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Videoabend: Deadly Home

Kino ist teuer, mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden und wer generell nicht gern unter Leute geht, der muss die Stoßzeiten meiden, um einen Film in Ruhe und ohne Störungen genießen zu können. Wenngleich die Videotheken nach und nach vom Online-Streaming verdrängt werden, geht doch nichts über einen gemütlichen Filmeabend auf dem heimischen Sofa. Obwohl die Auswahl riesig ist und Kinofilme immer schneller nach ihrem Start auch auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich sind, lohnt sich sich ab und zu, einen Blick auf den Direct-to-Video-Markt zu werfen. Manchmal finden sich hier nämlich echte Perlen, ebenso sehr wie solche, die sich erst im Nachhinein als Rohrkrepierer erweisen. In meiner neuen Rubrik VIDEOABEND möchte ich Euch jede Woche einen Film vorstellen, der es hierzulande nicht oder nur sehr limitiert ins Kino geschafft hat.

Diese Woche widme ich mich dem Home-Invasion-Thriller „Deadly Home“, die seit dem 17. März 2016 im Handel erhältlich ist.

Deadly Home

Anna Rook (Beth Riesgraf) leidet an einer extremen Form von Agoraphobie – einer Angststörung, die es ihr unmöglich macht, sich an öffentlichen Plätzen aufzuhalten. Abgeschottet von der Gesellschaft lebt sie in einem abgelegenen viktorianischen Haus und ihr einziger sozialer Kontakt beschränkt sich auf ihren todkranken Bruder (Timothy McKinney) und den charmanten Dan (Rory Culkin). Als eines Tages ein Trio Kleinkrimineller bei ihr einbricht, wird ihr Rückzugsort plötzlich zu einer tödlichen Falle. Da sie wegen ihrer Angststörung das eigene Haus nicht verlassen kann, muss sie um das eigene Überleben kämpfe. Doch schon bald zeigt sich, dass Agoraphobie nicht ihr einziges dunkles Geheimnis ist …

Euro Video bewirbt ihn so: 

Horror-Produzent Adam Schindler […] inszeniert mit „Deadly Home“ (auch bekannt als „Shut In“ oder „Intruders“) einen vielschichtigen und unvorhersehbaren Psychothriller, in dem die Grenzen zwischen Opfer und Täter verschwimmen. In einer beklemmenden Atmosphäre spielt er bewusst mit den Sehgewohnheiten des Zuschauers, der sich nie sicher sein kann, auf wessen Seite er stehen soll.

Kritik

Von Vertriebsseite mit einem vielschichtigen und unvorhersehbaren Filmerlebnis zu werben, gleichzeitig aber auch ein Produkt auf den Markt zu bringen, das es bereits schon zwei mal, nur unter anderem Namen in den Handel geschafft hat, beißt sich ganz schön. Umso spannender ist es da, zu sehen, was das Regiefilmdebüt von „Paranormal Activity“-Produzent Adam Schindler auch tatsächlich hält. Mit seiner Beteiligung an dem Found-Footage-Überraschungshit, sowie dem nicht minder erfolgreichen Horror-Franchise „Insidious“ sollte der nun auch unter die Filmemacher gegangene Schindler eigentlich wissen, wie man Spannung generiert. Und siehe da: Trotz übler Vorzeichen erweist sich sein Home-Invasion-Schocker „Deadly Home“ tatsächlich als twistreiches Seherlebnis, das man so vorab nicht unbedingt hätte kommen sehen. Gleichwohl hat sich die Art der Storywendung, die in diesem Film relativ früh auf’s Parkett tritt, gerade im neueren Horrorkino schon ein ums andere Mal bewährt, weshalb wir an dieser Stelle darauf hinweisen möchten, dass der vollkommen uneingenommene Genuss von „Deadly Home“ vor allem dann gewährleistet ist, wenn man sich vorab weder den Trailer anschaut, noch das leider einen Tick zu viel parat haltende DVD-Cover studiert. Im Folgenden wird einmal mehr selbstverständlich auf jedwede Art von Spoilern verzichtet.

Die durch die TV-Serie „Leverage“ bekannt gewordene Schauspielerin Beth Riesgraf spielt in „Deadly Home“ die Hauptrolle der an Angoraphobie leidenden Anna bietet ihre Performance mit einer beklemmenden Intensität dar. Wenngleich sich wohl kaum einer vorstellen kann, wie sehr man darunter leiden kann, das Draußen und öffentliche Orte zu besuchen, so ist das Skript von T.J. Cimfel und David White („V/H/S – Viral“) doch so subtil-clever, dass es keinerlei Effekthascherei braucht, um dem Zuschauer zu verstehen zu geben, mit welchem Panikgefühl das Leiden der Protagonistin verbunden ist. Wenn sie erst einmal auf die drei Einbrecher trifft, verzichtet das Drehbuch auf zu offensive Jump-Scares, sondern spielt mit einigen nicht zu leugnenden Vorteilen, die Anna gegenüber ihren Peinigern besitzt: Während sie das Haus wie ihre Westentasche kennt, müssen die Kriminellen jenes erst Schritt für Schritt erkunden. Ein Katz-und-Maus-Spiel, wie man es normalerweise aus Home-Invasion-Filmen kennt, findet hier auf Augenhöhe statt und entwickelt damit einen authentischen, realistischen Beigeschmack, der wiederum Freunde jener Filme verschrecken könnte, die einfach nur darauf aus sind, den Stresspegel beim Zuschauer möglichst hoch zu halten. Ohne zu viel zu verraten, könnte sich das in der zweiten Hälfte aber ändern, in der sich schließlich auch die FSK-Freigabe ab 16 erschließt. Hier hilft dann aber nur: selbst anschauen und für sich entscheiden, wie sehr ich mit Storyentwicklung und -Twists zufrieden bin.

DEADLY HOME stammt von Adam Schindler, das Skript stammt von T.J. Cimfel und David White. Unter den Darstellern finden sich Beth Riesgraf, Rory Culkin, Jack Kesy, Leticia Jimenez, Timothy T. McKinney, Joshua Mikel und Martin Starr. Bei dem Film handelt es sich um eine US-amerikanische Thrillerproduktion aus dem Jahr 2015. Der Film ist hierzulande ungekürzt auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich und ab 16 Jahren freigegeben. Die Länge beträgt 90 Minuten.

Fazit

„Deadly Home“ ist ein unspektakulär gefilmter, inhaltlich aber angenehm unkonventioneller Suspense-Thriller, der, angereichert mit einigen hübschen Horroreffekten, nichts für zarte Gemüter ist. In der zweiten Hälfte nimmt der von allen Beteiligten gut gespielte Film schließlich einige unerwartete Wendungen, die es sich lohnt, selbst zu entdecken. Also: Ab in die Videothek oder zum Filmhändler Eures Vertrauens!

Mein Tipp: kann man kaufen…

Videoabend: Next Goal Wins

Kino ist teuer, mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden und wer generell nicht gern unter Leute geht, der muss die Stoßzeiten meiden, um einen Film in Ruhe und ohne Störungen genießen zu können. Wenngleich die Videotheken nach und nach vom Online-Streaming verdrängt werden, geht doch nichts über einen gemütlichen Filmeabend auf dem heimischen Sofa. Obwohl die Auswahl riesig ist und Kinofilme immer schneller nach ihrem Start auch auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich sind, lohnt sich sich ab und zu, einen Blick auf den Direct-to-Video-Markt zu werfen. Manchmal finden sich hier nämlich echte Perlen, ebenso sehr wie solche, die sich erst im Nachhinein als Rohrkrepierer erweisen. In meiner neuen Rubrik VIDEOABEND möchte ich Euch jede Woche einen Film vorstellen, der es hierzulande nicht oder nur sehr limitiert ins Kino geschafft hat.

Diese Woche widme ich mich der preisgekrönten Sportdokumentation „Next Goal Wins“, die seit dem 8. April 2016 im Handel erhältlich ist.

Next Goal Wins

Ohne Sieg. Aber niemals ohne Hoffnung.

2001 schrieb die winzige pazifische Insel Amerikanisch-Samoa Fußball-Geschichte – mit einer demütigenden 31:0-Niederlage, die ihr den Titel „schlechteste Mannschaft der Welt“ einbrachte. Auch über ein Jahrzehnt später bleibt das Amateurteam das Schlusslicht der FIFA-Weltrangliste. Mit einer Ausbeute von zwei Toren und Null Siegen in 17 Jahren sehen sich die trotz allem passionierten Spieler nun mit einer beängstigenden Aufgabe konfrontiert: der Qualifikationsrunde zur WM 2014. Doch Hilfe naht: Der eigenwillige niederländische Trainer Thomas Rongen, der einst neben Legenden wie George Best und Johan Cruyff spielte, nimmt die Herausforderung an, das Unmögliche möglich zu machen…

Dem Regieduo aus Mike Brett und Steve Jamison gelang ein außergewöhnlicher Blick hinter die Kulissen des schlechtesten Fußballteams der Welt.

Universum Film bewirbt ihn so: 

NEXT GOAL WINS erzählt eine inspirierende Geschichte über die Macht der Hoffnung und Kameradschaft, die bereits auf dem Tribeca Film Festival zum Publikumsliebling avancierte und u.a. mit dem „British Independent Film Award“ als beste Doku ausgezeichnet wurde.

Kritik

Aktuell ist die biographische Feel-Good-Komödie „Eddie the Eagle – Alles ist möglich“ in den Kinos zu sehen. Darin geht es um einen Mann, der es aller Widerstände zum Trotz zu den Olympischen Spielen schafft. Als schlechtester Athlet der Veranstaltung ging er damals in die Geschichte ein. Doch die Sympathien des Publikum waren ihm mindestens ebenso sicher, wie der letzte Platz im Wettkampf. Dieser Tage ist nun mit „Next Goal Wins“ ein Film ähnlichen Kalibers in den Läden erschienen, der sich allerdings auf die Erzählform des Dokumentarfilms verlässt und dem Zuschauer einen unverfälschten Einblick hinter die Kulissen der schlechtesten Fußballmanschaft der Welt gewährt. Bei diesem Team handelt es sich um jenes der kleinen Insel Amerikanisch-Samoa, die bis heute auf dem letzten Platz der FIFA-Fußballweltrangliste rangiert. Doch ähnlich Eddie Edwards lassen sich auch die Spieler von Amerikanisch-Samoa nicht unterkriegen. „Next Goal Wins“ begleitet sie in den Wochen und Monaten vor Qualifikationsrunde für die Fußballweltmeisterschaft 2014. Und dieser Weg, gespickt mit vielen Höhen und Tiefen, angereichert mit privaten Geschichten der Spieler, die uns einen Einblick in die uns fremde Kultur ermöglicht, ist ein Paradebeispiel dafür, weshalb es sich lohnt, niemals aufzugeben.

In „Next Goal Wins“ geht es gar nicht so sehr darum, wie die WM-Qualifikation für die Mannschaft wohl ausgehen wird. Vielmehr steht in der britischen Dokumentation die Beobachtung eines Imagewechsels im Mittelpunkt. Der Film beginnt mit dem Spiel zwischen Britisch-Samoa und Australien, das mit einem Endstand von 31 : 0  in die Sportgeschichte einging. Anschließend gewährt uns das Filmteam einen Einblick in den Alltag der Spieler, ordnet das Geschehen des Spiels und das Ergebnis in die Trainingsbedingungen ein und macht deutlich: Amerikanisch-Samoa hat keine Profimannschaft zu bieten. Hier spielen Athleten unter Amateur-Niveau, die für ihr Spielen noch nicht einmal bezahlt werden und auf der Insel teilweise vier bis fünf Jobs gleichzeitig haben, um irgendwie über die Runden zu kommen. Damit ist „Next Goal Wins“ keine bloße Sportlerdoku, sondern bringt uns eine durch und durch zufriedene Kultur näher, mit der wir bislang nie konfrontiert wurden.

NEXT GOAL WINS stammt von Mike Brett und Steve Jamison. Bei dem Film handelt es sich um eine britische Dokumentarfilmproduktion aus dem Jahr 2014. Der Film ist hierzulande ungekürzt auf DVD und als Video on Demand erhältlich und ab 0 Jahren freigegeben. Die Länge beträgt 93 Minuten.

Fazit

Mit so viel Fingerspitzengefühl inszeniert, dass nie der Eindruck entsteht, die Macher würden sich über die erfolgloser Fußballer lustig machen, ist „Next Goal Wins“ ein feines Plädoyer für die Liebe zum Fußball, die das vermeintlich vorhersehbare Credo „Du kannst alles schaffen, wenn Du nur daran glaubst!“ aus einer äußerst realistischen Position einfängt. Je näher die alles entscheidenden Spiele rücken, desto dynamischer wird auch der Erzählfluss. Technisch bleibt „Next Goal Wins“ jedoch allenfalls solide und ist auf DVD eindeutig besser aufgehoben, als im Kino.

Mein Tipp: kann man kaufen…

… oder lieber gewinnen? Um eine von zwei DVDs von NEXT GOAL WINS abzustauben, verratet ihr mir bis zum 20. April, 23:59 Uhr in den Kommentaren oder bei Facebook, welcher Sportler Euch bislang am meisten beeindruckt hat. Viel Glück!

Videoabend: App

Kino ist teuer, mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden und wer generell nicht gern unter Leute geht, der muss die Stoßzeiten meiden, um einen Film in Ruhe und ohne Störungen genießen zu können. Wenngleich die Videotheken nach und nach vom Online-Streaming verdrängt werden, geht doch nichts über einen gemütlichen Filmeabend auf dem heimischen Sofa. Obwohl die Auswahl riesig ist und Kinofilme immer schneller nach ihrem Start auch auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich sind, lohnt sich sich ab und zu, einen Blick auf den Direct-to-Video-Markt zu werfen. Manchmal finden sich hier nämlich echte Perlen, ebenso sehr wie solche, die sich erst im Nachhinein als Rohrkrepierer erweisen. In meiner neuen Rubrik VIDEOABEND möchte ich Euch jede Woche einen Film vorstellen, der es hierzulande nicht oder nur sehr limitiert ins Kino geschafft hat.

Diese Woche widme ich mich dem ersten Second-Screen-Film „App“, der seit dem 16. Mai 2014 im Handel erhältlich ist.

App

Die Psychologie-Studentinnen Anna (Hannah Hoekstra) und Sophie (Isis Cabolet) sind beste Freunde. Gemeinsam teilen sie nicht nur ihre Liebe zum Tauchen, sondern auch eine Wohnung. Im Zuge einer rauschenden Partynacht wacht Anna eines Morgens mit einem heftigen Kater auf und macht die Bekanntschaft mit IRIS, einer App, die sich seit letzter Nacht auf ihrem Smartphone befindet. IRIS ist klug, scheint so ziemlich jede Antwort auf jede erdenkliche Frage zu wissen und erweist sich schon bald als erschreckend neugierig. Es dauert nicht lange und IRIS übernimmt nicht nur die Kontrolle über Annas Handy, sondern auch über ihr Leben. Doch nicht nur sie scheint von der Software verfolgt zu werden; IRIS verbreitet sich in Windeseile und schnell gibt es den ersten Toten…

Studio Hamburg Enterprises sagt: 

Werdet durch die Begleit-App zum Film selbst Teil der Handlung und erlebt den Thrill hautnah mit!

Kritik

Das Prinzip des “Second Screen” steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen. TV-Sender versuchen regelmäßig, das Publikum mit eigenen Apps zum aktiven Mitmachfernsehen zu animieren. Doch einen wirklichen Mehrwert bieten solche Angebote (derzeit) noch nicht. Mehr noch: Zuschauer, die derartige Angebote nicht nutzen, fühlen sich während einer Sendung sogar gestört, wenn die Hälfte des TV-Bildes User-Kommentaren von App-Nutzern weichen muss. Der in Deutschland noch weitgehend unbekannte, niederländische Filmemacher Bobby Boermans („Claustrofobia“) ging mit seinem Filmexperiment „App“ im vergangenen Jahr noch einen Schritt weiter und brachte die Second-Screen-Methode gar in die niederländischen Kinosäle. Mithilfe von App IRIS wird das Publikum zum wesentlichen Bestandteil einer ordentlich inszenierten Mystery-Horrorgeschichte. So ist es gut möglich, dass „App“ sich als Wegweiser für eine Technik entpuppt, die dem modernen Filmerlebnis neue Akzente hinzufügt; Hoffentlich trauen sich in Zukunft noch so einige Regisseure mehr, der „Generation Facebook“ mit derlei Spielereien neuen, filmischen Input zu liefern.

Die modernen Medien zum Dreh- und Angelpunkt eines Horrorfilms zu machen, ist spätestens seit dem Video-Grusel „Ring“ nicht mehr neu. Bereits im mäßig erfolgreichen „Pulse“ entpuppte das Internet als tödliche Falle und zuletzt ließen Filme wie der unterschätzte „Zimmer 205“, der innovativ gefilmte „Unknown User“ oder auch die deutsche Genreproduktion „Unfriend“ eine Tote über über Online-Plattformen mit der Welt kommunizieren. Im Subgenre Multimedia-Horror eigene Impulse zu setzen, bedarf somit einer enormen Kreativität. Filmemacher Bobby Boerman gelingt dies allein durch die Integration besagter App, die im gleichnamigen Film einen wesentlich höheren Mehrwert besitzt, als man ihr zunächst zutrauen möchte. Nachdem IRIS parallel zum Filmbeginn gestartet wird, orientiert sich die App, die lediglich auf die Mikrophon-Funktion des Smartphones zugreift, an der Soundkulisse, um sich an den passenden Stellen durch eine stumme Vibration bemerkbar zu machen und Zusatzinfos zu liefern. Kurze Videoclips zeigen die Handlung aus unterschiedlichen Blickwinkeln, der Zuschauer erhält Einsichten in wichtige SMS-Austausche zwischen den Figuren und aus der Ego-Perspektive geschossene Aufnahmen vermitteln den Eindruck, sich direkt am Set zu befinden. Bei der Sichtung durch die Kritikerin funktionierte die App (installiert auf einem iPhone 6S) tadellos, wenn auch zunächst um zwei bis drei Sekunden zeitverzögert. Das tut dem Spaß jedoch keinen Abbruch. Ein Neustart der App behebt dieses kleine Problem rasch.

APP stammt von Bobby Boermans. Drehbuchautor ist Robert A. JansenUnter den Darstellern finden sich Hannah Hoekstra, Isis Cabolet, Robert de Hoog, Mark van Euwen und Matthijs van die Sande Bakhuyzen. Bei dem Film handelt es sich um eine niederländische Horrorproduktion aus dem Jahr 2013. Der Film ist hierzulande ungekürzt auf DVD und Blu-ray erhältlich und ab 16 freigegeben. Die Länge beträgt 75 Minuten.

Fazit

Per se funktioniert die eigentliche Handlung aus den üblichen Versatzstücken eines Horrorfilms, ohne dabei jedoch auf allzu viel Effekthascherei, geschweige denn Jump-Scares zu setzen. Dadurch ist „App“ nicht derart angsteinflößend wie „Ring“ und schon gar nicht so comichaft wie „Pulse“; Die Bodenständigkeit in der Inszenierung führt stattdessen dazu, dass sich der Zuschauer schneller als erwartet mit den Geschehnissen auf dem Bildschirm identifiziert. Die nuanciert aufspielenden und dadurch jederzeit glaubhaften Darsteller, allen voran die ebenso süße wie toughe Hannah Hoekstra („Hemel“), unterstreichen diesen Eindruck.

Mein Tipp: kann man kaufen!

Videoabend: Lila & Eve – Blinde Rache

Kino ist teuer, mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden und wer generell nicht gern unter Leute geht, der muss die Stoßzeiten meiden, um einen Film in Ruhe und ohne Störungen genießen zu können. Wenngleich die Videotheken nach und nach vom Online-Streaming verdrängt werden, geht doch nichts über einen gemütlichen Filmeabend auf dem heimischen Sofa. Obwohl die Auswahl riesig ist und Kinofilme immer schneller nach ihrem Start auch auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich sind, lohnt sich sich ab und zu, einen Blick auf den Direct-to-Video-Markt zu werfen. Manchmal finden sich hier nämlich echte Perlen, ebenso sehr wie solche, die sich erst im Nachhinein als Rohrkrepierer erweisen. In meiner neuen Rubrik VIDEOABEND möchte ich Euch jede Woche einen Film vorstellen, der es hierzulande nicht oder nur sehr limitiert ins Kino geschafft hat.

Diese Woche widme ich mich Charles Stone IIIs Rachentriller „Lila & Eve – Blinde Rache“, der seit dem 14. März 2016 im Handel erhältlich ist.

Lila & Eve

Der Sohn von Lila (Viola Davis) wurde bei einem Drive-By-Shooting erschossen. Das Einzige was der allein erziehenden Mutter bleibt, ist ihr Sohn, der unter der Trauer seiner Mutter ebenso leidet, wie seine Mum selbst. Um ihren Schmerz zu verarbeiten, besucht Lila eine Therapie-Gruppe von Müttern, die durch unglückliche Umstände ihre Kinder verloren haben. Dort lernt sie Eve (Jennifer Lopez) kennen, deren Tochter ebenfalls gestorben ist. Die Ermittlungen der Polizei bringen kein Ergebnis, denn es gibt keinen konkreten Tatverdächtigen und keine Beweisstücke. Lila fühlt sich von der Polizei im Stich gelassen. Gemeinsam mit Eve macht sich Lila deshalb selbst auf die Suche nach dem Mörder ihres Jungen. Um Gerechtigkeit zu erlangen, macht sie auch vor dem Äußersten nicht halt – und findet etwas gänzlich Unerwartetes heraus.

KSM bewirbt ihn so: 

Viola Davis, nominiert für zwei Oscars und Emmy-Gewinnerin, sowie Jennifer Lopez, nominiert für einen Golden Globe, in einem Psychothriller über Vergeltung und Gerechtigkeit.

Kritik

Wenn einem Film mit Viola Davis („Prisoners“) und Jennifer Lopez („The Boy Next Door“) hierzulande eine Kinoauswertung verwehrt bleibt, dann haben es die Macher meist auf Seiten der Geschichte verbockt. Ganz so hart möchte man mit Regisseur Charles Stone III zwar nicht ins Gericht gehen, doch der Macher von „Mr 3000“ oder „Die Straßen Harlems“ legt mit dem Rache-B-Movie „Lila & Eve – Blinde Rache“ nicht gerade einen Meilenstein des modernen Thrillerkinos vor. Dabei ist die Prämisse eigentlich vielversprechend: Lila, eine alleinerziehende Mutter, hingebungsvoll gespielt von Viola Davis, verliert ihren Sohn aufgrund einer Schießerei im Rahmen eines Bandenkrieges. Während einer ihrer Selbsthilfegruppe-Sitzungen trifft Lila auf Eve (JLo), die ebenfalls vor einer Weile auf grauenvolle Art und Weise ihr Kind verlor. Doch anders als auf die Verdrängungstaktik zu setzen, schwört Eve Rache und schafft es, ihre neugewonnene Freundin davon zu überzeugen, diesen Feldzug mit ihr zu gehen. Das ist durchaus eine mutige Herangehensweise, erst recht weil das Drehbuch von Debütant Pat Gilfillan im Ansatz Selbstjustiz propagiert. Doch obwohl die beiden Hauptdarstellerinnen sich Mühe geben, ihre Figuren mit Leben zu füllen, bleibt die innere Zerrissenheit zwischen Rachsucht und der Besinnung darauf, nicht vom rechten Weg abkommen zu wollen, die meiste Zeit über pure Behauptung.

Viola Davis sind dabei noch die wenigsten Vorwürfe zu machen. Wenngleich das Skript die einzelnen Stationen ihrer Trauerbewältigung nur anreißt und es durchaus unglaubwürdig erscheint, dass die gute Frau nur wenige Wochen nach ihrem Verlust schon wieder zarte Bande zu einem Mann knüpft, sind die Dialoge in dieser Hinsicht weitestgehend so gefühlvoll geschrieben, dass man Lila auf ihren ersten Schritten zurück zur Normalität gern zusieht. Jennifer Lopez hat mit ihrer Rolle ein ungünstigeres Los gezogen: Als toughe Ex-Mum, die im Notfall schon mal selbst zur Knarre greift, verleiht sie „Lila & Eve“ nicht nur anstrengende Exploitation-Züge, sondern missfällt auch in ihrer emotionslosen, Lila immer stärker manipulierenden Art. Als starkes Frauenduo, mit dem der Zuschauer gern mitfiebert, funktionieren die beiden überhaupt nicht. Und der Schlussakt ist schließlich derart rührselig, dass die vorab wenigstens im Ansatz durchscheinende Coolness ebenfalls zunichte gemacht wird.

LILA & EVE – BLINDE RACHE stammt von Charles Stone III. Drehbuchautor ist Pat Gilfillan. Unter den Darstellern finden sich Viola Davis, Jennifer Loez, Shea Whigham, Andre Royo, Aml Ameen, Julius Tennon, Michole Briana White, Chris Chalk und Yolonda Ross. Bei dem Film handelt es sich um eine US-amerikanische Thrillerproduktion aus dem Jahr 2015. Der Film ist hierzulande ungekürzt auf DVD und Blu-ray erhältlich und ab 16 freigegeben. Die Länge beträgt 94 Minuten.

Fazit

Da wäre mehr drin gewesen: „Lila & Eve – Blinde Rache“ ist trotz Starbesetzung nicht mehr als der beste Beweis dafür, dass auch große Namen nicht davor gefeit sind, direkt nach dem Dreh im unteren Heimkinoregal zu verschwinden. Technisch auf solidem Niveau entwickelt sich das Skript leider immer genau in die Richtung, die man erwartet. Und in der deutschen Synchro ist Jennifer Lopez leider fast unerträglich.

Mein Tipp: ausleihen reicht!

Videoabend: Kill Your Friends

Kino ist teuer, mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden und wer generell nicht gern unter Leute geht, der muss die Stoßzeiten meiden, um einen Film in Ruhe und ohne Störungen genießen zu können. Wenngleich die Videotheken nach und nach vom Online-Streaming verdrängt werden, geht doch nichts über einen gemütlichen Filmeabend auf dem heimischen Sofa. Obwohl die Auswahl riesig ist und Kinofilme immer schneller nach ihrem Start auch auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich sind, lohnt sich sich ab und zu, einen Blick auf den Direct-to-Video-Markt zu werfen. Manchmal finden sich hier nämlich echte Perlen, ebenso sehr wie solche, die sich erst im Nachhinein als Rohrkrepierer erweisen. In meiner neuen Rubrik VIDEOABEND möchte ich Euch jede Woche einen Film vorstellen, der es hierzulande nicht oder nur sehr limitiert ins Kino geschafft hat.

Diese Woche widme ich mich Owen Harris‘ Fantasy-Filmfest-Knaller „Kill Your Friends“, der seit dem 18. März 2016 im Handel erhältlich ist.

Kill Your Friends

Steven Stelfox (Nicholas Hoult) ist der Auserwählte! Sein Wille macht aus unbekannten Musikern Bands mit Plattenvertrag. Dabei interessiert sich Steven gar nicht für Musik. Sein einziger Gott ist der Profit. Das Ziel ist immer der nächste große Hit, der die Kassen seines Musiklabels füllt. Und Steven Stelfox ist ein Riesen-Arschloch! Skrupellos, krank vor Ehrgeiz und zynisch bis zum Abwinken kokst und vögelt sich der junge A&R-Manager durch die Britpop-Szene der 90er Jahre. Aber der Erfolgsdruck steigt. Als Stelfox bei einer Beförderung übergangen wird, greift er zum Baseballschläger und erledigt seinen Rivalen (James Corden) für immer. Zunächst mit Erfolg. Doch neue Hindernisse fordern drastische Maßnahmen und die Blutspuren auf Stevens Karriereleiter werden immer größer…

Universum Home Entertainment bewirbt ihn so: 

Lug. Betrug. Mord. Ein ganz gewöhnlicher Tag in der Musikindustrie.

Kritik

Die Medienbranche ist ein gefundenes Fressen für eine zynische Betrachtungsweise. Dort, wo sich die Reichen und Schönen vergnügen, ist der Skandal nicht weit und entsprechend leicht fällt es, unausgesprochene Gesetze im Musik- und Filmbusiness satirisch aufzubereiten. Irgendwie wird all das, was dort gezeigt und gesagt wird, schon stimmen – und dieser Wunsch, nur einmal hinter die Kulissen blicken zu dürfen, lässt uns Dinge als gegeben in Kauf nehmen, ohne dass wir näher über sie nachdenken. Von genau so einem Schlag ist „Kill Your Friends“ von „Misfits“– und „Black Mirror“-Regisseur Owen Harris, der hierzulande nur auf dem Fantasy Filmfest zu sehen war und vor einigen Tagen seinen Weg ins Heimkino gefunden hat. „Mad Max“-Star Nicholas Hoult schlüpft darin in die Rolle eines fiesen Musikproduzenten, dessen einziges Ziel ein Maximum an Profit ist. Dabei erinnert seine Performance (auch aufgrund eingeschobener Erklär-Sequenzen, in denen er sich direkt an sein Publikum richtet) unweigerlich an Leonardo DiCaprios Jordan Belfort in „The Wolf of Wall Street“, wenngleich „Kill Your Friends“ sowohl thematisch beschränkter, als auch inszenatorisch wesentlich kompakter geraten ist.

Wer sich mit „Kill Your Friends“ in erster Linie einen Musikfilm erhofft, der hat leider Pech gehabt. Zwar wirbt das Cover unübersehbar mit einem Soundtrack, der Namen wie Oasis, Blur, Radiohead, The Prodigy und The Chemical Brothers beinhaltet, doch im Fokus der 103 Minuten langen Erzählung stehen unübersehbar die Abgründe des Business‘. Es geht um Sex, um Drogen und um Gewalt. Und gerade weil das so ist, bildet der ansonsten so zierlich liebevoll wirkende Nicholas Hoult einen hervorragenden Kontrast zu dieser oberflächlichen Welt. Er verkörpert die personifizierte Profitgier und funktioniert als geldgeiler Drecksack hervorragender, obwohl man es ihm aufgrund seiner zurückhaltenden Physis zunächst zutrauen würde. Wann immer er den Zuschauer tatsächlich an Gesprächen, Castings und Vertragsverhandlungen teilhaben lässt, macht „Kill Your Friends“ mit seiner knallharten Attitüde richtig Spaß. Doch zwischen derartigen Sequenzen hat der Film leider auch einiges an Leerlauf vorzuweisen, ist gut 15 Minuten zu lang und auch die Nebendarsteller wie Moritz Bleibtreu („Die dunkle Seite des Mondes“), Ed Skrein („Deadpool“) oder James Corden („Into The Woods“) können zwar Akzente setzen, sind allerdings nicht mit solch einer großen Screentime gesegnet, dass sie den Film dauerhaft prägen. So wirkt „Kill Your Friends“ trotz eines schönen Ansatz und einiger sehr gelungener Passagen eher den Eindruck eines Serienauftakts, nicht aber den eines eigenständigen Films.

KILL YOUR FRIENDS stammt von Owen Harris. Drehbuchautor ist John Niven, der auch den gleichnamigen Roman schrieb. Unter den Darstellern finden sich Nicholas Hoult, Ed Skrein, James Corden, Rosanna Arquette, Tom Riley und Moritz Bleibtreu. Bei dem Film handelt es sich um eine britische Thrillerproduktion aus dem Jahr 2015. Der Film ist hierzulande ungekürzt auf DVD und Blu-ray erhältlich und ab 16 freigegeben. Die Länge beträgt 103 Minuten.

Fazit

„Kill Your Friends“ erinnert stilistisch und inhaltlich an eine abgespeckte Variation von „The Wolf of Wall Street“, ist qualitativ aber nicht so konsequent zynisch wie sein Vorbild. Dafür gefallen die Darsteller in ihren – pardon – durch und durch abgefuckten Rollen und trotz der Untermauerung diverser Klischees im Hinblick auf die Medienbranche ist Owen Harris‘ Ausflug in die Musikszene definitiv einen Blick wert.

Mein Tipp: gerne ausleihen!

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