Schlagwort-Archiv: Anthony Russo

Zehn Filme, die mir das 2. Quartal 2018 versüßt haben

Zum Ende eines jeden Monats veröffentliche ich in den sozialen Netzwerken meine fünf ganz persönlichen Lieblingsfilme sowie meine Flops der vergangenen Wochen. Um diese Filme in Zukunft ein wenig mehr zu würdigen, oder zu erklären, weshalb mir Film XY eben so gar nicht gefallen hat, präsentiere ich in meiner ZEHN FILME-Rubrik nun nochmal meine zehn Lieblings- und Hassfilme des vergangenen Quartals inklusive Trailer, in der Hoffnung, Ahnungslosen einen kleine Orientierung zu geben, was man im Kino auf keinen Fall verpassen sollte und was man getrost links liegen lassen darf. Gern seid Ihr unterhalb des Postings dazu aufgefordert, Eure Lieblings- und Hassfilme der vergangenen drei Monate zu veröffentlichen. Viel Spaß!

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Avengers: Infinity War

Es ist das Superheldenspektakel des Jahres: In AVENGERS: INFINITY WAR kämpfen (fast) alle Helden aus zehn Jahren Marvel Cinematic Universe gemeinsam gegen einen schier unbezwingbaren Gegner. Und während sich die Heroen der größten Gefahr stellen, erlebt der Zuschauer den Spaß seines Lebens! Mehr dazu verrate ich in meiner Kritik – natürlich ohne spaßverderbende Spoiler!

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Das startet am 26. April 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 26. April, an dem alles im Zeichen der „Avengers“ steht. „Infinity War“ wurde der deutschen Presse leider noch nicht gezeigt. Mehr zum Film gibt es am kommenden Mittwoch an dieser Stelle. Wer eine Alternative zum Superheldengetöse sucht, findet sie in Lynne Ramseys Drama „A Beautiful Day“. Für die kleinen gibt’s derweil den neuen Aardman-Animationsfilm, der hinter den letzten leider um Einiges zurückhängt.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

AVENGERS: INFINITY WAR | Regie: Anthony Russo, Joe Russo | USA 2018

In den vergangenen zehn Jahren haben es die Helden aus dem Marvel Cinematic Universe mit allerlei Gefahren aufgenommen. Dabei ist ihnen entgangen, dass sich in den Untiefen des Universums ein gigantischer Gegner formiert hat, der bereit ist, alles Leben auf der Welt für immer zu zerstören. Thanos heißt er und setzt auf der Jagd nach den sechs Infinity-Steinen zu einem irren Zerstörungsfeldzug in Richtung Erde an. Die Steine würden ihm Allmacht verleihen – eine Gefahr, der sich die Avengers natürlich stellen müssen. Doch diesmal sind sie nicht alleine: Nicht nur die Guardians of the Galaxy und die Einwohner von Wakanda schließen sich ihnen an, auch Helden, die bislang alleine kämpften, formieren sich um Tony Starck, Captain America und Co., um in ihrer bislang tödlichsten Mission die Menschheit vor ihrem Untergang zu bewahren… 

„Avengers: Infinity War“ ist ein sehr starkes Best-Of aus zehn Jahren Marvel Cinematic Universe, das die Storyline konsequent vorantreibt und gewaltige Action mit sensiblen Charaktermomenten und dem typischen Marvel-Humor kombiniert.


A BEAUTIFUL DAY  | Regie:  Lynne Ramsey | UK/FR/USA 2017

Joe (Joaquin Phoenix), Ex-Militär und Ex-FBI, ist der Mann, den man bei Kidnapping ruft. Die Vergangenheit hat bei ihm physische und psychische Narben hinterlassen, er ist vom Leben gezeichnet – seine bösen Erfahrungen kann er allerdings bestens für die Rettung minderjähriger Entführungsopfer einsetzen. Joe bekommt von einem verzweifelten New Yorker Senator den Auftrag, seine halbwüchsige Tochter Nina zu befreien, die in einem Bordell festgehalten wird. Im Lauf dieser Mission jedoch gerät Joe unerwartet in ein politisches Komplott, in dem Skrupel nicht auf der Tagesordnung stehen. Auf einem Terrain, das er nicht kennt, zwischen Gegnern, die ihm an Macht weit überlegen sind, muss Joe nun um sein Leben kämpfen – und auch Nina will er nicht zurücklassen. 

Lynne Ramsey inszeniert in „A Beautiful Day“ einen typischen Actionfilm-Plot als melancholisches Sinnsuche-Drama, in dem Joaquin Phoenix als Profikiller wider Willen brilliert, der seinen Gegnern ganz ohne Blutbad, dafür umso effizienter die Lichter ausknipst.


EARLY MAN – STEINZEIT BEREIT  | Regie: Nick Park | USA/UK/FR 2018

Angesiedelt in der Vorzeit, als urzeitliche Kreaturen und wollige Mammuts die Erde bevölkerten: Höhlenmensch Dug ist überzeugt davon, dass sein Stamm mehr kann als nur Kaninchen zu jagen. Wenn überhaupt. Doch Clanführer Bobnar rät ihm von solchen Höhenflügen ab. Als Steinzeitmenschen sollten sie einfach zufrieden in ihrem Tal leben und weiter Kaninchen jagen. Wenn überhaupt. Doch als eines Tages die Bronzemenschen und mit ihnen der heimtückische und arrogante Anführers Lord Nooth das idyllische Tal des Stammes für sich beanspruchen wollen, wird Dug klar, dass es nun Zeit zu handeln ist! Zusammen mit seinem besten Freund, dem prähistorischen Wildschwein Hognob, macht er sich auf seine Heimat zu retten. Und findet dabei heraus, dass seine Vorfahren früher sehr wohl ein großes Talent besaßen…  

„Early Man – Steinzeit bereit“ liefert tricktechnisch ebenjenen Standard, den man von den Filmen aus dem Animationshause Aardman gewohnt ist. Inhaltlich war das britische Animationshaus aber schon mal besser aufgelegt.


DJAM  | Regie: Tony Gatlif | FR/GRC/TR 2017

Die junge Griechin Djam (Daphne Patakia) wird von ihrem Onkel Kakourgos (Simon Abkarian), einem ehemaligen Seemann und passionierten Rembetiko-Fan, in die türkische Metropole Istanbul geschickt, um ein rares Ersatzteil für ein Boot zu besorgen. Dort trifft sie auf die 19-jährige Französin Avril (Maryne Cayon), die als Freiwillige in die Türkei kam, um dort in der Flüchtlingshilfe zu arbeiten – doch ohne Geld und Kontakte ist die junge Frau verloren in der großen fremden Stadt. Die freche und freiheitsliebende, aber auch ebenso großherzige wie unberechenbare Djam nimmt Avril unter ihre Fittiche…

… und dies ist der Beginn einer Reise voller Hoffnung, wundervoller Begegnungen, großartiger Musik und der Freude am Teilen, die die beiden Frauen für immer verbinden wird.


MADAME AURORA UND DER DUFT VON FRÜHLING | Regie: Blandine Lenoir | FR 2017

Die lebensfrohe Aurora (Agnès Jaoui) hat zwei Töchter, ist geschieden und steht mitten im Leben. Doch plötzlich wird ihre Welt durcheinandergewirbelt: Aurora erfährt, dass sie Großmutter wird, fliegt aus ihren Job und muss zu allem Überfluss feststellen, dass das Älterwerden doch nicht so einfach ist und spurlos an ihr vorbeigeht, wie gedacht. Von Beratungsterminen beim Jobcenter, verrücktspielenden Hormonen, Konflikten mit ihren Töchtern, unangenehmen Treffen mit ihrer Schwägerin und misslungenen Dates, wird Aurora mit den Herausforderungen des Lebens konfrontiert. Als Aurora dann ihrer Jugendliebe Christophe (Thibault de Montalembert) wiederbegegnet, wird aber alles noch einmal ganz anders. Mit Hilfe ihrer besten Freundin Mano und ihren beiden Töchtern erlebt Aurora mehr und mehr, dass man etwas loslassen muss, um neu beginnen zu können.


GRAIN – WEIZEN | Regie: Semih Kaplanoğlu | TR/DE/FR/SWE/QAT 2017

Mit überwältigenden Bilder und seiner mythisch-philosophischen Geschichte entführt „Grain – Weizen“ in eine Zukunft, die so fern doch gar nicht mehr scheint. Ein abrupter Klimawandel hat das Leben auf der Erde nahezu unmöglich gemacht; Konzerne kontrollieren das Leben. Menschen leben in Ruinenstädten oder als Flüchtlinge in ländlichen Gebieten, die durch unsichtbare Elektrobarrieren von den Städten getrennt sind.

Der Wissenschaftler Erol Erin (Jean-Marc Barr) begibt sich auf die Suche nach dem berühmten Genetiker Cemin Akman (Ermin Bravo), der eine Lösung für die fortwährenden Missernten besitzen könnte, die die Menschheit in dieses Chaos gestürzt hat. Doch Akman wird in der verbotenen Zone vermutet und so entwickelt sich Erins Suche zu einem offenbarungsreichen Road-Trip mit einem ungewöhnlichen Begleiter.


MAYBE, BABY!  | Regie: Julia Becker | DE 2017

Stilldemenz, Dammriss und drückende Brüste – Marie ist 34 und kann die ewig gleichen Gespräche übers Kinderkriegen ihrer Freundinnen echt nicht mehr hören. Obendrein ist ihr Freund Sascha auch noch ganz heiß drauf, endlich Kinder mit ihr in die Welt zu setzen. Also werden die fruchtbaren Tage fleißig genutzt, um nochmal nackt zusammenzukommen. Aber will sie das wirklich? Also das ganze große Alles? Oder doch lieber frei und unabhängig sein? Und warum muss die verdammte biologische Uhr eigentlich so laut ticken? Als die Fragen in ihrem Kopf zu laut werden, flieht Marie mit Toyboy Lukas auf eine Tiroler Berghütte. Superwilder Sex und das ganz ohne Verpflichtungen, yeah! Auf dem Gipfel der Lust angekommen, muss Marie jedoch feststellen, dass auch Sascha sich dort ein paar vergnügliche Stunden mit seiner Affäre Birgit gönnt, die wiederum deutlich älter ist als er…


ELDORADO | Regie: Markus Imhoof | CH/DE 2018

„Das Einzige, was uns am Ende bleibt, sind Erinnerungen, die auf Liebe basieren.“ Es ist eine solche Erinnerung, die den preisgekrönten Regisseur Markus Imhoof sein Leben lang begleitet hat: Es ist Winter, die Schweiz ist das neutrale Land inmitten des Zweiten Weltkriegs und Markus Imhoofs Mutter wählt am Güterbahnhof ein italienisches Flüchtlingskind aus, um es aufzupäppeln. Das Mädchen heißt Giovanna – und verändert den Blick, mit dem der kleine Markus die Welt sieht. 70 Jahre später kommen wieder Fremde nach Europa. Markus Imhoof hat Giovanna nie vergessen, hat ihre Spuren verfolgt und in ihrem Land gelebt. Nun geht er an Bord eines Schiffes der italienischen Marine, es ist die Operation „Mare Nostrum“, in deren Verlauf mehr als 100.000 Menschen aus dem Mittelmeer gezogen werden. Mit den Augen des Kindes, das er damals war, spürt er den Fragen nach, die ihn seit jeher umtreiben.


 Heimkinotipp: DIE UNSICHTBAREN – WIR WOLLEN LEBEN  | Regie: Claus Räfle | DE 2017

Berlin, 1943. Die nationalsozialistische Regierung hat die Reichshauptstadt offiziell für „judenrein“ erklärt. Doch einigen Juden gelingt tatsächlich das Undenkbare. Sie werden unsichtbar für die Behörden. Oft ist es pures Glück und ihre jugendliche Unbekümmertheit, die sie vor dem gefürchteten Zugriff der Gestapo bewahrt. Nur wenige Vertraute wissen von ihrer wahren Identität. Da ist Cioma Schönhaus, der heimlich Pässe fälscht und so das Leben dutzender anderer Verfolgter zu retten versucht. Die junge Hanny Lévy blondiert sich die Haare, um als scheinbare Arierin unerkannt über den Ku’damm spazieren zu können. Eugen Friede verteilt nachts im Widerstand Flugblätter. Tagsüber versteckt er sich in der Uniform der Hitlerjugend und im Schoße einer deutschen Familie. Und schließlich ist da noch Ruth Gumpel, die als Kriegswitwe getarnt, NS-Offizieren Delikatessen serviert. 

Ohne falsche Sentimentalität bringt „Die Unsichtbaren – Wir wollen leben“ dem Zuschauer ein bislang weitgehend unterbelichtetes Kapitel der Nazizeit näher. Eine hochelegant inszenierte Symbiose aus Dokumentation und Spielfilmdrama, die gleichermaßen beeindruckt wie erschüttert.

2016 – Die Plätze 30 bis 21

Herzlich willkommen, du – lieber Leser – der vielleicht erst jetzt zu meinem kleinen Jahresrückblick vorbeischaut. Oder aber du, der sich nach den Plätzen 40 bis 31 fragt, wie es in den ganz subjektiven Charts meiner Lieblingsfilme 2016 weitergeht. Zur kurzen Erinnerung: Wie auch schon 2015 habe ich mich aufgrund der schieren Masse an starken Kinofilmen erneut für 40 anstatt für nur 30 Tops entschieden. Wer gerne wissen möchte, was die Frau mit dem skurrilen Filmgeschmack in den vergangenen zwölf Monaten so gar nicht mochte, den verweise ich indes auf meine Filmflops.

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Das startet am 28. April 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 28. April. Ab diesem Donnerstag duellieren sich endlich Marvels Superhelden in „The First Avenger: Civil War“ – es ist wahrscheinlich, dass das auch die meisten Kinogänger interessieren wird. Und das, obwohl vielleicht im Saal nebenan der bessere Film läuft, denn trotz des enormen Unterhaltungswert des Comicblockbusters ist man dieser Tage mit dem Schachthriller „Bauernopfer“ am besten bedient. Für die jüngeren Zuschauer gibt’s das neueste und vielleicht letzte Abenteuer von Rico und Oscar in den Kinos zu sehen. Und für melancholische Leichtigkeit sorgen Tom Tykwer und Tom Hanks in „Ein Hologramm für den König“. Auf jeden Fall meiden, sollte man derweil die Spieleverfilmung „Ratchet & Clank“, zu der ich leider noch keine detaillierteren Auskünfte geben darf.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

BAUERNOPFER – SPIEL DER KÖNIGE | Regie: Edward Zwick | USA/CAN 2016

Bauernopfer - Spiel der Könige

1972 – Amerika verfällt dem Schachfieber als sein jüngster Schach-Großmeister der Geschichte, Bobby Fischer (Tobey Maguire), in einem spektakulären Spiel um die Weltmeisterschaft auf seinen russischen Rivalen Boris Spassky (Liev Schreiber) trifft. Die amerikanisch-russische Konfrontation auf dem Schachbrett mitten in den Wogen des Kalten Krieges löst einen wahren Medienzirkus aus und Fischer findet sich plötzlich als Spielball der Interessen zweier Weltmächte wieder, während er gleichzeitig mit seinen ganz eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Es geht nicht nur darum, wer das alles entscheidende Schachspiel bei der Weltmeisterschaft in Reykjavik gewinnt. Das Schachspiel übernimmt nach und nach die Kontrolle über Bobby, für den der Sport schon lange nicht mehr nur ein Sport ist. Boris Spassky geht es auf der Seite der Russen ganz genau so… 5 von 5

„Bauernopfer – Spiel der Könige“ ist ein herausragendes Biopic über eine der streitbarsten Sportlerpersönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte, deren Faszination in der Akribie von Steven Knight und Edward Zwick das perfekte Team gefunden hat, um jene angemessen auf der Leinwand zu würdigen.


THE FIRST AVENGER: CIVIL WAR | Regie: Anthony Russo, Joe Russo | USA 2016

The First Avenger: Civil War

Unter Führung von Captain Steve Rogers ist das neue Team der Avengers weiterhin für den Erhalt des Friedens im Einsatz, als sie in einen internationalen Vorfall verwickelt werden, der erhebliche Kollateralschäden verursacht. Schnell werden Forderungen nach einem neuen Führungsgremium laut, das entscheidet, wann die Dienste der Avengers wirklich benötigt werden. Der neue politische Druck und das daraus entstehende Kräfteringen treiben das Team langsam auseinander und spalten es in zwei Lager. Das eine wird angeführt von Steve Rogers und seinem Wunsch, die Freiheit der Avengers aufrechtzuerhalten. Das andere Lager folgt Tony Stark und seiner überraschenden Entscheidung, die Avengers unter staatliche Kontrolle und Verantwortung zu stellen.  4 von 5

Marvel weiß, wie anspruchsvolle Comicaction geht und beweist das mit „The First Avenger: Civil War“ einmal mehr. Im Detail finden sich Kleinigkeiten, die den Film davor bewahren, so etwas wie ein Quantensprung der kinematografischen Superheldenunterhaltung zu sein. Trotzdem bleibt am Ende eines stehen: So, und nicht anders, gehört ein derartiger Genrefilm inszeniert!


EIN HOLOGRAMM FÜR DEN KÖNIG | Regie: Tom Tykwer | UK/FR/DE/USA 2016

Ein Hologramm für den König

Alan Clay, Alter 54, Opfer der Bankenkrise, hat eine letzte Chance. Er soll innovative Hologramm-Kommunikationstechnologie an den Mann, besser gesagt den König bringen: König Abdullah von Saudi-Arabien lässt in der arabischen Wüste eine strahlende Wirtschaftsmetropole errichten. Doch der König kommt nicht. Nicht am ersten Tag, nicht am zweiten – und auch nicht in den Tagen danach. In diesen wird der junge Fahrer Yousef Alans Gefährte. Durch ihn erlebt er die Widersprüchlichkeiten eines Landes zwischen Aufbruch und Stillstand, zwischen Tradition und Moderne. Und er lernt die schöne Ärztin Zahra kennen. Anhand dieser Begegnungen und der neuen kulturellen Eindrücke entwickelt sich Alan Clay vom zielstrebigen und erfolgsgetriebenen Salesman zu einer Person, die sich selbst Perspektiven sucht und einen neuen Platz im Leben findet.  4 von 5

„Ein Hologramm für den König“ ist das ebenso zurückhaltende wie mitreißende Portrait eines Mannes, der erst weit von Zuhause weg muss, um ganz zu sich selbst zu finden. Dabei begeistert vor allem der respektvolle Umgang mit sämtlichen Figuren, das stete Wechselspiel zwischen tragischen und komischen Elementen sowie die Einzigartigkeit dieser berauschenden Kulisse.


RICO, OSKAR UND DER DIEBSTAHLSTEIN | Regie: Neele Leana Vollmer | DE 2016

Rico, Oskar und der Diebstahlstein

In der Dieffe 93 hat sich einiges getan: Ricos Mutter Tanja ist mittlerweile mit dem Bühl zusammen und Ricos bester Freund Oskar lebt mit seinem Vater Lars nun auch bei Rico im Haus. Also ist eigentlich alles gut und Ricos Laune ist prima. Doch dann stirbt völlig überraschend der knarzige Fitzke und vererbt Rico seine geliebte Stein-Sammlung. Während Oskar überzeugt ist, dass diese Sammlung absolut wertlos ist und eine echte Fitzke-Marotte war, glaubt Rico nun im Besitz eines wertvollen Schatzes zu sein, den er in Gedenken an Fitzke auch würdig bewahren möchte.  Als die beiden Jungs feststellen, dass Ricos Lieblingsstein, der Kalbstein, gestohlen wurde, ist ihr Detektiv-Spürsinn geweckt! Sie müssen die Diebe stellen und finden heraus, dass die auf dem Weg an die Ostsee sind.4 von 5

Wir wollen einfach nicht glauben, dass mit „Rico, Oskar und der Diebstahlstein“ tatsächlich Schluss sein soll! Erneut liefert Neele Leana Vollmer mit ihrem kurzweilig-geerdeten Kinderabenteuer ganz großes Familienkino ab.


RATCHET & CLANK  |  Regie: Kevin Munroe |  USA 2016

Ratchet & Clank

Der vorlaute, aber liebenswürdige Lombax Ratchet hat schon immer davon geträumt, zu den berühmten Galactic Rangers zu gehören. Als Anführer Qwark Aufnahmeprüfungen für sein Team abhält, sieht Ratchet seine große Chance gekommen – aber Qwark lässt ihn knallhart abblitzen: Ratchet hat seiner Meinung nach nicht das Zeug zum Helden. Unterdessen zerstört Bösewicht Drek am anderen Ende der Galaxie den Planeten Tenemule mit einem einzigen Strahlenstoß seines brandneuen Deplanitosators. In derselben Nacht wird Ratchet vom Lärm einer abstürzenden Rettungskapsel aus dem Schlaf gerissen: Im letzten Augenblick ist es dem etwas zu klein geratenen Roboter Clank gelungen, Dreks Schergen zu entkommen. Er berichtet Ratchet von Dreks Plan, die Galactic Rangers auszulöschen und das gesamte Sonnensystem zu vernichten. 1 von 5

„Ratchet & Clank“ hat nichts, außer zwei halbwegs sympathische Hauptfiguren, von denen der mit dem höheren Wiedererkennungswert – Clank nämlich – kaum etwas zu tun bekommt. Stattdessen rattert das dreidimensionale Weltraumspektakel einmal genau das herunter, was man von jeder standardisierten Geschichte eines solchen Schlages kennt.


ICH BIN TOT, MACHT WAS DRAUS! | Regie: Guillaume & Stéphane Malandrin | FR/BE 2014

Ich bin tot, macht was draus!

Die bärtigen Rocker der belgischen Band „Grand Ours“ sind bereits in die Jahre gekommen. Vier Freunde und Lebemänner, die leidenschaftlich zusammen musizieren und sich nun endlich auf ihre erste US-Tournee freuen dürfen, die den späten Durchbruch bedeuten könnte. Das Glück scheint aber nicht auf ihrer Seite zu sein: Einen Tag vor Abflug stirbt Jipé, der Sänger der Band. Der Rest der Truppe trauert und beschließt, frei nach dem Motto „Rock ’n’ Roll will never die“, die Tournee dennoch anzutreten – mit der Asche ihres Frontmannes im Gepäck. Jipés Ableben wird von seinen Freunden auf eine derbe und zugleich lebensbejahende Weise betrauert. Es kommt zu einer Reise, auf der die Freundschaften der Band-Mitglieder auf harte Proben gestellt werden und sie sich auf eine ganz neue Art und Weise kennenlernen.


LENAS KLASSE |  Regie: Ivan I. Twerdowskij |  RUS/DE 2014

Lenas Klasse

Lena ist 16, fast erwachsen, und kann nach Jahren des Heimunterrichts wieder eine Schule besuchen. Endlich kann sie aktiv ihr Wissen einbringen und eine von vielen in einer Klasse sein. Doch der Weg bis in ihre Sonderklasse ist voller Hindernisse, wenn man wie sie auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Wie kommt sie über die Bahnschienen, wo ist die Rampe in der Schule, schafft sie die vielen Stufen nach oben? Zum Glück gibt es ja Anton, ihren neuen Mitschüler, der sie jetzt morgens von zu Hause abholt, nach der Schule wieder zurück bringt und ihr den Einstieg sehr erleichtert. Lena passt sich nach und nach dem Schulleben und der Klasse für Jugendliche mit physischer oder geistiger Einschränkung an. Das Glück und die Verliebtheit aber, die sie bald mit Anton nach außen hin zeigt, gefällt nicht jedem – und bleibt nicht ohne Konsequenzen.


CHRIEG  |  Regie: Simon Jaquemet |  CH 2014

Chrieg

Die ganze Welt ist gegen Matteo (Benjamin Lutzke). Seine Versuche, sich den Respekt seines Vaters  zu verschaffen, schlagen fehl. Stattdessen lässt dieser ihn eines Nachts abführen und in ein Erziehungslager auf einer abgelegenen Alm bringen. Kaum angekommen, erwartet Matteo die nächste Überraschung: Hier sind die revoltierenden Jugendlichen Anton (Ste), Dion (Sascha Gisler) und Ali (Ella Rumpf) an der Macht. Nach einer tagelangen Initiation gelingt es Matteo in die Gang aufgenommen zu werden. Nachts fahren sie gemeinsam in die Stadt und unternehmen fiebrige Trips voller Aggression und Gewalt. Es ist ihr Krieg. Gegen die Erwachsenen.

Das Schweizer Filmdrama „Chrieg“ wurde 2014 unter anderem mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet und ist in diesem Jahr auch in ausgewählten deutschen Kinos zu sehen.


WER HAT ANGST VOR SIBYLLE BERG?  |  Regie: Wiltrud Baier, Sigrun Köhler|  DE 2016
Wer hat Angst vor Sibylle Berg?

Sibylle Berg provoziert, irgendwie. Ihre Lebensgeschichte vom DDR-Flüchtling zur Bestsellerautorin klingt fast so, als hätte sie sie selbst erfunden. Früher suchte Sibylle Berg das Glück, heute sucht sie ein Haus. Im Portrait der großen ironischen Dramatikerin erfahren wir, wie die männliche Form von „Schriftsteller“ lautet, warum diese auf Fotos meist ihren Kopf stützen, welche nützlichen Dinge (z.B. Eistauchen) man in der DDR lernen konnte, wie Pilze die Gehirne von Politikern steuern – und dass sich hinter jeder scheuen Schriftstellerin ein scheuer Mensch verbirgt. Seit dem Jahr 2000 arbeiten die Autorinnen und Regisseurinnen Sigrun Köhler und Wiltrud Baier als Böller und Brot zusammen an Dokumentarfilmen, Kurzfilmen, Videoinstallationen und Daumenkinos. „Wer hat Angst vor Sibylle Berg?“ ist ihre sechste abendfüllender Dokumentation.


EVA HESSE  | Regie: Marcie Begleiter |  USA/DE 2016

Eva Hesse

Der Film erzählt die Geschichte einer leidenschaftlichen, schönen und talentierten Frau – ein jüdisches Flüchtlingskind aus Hamburg, das sich an die Spitze der US-Kunstszene kämpfte und bis zu ihrem frühen Tod 1970 mit 34 Jahren die Kunstgeschichte verändert hat. Anlässlich der Ausstellung „Eva Hesse – One More than One“ in der 2013 entstand der Dokumentarfilm über Leben, Werk und Wirkung von Eva Hesse. Die Ausstellung bot einen passenden Rahmen, um erstmals viele ihrer komplexen Werke filmisch dokumentieren zu können. Eva Hesse ist eine Künstlerin, der auch in der Kunstwelt in Europa erst in den letzten Jahren größere Aufmerksamkeit und Begeisterung für ihr Werk zu Teil wurde. Der Dokumentarfilm „Eva Hesse“ ist eine außergewöhnliche Künstlerbiographie, eine wirkliche Entdeckung für  Kunstinteressierte.


Heimkinotipp: KRAMPUS | Regie: Michael Dougherty | USA 2015

Krampus

Weihnachten mit der Familie – für den kleinen Max ist das der pure Horror. Harmonie und Freude? Nicht bei seiner Verwandtschaft – die ewig grantige Tante Dorothy, die Mutter, die darüber die Geduld verliert, die fiesen Cousinen und ein Onkel, der alle Probleme mit der Schrotflinte lösen will – darüber kann man nur verzweifeln. In diesem Jahr stellt sich Max allen trotzig entgegen und verliert darüber seinen Glauben an Weihnachten. Unwissend, dass er damit den unbändigen Zorn des Krampus‘ heraufbeschwört. Er und seine düsteren Helfer kommen nicht, um zu geben, sondern um zu nehmen. Was für eine furchteinflößende Bescherung für Max und seine Familie! Statt um Geschenke und Gezänk geht es für sie plötzlich um viel mehr: ums Überleben!
3 von 5

„Krampus“ schreit in Thematik und Ausführung danach, einmal im Jahr am 23. Dezember bei viel Glückwein und im engsten Freundeskreis in ritueller Ausführung geschaut zu werden. Doch die Macher schöpfen das anarchische Potenzial der Vorlage nicht aus und inszenieren in den entscheidenden Momenten mit angezogener Handbremse. So taugt die Horrorkomödie lediglich als einmaliger Spaß. Solche Filme dürfen sich eben einfach zu keinem Zeitpunkt ernst nehmen…

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