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Das startet am 15. Juni 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 15. Juni, der von der Kopienanzahl vermutlich von dem gnadenlos überhypten „Wonder Woman“ dominiert wird, jedoch auch eine sehr hohe Anzahl an Alternativen zu bieten hat. Fans derberer Kost bekommen mit „Das Belko Experiment“ einen blutigen FSK-18-Schocker zu bieten, wer sich lieber seiner Träumereien hingibt, für den ist der wunderschön bebilderte „Der wunderbare Garten der Bella Brown“ die richtige Wahl und für die aller kleinsten gibt es den ersten „Bob der Baumeister“-Kinofilm zu sehen. Müßig zu erwähnen, dass wohl kaum einer dieser Filme die Chance hat, an den Kinokassen abzuräumen. Das gilt übrigens auch für „Loving“, der nach seinem ursprünglichen Kino-Aus aber immerhin doch noch in die Lichtspielhäuser kommt. Übrigens: Zu „All Eyez On Me“ besteht bis Dienstag leider noch eine Sperrfrist.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

DAS BELKO EXPERIMENT  | Regie: Greg McLean | USA/COL 2016

Eine Gruppe von Angestellten verrichtet ihre Arbeit tagtäglich beim weltberühmten Belko-Konzern. Was genau hier für Geschäfte abgewickelt werden, wissen jedoch selbst die Mitarbeiter nicht so recht. All das spielt allerdings überhaupt keine Rolle mehr, als eines Tages Tag plötzlich eine Stimme durch die Lautsprecher ertönt, die sämtliche im Haus befindlichen Leute zu einem Experiment auffordert: In den kommenden 30 Minuten sollen zwei der 80 Mitarbeiter ihr Leben lassen. Wie das geschieht, sei den Angestellten selbst überlassen. Sollte das allerdings nicht geschehen, sterben weitaus mehr als bloß zwei Menschen. Keiner weiß, wie ernst es diese Stimme meint, worauf das Experiment hinaus läuft und wer am Ende des Tages noch übrig ist. Fakt ist, dass nach der verstrichenen Frist vier Köpfe explodieren. Und dass es aus dem riesigen Gebäudekomplex kein Entrinnen gibt.

„Das Belko Experiment“ ist ein überraschend grimmiger Action-Slasher mit hohem Gore-Gehalt, der mit punktuellem Witz dafür sorgt, dass die Szenerie ihre Bedrohlichkeit behält ohne zu sehr zu verstören. Interessant: Trotz der sehr hohen Anzahl an Figuren geht einem das Schicksal jeder einzelnen nah. Und wenn sich am Ende schließlich herauskristallisiert, was das alles eigentlich sollte, dann beginnt man plötzlich, unsere Gesellschaft einmal von Grund auf zu überdenken.


DER WUNDERBARE GARTEN DER BELLA BROWN  | Regie: Simon Aboud | UK/USA 2016

Die einst als Waisenmädchen von Enten groß gezogene Bella Brown (Jessica Brown Findlay) liebt die kleinen Dinge, die ihre Phantasie beflügeln, und träumt davon, Kinderbücher zu schreiben. Im echten Leben und in ihrem Haus aber liebt sie Ordnung über alles. Natur ist ihr ein Grauen, bedeutet sie doch Willkür und Chaos. Als sie von ihrem Vermieter gezwungen wird, ihren verwilderten Garten innerhalb eines Monats in einen blühenden zu verwandeln, weil ihr sonst die Kündigung droht, bekommt sie unerwartet Hilfe von ihrem mürrischen Nachbar Alfie Stephenson (Tom Wilkinson). Und hat nicht nur einen sehr grünen Finger, eine Menge Lebensweisheit und einen überaus begabten Koch namens Vernon (Andrew Scott), der Bella ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite steht…

Mit seiner Leichtigkeit und Verspieltheit, der farbenfrohen Inszenierung und den liebenswert-neurotischen Figuren ist „Der wunderbare Garten der Bella Brown“ ein auf den Spuren von „Amelie“ wandelndes Erwachsenenmärchen, das es in seiner zeitlosen Schönheit vollkommen vergessen macht, dass die Geschichte an sich nicht wirklich innovativ ist. Ein herrlicher Geheimtipp!


LOVING  | Regie: Jeff Nichols | UK/USA 2016

Es sind die 50er Jahre, Richard (Joel Edgerton) und Mildred (Ruth Negga) sind sehr ineinander verliebt. Doch Mildreds Hautfarbe macht eine Liebesbeziehung unmöglich. In den Augen der anderen Weißen gehören die beiden nicht zusammen, unabhängig von der starken Zuneigung, die sie füreinander empfinden. Eine Ehe zwischen schwarz und weiß ist in ihrer Heimat Virginia verboten, also reist das Paar in das liberalere Washington DC. Durch eine Hochzeit wollen sie allen zeigen, dass sie für immer zusammengehören, auch offiziell. Doch die Freude währt nur kurz. Nach ihrer Rückkehr werden sie für ihre Tat mit Feindseligkeit und Hass bestraft; als die Polizei sie verhaftet, stellt man sie vor die Wahl: Ein getrenntes Leben in Virginia oder ein gemeinsames Leben fern ihrer Heimat, ihrer Familien, ihrer Freunde. 

Regie-Tausendsassa Jeff Nichols macht aus seinem intensiv gespielten Rassendrama „Loving“ eine ereignisreiche Mischung aus herzzerreißender Liebesgeschichte, fesselndem Gerichtsdrama und schockierender Alltagsbeobachtung, von der man sich wünschen würde, dass sie einem nicht so vertraut vorkäme.


BOB DER BAUMEISTER – DAS MEGA-TEAM | Regie: Stuart Evans, Colleen Morton | UK 2017

Noch nie haben Bob der Baumeister und sein Team einen so wichtigen und aufwändigen Auftrag übernommen. Sie werden einen alten Steinbruch in einen Stausee verwandeln und einen riesigen Staudamm bauen. Baggi, Buddel und Heppo wollen sich gerade auf die Arbeit stürzen, als plötzlich eine gewaltige Überraschung heranrollt: Drei große, starke, mächtige Mega Maschinen! Ace, Rumms und Kracher sind zusammen mit ihrem Baumeister Conrad gekommen, um Bob bei dem Bau des Staudamms zu helfen. Vor allem Baggi ist begeistert, denn er ist ein großer Fan von Mega-Bagger Ace, der früher einmal ein Fernsehstar war. Die beiden freunden sich schnell an, doch darüber vergisst Baggi vollkommen seine alten Freunde Buddel und Heppo. Die wiederum stellen bald fest, dass Rumms und Kracher zwar stark, aber alles andere als nett sind.

Der solide animierte und mit seinen sechzig Minuten das junge Publikum nicht überfordernde Film „Bob der Baumeister – Das Megateam“ verknüpft Spannung, Herz und Humor auf solch zuckersüße Weise, das sich auch die erwachsenen Zuschauer nicht allzu sehr langweilen werden.


WONDER WOMAN | Regie: Patty Jenkins | USA/CHN/HKG 2017

Vor ihrem Siegeszug als Wonder Woman wurde die Amazonenprinzessin Diana (Gal Gadot) zu einer unüberwindlichen Kriegerin ausgebildet. Sie wuchs in einem abgelegenen Inselparadies auf – erst von dem notgelandeten amerikanischen Piloten Steve (Chris Pine) erfährt sie von den fürchterlichen Konflikten im Rest der Welt. Daraufhin verlässt sie ihre Heimat, weil sie überzeugt ist, dass sie der bedrohlichen Situation Herr werden kann. In dem Krieg, der alle Kriege beenden soll, kämpft Diana an der Seite der Menschen, entdeckt allmählich ihr volles Potenzial… und ihre wahre Bestimmung, die darin liegen könnte, an der Seite einer Handvoll Helden die Welt zu retten. Sollte sie diesen lebensgefährlichen Konflikt überleben…

Auch „Wonder Woman“ kann nicht dafür sorgen, dass sich das DC-Universum aus seinem qualitativen Tief befreit. Mit Ausnahme einiger nett inszenierter Nahkampfszenen, ordentlichen Darstellern und ein wenig Humor im Mittelteil ist auch dieser Blockbuster ein mit wenig ansprechendem CGI vollgestopftes, weitestgehend seelenloses und sich viel zu ernst nehmendes Fantasyaction-Spektakel, das seinen feministischen Gedanken vollkommen verfehlt


ALL EYEZ ON ME  |  Regie: Benny Boom | USA 2017

Tupac Shakur (Demetrius Shipp Jr.) wächst in den Straßen New Yorks auf und wird hineingeworfen in eine Welt aus Ungerechtigkeit und Willkür. Er muss mitansehen, wie seine Community an Drogen zerbricht und von einer brutalen Polizeimacht unterdrückt wird. Schon früh experimentiert er mit Rap, um seiner Realität als junger schwarzer Mann eine Stimme zu geben. Sein Erfolg, plötzliche Berühmtheit und ein Leben mit viel Geld, Glanz und Glamour, werden aber gleichzeitig auch sein Untergang sein: Immer wieder gerät er mit dem Gesetz in Konflikt. 1995 muss er erneut ins Gefängnis. Als er nach seiner Entlassung zu Death Row Records geht und das Doppelalbum „All Eyez on me“ veröffentlicht, wird 2Pac zu einem der beliebtesten Rapper auf dem Planeten. Am 7. September 1996 wird er in Las Vegas auf offener Straße angeschossen. Sechs Tage später stirbt er mit nur fünfundzwanzig Jahren. 

Ob sich Tupac Shakur eine zweieinhalbstündige Seifenoper als filmisches Vermächtnis gewünscht hätte? Fakt ist: „All Eyez On Me“ holt kaum etwas aus dem harten Lebensweg des Musikers heraus, lässt den Konflikt zwischen West und East Coast sogar vollkommen unberücksichtigt und am Ende weiß man über den Menschen hinter dem Rapper genauso viel wie noch zu Beginn – nämlich gar nichts.


MARIA MAFIOSI |  Regie: Jule Ronstedt | DE 2017

Es scheint ‚alles paletti‘ zu sein, im so ausgelassenen Leben der hochschwangeren Polizistin Maria Moosandl aus Landsberg am Lech. Der Job macht ihr Spaß und sie freut sich auf die Zukunft, mit dem vor den Angehörigen noch geheim gehaltenen Vater, Rocco Pacelli. Der junge Italiener ist Sohn des Pizzeria-Besitzers und – wie sich herausstellt – Kleinstadt-Paten Silvio. Rocco will seinen Eltern jetzt endlich die gute Nachricht von dem Nachwuchs und seiner Hochzeit überbringen. Doch so einfach wie er sich das vorstellt, geht das nicht. Zur leidigen Überraschung des jungen Glücks sorgt Roccos Familie ausgerechnet jetzt für gewaltige Unruhe und durchkreuzt mit Papa Silvio die Hochzeitspläne durch seine eigenwilligen italienischen Geschäftsstrategien: Rocco ist angeblich einer Italienerin versprochen! 

Der Schlussakt reißt mit und auch die Darsteller geben sich alle Mühe, mehr aus dem Film herauszuholen, als abgestandene Klischees über Bayern und Italiener. So richtig klappen will das allerdings nicht. „Maria Mafiosi“ kann dem Genre der deutschen Krimikomödie keine eigenen, geschweige denn neuen Facetten hinzufügen.


MÄDELSTRIP  |  Regie: Jonathan Levine | USA 2017

Emily Middleton befindet sich auf dem Tiefpunkt: Sie wird gefeuert, verlassen und von ihren „Freundinnen“ gemieden. Ihr geplanter Ecuador-Urlaub scheint ins Wasser zu fallen, also fährt sie zu ihrer Mutter Linda, um sich auszuheulen. Linda, die sich noch immer um ihren erwachsenen und jeglicher Änderung im Leben ängstlich entgegnenden Sohn Jeffrey kümmert, fristet seit dem Ableben ihres Mannes ein ruhiges, abgeschottetes Leben. Da kommt Emily der Geistesblitz: Ihre Mutter könnte mit nach Ecuador reisen – es ist der exzentrischen, frisch gebackenen Junggesellin zwar peinlich, in ihrem Alter noch immer mit Mama unterwegs zu sein, aber sie kann ihr so wenigstens ein Abenteuer schenken. In Ecuador angekommen, dauert es nicht lang, bis sich die beiden gehörig auf die Nerven gehen… 

Eine Komödie, die nur minimal vergnüglicher ist, als die Qualen, die ihre Hauptfiguren durchleiden: Dass in Jonathan Levines staubig-miefiger Thrillerkomödie die sympathischste Figur ein Regierungsvertreter ist, der die Heldinnen nicht retten will, dürfte Bände sprechen. Da will man doch lieber selbst schnell Reisaus nehmen!


HILFE, UNSER LEHRER IST EIN FROSCH!  |  Regie: Anna van der Heide | NED 2016

Lehrer Franz übt seinen Beruf mit Freude und Leidenschaft aus und ist deshalb bei seinen Schülern überaus beliebt. Als die kleine Sita entdeckt, dass Franz sich manchmal in einen Frosch verwandelt, setzt sie gemeinsam mit den anderen Kindern der Klasse alles daran, ihrem Lehrer zu helfen, Fliegen für ihn zu fangen und ihn vor gefährlichen Tieren – wie Störchen – zu schützen. Aber dann übernimmt ein neuer Direktor die Schule und die Lage spitzt sich zu. Der Schulleiter schätzt Franz‘ liberale Methoden gar nicht. Außerdem hat er selbst ein dunkles Geheimnis… Entstanden nach dem Kinderroman von Paul van Loon wartet dieses liebenswerte moderne Märchen mit vielen vergnüglichen Szenarien auf. In Holland war der Film ein Überraschungserfolg an den Kinokassen und konnte große sowie kleine Zuschauer für sich begeistern. Im Sommer kommt der Film nun auch in die deutschen und österreichischen Kinos.


ICH WÜNSCHE DIR EIN SCHÖNES LEBEN  |  Regie: Ounie Lecomte | FR 2015

Elisa ist für einige Monate in Dünkirchen als Vertretung in einer Praxis. Sie hat ihren Sohn Noah mitgebracht und lässt ihn hier zur Schule gehen. Vor 30 Jahren ist Elisa in Dünkirchen anonym geboren und von ihrer leiblichen Mutter direkt zur Adoption freigegeben worden. Elisa hat ihre leibliche Mutter über die Adoptionsbehörde gebeten, sich zuerkennen zu geben. Aber Elisas Mutter weigert sich ihre Identität zu offenbaren. Elisa hofft auf ein Einlenken der unbekannten Mutter, wenn sie in der gleichen Stadt lebt und auch auf den Zufall. Über viele Jahre hat Elisa die Frage nach ihren leiblichen Eltern in sich verschlossen. Da ihr Sohn Noah, aber einen arabischen Einschlag hat, der nicht von seinem leiblichen Vater kommen kann, kommen nur Elisas unbekannte Eltern in Frage. Als Noah anfängt sich in der Schule mit den arabisch stämmigen Kindern zu solidarisieren, erkennt Elisa, dass sie auch für Noah Antworten zu ihrer unbekannten Familie finden muss.


Heimkinotipp: HIDDEN FIGURES  |  Regie: Theodore Melfi | USA 2016

Katherine Johnson (Taraji P. Henson), Dorothy Vaughan (Octavia Spencer) und Mary Jackson (Janelle Monáe) arbeiten zu Beginn der Sechzigerjahre bei der NASA und sind an vorderster Front an einem der wichtigsten Ereignisse der jüngeren Zeitgeschichte beteiligt. Die brillanten Mathematikerinnen sind Teil jenes Teams, das dem ersten US- Astronauten John Glenn die Erdumrundung ermöglicht. Eine atemberaubende Leistung, die der amerikanischen Nation neues Selbstbewusstsein gibt, den Wettlauf ins All neu definiert und die Welt aufrüttelt. Dabei kämpft das visionäre Trio um die Überwindung der Geschlechter- und Rassengrenzen und ist eine Inspiration für kommende Generationen, an ihren großen Träumen festzuhalten.

Mit einem feinen Fingerspitzengefühl für die Balance zwischen Tragik und Komik erzählt Theodore Melfi in einem Tatsachendrama „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ von drei Powerfrauen, die die US-amerikanische Raumfahrtgeschichte entscheidend geprägt haben.

Das startet am 11. Mai 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 11. Mai, der mit „King Arthur“ lediglich einen großen Start zu bieten hat, über den ich allerdings noch nicht sprechen darf. Der Rest ist weder qualitativ der Rede wert, noch wird er in den Kinos viel zu sagen haben. Dafür ist das Kinoevent „Embrace“ thematisch einen Blick wert. Eine Dokumentation, die sich damit befasst, weshalb Frauen auf aller Welt Probleme mit ihrem Körper haben (produziert unter anderem von Nora Tschirner) verdient mehr Aufmerksamkeit, als einen limitierten Kinostart. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

KING ARTHUR: LEGEND OF THE SWORD  | Regie: Guy Ritchie | USA 2017

Arthur (Charlie Hunnam) hat einen schweren Start ins Leben. Schon in jungen Jahren wird er Zeuge des Mordes an seinem Vater, dem weisen König Uther (Eric Bana), der im Auftrag des machtgierigen Tyrannen Vortigern (Jude Law) grausam hingerichtet wird. Doch nur so gelingt es Vortigern, die Thronfolge anzutreten und fortan das Land unter brutalem Regiment zu regieren. Von all dem ahnt der mittlerweile zum jungen Mann herangewachsene Arthur nichts, bis sich sein Weg eines Tages mit dem verzauberten Schwert Excalibur kreuzt. Der Legende nach könne es nur dem rechtmäßigen König von England gelingen, das Schwert aus seinem Stein zu ziehen – was Arthur dann auch prompt tut. Die Folge: Der stattliche Ritter wird fortan von finsteren Visionen heimgesucht, die sich immer mehr dazu verdichten, den König in spe über seine Vergangenheit aufzuklären. Nur so kann sich seine Berufung erfüllen… 

„King Arthur: Legend of the Sword“ ist moderne Fantasyaction vor spektakulärer Kulisse, die mit einem starken Cast, einer kurzweiligen Geschichte und dem typischen Guy-Ritchie-Drive zu überzeugen weiß. Mehr davon!


EMBRACE | Regie: Taryn Brumfitt | AT/CAN/DOM/DE/USA/UK/FR 2016

Medien, Werbung und Gesellschaft geben ein Körperbild vor, nach dem wir uns selbst und andere immer wieder bewerten und verurteilen. Die australische Fotografin und dreifache Mutter Taryn Brumfitt wollte das nicht mehr hinnehmen. Sie postete ein ungewöhnliches Vorher/Nachher-Foto ihres fast nackten Körpers auf Facebook und löste damit einen Begeisterungssturm aus. Durch ihren Post, der über 100 Millionen Mal in den sozialen Netzwerken angesehen wurde, rückte sie das Thema Body Image in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Gleichzeitig befreite sie sich selbst von dem ungesunden Streben nach dem „perfekten“ Körper. Mit ihrem Dokumentarfilm möchte Brumfitt allen, die unter den vermeintlichen Schönheitsidealen leiden, einen Gegenentwurf vorstellen: EMBRACE! Taryn Brumfitt begibt sich auf eine Reise um den Globus, um herauszufinden, warum so viele Frauen ihren Körper nicht so mögen, wie er ist. 

Der am 11. Mai einmalig in den Kinos ausgestrahlte Dokumentarfilm „Embrace“ ist ein leidenschaftliches Statement für die Vielfalt weiblicher Schönheit und unterfüttert interessante Einzelschicksale mit erschreckenden Statistiken darüber, wie Frauen ihren Körper wahrnehmen.


 RÜCKKEHR NACH MONTAUK  | Regie: Volker Schlöndorff | DE 2017

Es gibt eine Liebe im Leben, die du nie vergisst. Der Schriftsteller Max Zorn kommt zu seiner Buchpremiere nach New York. Seine junge Lebensgefährtin Clara ist ihm vorausgereist, um an der US-Veröffentlichung mitzuarbeiten. In seinem Roman schreibt Max vom Scheitern einer Liebe in dieser Stadt. Nicht ganz zufällig trifft er Rebecca wieder, die Frau von damals. Sie ist inzwischen eine sehr erfolgreiche Anwältin, ursprünglich aus Ostdeutschland und seit 20 Jahren in New York. Sie beschließen, noch einmal ein Wochenende miteinander zu verbringen. Es ist Winter in Montauk, dem kleinen Fischerhafen mit dem berühmten Leuchtturm am Ende von Long Island. Zwei Strandstühle am windgepeitschten Meer. Sie warten auf zwei Menschen, die einander für lange Zeit verloren hatten. Nun kehren sie zurück, voller Trauer um das versäumte Leben und Hoffnung auf die Zukunft.

Eigentlich bemüht Volker Schlöndorffs melancholische, gerade zu Beginn zähe Liebesgeschichte „Rückkehr nach Montauk“ viel zu oft den Holzhammer, um dem Zuschauer seine Botschaften einzutrichtern. Doch gleichzeitig ist der Regisseur so genau und detailliert in seinen Beobachtungen, dass man das Gezeigte trotzdem als wahrhaftig empfindet.


ÜBERFLIEGER – KLEINE VÖGEL, GROSSES GEKLAPPER | Regie: Toby Genkel | DE/BEL/LUX/NOR 2017

Der verwaiste Spatz Richard wird liebevoll von einer Storchenfamilie aufgezogen. Ihm würde nicht im Traum einfallen, dass er selbst kein Storch ist. Als sich seine Eltern und sein Bruder im Herbst für den langen Flug ins warme Afrika rüsten, offenbaren sie ihm die Wahrheit: Ein kleiner Spatz ist nicht geschaffen für eine Reise wie diese und sie müssen ihn schweren Herzens zurücklassen. Für Richard ist das kein Grund, den Kopf in die Federn zu stecken. Auf eigene Faust macht er sich auf den Weg nach Afrika, um allen zu beweisen, dass er doch einer von ihnen ist! Zum Glück kommen ihm dabei Olga, die zu groß geratene Zwergeule und ihr imaginärer Freund Oleg zu Hilfe. Als sie Kiki, einen selbstverliebten Karaoke-Wellensittich mit Höhenangst, aus seinem Käfig befreien, beginnt ein turbulentes Abenteuer, das die drei Überflieger über sich hinauswachsen lässt!

Licht und Schatten liegen bei „Überflieger – Kleine Vögel, großes Geklapper“ nah beieinander. Die Macher beweisen Fingerspitzengefühl in den ruhigen, emotionalen Momenten, greifen bei den Gags jedoch mehrmals daneben. Dafür bleibt die Botschaft angenehm bodenständig und mit Ausnahme manch einer Figur sieht der Film auch recht passabel aus. Eher was für die Kleinen.


DAS ENDE IST ERST DER ANFANG | Regie: Bouli Lanners | BEL/FR 2016

Als Kopfgeldjäger reisen die beiden grundverschiedenen Männer Coschise (Albert Dupontel) und Gilou (Bouli Lanners) durch endlose, windumtoste Landschaften. Auf ihrer Suche nach einem gestohlenen Handy, das sensible Informationen enthält, kreuzen sich ihre Wege mit denen von Esther (Aurore Broutin) und Willy (David Murgia). Ein Paar, das nicht nur verliebt ist, sondern auch auf der Flucht. Ist der Ort, in dem Cochise und Gilou landen, das Ende der Welt? Diese gottverlassene kleine Stadt, in der jeder so scheint, als wäre er nur aus Versehen angespült worden? Werden sie hier das Beste im Menschen entdecken? Sie scheinen dort draußen die letzten Menschen zu sein. Aber unterscheiden sie sich wirklich so sehr von den ersten?

„Das Ende ist erst der Anfang“ kombiniert den rauen Charme düsterer Schwedenkrimis mit um Kult bemühten Dialogen und einer Geschichte, die viel zu sehr darauf ausgelegt ist, den Zuschauer in ihrer Skurrilität zu überraschen. Da bleibt nicht nur der Anspruch auf der Strecke, sondern auch der Spaß.


EIN TAG WIE KEIN ANDERER |  Regie: Asaph Polonsky | ISR 2016

Vor sieben Tagen haben Eyal (Shai Avivi) und Vicky (Evgenia Dodina) ihren 25-jährigen Sohn beerdigt. Die Shiva, das jüdische Trauerritual, ist nun beendet, die Besuche und Beileidsbekundungen ebben ab. Die Eltern versuchen auf unterschiedliche Weise, den frühen Tod ihres Kindes zu verarbeiten. Während Vicky schnellstmöglich zur Normalität eines geregelten Lebens zurückkehren möchte, geht Eyal den entgegensetzten Weg und konserviert seinen momentanen Ausnahmezustand mit allen Mitteln: Er freundet er sich mit dem Nachbarsohn an, der ihn an seinen eigenen Sohn erinnert. Zusammen verbringen sie einen unvergesslichen Tag voller absurder Situationen und finden gemeinsam einen Weg aus der Trauer. Doch Vicky kann das Handeln ihres Mannes nicht sofort nachvollziehen. Streit liegt in der Luft, doch der Zeitpunkt dafür ist alles andere als ideal. Kann ihre Liebe das überstehen?


Heimkinotipp ALLIED – VERTRAUTE FREMDE  |  Regie: Robert Zemeckis | UK/USA 2016

Der englische Geheimdienstoffiziers Max Vatan (Brad Pitt) und die französische Résistance-Kämpferin Marianne Beausejour (Marion Cotillard) lernen sich in einem geheimen Auftrag der Alliierten in Casablanca kennen und lieben. Gemeinsam bringen sie einen wichtigen Auftrag zu Ende und beschließen, auch nach den gefährlichen Ereignissen zusammen zu bleiben. In London wiedervereint, wird ihre Liebe allerdings auf eine harte Probe gestellt, als Marianne verdächtigt wird, für den Feind zu spionieren. Für Max bricht eine Welt zusammen. Gefangen in einem undurchsichtigen Netz aus Verdächtigungen und Lügen, versucht er verzweifelt herauszufinden, ob Mariannes Liebe und ihr gemeinsames Leben auf wahren Gefühlen basieren.

Robert Zemeckis gelingt mit seinem mächtigen Liebesdrama „Allied – Vertraute Fremde“ eine Hollywoodromanze alter Schule, in der lediglich einige zu abgehoben inszenierte Einzelszenen vom phänomenalen Spiel der beiden Hauptdarsteller ablenken. Lange hat man mit der Liebe eines Filmpaares nicht mehr so mitgelitten, wie hier. „Allied“ ist bis zum bitteren Ende ein durch und durch intensives Filmerlebnis.

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