Schlagwort-Archiv: Simon Verhoeven

2016 – Die Plätze 40 bis 31

Es ist vorbei! Zwölf Monate voller verschiedener Filme – satte 250 an der Zahl! Die ärgerlichsten, nervigsten und anstrengendsten Vertreter habe ich bereits in meinen Flops abgefrühstückt. Doch ich kann den Jahreswechsel nicht guten Gewissens antreten, ehe nicht auch all jene Filme ausführlich gewürdigt wurden, die mir in diesem Jahr ganz besonders am Herzen lagen. Entsprechend folgen an dieser Stelle und in den kommenden Tagen meine 40 (okay: 41) Lieblingsfilme des Jahres 2016. Und weil das in den letzten Jahren schon immer schon so gut geklappt hat, weise ich nun noch einmal auf Folgendes hin: Hierbei handelt es sich nicht um die aus objektiver Sicht besten Filme des Jahres, sondern ausschließlich um meine ganz persönlichen, vollkommen subjektiv ausgewählten Lieblingsfilme! Doch genug der Theorie! Hier kommen also meine ersten zehn Lieblingsfilme aus insgesamt 250 gesichteten Produktionen, die zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember hierzulande in Deutschland erschienen sind. Viel Spaß!

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Zehn Filme, die 2016 verdammt gruselig waren

Heute ist Halloween! Der Tag, an dem gruselige Killerclowns ganz offiziell vor die Tür dürfen. Während das deutsche Fernsehen wieder Altbekanntes auspackt und in den Kinos leider nicht mehr zu sehen ist, als der neueste Rob-Zombie-Film, habe ich mir mal einen Überblick über das Genrekino der vergangenen Monate verschafft und festgestellt, dass sich daraus ganz hervorragend ein Ranking basteln lässt. Im Folgenden stelle ich Euch die zehn besten Horrorfilme 2016 vor. Wen es darüber hinaus interessiert, welche zeitlosen Schockerklassiker zu meinen liebsten gehören, der wirft doch gern einen Blick auf die dazugehörige Hitliste.

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Das startet am 3. November 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 3. November 2016, der ein weiteres Mal mit einer nahezu unübersichtlich hohen Anzahl an Kinostarts aufwartet. Wirklich relevant dürften davon nur drei sein. Der mit Sicherheit besten Neustart dürfte ziemlich deutlich der Komödie „Willkommen bei den Hartmanns“ gelingen. Besetzung, aktuelle Thematik und des Deutschen liebstes Genre (und natürlich der Elyas-M’Barek-Fanclub!) stellen die Weichen klar auf Erfolgskurs. Für die Kleineren gibt es je nach Alter zwei relevante neue Kinofilme. Für die ganz Kleinen dürfte es gerade im Angesicht der nahenden Weihnachtszeit in das neue „Pettersson und Findus“-Abenteuer gehen, auch wenn dieses echt nicht gut geworden ist. Für alle, die schon ein paar Jahre älter sind aber trotzdem noch nicht in der Pubertät stecken, dürfte der „Violetta“-Film „Tini“ Pflichtprogramm sein.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

WILLKOMMEN BEI DEN HARTMANNS | Regie: Simon Verhoeven | DE 2016

Willkommen bei den Hartmanns

Alles beginnt, als Angelika Hartmann, frisch pensionierte Lehrerin und Mutter einer von Alltagsproblemen geplagten gutbürgerlichen Familie, eines Tages beschließt, einen Flüchtling aufzunehmen. Angelika ist einsam, seit die Kinder aus dem Haus sind. Ihr Mann, Chefarzt einer Klinik, versucht mit allen Mitteln, den Alterungsprozess aufzuhalten. Sohn Philip driftet in Businesswelten zwischen Shanghai und München, dabei bleibt die Beziehung zu seinem Sohn Basti etwas auf der Strecke, Tochter Sophie weiß mit 31 immer noch nicht, was sie will. Der ganz normale Familienwahnsinn also, in den der Nigerianer Diallo gerät – und auf seine charmantnaive Art das Leben der Hartmanns ziemlich durcheinanderwirbelt. Ein turbulenter Zustandsbericht aus einem fast normalen Land, in dem alle etwas verwirrt sind…
4 von 5

„Willkommen bei den Hartmanns“ will keine Lösungen bieten, sondern uns für zwei Stunden daran erinnern, dass wir uns eine ohnehin verwirrende Zeit nicht noch verwirrender machen müssen. Dabei besticht die sämtliche Facetten des Flüchtlingsthemas anreißende Satire mit teils ziemlich gewagtem Humor, einem herrlich aufgelegten Ensemble und einem melancholischen roten Faden, der die bisweilen ein wenig zu überhastete Handlung gut erden kann.


TINI: VIOLETTAS ZUKUNFT | Regie: Juan Pablo Buscarini | ESP/IT/ARG 2016

Tini - Violettas Zukunft

Nach einer erfolgreichen, aber kräftezehrenden Welttournee kehrt Violetta als neuer Star am Musikhimmel nach Hause zurück. Doch anstatt endlich Zeit mit Freunden und Familie verbringen zu können, stehen gleich die nächsten Termine an. Als dann auch noch die Beziehung zwischen ihr und ihrer großen Liebe León in der Krise steckt, flieht Violetta verzweifelt aus Argentinien. Sie folgt der Einladung einer alten Freundin ihres Vaters und begibt sich auf die Suche zu sich selbst. In Italien erlebt Violetta einen traumhaften Sommer voller Kreativität, Musik – und Liebe? Oder warum will ihr der geheimnisvolle Caio einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen? Fernab ihrer Heimat – als ihre Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart aufeinandertreffen – findet sie endlich heraus, wer sie wirklich ist. 4 von 5

„Tini: Violettas Zukunft“ ist zwar cheesy ohne Ende. Und doch können wir es uns angesichts dieser harmlos-charmanten Umsetzung irgendwie sehr gut erklären, weshalb das dazugehörige Fernsehformat über Jahre hinweg so ein Renner bei den Kiddies war.


DIESES SOMMERGEFÜHL | Regie: Mikaël Hers | FR/DE 2015

Dieses Sommergefühl

Sasha (Stéphanie Déhel) und Lawrence (Anders Danielsen Lee) sind ein junges, verliebtes Paar im urbanen Berlin. Sie planen eine gemeinsame Zukunft, sind erfolgreich im Job und haben viele Freunde. Eines Tages geschieht jedoch etwas Unvorhergesehenes, als Sasha auf offener Straße einfach umkippt – und wenig später tot ist. Durch diesen plötzlichen Schicksalsschlag findet dieses Glück ein jähes Ende. Wie soll, wie kann das Leben für Lawrence, Sashas Schwester Zoé (Judith Chemla) und ihre Familie jetzt weitergehen? Jeder von ihnen trauert anders. Den einen verschlägt es in die Ferne, der andere klammert sich verbissen an all das fest, was er in den letzten Jahren mit Sasha geteilt hat. Darüber drohen Familien und Freundschaften zu zerbrechen, aber auch neue Chancen im Leben aufzutun.4 von 5

Ein Kaleidoskop der Traurigkeit – Regisseur Mikaël Hers gelingt mit dem stillen Drama „Dieses Sommergefühl“ ein absolut unprätentiöses, intimes Porträt zweier Menschen, die über viele Jahre hinweg den Verlust einer nahestehenden Person verarbeiten müssen. Das wirkt bisweilen so echt, dass es beim Zusehen schmerzt!


EINE GESCHICHTE VON LIEBE UND FINSTERNIS |  Regie: Natalie Portman | ISR/USA 2015
Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

Amos Oz, sein intellektuellen Vater Arieh, und seine verträumte, fantasievollen Mutter Fania sind eine der vielen jüdischen Familien, die sich in den 1930er- und 1940er-Jahren vor der Verfolgung nach Palästina flüchten. Arieh hegt eine vorsichtige Hoffnung für die Zukunft. Doch Fania hat hohe Erwartungen an das gelobte Land. Auf den Schrecken des Krieges und die Flucht folgt jedoch die Ernüchterung des Alltags, und diese legt sich schwer auf Fanias Gemüt. Um sich selbst und ihren 10-jährigen Sohn Amos aufzuheitern, erfindet sie Geschichten von Abenteuern und Reisen durch die Wüste. Amos hört gebannt zu, wenn sie ihm vorliest; so dass es sein Schreiben später immer prägen wird. Als die Unabhängigkeit Israels nicht die erhoffte Wiederbelebung ihrer Lebensgeister mit sich bringt, verliert sich Fania in Einsamkeit und Depression. 3 von 5

Erst auf der Zielgeraden von „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ erkennt man, dass die zuvor so überdominante Düsternis ihren Sinn hat. Bis dahin übertreibt es Regiedebütantin Natalie Portman allerdings stark mit ihrer Schwermut. Ihr Film legt sich wie Blei auf das Gemüt der Zuschauer.


PETTERSSON & FINDUS – DAS SCHÖNSTE WEIHNACHTEN… |  Regie: Ali Samadi Ahadi | DE 2016
Pettersson und Findus - Das schönste Weihnachten überhaupt

Pettersson und Findus sind zwei Tage vor Weihnachten auf ihrem kleinen Hof komplett eingeschneit. Nichts ist mehr zu essen im Haus und der Weihnachtsbaum, den sie im Wald schlagen wollten, fehlt auch noch. Der kleine Kater hat Angst, dass sie das Fest nun gar nicht feiern können. „Weihnachten fällt nicht aus“, verspricht ihm der alte Mann, ganz im Gegenteil „es wird das schönste Weihnachten überhaupt“. Als sie jedoch am nächsten Tag endlich bei besserem Wetter mit ihrem Schlitten in den Wald ziehen können, um den Baum zu schlagen, verletzt sich Pettersson so unglücklich am Fuß, dass er sich nur noch humpelnd unter Schmerzen bewegen kann. Sie kehren ohne Baum zurück und der Einkauf der noch fehlenden Leckereien für Weihnachten muss nun auch ausfallen. Wirklich?
2 von 5

Auch wenn „Pettersson und Findus – Das schönste Weihnachten überhaupt“ ganz klar für die jüngsten Zuschauer konzipiert wurde, mag angesichts der unausgegorenen Dramaturgie, der mangelnden Überraschung und der mehr albernen denn amüsanten Attitüde des Films zu keinem Zeitpunkt wirkliche Weihnachtsstimmung aufkommen.


MORRIS AUS AMERIKA | Regie: Chad Hartigan | DE/USA 2016

Morris aus Amerika

Morris  ist ein übergewichtiger, dunkelhäutiger, amerikanischer Junge. Jedes dieser Merkmale führt dazu, dass er auffällt in Heidelberg. Dort lebt er mit seinem Vater Curtis, der im Trainerteam des hiesigen Profi-Fußball-Clubs arbeitet. Morris’ Mutter ist vor nicht allzu langer Zeit gestorben. Er und Curtis sind eher wie Freunde, als dass sie eine typische Vater-Sohn-Beziehung hätten. Besonders ihre gemeinsame Liebe zu Hip-Hop schweißt sie zusammen. Morris´ einzige Kontakte in Heidelberg sind sein Vater und Inka, seine private Deutschlehrerin. Sie will, dass Morris mehr Kontakt zu anderen Jugendlichen hat und rät ihm, regelmäßig in ein Jugendzentrum zu gehen. Dort trifft er Katrin – und verliebt sich sofort in sie. Katrin ist rebellisch und kann es kaum erwarten, endlich dem kleinbürgerlichen Heidelberg zu entkommen.


DIE ÖKONOMIE DER LIEBE |  Regie: Joachim Lafosse | FR/BE 2016

Die Ökonomie der Liebe

Marie ist genervt, als sie nach Hause kommt: Sie war einkaufen, hat die Zwillinge abgeholt, muss nun das Essen kochen und mit den Kindern die Hausaufgaben machen. Und plötzlich steht auch noch Boris vor ihr. An einem Mittwochnachmittag! Dabei hatten sie ausgemacht, dass er mittwochs erst ab 20 Uhr nach Hause kommt. Nach 15 Jahren Ehe haben Marie und Boris beschlossen, sich scheiden zu lassen. Da Boris nicht über die finanziellen Mittel verfügt, um sich eine eigene Wohnung leisten zu können, müssen sie vorerst weiterhin im gemeinsamen Haus wohnen. Für Marie ist klar, dass ihr das Haus gehört, Boris hingegen begründet seine Ansprüche damit, dass er das komplette Haus über Jahre renoviert hat. In ihrer Wut und Verzweiflung sind sie unfähig, einen Kompromiss zu finden.


DIE TÄNZERIN |  Regie: Stéphanie Di Giusto | FR/UK 2016
Die Tänzerin

Niemand hätte ahnen können, dass Loïe Fuller, die Tochter eines Rodeoreiters irgendwo aus dem amerikanischen Westen, zum Star der Belle Epoque in Europa werden würde. Unter Metern von Seide, die Arme verlängert durch Holzstäbe, erfand sie ihren Körper auf der Bühne jeden Abend neu und verzauberte das Publikum mit ihrem revolutionären Tanzstil. Mit ihrem magischen Serpentinentanz aus Stoff und Licht wird sie zum neuen Stern am Pariser Nachthimmel und im Folies Bergère gefeiert, wie keine zweite Künstlerin ihrer Zeit. Ihr schonungsloser Köpereinsatz und das blendende Licht der Bühne schwächen sie zunehmend, doch vom Perfektionismus getrieben, gibt Loïe nicht auf. Unterstützung findet sie in ihren Bewunderern. Der melancholische Adlige Louis Dorsay wird zu ihrem  Bewunderer und Seelenverwandten.


DIE GESCHWISTER | Regie: Jan Krüger | DE 2016
Die Geschwister

THE WOUNDED ANGEL | Regie: Emir Baigazin | DE/FR/KAZ 2016
The Wounded Angel

Mitte der Neunzigerjahre in einem gottverlassenen kasachischen Dorf. Vier Heranwachsende suchen ihren Platz im Leben: Zharas leidet darunter, dass sein Vater, der im Gefängnis war, keinen Job findet. Um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen, verdingt sich der Junge in einer Getreidehandlung. Balapan singt glockenklar das „Ave Maria“, wird aber von seinen Mitschülern provoziert, anstelle seiner Stimme lieber die Fäuste zu gebrauchen. Zhaba stromert durch die Ruinen des Dorfes und spürt Metallabfälle auf, die er verkaufen kann. Dabei trifft er auf drei heruntergekommene Gleichaltrige, die aus dem nahen Heim entflohen sind und in einem stillgelegten Stollen hausen. Aslan bereitet sich auf ein Medizinstudium vor. Doch nachdem er seine Freundin zur Abtreibung gedrängt hat, geht eine Wesensveränderung in ihm vor.


Heimkinotipp: MÄNGELEXEMPLAR | Regie: Laura Lackmann | DE 2016

Mängelexemplar

Karo (Claudia Eisinger) hat kein Problem. Karo ist das Problem: Für ihre Chefin, ihren Freund und für einen Baumarktmitarbeiter, der Karo nach einem sonderbaren Wutausbruch in Gewahrsam nehmen muss. Und es stimmt, mit Karo stimmt was nicht. Sie ist ungeduldig, viel zu emotional und hat sich selbst nicht unter Kontrolle. Als Karo deswegen ihren Job verliert und selbst ihre beste Freundin nichts mehr von ihr wissen will, wird ihr klar, dass sich etwas ändern muss. Voller Übereifer stürzt sie sich in eine Therapie, will die Superpatientin sein und macht gerade deshalb alles falsch. Als daraufhin ihr Freund mit ihr Schluss macht wird es ernst. Von Panikattacken in die Depression getrieben muss sie feststellen, dass es nicht leicht ist, ein Problem zu lösen, wenn man es selber ist.
4 von 5

„Mängelexemplar“ ist ein unglaublich spannendes, wenngleich nicht einfach so zu konsumierendes Filmerlebnis, das Depressionen so einfängt, wie sie sind: unbequem. Kleiner Tipp: Wer der Meinung ist, Depressive seien doch „einfach nur traurig“, sollte sein Geld vielleicht lieber in einen anderen Film investieren.

Willkommen bei den Hartmanns

Das Thema Flüchtlingskrise bestimmt nicht nur das aktuelle Nachrichtengeschehen, sondern immer öfter auch diverse Ergüsse der Popkultur. Mit WILLKOMMEN BEI DEN HARTMANNS wagt sich „Männerherzen“-Regisseur Simon Verhoeven an den schwierigen Spagat aus emotionaler Komödie und herzhafter Satire – und gewinnt auf ganzer Linie. Mehr dazu in meiner Kritik.
Willkommen bei den Hartmanns

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Das startet am 23. Juni 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 23. Juni, an dem Qualität vor Quantität rangiert. Unter den großen Starts sorgen „Ein ganzes halbes Jahr“ und „Bastille Day“ für die wohl meiste Aufmerksamkeit und beide Filme legen ordentlich vor, indem sie Bekanntes fein variieren, oder sich gar gekonnt an einer ernsten Message versuchen, die sie ansprechend für die Zielgruppe aufbereiten können. Am meisten gefällt allerdings der neueste Streich von Nicolas Winding Refn – „The Neon Demon“ ist ein Film, den man 2016 unbedingt gesehen haben muss, um mitreden zu können.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THE NEON DEMON | Regie: Nicolas Winding Refn | FR/USA/DK 2016

The Neon Demon

Los Angeles. Es ist die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten, eine Glamourwelt und Schauplatz zahlloser Träume, aber auch ihrer Abgründe. Als das junge aufstrebende Model Jesse (Elle Fanning) nach hierher kommt, um ihrer Karriere endlich den notwendigen Anstoß zu verpassen, kann sie nicht ahnen, dass ihre Jugend und Lebendigkeit schon bald den Neid einer Gruppe schönheitsfanatischer Frauen auf sich ziehen wird. Sie alle leben die Schönheit. Doch wer zu alt ist, ist schon bald nicht mehr gefragt. Als unverbrauchte Schönheit wird Jesse schon bald der neue Star am Modehimmel, erhält die lukrativsten Jobs, wickelt Fotografen um den Finger und baut sich so nach und nach eine immer größer werdende Gruppe von Feindinnen auf. Und die scheuen keinerlei Mittel, um das zu bekommen, was Jesse hat…
4 von 5

Nicolas Winding Refn erfindet den Begriff „Schönheit“ neu und liefert mit „The Neon Demon“ eine gnadenlose unterhaltsame, für Gelegenheitskinogänger jedoch nicht zwingend zugängliche Satire auf das Leben der Reichen und vor allem Schönen ab, deren diabolisches Grinsen noch lange nach dem Verlassen des Kinosaals nachwirkt. Einer der besten Filme des Jahres!


EIN GANZES HALBES JAHR | Regie: Thea Sharrock | USA 2016

Ein ganzes halbes Jahr

Louisa „Lou“ Clark (Emilia Clarke) wohnt auf dem Lande in einem malerischen englischen Städtchen. Ohne sich je ein konkretes Lebensziel vorzunehmen, hangelt sich die spleenige, kreative 26-Jährige von einem Job zum nächsten, um ihre unverdrossen fest zusammenhaltende Familie über die Runden zu bringen. Ihr sprichwörtlicher Optimismus wird jedoch mit ihrem neuesten Broterwerb erstmals auf eine harte Probe gestellt: Im „Schloss“ des kleinen Ortes wird sie die Pflegerin des wohlhabenden jungen Bankers Will Traynor (Sam Claflin), der seit einem Unfall vor zwei Jahren an den Rollstuhl gefesselt ist – von einem Augenblick zum anderen hat sich sein Leben dramatisch verändert. Seine große Abenteuerlust gehört der Vergangenheit an. Übrig bleibt ein Zyniker, der seine jetzige Existenz als sinnlos empfindet. Doch Lou nimmt sich vor, Will zu beweisen, dass das Leben sich weiterhin lohnt… 4 von 5

„Ein ganzes halbes Jahr“ ist eine moderne Liebesgeschichte, die sich sowohl für Selbstbestimmung, als auch für die Überwindung naturgegebener Hindernisse ausspricht. Inszenatorisch ist Thea Sharrock dabei wenig mutig. Doch ihre tollen Hauptdarsteller und der überraschend hohe Anteil an Humor lassen darüber ohne viel Aufwand hinwegsehen.


BASTILLE DAY  |  Regie: James Watkins  |  UK/FR/USA 2016

Bastille Day

Der US-Amerikaner Michael Mason (Richard Madden), der mithilfe gerissener Taschendiebstähle seinen Lebensunterhalt bestreitet, gerät nach einem Anschlag in Paris ins Visier der Geheimdienste. Das Problem: Er ist unschuldig, obwohl alle Zeichen gegen ihn sprechen. Der CIA-Agent Sean Briar (Idris Elba) wird auf ihn angesetzt, um ihn in die USA zu überführen. Aber Mason ist nicht nur unschuldig, er ist auch der Einzige, der die Spur zu den Attentätern zurückverfolgen kann. Gemeinsam decken Briar und Mason eine Verschwörung auf, deren Netz bis in die obersten Reihen des französischen Staatsapparates reicht. Und sie haben nur 24 Stunden, um den nächsten Anschlag zu verhindern. Ein nervenaufreibender Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem es um mehr geht, als das eigene Überleben… 4 von 5

„Bastille Day“ ist ein feiner Actionthriller, dessen leider ohne Innovation auskommende Story durch eine zielstrebige Geradlinigkeit besticht. Idris Elba unterstreicht seinen Status als Bond-Anwärter und auch technisch pendelt sich die erst dritte Regiearbeit von James Watkins schon nach wenigen Minuten auf höchstem Niveau ein.


KILL BILLY |  Regie: Gunnar Vikene |  NOR 2014

Kill Billy

Seit mehr als 40 Jahren schuftet Harold Lunde (Bjørn Sundquist) gemeinsam mit seiner Frau Marny (Grethe Selius) in seinem Möbelgeschäft „Lunde Furniture“. Doch damit ist es schlagartig vorbei. IKEA eröffnet eine große Filiale direkt nebenan und zerstört dadurch sein Lebenswerk. Harold und Marny verlieren nicht nur ihr Geschäft, sondern auch ihr Haus an die Bank. In seiner Wut und Verzweiflung denkt Harold nur an eins: Rache. Er besorgt sich eine Pistole und startet seinen alten Saab. Er hat nur ein Ziel: Den IKEA- Gründer Ingvar Kamprad (Bjørn Granath) zu entführen! Entgegen aller Erwartungen gelingt der Plan – doch die Aktion nimmt schon bald eine unerwartet tragisch-komische Wendung.
2 von 5

„Kill Billy“ ist der Versuch einer plumpen Kapitalismuskritik, die weder besonders komisch, noch besonders tragisch geraten ist. Denn das ganz große Problem dieses wenig subtilen IKEA-Imagefilms ist in erster Linie, dass im Laufe der 80 Minuten Laufzeit nichts, aber auch rein gar nichts passiert.


CAFÉ BELGICA | Regie: Felix van Groeningen | BEL/FR 2016
Café Belgica

„Café Belgica“ ist die Geschichte von Jo und Frank, zwei ziemlich unterschiedlichen Brüdern, die sich aus den Augen verloren haben. Doch das soll sich schlagartig ändern, als Frank seinem kleinen Bruder anbietet, ihm an den Wochenenden hinter dem Tresen seiner Bar auszuhelfen. Hierdurch finden die beiden wieder zusammen. Und plötzlich gibt es kein Halten mehr: Das heruntergekommene „Café Belgica“ wird zum Anlaufpunkt für das nächtliche Partyvolk. Willkommen sind alle, die wissen, was Spaß macht. Schon bald gleicht dieses Idyll einer Arche Noah für die Feierwütigen, wo der Schweiß von der Decke tropft und der Rock’n’Roll aus jeder Pore trieft. Für eine Weile ist das Leben der Brüder ein einziger Trip, doch dann holt die Realität sie ein, denn auf die Dauer kann eine derartige Laissez-Faire-Mentalität einfach nicht gut gehen…


GOD OF HAPPINESS  |  Regie: Dito Tsintsadze |  DE/FR/GEO 2015

God of Happiness

Giorgi, georgischer Auswanderer und Möchtegernschauspieler wurschtelt sich seit einigen Jahren erfolglos durchs Leben. Zusammen mit dem Afrikaner Ngudu bewohnt er eine verfallene Baracke in einem Industriegebiet am Rande Stuttgarts. Sein festgefahrenes Leben wird mit einem Mal durcheinander gewirbelt als seine Tochter Tina, die er seit der Scheidung von seiner Frau nicht mehr gesehen hat, ihren Besuch ankündigt. Nun steht Giorgi vor einem Problem: Seit zehn Jahren spielt er seiner Tochter aus der Ferne das Leben eines erfolgreichen Künstlers vor. Diese Illusion gerät jetzt in Gefahr. Doch Ngudu entpuppt sich als geschickter Organisator und liefert Giorgi eine passende Villa, samt dickem Schlitten. Um die Illusion perfekt zu machen, bittet Giorgi die abgehalfterte Varieté Künstlerin Mia seine Frau zu mimen.


SOLNESS  |  Regie: Michael Klette | DE 2015

Solness

Solness führt noch immer eines der angesehensten Architekturbüros, aber kreativ ist er schon lange nicht mehr. Er schart begabte junge Menschen um sich, lässt sie für sich arbeiten. Er beutet sie aus, tritt mit ihnen in den Wettbewerb. Er weiß, er wird es nicht ewig durchhalten; die Jungen werden ihn irgendwann besiegen, demütigen, triumphieren.Sein Privatleben liegt auf Eis. Seit dem Tod seiner beiden Kinder hat sich seine Frau Aline emotional immer weiter von ihm entfernt. Die Ehe steht vor dem Scheitern. Im Moment der Krise bricht die 22jährige Architekturstudentin Hilde Wangel in sein Leben. Golden glänzt ihr Haar im Gegenlicht der Sonne, eine mädchenhafte Erscheinung, unschuldig wie ein Botticelli-Engel. Hilde, der Solness zehn Jahre zuvor ein Königreich und ein Schloss versprochen haben soll, fordert die Einlösung dieses Versprechens.


TREPPE AUFWÄRTS  |  Regie: Mia Maariel Meyer | DE 2015

Treppe aufwärts

Adam ist ein Zocker. Seine Zeit verbringt er in kleinen Spielhöllen und Automatencasinos. Allerdings ist er kein gewöhnlicher Spieler. Er manipuliert Automaten hinsichtlich ihrer Gewinnausschüttung und tilgt somit den Schuldenberg, den sein einst spielsüchtiger Vater angehäuft hat. Sein mittlerweile an Demenz erkrankter Vater Woyzeck fristet derweil ein eingesperrtes Dasein in ihrem kleinen, verkommenen Familienhaus am Rande der Plattenbauten.

Ein letztes Wohlstandssymbol, das Adam händeringend versucht zu erhalten. Während seiner Streifzüge hat sich Adam der ukrainischen Thekenwirtin Dosie (Dorota) angenähert. Auch wenn er sich ihr nicht öffnen kann, zieht es ihn immer wieder zu ihr und er erlebt ein kleines bisschen Hoffnung in einem von Monotonie geprägten Alltag. Doch dieses Glück währt nicht lange.


ATHOS – IM JENSEITS DIESER WELT  |  Regie: Peter Bardehle, Andreas Martin | DE 2015

Athos

Die Halbinsel Athos in Griechenland ist eines der letzten Geheimnisse Europas: Dort leben über 2000 Mönche abgeschieden von der Außenwelt. Der Zugang ist Frauen untersagt, Touristen sind nicht erwünscht. Nur Arbeiter und Pilger erhalten ein Visum. Die Mönchsrepublik lockt Menschen an, denen im modernen Leben etwas fehlt. Mit Hilfe dreier Athos-Mönche entstand mit „Athos – Im Jenseits dieser Welt“ ein noch nie erzähltes Filmtagebuch. Leitmotiv ist der Weg, den wir Menschen finden und gehen müssen – jeder für sich. „Erst müssen wir unsere eigenen Seelen heilen, dann können wir anderen helfen“, ist eine der Kernbotschaften von Vater Galaktion, einem Einsiedler am Heiligen Berg. Doch nicht alle Mönche leben wie Vater Galaktion, zurückgezogen und demütig, woraus der eine oder andere Konflikt entsteht.


Heimkinotipp: UNFRIEND | Regie: Simon Verhoeven | DE 2016

Unfriend

Die beliebte Studentin Laura (Alycia Debnam-Carey) führt ein zufriedenes College-Leben. Sie hat einen liebevollen Freund, ihre Clique hält fest zusammen und ihre Noten sind nicht die schlechtesten. Eines Tages nimmt sie unbedarft die Facebook-Freundschaftsanfrage ihrer geheimnisvollen Kommilitonin Marina (Liesl Ahlers) an. Das dunkelhaarige Mädchen, das sich stets in die hinterste Ecke des Hörsaals verzieht, gibt sich fortan ganz der Obsession hin, in Laura eine beste Freundin gefunden zu haben, muss jedoch enttäuscht feststellen, dass ihre Gefühle nicht erwidert werden. Zum Entsetzen aller begeht sie Selbstmord und hält diese schreckliche Tat mit ihrer Webcam fest. Während sich Laura und ihre Freunde langsam von diesem Schrecken erholen, entwickelt das Facebook-Profil von Marina ein merkwürdiges Eigenleben. 4 von 5

„Unfriend“ ist ein feiner Horrorfilm, der ein Thema beleuchtet, das uns alle angeht. Die unendlichen Weiten des Internets könnten gruseliger nicht sein – vermutlich hätte sich das kultige Brunnenmädchen Samara heute genau so ihren Weg in unser Leben gebahnt. Absolut sehenswert!

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