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Videoabend: Holidays

Kino ist teuer, mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden und wer generell nicht gern unter Leute geht, der muss die Stoßzeiten meiden, um einen Film in Ruhe und ohne Störungen genießen zu können. Wenngleich die Videotheken nach und nach vom Online-Streaming verdrängt werden, geht doch nichts über einen gemütlichen Filmeabend auf dem heimischen Sofa. Obwohl die Auswahl riesig ist und Kinofilme immer schneller nach ihrem Start auch auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich sind, lohnt sich sich ab und zu, einen Blick auf den Direct-to-Video-Markt zu werfen. Manchmal finden sich hier nämlich echte Perlen, ebenso sehr wie solche, die sich erst im Nachhinein als Rohrkrepierer erweisen. In meiner Rubrik VIDEOABEND möchte ich Euch jede Woche einen Film vorstellen, der es hierzulande nicht oder nur sehr limitiert ins Kino geschafft hat.

Diese Woche widme ich mich der amerikanischen Horroranthologie „Holidays – Surviving Them is Hell“, die ab dem 15. Juli 2016 auf DVD und Blu-ray Disc im Handel erhältlich ist.

Ein junges Mädchen wird von ihren Mitschülern drangsaliert und entlädt ihren Zorn in einer unfassbaren Verzweiflungstat. Die Schwangerschaft einer Lehrerin nimmt einen unerwarteten Verlauf. Die nächtliche Begegnung mit dem Osterhasen wird zu einem Albtraum ohnegleichen. In der Einsamkeit der kalifornischen Wüste treibt ein seltsamer Kult sein Unwesen. Die plötzlich auftauchende Botschaft ihres seit Jahren verstorben geglaubten Vaters führt einen rebellischen Teenager in die vergessenen Straßen ihrer Stadt. Das diesjährige Halloween-Fest hält für den schmierigen Möchtegern-Pornoproduzenten Ian eine bittere Lektion in Sachen Schmerz bereit. Selbst Weihnachten verläuft anders als sonst, nachdem sich ein verzweifelter Vater auf unfeine Art das letzte Exemplar eines begehrten Hightech-Geschenks sichert. Und zum Jahresausklang trifft schließlich ein psychopathischer Killer auf ein vermeintlich wehrloses Opfer.

Meteor Film bewirbt ihn so: 

Von den Regisseuren von DRACULA UNTOLD, DARK SKIES, TUSK, STARRY EYES, MIDNIGHT SWIM, THE PACT und SOME KIND OF HATE.

Kritik

Bis zum Ende der Achtzigerjahre hatte das Slashergenre so ziemlich jeden Feiertag rund um den Erdball mindestens einmal zum Dreh- und Angelpunkt eines Horrorfilms werden lassen. Nun begeben sich Kevin Smith („Tusk“), Gary Shore („Dracula Untold“), Nicholas McCarthy („At the Devil’s Door“) und noch viele weitere Horrorveteranen zurück an die Quelle und sind mit ihren Kurzfilmen Teil von „Holidays“, einer Horroranthologie, die – wie der Name schon sagt – Feiertage und ihre blutrünstigen Seiten zu einem skurrilen Schlitzerspaß werden lässt. Erwartungsgemäß bilden die ganz unterschiedlich aufbereiteten Filmchen zusammen eine echte Horror-Wundertüte, bei der ein guter Schuss Humor jedoch nicht fehlen darf. An all den Feiertagen, vom Valentinstag über Ostern bis hin zum St. Patricks-Day oder Weihnachten, kommen die Protagonistinnen und Protagonisten in merkwürdigste Situationen, die sich aus allen möglichen Subgenres des Horrorkinos zusammensetzen. In der Episode zum St. Patricks Day etwa muss sich eine Frau mit der bevorstehenden Geburt eines Babys auseinandersetzen, das alles andere als menschlich ist – Creature-Feature-Spaß ist da vorprogrammiert, ohne dass wir bereits an dieser Stelle schon zu viel verraten wollen. Wenn im Kurzfilm zu Ostern derweil ein kleines Mädchen des Nachts auf den Osterhasen trifft, kann das zwangsläufig nicht ohne Folgen bleiben. Immerhin hat sie etwas gesehen, was nie jemand hätte sehen sollen. Was unterdessen passiert, wenn ein Mädchen am Valentinstag so schwer gemobbt wird, dass sie ihrem angehimmelten Sportlehrer schließlich wortwörtlich das Herz zu Füßen legt, dann geht es splatterig und dramatisch zugleich zu.

Zu sagen, welche der Episoden, die sich zum Teil sichtbar an Klassikern wie „Carrie“, „Hard Candie“ oder auch alten „Akte X“-Folgen orientieren, die beste ist, ist schwer. Denn obwohl jeder der Kurzfilme von einem anderen Regisseur inszeniert wurde, ist „Holidays“ von allen Horror-Anthologien der letzten Jahre („ABCs of Death“, „V/H/S“, „Tales of Halloween“) jener, der den besten Gesamteindruck macht. Sich vom Tonfall her stark unterscheidend, wirken die einzelnen Episoden inszenatorisch so ähnlich, dass nicht der Eindruck von Stückwerk entsteht, sondern der eines in sich geschlossenen, runden Films. Technisch spielt „Holidays“ jedoch bei weitem nicht in der Liga der Obersten mit. Kevin Smith, Gary Shore und Co. legen den Fokus lieber auf den Inhalt und verlassen sich bei der produktionstechnischen Ausstattung nur auf das Nötigste. Das ist allerdings auch nicht weiter schlimm, denn gerade im Fall der Episoden St. Patricks Day, Muttertag und Halloween wirkt die bewusste Verwendung von eher trashigen Effekten gewollt und dadurch charmant-antiquiert.

HOLIDAYS stammt von Anthony Scott Burns, Kevin Kolsch, Nicholas McCarthy, Adam Egypt Mortimer, Ellen Reid, Gary Shore, Kevin Smith, Sarah Adina Smith, Scott Stewart und Dennis Widmyer, die jeweils auch das Skript zu ihrer Episode schrieben. Der Cast besteht unter anderem aus Lorenza Izzo, Kevin Smith, Seth Green, Harley Quinn Smith, Michael Gross, Ruth Bradley und Aleksa Palladino. Bei dem Film handelt es sich um einen Horrorfilm, produziert in den USA aus dem Jahr 2016. Der Film ist hierzulande ungekürzt auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich und ab 16 Jahren freigegeben. Die Länge beträgt 105 Minuten.

Fazit

Psychohorror, Creature-Feature-Spaß und Torture-Porn: „Holidays“ ist eine Horror-Wundertüte, bei der Grusel, Ekel und Spaß Hand in Hand gehen und die ganz nebenbei auch noch den einen oder anderen Knalleffekt bereithält.

Mein Tipp: kann man kaufen!

Videoabend: Clown

Kino ist teuer, mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden und wer generell nicht gern unter Leute geht, der muss die Stoßzeiten meiden, um einen Film in Ruhe und ohne Störungen genießen zu können. Wenngleich die Videotheken nach und nach vom Online-Streaming verdrängt werden, geht doch nichts über einen gemütlichen Filmeabend auf dem heimischen Sofa. Obwohl die Auswahl riesig ist und Kinofilme immer schneller nach ihrem Start auch auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich sind, lohnt sich sich ab und zu, einen Blick auf den Direct-to-Video-Markt zu werfen. Manchmal finden sich hier nämlich echte Perlen, ebenso sehr wie solche, die sich erst im Nachhinein als Rohrkrepierer erweisen. In meiner Rubrik VIDEOABEND möchte ich Euch jede Woche einen Film vorstellen, der es hierzulande nicht oder nur sehr limitiert ins Kino geschafft hat.

Diese Woche widme ich mich der kanadisch-amerikanischen Horrorproduktion „Clown“, die seit dem 1. März 2016 auf DVD und Blu-ray Disc im Handel erhältlich ist.

Clown

Jack (Christian Distefano) feiert seinen 10. Geburtstag, doch der Clown, der zur Feier kommen sollte, musste absagen. Jacks Vater Kent (Andy Powers) findet auf dem Dachboden ein altes Clowns-Kostüm und rettet die Party, indem er selbst hinein schlüpft und für einige Stunden lang den Kasper gibt. Die Kinder sind begeistert, doch kaum sind die kleinen Gäste weg, hat Kent ein Problem: Das Kostüm lässt sich nicht mehr ablegen. Was als kleiner Witz beginnt, wird schnell zu einem unvorstellbaren Alptraum. Jeder Versuch, das Kostüm loszuwerden, endet in schrecklichen Schmerzen. Außerdem scheint sich Kent ganz allmählich zu ändern. Mit dem Kostüm hat sich auch das Böse in seinen Kopf eingenistet. Er entwickelt einen unersättlichen Hunger auf Kinder! Seine Frau Meg (Laura Allen) muss all ihren Mut zusammen nehmen, um ihren Mann zu retten.

Tiberius Film bewirbt ihn so: 

Hochglanz-Horror vom Regisseur von COP CAR und dem neuen SPIDER-MAN!

Kritik

Es ist schon absurd, mit welch schlechtem Image sich Clowns heutzutage herumschlagen müssen. Ursprünglich als Unterhaltungsfiguren in Zirkus und Cabaret gedacht, werden sie mittlerweile immer häufiger zur Zielscheibe von Horrorfilmen, um gerade durch diese Fallhöhe von amüsanter Bemalung und konträrem Killerverhalten für Angst und Schrecken zu sorgen. Wenn „Hostel“-Mastermind Eli Roth ankündigt, einen Film mit derartiger Thematik als Produzent beaufsichtigen zu wollen (und damit ja auch irgendwie seine typische Handschrift darin unterzubringen), ist Vorsicht geboten. Wird das möglicherweise der „blutigste Clownsfilm aller Zeiten“? Nun, nicht ganz. „Clown“, inszeniert von Nachwuchsregisseur Jon Watts, ist allein schon der Prämisse wegen durchaus blutiger als einige seiner Genrekollegen. Gleichwohl muss man ehrlicherweise festhalten, dass es schon ein wenig enttäuscht, wie solide der Film allenfalls geworden ist, wo angesichts der Geschichte über einen Mann, der sich partout nicht aus seinem Clowns-Kostüm befreien kann, doch weitaus mehr drin gewesen wäre. Spätestens, wenn sich Hauptfigur Kent beim Versuch, sich seiner Nase zu entledigen, die Nase selbst abreißt und der Hund sie anschließend frisst, mag man sich gerechtfertigterweise auf ein waschechtes Schlachtfest einstellen. Doch weit gefehlt! Nicht einmal die FSK-Freigabe ab 18 scheint hier gerechtfertigt; mutet „Clown“ doch über weite Strecken ziemlich standardisiert an. Immerhin: Spaß macht er trotzdem, auch wenn der Film gerade dadurch hier und da an Spannung einbüßt.

Angenehmerweise nimmt Jon Watts seinen Film nicht so ernst, wie es die Trailer einem verkaufen wollen. Zwischen die immer groteskere Züge annehmende Verwandlung Kents in einen Clownsdämon mogelt Autor Christopher Ford immer wieder tiefschwarzen Humor und sogar einen Hauch echte Dramatik. Wenn Laura Allen in der Rolle von Kents Frau zwischen Flucht und Beistand hin- und hergerissen ist und später sogar dazu übergeht, selbst das Gesetz zu brechen, um ihren Mann zu retten, dann kommt „Clown“ die Qualität sämtlicher Darsteller zu Gute. Trotz der direkten Veröffentlichung im Heimkinomarkt sind Schauspieler und deutsche Synchronisation auf einem sehr hohen Niveau, von der technischen Umsetzung einmal ganz zu schweigen. Insofern ist Jon Watts dritter Langspielfilm alles andere als Trash. Die ganz großen Gefühle wollen dann allerdings nicht aufkommen. Für einen FSK-18-Slasher ist „Clown“ zu harmlos, der weitestgehende Verzicht auf Jumpscares wird die Adrenalinjunkies und der den Horrorfreaks enttäuschen. Für eine Charakterstudie bleibt „Clown“ zu oberflächlich und der Humoranteil ist zwar vorhanden, aber nicht so sehr ausgeprägt, dass man von einer Horrorkomödie sprechen könnte. Es geht eben recht solide zu und daher ist „Clown“ kein Film, der zum mehrmaligen Sehen taugt, wohl aber immerhin ein wenig Schwung in den nächsten Videoabend bringt.

CLOWN stammt von Jon Watts, das Skript zum Film schrieb er gemeinsam mit Christopher Ford. Der Cast besteht unter anderem aus Eli Roth, Peter Stormare, Laura Allen, Elizabeth Whitmere und Christian Distefano. Bei dem Film handelt es sich um einen Horrorfilm, produziert in Kanada und den USA aus dem Jahr 2014. Der Film ist hierzulande ungekürzt auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich und ab 18 Jahren freigegeben. Die Länge beträgt 100 Minuten.

Fazit

„Clown“ mutet in Trailer und Beschreibung innovativer an, als es die Filminszenierung schlussendlich ist. Daher sprechen wir an dieser Stelle einen Leih-Tipp aus, weil die Horrorproduktion zu ordentlich geraten ist, als das man von ihr abraten möchte, doch der ganz große Wurf ist der Film trotz Eli Roth‘ Beteiligung leider nicht.

Mein Tipp: eher leihen als kaufen!

Videoabend: Faces in the Crowd

Kino ist teuer, mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden und wer generell nicht gern unter Leute geht, der muss die Stoßzeiten meiden, um einen Film in Ruhe und ohne Störungen genießen zu können. Wenngleich die Videotheken nach und nach vom Online-Streaming verdrängt werden, geht doch nichts über einen gemütlichen Filmeabend auf dem heimischen Sofa. Obwohl die Auswahl riesig ist und Kinofilme immer schneller nach ihrem Start auch auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich sind, lohnt sich sich ab und zu, einen Blick auf den Direct-to-Video-Markt zu werfen. Manchmal finden sich hier nämlich echte Perlen, ebenso sehr wie solche, die sich erst im Nachhinein als Rohrkrepierer erweisen. In meiner Rubrik VIDEOABEND möchte ich Euch jede Woche einen Film vorstellen, der es hierzulande nicht oder nur sehr limitiert ins Kino geschafft hat.

Diese Woche widme ich mich der internationalen Thriller-Produktion „Faces in the Crowd“, die seit dem 16. Mai 2016 auf DVD und Blu-ray Disc sowie auf vielen Streaming-Portalen wie MAXDOME erhältlich ist.

Faces in the Crowd

Anna (Milla Jovovich) ist Lehrerin an einer Grundschule und führt mit ihrem Freund Bryce (Michael Shanks) ein glückliches Leben. Nachts auf dem Heimweg wird sie Zeuge eines Mordes und daraufhin fast zum nächsten Opfer des Killers. Bei der Flucht vor ihm zieht sie sich eine schwere Kopfverletzung zu. Als sie im Krankenhaus erwacht, muss sie feststellen, dass sie an einer „Gesichtsblindheit“ leidet und somit die Gesichter verschiedener Menschen nicht mehr unterscheiden kann. Dieser Umstand schränkt sie in ihrem Alltag vollkommen ein. Sie beginnt zunächst, sich zu isolieren. Doch schon bald muss sie feststellen, dass sie damit zu einem hervorragenden Opfer für den Killer wird. Sie beschließt, mit der Hilfe des Polizisten Kerrest (Julian McMahon) den Mörder ausfindig zu machen. Dieser kommt ihr immer näher, ohne, dass sie ihn erkennen kann…

Sony Pictures Home Entertainment bewirbt ihn so: 

„Resident Evil“-Ikone und Femme Fatale Milla Jovovich überzeugt in diesem beängstigenden Psycho-Thriller der Extraklasse!

Kritik

Schon der Genrebegriff „Psychothriller“ beinhaltet die Psychologie als entscheidendes Moment für den Verlauf einer Filmhandlung. Das menschliche Gehirn, die Funktionalität desselben und die Möglichkeit, dass dieses in der Lage ist, uns Streiche zu spielen, bot schon Stoff für diverse spannungsgeladene Filmproduktionen, der Regisseur Julien Magnat im Jahr 2011 den Genrevertreter „Faces in the Crowd“ hinzufügte. Trotz Starbesetzung mit Milla Jovovich in der Hauptrolle, die zum damaligen Zeitpunkt aufgrund ihrer „Resident Evil“-Verpflichtung ein neues Hoch des Marktwertes erlebte, schaffte es der Film hierzulande nicht in die Kinos, sondern wurde Anfang 2012 direkt über den DVD- und Blu-ray-Markt unter die Leute gebracht. Heute ist der Film zudem auf vielen Video-on-Demand-Plattformen erhältlich und gehört trotzdem nicht unbedingt zu den bekanntesten Produktionen seines Segments. Eigentlich ist die Prämisse einer Frau, die nach einem Unfall an Gesichtsblindheit leidet und selbst ihr nahe stehende Vertraute nicht mehr wiedererkennt, wie geschaffen für einen kultigen Thriller. Doch leider ist „Faces in the Crowd“ einfach „nur“ gut und nicht herausragend. Kurzum: Ist man erst einmal hinter die Auflösung des Films gestiegen, lohnt sich eine zweite Sichtung kaum noch. Trotzdem taugt Magnats Regiearbeit für eineinhalb Stunden als sehenswerter Adrenalinkick, der zum Miträtseln einlädt.

Julien Magnat verdingt sich in „Faces in the Crowd“ nicht als ausgeklügelter Geschichtenerzähler. Er gibt dem Zuschauer wenig Zeit, sich näher mit den Figuren auseinanderzusetzen, baut auf simple Allgemeinplätze und einfache Charakterisierungen in gängige Stereotype. Das ist für den Fortverlauf der Handlung allerdings wenig relevant. Im Mittelpunkt steht fast ausschließlich die von Milla Jovovich sympathisch und mitreißend verkörperte Anna, die zunächst als selbstbewusste Frau etabliert wird, die von dem plötzlichen Verlust einer wichtigen Gehirnleistung jedoch in die persönlich gewählte Isolation gedrängt wird. Dieser Wandel von einer lebensfrohen jungen Frau zur eingeschüchterten Kranken gelingt Jovovich absolut glaubhaft. Umso mehr ist es schade, dass Magnat insgesamt recht wenig aus dieser spannenden Prämisse herausholt. Durch den Verlust der Fähigkeit, Menschen an ihren Gesichtern zu erkennen, ergäbe sich für den Fortverlauf der Handlung Einiges an Potenzial, Suspense zu generieren. Doch wenn sich die Story irgendwann ausschließlich auf die Ermittlungsarbeit beschränkt, zieht Magnat spürbar die Bremse. Der Erdung der Geschichte kommt das allerdings zu Gute. Mit Ausnahme der Auflösung selbst verzichtet Magnat auf große Plottwists, die der Handlung an Bodenhaftung rauben würden. So ist „Faces in the Crowd“ alles in allem eine solide Leistung, die vor allem durch die Idee selbst besticht.

FACES IN THE CROWD stammt von Julien Magnat, der gemeinsam mit Agnès Caffin und Kelly Smith auch das Skript zum Film geschrieben hat. Unter den Darstellern finden sich Milla Jovovich, Julian McMahon, Michael Shanks, David Atrakchi und Marianne Faithfull. Bei dem Film handelt es sich um eine internationale Thriller-Produktion aus den USA, Frankreich, Großbritannien und Kanada, die aus dem Jahr 2011 stammt. Der Film ist hierzulande ungekürzt auf DVD, Blu-ray Disc sowie MAXDOME erhältlich und ab 16 Jahren freigegeben. Die Länge beträgt 103 Minuten.

Fazit

„Faces in the Crowd“ ist ein klassischer „WhoDunIt“-Thriller mit cleverer Prämisse, der lediglich gen Ende zu vorhersehbar wird. Für große Einbußen in Sachen Authentizität sorgt leider die deutsche Synchronisation, die sich allenfalls auf mittelklassigem Direct-to-DVD-Niveau abspielt. Ein Glück, dass nicht nur das Heimkinomedium stets mit mehreren Audiospuren daherkommt, sondern auch viele Streamingdienste mittlerweile sowohl die deutsche, als auch die originale Sprachversion (mit und ohne Untertitel) anbieten.

Mein Tipp: leihen oder streamen!

Diese Ausgabe VIDEOABEND entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit MAXDOME, einem der führenden Dienste für Video On Demand in Deutschland. Mit gezielten Empfehlungen liefert MAXDOME immer die beste Auswahl aus einem über 500.000 Filme und Serien umfassenden Sortiment, zu dem unter anderem auch „Faces in the Crowd“ gehört. Und das alles natürlich vollkommen werbefrei!

Videoabend: The Double

Kino ist teuer, mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden und wer generell nicht gern unter Leute geht, der muss die Stoßzeiten meiden, um einen Film in Ruhe und ohne Störungen genießen zu können. Wenngleich die Videotheken nach und nach vom Online-Streaming verdrängt werden, geht doch nichts über einen gemütlichen Filmeabend auf dem heimischen Sofa. Obwohl die Auswahl riesig ist und Kinofilme immer schneller nach ihrem Start auch auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich sind, lohnt sich sich ab und zu, einen Blick auf den Direct-to-Video-Markt zu werfen. Manchmal finden sich hier nämlich echte Perlen, ebenso sehr wie solche, die sich erst im Nachhinein als Rohrkrepierer erweisen. In meiner Rubrik VIDEOABEND möchte ich Euch jede Woche einen Film vorstellen, der es hierzulande nicht oder nur sehr limitiert ins Kino geschafft hat.

Diese Woche widme ich mich dem britischen Thrillerdrama „The Double“, der ab dem 24. Juni 2016 auf DVD und Blu-ray Disc im Handel erhältlich ist.

The Double

Simon (Jesse Eisenberg, „Die Unfassbaren – Now You See Me, „The Social Network“), ein schüchterner Junge, lebt zurückgezogen von der Welt, inmitten von Gleichgültigkeit. Ignoriert bei der Arbeit und wenig beachtet von seiner Traumfrau (Mia Wasikowska, „Alice im Wunderland“, „Crimson Peak“), fühlt er sich unfähig, sein Leben in die Hand zu nehmen. Aber plötzlich kommt James, ein neuer Arbeitskollege, der sein Leben aus dem Gleichgewicht bringen wird, denn James (ebenfalls Jesse Eisenberg) ist gleichzeitig Simons perfekter Doppelgänger und sein genaues Gegenteil: selbstsicher, charismatisch und ein Frauenheld. Die beiden verbringen fortan jede freie Minute gemeinsam. Doch wo die zwei Männer ihre frappierende Ähnlichkeit zunächst noch genießen, bekommt Simon schon bald die Nachteile dieses Doppelgängerspiels zu spüren.

wvg Medien bewirbt ihn so: 

Nach SUBMARINE der neue Film von RICHARD AYOADE

Kritik

Der britische Filmemacher Richard Ayoade erlangte über seine Rolle in der Sitcom „The IT-Crowd“ einen Großteil seiner Berühmtheit. Sowohl schauspielerisch, als auch inszenatorisch hat sich der charismatische Lockenkopf bisher hauptsächlich auf das Komödiengenre konzentriert; er inszenierte unter Anderem eine Episode der gnadenlos komischen Comedyserie „Community“ sowie diverse Folgen der humoristischen Talkshow „Man to Man with Dean Learner“, in der er zudem eine der Hauptrollen übernahm. In seiner letzten (und ersten Langfilm-) Regiearbeit „Submarine“ wurde es dann nur noch unterschwellig komisch; genau so wie in „The Double“, einer Reminiszenz an Terry Gilliams Schaffen und vorzugsweise dessen Werk „Brazil“ respektive die von Gilliam selbst inszenierte Neuinterpretation „The Zero Theorem“. Auch hier wird es im Einzelnen immer mal wieder ordentlich lustig, doch der Schwerpunkt liegt auf einer Erzählung, die vor fünfzig Jahren noch von Jemandem wie Alfred Hitchcock inszeniert worden wäre. „The Double“ ist eine spannungsgeladene, bisweilen grotesk surrealistische Doppelgängergeschichte, visuell angesiedelt zwischen den bereits erwähnten Gilliam-Eskapaden und dem Suspense-Kino eines Roman Polanski, dessen Anleihen an Hitchcocks „Das Fenster zum Hof“ Ayoade mit Liebe zelebriert, anstatt sie blind zu kopieren.

Bei „The Double“ weiß man als Zuschauer nie so richtig, woran man ist. Das beginnt bei der Tatsache, dass bis auf Hauptfigur Simon Niemand zu registrieren scheint, dass sich er und sein neuer Kollege Jesse bis aufs Haar gleichen, und endet damit, dass die Kulisse selbst bisweilen aus Elementen besteht, die sich in unsere Auffassung von Realismus und Logik nicht so recht fügen wollen. Eine U-Bahn scheint zu fahren und doch still zu stehen, ein ganz normaler Kopierer ist von unnatürlicher Größe und ein Zeitgefühl mag sich aufgrund der konsequenten Weigerung vor zeitgeistigen Erfindungen wie Handy, Smartphone oder anderweitigen technischen Errungenschaften der Neuzeit nicht einstellen. „The Double“ könnte sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart oder gar Zukunft spielen. Von Relevanz ist es eigentlich auch gar nicht, und trotzdem stellt sich nach und nach ein Gefühl von fehlender Orientierung ein. Insofern ist „The Double“ auch weniger daran gelegen, eine nachvollziehbare Geschichte zu erzählen. Einen roten Faden gibt es zwar, der zum Schluss auch mit einem feinen Finalakt ausgeläutet wird. Doch das wirklich Interessante ist die Interaktion zwischen den Figuren. Insbesondere Jesse Eisenberg liefert hier eine Doppelrollen-Performance ab, mit der er beiden Charakteren ein unverkennbares Profil gibt. Dabei wirkt das Spiel des sympathischen Akteurs nie aufgesetzt, nie zu viel oder unsubtil. Stattdessen macht er aus „The Double“ eine Charakterstudie auf zwei Ebenen, ähnlich des Mystery-Geheimtipps „Enemy“ mit Jake Gyllenhaal. Nur dass es hier gar nicht so sehr darum geht, dass man ergründen möchte, was hinter dem vermeintlichen Eindringlich Jesse steckt. Stattdessen staunt man lieber darüber, wie sich er und Simon aneinander reiben, bis es Simon irgendwann zu viel wird. Was genau dann passiert und was es mit der von Mia Wasikowska zauberhaft gespielten Traumfrau von Simon auf sich hat, sei an dieser Stelle aus Spoilergründen natürlich nicht verraten.

THE DOUBLE stammt von Richard Ayoade , der gemeinsam mit Avi Korine auch das Skript zum Film geschrieben hat. Unter den Darstellern finden sich Jesse Eisenberg, Mia Wasikowska, Wallace Shawn, Yasmin Paige und Noah Taylor. Bei dem Film handelt es sich um eine britische Thrillerdrama-Produktion aus dem Jahr 2013. Der Film ist hierzulande ungekürzt auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich und ab 12 Jahren freigegeben. Die Länge beträgt 93 Minuten.

Fazit

„The Double“ ist Zitatekino mit Anlehnung an Terry Gilliam, das durch die starke Doppelrollen-Performance von Jesse Eisenberg trotzdem seine ganz eigene Note erhält. Der verspielten Skurrilität wegen und aufgrund einer visuell berauschenden Optik ist dieser Film unbedingt einen Blick wert!

Mein Tipp: unbedingt kaufen!

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Videoabend: Tusk

Kino ist teuer, mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden und wer generell nicht gern unter Leute geht, der muss die Stoßzeiten meiden, um einen Film in Ruhe und ohne Störungen genießen zu können. Wenngleich die Videotheken nach und nach vom Online-Streaming verdrängt werden, geht doch nichts über einen gemütlichen Filmeabend auf dem heimischen Sofa. Obwohl die Auswahl riesig ist und Kinofilme immer schneller nach ihrem Start auch auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich sind, lohnt sich sich ab und zu, einen Blick auf den Direct-to-Video-Markt zu werfen. Manchmal finden sich hier nämlich echte Perlen, ebenso sehr wie solche, die sich erst im Nachhinein als Rohrkrepierer erweisen. In meiner Rubrik VIDEOABEND möchte ich Euch jede Woche einen Film vorstellen, der es hierzulande nicht oder nur sehr limitiert ins Kino geschafft hat.

Diese Woche widme ich mich dem US-amerikanischen Horrorfilm „Tusk“, der seit dem 7. Mai 2015 auf DVD im Handel erhältlich ist.

Tusk

Für seinen Podcast reist Wallace (Justin Long) durch Amerika und trifft sich mit vielen interessanten Menschen, die ihm ihre Lebensgeschichte erzählen wollen. Eines Tages erhält er einen Brief von einem alten Seefahrer namens Howard Howe (Michael Parks) und Wallace folgt der Einladung des alten Mannes nach Kanada. Als er dort eintrifft, offenbart im Howard eine schier unglaubliche Geschichte. Noch bevor der Journalist seinen Tee austrinken kann, fällt er betäubt in Ohnmacht und wird von Howard auf dessen Anwesen festgehalten, um von diesem Stück für Stück transformiert zu werden – in ein Walross! Während dieser Zeit sorgen sich Wallace Freundin Ally (Genesis Rodriguez) und sein bester Freund Teddy (Haley Joel Osment) um ihn und entschließen sich, seinem Verschwinden auf den Grund zu gehen.

Sony Pictures Home Entertainment bewirbt ihn mit folgendem Zitat: 

Eine surreale, absolut groteske Horror-Komödie!

Kritik

Vor wenigen Wochen erschien der erste Trailer zu Kevin Smiths Horrorkomödie „Yoga Hosers“. Darin bekommen es zwei Girlies mit winzigen, aber nicht minder bösartigen Mini-Soldaten zu tun, die ihnen am Arbeitsplatz, einem Tankstellenkiosk, ans Leder wollen. Das klingt skurril, solange man nicht weiß, dass dieser Film bereits der zweite innerhalb einer Trilogie ist, in der sich „Red State“-Regisseur Smith mit kanadischen Mythen auseinander setzt. Betrachtet man den Auftakt dieser Reihe, ist die Handlung von „Yoga Hosers“ fast schon konventionell; erzählt er doch im ersten Teil „Tusk“ von einem Mann, der von einem Geschichten erzählenden, gern reisenden Greis zu einem Walross umoperiert wird. Das Opfer dieses fragwürdigen Eingriffs ist Justin Long („New Girl“), der das ahnungslose Opfer als wenig sympathischen Hipster-Boy anlegt, dem wir lange Zeit gar nicht so sehr wünschen, dass er aus dieser merkwürdigen Situation überhaupt entkommt. Doch spätestens, wenn der herrlich wahnhaft spielende Michael Perks („Django Unchained“) aufs Parkett tritt, sich vom schwafelnden Märchenonkel in einen gefährlichen Psychopathen verwandelt und seinem Gast erst die Beine und dann so ziemlich jeden Knochen im Körper bricht, um diese anschließend auf groteske Weise so zusammenzubauen, dass tatsächlich so etwas wie ein aus Mensch bestehendes Walross dabei herauskommt, kann man sich kaum entscheiden, ob man sich dem ganzen nun einfach ergeben, oder lieber übergeben soll.

In den USA lief „Tusk“ tatsächlich im Kino, konnte jedoch nicht einmal sein minimales Budget von gerade einem 3 Millionen US-Dollar wieder einspielen. Das ist schade, denn gerade durch die geldlich sehr beschränkten Mittel entwickelt der bisweilen äußerst schwarzhumorige Horrorfilm einen nostalgischen Reiz. Wenn man das fragwürdige Meisterwerk des noch fragwürdigeren Chirurgen und ehemaligen Seefahrers Howard zum ersten Mal in ganzer Pracht bewundern darf, ist das aus vielerlei Gründen zum Brüllen komisch: Nicht nur dem Kostüm des Walrosses geht in seiner plumpen Erscheinung jedweder Horror ab, gleichzeitig ist das Kopfschütteln über die durchaus kranke Fantasie des Regisseurs immer auch damit verbunden, dass das Schmunzeln darüber zum Selbstschutz wird. Eigentlich wollen wir uns mit dem Leinwandgeschehen gar nicht so detailliert auseinandersetzen, doch wegschauen kommt ebenfalls nicht infrage. Interessant wird es dann, wenn sich nach dem ersten Schock schließlich erschießt, welch dramatisches Schicksal dieses „Walross-Menschen“ fortan ereilen wird. Denn wenn wir schließlich begreifen, dass das Leben für ihn ab sofort daraus besteht, als dieses monströse Kreatur auf Erden zu wandeln, fragen wir uns: Wie konnten wir nur für einen kurzen Moment überlegen, ob das Schicksal, das dem anfangs so unsympathischen jungen Kerl widerfährt, nicht vielleicht doch ganz recht geschieht?

TUSK stammt von Kevin Smith, auch das Skript zum Film geschrieben hat. Unter den Darstellern finden sich Justin Long, Michael Parks, Haley Joel Osment, Genesis Rodriguez und Johnny Depp. Bei dem Film handelt es sich um eine US-amerikanische Horror-Produktion aus dem Jahr 2014. Der Film ist hierzulande ungekürzt auf DVD erhältlich und ab 16 Jahren freigegeben. Die Länge beträgt 102 Minuten.

Fazit

„Tusk“ ist eine skurrile, in ihrer Thematik teilweise etwas befremdlich wirkende Horrorgroteske, die auf der Zielgeraden überraschend viele Emotionen offenbart. Wer sich wieder einmal abseits des Mainstream unterhalten lassen möchte, findet in dieser offensichtlichen Herzensangelegenheit von Kevin Smith nicht mit amüsanten Effekten gespickten Bodyhorror, sondern auch eine schöne Geschichte über – nun ja – Menschlichkeit.

Mein Tipp: kann man ausleihen!

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