Schlagwort-Archiv: Fatih Akin

Das startet am 10. Mai 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 10. Mai, der nach den starken letzten Wochen kein allzu großes Highlight zu bieten hat. In den Programmkinos dürfte Wes Andersons neuestes Werk „Isle of Dogs“ ziehen, in den Cineplex-Lichtspielhäusern dieses Landes könnte „Rampage“ dank Dwayne Johnson die Chance haben, oben mitzumischen. In Ermangelung an Genrekonkurrenz könnte sich außerdem – auch dank der starken Werbung durch Blumhouse – „Wahrheit oder Pflicht“ solide schlagen. Und dank des Themas hat vielleicht auch „I Feel Pretty“ eine Chance auf ein paar Zuschauer. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ISLE OF DOGS – ATARIS REISE | Regie: Wes Anderson | USA/DE 2018

Atari (im Original gesprochen von Koyu Rankin) ist der 12-jährige Pflegesohn des korrupten Bürgermeisters Kobayashi. Als die Hundepopulation explodiert und sich eine gefährliche Seuche ausbreitet, ergeht der Regierungserlass, alle Hunde der japanischen Stadt Megasaki City auf eine riesige Mülldeponie zu verbannen. Als Atari seinen Bodyguard-Hund Spots (Liev Schreiber) vermisst, macht er sich allein in einem Miniatur-Junior-Turboprop auf den Weg und fliegt nach Trash Island, in der Hoffnung, ihn dort wiederzufinden. Auf der Insel angekommen, freundet er sich mit einem Rudel Mischlingshunde an: Boss (Bill Murray), Chief (Bryan Cranston), Duke (Jeff Goldblum), King (Bob Balaban) und Rex (Edward Norton) wollen ihm helfen und gemeinsam brechen sie auf zu einer epischen Reise, die das Schicksal und die Zukunft der ganzen Präfektur entscheiden wird.

Wes Andersons „Isle of Dogs – Ataris Reise“ ist nicht bloß ein exzellent designter, sondern auch smarter Film. Doch mehr als Staunen lässt sich kaum, denn in den hervorragend animierten Figuren steckt wenig Leben. Am Ende hat man das Gefühl, eher einem Hörspiel gelauscht, als einem aufregenden Abenteuer zugesehen zu haben.


RAMPAGE – BIG MEETS BIGGER  | Regie:  Brad Peyton | USA 2018

Primatenforscher Davis Okoye verbindet eine unerschütterliche Freundschaft mit Albino-Silberrückengorilla George, den er als Baby mit der Hand großzog. Doch als ein illegales Genexperiment aus dem Ruder läuft, mutiert dieser sanftmütige Affe zu einem rasenden Monster. Bald stellt sich heraus, dass auch weitere Tiere auf diese Art manipuliert worden sind. Während diese neu geschaffenen Alpha-Raubtiere Nordamerika unsicher machen und alles vernichten, was sich ihnen in den Weg stellt, tut sich Okoye mit der in Ungnade gefallenen Genetikerin Kate Caldwell zusammen, um ein Gegenmittel zu entwickeln, wobei er auf einem sich ständig wandelnden Schlachtfeld einen schweren Stand hat. Denn es geht nicht nur darum, eine weltweite Katastrophe zu verhindern, sondern auch das fürchterliche Biest zu retten, das einst sein Freund war. 

„Rampage – Big Meets Bigger“ ist ein herrlich hohler No-Brainer mit zum Großteil sehr starken Effekten, der sich in der ersten Hälfte ein wenig zu ernst nimmt, in der zweiten dafür umso mehr aufdreht und Dwayne Johnson einmal mehr in seinem Element zeigt.


DER BUCHLADEN DER FLORENCE GREEN  | Regie: Isabel Coixet | ESP/UK/DE 2017

Florence Green hat früh ihren Mann verloren, doch ihre gemeinsame Liebe zu Büchern aller Art lässt sie nicht los. Sie investiert ihr gesamtes Vermögen in die Verwirklichung ihres Traums von einem eigenen Buchladen – ausgerechnet im verträumten englischen Hardborough, Ende der 50er Jahre, wo die Arbeiter dem Bücherlesen skeptisch gegenüberstehen und die Aristokratie energisch vorgibt, was Hochkultur ist und was nicht. Doch trotz der Widerstände hat sie Erfolg und rasch finden auch progressive, polarisierende Werke wie Nabokovs Lolita oder Bradburys Fahrenheit 451 bei den Dorfbewohnern Anklang. Vor allem der seit langem zurückgezogen lebende Mr. Brundish findet Gefallen am neuen Buchladen. Doch Florence Greens sanfte Kulturrevolution bleibt nicht unbemerkt: Die alteingesessene graue Eminenz Violet Gamart befürchtet einen Kontrollverlust in ihrem Heimatdorf und steht den radikalen Veränderungen mit Argwohn gegenüber. 

Die tragikomische Romanverfilmung „Der Buchladen der Florence Green“ ist ein oberflächlicher Film über oberflächliche Menschen, dem es nicht hilft, dass er immerhin ganz nett anzuschauen ist.


I FEEL PRETTY  | Regie: Abby Cohn, Mark Silverstein | CN/USA 2018

Renee (Amy Schumer) weiß sehr wohl wie es ist, gerade so knapper Durchschnitt in der Welt der Schönen zu sein. Doch ihr wenig überzeugendex Selbstbild ändert sich buchstäblich schlagartig mit einem ungebremsten Sturz vom Fitnessrad: plötzlich sieht sie sich wunderschön, auch wenn ihre Umgebung das nicht genauso erkennt und der Kopf dazu noch ganz schön brummt. Auf einmal steht sie zu ihren Kurven und ist völlig mit sich im Reinen Mit ganz neuem Selbstvertrauen klettert sie unerwartet auf der Karriereleiter einer Kosmetikfirma nach oben und gewinnt endlich den Respekt der von ihr so bewunderten Chefin Avery LeClaire (Michelle Williams). Auch in der Liebe läuft es plötzlich wie am Schnürchen. Doch was passiert, wenn sich die anfängliche Wirkung verflüchtigt und die Realität wieder einsetzt?

„I Feel Pretty“ soll vor allem Frauen darin bekräftigen, sich schön zu fühlen, so wie man ist. Doch die Macher denken diesen lobenswerten Ansatz nicht zu Ende. Das oberflächliche Skript und eine weit unter ihren Möglichkeiten aufspielende Amy Schumer lassen die angestrebte „Love Yourself!“-Message im Nichts verpuffen.


LILIANE SUSEWIND – EIN TIERISCHES ABENTEUER | Regie: Joachim Masannek | DE 2018

Liliane Susewind, genannt Lilli, hat eine außergewöhnliche Fähigkeit: Sie kann mit Tieren sprechen! Diese besondere Gabe hat Lilli bis jetzt allerdings immer nur in Schwierigkeiten gebracht. Als ein Stadtfest wegen ihrer Fähigkeiten komplett im Chaos versinkt, muss sie mit ihren Eltern Regina und Ferdinand und ihrem Hund Bonsai umziehen. In der neuen Stadt schwört Lilli, ihr Geheimnis für sich zu behalten. Doch dann macht ein gemeiner Tierdieb den städtischen Zoo, in dem Zoodirektorin „Oberst Essig“ mit dem gutmütigen Tierpfleger Toni arbeitet, unsicher – und Tonis berechnende Freundin, die aufgetakelte Vanessa, spielt ein falsches Spiel. Nur Lilli kann – unterstützt vom Nachbarsjungen Jess – helfen, Babyelefant Ronni und die anderen Tiere zu retten. Das Abenteuer kann beginnen!

Die „Liliane Susewind“-Reihe erzählt eigentlich Geschichten über den respektvollen Umgang zwischen Mensch und Tier. In der tricktechnisch missratenen Verfilmung gibt es außer albernen Slapstick und nervtötenden Figuren nichts, was auch nur ansatzweise an die ehrenwerte Essenz der Vorlage erinnert.


WAHRHEIT ODER PFLICHT | Regie: Jeff Wadlow | USA 2018

Die kalifornische College-Studentin Olivia lässt sich nur ungern von ihrer besten Freundin Markie überzeugen, den letzten Spring Break vor ihrem Abschluss in Mexiko zu verbringen. Dort angekommen, sind ihre Bedenken aber schnell vergessen und sie feiert ausgelassen und feuchtfröhlich mit ihrer Freundin Markie. Während einer Partynacht lernt sie den charmanten Carter kennen, der die Gruppe zu einer geheimnisvollen Höhle führt und sie überredet, das Partyspiel „Wahrheit oder Pflicht“ zu spielen. Die erst lustige Stimmung schlägt schnell um, als Carter anfängt, von einem Fluch zu erzählen. Zurück in Kalifornien hat Olivia den Vorfall schon fast vergessen, als sie unheimliche Botschaften erreichen, die sie auffordern, zwischen Wahrheit oder Pflicht zu wählen.  Anfangs hofft sie noch, dass sie sich alles nur einbildet, doch dann erkennt sie, dass sie die Regeln befolgen muss, um zu überleben…


 WAS WERDEN DIE LEUTE SAGEN?  | Regie: Iram Haq | NOR/DE/SWE 2017

Die fünfzehnjährige Nisha (Maria Mozhdah) lebt ein geheimes Doppelleben, von dem ihre Eltern nichts mitbekommen dürfen. Zuhause gehorcht sie strikt den Traditionen und Werten ihrer pakistanischen Familie. Draußen mit ihren Freunden verhält sie sich wie ein ganz normaler norwegischer Teenager und kann die daheim vorherrschenden Zwänge für eine Weile vergessen. Doch als ihr Vater sie mit ihrem Freund erwischt, kollidieren ihre beiden Welten brutal. Nisha wird von ihren Eltern gekidnappt und nach Pakistan gebracht. Sie hat Angst und fühlt sich allein in der Fremde. Aber Stück für Stück entdeckt sie das Land und die Kultur ihrer Familie. ‚Was werden die Leute sagen‘ ist ein emotionaler Film über Liebe und Courage und darüber, seinen eigenen Weg zu finden. Und es ist eine komplexe Geschichte über die Liebe zwischen Eltern und Kindern und wie schwer es manchmal ist, beide Seiten zu verstehen.


 AUF DER JAGD – WEM GEHÖRT DIE NATUR? | Regie: Alice Agneskirchner | DE/CAN 2018

„Auf der Jagd – Wem gehört die Natur?“ ist wie ein spannender Waldspaziergang, bei dem man unverhofft einer Seite unserer Natur begegnet, die einem sonst verborgen bliebe. Zugleich ist der Film eine Liebeserklärung an unseren Wald und die Natur, die uns mit eindrucksvollen Landschafts- und Tieraufnahmen daran erinnert, welche Verantwortung wir unserer Umwelt und damit letztlich auch uns selbst gegenüber tragen. Denn eines ist klar: Unser menschliches Dasein hat das Leben auf der Erde vor allem in den letzten 200 Jahren unumkehrbar verändert. Natur und Wald können ohne uns überleben – wir aber nicht ohne sie.

Regisseurin Alice Agneskirchner versucht in ihrem Dokumentarfilm eine Antwort auf die Frage zu finden, wie Mensch, Tier und Natur friedlich und im Einklang miteinander leben können.


SYSTEM ERROR | Regie: Florian Opitz | DE 2018

Es ist verrückt: Wir sehen die schwindenden Regenwälder und Gletscher, wissen um die Endlichkeit der Natur und sind dennoch wie besessen vom Wirtschaftswachstum. Warum treiben wir das Wachstum immer weiter, obwohl wir wissen, dass man auf unserem endlichen Planeten nicht unendlich wachsen kann?

„System Error“ sucht Antworten auf diesen großen Widerspruch unserer Zeit und macht begreifbar, warum trotzdem alles so weiter geht wie gehabt. Der Film zeigt die Welt aus der Perspektive von Menschen, die von den Möglichkeiten des Kapitalismus fasziniert sind. Ob europäische Finanzstrategen, amerikanische Hedgefondsmanager oder brasilianische Fleischproduzenten: Eine Welt ohne eine expandierende Wirtschaft können, dürfen oder wollen sie sich gar nicht erst vorstellen.


 Heimkinotipp: AUS DEM NICHTS  | Regie: Fatih Akin | DE/FR 2017

Aus dem Nichts zerbricht Katjas Leben: Ihr Mann Nuri und ihr Sohn Rocco sterben bei einem Bombenanschlag in der Hamburger City. Die Polizei geht davon aus, dass Nuri die Schatten seiner Vergangenheit als Drogendealer eingeholt haben. Je weniger Vertrauen Katja in die gezielt gegen ihre Familie arbeitenden Ermittler hat, umso mehr zerbricht sie am Leid und Kummer. Als auch Drogen der jungen Frau nicht mehr dabei helfen können, den Schmerz zu betäuben, begeht sie einen Suizidversuch – und rettet sich gerade noch rechtzeitig, um von ihrem Anwalt Danilo Fava zu erfahren, dass die Beamten zwei Verdächtige geschnappt haben. Bei André und Edda Möller handelt es sich um ein Neo-Nazi-Paar. Der Prozess ist trotz erdrückender Beweislage ein zermürbendes Ereignis – und in Katja schwillt der Gedanke an Gerechtigkeit. 

Fatih Akin gelingt mit „Aus dem Nichts“ ein famoses Schlachtengemälde über Schmerz, Wut, Trauer und den bedingungslosen Willen, um das zu kämpfen, was einen am Leben hält – und wenn es das Verlangen nach Vergeltung ist.

2017 – Die Plätze 20 bis 11

Vor einigen Tagen eröffnete ich an dieser Stelle meine Jahrescharts 2017. Was sich auf den Plätzen 40 bis 31 sowie 30 bis 21 findet, könnt ihr in den jeweiligen Blog-Beiträgen nachlesen. Um Euch nicht weiter auf die Folter zu spannen, geht es nun mit den nächsten zehn Platzierungen weiter. Vorab jedoch ein bisschen Statistik: Ich habe vom 01. Januar bis zum 31. 12. 2017 exakt 269 Kinovorstellungen besucht. 23 mal besuchte ich reguläre Vorführungen, 246 mal waren diese ausschließlich für die Presse. Dabei habe ich insgesamt 249 unterschiedliche Filme gesehen. 58 Filme habe ich im Kino verpasst und mussten von mir auf DVD oder via Pressestream/-screener nachgeholt werden. Hinzu kommen 11 Filme, die direkt im Heimkino erschienen sind und keine reguläre Kinoauswertung erhalten haben. Für meine Top 40 zur Auswahl standen insgesamt also 318 verschiedene Kinofilme.

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Zehn Filme, die mir das 4. Quartal 2017 versüßt haben

Zum Ende eines jeden Monats veröffentliche ich in den sozialen Netzwerken meine fünf ganz persönlichen Lieblingsfilme sowie meine Flops der vergangenen Wochen. Um diese Filme in Zukunft ein wenig mehr zu würdigen, oder zu erklären, weshalb mir Film XY eben so gar nicht gefallen hat, präsentiere ich in meiner ZEHN FILME-Rubrik nun nochmal meine zehn Lieblings- und Hassfilme des vergangenen Quartals inklusive Trailer, in der Hoffnung, Ahnungslosen einen kleine Orientierung zu geben, was man im Kino auf keinen Fall verpassen sollte und was man getrost links liegen lassen darf. Gern seid Ihr unterhalb des Postings dazu aufgefordert, Eure Lieblings- und Hassfilme der vergangenen drei Monaten zu veröffentlichen. Viel Spaß!

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Das startet am 23. November 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 23. November, der mit zwei der stärksten Filme des gesamten Kinojahrs aufwartet. Da wäre zunächst einmal die überragende Familienfilmfortsetzung „Paddington 2“ und auf der anderen Seite der deutsche Oscar-Beitrag „Aus dem Nichts“ von fatih Akin. Doch auch abseits dieser beiden Highlights gibt es mit „Battle of the Sexes“ und „Detroit“ weiteres Awardmaterial zu sehen, genauso wie eine Filminstallation, die bereits seit zwei Jahren durch diverse deutsche Museen tourt. Mit Ausnahme von „Paddington 2“ dürften es – insbesondere aufgrund der aktuell sehr starken Konkurrenz der letzten Startwochen – die anderen Filmbeiträge schwer haben, zu punkten. Doch es gab lange keine bessere Zeit, um einfach mal auf gut Glück ins Kino zu sehen.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

PADDINGTON 2  | Regie: Paul King | UK/FR 2017

Der liebenswerte Bär Paddington mit Schlapphut und Dufflecoat hat nicht nur bei Familie Brown ein Zuhause gefunden, er ist auch in der Nachbarschaft ein geschätztes Mitglied: Höflich, zuvorkommend und immer fröhlich – außerdem lieben alle seine Marmeladenbrote, ohne die er nie das Haus verlässt. Als der 100. Geburtstag von Tante Lucy ansteht, sucht Paddington nach einem geeigneten Geschenk. Fündig wird er im Antiquitäten-Laden des liebenswerten Mr. Gruber, das allerlei Schätze birgt: Ein einzigartiges Pop-up-Bilderbuch hat es Paddington angetan. Allerdings muss der kleine, tollpatschige Bär dafür ein paar Nebenjobs antreten – das Chaos ist vorprogrammiert. Und dann wird das Buch auch noch gestohlen! Paddington und die Browns folgen den Spuren des Diebs, der ein Meister der Verkleidung zu sein scheint… 

Paul King gelingt erneut ein Film, der dem Zuschauer von der ersten bis zur letzten Sekunde ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Und um sich im Hinblick auf unser Urteil zu Teil eins noch einmal zu steigern, genügt nur eine Erkenntnis: „Paddington 2“ ist in jeder Hinsicht makellos!


AUS DEM NICHTS  | Regie: Fatih Akin | DE/FR 2017

Aus dem Nichts zerbricht Katjas Leben: Ihr Mann Nuri und ihr Sohn Rocco sterben bei einem Bombenanschlag in der Hamburger City. Die Polizei geht davon aus, dass Nuri die Schatten seiner Vergangenheit als Drogendealer eingeholt haben. Je weniger Vertrauen Katja in die gezielt gegen ihre Familie arbeitenden Ermittler hat, umso mehr zerbricht sie am Leid und Kummer. Als auch Drogen der jungen Frau nicht mehr dabei helfen können, den Schmerz zu betäuben, begeht sie einen Suizidversuch – und rettet sich gerade noch rechtzeitig, um von ihrem Anwalt Danilo Fava zu erfahren, dass die Beamten zwei Verdächtige geschnappt haben. Bei André und Edda Möller handelt es sich um ein Neo-Nazi-Paar. Der Prozess ist trotz erdrückender Beweislage ein zermürbendes Ereignis – und in Katja schwillt der Gedanke an Gerechtigkeit. 

Fatih Akin gelingt mit „Aus dem Nichts“ ein famoses Schlachtengemälde über Schmerz, Wut, Trauer und den bedingungslosen Willen, um das zu kämpfen, was einen am Leben hält – und wenn es das Verlangen nach Vergeltung ist.


MANIFESTO  | Regie: Julian Rosefeldt | DE 2015

Von der Nachrichtensprecherin über die Trauerrednerin bis hin zum Obdachlosen, von der Pop-Art bis hin zu Dogma 95, von Film bis Surrealismus: In „Manifesto“ ist die zweifache Oscar-Gewinnerin Cate Blanchett gleich in dreizehn unvergesslichen Episoden zu sehen, die allesamt Manifeste verschiedener Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts behandeln. Der renommierte Film- und Videokünstlers Julian Rosefeldt verwebt in diesem zeitgemäßen Weckruf, mit dem er bereits vor zwei Jahren als Kunstinstallation durch deutschlandweite Museen reiste, geschickt die leidenschaftlichsten Statements der Kunstgeschichte und bettet sie in unterschiedliche Alltagssituation einen – vom melancholischen Selbstgespräch bis hin zum Tischgebet. 

Wer nicht die Gelegenheit hatte, „Manifesto“ als Kunstinstallation zu erleben, für den liefert Julian Rosefeldt nun die Leinwandversion einer faszinierenden Ansammlung von Monologen mit einer noch faszinierenderen Hauptdarstellerin.


BATTLE OF THE SEXES  | Regie: Jonathan Dayton, Valerie Faris | UK/USA 2017

Die USA 1973: in einer aufgewühlten Zeit, in der durch die Frauenbewegung und die sexuelle Revolution das traditionelle Geschlechterverhältnis in Frage gestellt wird, entwickelt sich der Schaukampf zwischen der weltweiten Nr. 1 des Damentennis, Billie Jean King, und dem Ex-Tennischampion und notorischen Zocker Bobby Riggs zum meist gesehenen Sportevent der Fernsehgeschichte – zum „Battle of the Sexes“, bei dem weltweit 90 Millionen Zuschauer mitfieberten. Doch während sich die beiden Rivalen inmitten der medialen Hysterie auf das Match vorbereiten, müssen sie weit komplexere Kämpfe mit sich selbst ausfechten. King streitet nicht nur für Gleichberechtigung, sondern muss sich über ihre eigene Sexualität klar werden. Und Briggs, einer der ersten Selfmade-Promis des Medienzeitalters, kämpft mit dem Dämon der Spielsucht. 

„Battle of the Sexes“ fängt das Flair der Siebzigerjahre hervorragend ein und gibt einen ebenso unterhaltsamen wie persönlichen Blick auf eines der spektakulärsten Tennismatches aller Zeiten – und ein Erfolgserlebnis für gelebte Gleichberechtigung.


DETROIT  | Regie: Katheryn Bigelow | USA 2017

Der Sommer 1967 ist ein ausschlaggebender Moment in der modernen amerikanischen Geschichte, als das Land von wachsenden politischen und sozialen Unruhen heimgesucht wird. Die Eskalation des Vietnamkriegs sowie jahrzehntelange Ungleichheit und Unterdrückung fordern ihren Tribut. Die Unzufriedenheit und kochende Wut finden schließlich ihren Höhepunkt in den Großstädten, wo die afroamerikanische Gemeinschaft seit jeher mit systematischer Diskriminierung sowie hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen hat. Als zwei Tage nach Beginn der Rebellionen auf der Anlage eines Motels Pistolenschüsse gemeldet werden, rückt die Polizei mit einem Großaufgebot an. Statt sachlich zu ermitteln, kommt es zu einer von Vorurteilen und Gewalt geprägten Razzia. Die anwesenden Motelgäste müssen sich einem gefährlichen Verhör unterziehen, bis alles eskaliert. 

„Detroit“ ist ein erschütterndes Dokument sinnlosen Rassenhasses und veranschaulicht die Ereignisse einer Nacht im sozialpolitisch äußerst angespannten Detroit Ende der Sechzigerjahre. Eine Tour de Force für Zuschauer und Darsteller, die sich die Seele aus dem Leib spielen, um daran zu erinnern, dass es so etwas wie damals nie wieder geben darf.


LIEBE ZU BESUCH  | Regie: Hallie Meyers-Shyer | USA 2017

Die alleinerziehende Alice (Reese Witherspoon) hat sich nach der Trennung von ihrem Mann (Michael Sheen) zu einem Neuanfang entschlossen und ist mit ihren beiden Töchtern mitten in die US-Metropole Los Angeles gezogen, wo das Haus ihres verstorbenen Vaters steht. Während einer ausgelassenen Party zu ihrem 40. Geburtstag lernt sie drei gutaussehende, junge Filmemacher kennen, die auf der Suche nach einer neuen Bleibe sind und am Tag danach prompot in ihrem Gästehaus einziehen. Was als vorübergehende Notlösung gedacht war, entwickelt sich zu einer ungewöhnlichen Patchwork-Familie, von der alle Parteien profitieren. Allerdings stehen die neue Familie und zauberhafte Romantik auf dem Spiel, als aus dem Nichts Alices Ex-Mann auftaucht und sie ihr Leben erneut in Frage stellen muss.

Hallie Meyers-Shyers Regiedebüt „Liebe zu Besuch“ nimmt die von Reese Witherspoon zuckersüß gespielte Protagonistin Alice deutlich ernster, als es viele vergleichbare Hollywoodromanzen mit ihren Frauenfiguren tun. Anstatt ganz klassisch das Aufkeimen einer neuen Liebe zu betrachten, geht es ihr am Ende vielmehr um innere Zufriedenheit, die nicht zwangsläufig darauf hinauslaufen muss, dass Mann und Frau bis in alle Ewigkeit zusammenleben.


OPERATION DUVAL – DAS GEHEIMPROTOKOLL  | Regie: Thomas Kruithof | FR 2016

Frei nach Franz Kafkas Novelle „Der Prozess“ erzählt Regisseur Thomas Kruithof die Geschichte des Unternehmensberaters Duval (Francois Cluzet). Nach einem überstandenen Burn-Out erhält dieser von einer mysteriösen Firma ein neues Jobangebot: Er soll geheime Telefongespräche transkribieren und archivieren. Zunächst macht ihm die Arbeit Spaß, auch wenn die Geheimhaltung seiner Arbeit ihn immer öfter vor den Kopf stößt. Bis er schließlich realisiert, in was für eine Welt er dort geraten ist. Mehr und mehr wird er dabei nämlich Teil eines politischen Komplotts und in die bizarre Welt der Geheimdienste hineingezogen. Und so muss sich Duval schon bald die Frage stellen, ob er als Mitwisser eine Mitschuld an den Dingen trägt, von denen er zwar weiß, die er aber offiziell gar nicht wissen darf. Duval stürzt sich in einen folgenreichen Gewissenskonflikt, der auch sein Umfeld beeinflusst…


ÜBERLEBEN IN NEUKÖLLN  | Regie: Rosa von Praunheim | DE 2017

Im Zentrum des Films steht Stefan Stricker, der sich Juwelia nennt und seit vielen Jahren eine Galerie in der Sanderstraße in Berlin Neukölln betreibt. Hier lädt er an jedem Wochenende Gäste ein, denen er schamlos aus seinem Leben erzählt. Der Film begleitet sie nach New York, wo sie zum ersten Mal eine Ausstellung hat und dort auch auftritt. Neben Juwelia treffen wir die 89 jährige Frau Richter, die im Alter von 50 Jahren nach Neukölln zog, um hier mit einer Frau glücklich zu werden. Wir treffen den androgynen kubanischen Sänger und Tänzer Joaquin la Habana, der mit seinem Mann zusammenlebt. Wir treffen Mischa Badasyan aus Russland, einen Performancekünstler, der es sich zur Pflicht machte, ein Jahr lang jeden Tag mit einem anderen Mann Sex zu haben. Und wir begegnen der syrischen Sängerin Enana, die nach ihrer dramatischen Flucht nach Berlin hofft, ein freieres Leben führen zu können, als Frau und als Lesbe.


 Heimkinotipp: SPIDER-MAN: HOMECOMING  | Regie: Jon Watts | USA 2017

Immer noch euphorisch von dem packenden Kampf mit den Avengers, für den er erstmals in den Anzug von Spider-Man schlüpfen durfte,  kehrt Peter Parker (Tom Holland) in seine Heimat zurück, wo er mit seiner fürsorglichen Tante May (Marisa Tomei) und unter dem wachsamen Auge seines neuen Mentors Tony Stark (Robert Downey Jr.) lebt. Es fällt ihm jedoch nicht leicht, sich im Alltag zurechtzufinden – vielmehr will er beweisen, dass er mehr ist als nur der sympathische Spider-Man aus der Nachbarschaft. Als aber der Superschurke The Vulture (Michael Keaton) als neuer Gegenspieler auftaucht, gerät plötzlich alles, was Peter im Leben wichtig ist, in große Gefahr. Aber immerhin kann sich Peter erstmals als ernstzunehmender Superheld beweisen.

Es fühlt sich tatsächlich an wie Nachhausekommen! In „Spider-Man: Homecoming“ erhalten wir die Gelegenheit, die ganze Faszination für den Marvel-Superheldenkosmos noch einmal mit den Augen eines Neulings zu sehen. Jon Watts ist ein herrlich verspielter, toll besetzter und clever erzählter Sommerblockbuster gelungen, den man einfach nur in sein Herz schließen kann.

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