Schlagwort-Archiv: Dennis Gansel

Das startet am 29. März 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 29. März, an dem es so scheint, als hätten die Verleiher Respekt vor „Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer“, der im Anbetracht des immensen Marketingaufwands als erster Anwärter auf einen der erfolgreichsten Filme des Jahres gehandelt werden dürfte. Das Restangebot gestaltet sich qualitativ übersichtlich, während der Bülent-Ceylan-Kinofilm „Verpiss Dich, Schneewittchen!“ der Presse noch nicht gezeigt wurde und somit bislang kein Urteil möglich ist.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

JIM KNOPF & LUKAS DER LOKOMOTIVFÜHRER  | Regie:  Dennis Gansel | DE 2018

Eines Tages bringt der Postbote ein großes Paket auf die Insel Lummerland, eine kleine Insel mitten im Ozean. Die vier Bewohner Frau Waas, Herr Ärmel, König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte und Lukas der Lokomotivführer trauen ihren Augen nicht, als sie das Paket öffnen: Ein kleiner dunkelhäutiger Junge strahlt sie mit großen Kulleraugen an. Frau Waas beschließt, den kurzerhand auf den Namen Jim getauften Säugling bei sich aufzunehmen. Als Jim älter wird, schließt er auch mit dem Rest der Inselbewohner bald Freundschaft – besonders in Lukas hat er einen Zuhörer gefunden, mit dem er regelmäßig in seiner geliebten Lokomotive Emma quer über die Insel kurvt. Doch je älter Jim wird, desto mehr sehnt er sich nach der Antwort auf die Frage, wo er eigentlich herkommt…

„Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer“ ist ein mit viel Liebe zum Detail inszeniertes, handwerklich astreines Vergnügen für große und kleine Liebhaber der Vorlage, die sich inszenatorisch auf dem Niveau internationaler Großproduktionen befindet.


UNSANE – AUSGELIEFERT | Regie: Steven Soderbergh | USA 2018

Sawyer Valentini (Claire Foy) ist eine junge, erfolgreiche Frau, die nach einem unangenehmen Vorfall ihre Heimatstadt verlässt. In der Fremde will sie ihre belastende Vergangenheit ein für alle Mal hinter sich lassen, einen neuen Job beginnen, glücklich sein. Nach wie vor unter Angstzuständen leidend, nimmt sie eines Tages die Dienste einer Therapeutin in Anspruch. Kurz darauf wird sie gegen ihren Willen in einer psychiatrischen Einrichtung festgehalten und mit ihrer größten Angst konfrontiert – aber ist sie real oder nur ihre Einbildung? Da anscheinend niemand bereit ist, ihr zu glauben und die Behörden ihr nicht helfen können oder wollen, muss sie sich mit ihren Ängsten direkt auseinandersetzen. Doch je tiefer Sawyer kramt, desto schlimmer wird es für sie…

Style-over-Substance in Reinkultur – das technische Konzept hinter Steven Soderberghs mit einem iPhone gedrehten Psychothriller „Unsane – Ausgeliefert“ ist beispielhaft und sorgt genau für die Beklemmung, die in diesem Szenario angebracht ist. Schade, dass hinter der Geschichte nicht dieselbe Cleverness steckt.

VOR UNS DAS MEER  | Regie: James Marsh | UK 2018

1968 im englischen Teignmouth: Donald Crowhurst (Colin Firth) ist ein wohlsituierter Familienvater und Hobbysegler, der seiner Familie die Probleme in der Firma bislang verschweigen konnte. Um seine Geldsorgen loszuwerden, nimmt er eines Tages beim Sunday Times Golden Globe Race teil. um der schnellste Mensch zu werden, der allein und ohne Zwischenstopp die Welt umsegelt. Mit seinem unfertigen, selbst entworfenen Boot und im Glauben, sich das für so eine Reise notwendige Fachwissen während der Fahrt selbst anzueignen, sticht Crowhurst schließlich in See. Seine Frau Clare (Rachel Weisz) und die gemeinsamen Kinder lässt er an Land zurück und begibt sich Hals über Kopf in ein gefährliches Abenteuer, das Geschichte schreiben wird. Ob aufgrund eines Sieges oder durch seinen Tod, steht dabei allerdings noch in den Sternen… 

„Vor uns das Meer“ ist ein unaufgeregtes Abenteuerdrama über einen Mann, dessen Scheitern vorbestimmt war. Colin Firth erweckt diesen Mann zum Leben und kann erzählerische Defizite weitestgehend ausgleichen. Trotzdem überzeugt die stilsichere Inszenierung mehr, als die Geschichte selbst, die letztlich zu viel behauptet und zu wenig zeigt.


IM ZWEIFEL GLÜCKLICH | Regie: Mike White | USA 2017

Eigentlich hat Brad (Ben Stiller) alles, um glücklich zu sein: Eine liebende Ehefrau (Jenna Fischer), eine erfüllende Arbeit und einen talentierten Sohn (Austin Abrams). Trotzdem beschleicht ihn ständig das Gefühl, nicht genug erreicht zu haben – im Gegensatz zu seinen früheren Studienfreunden, deren erfolgreiche Karrieren er neidisch aus der Ferne verfolgt. Als er mit seinem Sohn mögliche Colleges an der Ostküste besichtigt, ist eine Begegnung mit einem alten Freund unvermeidlich. Craig (Michael Sheen) ist inzwischen ein gefeierter Buchautor, wodurch Brad sein Mittelklassestatus umso schmerzhafter bewusst wird. Bis er bemerkt, dass es einen Unterschied gibt zwischen einem erfolgreichem Leben und einem glücklichen. Auf der Reise mit seinem Sohn findet er langsam aber sicher zu sich selbst…

Ein Fazit zu „Im Zweifel glücklich“ fällt uns ebenso schwer, wie Ben Stiller in diesem Film das Glücklichsein. Einerseits gelingt Mike White mit seiner Tragikomödie eine sehenswerte Erzählung darüber, wie leicht es ist, sich selbst im Weg zu stehen. Andererseits fehlt es Skript und Inszenierung aber auch oft an Feinschliff, sodass der Film letztlich schwerfälliger daherkommt, als er müsste.


THE DEATH OF STALIN | Regie: Armando Iannucci | UK/USA/FR/BEL 2017

Moskau am 2. März 1953. Ein Mann liegt nach einem Schlaganfall im Sterben. Bald wird er das Zeitliche segnen – und wer es jetzt richtig anstellt, kann seinen Platz einnehmen. Der sterbende Mann heißt Josef Stalin (Adrian McLoughlin): Generalsekretär der UdSSR, Diktator, Tyrann und Massenmörder – und Musikliebhaber, was ihm an diesem Tag zum Verhängnis wird. Die folgenden Tage zwischen seinem unrühmlichen Ableben und seiner pompösen Beerdigung werden zu Tagen, in denen die Mitglieder des Politbüros mit allen Mitteln darum kämpfen, die Macht zu übernehmen. Tage, in denen sich der ganze Wahnsinn, die Verkommenheit und die alltägliche Unmenschlichkeit des Totalitarismus in allen Facetten offenbaren. Doch hinter dem Wahnsinn stecken Mord, Verfolgung und schwere Verbrechen an der Gesellschaft…

Eigentlich wollte Armando Iannucci eine satirische Komödie mit bösen Dramaeinschüben drehen, doch am Ende hat er zwei Filme gedreht: eine Comedy und ein hartes Kriegsdrama. Und das beides unter einen Hut zu bringen, ist ihm nicht ganz gelungen.


VERPISS DICH, SCHNEEWITTCHEN!  | Regie: Cüneyt Kaya | DE 2018

In seinen Träumen ist Sammy (Bülent Ceylan) ein Rockstar. Doch in der Realität jobbt und schrubbt er im Hamam seines Bruders Momo (Kida Khodr Ramadan). Plötzlich gibt ihm ein Musiklabel die Chance, bei einer Castingshow berühmt zu werden. Unter einer Bedingung: Der Solomusiker muss eine Band gründen. So wird aus Sammy, seiner Schwester Jessi (Josefine Preuß), dem alten Aushilfsmasseur Wolle (Paul Faßnacht) und dem dicken Mahmut (Özgür Karadeniz) kurzerhand die Gruppe „Hamam Hardrock“, eine unkonventionelle Truppe mit einem guten Gespür für Musik. Das Publikum feiert die originellen Newcomer, doch Labelchefin Thomaschewsky (Sabrina Setlur) will den Siegeszug der Multikulti-Rocker mit allen Mitteln verhindern.

„Verpiss dich, Schneewittchen!“ ist nicht die Vollkatastrophe, die sich anhand der Trailer erahnen ließ. Sie liegt in ihrem Anspruch, eine richtige Geschichte zu erzählen, sogar weit über diversen Filmen von Bülent Ceylans Comedykollegen. Doch als solcher ist die mit Nazikritik angereicherte Castingodysse leider weder Fisch noch Fleisch – nicht wirklich lustig und erst recht nicht ernsthaft dramatisch.


1000 ARTEN, DEN REGEN ZU BESCHREIBEN | Regie: Isa Prahl | DE 2017

Seit vielen Wochen ist die Tür zu: Mike (Béla Gabor Lenz), gerade 18 geworden, hat sich von dem einen auf den anderen Tag in seinem Zimmer eingeschlossen. Er ist nicht krank. Er hat sich einfach nur bewusst dazu entschieden, am Leben draußen nicht mehr teilzunehmen. Die Eltern Susanne (Bibiana Beglau) und Thomas (Bjarne Mädel) sowie Schwester Miriam (Emma Bading) stehen buchstäblich vor seiner Tür ˗ warten, fragen, fordern, flehen, rasten aus, verzweifeln, beschuldigen, ignorieren und hoffen. Dabei wird die Tür zwischen ihnen und Mike mehr und mehr zum Spiegel ihrer eigenen Geschichten. Je mehr sie nach Mikes Gründen forschen oder vor ihrer eigenen Ohnmacht fliehen, desto deutlicher werden ihnen ihre eigenen Verkettungen mit einem Leben, das sie nie wirklich hinterfragt haben, und das sie dem entsprechend nie wirklich bewusst angenommen haben.


VOR DEM FRÜHLING | Regie: George Ovashvili | GEO/DE/FR 2017

Der Präsident, einst Volksheld und Befreier seines Landes, wird entmachtet und muss in die wilde Gebirgsregion seiner Heimat flüchten, begleitet nur von einer Handvoll treuer Anhänger. In der Hoffnung auf loyale Unterstützer zu stoßen und die Macht wiederzuergreifen, ziehen sie über schneebedeckte Berge und unwegsame Pässe, durch tiefe Wälder und reißende Ströme – voll Schönheit und Gefahren. Durch den ständigen Wechsel der Verstecke versucht die Gruppe, ihren Gegnern zu entkommen, doch ein unsichtbarer Verfolger setzt sie unter unerschütterlichen psychologischen Druck. Die all umschließende Natur, ihr Zufluchtsort, stellt sich als unberechenbare Gewalt heraus, die sich jederzeit gegen sie wenden kann. Und auch nicht jedes abgelegene Heim ist von verbündeten Seelen bewohnt. Die Reise wird zu einer rastlosen – zwischen Vertrauen und Misstrauen, zwischen Hoffnung und Zweifel. Wem kann der Präsident noch trauen?


 Heimkinotipp: PADDINGTON 2  | Regie: Paul King | UK/FR/USA 2017

Der liebenswerte Bär Paddington mit Schlapphut und Dufflecoat hat nicht nur bei Familie Brown ein Zuhause gefunden, er ist auch in der Nachbarschaft ein geschätztes Mitglied: Höflich, zuvorkommend und immer fröhlich – außerdem lieben alle seine Marmeladenbrote, ohne die er nie das Haus verlässt. Als der 100. Geburtstag von Tante Lucy ansteht, sucht Paddington nach einem geeigneten Geschenk. Fündig wird er im Antiquitäten-Laden des liebenswerten Mr. Gruber, das allerlei Schätze birgt: Ein einzigartiges Pop-up-Bilderbuch hat es Paddington angetan. Allerdings muss der kleine, tollpatschige Bär dafür ein paar Nebenjobs antreten – das Chaos ist vorprogrammiert. Und dann wird das Buch auch noch gestohlen! Paddington und die Browns folgen den Spuren des Diebs, der ein Meister der Verkleidung zu sein scheint… 

Paul King gelingt erneut ein Film, der dem Zuschauer von der ersten bis zur letzten Sekunde ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Und um sich im Hinblick auf unser Urteil zu Teil eins noch einmal zu steigern, genügt nur eine Erkenntnis: „Paddington 2“ ist in jeder Hinsicht makellos!

Das startet am 25. August 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 25. August, der mit einem vielfältigen Programm daherkommt. Für die Zuschauerzahlen wird das nicht unbedingt förderlich sein – würde etwa Gary Marshalls letzte Regiearbeit „Mother’s Day“, die der Presse bislang nicht gezeigt wurde, an einem Tag mit weniger Konkurrenz ins Kino kommen, dürften hier mehr Zuschauer drin sein, als es jetzt vermutlich der Fall sein wird. So liegt das Hauptaugenmerk auf dem Sequel zum Zaubererthriller „Die Unfassbaren“, der damals etwas mehr als eine halbe Million Zuschauer in die deutschen Kinos lockte. Als gelungener Hai-Thriller beweist sich indes „The Shallows“, der außerdem mit Starpower punkten kann. Für die Kleinen gibts das „Elliot, das Schmunzelmonster“-Remake „Elliot, der Drache“, an dem die ganze Familie ihren Spaß hat. Und wer es bleihaltiger mag, der geht in das Actionsequel „Mecanic: Resurrection“, das wir zwar schon sehen durften, bis zu einer Wertung müsst ihr aufgrund des Embargos leider noch ein paar Tage warten.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

DIE UNFASSBAREN 2 | Regie: Jon M. Chu | USA 2016

Die Unfassbaren 2

Die Unfassbaren (Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Dave Franco) sind zurück und sprengen im zweiten Akt erneut die Grenzen des bisher Vorstellbaren! Ein Jahr ist vergangen, seit sie das FBI überlistet und ihrem Publikum mit unglaublichen Magie-Darbietungen zu einem unverhofften Geldsegen verholfen haben. Noch immer vom FBI verfolgt, betreten sie nun nicht ganz freiwillig wieder die große Bühne. Zusammen mit der mysteriösen Lula (Lizzy Caplan), die sich ihnen anschließt, treffen sie auf den undurchsichtigen Walter Mabry (Daniel Radclffe). Das technische Wunderkind hat ganz eigene Vorstellungen von einem gelungenen Zaubertrick und verfolgt einen perfiden Plan. Und auch Thaddeus Bradley (Morgan Freeman), ein alter Bekannter der Unfassbaren und Meister der Zauberkunst, zieht im Hintergrund seine Fäden.  4 von 5

„Die Unfassbaren 2“ gibt sich ebenso konstruierter wie bombastischer als der erste Teil, spielt aber auch noch gewitzer mit der Erwartungshaltung des Publikums und gefällt durch seinen beschwingten, augenzwinkernden Tonfall. Der Cast überzeugt mehr denn je durch seinen authentischen Zusammenhalt, Sprüche sitzen und visuell bemüht sich Jon M. Chu bei aller Trickserei um Bodenständigkeit.


THE SHALLOWS – GEFAHR AUS DER TIEFE | Regie: Jaume Collet-Serra | USA 2016

The Shallows

Die attraktive Nancy (Blake Lively) begibt sich nach einem Schicksalsschlag alleine an einen einsamen Strand. Dort will sie in aller Ruhe die Seele baumeln lassen und über ihre Zukunft nachdenken. Doch plötzlich stößt sie zunächst auf einen Walkadaver und später auch auf einen großen Weißen Hai, der ebenfalls von dem toten Meeressäuger angezogen wird. In letzter Sekunde kann Nancy einen Angriff verhindern und sich sich auf einem Felsen im Meer in Sicherheit bringen. Doch obwohl sie nur wenige hundert Meter von der rettenden Küste entfernt ist, wird der Weg dorthin zum ultimativen Willenstest. Nancy setzt alles menschenmögliche in Betracht, um heile aus der Situation herauszukommen Doch es beginnt ein nervenaufreibender Kampf auf Leben und Tod. Hier draußen hört sie Niemand schreien… 4 von 5

Jaume Collet-Serra gelingt mit „The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“ ein über weite Strecken hochspannender und in seiner minimalistischen Inszenierung gefallender Hai-Thriller, der auf Effekthascherei verzichtet und das Szenario für sich sprechen lässt. Erst im Schlussakt wagt sich der Film in erzählerische Gefilde vor, die arg an der Glaubwürdigkeit des Gezeigten kratzen.


ELLIOT, DER DRACHE | Regie: David Lowery | USA 2016

Elliot, der Drache

Seit Jahren erfreut Holzschnitzer Mr. Meacham die Kinder aus der Nachbarschaft des verschlafenen Städtchens Millhaven mit Geschichten über einen wilden Drachen, der in den tiefen Wäldern des Pazifischen Nordwestens lebt. Für seine Tochter Grace, Försterin in der Umgebung, waren diese Geschichten nie mehr als Legenden, bis sie Pete kennenlernt. Der mysteriöse Zehnjährige hat weder Familie noch ein Zuhause und behauptet, zusammen mit einem gigantischen grünen Drachen namens Elliot in den Wäldern zu leben. Auf wundersame Weise hat das Wesen aus Petes Beschreibungen große Ähnlichkeit mit dem sagenhaften Drachen aus Mr. Meachams Geschichten. Nach und nach gewinnt Grace Petes Vertrauen und eröffnet ihm eine ganz neue Welt außerhalb seines Waldes. Gleichzeitig bringt Pete sie dazu, ihr eigenes Leben in Frage zu stellen. 3 von 5

„Elliot, der Drache“ besticht mit technischer Perfektion und bietet mit seiner liebevoll-rührenden Geschichte ein auf die ganze Familie als Zielgruppe ausgerichtetes Abenteuer. Leider erweisen sich Inszenierung und Erzählung als derart eintönig und vorhersehbar, dass der Film auch als TV-Produktion durchgegangen wäre. Dafür trägt auch die Neuninterpretation das Herz eindeutig am rechten Fleck.


MECHANIC: RESURRECTION |  Regie: Dennis Gansel |  FR/USA 2016

Mechanic: Resurrection

Seine Tage als Elite-Killer hat Arthur Bishop (Jason Statham) hinter sich gelassen. Längst erholt er sich auf einer einsamen Südseeinsel und versucht, sich langsam aber sicher ein neues Leben aufzubauen. Sogar eine Frau kann sich der toughe Hüne mittlerweile an seiner Seite vorstellen. Doch wieder einmal kommt alles völlig anders, als geplant. Seine mörderische Vergangenheit holt ihn mit aller Gewalt in sein altes Killer-Leben zurück, als Bishops Erzfeind Riah Crain (Sam Hazeldine) seine neue Freundin Gina (Jessica Alba) entführt und Arthur dazu zwingt ihn, seinen alten Job zurückzukehren. Innerhalb kürzester Zeit soll der „Mechanic“ einmal um die ganze Welt reisen und das tun, was keiner so gut kann wie er: drei schier unmögliche Auftragsmorde begehen und sie dabei wie Unfälle aussehen lassen. Für den ersten begibt er sich ins Gefängnis… 3 von 5

„Mechanic: Resurrection“ ist als Genrefilm solide und punktet mit einigen feinen Actionsequenzen, die trotz des geringen Budgets sehr gut aussehen. Auch in den den Morden vorausgehenden Planungen beweisen die Macher Einfallsreichtum. Die Figur des Arthur Bishop hat indes kaum noch etwas mit der aus Teil eins zu tun und auch technisch leistet sich der zweite „Mechanic“-Teil Holprigkeiten.


MOTHER’S DAY – LIEBE IST KEIN KINDERSPIEL | Regie: Gary Marshall | USA 2016
Mother's Day

Was wären wir ohne die Liebe? Mal verzaubert sie uns, mal lässt sie uns verrückt spielen, mal bringt sie uns zum Lachen und dann wieder zum Weinen. Sie macht uns stark und manchmal ganz schwach, doch eigentlich tun wir alles für sie – denn ohne sie wäre alles nichts. So wie für Sandy (Jennifer Aniston), die seit Jahren von Henry (Timothy Olyphant) geschieden ist, aber irgendwie immer noch hofft, dass er zu ihr zurück findet. Wäre da nicht nur seine ätzende neue Freundin. Oder Jesse (Kate Hudson) und Gabi (Sarah Chalke), die ihren Eltern schon seit Jahren verheimlichen, dass Jesses Mann Russell (Aasif Mandvi) Inder und Gabis Frau Max (Cameron Esposito) gar kein Mann ist. Bradley (Jason Sudeikis) wiederum versucht, seit dem Tod seiner Frau als „Mister Mom“ bei seinen Teenie-Töchtern zu punkten – stolpert aber von einem Fettnapf zum nächsten. 3 von 5

„Mother’s Day – Liebe ist kein Kinderspiel“ hält genau das, was der Titel verspricht. Schöne Menschen geben sich vor schönen Kulissen den mal berührenden, mal komischen, aber oftmals auch ziemlich belanglosen Liebesproblemen hin, die nur Hollywood so herrlich konstruieren kann. Zwei der fünf Episoden sind aber tatsächlich richtig gelungen – nicht zuletzt, weil die Besetzung einfach stimmt.


LOOPING | Regie: Leonie Krippendorff | DE 2016
Looping

Leila ist 19 und ein Rummel-Kind. Doch zwischen AutoScooter und Zuckerwatte versteht das sensible Mädchen keiner. Nicht mal ihre beste Freundin Sarah, in die sie heimlich verliebt ist. Als eine chaotische Nacht in der Notaufnahme endet, lässt sich Leila freiwillig in eine psychiatrische Klinik einweisen. Dort teilt sie sich das Zimmer mit der schüchternen Frenja und der geheimnisvollen Ann. Obwohl die Frauen so unterschiedlich sind – Frenja ist verheiratet und Mutter einer kleinen Tochter, Ann hat sich ihr Leben lang gegen feste Bindungen entschieden – kommen sich die Drei schnell immer näher. Nachts büchsen sie aus und genießen das Leben. Sie begehren sich und verlieben sich ineinander. Leila fühlt sich auf einmal erkannt und aufgehoben. Doch traut sie sich auch ohne den Kokon dieser Liebe wieder in die Achterbahn der Außenwelt?


DIE FAST PERFEKTE WELT DER PAULINE | Regie: Marie Belhomme | FR 2015
Die fast perfekte Welt der Pauline

Pauline ist 39 und verdient ihren Lebensunterhalt als Alleinunterhalterin auf seltsamen Partys. Als sie eines Tages als Darth Vader von einer Kinder- zur Seniorenfeier unterwegs ist, erschreckt sie einen Mann so heftig, dass der spontan in einen Abgrund stürzt. Als sie den bewusstlosen Mann im Krankenhaus besucht, beeindrucken sein Anblick und ihre Schuld daran Pauline so nachhaltig, dass sie an nichts anderes mehr denken kann. Eine seltsame Nähe scheint von dem Mann auszugehen und Pauline versucht beharrlich, ihn mit Musik aus dem Koma zu locken. Sie übernachtet in seiner Wohnung, verbringt Zeit mit Sohn und Hund und übernimmt sogar seinen Job als Musiklehrerin an einer Schule. Doch eines Tages wacht Fabrice wieder auf und Pauline müsste nun zu ihrer Sehnsucht stehen – oder wieder Reißaus nehmen


EL OLIVO – EIN OLIVENBAUM | Regie: Icíar Bollaín | ESP 2016

El Olivo - Ein Olivenbaum

Alma ist Anfang 20, rebellisch und impulsiv. Ihre ganze Liebe gilt ihrem Großvater, der nicht mehr spricht, seit die Familie vor Jahren gegen seinen Willen den uralten Olivenbaum verkauft hat, und langsam im Nebel des Alters zu verschwinden droht. Alma beschließt zu handeln: Sie will den Olivenbaum nach Hause zurückholen, um so dem Großvater seinen größten Wunsch zu erfüllen. Doch der Baum steht längst als Symbol für Nachhaltigkeit eingetopft im Atrium eines Düsseldorfer Energiekonzerns.

Hals über Kopf stürzt sich Alma in eine Reise, die Don Quijote alle Ehre machen würde. Um so mehr, als die beiden Sancho Pansas, ihr schräger Onkel Alcachofa und ihr still verliebter Kollege Rafa, keine Ahnung davon haben, wie schwierig die Unternehmung ist, auf die sie sich da einlassen.


Heimkinotipp: FREEHELD – JEDE LIEBE IST GLEICH | Regie: Peter Sollett | USA 2015

Freeheld - Jede Liebe ist gleich

Laurel Hester lebt seit über 20 Jahren für ihren Job als Polizeikommissarin, ein Privatleben findet bei ihr nicht statt. Dies ändert sich schlagartig, als sie die junge Mechanikerin Stacie Andree kennenlernt. Die beiden verlieben sich aller Unterschiede zum Trotz ineinander und bauen sich eine gemeinsame Zukunft auf. Dazu gehören das eigene Haus mit Garten und Hund und schließlich sogar die eingetragene Lebenspartnerschaft. Doch ihr Glück währt nicht lang. Laurel erhält die erschütternde Diagnose, dass sie an Lungenkrebs im Endstadium erkrankt ist und ihr nicht mehr viel Zeit bleibt. Ihr letzter Wunsch ist, dass Stacie in ihrem Haus wohnen bleiben kann. Das kann sie aber nur, wenn ihr Laurels Pensionsansprüche übertragen werden, doch die zuständigen Behörden lehnen ihr Gesuch wiederholt ab. 3 von 5

„Freeheld: Jede Liebe ist gleich“ brilliert mit großartigen Darstellern und einer wichtigen Message, doch das Drehbuch erweist sich als derart voll, dass auch die ausgewogene Balance zwischen Komik und Tragik nicht dafür sorgen kann, dass am Ende der Eindruck entsteht, dass hier jede Station dieses traurigen Schicksals angemessen gewürdigt wurde.

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