Kategorie-Archiv: Wessels‘ Weekly

Das startet am 27. Februar 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 27., die so einige Perlen bereithält – auch wenn wir noch längst nicht über alle schreiben dürfen. Dafür über den neuen Guy-Ritchie-Film, über das bei den Oscars sträflich übergangene Drama „Just Mercy“ und über „Systemsprenger“, der ab dieser Woche nicht mehr nur bei Netflix, sondern endlich auch auf DVD und Blu-ray zu haben ist.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THE GENTLEMEN | Regie: Guy Ritchie  | USA 2019

Smart, knallhart und mit genialem Gespür fürs Geschäft hat sich der Exil-Amerikaner Mickey Pearson über die Jahre ein millionenschweres Marihuana-Imperium in London aufgebaut und exportiert feinsten Stoff nach ganz Europa. Doch Mickey will aussteigen, endlich mehr Zeit mit seiner Frau Rosalind verbringen und auf legalem Weg das Leben in Londons höchsten Kreisen genießen. Ein Käufer für die landesweit verteilten – und dank des chronisch geldknappen Landadels gut versteckten – Hanf-Plantagen muss her. Auftritt: Matthew Berger. Der exzentrische Milliardär bietet eine hohe Summe, will jedoch Garantien sehen. Und das ausgerechnet in dem Moment, in dem sämtliche Groß- und Kleinkriminellen der Stadt Wind von Mickeys Plänen bekommen haben – von Triaden-Boss Lord George über den durchgeknallten Emporkömmling Dry Eye bis hin zum schmierigen Privatdetektiv Fletcher.

Straßenköter in Maßanzügen – „The Gentlemen“ ist Guy Ritchies Antwort auf „Kingsman“, ein Spagat zwischen „Snatch“ und „Codename U.N.C.L.E.“, vielleicht ein Abschied vom Genre, aber auf jeden Fall eine hoch unterhaltsame Crime-Comedy , die von ihrem Style, ihrem Humor, ihren Schauspielern und jeder Menge Widersprüchen lebt.


JUST MERCY | Regie: Destin Daniel Cretton | USA 2019

Nach Abschluss seines Studiums in Harvard hätte sich der junge Anwalt Bryan Stevenson lukrative Jobs aussuchen können. Stattdessen geht er nach Alabama, um zusammen mit der ortsansässigen Anwältin Eva Ansley Menschen zu verteidigen, die zu Unrecht verurteilt wurden oder sich keine angemessene Verteidigung leisten konnten. Einer seiner ersten und explosivsten Fälle ist der von Walter McMillian, der 1987 für den berüchtigten Mord an einer 18-Jährigen zum Tode verurteilt wurde, obwohl die meisten Indizien seine Unschuld bewiesen und die einzige Zeugenaussage gegen ihn von einem Kriminellen stammte, der ein Motiv hatte zu lügen. In den folgenden Jahren verwickelt Bryans Kampf für Walter und viele andere ihn in ein Labyrinth aus juristischen und politischen Manövern und konfrontiert ihn mit offenem und ungeniertem Rassismus, während die Gewinnchancen gegen sie stehen.

Mit „Just Mercy“ liefert Regisseur Destin Daniel Cretton ein erzählerisch zwar wenig spektakuläres, dafür umso intensiver gespieltes Drama über die ein krankes US-Rechtssystem ab, an dessen Ende Niemand mehr auf die Idee kommen dürfte, dass die Todesstrafe eine gute Erfindung ist.


ANDERS ESSEN – DAS EXPERIMENT | Regie: Kurt Langbein, Andrea Ernst  | DE 2020

Wissenschaftlern ist es erstmals in Europa gelungen zu berechnen, welche Fläche für unsere Ernährungsgewohnheiten tatsächlich benötigt wird. Das Ergebnis: Jede/r von uns braucht fürs Essen ein Feld in der Größe von 4.400 Quadratmetern – ein kleines Fußballfeld. Zwei Drittel dieses Feldes stehen im Ausland – und zwei Drittel dienen nicht dem direkten Konsum, sondern der Tierfütterung. Würden alle so essen, bräuchten wir zwei Erden – weltweit stehen einem Menschen lediglich 2.200 Quadratmeter zur Verfügung. Der Film zeigt die Folgen im globalen Süden und auf den Weltmeeren. Und: unsere Lebensmittel verursachen so viel Treibhausgase wie der Autoverkehr. Dass es auch anders geht, zeigen drei Familien im Selbstversuch: Sie wollen ihren Flächenverbrauch verringern, fairer und umweltverträglicher essen. Anders kochen, mit weniger Fleisch. Anders essen, mit mehr Freude. Anders einkaufen, regional und saisonal. Wird es gelingen?

„Anders essen – Das Experiment“ wird vielleicht seinem Titel nicht ganz gerecht, da es hier nicht zwingend darum geht, Familien bei einem Ernährungsexperiment zuzusehen. Stattdessen geht es darum, Ernährungsweisen im Allgemeinen unter die Lupe zu nehmen und sie mit Wissen ob der Hintergründe zu Entstehung und Co. anzureichern. Als solcher Film ist die 84-minütige Dokumentation mehr als gelungen.


CHAOS AUF DER FEUERWACHE | Regie: Andy Fickman  | USA/CAN 2019

Jake Carson (John Cena) hat als Leiter einer Feuerwache alles im Griff. Für ihn ist kein Einsatz zu schwer, kein Feuer zu heiß. Auch seine Elite-Einheit rund um seine Kollegen Mark (Keegan-Michael Key), Rodrigo (John Leguizamo) und Axe (Tyler Mane) steht immer im Dienst ihrer lebensrettenden Arbeit, bis sie ein neuer Einsatz das erste Mal bis an die Grenze ihrer Belastungsfähigkeit führt. Bei einem Waldbrand retten sie die drei Geschwister Brynn (Brianna Hildebrand), Will (Christian Convery) und Zoey (Finley Rose Slater), die fortan ohne ihre Familie dastehen. Denn die Eltern sind für die Babysitter wider Willen partout nicht erreichbar. Notgedrungen übernimmt das Team selbst die Verantwortung und passt auf die drei Geschwister auf. Eine völlig neue Aufgabe für die knallharten Kerle, deren Leben durch die Kids vollends auf den Kopf gestellt wird.

„Chaos auf der Feuerwache“ ist eine harmlose Fish-out-of-Water-Comedy von der Stange, die der Zielgruppe der „Daddy ohne Plan“-Fans gefallen wird. Alle anderen Feuerwehr-Interessierten schauen stattdessen einfach das 2018 erschienene Drama „No Way Out“ für mehr Drama oder „Dating Queen“ für mehr absurden John-Cena-Humor.


DER UNSICHTBARE | Regie: Leigh Whannell  | AUS/USA 2020

Cecilia Kass (Elisabeth Moss) fühlt sich in der von Gewalt geprägten Beziehung mit einem wohlhabenden und genialen Wissenschaftler gefangen. Um sich vor ihrem kontrollsüchtigen Partner zu verstecken, flieht sie mitten in der Nacht, mit Hilfe ihrer Schwester (Harriet Dyer), ihres Kindheitsfreundes James (Aldis Hodge) und seiner Teenager-Tochter Sydney (Storm Reid). Doch auch hier fühlt sie sich nicht sicher. Als ihr handgreiflicher Ex Adrian (Oliver Jackson-Cohen) auch noch Selbstmord begeht und ihr einen erheblichen Teil seines großen Vermögens hinterlässt, befürchtet Cecilia, er habe seinen Tod inszeniert. Tatsächlich beginnt anschließend eine Serie unheimlicher Zufälle mit tödlichem Ausgang, deren Ziel ihre am meisten geliebten Menschen sind. Verzweifelt versucht Cecilia nun zu beweisen, dass sie von etwas gejagt wird, das niemand sehen kann. Ein Kampf, der sie zunehmend an den Rand des Wahnsinns treibt.


Heimkinotipp: SYSTEMSPRENGER | Regie: Nora Fingscheidt | DE 2019

Laut, wild, unberechenbar: Benni! Die Neunjährige treibt ihre Mitmenschen zur Verzweiflung. Dabei will sie nur eines: wieder zurück nach Hause! Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Die wilde Neunjährige ist das, was man im Jugendamt einen „Systemsprenger“ nennt. Dabei will Benni (Helena Zengel) eigentlich nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei Mama wohnen! Doch Bianca (Lisa Hagmeister) hat Angst vor ihrer unberechenbaren Tochter. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint und keine Lösung mehr in Sicht ist, versucht der Anti-Gewalttrainer Micha (Albrecht Schuch), sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien, indem er mit ihr in eine einsame Waldhütte fährt. Doch damit fangen die Probleme – zumindest für ihn – erst so richtig an…

Am Ende von „Systemsprenger“ ist man erst einmal ganz schön geschafft, denn das, was die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten zehnjährige Newcomerin Helena Zengel hier für einen Perforceritt abliefert, ist für den Zuschauer regelrecht am eigenen Leib zu spüren. Dass bei so einer bärenstarken Performance der eigentliche Kern der Geschichte nicht ins Hintertreffen gerät, ist der hervorragenden Schreib- und Inszenierungsleistung von Nora Fingscheidt zu verdanken, die mit ihrem Film gute Chancen auf den Oscar haben dürfte.

Das startet am 20. Februar 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 20. Februar, der darunter leidet, dass wir über kaum etwas bereits berichten dürfen. „Fantasy Island“ wurde der Presse gar nicht erst gezeigt und „Ruf der Wildnis“ sowie“The Boy II“ haben noch ein Embargo bis kurz vor ihrem Kinostart. Also müsst ihr euch mit dem Folgenden zufrieden geben: Einer euphorischen Besprechung von „Lassie“ sowie dem Geheimtipp „Bliss“. Hoffentlich reicht euch das vorerst… 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

LASSIE | Regie: Hanno Olderdissen  | DE 2020

Der zwölfjährige Flo (Nico Marischka) hat es nicht leicht. Gerade erst ist seine Fmilie mit ihm umgezogen, nachdem sein Vater seinen Job verlor. An der Schule gewöhnt er sich nur schwer ein, wird gehänselt und findet schlecht Anschluss. Als er dann auch noch seine geliebte Hündin Lassie abgeben muss, weil die Vermieterin keinen Hund in der Wohnung duldet bricht für Flo eine Welt zusammen. Auch seine Eltern (Sebastian Bezzel und Anna Maria Mühe) können ihn nicht trösten. Der kluge Vierbeiner kommt in die Obhut des mit Flos Vater befreundeten Grafen von Sprengel (Matthias Habich) und dessen Enkelin Priscilla (Bella Bading). Beide nehmen Lassie mit an die Nordsee, wo sie jedoch schon bald die Flucht ergreift. Für die Hundedame beginnt eine abenteuerliche Reise quer durch Deutschland. Eine Reise zurück zu Flo.

Gut gemacht, groß gedacht und mit Freude vorgetragen: Hanno Olderdissens Neuverfilmung des Hunde-Klassikers, „Lassie – Eine abenteuerliche Reise“, ist eine Abenteuerkomödie für die ganze Familie, an der es absolut nichts auszusetzen gibt.


BLISS | Regie: Joe Begos | USA 2019

Dezzy ist freischaffende Künstlerin  – und sie befindet sich in einer Schaffenskrise. Schon seit Monaten hat sie kein Bild mehr zu Ende gemalt, weshalb ihr ihr Manager schon im Nacken sitzt. Allein im Rausch kommt sie mit ihrer Arbeit wenigstens vorwärts – also beschließt sie, es nun allen zu zeigen und in einem Endspurt ihr neustes Werk zu vollenden. Was für ein Glück, dass ihr Dealer-Kumpel Hadrian gerade einen neuen Koksverschnitt anbietet, der eine Mischung aus allen Effekten jeder bekannten Droge verspricht. Dezzy kennt aber keine Zurückhaltung, und so dauert es nicht lange, bis sie Hadrians gut gemeinte Ratschläge, wie Diabolo zu dosieren ist, völlig über Bord wirft. Ebenso schnell verpufft ihre Erinnerung an die letzte Nacht. Aber das ist ihr völlig egal: Das Bild kommt vorwärts, Dezzy fühlt sich wie ein anderer Mensch; irgendetwas in ihr bringt sie zu einer bislang fremden Form der Ekstase…

Laut, siffig, dunstig, bunt, hart und böse: Joe Begos‘ Fantasy-Filmfest-Highlight und Genre-Bastard „Bliss“ ist je nach Sichtweise kunstvoller Schund. Oder sündige Kunst. Aber auf jeden Fall sehenswert für alle, die im Genre auch für abseitige Kunst zu haben sind.


RUF DER WILDNIS | Regie: Chris Sanders  | USA 2020

Bucks glückliches Hundeleben wird vollkommen auf den Kopf gestellt, als er seinem liebevollen Zuhause in Kaliforniern entrissen wird und sich plötzlich in der fremden Wildnis Alaskas zu Zeiten des Goldrauschs wiederfindet. Er wird in ein Rudel von Post-Schlittenhunden unter der Führung eines strengen, aber immer um seine Schützlinge besorgten Postboten gesteckt und muss sich hier erst einmal behaupten. Doch die Zeit im Rudel ist schnell vorbei und er landet in den Händen eines brutalen Hundeführers, unter dessen Obhut er es nicht gut hat. Nachdem Buck einen gefährlichen Befehl verweigert, wird er lebensgefährlich verletzt. Zum Glück findet ihn John Thornton, der Buck wieder aufpäppelt und gesundpflegt. Die beiden werden unzertrennliche Freunde und für Buck beginnt das Abenteuer seines Lebens, bis er schließlich seinen wahren Platz in der Welt findet.

Viel besser als erwartet aber noch immer zu unentschlossen, um richtig gut zu sein: „Ruf der Wildnis“ ist zu kindlich für ein erwachsenes Jack-London-Publikum und zu düster für Kinder. Das bedeutet jedoch nicht, dass einem die Freundschaft zwischen dem vollanimierten Vierbeiner und dem Vollbart tragenden Harrison Ford nicht doch immer wieder zu Herzen geht.


BRAHMS: THE BOY II | Regie: William Brent Bell  | USA 2020

Liza (Katie Holmes) und Sean (Owain Yeoman) bilden gemeinsam mit ihrem Sohn Jude (Christopher Convery) eine glückliche Familie. Bis diese Harmonie eines Tages in ihren Grundfesten erschüttert wird: Mutter und Sohn werden Opfer eines Überfalls, in dessen Folge der Junge von heute auf morgen aufhört, mit seiner Umgebung zu kommunizieren. Ums ich von diesem Trauma zu erholen, zieht die Familie weit weg vom Ort des Grauens und zieht in das Gästehaut des Heelshire Anwesens. Doch keiner von ihnen ahnt, welche Schreckliche Vergangenheit diesen Ort überschattet. Als Jude zur Überraschung seiner Eltern vor Ort einen neuen Freund findet, scheint zunächst alles in Ordnung. Doch bei diesem neuen Freund handelt es sich nicht etwa um einen gleichaltigen Jungen, sondern um Brahms, eine Porzellanpuppe, deren Einfluss auf das jüngste Familienmitglied zunehmend beängstigende Züge annimmt…

Vom Gruselfaktor her steht „Brahms: The Boy II“ seinem mauen Vorgänger in Nichts nach und eignet sich damit hervorragend für Horror-Einsteiger. Wer den ersten Teil allerdings gerade aufgrund seiner durchaus überraschenden Auflösung mochte, wird vom Sequel mehr als enttäuscht. Denn das, was „The Boy“ ausmachte, scheint in „The Boy II“ vergessen.


FANTASY ISLAND | Regie: Jeff Wadlow  | USA 2020

In der Blumhouse-Neuinterpretation „Fantasy Island“ lässt der mysteriöse Mr. Roarke (Michael Peña) die geheimsten Wünsche seiner glücklichen Gäste in einem luxuriösen, aber abgelegenen tropischen Resort wahr werden. Doch als sich ihre Fantasien in Alpträume verwandeln, müssen die Gäste das Geheimnis der Insel lüften, um ihr zu entkommen und das eigene Leben zu retten.

Die Hauptrollen in „Fantasy Island“ spielen Michael Peña („Ant-Man“), Maggie Q („Die Bestimmung“-Reihe), Lucy Hale („Wahrheit oder Pflicht“), Austin Stowell („Battle of the Sexes – Gegen jede Regel“), Jimmy O. Yang („The Happytime Murders“), Portia Doubleday („Her“), Ryan Hansen („Central Intelligence“) und Michael Rooker („Guardians of the Galaxy“-Reihe). Regie führte Jeff Wadlow („Wahrheit oder Pflicht“), der auch mit Chris Roach und Jillian Jacobs das Drehbuch nach der Vorlage von Gene Levitt verfasste.


CRONOFOBIA | Regie: Francesco Rizzi | CH 2018

Suter (Vinicio Marchioni) ist ein mysteriöser, eigenbrötlerischer Mann, permanent in Bewegung und auf der Flucht vor sich selbst. Den Tag über reist er durch die Schweiz, in seinem anonymen weißen Transporter. In der Nacht beobachtet er heimlich das Leben von Anna (Sabine Timoteo), einer rebellischen Frau, die ein großes Trauma zu überwinden versucht. Und die letztlich genau so allein ist wie Suter.

Als die Frau seine Obsession für sie entdeckt, ist sie zunächst unsicher. Doch schon bald entspinnt sich eine eigenwillige Form von Intimität zwischen den beiden, die bald in eine zärtlich-verstörende Beziehung mündet. Aber das zerbrechliche Gleichgewicht ist bedroht von einem dunklen Geheimnis. Denn beide haben einander nicht von Anfang an die Wahrheit über sich erzählt…


Heimkinotipp: DORA UND DIE GOLDENE STADT | Regie: James Bobin  | USA/MEX/AUS 2019

Wohlbehütet wächst die kleine Dora bei ihren Entdecker-Eltern Cole und Elena im Dschungel auf. Als Teenagerin treibt es Dora schließlich in die Großstadt. An der Seite ihres Cousins Diego lernt sie die Gepflogenheiten an einer ganz normalen High School kennen, stößt ihrer Mitschüler mit ihrer offenen und herzlichen Art aber auch immer wieder vor den Kopf. Schon bald fühlt sich Dora gar nicht mehr so wohl in ihrer Haut und möchte am liebsten in den Dschungel zurück. Ein Ausflug in ein Museum soll die gewünschte Abwechslung bringen, doch vor Ort werden Dora, Diego und zwei weitere Mitschüler entführt. In den Dschungel. In die Nähe des Entdeckercamps ihrer Eltern. Zwar können sich die Teenager befreien und auch ihren geliebten Affen Boots findet Dora schnell wieder. Doch die Ganoven scheinen mit den Kids etwas Besonderes vorzuhaben.

Die Zeichentrickserienverfilmung „Dora und die goldene Stadt“ ist ein rundum gelungenes Dschungel-Abenteuer, das für die Kleinen Slapstick und wohldosiertes „Jumanji“-Flair bereithält und die Erwachsenen mit viel, viel Meta-Humor verzückt, da Regisseur James Bobin ganz genau weiß, was für einen Film er hier inszeniert hat.

Das startet am 13. Februar 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 13. Februar, der sich mit drei größeren Filmstarts übersichtlich präsentiert. Über den wohl bekanntesten, „Sonic the Hedgehog“, dürfen wir erst ab dem 10. Februar mehr verraten. Bis dahin weisen wir auf „Bombshell“ als Geheimtipp hin und wagen die Prognose, dass „Nightlife“ zwischen zwei und zweieinhalb Millionen Zuschauer holen wird.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

BOMBSHELL – DAS ENDE DES SCHWEIGENS | Regie: Jay Roach  | USA/CAN 2019

Megyn Kelly (Charlize Theron) ist das Aushängeschild von Fox News: blond, attraktiv, sexy. Schöne Beine sind bei dem konservativen Nachrichtensender gefragter als investigativer Journalismus und unbequeme Fragen. Als sich die Starmoderatorin vor laufenden Kameras mit Präsidentschaftsbewerber Donald Trump anlegt, hat sie keine Rückendeckung von oben zu erwarten: Senderchef Roger Ailes ist mit Trump befreundet, außerdem beschert der Krawallkandidat Fox News Topquoten – so auch mit seiner sexistischen Twitter-Kampagne gegen Megyn. Ihre gestandene Kollegin Gretchen Carlson (Nicole Kidman) weigert sich, noch länger die „TV-Barbie“ zu geben. Daraufhin wird ihr Vertrag „wegen enttäuschender Einschaltquoten“ nicht verlängert – während die ehrgeizige Redakteurin Kayla Pospisil (Margot Robbie) nach einem Meeting hinter Roger Ailes‘ verschlossener Bürotür aufsteigt…

Adam McKay light: „Bombshell – Das Ende des Schweigens“ seziert den 2016 stattgefundenen Missbrauchsskandal rund um Fox-News-Channel-Boss Roger Ailes als starkes Porträt dreier den Ereignissen unterschiedlich gegenüber stehenden Moderatorinnen, das einen umfangreichen Einblick in die Senderabläufe und die späteren Ermittlungen bietet. Stark gespielt, kurzweilig inszeniert und mit der notwendigen Portion Boshaftigkeit.


NIGHTLIFE | Regie: Simon Verhoeven | DE 2020

Milo und Renzo sind beste Freunde. Ihre gemeinsame Leidenschaft: das Berliner Nachtleben, wo Milo kellnert und Renzo Party macht. Doch mit diesem Lotterleben soll nun Schluss sein: Die beiden Buddys träumen von einer eigenen Bar und versuchen, den dafür notwendigen Geldkredit aufzutreiben. Doch das ist gar nicht so leicht, denn Renzo ist wegen eines „harmlosen“ Drogendelikts vorbestraft. Als ihnen ihr Bankberater den Kredit verwehrt, stürzen sich die zwei einmal mehr ins Nightlife. Hier lernt Milo unverhofft die kurz vor einem längeren Auslandsaufenthalt befindliche Sunny  kennen. Durch einen kuriosen Zufall tragen beide an diesem Abend eine Augenklappe – es muss also Schicksal sein, sodass die beiden beschließen, sich auf ein Date zu treffen. Doch so aufgeregt Milo am nächsten Tag auch ist, so unsicher werden plötzlich die Pläne, denn Renzo hat sich mit den Falschen angelegt…

Deutschlands angesagteste Schauspieler in einem Film, irgendwo zwischen Romantic Comedy, Buddy-Movie und Gangster-Komödie – mit „Nightlife“ trifft Regisseur Simon Verhoeven (fast) jeden Ton.


SONIC THE HEDGEHOG | Regie: Jeff Fowler  | USA/JPN/CAN 2020

Sonic (Ben Schwartz/Julien Bam) ist mit seinen 15 Jahren ein pubertierendes Powerpaket, aber dessen ist er sich selbst noch nicht wirklich bewusst. Zu seiner eigenen Sicherheit soll er sich auf dem Planeten Erde verstecken. Allerdings gibt es hierfür eine Bedingung: Die Welt soll niemals von seiner Existenz erfahren. Doch das erweist sich für den extrovertierten Igel als schier unmöglich, vor allem im Hinblick auf seine Super-Power, die er erst noch entdecken muss. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis jemand auf ihn aufmerksam wird. Zum Glück gerät Sonic an Tom, einen zynischen Polizisten, der aber das Herz am rechten Fleck hat. Gemeinsam nehmen es die beiden mit Sonics verrücktem Erzfeind Dr. Robotnik auf, der sie schon bald über den ganzen Planeten jagt. Eine atemberaubende Verfolgungsjagd in Schallgeschwindigkeit beginnt…

Business as usual: „Sonic the Hedgehog“ ist eine gefällige Game-Verfilmung ohne Ecken und Kanten mit soliden Effekten, soliden Schauspielern, einer soliden Story. In Erinnerung wird man wohl nichts davon behalten. Aber immerhin sieht die Hauptfigur nach dem Redesign richtig gut aus.


LA GOMERA – VERPFIFFEN UND VERRATEN | Regie: Corneliu Porumboiu | ROM/FR/DE/SWE 2019

Der Polizist Cristi lässt sich mit der Mafia ein und fliegt auf. Nun folgen ihm verdeckte Ermittler auf Schritt und Tritt und hören seine Wohnung ab. Daher gibt sich die schöne Gilda als seine Geliebte aus und drängt ihn zu einer Reise nach La Gomera. Cristi soll die geheime Pfeifsprache der Inselbewohner lernen, damit er trotz Überwachung mit der Gaunerbande kommunizieren kann. Pfeifend versuchen sie den Matratzenfabrikanten Zsolt aus dem Gefängnis zu befreien, denn der ist der einzige, der weiß, wo die 30 Millionen des letzten Coups versteckt sind. Doch alle Beteiligten spielen ein doppeltes Spiel und bald geraten die Ereignisse außer Kontrolle.

Der preisgekrönte Regisseur Corneliu Porumboiu gilt als einer der Wegbereiter des neuen rumänischen Kinos. Mit „La Gomera“ liefert er einen höchst unterhaltsamen Neo-Noir-Polizeithriller, gespickt mit ironischen Filmzitaten und unerwartet komischen Elementen.


Heimkinotipp: GEMINI MAN | Regie: Ang Lee  | CHN/USA 2019

Henry Brogan (Will Smith) ist ein ausgebuffter Schütze und ehemaliger Elitesoldat, der immer dann gerufen wird, wenn die Situation bereits aussichtslos erscheint. Doch plötzlich gerät Henry selbst ins Visier seiner Feinde, als er eines Tages mitten im Zentrum der Verfolgung durch einen mysteriösen jungen Agenten wiederfindet. Dieser scheint ihm nicht nur stets mehrere Schritte voraus, sondern kämpft auch mit ähnlichen Mitteln wie Henry selbst. Nachdem er sich mit seinem ehemaligen Kollegen Baron (Benedict Wong) und der toughen Agentin Danny (Mary Elizabeth Winstead) verbündet hat, nimmt das Trio die Spur des mysteriösen Killers auf, der sich als eine jüngere Version von Henry selbst entpuppt. Was hat es damit auf sich? Und was hat der Wissenschaftler Clay Verris (Clive Owen) damit zu tun, der in dem jungen Agenten einen Sohn sieht?

Die Story von „Gemini Man“ beschränkt sich auf bewährte Themen im Science-Fiction-Genre. Doch betrachtet man den Actionblockbuster mit einem doppelten Will Smith in der Hauptrolle einmal als Gesamtkonstrukt, dann wünscht man sich, Ang Lee würde mit diesem technisch auf jeder Hinsicht gelungenen Experiment die Begeisterung fürs Kino neu entfachen, so wie einst James Cameron mit „Avatar“.

Das startet am 6. Februar 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 6. Februar, dessen größten Start „Birds of Prey“ wir bislang noch nicht sehen durften. Mehr zu dem Film erfahrt ihr am Dienstag. Dafür können wir euch jetzt bereits verraten, dass „Enkel für Anfänger“ wirklich witzig, „Intrige“ super spannend und „The Lodge“ eine Enttäuschung ist. Mehr zu den einzelnen Filmen erfahrt ihr in den Kritiken. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ENKEL FÜR ANFÄNGER | Regie: Wolfgang Groos  | DE 2020

Karin (Maren Kroymann), Gerhard (Heiner Lauterbach) und Philippa (Barbara Sukowa) haben nicht nur ihr Rentenalter gemein, sondern auch die die Angst vor der Langeweile im Alltag. Die quirlige Philippa hat dagegen vorgesorgt und kümmert sich als Paten-Oma regelmäßig um betreuungsbedürftige Kinder aus der Nachbarschaft. Etwas, was für Karen und insbesondere Gerhard eigentlich gar nicht infrage kommt. Doch manchmal kommt es eben ganz anders und so findet sich Karin schon bald als Betreuerin zweier aufgeweckter Patchwork-Geschwister wieder, die mit dem unsteten Umfeld ihrer Familie heillos überfordert sind. Und auch der verhärmte Witwer Gerhard erkennt in einem kleinen russischen Jungen zunächst sich selbst wieder und entdeckt später die Freude daran, wie es ist, auch im hohen Alter noch mal Verantwortung zu übernehmen und neue Freundschaften zu schließen. Doch damit fangen die Probleme erst an…

Auch wenn es natürlich ein Risiko ist, sich bereits Ende 2019 auf so ein Urteil festzulegen, so darf doch sehr stark daran gezweifelt werden, dass es 2020 eine bessere deutsche Komödie ins Kino schaffen wird als Wolfgang Groos‘ „Enkel für Anfänger“. Dieser Film gehört mit der ganzen Familie genossen!


INTRIGE | Regie: Roman Polanski | FR/IT 2019

1895 wird der junge, jüdische Offizier Alfred Dreyfus wegen Hochverrats vom französischen Militär öffentlich bloßgestellt, degradiert und zu lebenslanger Haft auf eine im Südatlantik lokalisierte Insel-Strafkolonie abtransportiert. Marie-Georges Picquart, der kurze Zeit später zum Chef der Geheimdienst-Abteilung befördert werden wird, die Dreyfus der angeblichen Spionage überführte, ist Zeuge der erniedrigenden Prozedur. Er ist sich sicher: Der Beschuldigte wurde zu Recht verurteilt. Aber dann stellt er in seiner neuen Position schnell fest, dass weiterhin jede Menge sensibler Geheimnisse und interne Verschlusssachen ihren Weg nach Deutschland finden. War Dreyfus eventuell doch unschuldig, wie er es vor Gericht so vehement behauptete? Obwohl seine Vorgesetzten ihm befehlen, die Sache ruhen zu lassen, tut Picquart genau das nicht…

Ein weiteres Meisterwerk des kontroversen Regie-Genies Roman Polánski. Brillant geschrieben und eindrucksvoll ins Bild gesetzt wird das Ganze durch exzellente Darstellerleistungen – allen voran von Jean Dujardin – gekrönt.


BIRDS OF PREY: THE EMANCIPATION OF HARLEY QUINN | Regie: Cathy Yan | USA 2020

Für Harley Quinn war es die ganz große Liebe. Doch als Superschurke Joker mit ihr Schluss macht, braucht sie eine ganze Weile, um ihr Leben zu sortieren. Ein paar in die Luft gesprengte Fabriken und jede Menge Junk Food später, kann sich die exzentrische Lady endlich den wirklich wichtigen Dingen widmen: der Erkenntnis, dass es ganz schön viele Leute auf sie abgesehen haben. Als Gothams bösartigster, narzisstischer Verbrecher Roman Sionis alias „The Mask“ und seine umtriebige rechte Hand Zsasz ein junges Mädchen namens Cass zur Zielscheibe machen, steht die Stadt auf der Suche nach ihr auf dem Kopf. Die Wege von Harley sowie ihren neu gewonnenen „Freundinnen“ Huntress, Black Canary und Renee Montoya kreuzen sich, und das ungewöhnliche Quartett hat keine andere Wahl, als sich zusammenzuschließen, um Roman zu Fall zu bringen.

Nach einer holprigen ersten Hälfte ergibt der sprunghafte Aufbau mehr und mehr Sinn und mit „Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn“ entfaltet sich ein elegant gefilmter Gangfilm ohne viel CGI-Schnickschnack und dem wohl besten Finale eins DCEU-Films, den man so bisher im Kino sah. Und auch wenn Margot Robbie als Harley Quinn zunächst anstrengt, dauert es nicht lange bis sich ihre Performance optimal in diesen knallbunten Film fügt.


THE LODGE | Regie: Veronika Franz, Severin Fiala  | UK/CAN/USA 2019

Journalist Richard (Richard Armitage) beschließt, die Weihnachtsferien mit seinen beiden Kindern Mia (Lia McHugh) und Aidan (Jaeden Martell) sowie seiner neuen Freundin Grace (Riley Keough) in seiner gemütlichen, verschneiten Waldhütte in den Bergen zu verbringen. Doch seine Kinder sind davon alles andere als begeistert: Sie trauen ihrer „zukünftigen Stiefmutter“ nicht über den Weg – und lassen sie das auch bei jeder Gelegenheit spüren. Als Richard beruflich für ein paar Tage in die Stadt fahren muss und seine Familie alleine in den Bergen zurück lässt, passieren jeden Tag neue, unheimliche Ereignisse, die Mia und Aidan in ihrer Meinung bestärken, dass mit Grace irgendetwas nicht stimmt. Und als die Geschwister dann auch noch äußerst grausamen Details aus Graces Kindheit auf die Spur kommen, beginnt ein zunehmend eskalierendes Katz-und-Maus-Spiel, das die Drei an die Grenzen des Wahnsinns – und hindurch – führt…

Ganz viel „Hereditary“ hier, eine Prise Yorgos Lanthimos dort und eine Story, die man aufgrund ihrer schmerzhaft konstruierten Grundidee eigentlich von Anfang an nicht ernst nehmen kann: Auch für „The Lodge“ bedienen sich die „Ich seh, ich seh“-Regisseure Veronika Franz und Severin Fiala lieber an Bekanntem, anstatt Neues zu kreieren.


21 BRIDGES | Regie: Brian Kirk  | USA 2019

Andre Davis hatte es nicht leicht im Leben: Als er noch ein Kind war, wurde sein Vater tödlich verletzt, als er im Dienst für das NYPD drei Verbrecher aufzuhalten versucht hat. Mittlerweile ist aus Andre Davis ein sehr fähiger, aber auch sehr kritisch betrachteter Polizist geworden: Die Interne untersucht ihn aufgrund seines häufigen Gebrauchs seiner Dienstwaffe, der mehrmals tödlich für Andreas Gegenüber tödlich endete. Andre behauptet jedoch, er habe keine Fehler begangen und sich stets nur verteidigt. Als eines Nachts zwei Kleingangster bei einem Coup bergeweise Kokain entdecken, sitzen ihnen direkt danach mehrere Polizisten im Nacken. Während sich einer der beiden Gangster hart, aber vorsichtig aus der Situation zu lavieren versucht, knallt der andere die Cops ohne mit der Wimper zu zucken ab. Im NYPD herrscht daher fast sowas wie Vorfreude, als sich zeigt, dass Andre an den Fall angesetzt wird…

„21 Bridges“ punktet mit Chadwick Boseman, ist aber sonst ein enttäuschend-generischer Action-Thriller voller verpasster Chancen. Vor allem aber macht der Filmtitel nicht wirklich Sinn. Denn auch wenn hier am Ende sämtliche Brücken nach Manhattan gesperrt werden, hat das auf die Bevölkerung erstaunlich wenig Einfluss.


CONGO MURDER | Regie: Marius Holst | NOR 2018

Frühjahr 2009: Die beiden Norweger Joshua French (Aksel Hennie) und Tjostolv Moland (Tobias Santelmann) überqueren die Grenze zum Ostkongo. Nur wenige Tage später verbreitet sich die Nachricht vom Tod ihres Fahrers, und nach mehreren Nächten auf der Flucht im kongolesischen Dschungel werden die beiden Männer gefangen genommen und zum Tode verurteilt. In den folgenden Monaten verwandeln sich die Ereignisse im Dschungel in eine unlösbare politische und diplomatische Krise – den so genannten „Kongo-Fall“. Im anschließenden Prozess werden French und Molanden wegen Spionage und Mordes an ihrem Fahrer zum Tode verurteilt. Dem norwegischen Staat wird vorgeworfen, Moland und French in den Kongo geschickt zu haben, um den kongolesischen Staat auszuspionieren, der 500 Millionen Dollar Entschädigung verlangt. Doch was genau steckt eigentlich hinter den Ereignissen im kongolesischen Dschungel?


Heimkinotipp: EVEREST – EIN YETI WILL HOCH HINAUS | Regie: Jill Culton | USA 2019

Ein kleiner Yeti ist aus einem Versuchslabor in Shanghai entkommen und sucht Zuflucht auf den Dächern der Millionenstadt. Dort begegnet er ausgerechnet dem neugierigen Teenager-Mädchen Yi (deutsche Stimme: Nilam Farooq) und ihren Freunden Jin (deutsche Stimme: Julien Bam) und Peng. Schnell wird klar, dass das Trio den kleinen Yeti, den sie kurzerhand auf den Namen „Everest“ taufen, nur vor dem finsteren Laborleiter Burnish und der Zoologin Dr. Zara retten können, wenn sie ihn zurück in seine Heimat – den Mount Everest – bringen.  Gemeinsam begeben sich die Freunde auf eine faszinierende Reise durch sagenhafte Landschaften Asiens, wunderliche Ereignisse und magische Momente, um Everest am höchsten Punkt der Erde wieder mit seiner Familie zu vereinen. Doch an jeder Ecke lauern Gefahren, die die Reise jederzeit beenden könnten…

Ein charmant erzählter und wunderschön bebildeter Animationsfilm, der Themen wie Trauer und Trauerarbeit kindgerecht verhandelt und trotzdem eine bemerkenswerte Reife an den Tag legt. Gerade das bittersüße Ende dürfte selbst bei einem älteren Publikum für die ein oder andere Träne gut sein.

Das startet am 30. Januar 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 30. Januar, dessen wohl interessantesten Start „Die fantastische Reise des Dr. Dolittle“ wir bislang nicht zu Gesicht bekamen. Doch schon bald gibt es an dieser Stelle mehr zu dem Riesenflop aus den USA; ist er berechtigt, oder nicht? Filmgourmets gehen diese Woche aber wohl sowieso eher in den neuen Terrence-Malick-Film oder „Little Women“, einen brandheißen Oscar-Contender. Und auch für die Kleinen wird mit „Die Heinzels“ was geboten. Und „Countdown“? Das ist wohl Ansichtssache, wie ihr in der ausführlichen Kritik zum Film nachlesen könnt.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

EIN VERBORGENES LEBEN | Regie: Terrence Malick  | DE/USA 2019

Franz Jägerstätter und seine Frau Fani bewirtschaften einen kleinen Bauernhof im oberösterreichischen Bergdorf St. Radegund. Der Anschluss ihres Landes an das Deutsche Reich (1938) hat zunächst kaum Auswirkungen auf den Alltag des Ehepaares. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs beginnt sich indes auch in dem Provinzstädtchen vieles zu verändern. Wiederholt eckt Franz mit seiner Ablehnung von Hitlers menschenverachtender Politik an. Als Franz und alle anderen, kampffähigen Männer der Gegend zur Wehrmacht einberufen werden, wendet sich der strenggläubige Katholik zunächst an seinen lokalen Pfarrer, danach sogar an den Bischof. Schnell muss er einsehen, dass er bei seinem Plan, aus Gewissensgründen den Dienst an der Waffe zu verweigern keinen kirchlichen Beistand erhält. Dennoch bleibt er standhaft…

Terrence Malick kehrt mit einem ergreifenden Märtyrer-Biopic zum Geschichten erzählen zurück, ohne dabei den von ihm gewohnten Rausch der Bilder hintenanzustellen. Wer bereit ist, sich darauf einzulassen, wird mit einem visuell, vor allem aber emotional atemberaubenden Kino-Erlebnis belohnt.


LITTLE WOMEN | Regie: Greta Gerwig | USA 2019

Amerika, Mitte des 19. Jahrhunderts. Die hochtalentierte Nachwuchsschriftstellerin Jo March (Saoirse Ronan) bietet ihr Skript zu einem Roman namens „Little Women“ einem Verlag an. Dort ist man skeptisch. Die Autorin verzichtet darauf, ihre Heldin am Ende der Geschichte zu verheiraten. Doch diese Entscheidung hat einen Grund. Die in dem Roman geschilderten Ereignisse entstammen Jos Erfahrungen in ihrer Familie. Aufgewachsen mit drei Schwestern, Meg (Emma Watson), Amy (Florence Pugh) und Beth (Eliza Scanlen), versucht March, der für sie vorgeschriebenen Rolle der Frau als Gattin und Mutter zu entfliehen. Auch ihre Geschwister versuchen, ihr Leben selbstbestimmt und nach eigenen Vorstellungen zu gestalten, was bedeutet, das einige von ihnen große gesellschaftliche Hindernisse überwinden müssen. Doch das ist leichter, als gedacht. Erst recht, wenn Männer ins Spiel kommen…

Mit ihrer ganz eigenen Interpretation des Literaturklassikers „Little Women“ gelingt „Lady Bird“-Regisseurin Greta Gerwig eine von vier Hauptdarstellerinnen toll gespielte, smarte sowie gefühlvolle Dramaadaption, die ihre Vorlage voller Bedacht umarrangiert. Ein noch heut hochaktueller, sich nie angestaubt anfühlender und bravourös ausgestatteter Film.


COUNTDOWN | Regie: Justin Dec  | USA 2019

Eine App, die Deinen Todeszeitpunkt voraussagt? Kann doch nur ein Fake sein! Denkt anfangs zumindest die junge Krankenschwester Quinn (Elizabeth Lail), als sie diese runterlädt und ungelesen die Nutzungsbedingungen akzeptiert. Ausprobieren kann man es ja mal. Während ihren Freunden noch Jahrzehnte Lebenszeit bleiben, zeigt Quinns Display etwas anderes an: Nur noch drei Tage zu leben und der Countdown läuft! Schon bald überschlagen sich die Ereignisse: Quinn erfährt von ersten Todesfällen unter den Nutzern und eine unheimliche Gestalt scheint, sie auf Schritt und Tritt zu verfolgen. Immer verzweifelter versucht sie, hinter das Geheimnis der mysteriösen App zu kommen. Als sie Matt (Jordan Calloway) kennenlernt, dessen Zeit ebenfalls abläuft, wollen beide gemeinsam ihren Todes-Countdown stoppen – zwei Tage, ein Tag, eine Stunde…

Hast du bereits mehr als fünf Horrorfilme in deinem Leben gesehen, weißt, wie das Genre funktioniert und stehst ohnehin lieber auf die Psyche provozierenden Horror der Marke „Hereditary“? Dann lass die Finger von „Countdown“. Hast du dagegen bislang eher Schiss vor dem Gruselkino gehabt und möchtest dich nun (trotzdem) langsam an das Grauen auf der Leinwand herantasten? Dann riskier‘ mal einen Blick.


DIE HEINZELS – RÜCKKEHR DER HEINZELMÄNNCHEN | Regie: Ute von Münchow-Pohl | DE 2019

Helvi ist kein Heinzelmännchen, sondern ein Heinzelmädchen! Vielleicht ist das mit ein Grund dafür, dass sie es den anderen Heinzels so richtig beweisen will. Doch sämtliche Handwerksversuche Helvis sind bislang schief gegangen und so sieht sie keinen anderen Ausweg, als sich an die Oberfläche der Menschen zu wagen. Hier trifft sie auf den verbitterten Konditor Theo, der sich vor Jahren mit seinem Bruder verkracht hat, der nun auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine moderne Backfabrik eröffnet hat. Da hat Theo mit seinen handgemachten Torten und Kuchen natürlich keine Chance, die Kundschaft zu überzeugen. Helvi dagegen entdeckt in den bunten und süßen Köstlichkeiten endlich ihre wahre Bestimmung und möchte von Theo das Backen lernen. Im Gegenzug helfen sie und ihre beiden Freunde Kipp und Butz Theo dabei, seine Bäckerei wieder auf Vordermann zu bringen…

Der aus Deutschland stammende und kindgerechte Animationsfilm „Die Heinzels – Rückkehr der Heinzelmännchen“ ist mit seinen 74 Minuten ein angenehm kurzweiliges Animationsabenteuer, das schon den ganz kleinen Zuschauern aufmunternde Worte über Selbstbestimmung und -Findung mitgibt.


DIE FANTASTISCHE REISE DES DR. DOLITTLE | Regie: Stephen Gaghan | USA 2020

Auch sieben Jahre nach ihrem Tod hat der exzentrische Arzt Dr. Dolittle (Robert Downey Jr.) den Verlust seiner Frau nicht überwunden. Gemeinsam mit einer bunt zusammengewürfelten Truppe exotischer Tiere hat er sich aus der viktorianischen Welt Englands zurückgezogen und hinter den hohen Mauern seines Familienanwesens Dolittle Manor verschanzt. Als die junge Queen Victoria (Jessie Buckley) aber schwer erkrankt, muss Dolittle zunächst widerwillig sein Heim verlassen und sich auf der Suche nach einem Heilmittel auf die Reise zu einem sagenumwobenen Eiland begeben. Es ist eine gefährliche Mission, doch während er sich alten Feinden stellen muss und neuen wundersamen Kreaturen begegnet, erwachen Stück für Stück auch wieder sein Lebensmut und Witz. Begleitet wird Dolittle auf dieser halsbrecherischen Odyssee von seinem selbst ernannten Lehrling (Harry Collett) und natürlich von seiner tierischen Familie.

„Die fantastische Reise des Dr. Dolittle“ leidet sichtbar unter den schwierigen Produktionsbedingungen, die die Abenteuerkomödie davor bewahren, ein guter Film zu sein. Aber er ist dank der guten Tieranimation und eines engagierten Robert Downey Jr. immer noch durchschnittliches Familienkino, dem insbesondere die jungen Zuschauer so einige Fehler verzeihen dürften.


DIE KUNST DER NÄCHSTENLIEBE | Regie: Gilles Legrand | FR 2019

Isabelle ist eine sehr engagierte Frau. Sie hilft bei gemeinnützigen Einrichtungen, eilt von einem Bedürftigen zum nächsten, von der Kleiderspende zur Suppenküche. Isabelle ist einfach süchtig nach Wohltätigkeit. Mit viel Leidenschaft unterrichtet sie Lesen und Schreiben in einem Sozialzentrum. Ihre Schüler können ihren Methoden zwar nicht immer folgen, doch die Klasse hat Isabelle als über-fürsorgliche Beschützerin akzeptiert. In der Parallelklasse aber unterrichtet die junge und kluge Elke, die mit ihren modernen Methoden Alphabetisierungs-Wunder bewirkt. Wenn auch ungewollt, lockt Elke damit Isabelles Schüler in ihren Kurs. Und plötzlich ist es mit Isabelles Sanftmut vorbei. Sie ist eifersüchtig. Isabelles Eifer gerät außer Kontrolle. Schnell verfällt sie auf noch größere Anstrengungen, um ihre Schüler von ihren unbegrenzten Großzügigkeits-Ressourcen zu überzeugen…


Heimkinotipp: ANGRY BIRDS 2 – DER FILM | Regie: Thurop Van Orman  | FIN/USA 2019

Eigentlich könnten die Vögel und Schweine zufrieden nebeneinander herleben. Doch der Friede bleibt nicht lang gewahrt. Als eine neue Bedrohung auftaucht, die sowohl die Insel der Vögel als auch die Insel der Schweine in Gefahr bringt, rekrutieren die gefiederten Freunde Red (Christoph Maria Herbst), Chuck (Axel Stein), Bombe (Axel Prahl) und Mächtiger Adler (Smudo) Chucks smarte Schwester Silver (Anke Engelke) und tun sich mit den Schweinen Leonard (Ralf Schmitz), seiner Assistentin Courtney und dem Technik-Nerd Garry zusammen. Gemeinsam schmieden sie einen wackeligen Waffenstillstand und bilden ein ungewöhnliches Superteam, um ihre Heimat vor der – im wahrsten Sinne des Wortes – eiskalten Zeta (Christiane Paul) zu retten, die es auf das Zuhause von Vogel und Schwein abgesehen hat…

„Angry Birds 2 – Der Film“ ist um Längen besser als der stinklangweilige erste Teil und gefällt vor allem in seinen radikal anarchischen Momenten. Herausragend komische Slapstick-Szenen gleichen die Fehlschläge im Wortwitz aus. Und die recht einfältige Handlung wird von den starken Sprecherleistungen aufgefangen.

« Ältere Einträge