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Das startet am 7. November 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 7. November, der unter anderem die 10 Jahre nach dem ersten Teil endlich erscheinende Fortsetzung zu „Zombieland“ in die Kinos kommt und hier sicherlich für reißenden Absatz sorgen dürfte. Empfehlen möchten wir mit „Lara“ und „The Report“ diesmal allerdings zwei ganz andere Filme, die nur in ausgewählte Kinos kommen, hier aber jeden Zuschauer verdient haben. Wie wir derweil zu „Midway“ stehen, darüber müssen wir uns bis kommenden Mittwoch noch in Stillschweigen hüllen, aber dann erfahrt ihr mehr zum neuen Film von Roland Emmerich. Bis dahin bleiben Euch die Reviews zu sämtlichen anderen Filmen, ihr kennt das Spiel.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

LARA | Regie: Jan-Ole Gerster | DE 2019

Es ist Laras (Corinna Harfouch) sechzigster Geburtstag, und eigentlich hätte sie allen Grund zur Freude, denn ihr Sohn Viktor (Tom Schilling), angehender Weltklassepianist und große Hoffnung in der Musikerszene, gibt an diesem Abend das wichtigste Klavierkonzert seiner Karriere. Schließlich war sie es, die seinen musikalischen Werdegang entworfen und forciert hat. Doch Viktor ist schon seit Wochen nicht mehr erreichbar und nichts deutet darauf hin, dass Lara bei seiner Uraufführung willkommen ist. Auch ihr Ex-Mann und Viktors Vater macht ihr unmissverständlich deutlich, dass man sie nicht unbedingt dabei haben möchte. Kurzerhand kauft sie sämtliche Restkarten und verteilt sie an jeden, dem sie an diesem Tag begegnet. Doch je mehr Lara um einen gelungenen Abend ringt, desto mehr geraten die Geschehnisse außer Kontrolle.

„Lara“ ist ein absolut lebensechtes Porträt einer Frau, die einen trotz ihrer harten Schale von Minute zu Minute immer weiter in ihren Bann zieht, ohne einfach irgendwann nur ganz billig einen weichen Kern zu entlarven. „Lara“ ist authentisch und echt, „Lara“ ist lustig und traurig und „Lara“ ist genauso wahrhaftig wie Corinna Harfouch, die hier eine ihrer besten Leistungen überhaupt abliefert.


THE REPORT | Regie: Scott Z. Burns | USA 2019

Der engagierte Mitarbeiter Daniel J. Jones (Adam Driver) wird von seiner Chefin, Senatorin und Vorsitzende des Geheimdiensausschusses Dianne Feinstein (Annette Bening), beauftragt, eine Untersuchung über das „Detention and Interrogation Programm“ der CIA zu leiten, welches nach den Anschlägen des 11. September 2001 ins Leben gerufen wurde, um mithilfe illegaler Verhörmethoden, zu denen auch Folter gehörte, Informationen über die Hintermänner der Attentate herauszubekommen. Jones‘ begibt sich in den eigenen Reihen auf eine unerbittliche Suche nach der Wahrheit und bringt daraufhin ans Licht, wie weit der mächtigste Geheimdienst der USA bereit war zu gehen, um Beweise zu zerstören, Gesetze zu untergraben und ein schockierendes Geheimnis zu verbergen. Und plötzlich hat Daniel die Möglichkeit, all das an die Öffentlichkeit zu bringen…

Bestückt mit einem phänomenalen Adam Driver erzählt „The Report“ auf genügend nüchterne wenn auch gleichermaßen angemessen emotionale Weise den Weg von den ersten Recherchen hin zur Veröffentlichung von Informationen eines der größten CIA-Skandale in der Geschichte der USA.


ZOMBIELAND: DOPPELT HÄLT BESSER | Regie: Ruben Fleischer | USA 2019

Zehn Jahre ist es her, seit Zombiehorden die Menschheit überrannt und einen Großteil der Bevölkerung dezimiert haben. Die letzten Überlebenden haben sich mit der Plage mittlerweile allerdings arrangiert. Wichita (Emma Stone), Little Rock (Abigail Breslin), Columbus (Jesse Eisenberg) und Tallahassee (Woody Harrelson) haben es sich im Weißen Haus gemütlich gemacht. Wenn sie nicht gerade Weihnachten feiern oder Untote (nochmal) killen, zelebrieren Wichita und Columbus ihre Liebe, während Tallahassee das Flügge werden der jüngsten Little Rock gar nicht so lieb ist. Als die beiden Frauen eines Tages Reißaus nehmen – wenngleich aus vollkommen unterschiedlichen Gründen – sind die zwei Männer wieder auf sich allein gestellt. Allerdings nicht lang, denn die Geschehnisse nehmen eine unerwartete Wendung. Und daran ist die ziemlich naive Madison (Zoey Deutch) nicht ganz unschuldig…

Wer Teil eins mochte, wird auch Teil zwei mögen und wer vom ersten Teil nicht so der Fan war, dem liefert Ruben Fleischer mit „Zombieland: Doppelt hält besser“ noch ein, zwei Gründe dafür an die Hand, warum das so sein könnte. Für die Fortsetzung hat sich der Regisseur nämlich sichtbar kritisch mit dem Vorgängerfilm auseinandergesetzt und generiert daraus einige neue Lacher. Auch die altbewährte Figurenkonstellation macht wieder viel Spaß. Nur der betont künstliche Look hinterlässt viele Fragezeichen.


MIDWAY | Regie: Roland Emmerich  | CHN/USA 2019

Pazifik, 4. bis 7. Juni 1942: Demokratie und Freiheit stehen auf dem Spiel, als es nach dem unvorhergesehenen Angriff auf Pearl Harbor bei den abgelegenen Midwayinseln zu einem entscheidenden Aufeinandertreffen kommt, bei dem die zahlenmäßig geschwächte US-amerikanische Marine und Luftwaffe allen Widrigkeiten trotzt, um sich einem in jeder Hinsicht überlegenen Gegner zu stellen. Im Mittelpunkt dieses Manövers: Lieutenant Richard ‚Dick‘ Best (Ed Skrein), der zwar noch nicht lange an der Front kämpft, mit diesem Einsatz aber bereits vor der Herausforderung seines Lebens steht. Für die ihm unterstellte Fliegerstaffel wird er zum Vorbild. Mit Mut, außergewöhnlicher Entschlossenheit und historisch beispielloser Gefechtskunst konfrontieren sie die Kaiserliche Japanische Marine in einer atemberaubenden Luft- und Seeschlacht, die den entscheidenden Wendepunkt des Pazifikkrieges einleiten soll…

Zurück in die Neunziger, als man Filme wie „Midway“ noch machen konnte und durfte – ihren Reiz haben diese tumben, patriotismusgeschwängerten Kriegsactioner nicht verloren, auch wenn sie schon mal deutlich besser ausgesehen haben als hier.


UNSERE LEHRERIN, DIE WEIHNACHTSHEXE | Regie: Michele Soavi | IT/ESP 2018

Paola hat ein Geheimnis: Tagsüber arbeitet die beliebte Lehrerin an der örtlichen Schule, hat einen lieben Freund und steht kurz vor der Verlobung. Doch des Nachts verwandelt sie sich in die schrullige Weihnachtshexe Befana und ist mit ihrer langen Nase und den Warzen im Gesicht kaum mehr wieder zu erkennen. Trotzdem liebt sie ihre Berufung. Ihre Kinder, denen sie zu Weihnachten die Geschenke bringt, sind ihr heilig. Doch vor vielen, vielen Jahren ist einer ihrer Einsätze schiefgegangen. Und ausgerechnet jetzt folgt die Rache des kleinen Jungen, der damals von ihr „vergessen“ wurde. Aus dem ist mittlerweile der erfolgreiche Spielzeughersteller Mr. Johnny geworden, der Befana erst wieder rausrückt, wenn die ihm verraten hat, wo sie die vielen Briefe der Kinder aufbewahrt. Apropos Kinder: Als eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern das Verschwinden ihrer Lehrerin bemerkt, begibt sie sich auf eigene Faust auf die Suche nach ihr…

Hier passt nichts zusammen: Der Kinder-Weihnachtsfilm „Meine Lehrerin, die Weihnachtshexe“ ist zu gruselig und gewalttätig für Kinder und versprüht für einen Weihnachtsfilm viel zu wenig Harmonie. Auch die vielen technischen Ungenauigkeiten wie die miese Soundabmischung oder unzählige Schnitt- und Anschlussfehler schmälern das Sehvergnügen erheblich. Immerhin die Darsteller, allen voran Judith Rakers als Synchronsprecherin, können in der (deutschen) Fassung überzeugen.


DAS WUNDER VON MARSEILLE | Regie: Pierre François Martin-Laval | IT/ESP 2018

Der achtjährige Fahim (Assad Ahmed) muss Hals über Kopf mit seinem Vater Nura (Mizanur Rahaman) von Bangladesch nach Paris fliehen. Dort beginnt für die beiden ein Spießrutenlauf. Wo sollen sie eine Unterkunft finden und der Vater einen Job herbekommen? Dank seines außerordentlichen Schachtalents findet Fahim in dem Schachtrainer Sylvain (Gérard Depardieu) einen Förderer und wahren Freund. Aber kurz vor den Meisterschaften droht dem Vater die Ausweisung. Fahim bleibt nur eine Wahl: Er muss französischer Champion werden, damit ihre Flucht nicht umsonst war.

Regisseur Pierre François Martin-Laval („Gaston“, Essaye-moi“) erzählt in „Das Wunder von Marseille“ mit viel Gefühl, aber auch Humor die unglaubliche wahre Geschichte eines Jungen, der für seinen Traum alles aufs Spiel setzt.


DER LETZTE BULLE | Regie: Peter Thorwarth  | DE 2019

25 Jahre Koma liegen hinter dem knallharten Polizisten Mick Brisgau (Henning Baum), als er in einer ihm unbekannten Welt erwacht. Alles ist neu, alles ist anders: Sein altes Team wird von einer Kommissarin geleitet, der raue Ton ist der Bürokratie gewichen, und seine ehemalige Freundin Lisa hat einen neuen Kerl. Mit Andreas Kringge bekommt Mick den spießigsten Typen des Reviers als Aufpasser zur Seite gestellt, der sich zu allem Überfluss als neuer Mann an Lisas Seite herausstellt. Das ungleiche Duo muss seine Rivalität hintanstellen, denn ein Maulwurf scheint in den eigenen Reihen zu sein. Gemeinsam müssen Brisgau und Kringge versuchen, miteinander statt gegeneinander zu arbeiten, und zusätzlich die Frage klären: Wer hat Mick vor 25 Jahren ins Koma befördert? Erzählt mit viel Humor, rasanter Action und jeder Menge Herz von Peter Thorwarth – natürlich mit Henning Baum und Maximilian Grill!


Heimkinotipp: BAILEY 2 – EIN HUND KEHRT ZURÜCK | Regie: Gail Mancuso | CHN/IND/HKG/USA 2019

Hund Bailey ist in die Jahre gekommen. Früher tollte er noch gemeinsam mit seinem Herrchen Ethan über die Wiesen und führte ihn sogar mit seiner heutigen Frau Hannah zusammen, doch mittlerweile lässt es der gutmütige Rüde ruhiger angehen. Ethans und Hannahs Enkelin Calista Jane – kurz: CJ – hat es dem Ehepaar und Bailey besonders angetan. Doch CJs Mutter Gloria ist seit dem Tod ihres Mannes vollkommen überfordert. Sie träumt von einer Karriere als Sängerin und vernachlässigt darüber ihre Tochter. Trotzdem nimmt sie CJ eines Tages mit zu sich, als sie überstürzt von der Farm ihrer Eltern aufbricht und versucht, sich in der Stadt ein neues Leben aufzubauen. Zunächst muss CJ hier ganz allein klarkommen. Doch schon bald trifft sie über Umwege auf die junge Hündin Molly. Was CJ nicht ahnt: In Molly steckt die Seele des mittlerweile verstorbenen Bailey…

„Bailey 2 – Ein Freund fürs Leben“ erzählt eine reifere Geschichte als noch der erste Teil und profitiert von einem überzeugenderen Synchronsprecher in der Rolle des Titelhundes. Und obwohl die Story zwischenzeitlich an Kitsch und Überkonstruktion zu scheitern droht, geht man am Ende doch mit einem bemerkenswerten Wohlgefühl aus dem Kino.