Schlagwort-Archiv: Krimi

Das startet am 30. August 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 30. August, an dem vor allem das deutsche Kino einen, oder sogar mehrere Blicke wert ist. Detlev Bucks experimentelle Milieustudie „Asphaltgorillas“ bringt frischen Wind ins heimische Genrekino und die vermeintlich einfältige Tragikomödie „Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“ erweist sich als überraschend vielschichtiges Charakterporträt. Die einzig große Produktion dieser Woche scheitert dagegen vor allem an seinen technischen Ambitionen – „Bad Spies“ ist dadurch einfach nicht lustig, dafür ganz schön brutal. Das trifft übrigens auch auf „Safari“ zu, nur dass hier einfach gar nichts stimmt. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ASPHALTGORILLAS | Regie: Detlev Buck | DE 2018

Atris und Franky haben sich schon als Kinder mit allerhand krummen Dingern durchs Leben geschlagen. Die beiden sind immer noch Freunde, haben sich durch ihre verschiedenen Lebenswege allerdings aus den Augen verloren. Also Franky eines Tages im fetten Lamborghini vor Atris‘ Tür auftaucht, könnte den beiden viel Geld winken. Franky will einen Falschgelddeal durchziehen und braucht dafür die Hilfe seines alten Kumpels. Der ist allerdings nicht nur gerade schwer in die Teilzeitgaunerin Bettina verknallt, sondern hat obendrein kaum Erfahrung mit größeren Deals. Noch dazu sitzt ihm sein Boss El Keitar im Nacken, bei dem Atris hohe Schulden hat. Als der Deal über die Bühne geht, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse und nicht nur die Freundschaft der beiden Männer steht auf dem Spiel, sondern auch das Leben aller Beteiligter…

Detlev Buck bedient sich für seine Interpretation von Ferdinand von Schirachs „Der Schlüssel“ zwar an diversen Motiven des aktuellen Filmgeschehens, doch gleichzeitig verpasst er ihnen immer auch seine eigene Note und macht daraus eine hochunterhaltsame Milieustudie, irgendwo zwischen „John Wick“, „The Wolf of Wall Street“ und „Nur Gott kann mich richten“.


GRÜNER WIRD’S NICHT, SAGTE DER GÄRTNER UND FLOG DAVON | Regie: Florian Gallenberger | DE 2018

Schorsch ist Gärtner in einer bayerischen Kleinstadt und schuftet täglich in seinem Betrieb, der kurz vor der Pleite steht. Die Ehe mit seiner Frau ist längst entzaubert und zu allem Überfluss möchte seine Tochter jetzt auch noch an die Kunstakademie. Nur über den Wolken, in seinem klapprigen Propeller-Flugzeug fühlt sich Schorsch wirklich frei. Doch dann missfällt dem Chef des lokalen Golfplatzes, den Schorsch angelegt hat, der Grünton des Rasens und Schorsch bleibt auf seiner Rechnung sitzen. Als der Gerichtsvollzieher sein Flugzeug pfänden will, packt den Steuerknüppel und fliegt einfach davon. Es beginnt eine Reise, die ihn an unbekannte Orte führt, voller skurriler und besonderer Begegnungen – und mit jedem Start und jeder Landung öffnet der Gärtner ganz langsam sein Herz wieder für das, was man eine Ahnung von Glück nennt…

Florian Gallenberger macht es sich mit seiner Feelgood-Selbstfindungskomödie „Grüner wird’s nicht“ nicht einfach und versucht, trotz vieler verschiedener Brandherde ein positives Gefühl zu vermitteln, das echt und nicht konstruiert wirkt. Und was soll man sagen: Ihm ist genau das gelungen. Ein Wohlfühlfilm, dem man all seine positiven wie negativen Entwicklungen jederzeit abnimmt.


KINDESWOHL | Regie: Richard Eyre | UK 2017

Fiona Maye (Emma Thompson) ist eine erfahrene Familienrichterin in London, die in ihrer langjährigen Karriere schon mit allerlei schwierigen Fällen konfrontiert wurde. Erst kürzlich musste sie entscheiden, ob sie zwei siamesische Zwillinge trennen lässt, oder nicht. Ausgerechnet in einer Phase, in der ihre Ehe mit Jack (Stanley Tucci) in einer tiefen Krise steckt, wird ihr ein eiliger Fall übertragen, bei dem es um Leben und Tod geht: Der 17-jährige Adam (Fionn Whitehead) hat Leukämie, doch als Zeugen Jehovas lehnen er und seine Eltern die lebensrettende Bluttransfusion ab. Fiona muss entscheiden, ob das Krankenhaus den Minderjährigen gegen seinen Willen und den seiner Eltern behandeln darf. Die Auseinandersetzung mit dem intelligenten Jungen führt Fiona zu einer Entscheidung, die auch ihr eigenes Leben verändern wird.

„Kindeswohl“ beginnt als klassischer Gerichtsfilm und rückt im weiteren Verlauf immer mehr das Innenleben seiner Protagonistin in den Fokus. Durch die zweigespaltene Inszenierung als mal kühler Gerichtsfilm und mal hochemotionales Charakterdrama bleibt Richard Eyres Werk allerdings weit hinter seinen Möglichkeiten zurück, obwohl sich Emma Thompson und Stanley Tucci alle Mühe geben, „Kindeswohl“ mit brillanten Darstellungen zu veredeln.


KÄPT’N SHARKY | Regie: Jan Stolz, Hubert Weiland | DE 2017

Er ist der Schrecken der sieben Weltmeere – denkt er zumindest! Doch von den anderen Seefahrern wird Käpt’n Sharky alles andere als ernst genommen. Vor allem der Alte Bill und seine Crew haben es auf den kleinen Piraten abgesehen und liefern sich so manches Duell mit ihm. Als Sharky mal wieder auf der Flucht vor seinen Widersachern ist, landen durch Zufall zwei blinde Passagiere auf seinem Boot: Während der zehnjährige Michi Schutz sucht, weil er dank Sharky versehentlich für einen Straßendieb gehalten wird, versteckt sich Admiralstochter Bonnie an Bord, um nicht aufs Internat zu müssen. Der kleine Pirat ist gar nicht begeistert von den ungebetenen Gästen, schließlich hat er schon eine Crew – PiRatte, den Affen Fips und den Papagei Coco. Doch für die nächste Mission fehlt Sharky noch ein Kompass – und den hat Bonnie im Gepäck! 

Das erste Kinoabenteuer der beliebten Kinderbuchfigur „Käpt’n Sharky“ ist perfekt auf die Bedürfnisse ganz kleiner Zuschauer zugeschnitten und dürfte auch die erwachsenen Begleitpersonen nicht allzu sehr langweilen. Lediglich die minimalistische Animation ist gewöhnungsbedürftig.


BAD SPIES | Regie: Susanna Fogel | USA/CAN 2018

Audrey (Mila Kunis) hat Geburtstag – und ihre Überraschungsfeier muss ohne ihren Freund Drew Thayer (Justin Theroux) auskommen. Der ist nämlich von der Bildfläche verschwunden. Nur ihre beste Freundin Morgan (Kate McKinnon) schafft es, die geknickte Audrey aufzumuntern. Als das Frauengespann Drew via Textnachricht androht, all seine Sachen zu verbrennen, steht er auf einmal wieder vor der Matte. Aufgeregt erklärt er, Spion zu sein und dass er abhauen musste, um Audrey zu beschützen. Nun ist es aber zu spät: Ungewollt zieht er Audrey und Morgan in seinen Berufsalltag hinein. Schon bald werden sie von ein paar Profikillern verfolgt, die es auf einen USB-Stick abgesehen haben, den sie im Besitz der Freundinnen vermuten. Es beginnt eine Hatz, einmal über den großen Teich und dann quer durch Europa… 

Eine Actionkomödie, in der die Action stärker (und härter) zündet als der Humor: „Bad Spies“ verdient sich durch das Zusammenspiel von Kate McKinnon und Mila Kunis ein paar Sympathiepunkte, schlussendlich gehen aber zu viele Gags den Bach runter.


SAFARI – MATCH ME IF YOU CAN | Regie: Rudi Gaul | DE 2018


DIE 1000 GLOTZBÖBBEL VOM DR. MABUSE | Regie: Dominik Kuhn aka. Dodokay | DE 2018

Wir schreiben das Jahr 1960. Deutschland. Die Stuttgarter Polizei ist einem mysteriösen Gangster-Mastermind auf der Spur, dessen Vorgehen sehr stark an das des in den 30er Jahren verstorbenen Dr. Mabuse erinnert. Jetzt scheint es dieser Verbrecher auf die neueste schwäbische Erfindung abgesehen zu haben: Das bahnbrechende Internet, dessen geheime Schaltzentrale im Hotel ‚Zum güldenen Grasdackel’ in einem kleinen Ort auf der schwäbischen Alb untergebracht ist. Kommissar Krass wird mit den Ermittlungen beauftragt. Im Hotel trifft er unter anderem den Millionär Helmut Wurster, die suizidale Sabine Hirrlinger, den Vertreter Hans-Martin B. Lamparter, der den Verdacht zu hegen scheint, dass im Hotel die geheime technische Internet-Zentrale eingebaut ist. Und dann taucht auch noch der schmierige Internet-Betreiber Mark Sackerberg auf, der zweifelsohne auch nicht alles sagt, was er weiß…


BREAKDOWN IN TOKYO | Regie: Zoltan Paul | DE/JPN 2018

Der eitle Künstler Lászlo, der sich in einer Lebens- und Schaffenskrise befindet, fühlt sich wie beflügelt durch die Liebe von Nahoko – und die tolerante Emma würde ihm das kleine Abenteuer sogar gönnen, wenn er sie nicht bloßstellt und den Film und seine Gesundheit nicht gefährdet. Aber natürlich schlägt er über alle Stränge. Schließlich hat Emma die Nase voll von seiner Rücksichtslosigkeit und verlangt das sofortige Ende der Affäre. Schweren Herzens bricht Lászlo seine aufkeimende Beziehung mit Nahoko ab. Er hat aber nicht mit ihren Rachegefühlen gerechnet. Sie sabotiert von nun an die Produktion und provoziert, wo sie nur kann. Als Laszlo sie schließlich zur Rede stellt, rastet sie aus und verschwindet ausgerechnet mit dem Laptop von Emma, auf dem alle Produktionsdaten, Hotelbuchungen, Flüge und Züge gespeichert sind. Lászlo muss Nahoko also um jeden Preis finden und zurückholen…

 

Heimkinotipp: NUR GOTT KANN MICH RICHTEN | Regie: Regie: Özgür Yildirim | DE 2017

Vor fünf Jahren hat Ricky nach einem Überfall für seinen Bruder Rafael und seinen Kumpel Latif den Kopf hingehalten. Jetzt ist er raus aus dem Knast, und Latif möchte sich erkenntlich zeigen: er hat ein scheinbar sicheres Ding in Aussicht. Ricky könnte sich mit dem Geld, das dabei herausspringt, eine neue Existenz aufbauen. Nach anfänglichem Zögern stimmt Ricky zu, aber sobald die Vorbereitungen stehen, beginnen auch schon die Komplikationen. Ricky ist gezwungen, Rafael an Bord zu holen, den er eigentlich nie mehr in Schwierigkeiten bringen wollte, und auch sonst scheint sich die Welt gegen ihn zu verschwören. Vor allem in Form von Diana, einer Polizistin in Geldnot, die plötzlich kriminelle Energie entwickelt, um die Pläne der Jungs auf ganz unvorhergesehene Weise zu durchkreuzen. 

„Nur Gott kann mich richten“ ist trotz seiner Brachialität ein eleganter Clash aus harter Milieustudie, intensivem Charakterdrama und spannendem Crimethriller, in dem Özgür Yildirim seine Darsteller brillieren lässt.

Spielmacher

Für sein Spielfilmdebüt SPIELMACHER hat sich Regisseur Timon Modersohn das Milieu illegaler Sportwetten ausgesucht, um in diesem Umfeld von der Läuterung eines auf die schiefe Bahn geratenen Fußballers zu erzählen, der kurz davor steht, alles zu verlieren. Mehr dazu verrate ich in meiner Kritik. Weiterlesen

Das startet am 22. März 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 22. März, an dem der für die breite Masse relevanteste Start noch nicht der Presse gezeigt wurde. Mehr zu „Pacific Rim: Uprising“ gibt’s am Dienstag an dieser Stelle zu lesen. Dafür reiht sich in dieser Woche eine ungewöhnliche Produktion an die nächste: ein Kinderfilm, der eigentlich „Deadpool Light“ ist, ein Biopic, das eigentlich eine Mockumentary ist und ein Mysterythriller, doch noch so viel mehr ist.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THELMA  | Regie:  Joachim Trier | NOR/FR/DK/SWE 2017

Die schüchterne Thelma (Eili Harboe) verlässt ihr streng religiöses und konservatives Elternhaus in der ländlichen Idylle der norwegischen Wälder, um in der norwegischen Metropole Oslo zu studieren. Als sie auf dem Campus ihre Kommilitonin Anja (Kaya Wilkins) kennenlernt, entwickelt sich zwischen den beiden eine starke Anziehungskraft, aus der schon bald Liebe wird. Zum ersten Mal in ihrem Leben genießt sie die Zwanglosigkeit der Jugend, feiert ausgelassene Partys und entdeckt langsam aber sicher ihre Weiblichkeit. Doch plötzlich erlebt Thelma immer häufiger epilepsieartige Anfälle und es beschleicht sie der Verdacht, dass mit ihrem Befreiungsschlag auch übersinnliche Fähigkeiten freigesetzt wurden, die in ihrer Familiengeschichte tief verwurzelt sind. Sie wendet sich an einen Arzt, doch auch der kann ihr zunächst nicht weiterhelfen…

„Thelma“ ist schon deshalb etwas Besonderes, weil Regisseur Joachim Trier nicht den Fehler begeht, die komplette Faszination seiner Hauptfigur entschlüsseln zu wollen. Stattdessen erzählt er einfach eine hochatmosphärisch inszenierte Geschichte über ein Mädchen, das nicht weiß, wie ihm geschieht, als es plötzlich von epileptischen Anfällen durchgeschüttelt wird. Alles Weitere sollte man ohne viel Vorwissen selbst erleben.


I, TONYA | Regie: Craig Gillespie | USA 2017

Sie war die berühmteste Person der Welt – nach Bill Clinton. Als erste Amerikanerin der Welt vollzog die Ausnahmesportlerin Tonya Harding (Margot Robbie) innerhalb eines Wettbewerbs gleich zweimal den sogenannten Dreifach-Axel – einen der anspruchsvollsten Sprünge im Eiskunstlauf. Ihr Name wird jedoch für alle Zeiten mit dem schlecht geplanten und stümperhaft durchgeführten Attentat auf ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan (Caitlin Carver) in Verbindung bleiben, das ihre Erzrivalin trainingsunfähig machen und Tonya den Sieg in den amerikanischen Meisterschaften sichern sollte – doch alles kam anders, als sich langsam herausstellen sollte, dass die ganze Tat nicht unbedingt von den klügsten Menschen geplant wurde…

Mit seinem ungewöhnlich erzählten Mockumentary-Biopic „I, Tonya“ wird Regisseur Craig Gillespie der darin porträtierten, faszinierenden Ex-Eisläuferin Tonya Harding zu jedem Zeitpunkt gerecht – genau wie Margot Robbie, die hier ihre bislang beste Performance abliefert.

PETER HASE  | Regie: Will Gluck | UK/AUS/USA 2018

Der freche, aber gutmütige Peter Hase führt seit vielen Jahren einen Kleinkrieg mit dem mürrischen Mr. McGregor, dem ein üppig bewachsener Obst- und Gemüsegarten gehört. Der Alte findet die puscheligen Vierbeiner nämlich alles andere als niedlich und scheucht sie immer wieder verzweifelt von seinem Grund und Boden. Diese Fehde erreicht plötzlich ungeahnte Ausmaße, als Peter den alten McGregor – eher aus Versehen – zur Strecke bringt. Fortan gehört der Garten der Hasenfamilie und sämtlichen Tieren des Waldes. Und auch die tierliebe und warmherzige Nachbarin Bea schaut regelmäßig nach dem Rechten. Da steht eines Tages McGregors Neffe Jeremy auf der Matte und ist auf dem besten Wege, es seinem tierunfreundlichen Onkel gleichzutun und es sich auf ewig mit den Häschen zu verscherzen. 

Mit Beatrix Potters harmloser Kinderbuchvorlage hat die mit starken Trickeffekten gespickte Leinwandadaption „Peter Hase“ nichts mehr zu tun. Was Regisseur Will Glück stattdessen daraus gemacht hat, ist ein einzigartiger Clash aus liebenswürdigem Familienabenteuer der Marke „Paddington“ und derben Metaspäßen im Stile von „Deadpool“.


MIDNIGHT SUN – ALLES FÜR DICH | Regie: Scott Speer | USA 2018

Musik ist alles im Leben der 17-jährigen Katie: Tagsüber komponiert sie Songs und beobachtet ihren Schwarm Charlie aus der Ferne, abends tritt sie als Straßenmusikerin auf. Als der gutaussehende Skater zufällig einen Auftritt Katies sieht, verliebt er sich in sie. Schnell kommen sich die beiden näher, doch was Charlie nicht weiß: Katie leidet seit ihrer Geburt an einer seltenen Krankheit, die jegliches Sonnenlicht zur tödlichen Gefahr macht und sie tagsüber an ihr Zuhause fesselt. Beflügelt von der neu entfachten Liebe, beschließt Katie jedoch zum ersten Mal in ihrem Leben, sich nicht mehr länger von ihrem Schicksal bestimmen zu lassen. Sie genießt Charlies Liebe und lässt sich von seiner Lebenslust und Leidenschaft mitreißen. Irgendwann ist es allerdings unausweichlich: Sie muss Charlie mit der Wahrheit konfrontieren, dass sie anders ist als andere Mädchen…

Eigentlich ist „Midnight Sun – Alles für Dich“ eine generische Teenie-Lovestory, die die meiste Zeit nicht vom vorhersehbaren Genrestandard abweicht. Doch die beiden bezaubernden Hauptdarsteller, viele wundervoll-lebensechte Einzelszenen und ein überraschendes Finale machen den Film zu mehr als bloßer Durchschnittsware – und für die Zielgruppe zu einem echten Erlebnis!


PACIFIC RIM: UPRISING  | Regie: Steven S. DeKnight | CN/USA 2018

Vor einigen Jahren starteten die von Menschen gelenkten Jaeger-Supermaschinen einen erfolgreichen Vernichtungsfeldzug gegen außerirdische Monster. Doch nun stellt sich heraus: All das war nur ein Vorspiel – die Kaijus kehren zurück! An vorderster Front gegen die neue Bedrohung steht der einst hoffnungsvolle Jaeger-Pilot Jake Pentecost, dessen legendärer Vater damals im Krieg sein Leben lassen musste. Inzwischen hat Jake seine Ausbildung abgebrochen und droht in die Kriminalität abzurutschen. Als plötzlich die Erde attackiert wird, stellt sich Jake der Herausforderung, das Erbe seines Vaters anzutreten. An Jakes Seite kämpfen sein Pilotenrivale Lambert und die 15-jährige Jaeger-Hackerin Amara. Schon bald bildet das Pan Pacific Defense Corps eine mächtige Abwehrtruppe – und jeder Einzelne muss erkennen, dass er nur in der heldenhaftesten Version von sich selbst zum Sieg gegen die Monster beitragen kann. 

An den detailverliebten Vorgänger kommt Steven DeKnights „Pacific Rim: Uprising“ nicht heran. Trotzdem überzeugt auch das Sequel mit diversen technischen Finessen, einer ordentlichen Portion (Selbst-)Ironie und mit einer überraschenden Wendung im Finale. Leider kommen ausgerechnet die Kaijus selbst zu kurz; und auch die bemühte Coolness erweist sich zwischenzeitlich als ziemlich anstrengend.


DIE SCH’TIS IN PARIS | Regie: Dany Boon | FR 2018

Das angesagte Architektenpaar Valentin D. (Dany Boon) und Constance Brandt (Laurence Arné) bereitet die Eröffnung ihrer Retrospektive im Pariser Museum für Moderne Kunst vor. Was niemand weiß: Valentin hat der Pariser Gesellschaft und sogar seinem Schwiegervater und Hauptinvestor (François Berléand) seine Sch’ti-Herkunft aus dem Arbeitermilieu verschwiegen und gibt sich als Waise aus. Doch als Valentins Bruder (Guy Lecluyse) zusammen mit seiner Frau (Valérie Bonneton) und Mutter (Line Renaud) überraschend nach Paris reisen, treffen nicht nur zwei völlig gegensätzliche Welten aufeinander, sondern sein großes Geheimnis droht zu platzen und publik zu werden. Und es kommt noch schlimmer: Nach einem Unfall verliert Valentin sein Gedächtnis, hält sich wieder für einen Teenager und spricht nur noch Sch’ti…

Mit „Willkommen bei den Sch’tis“ hat das inoffizielle Sequel „Die Sch’tis in Paris“ nichts mehr zu tun – nur der Sprachwitz ist übrig geblieben. Das ist dann auch vereinzelt das, was an dieser schematischen Gedächtnisverlustcomedy überhaupt noch überzeugen kann, denn die Geschichte und die Figuren bleiben völlig austauschbar.


ZWEI HERREN IM ANZUG | Regie: Josef Bierbichler | DE 2018

Es ist das Jahr 1984, am Ende des Sommers. Im ausgedienten Tanzsaal eines einst traditionsreichen Gasthauses am See, haben der Wirt und Bauer Pankraz und sein 35 jähriger Sohn Semi gerade die letzten Gäste verabschiedet, die zum Leichenschmaus zu Ehren der verstorbenen Frau und Mutter Theres erschienen waren. Nun sitzen Vater und Sohn in erzwungener Gemeinschaft beisammen und unterhalten sich über die Vergangenheit: 1. und 2. Weltkrieg, alliierte Besatzung, der erste Traktor, Kalter Krieg, Wirtschaftswunder, Flüchtlinge, Studentenunruhen, die Familie. Alles kommt stockend und sehr persönlich zur Sprach. Zwei unbekannte, vornehm gekleidete Herren werden sie vom späten Nachmittag an bis in die anbrechende Nacht hinein als zwar ungebetene, aber doch eindringliche Stichwortgeber ihres familiären Erinnerns über einen Zeitraum von 70 Jahren begleiten.


Heimkinotipp: MORD IM ORIENT EXPRESS  | Regie: Kenneth Branagh | MLT/USA 2017

Es ist ein eisiger Wintertag, als der berühmte Orient Express seine Reise von Istanbul in Asien ins europäische Wien antritt. Die Passagiere an Bord des luxuriösen Zuges stammen allesamt aus den höchsten Kreisen: adlige Herrschaften, ein amerikanischer Multimillionär, etliche Diplomaten und nicht zuletzt der belgische Meisterdetektiv Hercule Poirot (Kenneth Branagh). Als der Zug in Jugoslawien in einem Schneesturm stecken bleibt, richten sich alle auf eine lange Nacht ein. Am nächsten Morgen wird im Schlafwagen die Leiche des amerikanischen Millionärs Ratchett gefunden – getötet durch zwölf Messerstiche. Hercule Poirot steht vor einem seiner schwierigsten Fälle und unterzieht alle Passagiere des Abteils einem Verhör. Eines steht fest: Der Mörder muss noch im Orient Express sein… 

Kenneth Branaghs Version von „Mord im Orient Express“ erweckt das Verlangen nach Filmen, von denen wir ganz vergessen haben, dass es sie einmal gab. Die bombastisch gefilmte Mörderjagd ist klassisch-minimalistische Krimiunterhaltung vom Feinsten, zum Leben erweckt von fantastischen Schauspielern.

2017 – Die Plätze 30 bis 21

Herzlich willkommen, Du – lieber Leser – der vielleicht erst jetzt zu meinem kleinen Jahresrückblick vorbeischaut. Oder aber Du, der sich nach den Plätzen 40 bis 31 fragt, wie es in den ganz subjektiven Charts meiner Lieblingsfilme 2017 weitergeht. Zur kurzen Erinnerung: Wie auch schon in den letzten beiden Jahren habe ich mich aufgrund der schieren Masse an starken Kinofilmen erneut für 40 anstatt für nur 30 Tops entschieden. Wer gerne wissen möchte, was die Frau mit dem skurrilen Filmgeschmack in den vergangenen zwölf Monaten so gar nicht mochte, den verweise ich indes auf meine Filmflops.

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