Zehn Filme, die mich im 2. Quartal 2017 genervt haben

Zum Ende eines jeden Quartals veröffentliche ich in den sozialen Netzwerken meine zehn ganz persönlichen Lieblingsfilme sowie meine Flops der vergangenen drei Monate. Um diese Filme in Zukunft ein wenig mehr zu würdigen, oder zu erklären, weshalb mir Film XY (eben so gar nicht) gefallen hat, werde ich in meiner ZEHN FILME-Rubrik ab sofort nochmal meine zehn Lieblings- und Hassfilme inklusive Trailer vorstellen, in der Hoffnung, Ahnungslosen einen kleine Orientierung zu geben, was man im Kino auf keinen Fall verpassen sollte und was man getrost links liegen lassen darf. Gern seid Ihr unterhalb des Postings dazu aufgefordert, Eure Lieblings- und Hassfilme der vergangenen vier Wochen zu veröffentlichen. Nach meinen zehn Lieblingsfilmen folgt hier das Flop-Ranking. Viel Spaß!

Platz 10: ALL EYEZ ON ME by Benny Boom

Mit ALL EYEZ ON ME will Regisseur Benny Boom dem legendären Rapper Tupac Shakur einen filmischen Tribut zollen, macht daraus allerdings eine zweieinhalbstündige Seifenoper und muss obendrein noch mit zweit- und drittklassigen Schauspielern auskommen. Allein die Tatsache, dass die Familie der Hauptfigur viel Überredung brauchte, um dem Filmteam die Rechte an an 2Pacs Musik zuzusprechen, spricht Bände. Denn es ist schon fraglich, ob die hiermit eigentlich geehrte Person so einen Film gewollt hätte. Die Leidenschaft und Stärke eines vergleichbaren Films wie „Straight Outta Compton“ sucht man hier jedenfalls vergeblich.

Platz 9: HANNI & NANNI – MEHR ALS BESTE FREUNDE by Isabell Suba

Da die „Bibi & Tina“-Filme so erfolgreich waren, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich deutsche Regisseure daran machen würden, die Erfolgsformel der Detlev-Buck-Werke zu kopieren. So geschehen bei HANNI & NANNI – MEHR ALS BESTE FREUNDE, der zunächst einmal überhaupt nichts (mehr) mit Enid Blytons Buchvorbildern zu tun hat, sich vielmehr an den Erfolgszutaten diverser jüngst erschienener Pferde-Mädchen-Filme bedient und zu Guter Letzt daran scheitert, all das ohne Charme, eigene Handschrift und so leidenschaftslos vorzutragen, dass die teils miserablen Schauspielleistungen jüngerer Darstellerinnen noch einmal gesondert hervorstechen. Das haben selbst die jüngsten Zuschauer nicht verdient.

Platz 8: 5 FRAUEN by Olaf Kraemer

Der deutsche Psychothriller 5 FRAUEN kam bei der Presse überraschend gut weg – und ich muss sagen: Ich verstehe das nicht! Die Grundidee ist absolut in Ordnung, doch die Macher verwechseln eine spannende, wendungsreiche Geschichte mit hanebüchener Konstruktion, bei der am Ende eigentlich vollkommen egal ist, wie das Ganze ausgeht, denn es wird sich sowieso alles so zurecht gebogen, wie es gerade passt. Schade, dass die einzig starke Darstellerin im Ensemble – Julia Dietze nämlich – am wenigsten zu tun hat. Sie hätte den Film vielleicht teilweise retten können.

Platz 7: WONDER WOMAN by Patty Jenkins

Ich übernehme dann an dieser Stelle mal direkt den Euch in den Fingern juckenden Kommentar, dass das hier „ja der beste Superheldenfilm seit ‚The Dark Knight'“ sei. Ich freue mich ja per se auch darüber, dass WONDER WOMAN bei den Meisten die Hoffnug hat wieder aufkeimen lassen, Comicriese DC hätte die qualitative Durststrecke überwunden. Doch nur, weil hier endlich mal eine Frau die Superheldenrolle übernimmt, muss dieser Film noch lange nicht gut sein. Er tappt in genau dieselben Klischee-Fettnäpfchen, bietet exakt die gleichen seelenlosen CGI-Gewitter und hält sich trotz eigentlich so hanebüchener Prämisse an einer allzu ernsten Inszenierung auf (im Mittelteil gibt’s ein paar ganz nette Wortwechsel, aber das war’s!), dass jeder andere DC-Film dafür zurecht gescholten worden wäre. Doch der hier nicht? Ernsthaft?

Platz 6: MARIA MAFIOSI by Jule Ronstedt

Warum wird ein Film, der ganz eindeutig ins Abendprogramm der Öffentlich Rechtlichen passen würde, ins Kino gebracht? Stoff, den man im Vorabend von ARD und ZDF in dauerhaft berieselnder Serienform sieben Mal die Woche zu sehen bekommt? Der sich überdeutlich an einem erfolgreichen Vorbild (den Eberhofer-Krimis) orientiert, jedoch offenbar nicht weiß, weshalb die erfolgreich ist, und diese billige, versuchte Kopie hier nicht? MARIA MAFIOSI ist gediegene bayerische Krimikost, die jedoch nicht mehr kann, als Klischees präsentieren. Das braucht das Kino nicht. Und das brauche auch ich nicht.

Platz 5: GOLD by Stephen Gaghan

Starbesetzung hin oder her: Stephen Gaghan hat vor seiner Inszenierung von GOLD offenbar alle möglichen Abenteurerfilme und solche über arrogante, geldgierige Arschlöcher gesehen, sich seine Lieblingsmotive ausgesucht und sie in diesem ellenlos langatmigen Film zusammengeführt. Das hätte vielleicht noch irgendwie funktioniert, wenn sich Gaghan nicht so unangenehm am Arschloch-Dasein seiner Hauptfigur laben würde; Matthew McConaughey hat es aber auch einfach drauf, Widerlinge glaubhaft zu verkörpern. Doch zumindest ich habe keine Lust, zweieinhalb Stunden Zeit mit so einem Widerling zu verbringen.

Platz 4: THE BYE BYE MAN by Stacy Title

Stacy Titles Horrorfilm THE BYE BYE MAN ist bislang so ziemlich das Erbärmlichste, was das Genrekino hervor gebracht hat. Ginge es in dieser Liste nach Qualität und nicht darum, was mich persönlich genervt hat, wäre diese Produktion definitiv auf Platz eins. So seelenlos-dilettantische Darsteller, nicht vorhandenes Verständnis für Grusel und Atmosphäre und alberne Dialoge gehören einfach abgestraft. Das Traurigste aber ist, dass eigentlich Potenzial in der Prämisse steckt. Hätten hier fähige Leute ihre Hände im Spiel gehabt, wäre aus der titelgebenden Hauptfigur möglicherweise eine neue Horrorikone geworden.

Platz 3: NICHTS ZU VERSCHENKEN by Fred Cavayé

Langsam glaube ich doch, dass es Dany Boon selbst ist, mit dem ich nicht warm werde – oder er sucht sich einfach seit Jahren immer wieder absolut nervtötende Filme aus. Nach dem unaussprechlichen Vulkanfilm und „Super-Hypochonder“ strapaziert er in NICHTS ZU VERSCHENKEN schon wieder meine Nerven, denn wie soll ein ohnehin nur leidlich komischer Film über die emotionale Schiene funktionieren, wenn mir das Glück der Hauptfigur überhaupt nicht am Herzen liegt? Boon und McConaughey sollten sich vielleicht einfach zusammentun und einen „Wie spiele ich Arschlöcher so unangenehm wie möglich?“-Verein gründen…

Platz 2: MINDGAMERS by Andrew Goth

Was zum Teufel war das bloß? Ich bin nach MINDGAMERS aus dem Kino gekommen und hatte das Gefühl, noch weniger zu wissen, als davor. Als würde man dem Zuschauer sieben Staffeln einer Serie in Kurzfassung und in falscher Reihenfolge zeigen, versucht Regisseur Andrew Goth eine Science-Fiction-Story mit philosophischem Ansatz stylisch aufzubereiten, doch während Letzteres immerhin noch ein klein wenig gelingt, ist alles andere einfach nur hanebüchener Blödsinn.

Platz 1: DIE HÜTTE – EIN WOCHENENDE MIT GOTT by Stuart Hazeldine

Es ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, Filme mit religiösem Hintergrund zu drehen. Noch weniger, dass solche Geschichten auch eine Zielgruppe finden. Doch das, was sich Stuart Hazeldine in DIE HÜTTE – EIN WOCHENENDE MIT GOTT erlaubt, grenzt schon an religiösen Fanatismus, der letztlich jedoch weder die Gläubigen, noch die Ungläubigen abholen kann. Am Ende läuft alles darauf hinaus, dass nur glücklich und zufrieden wird, wer verzeiht. Wer dem nicht folgt, von dem wendet sich letztlich sogar Gott ab. Echt jetzt? Und da hab ich mit dem widerlichen Kitsch in Sound und Optik noch nicht mal angefangen. Sorry, aber sowas will ich einfach nicht auf der großen Leinwand sehen.

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