Videoabend: Clown

Kino ist teuer, mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden und wer generell nicht gern unter Leute geht, der muss die Stoßzeiten meiden, um einen Film in Ruhe und ohne Störungen genießen zu können. Wenngleich die Videotheken nach und nach vom Online-Streaming verdrängt werden, geht doch nichts über einen gemütlichen Filmeabend auf dem heimischen Sofa. Obwohl die Auswahl riesig ist und Kinofilme immer schneller nach ihrem Start auch auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich sind, lohnt sich sich ab und zu, einen Blick auf den Direct-to-Video-Markt zu werfen. Manchmal finden sich hier nämlich echte Perlen, ebenso sehr wie solche, die sich erst im Nachhinein als Rohrkrepierer erweisen. In meiner Rubrik VIDEOABEND möchte ich Euch jede Woche einen Film vorstellen, der es hierzulande nicht oder nur sehr limitiert ins Kino geschafft hat.

Diese Woche widme ich mich der kanadisch-amerikanischen Horrorproduktion „Clown“, die seit dem 1. März 2016 auf DVD und Blu-ray Disc im Handel erhältlich ist.

Clown

Jack (Christian Distefano) feiert seinen 10. Geburtstag, doch der Clown, der zur Feier kommen sollte, musste absagen. Jacks Vater Kent (Andy Powers) findet auf dem Dachboden ein altes Clowns-Kostüm und rettet die Party, indem er selbst hinein schlüpft und für einige Stunden lang den Kasper gibt. Die Kinder sind begeistert, doch kaum sind die kleinen Gäste weg, hat Kent ein Problem: Das Kostüm lässt sich nicht mehr ablegen. Was als kleiner Witz beginnt, wird schnell zu einem unvorstellbaren Alptraum. Jeder Versuch, das Kostüm loszuwerden, endet in schrecklichen Schmerzen. Außerdem scheint sich Kent ganz allmählich zu ändern. Mit dem Kostüm hat sich auch das Böse in seinen Kopf eingenistet. Er entwickelt einen unersättlichen Hunger auf Kinder! Seine Frau Meg (Laura Allen) muss all ihren Mut zusammen nehmen, um ihren Mann zu retten.

Tiberius Film bewirbt ihn so: 

Hochglanz-Horror vom Regisseur von COP CAR und dem neuen SPIDER-MAN!

Kritik

Es ist schon absurd, mit welch schlechtem Image sich Clowns heutzutage herumschlagen müssen. Ursprünglich als Unterhaltungsfiguren in Zirkus und Cabaret gedacht, werden sie mittlerweile immer häufiger zur Zielscheibe von Horrorfilmen, um gerade durch diese Fallhöhe von amüsanter Bemalung und konträrem Killerverhalten für Angst und Schrecken zu sorgen. Wenn „Hostel“-Mastermind Eli Roth ankündigt, einen Film mit derartiger Thematik als Produzent beaufsichtigen zu wollen (und damit ja auch irgendwie seine typische Handschrift darin unterzubringen), ist Vorsicht geboten. Wird das möglicherweise der „blutigste Clownsfilm aller Zeiten“? Nun, nicht ganz. „Clown“, inszeniert von Nachwuchsregisseur Jon Watts, ist allein schon der Prämisse wegen durchaus blutiger als einige seiner Genrekollegen. Gleichwohl muss man ehrlicherweise festhalten, dass es schon ein wenig enttäuscht, wie solide der Film allenfalls geworden ist, wo angesichts der Geschichte über einen Mann, der sich partout nicht aus seinem Clowns-Kostüm befreien kann, doch weitaus mehr drin gewesen wäre. Spätestens, wenn sich Hauptfigur Kent beim Versuch, sich seiner Nase zu entledigen, die Nase selbst abreißt und der Hund sie anschließend frisst, mag man sich gerechtfertigterweise auf ein waschechtes Schlachtfest einstellen. Doch weit gefehlt! Nicht einmal die FSK-Freigabe ab 18 scheint hier gerechtfertigt; mutet „Clown“ doch über weite Strecken ziemlich standardisiert an. Immerhin: Spaß macht er trotzdem, auch wenn der Film gerade dadurch hier und da an Spannung einbüßt.

Angenehmerweise nimmt Jon Watts seinen Film nicht so ernst, wie es die Trailer einem verkaufen wollen. Zwischen die immer groteskere Züge annehmende Verwandlung Kents in einen Clownsdämon mogelt Autor Christopher Ford immer wieder tiefschwarzen Humor und sogar einen Hauch echte Dramatik. Wenn Laura Allen in der Rolle von Kents Frau zwischen Flucht und Beistand hin- und hergerissen ist und später sogar dazu übergeht, selbst das Gesetz zu brechen, um ihren Mann zu retten, dann kommt „Clown“ die Qualität sämtlicher Darsteller zu Gute. Trotz der direkten Veröffentlichung im Heimkinomarkt sind Schauspieler und deutsche Synchronisation auf einem sehr hohen Niveau, von der technischen Umsetzung einmal ganz zu schweigen. Insofern ist Jon Watts dritter Langspielfilm alles andere als Trash. Die ganz großen Gefühle wollen dann allerdings nicht aufkommen. Für einen FSK-18-Slasher ist „Clown“ zu harmlos, der weitestgehende Verzicht auf Jumpscares wird die Adrenalinjunkies und der den Horrorfreaks enttäuschen. Für eine Charakterstudie bleibt „Clown“ zu oberflächlich und der Humoranteil ist zwar vorhanden, aber nicht so sehr ausgeprägt, dass man von einer Horrorkomödie sprechen könnte. Es geht eben recht solide zu und daher ist „Clown“ kein Film, der zum mehrmaligen Sehen taugt, wohl aber immerhin ein wenig Schwung in den nächsten Videoabend bringt.

CLOWN stammt von Jon Watts, das Skript zum Film schrieb er gemeinsam mit Christopher Ford. Der Cast besteht unter anderem aus Eli Roth, Peter Stormare, Laura Allen, Elizabeth Whitmere und Christian Distefano. Bei dem Film handelt es sich um einen Horrorfilm, produziert in Kanada und den USA aus dem Jahr 2014. Der Film ist hierzulande ungekürzt auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich und ab 18 Jahren freigegeben. Die Länge beträgt 100 Minuten.

Fazit

„Clown“ mutet in Trailer und Beschreibung innovativer an, als es die Filminszenierung schlussendlich ist. Daher sprechen wir an dieser Stelle einen Leih-Tipp aus, weil die Horrorproduktion zu ordentlich geraten ist, als das man von ihr abraten möchte, doch der ganz große Wurf ist der Film trotz Eli Roth‘ Beteiligung leider nicht.

Mein Tipp: eher leihen als kaufen!

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