Schlagwort-Archiv: Familienfilm

Das startet am 7. März 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 7. März, dessen größter Start „Captain Marvel“ der Presse bislang noch nicht gezeigt wurde. Mehr zum Film erfahrt ihr an dieser Stelle in ein paar Tagen. Wie gut die Konkurrenz ist, dürfen wir dagegen schon verraten: Unter anderem wagt sich das Regiedebüt von Jonah Hill auf die Leinwand und hat es verdient, gesehen zu werden. Jaques Audiard wagt sich mit seinem starbesetzten Film „The Sisters Brothers“ endlich mal wieder in Western-Gefilde vor und mit „Beale Street“ schafft es einer der letzten, hierzulande noch nicht gestarteten Oscar-Kandidaten auch endlich auch in deutsch Kinos.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MID90S | Regie: Jonah Hill | USA 2018

Stevie (Sunny Sulijic) ist 13 Jahre alt und wächst unter schwierigen Verhältnissen mit einem gewaltbereiten Bruder (Lucas Hedges) und einer überforderten, alleinerziehenden Mutter (Katherine Waterston) in Los Angeles auf. Seine Tage verbringt er mit „Street Fighter II“ zocken und heimlich die CD-Sammlung seines großen Bruders rauf und runter hören. Als er anfängt, mit den sympathischen Jungs vom Local Skateshop abzuhängen, öffnet sich ihm eine völlig neue Welt: Skaten an verbotenen Plätzen, Abhauen vor der Polizei, Hauspartys und natürlich jede Menge Girls. Befreit aus der Umklammerung seiner stets besorgten Mutter und den Prügeln seines Bruders, fühlt sich Stevie unbesiegbar – bis er merkt, dass auch seine Idole auf die Schnauze fliegen können. Und das nicht nur beim Skaten, sondern auch im Leben selbst…

Jonah Hills Regiedebüt „Mid90s“ ist eine Liebeserklärung an die US-amerikanische Skateboardszene der Neunzigerjahre, die den Zuschauer auf so sanfte Weise in ihre Arme schließt, wie die skatenden Jungs den Außenseiter Stevie.


THE SISTERS BROTHERS | Regie: Jacques Audiard | FR/ESP/ROM/BEL/USA 2018

Oregon, 1851: Sie sind berühmt-berüchtigt, die Sisters Brothers. Eli, der Ältere, und Charlie, der Jüngere, der eine ruhig und überlegt, der andere ein kampflustiger Trinker. Skrupellose Auftragskiller im Dienst eines ominösen „Commodore“. An ihren Händen klebt Blut, nicht nur von Kriminellen, auch von Unschuldigen. Für ein großes Sümmchen sollen sie einen gewissen Hermann Warm töten, der eine Wunderformel zum einfachen Goldwaschen erfunden hat. Ein Wissen, das dem „Commodore“ ein Vermögen einbringen kann. Dem Genie ebenfalls auf den Fersen ist ihr Kontaktmann Jim Morris. Während die Brüder von den Bergen Oregons bis nach Kalifornien reiten und eine mörderische Spur hinter sich lassen, ist Morris ihnen einige Tage voraus und trifft in einem Trek den gesuchten Chemiker. Statt ihn an die Sisters Brothers auszuliefern, verfolgt er ganz eigene Ziele.

Ein unkonventionelles, stargespicktes Buddy-Movie hoch zu Ross – „The Sisters Brothers“ weiß mit den Mechanismen des modernen Westernkinos gleichermaßen zu unterhalten wie zu überraschen. Denn oftmals macht Regisseur Jaques Audiard genau das, was man in diesem Zusammenspiel eben nicht erwarten würde.


BEALE STREET | Regie: George Tillman Jr. | USA 2018

Im Amerika der Siebzigerjahre steht der Rassismus gegenüber Farbigen an der Tagesordnung. Die 22-jährige Tish (KiKi Layne) und der Bildhauer Fonny (Stephan James) sind ein junges Paar im ärmlichen Viertel Harlem. Fonny wird fälschlicherweise der Vergewaltigung an einer Puerto-Ricanerin beschuldigt und kommt ohne Prozess unschuldig ins Gefängnis. Kurze Zeit später erfährt Tish auch noch, dass sie von Fonny ein Kind erwartet. Mit Zuversicht versichert sie ihm, ihn noch vor der Geburt aus dem Gefängnis zu holen. Mit Hilfe der Familie versucht sie mit allen Mitteln seine Unschuld zu beweisen. Doch nicht nur das gestaltet sich schwierig. Vor allem Fonnys Familie sieht in Tish nicht die optimale Partnerin für ihren Sohn und Bruder, sodass sich Tish nicht nur für den Vaters ihres Kinders, sondern auch ihre gemeinsame Liebe stark machen muss.

„Moonlight“-Regisseur Barry Jenkins beweist mit seinem Drama „Beale Street“, wie sehr er die Lebenssituation der schwarzen US-Bevölkerung verinnerlicht hat und liefert ein rührendes Portrait über zwei Liebende ab, das sich allerdings ein bisschen zu sehr auf seinen Status als Milieustudie verlässt.


DIE BERUFUNG – IHR KAMPF FÜR GERECHTIGKEIT | Regie: Mimi Leder | USA 2018

Ruth Bader Ginsburg studiert, genauso wie ihr Mann Martin (Armie Hammer), an der renommierten juristischen Fakultät von Harvard. Doch während ihr bereits im zweiten Studienjahr angelangter Gatte einen komfortablen Platz im Studienbetrieb gefunden hat, werden Ruth aufgrund ihres Geschlechts immer wieder Steine in den Weg gelegt. Das ändert sich auch nicht, als sie einige Zeit später, wie schon einige Männer vor ihr, darum bittet, ihr Harvard-Studium als Fernstudium zu beenden. So kommt es, dass sie ihren Abschluss an der Columbia in New York macht, den sie als Klassenbeste absolviert. Daraufhin begibt sie sich erfolglos auf Jobsuche, da einige Kanzleien keine Frauen einstellen, andere wiederum „schon eine haben.“ Grummelnd nimmt sie eine Stelle als Professorin an und unterrichtet „Das Gesetz und sexuelle Diskriminierung“.

Gut gespielt und nach einem etwas episodischen Auftakt auch inspirierend: „Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit“ ist ein guter Film über eine herausragende Kämpferin für die Gerechtigkeit.


WHITE BOY RICK | Regie: Yann Demange | USA 2018

Am unteren Rande der gesellschaftlichen Nahrungskette im Detroit der 80er-Jahre träumt Waffenhändler Richard Wershe Sr. (Matthew McConaughey) davon, eines Tages ins Geschäft der Zukunft zu investieren und eine Videothekenkette zu eröffnen. Sein Sohn Rick (Richie Merritt) hat einen ähnlichen Unternehmergeist und verkauft Gewehre und Schalldämpfer an örtliche Drogendealer. Irgendwann tritt das FBI an den Teenager heran und bietet ihm einen Deal an, ach was, drängt ihm geradezu einen Deal auf: Um seinen Vater, der teilweise illegale Waffendeals betreibt, aus rechtlichen Ärger herauszuboxen, soll er für das FBI als Undercover-Informant in der Drogenszene agieren. Zunächst ist Rick wenig von dieser Idee begeistert, nicht zuletzt, weil seine Schwester Dawn (Bel Powley) drogensüchtig ist, aber er lässt sich vom FBI breitschlagen…

Nach einem schleppenden Anfang entwickelt sich Yann Demanges „White Boy Rick“ zu einem charaktervollen Drama über wahre Begebenheiten und darüber, wie ein gewaltlos handelnder Junge auf die schiefe Bahn geriet.

CAPTAIN MARVEL | Regie: Anna Boden, Ryan Fleck | USA 2019

Nach einem gefährlichen Kampf auf einem fremden Planeten, gemeinsam mit ihrer Elite-Einheit Starforce unter dem Kommando von Yan-Rogg (Jude Law), stürzt die Supersoldaten Carol Denvers alias Vers (Brie Larson) ausgerechnet auf die Erde. Hier trifft sich auf den jungen Agenten Nick Fury (Samuel L. Jackson), der für eine Initiative zum Schutz der Welt gerade dabei ist, Helden wie sie zu rekrutieren. Während er Kree mit den Merkwürdigkeiten der Erde vertraut macht, hat die scheinbar unverwundbare Frau mit Flashbacks und Visionen zu kämpfen, die Aufschluss darüber geben könnten, woher sie stammt. Denn Kree war nicht immer eine Weltraumkriegerin. Nebenbei muss es das ungleiche Duo auch noch mit einigen außerirdischen Gestaltwandlern aufnehmen, die an Krees Erinnerungen genauso interessiert sind, wie sie selbst.

„Captain Marvel“ funktioniert gut als alleinstehender Actionblockbuster und erweist sich obendrein als einer der lustigsten Filme aus dem MCU. Auch Brie Larson gefällt als kaltschnäuzige Heldin, doch durch ihre keine Grenzen kennende Stärke macht sie das gleichzeitig auch absolut uninteressant. Die Effekte passen sich dem überhaupt nicht funktionierenden Neunzigerjahresetting an, während die anvisierte feministische Botschaft aufgrund ihrer Plumpheit leider im Nichts verpufft.


RATE YOUR DATE | Regie: David Dietl | DE 2019

Eine Smartphone-App, die es dem User möglich macht, seine romantischen Verabredungen zu bewerten – das wäre doch eine Superidee, um sich und andere schon im Vorhinein vor Enttäuschungen zu bewahren. Diesen Einfall haben die von ihrem Liebesleben der letzten Zeit desillusionierten, besten Freundinnen Teresa (Alicia von Rittberg) und Patricia (Nilam Farooq). Als sie den Programmierer Anton (Marc Benjamin) und seinen steinreichen Kumpel Paul (Edin Hasanovic) treffen, wird das Ganze kurzerhand in die Tat umgesetzt. Zunächst ist die neue App auch ein Riesenerfolg und erfüllt genau, was das Quartett sich von ihr versprochen hatte. Aber bald müssen die jungen Leute feststellen, dass die Kategorisierung von Menschen als #Crazybitch, #Heartbreaker, #Hinhalter oder #Sextremist nicht nur positive Seiten hat…

Unrealistisch, unromantisch, nur mäßig amüsant und streckenweise sogar nervig – „Rate Your Date“ ist all das, was eine Liebeskomödie nicht sein soll.


KIRSCHBLÜTEN & DÄMONEN | Regie: Doris Dörrie | DE/JPN 2019

Karl (Golo Euler) lebt einsam und allein in München, er trinkt zu viel, hat deshalb seinen Job und seine eigene Familie verloren und leidet sehr unter der Trennung von seiner kleinen Tochter. Im Vollrausch wird er von Dämonen verfolgt. Er erinnert sich an Japan und bessere Zeiten. Eines Tages steht die Japanerin Yu (Aya Irizuki) vor der Tür. Sie hat sich vor zehn Jahren um Karls Vater Rudi in Tokio gekümmert, als Karl keine Zeit für ihn hatte. Jetzt ist sie wieder da. Sie möchte das Grab von Rudi sehen und das Haus, in dem er gelebt hat. Widerwillig fährt Karl mit ihr aufs Land, aber er kann sich dem Charme von Yu nicht entziehen. Das Elternhaus steht schon lange leer, die Geschwister sind zerstritten. Yu ruft in den Brunnen vor dem Haus und erklärt Karl, dass dort in der Tiefe die Toten wohnen. Sie übernachten im Haus und Karls Dämonen kehren zurück. Aber Yu weiß, wie man mit ihnen umzugehen hat…


VOM LOKFÜHRER, DER DIE LIEBE SUCHTE… | Regie: Veit Helmer | DE/AZE 2018

Ein Güterzug rollt durch eine weite Graslandschaft, die sich vor den kaukasischen Bergen entlangzieht. Am Steuer: Nurlan, der Lokführer. Tagein, tagaus lenkt er seinen Zug durch einen dicht besiedelten Vorort Bakus, in dem die Schienen so dicht an die Häuser grenzen, dass Nurlan quasi durch die Vorzimmer und Gärten der Bewohner fährt. Auf seinem täglichen Weg passiert er teetrinkende Männer ebenso wie Frauen, die ihre Wäsche in den sanften Wind hängen. Sobald sich der Zug nähert, bläst der kleine Waisenjunge Aziz in eine Pfeife und die Bewohner des Vorortes bringen sich und ihre Habseligkeiten schnell in Sicherheit. Doch das gelingt nicht immer. Nurlan hat schon so einiges von seiner Lokomotive gepflückt: Hühnerfedern, Spielzeugbälle oder auch Bettbezüge. Am letzten Arbeitstag vor der Pensionierung verheddert sich ein besonderes Abschiedsgeschenk an Nurlans Lok: ein traumhaft schöner, blauer Spitzen-BH.


GÄNSEHAUT 2: GRUSELIGES HALLOWEEN | Regie: Ari Sandel | USA 2018

Sarah Quinn lebt im beschaulichen Wardenclyffe und träumt davon, bald zur Columbia University zu gehen – jedoch hat sie keinerlei Eingebung, wie sie ihr Bewerbungsessay zum Thema Angst aufziehen soll.  Ihr jüngerer Bruder Sonny wiederum startet gemeinsam mit seinem besten Freund Sam Carter einen Müllentsorgungsdienst. Einer ihrer ersten Aufträge führt die Jungs in ein leerstehendes, verfallenes Haus, wo sie eine Truhe finden, in der sich ein verschlossenes Buch sowie ein Schlüssel befinden. Die zwei Freunde öffnen das Buch – und kurz darauf erscheint eine Bauchrednerpuppe neben ihnen. Wie sich bald zeigt, nennt sich diese Slappy und ist ein magisches, lebendiges Wesen, das seine Fähigkeiten benutzt, um sich einen sehnlichen Wunsch zu erfüllen: Er will endlich eine richtige Familie haben. Ein Wunsch, der übernatürliches, gefährliches Chaos nach sich zieht…

„Gänsehaut – Gruseliges Halloween“ erzählt nichts Neues und führt nicht einmal den offenen Handlungsstrang des Vorgängers fort. Doch mit einer feinen Prise Selbstironie, familienfreundlichem Gruselchaos und lockerer Situationskomik ist es eine durch und durch niedliche Halloween-Produktion für alle, die sich „richtigen“ Grusel noch nicht zutrauen oder zwischen drei Psychoterrorfilmen und vier blutigen Slashern mal was thematisch passendes, aber locker-fluffiges sehen wollen.

Das startet am 28. Februar 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 28. Februar, dessen größter Start das solide Remake von „Einer nach dem anderen“ ist – eine norwegische Thrillerkomödie, aus der Regisseur Hans Petter Moland für den internationalen Markt ein typisches Liam-Neeson-Vehikel gemacht hat. Wer es noch ein wenig derber mag, greift vielleicht eher zu „Escape Room“. Der Horrorthriller hat in den USA bereits furiose Ergebnisse erzählt und könnte so etwas wie das „Final Destination“ der aktuellen Generation werden. Keine Sorgen um Zahlen muss sich Theresa von Eltz machen. Sie übernahm die Regie des neuen „Ostwind“-Films; das Franchise liefert seit Jahren sehr solide ab und das wird sich auch diesmal nicht ändern.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ESCAPE ROOM | Regie: Adam Robitel | CAN/USA 2019

Zoey (Taylor Russell) ist eine gute Studentin, doch um sich aktiv an den Vorlesungen zu beteiligen, ist sie einfach zu zurückhaltend. Trotzdem hält ihr Dozent große Stücke auf sie, was Zoey veranlasst, an eine Aktion von ihm zu glauben, als sie eines Tages einen geheimnisvollen Würfel zugeschickt bekommt: die Einladung zu einem Abenteuer. Genau wie auch die Adrenalinjunkies Danny (Nik Dodani), Amanda (Deborah Ann Woll) und Ben (Logan Miller) findet sie sich daraufhin eingesperrt in einem sogenannten Escape Room wieder. Gemeinesam muss die Gruppe versuchen, sich mit Geschick und Körperkraft aus dieser misslichen Lage zu befreien. Doch schon wenige Minuten nach ihrem Einzug offenbart der Raum seine Gefährlichkeit. Möglicherweise werden gar nicht alle lebend dem Escape Room entkommen… 

Ein gleichermaßen smarter wie harter Horrorthriller mit klugen Figuren und einem tollen Setdesign, dessen erzählerischer Überbau auch noch funktioniert – „Escape Room“ ist ein erstes kleines Highlight im Genrejahr 2019, auf dessen Fortsetzung wir uns ganz besonders freuen.


THE HATE U GIVE | Regie: George Tillman Jr. | USA 2018

Starr führt praktisch ein Doppelleben: Die 16-Jährige lebt mit ihrer Familie in der hauptächlich von Schwarzen bevölkerten Nachbarschaft Garden Heights, jedoch besucht sie die außerhalb ihrer heimischen Gegend liegende Privatschule Williamson Prep., auf die fast nur Weiße gehen. Obwohl sich Starr in ihrem Schulalltag keine Anfeindungen anhören muss, ist er für sie noch immer ein Spießrutenlauf, da sie sich eingliedern muss, um in keine Schublade gesteckt zu werden. Als sie eines Abends mit ihrem Jugendfreund  Khalil, von einer Party nach Hause fahren will, werden die Beiden von der Polizei angehalten. Einer der weißen Officers findet Khalils Verhalten verdächtig und befiehlt ihm, den Wagen zu verlassen. Als Khalil dennoch weiter mit der sichtbar nervösen Starr auf dem Beifahrersitz spricht, eskaliert die Lage… 

„The Hate U Give“ ist ein brandaktuelles Jugend- und Gesellschaftsdrama, das von der starken Performance von Amandla Stenberg in der Hauptrolle lebt und trotz kleinerer inszenatorischer wie erzählerischer Schönheitsfehler mit Nachhall in Erinnerung bleibt.


WIE GUT IST DEINE BEZIEHUNG? | Regie: Ralf Westhoff | DE 2019

Steve ist seit fünf Jahren mit Carola zusammen, die beiden sind liebevoll und vertraut miteinander, ein gut eingespieltes Team. Aber dann muss Steve mit ansehen, wie sein Freund Bob aus heiterem Himmel von seiner Freundin verlassen wird, die sich dem gut erhaltenen, aber doch sehr viel älteren Tantra-Lehrer Harald zuwendet. Kleine, fiese Zweifel beginnen Steve umzutreiben: Ist Carola wirklich glücklich mit ihm? Widmen sie sich und ihrer Beziehung genügend Achtsamkeit? Steve, ohnehin angegriffen durch eine berufliche Situation, muss handeln. Selbstoptimierung heißt die neue Devise, körperlich, seelisch und sexuell – und da soll ausgerechnet Harald helfen. Carola erkennt ihren Liebsten nicht wieder. Beraten von ihrer besten Freundin Anette, die für Misstrauen plädiert, entschließt sie sich ihrerseits zu Veränderungen. 

Die Romantic Comedy „Wie gut ist deine Beziehung?“ ist eine zurückhaltend erzählte, dafür umso komischere Bestandsaufnahme eines Langzeitpaares, dessen nicht existente Probleme Ralf Westmann behutsam herausarbeitet. Das macht einfach Spaß!


ASCHE IST REINES WEISS | Regie: Jia Zhang-Ke | CHN/FR 2018

Qiao (Tao Zhao) kommt aus einfachen Verhältnissen, doch sie liebt Bin (Fan Liao), einen lokal sehr einflussreichen Gangster, in dessen Milieu man auch vor Gewalt nicht zurückschreckt. Ihre Liebe zu ihm ist bedingungslos und gleichzeitig genießt sie den Respekt und die Vorteile, die der Frau eines Bandenführers zuteil werden. Eines Tages werden sie von einer rivalisierenden Bande angegriffen. Im letzten Moment greift Qiao zur Waffe. Sie rettet Bin das Leben und wird dafür verurteilt: 5 Jahre verbringt sie im Gefängnis, ohne den Namen Bins preiszugeben, denn der Gebrauch von Waffen ist in ihrem Land verboten. Nach ihrer Entlassung begibt sie sich auf die Suche nach ihm, denn ihre Liebe und ihre Loyalität sind ungebrochen. Doch Bin bleibt verschwunden und das Land, das Qiao auf der Suche nach ihm durchquert, ist kaum wiederzuerkennen.

Eine außergewöhnliche Liebesgeschichte, eine Studie über Schuld und Sühne, ein brachialer Actionfilm und eine Milieustudie über das moderne China – „Asche ist reines Weiß“ ist alles und noch mehr. Ein mitreißender, kraftvoller Film, der sich nur am Ende nicht ganz entscheiden kann, was er denn nun eigentlich aussagen will.

HARD POWDER | Regie: Hans Petter Moland | UK/NOR/CAN/USA/FR 2019

Nels Coxman ist Schneepflugfahrer in einem Wintersportgebiet in den Rocky Mountains. Weil er seinen Job seit Jahren so gewissenhaft erledigt, wurde er just zum „Bürger des Jahres“ ernannt. Nur widerwillig und auf Drängen seiner Frau nimmt der einfache, bescheidene Mann die Ehrung überhaupt entgegen. Kaum wieder daheim, erhält er die Nachricht, sein einziger Sohn sei an einer Überdosis gestorben. Nels kann nicht glauben, dass Kyle überhaupt Drogen konsumiert haben könnte. Da der Fall für die Polizei aber abgeschlossen ist, macht er sich im Alleingang daran herauszufinden, was wirklich passierte. Schon bald wird klar, dass der skrupellose Drogenboss Viking und seine Handlanger hinter allem stecken. Einem cleveren Plan folgend, schaltet Nels die Gangster-Hierarchie, von unten beginnend, einen nach dem anderen aus …

Das US-Remake ist einen Tick gradliniger und bösartiger geraten als das charmant verspieltere Original. Doch auch in dieser Konstellation stimmt die Balance zwischen deftigem Rache-Reißer und düsteren Humor. Liam-Neeson-Fans kommen dank seiner gewohnt stoischen Performance dabei mal wieder voll auf ihre Kosten.


OSTWIND – ARIS ANKUNFT | Regie: Theresa von Eltz | DE 2019

Durch einen Zwischenfall werden Mika (Hanna Binke) und ihr Ostwind auf eine harte Probe gestellt. Mikas Großmutter (Cornelia Froboess), Sam (Marvin Linke) und Herr Kaan (Tilo Prückner) versuchen unterdessen, Gut Kaltenbach am Laufen zu halten, wobei sie Unterstützung von der ehrgeizigen und scheinbar netten Isabell (Lili Epply) bekommen. Dann bringt Fanny (Amber Bongard) die impulsive und kratzbürstige Ari (Luna Paiano) nach Kaltenbach und sorgt damit für mächtigen Wirbel. Ari fühlt sich sofort von Ostwind angezogen und scheint eine besondere Wirkung auf den berühmten Hengst zu haben. Ist es möglich, dass Ostwind und Mika eine weitere Seelenverwandte auf Gut Kaltenbach finden? Und wird Ari es schaffen, Ostwind vor dem skrupellosen Pferdetrainer Thordur Thorvaldsen (Sabin Tambrea) zu schützen?

Der dritten, einmal mehr toll inszenierten Fortsetzung innerhalb der „Ostwind“-Saga wird die schwierige Aufgabe zuteil, die alte Heldin Mika langsam aus der Reihe zu entlassen und dafür die rebellische Ari zu etablieren. Das ist hier hervorragend gelungen, auch wenn der Subplot rund um den bösen Pferdetrainer überhaupt nicht überzeugt. Nicht jeder Film benötigt zwingend einen Antagonisten!


MANOU – FLIEG‘ FLINK! | Regie: Christian Haas, Andrea Block | DE 2019

Manou wächst als Mauersegler bei den stolzen Möwen in Nizza auf. Er lernt schwimmen, fischen und fliegen wie sie. Dabei eifert er seinem Vater nach um eine gute Möwe zu werden. Doch bei der Flugprüfung entdeckt er, dass er das nie erreichen kann. Denn er wurde adoptiert – als Mauersegler unter Möwen bleibt er ein verhasster Eindringling. Dennoch hält seine Familie zu ihm, besonders sein Bruder Luc, der ihn eifrig bewundert. Eines nachts stehlen Ratten ein Ei als Manou Wache hält. Die Möwen sind außer sich und er wird aus der Kolonie ausgeschlossen. Nun sucht er verzweifelt nach neuen Freunden bei den Mauerseglern. Dabei verliebt er sich in Kalifa, was alles noch komplizierter macht. Als Möwen und Mauersegler in großer Gefahr schweben, kämpft Manou für beide und beweist, dass er ein wahrer Kämpfer ist. 

Neben einer handelsüblichen „Glaub an dich, dann kannst du alles schaffen!“-Geschichte erzählt die deutsche Produktion „Manou – Flieg‘ flink!“ auch noch davon, wie Rassismus entsteht und wie er sich bekämpfen lässt. Das ist für einen Animationsfilm, der noch dazu traumhaft schön animiert ist, ein sehr nobler Ansatz.


EIN KÖNIGLICHER TAUSCH | Regie: Marc Dugain | FR/BEL 2017

Frankreich, 1721: Um den Frieden mit Spanien zu besiegeln, fädelt der Regent Herzog Philipp von Orléans einen Prinzessinnentausch ein. Er will den elfjährigen französischen König Ludwig XV. mit der erst vier Jahre alten Tochter des spanischen Königs, Infantin Maria Anna Victoria, verheiraten. Im Gegenzug soll die Tochter Philipps, die zwölfjährige Louise Elisabeth, die Gemahlin des jungen spanischen Thronfolgers Don Luis werden. Madrid willigt ein und schon bald findet der Austausch der beiden Prinzessinnen an der Grenze zwischen den Ländern statt. Doch die königlichen Strategen haben die Rechnung ohne die Vermählten gemacht – denn diese haben ihren eigenen Willen.

Nach einem Roman von Bestsellerautorin Chantal Thomas, basierend auf wahren Ereignissen, zeichnet der französische Regisseur Marc Dugain ein treffendes Sittenbild des Adels im 18. Jahrhundert


KOMMISSAR GORDON & BUFFY | Regie: Linda Hambäck | SWE 2017

Als der gutmütige, etwas arbeitsmüde Detektiv Gordon (deutscher Sprecher: Sven Brieger), ein Frosch, in seinen Nachmittagskeks beißt, träumt er schon von seiner nahenden Rente. Seit vielen Jahren hat er für Frieden in der Gemeinde des Waldes gesorgt, indem er seine Mitbewohner vor dem gefürchteten Fuchs beschützt hat, doch langsam merkt er, dass seine Zeit als Gesetzeshüter vorbei ist. Zum Glück ist er Buffy (deutsche Sprecherin: Lotta Doll) begegnet, denn die pfiffige und ehrgeizige Maus ist in seinen Augen eine exzellente Nachfolgerin für seine Position. Bevor er sie allerdings zur Hauptkommissarin  berufen kann, müssen sie noch Gordons letzten Fall lösen. Ein Nüssedieb treibt sein Unwesen und es kursiert das Gerücht im Wald, dass der Fuchs dahinter stecken könnte. Gordon und Buffy machen sich an die Arbeit und gemeinsam werden sie den Fall auch bald lösen können!


Heimkinotipp: HALLOWEEN | Regie: David Gordon Green | USA 2018

Seit er vor vierzig Jahren mit einer brutalen Mordserie die amerikanische Kleinstadt Haddonfield terrorisierte und fünf Menschen auf bestialische Weise mit seinem Messer tötete, sitzt der Gewalttäter Michael Myers (Nick Castle), abgeschottet von der Außenwelt, in einer psychiatrischen Anstalt in Haft. Als er zusammen mit anderen hochgefährlichen Insassen verlegt werden soll, passiert die Katastrophe: Der Gefangenentransport verunglückt nachts auf offener Straße und er kann fliehen. Angetrieben von seinem bestialischen Drang zu morden, macht sich Myers auf nach Haddonfield, und der entsetzliche Albtraum beginnt für die Bewohner aufs Neue. Nur Laurie (Jamie Lee Curtis), die dem maskierten Killer seinerzeit nur knapp entkommen konnte, ist vorbereitet, sich dem personifizierten Bösen entgegenzustellen…

Der neue „Halloween“ ist in erster Linie eine Hommage an den Originalfilm von John Carpenter, der vor allem die Liebhaber des Siebzigerjahre-Klassikers zufriedenstellen dürfte. Das ganz große Horrorfilm-Highlight ist er nicht, doch gerade als Genrebeitrag für’s Halloween-Wochenende ist er als  ruhiger Nostalgiehorror mit modernen Elementen einen Blick wert.

Das startet am 31. Januar 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 31. Januar, an dem ein Film startet, der den Vorschusslorbeeren nach die Chance haben könnte, ähnlich „Ziemlich beste Freunde“ ein Dauerbrenner zu werden. Wir sprechen uns allerdings gegen „Green Book“ aus. Ganz anders „Plötzlich Familie“, eine hinreißende Familienkomödie, die es dank Starpower ebenfalls zu einem kleinen Hit bringen könnte. Besser als sein Ruf ist der Horrorthriller „The Possession of Hannah Grace“, der nur in der letzten halben Stunde ein wenig nachlässt. Und ein echtes Unikat bildet „Mia und der weiße Löwe“, eine Art „Boyhood“ mit Löwen. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

PLÖTZLICH FAMILIE | Regie: Sean Anders | USA 2018

Das glücklich verheiratete, aus der gehobenen Mittelklasse stammende Ehepaar Ellie und Pete leitet gemeinsam eine Firma, die sanierungsbedürftige Häuser kauft, von Grund auf renoviert und weiterverkauft. Das Thema Familienplanung ging bei dem geschäftigen Paar stets unter, während im Familienkreis schon längst mehrmals Nachkommen auf die Welt gebracht wurden. Eines Abends schaut sich Ellie die Webseite einer Adoptionsagentur an – und kann die Tränen kaum noch stoppen. Auch Pete lässt sich nach kurzem Widerstreben vom Gedanken mitreißen, ein Kind zu adoptieren. Der Vorbereitungskurs der Adoptionsagentur ihrer Wahl ist allerdings kein Zuckerschlecken: Karen und Sharon wollen ihre Schützlinge um jeden Preis in die perfekten Arme übergeben – und wollen zudem liebend gern schwer vermittelbare Pflegekinder an neue Eltern übermitteln. 

Mark Wahlberg zeigt sich von seiner freundlichen Seite, Rose Byrne glänzt einmal mehr und ihre Film-Adoptivkinder treffen genau den richtigen Ton zwischen kratzbürstig und goldig: Der lose auf wahren Ereignissen basierende „Plötzlich Familie“ ist eine schön gespielte Dramödie, in der sich herzliche mit lustigen Momenten nahtlos abwechseln.


MIA UND DER WEIßE LÖWE | Regie: Gilles de Maistre | FR/ZAF/DE 2018

Nur widerwillig lässt die zehnjährige Mia ihre geliebte Heimat London hinter sich. Denn ihre Eltern eröffnen in der südafrikanischen Steppe eine Löwenzucht mit angeschlossener Bed-&-Breakfast-Pension. Dort angekommen vermisst das eben noch so fröhliche Mädchen seine Freunde und ist todunglücklich. Das ändert sich erst, als ihr Dad ihr ein auf der Farm der Familie geborenes, schneeweißes Löwenbaby anvertraut. Im Laufe der nächsten drei Jahre entsteht zwischen dem Mädchen und dem langsam, aber sicher zu einem mächtigen Raubtier heranwachsenden Charlie ein starkes Band der Liebe und des Vertrauens. Nach einem beinahe fatalen Zwischenfall mit einem unvorsichtigen Touristen will Mias Vater den Löwen mit dem ungewöhnlichen Fell allerdings verkaufen. Und das ausgerechnet an einen windigen Nachbarn, der seltene Tiere Großwildjägern zum Abschuss anbietet… 

Ein bewegend realistischer Film mit einem bemerkenswerten, erstklassig funktionierenden Übergang von klassischer Familienunterhaltung zu einem spannenden Drama. Die stimmungsvollen Bilder von der wundervollen südafrikanischen Natur sind ein zusätzlicher Bonus, der den Kinobesuch schon (fast) allein rechtfertigen würde.


THE POSSESSION OF HANNAH GRACE | Regie: Diederik Van Rooijen | USA 2018

Wenn man tot ist, ist man tot. Aber manchmal ist der Tod erst der Anfang… Ein außer Kontrolle geratener Exorzismus fordert das Leben einer jungen Frau (Kirby Johnson). Monate später, mitten in der Nachtschicht, landet der schrecklich entstellte Leichnam auf dem Tisch von Megan Reed (Shay Mitchell) in der Leichenhalle, die gerade erst angefangen hat, in ihrem neuen Job zu arbeiten und selbst mit den Dämonen aus ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat. Gefangen in den Kellerräumen dieser gespenstischen Umgebung wird Megan von entsetzlichen und bizarren Visionen heimgesucht, die darauf hindeuten, dass der leblose Körper noch immer von einer dämonischen Macht besessen ist. Doch ist es wirklich der Leichnam, der ein bizarres Eigenleben führt, oder sind es die Folgen von Meghans psychischer Erkrankung, wegen der sie bereits Psychopharmaka genommen hat?

Die erste Dreiviertelstunde von „The Possession of Hannah Grace“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich mit wenigen Mitteln eine glaubhaft beklemmende Atmosphäre kreieren lässt. In der zweiten Hälfte verläuft sich der Film leider in einem standardisierten Krawall-Finale – trotzdem bleibt er bis zuletzt ein solide Schocker.


CHECKER TOBI UND DAS GEHEIMNIS UNSERES PLANETEN | Regie: Martin Tischner | DE 2019

Das größte Abenteuer seines Lebens beginnt für Checker Tobi auf einem Piratenschiff mitten im Meer. Dort entdeckt er eine Flaschenpost, in der ein Rätsel steckt. Wenn er es löst, wird er das Geheimnis unseres Planeten lüften. Eine aufregende Schnitzeljagd um die Erde beginnt! Tobi klettert auf den Krater eines feuerspeienden Vulkans, taucht mit Seedrachen im Pazifik, erkundet mit Klimaforschern die einsamsten Gegenden der Arktis und landet ausgerechnet in der trockensten Zeit des Jahres in Indien. In Mumbai wird er zum Bollywoodstar, ehe der Monsun die Megametropole verwandelt. Schließlich checkt Tobi, dass er des Rätsels Lösung während seiner ganzen Reise vor Augen hatte. Der KiKA-Held vieler Kinder erobert mit „Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten“ endlich die große Leinwand.

„Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten“ ist ein stark bebilderter Wissensfilm für Kinder im Vor- und Grundschulalter, in der der beliebte Fernsehmoderator eine Sensibilität für die Natur und ihre Geheimnisse schafft. Die Produktionsbedingungen führen den noblen Umweltschutzansatz allerdings ad absurdum und auch die gescripteten Elemente werden zumindest das erwachsene Publikum irritieren.


BELLEVILLE COP | Regie: Rachid Bouchareb | FR 2018

Baaba Keita (Omar Sy) ist Polizist im multikulturellen Pariser Stadtteil Belleville. Er ist noch nie aus seinem Viertel rausgekommen – ihm gefällt das Leben dort. Seine Freundin Lin (Diem Nguyen) allerdings hat darauf keine Lust mehr. Sie will hinaus in die Welt, auch wegen Baabas dominanter Mutter Zohra (Biyouna), die sich ständig in alles einmischt. Eines Abends wird Roland (Franck Gastambide) vor den Augen seines Jugendfreundes Baaba erschossen. Um den Mördern auf die Spur zu kommen, übernimmt Baaba Rolands Job – und zwar in Miami, am französischen Konsulat. Doch ständig kommt der französische Bulle mit dem amerikanischen Gesetz in Konflikt, ständig muss sein neuer Partner Ricardo (Luis Guzmán) ihn bei den Cop-Kollegen raushauen. Das macht eine Freundschaft zwischen den beiden vorerst schwierig. Aber mit „Miami Vice“ als Vorbild und einem gigantischen Kokain-Deal direkt vor der Nase raufen sich die beiden zusammen:

Diese turbulente Action-Komödie ist weit davon entfernt, ein wirklich guter Film zu sein. Jedoch ist sie zumindest kurzweilig und macht dank der Hauptdarsteller richtig Spaß. Das ist schon mal mehr, als von vielen, deutlich anspruchsvoller konstruierten Leinwandwerken behauptet werden kann. Als unverfängliches Date-Movie oder einfach mal zum gepflegten Hirnabschalten ist „Belleville Cop“ prima geeignet.


THE MULE | Regie:  Clint Eastwood | USA 2018

Earl Stone ist ein Mann in seinen Achtzigern, der – hoch verschuldet und allein – vor der Zwangsvollstreckung seines Unternehmens steht. Da erhält er ein verlockendes Jobangebot: Er soll lediglich Auto fahren – und sagt zu! Doch ohne es zu wissen, hat Earl mit dieser Entscheidung als Drogenkurier für ein mexikanisches Kartell angeheuert. Er macht seinen Job gut – sogar so gut, dass seine Fracht immer wertvoller wird und er einem Aufpasser des Kartells zugeteilt wird. Aber der ist nicht der Einzige, der Earl beobachtet: Der mysteriöse neue Drogenkurier ist ebenfalls auf dem Radar des knallharten DEA-Agenten Colin Bates aufgetaucht. Doch auch wenn seine Geldprobleme nunmehr der Vergangenheit angehören, belasten Earl die Fehler seiner Vergangenheit zunehmend – und es ist ungewiss, ob er noch Zeit hat, das Geschehene wiedergutzumachen, oder ob das Gesetz – oder das Kartell – ihn vorher erwischen wird. 

Formal gesehen ist „The Mule“ ein unterhaltsames Roadmovie mit Thrillereinschlag, das vor allem dank Clint Eastwood brilliert. Doch immer wieder lotet der Regisseur und Schauspieler die Grenzen des guten Geschmacks aus, was irritiert. Auch wenn er das vermutlich genauso wenig böse meint, wie seine hier dargestellte Figur das N-Wort.


GREEN BOOK – EINE BESONDERE FREUNDSCHAFT | Regie: Peter Farrelly | USA 2018

1962 in den Vereinigten Staaten: Der Italo-Amerikaner Frank Anthony „Tony Lip“ Vallelonga ist ein draufgängerischer, seine Ehefrau über alles liebender Türsteher, der richtig austeilen kann, wenn es darauf ankommt. Da sich „sein“ Club für mehrere Monate im Umbau befindet, braucht Tony dringend einen Zwischenjob. Als ihn der in New York angesehene, wortwörtlich über der Carnegie Hall lebende Musiker Dr. Don Shirley anheuern möchte, ihn während einer Tournee durch den für Schwarze durchaus gefährlichen Süden der USA zu fahren, lehnt Tony zunächst ab. Ihm ist das erste Gehaltsangebot zu niedrig, zudem will er nicht den Diener für einen Schwarzen geben. Letztlich werden sich Shirley und Tony doch noch einig, allerdings ist die Stimmung zwischen dem einfach gestrickten, etwas rüpelhaften Tony und dem belesenen, eleganten Shirley vorerst eisig…

Tief durchatmen: Mahershala Ali glänzt in „Green Book“ und wann immer sich die beiden Hauptfiguren in im Film freundschaftlich necken, funktioniert diese Dramödie. Sobald sie jedoch versucht, Rassismus zu thematisieren, geht sie häufig grobschlächtig, naiv oder gar (unwillentlich?) passiv-aggressiv vor. Selbst, wenn man sagen will „Im Zweifel für den Angeklagten“, so müssen wir diesen Angeklagten schuldig sprechen, dass er zwar gut gemeint, aber zum Haare Raufen gemacht ist.


AB HEUTE SIND WIR EHRLICH | Regie:  Ficarra, Picone | IT 2017

Die Kleinstadt Pietrammare in Sizilien leidet unter der Misswirtschaft des langjährigen korrupten Bürgermeisters Gaetano Patanè (Tony Sperandeo), der alle Tricks kennt und politische Gegner rechtzeitig auszuschalten versteht. Die Opfer sind die Bürger. Bei den anstehenden Wahlen traut sich einzig der integre, aber unerfahrene Lehrer Pierpaolo Natoli (Vincezo Amato) als Außenseiter gegen ihn anzutreten. Patanè ist siegessicher, doch das Wunder geschieht: Die Einwohner haben die Nase voll vom Sumpf der Korruption und wählen den unerfahrenen Natoli zum neuen Bürgermeister. Der hält sein Wahlversprechen und regiert die Stadt ab sofort kompromisslos nach den Prinzipien von Ordnung, Ehrlichkeit und Gesetzestreue. Das hatte natürlich niemand erwartet. Schon bald ebbt die Begeisterung der Wähler ab und die ersten Bürger fordern die Rückkehr zum alten, bequemeren System…


Heimkinotipp: SEARCHING | Regie: Aneesh Shaganty | USA 2018

Nachdem die 16-jährige Tochter von David Kim spurlos verschwindet, wird eine örtliche Untersuchung eingeleitet und Kriminalkommissarin Rosemary Vick dem Fall zugeteilt. Als es 37 Stunden später immer noch kein Lebenszeichen von Margot gibt, beschließt David, am einzigen Ort zu suchen, an dem bisher noch keiner nachgesehen hat – dort, wo heutzutage alle Geheimnisse aufbewahrt werden: Er durchsucht den Laptop seiner Tochter und klickt sich einmal durch die gesamten sozialen Netzwerke, die Margot vor ihrem Verschwinden aufgesucht hat. Dabei lernt er nicht bloß den Freundeskreis seiner Tochter kennen, sondern auch, dass er Margot weitaus weniger gut kannte, als er immer angenommen hat. Wird er seine Tochter rechtzeitig und vor allem lebend wiedersehen? 

Auch wenn das visuelle Konzept einer sich ausschließlich auf Computer- und Fernsehscreens abspielenden Suche nach einem vermissten Mädchen in „Searching“ klar im Vordergrund steht, ist der Film obendrein auch noch ein richtig spannender und abwechslungsreicher Thriller mit angenehm unverbrauchten Gesichtern.

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