Schlagwort-Archiv: Jon Watts

2019 – Die Plätze 20 bis 11

Vor einigen Tagen eröffnete ich an dieser Stelle meine Jahrescharts 2019 Was sich auf den Plätzen 40 bis 31 sowie 30 bis 21 befindet, könnt ihr in den jeweiligen Blog-Beiträgen nachlesen. Um Euch nicht weiter auf die Folter zu spannen, geht es nun mit den nächsten zehn Platzierungen weiter. Vorab jedoch ein bisschen Statistik: Ich habe vom 01. Januar bis zum 31. Dezember. 2018 exakt 228 Kinovorstellungen besucht (eigentlich noch mehr, das waren allerdings welche zu Filmen, die erst 2019 erscheinen). 22 mal besuchte ich reguläre Vorführungen, 206 mal waren diese ausschließlich für die Presse. 51 Filme habe ich im Kino verpasst und mussten von mir auf DVD oder via Pressestream/-screener nachgeholt werden. Hinzu kommen 23 Filme, die direkt im Heimkino/auf Streamingdiensten erschienen sind und keine reguläre Kinoauswertung erhalten haben. Für meine Top 40 zur Auswahl standen insgesamt 276 verschiedene Filme.

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Das startet am 14. November 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 14. November, der gleich drei Filme in die Kinos bringt, die Toplisten-Potenzial besitzen. „Booksmart“ uneingeschränkt, „Le Mans 66“ für Sportfilmfans und „Last Christmas“ für Liebhaber verschrobener Paul-Feig-Komödien. Ähnlich ambitioniert geht auch Julie Delpy mit ihrem Drama „My Zoe“ zu Werke, verheddert sich aber letztlich in ihrer zweigeteilten Geschichte. Und mit „Black and Blue“ kommt der Thriller zurück auf die große Leinwand. Doch das Genre hat insgesamt auch schon Besseres gesehen. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

BOOKSMART | Regie: Olivia Wilde | USA 2019

Molly (Beanie Feldstein) und Amy (Kathlyn Dever) haben in der Highschool alles richtig gemacht und ihr ganzes Leben dem Lernen verschrieben. Mit Bestnoten blicken sie nun wohlverdient einer glänzenden Zukunft an Elite-Unis entgegen und herab auf die Loser ihrer Klasse, die immer nur Party gemacht und sich scheinbar nicht um die Schule geschert haben. Doch am letzten Schultag stellt Molly voller Entsetzen fest, dass es auch ihre Mitschüler an die besten Unis geschafft haben – obwohl diese offenbar nur Party im Kopf hatten. Fest entschlossen, sich nichts entgehen zu lassen, überredet sie Amy den Spaß der letzten Jahre in den noch verbleibenden Stunden auf der Highschool nachzuholen. Eine epische Nacht des schlechten Benehmens steht ihnen bevor, an deren Ende eine Lektion steht, die man nicht aus Büchern lernen kann.

„Booksmart“ ist eine erfrischende, moderne Highschool- und Coming-of-Age-Komödie mit liebenswerten Figuren, jeder Menge Dialogwitz und einem zeitgemäßen, positiven Weltbild, das durch eine flott erzählte, herzlich-ehrliche Geschichte vermittelt wird.


LE MANS 66 – GEGEN JEDE CHANCE | Regie: James Mangold | USA/FR 2019

1959 steht Carroll Shelby auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn, gerade hat er das schwierigste aller Autorennen, die 24 Stunden von Le Mans, gewonnen. Seinem größten Triumph folgt eine niederschmetternde Nachricht: Ein Arzt teilt dem furchtlosen Texaner mit, dass ein schweres Herzleiden ihm die Fortsetzung seiner Rennfahrertätigkeit verbiete. Was den ewig einfallsreichen Shelby dazu bringt, sich als Auto-Designer und -Verkäufer neu zu erfinden. In einem Lagerhaus in Venice Beach startet er seine neue Karriere. Zur Belegschaft gehört der heißblütige Testfahrer Ken Miles. Das britische Rennfahrerass ist ein Familienmensch, brillant hinter dem Volant, zugleich jedoch ungehobelt, arrogant und zu keinem Kompromiss fähig. Als Shelby mit seinen Fahrzeugen in Le Mans gegen die des altehrwürdigen Enzo Ferrari antritt, nimmt die Ford Motor Company den Visionär unter Vertrag und beauftragt ihn mit dem Bau des ultimativen Rennautos.

„Le Mans 66 – Gegen jede Chance“ ist ein leidenschaftliches Porträt an die Zeit, in der Autorennen noch Sport waren und der Wettkampf zwischen Großkonzernen nicht halb so wichtig wie Zusammenhalt und Freundschaft zwischen alten Freunden. Große Bilder, überraschend viel Witz und zwei tolle Hauptdarsteller machen aus James Mangolds Rennsportdrama einen der besten Filme des Jahres.


LAST CHRISTMAS | Regie: Paul Feig | UK/USA 2019

Vom Leben enttäuscht und ohne Zukunftsperspektiven zieht es die junge Kate (Emilia Clarke) zurück in ihre Heimatstadt London. Hier heuert sie als Elf in einem Weihnachtsgeschäft ein. Ihre resolute Chefin (Michelle Yeoh) verzweifelt jedoch regelmäßig an Kates lockerer Arbeitsmoral. Als sie eines Tages nach einer Schicht auf den charmanten Tom (Henry Golding) trifft, scheinen sich die Dinge für Kate zu wenden. Immer häufiger ziehen die beiden gemeinsam um die Häuser, doch richtig nah kommen sich die zwei dabei nie. Immerhin ermutigt Tom Kate, endlich ihrer Leidenschaft, dem Singen, nachzugehen. Kate geht zu Castings und Talentshows, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Vor allem ihre besorgte Mutter Adella (Emma Thompson) macht sich große Sorgen um ihren Sprössling. Es braucht eben seine Zeit, bis sich die junge Frau entschließt, endlich Menschen in ihr Leben zu lassen und ihren Schutzpanzer abzulegen…

Paul Feigs „Last Christmas“ ist ganz klar der Weihnachtsfilm des Jahres! Nicht nur, weil sich der „Brautalarm“-Regisseur auf vielen Ebenen Dinge traut, die sich sonst keine Filmemacher trauen. Sondern vor allem weil es ihm gelingt, eine gleichermaßen anarchischee wie romantisch-melancholische Komödie zu inszenieren, deren widersprüchliche Ansätze sich nicht gegenseitig bremsen sondern, ganz im Gegenteil, beflügeln.


BLACK AND BLUE | Regie: Deon Taylor  | USA 2019

Nachwuchspolizistin Alicia (Naomie Harris) ist neu in ihrem Job und wird von ihren vorwiegend männlichen und weißen Kollegen äußerst kritisch beäugt. Eines Tages nimmt sie mit ihrer Body-Cam versehentlich den Mord an einem jungen Drogendealer auf. Als sie erkennt, dass der Mord von korrupten Polizisten begangen wurde, schließt sie sich mit der einzigen Person aus ihrem Viertel zusammen, die bereit ist, ihr zu helfen: dem sympathischen, aber misstrauischen Supermarktbesitzer Milo, der selbst schon oft erleben musste, wie es ist, ohne Selbstverschulden in die Hände der Polizei zu gelangen. Jetzt muss Alicia nicht nur ihren Polizei-Kollegen entkommen, die mit allen Mitteln das belastende Material vernichten möchten, sondern auch den auf Rache sinnenden kriminellen Freunden des Drogendealers, denn die Cops haben der Unterwelt von Detroit gesteckt, dass nicht sie, sondern Alicia den Mord begangen hat…

Rassismusanklage trifft Cop-Thriller – und das funktioniert die meiste Zeit über erstaunlich gut. Erst wenn in der zweiten Hälfte von „Black and Blue“ die Genreklischees Überhand nehmen, verliert der Film an Glaubwürdigkeit und Spannung. Schade drum!


MY ZOE | Regie: Julie Delpy | UK/DE/FR 2019

Die erfolgreiche Genetikerin Isabelle (Julie Delpy) ist dabei, sich nach der Scheidung von ihrem Mann ein neues Leben aufzubauen. Sie hat einen neuen Freund, und auch ihre Karriere als Wissenschaftlerin der Genetik will sie wieder neu beleben. Ihr Ex-Mann James (Richard Armitage) kann sich damit allerdings nicht abfinden und macht ihr mit dem Kampf um die Ausgestaltung des Sorgerechts für die gemeinsame Tochter Zoe das Leben schwer. Dabei wollen doch eigentlich beide nur das Beste für ihr Kind. Dann aber kommt es zu einer Tragödie, die die zerbrochene Familie bis ins Mark erschüttert. Zoe wird von heute auf morgen schwer krank und wird den Zustand des Komas nicht mehr verlassen können. Isabelle trifft daraufhin eine Entscheidung und nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand.

Mit „My Zoe“ erzählt Autorenfilmerin Julie Delpy zwei Geschichten in einer – das herbe Familiendrama um Sorgerecht und familiären Neubeginn ist sehr gelungen, der Sci-Fi-Krimi um die Moral des Klonens dagegen nicht.


GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA | Regie: Teona Strugar Mitevska | MKD/BEL/FR/HRV/SVN 2019

„Sag ihnen, du bist 24!“, rät die Mutter, als sie ihre Tochter wieder einmal zu einem Vorstellungsgespräch schickt. Doch Petrunya ist 32 und hat dazu noch eine Wissenschaft studiert, die in Mazedonien niemand braucht: Geschichte. So sitzt sie vor dem potenziellen Arbeitgeber, einem Fabrikbesitzer, der von oben herab auf ihr geblümtes Kleid schaut und sie zu dick und zu alt findet. Auf dem Heimweg – den Job hat sie natürlich nicht bekommen – springt Petrunya ins kalte Wasser.

Es ist Dreikönigstag, und wie jedes Jahr tauchen die jungen Männer der Stadt nach dem heiligen Kreuz, das der Priester in den eisigen Fluss wirft. Doch diesmal ist Petrunya die Schnellste und hält die Trophäe in die TV-Kameras. Die Hölle bricht los, und ihre vermeintliche Heldentat ist ein waschechter Skandal. Aber Petrunya hält das Kreuz fest. Sie hat es gewonnen und wird es nicht aufgeben.


Heimkinotipp: SPIDER-MAN: FAR FROM HOME | Regie: Jon Watts | USA 2019

Seit den Ereignissen in „Avengers: Endgame“ hat sich das Leben von Peter „Spider-Man“ Parker verändert. Er muss nicht nur hilflos mit ansehen, wie seine Tante May mit Happy anbandelt und sein bester Freund Ned ebenfalls plötzlich auf Wolke Sieben schwebt. Es ist vor allem der Verlust seines Mentors und Freundes Tony Stark, der Peter vor neue Herausforderungen stellt. Die bevorstehende Klassenreise nach Europa kommt ihm da gerade recht. Vielleicht ja sogar, um endlich seiner Angebeteten MJ zu gestehen, dass er mehr für sie empfindet, als nur Freundschaft. Im malerischen Venedig angekommen, schlägt die Stimmung jedoch um. Ein Wassermonster attackiert die Stadt, dem sich der charismatische Quentin Beck alias Mysterio mit vollem Körpereinsatz entgegenstellt. Nick Fury stellt ihn Peter als sein neuer Mentor vor. Doch die Bedrohung ist größer als gedacht…

Zwischen High-School-Comedy, klassischer Superhelden-Action und Peter Parkers Versuch, sich selbst zu finden, steckt in „Spider-Man: Far From Home“ vor allem ein hochbrisanter politischer Kommentar darüber, wie es ist, in einer Zeit zu leben, in der sich die Manipulation der Medien und Fake News zur ultimativen Waffe entwickelt haben.

Das startet am 4. Juli 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 4. Juli. Zwei Franchises werden weitergeführt, die Deutschen versuchen sich an einer Romanze im alten Hollywood-Stil und eine außergewöhnliche Frau erhält lediglich einen ganz gewöhnlichen Film. Trotzdem immer dran denken: Die Kinos sind vollklimatisiert. Es gibt also keinen Grund, nicht auch bei diesen Sommertemperaturen das Lichtspielhaus aufzusuchen!

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

TRAUMFABRIK | Regie:  Martin Schreier | DE 2019

Sommer 1961. Emil (Dennis Mojen) ist Komparse im DEFA-Studio Babelsberg und sorgt dort nicht nur für mächtig Chaos, sondern verliebt sich auch Hals über Kopf in die französische Tänzerin Milou (Emilia Schüle). Die beiden scheinen wie füreinander bestimmt. Doch dann werden sie durch die Grenzschließung am 13. August 1961 getrennt. Ein Wiedersehen scheint unmöglich, bis Emil einen waghalsigen Plan schmiedet: Er will unter falschem Namen einen Film drehen – den größten, der jemals in Babelsberg gemacht wurde. Als Hauptrolle hat er Beatrice Morée (Ellenie Salvo González) im Visier, für die Milou als Tanzdouble arbeitet. Beatrice ist tatsächlich von ihrer Hauptrolle der Cleopatra angetan. Doch als die beiden Frauen kurze Zeit später tatsächlich in Berlin anreisen, haben sich einige Dinge grundlegend verändert und Emil steht vor ganz neuen Herausforderungen…

„Traumfabrik“ ist eine in großen Hollywoodbildern erzählte Liebeserklärung an das Filmemachen und die Liebe an sich, die ihre deutschen Wurzeln nicht verleugnet und selbst in ihrem zelebrierten Kitsch jederzeit aufrichtig ist.


SPIDER-MAN: FAR FROM HOME | Regie: Jon Watts | USA 2019

Seit den Ereignissen in „Avengers: Endgame“ hat sich das Leben von Peter „Spider-Man“ Parker verändert. Er muss nicht nur hilflos mit ansehen, wie seine Tante May mit Happy anbandelt und sein bester Freund Ned ebenfalls plötzlich auf Wolke Sieben schwebt. Es ist vor allem der Verlust seines Mentors und Freundes Tony Stark, der Peter vor neue Herausforderungen stellt. Die bevorstehende Klassenreise nach Europa kommt ihm da gerade recht. Vielleicht ja sogar, um endlich seiner Angebeteten MJ zu gestehen, dass er mehr für sie empfindet, als nur Freundschaft. Im malerischen Venedig angekommen, schlägt die Stimmung jedoch um. Ein Wassermonster attackiert die Stadt, dem sich der charismatische Quentin Beck alias Mysterio mit vollem Körpereinsatz entgegenstellt. Nick Fury stellt ihn Peter als sein neuer Mentor vor. Doch die Bedrohung ist größer als gedacht…

Zwischen High-School-Comedy, klassischer Superhelden-Action und Peter Parkers Versuch, sich selbst zu finden, steckt in „Spider-Man: Far From Home“ vor allem ein hochbrisanter politischer Kommentar darüber, wie es ist, in einer Zeit zu leben, in der sich die Manipulation der Medien und Fake News zur ultimativen Waffe entwickelt haben.


GEHEIMNIS EINES LEBENS | Regie: Tom Hughes | UK 2018

Großbritannien im Jahr 2000: Die Engländerin Joan Stanley (Judi Dench), weit in ihren Achtzigern, lebt in ihrem Vorort-Häuschen ein unauffälliges Rentnerdasein. Doch damit hat es ein abruptes Ende, als der MI5 vor der Tür steht und die alte Dame festnimmt, weil sie Geheimnisse an die Russen verraten haben soll. 1938: Als junge Frau studiert Joan (Sophie Cookson) in Cambridge Physik und verliebt sich in den ebenso attraktiven wie manipulativen Kommunisten Leo Galich (Tom Hughes), durch den sie die Welt in einem neuen Licht zu sehen beginnt. Wenige Jahre später arbeitet sie während des Zweiten Weltkriegs für ein geheimes NuklearForschungsprojekt. Und erkennt, dass die Welt im Kräftemessen zwischen Ost und West kurz vor der gegenseitigen Zerstörung steht. Joan muss sich entscheiden, ob sie stark genug ist, ihr Land und ihre Liebe für den Frieden zu verraten.

„Geheimnis eines Lebens“ lebt von der außergewöhnlichen Lebensgeschichte einer Frau, die 40 Jahre lang unerkannt als Spionin tätig war. Schade ist, dass Regisseur Trevor Nunn nicht auch einen außergewöhnlichen Inszenierungsstil gewählt hat, sondern einfach nur die Vita seiner Protagonistin herunterbetet.


ANNABELLE 3 | Regie: Gary Dauberman | USA 2019

Das umstrittene aber sich liebende Dämonologen-Ehepaar Ed und Lorraine Warren (Patrick Wilson und Vera Farmiga), das schon viele Fälle gemeinsam gelöst hat, sind fest entschlossen, Annabelle daran zu hindern, weiteren Schaden anzurichten, und nehmen die besessene Puppe zu sich nach Hause, wo sie sie in einem verriegelten Artefaktenraum einschließen – „sicher“ untergebracht hinter heiligem Glas, das zusätzlich von einem Priester geweiht wurde. Hier sollte sie eigentlich keinen Einfluss mehr auf ihre Umfeld haben. Aber es kommt alles anders. Eine unheilige Nacht voller Terror steht ihnen bevor, als Annabelle die bösen Geister des Raumes erweckt, die nun alle ein Ziel haben: Judy (Mckenna Grace), die zehnjährige Tochter der Warrens, und ihre Freundinnen Mary (Madison Iseman) und Daniela (Katie Sarife).

In „Annabelle 3“ präsentiert Regiedebütant Gary Dauberman routiniert das kleine Einmaleins des Horrorkinos, das sich leider im letzten Drittel in Jumpscare-Hysterie verliert. Dank der festen Verankerung im „Conjuring“-Universum und der Warren-Tochter Lucy als sympathietragende Hauptfigur überwiegt jedoch der Eindruck, es hier mit einem sehr soliden Spin-Off einer nunmehr auf sieben Filme angewachsenen Reihe zu tun zu haben.


TEL AVIV ON FIRE | Regie: Sameh Zoabi | LUX/BEL/ISR/FR 2018

In Tel Aviv geht es heiß her. Zumindest laut der schnulzigen Soap Opera „Tel Aviv on Fire“, die jeden Abend über die TV-Bildschirme flimmert und Israelis wie Palästinenser vor der Glotze vereint. Der junge Palästinenser Salam ist Drehbuchautor des Straßenfegers und muss für die Dreharbeiten jeden Tag die Grenze zwischen Israel und dem Westjordanland überqueren. Bei einer Checkpoint-Kontrolle gerät das  Skript der nächsten Folge in die Hände des israelischen Kommandeurs Assi. Das kommt dem gelangweilten Grenzwächter gerade recht. Um seine Frau zu beeindrucken, zwingt er Salam das Drehbuch umzuschreiben. Ein Bombenerfolg! Von nun an denken sich Salam und Assi immer neue schnulzige Dialoge und absurde Plotentwicklungen aus. Der Einfluss des israelischen Militärs auf die populäre, eigentlich anti-zionistische Seifenoper wird immer größer. Aber dann soll die Serie abgesetzt werden…


ELECTRIC GIRL | Regie: Ziska Riemann | UK/NZL 2019

Poetry Slammerin Mia bekommt die Chance, als Synchronsprecherin die Anime-Superheldin Kimiko zu verkörpern. Dabei entdeckt sie immer mehr Parallelen zwischen sich und dieser mutigen jungen Frau. Auch Mia hat auf einmal außergewöhnliche Kräfte und kann übermenschliche Taten vollbringen: genau wie Kimiko sieht sie Elektrizität, kann von Dächern springen und Menschenleben retten. Sie beschließt diese erwachenden Kräfte zu nutzen und auch im echten Leben gegen das Böse zu kämpfen. Denn wie im Anime planen feindliche Mächte die ganze Menschheit zu vernichten. In ihrem melancholischen Nachbarn Kristof findet Mia einen Seelenverwandten, und ihren Co-Helden. Eines wird dabei jedoch zunehmend deutlicher – irgendetwas stimmt nicht mit Mia. Während ihr in einem manischen Rausch kein Opfer zu groß ist, die Welt zu retten, gerät ihr eigenes Leben komplett aus dem Gleichgewicht.


KROOS | Regie: Manfred Oldenburg | DE 2019

„Kroos“ verfolgt den Weg, den Toni Kroos von Greifswald bis nach Madrid zurückgelegt hat – mit Stationen wie München und Leverkusen, Sternstunden wie der WM 2014 und dem dreifachen Champions League-Gewinn (2016, 2017 und 2018) mit Real, aber auch mit Tiefpunkten wie dem Münchner ,Finale Dahoam‘ 2012 und der letzten WM in Russland. Dabei gewährt der Dokumentarfilm nicht nur überraschende Einblicke in das Leben eines außergewöhnlichen Sportlers und ganz besonderen Menschen, sondern er wirft auch einen Blick hinter die Kulissen des Profifußballs. So zeichnet Regisseur Manfred Oldenburg das Porträt eines Ausnahmefußballers und Ausnahmemenschen in einer permanenten Ausnahmewelt. In einer Zeit, in der Fußball so sehr Show ist wie nie zuvor und sich andere in den großen Momenten nach vorne drängen, erkennt man in Toni Kroos den Mann für die unbeachteten und besonderen Momente.


Heimkinotipp: EXTREMELY WICKED, SHOCKINGLY EVIL AND VILE | Regie: Joe Berlinger | USA 2019

Basierend auf der wahren Geschichte von Ted Bundy – Amerikas berüchtigtstem SerienkillerVon 1974 bis 1978 hält eine brutale Mordserie die gesamte USA in Atem. Mehr als 30 junge Frauen fallen den grausamen Verbrechen zum Opfer. Ted Bundy (Zac Efron): Attraktiv, smart, charismatisch. Liz (Lily Collins): Alleinerziehende Mutter und Ted‘s Charme erlegen. Ein Bild von häuslicher Glückseligkeit, die Zwei scheinen alles im Griff zu haben.Als Ted 1975 verhaftet und beschuldigt wird, eine wachsende Serie an grausamen Morden an jungen Frauen begangen zu haben, wird dieses Bild schlagartig erschüttert. Die Besorgnis wird bald zur Paranoia – Liz ist gezwungen zu überdenken, wie gut sie den Mann kennt, mit dem sie ihr Leben teilt. Als die Beweise sich häufen, muss sie sich entscheiden ob Ted das Opfer, oder tatsächlich der Täter ist…

Obwohl jeder weiß, wie die Geschichte rund um den legendären Serienmörder Ted Bundy ausgegangen ist, führt Joe Berlinger sein Publikum so lang überzeugend in den Dunstkreis seiner psychopathischen Hauptfigur ein, bis man erst ganz zum Schluss merkt, dass man hier gerade einen Wahnsinnigen auf den Leim gegangen ist. Und das ist mindestens genauso schockierend wie die Taten selbst.

Spider-Man: Far From Home

Nur wenige Monate nach dem MCU-Spektakel „Avengers: Endgame“ traut sich in SPIDER-MAN: FAR FROM HOME die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft noch einmal auf die große Leinwand und behauptet sich im Schatten des Über-Blockbusters bemerkenswert gut. Warum das so ist, das verraten wir in unserer Kritik – das Wissen zu „Endgame“ setzen wir übrigens voraus. Weiterlesen

2017 – Die Plätze 10 bis 1

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge werde ich mit den Top 10 meiner Lieblingsfilme 2017 nun endgültig mit dem vergangenen Jahr abschließen. Ein kurzes Abschlussfazit: Ich habe so viele Filme wie noch nie gesehen und habe mich erstmals auch ein wenig ausführlicher mit Produktionen auseinandergesetzt, die nicht regulär ins Kino gekommen sind. Dabei habe ich dann tatsächlich eine Handvoll Perlen entdeckt und ärgere mich etwas, dass ich Direct-to-DVD-Produktionen erst jetzt in meinen Jahrescharts berücksichtige. Unter allen Filmen, die ich gesehen habe, waren diesmal doch ein paar mehr Graupen dabei, als zuletzt. Wobei sich diese mitnichten bloß im Mainstreamkino ausmachen lassen. Es nervt mich, dass Big-Budget-Filme immer stärker von oben herab betrachtet werden, auch wenn sich manch ein Film nicht wundern braucht, wenn er das Image des Blockbusters nachhaltig schädigt. Trotzdem gibt es in absolut jedem Genre und jeder Produktionsgröße starke und schwache Filme. 2017 war für mich aber vor allem das Jahr des Horrorfilms. Als Genrefan freut mich das ganz besonders, genauso wie ich an dieser Stelle gern (mal wieder) eine Lanze für das deutsche Kino brechen möchte, das dieses Jahr wirklich stark aufgestellt war. Nun aber genug in der Vergangenheit geschwelgt – Zeit, für die letzten ehrenwerten Nennungen:

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