieder vertrösten. Auf sich allein gestellt lässt dieser sich durch New York treiben. Und trifft dabei nicht nur auf Chan, die schlagfertige jüngere Schwester seiner Ex-Freundin…

Egal ob Woody Allen sein neuestes Werk „A rainy Day in New York“ als filmischen Rundumschlag gegenüber seiner Kritiker angelegt hat, oder ob es einfach nur verdammt deutlich danach aussieht: Diesen Film hat in dieser Form keiner gebraucht.


ROTSCHÜHCHEN UND DIE SIEBEN ZWERGE | Regie: Sungho Hong  | KOR 2019

Was wäre, wenn die berühmten Märchenfiguren Schneewittchen und die sieben Zwerge gar nicht so aussehen, wie wir sie alle kennen? Rotschühchen und die sieben Zwerge erzählt das Grimmsche Märchen Schneewittchen aus einer ganz neuen Perspektive und stellt damit klassische Schönheitsideale in Frage. Im Mittelpunkt des Films steht die beliebte Märchenprinzessin, die ein Paar magische rote Schuhe findet, die sie in eine klassische Schönheit verwandeln. Sie trifft auf die sieben verzweifelten Zwerge, die eigentlich gar keine Zwerge sind, aber durch einen Fluch in einem fremden Körper gefangen sind. Nur durch den Kuss der schönsten Frau der Welt können sie von diesem befreit werden. Weder die sieben Zwerge noch die Märchenprinzessin fühlen sich in ihren neuen Körpern wohl. Schließlich erkennen alle die wahre Bedeutung von Schönheit, die letztlich nicht von Kleidergrößen abhängt…


Heimkinotipp: VERACHTUNG | Regie: Christoffer Boe | DK/DE 2018

Carl Mørck und sein Assistent Assad werden mit einem besonders schaurigen Tatort konfrontiert: In einem verlassenen Apartment haben Handwerker drei mumifizierte Leichen gefunden – sie sitzen an einem gedeckten Tisch, an dem ein vierter freier Platz auf einen weiteren Gast wartet. Wer sind die Toten, und für wen ist der Platz bestimmt? Die Spur führt Mørck und Assad zu einer Frauenklinik auf einer verlassenen Insel vor der Küste Dänemarks. Die grausamen Experimente, die hier an den Patientinnen durchgeführt wurden, sind ein dunkles Kapitel der Geschichte, das bislang als abgeschlossen galt. Doch Mørck und Assad finden Hinweise, dass die Täter von damals immer noch am Werk sind – und sie haben nicht viel Zeit, um weitere Morde zu verhindern…

„Verachtung“ ist als vierter und vermutlich letzter „Sonderdezernat Q“-Film mit dieser Besetzung noch einmal ein starker Thriller, der durch seinen Realitätsbezug auf eines der dunkelsten Kapitel dänischer Geschichte besonders beklemmend.

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