Videoabend: Deadly Home

Kino ist teuer, mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden und wer generell nicht gern unter Leute geht, der muss die Stoßzeiten meiden, um einen Film in Ruhe und ohne Störungen genießen zu können. Wenngleich die Videotheken nach und nach vom Online-Streaming verdrängt werden, geht doch nichts über einen gemütlichen Filmeabend auf dem heimischen Sofa. Obwohl die Auswahl riesig ist und Kinofilme immer schneller nach ihrem Start auch auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich sind, lohnt sich sich ab und zu, einen Blick auf den Direct-to-Video-Markt zu werfen. Manchmal finden sich hier nämlich echte Perlen, ebenso sehr wie solche, die sich erst im Nachhinein als Rohrkrepierer erweisen. In meiner neuen Rubrik VIDEOABEND möchte ich Euch jede Woche einen Film vorstellen, der es hierzulande nicht oder nur sehr limitiert ins Kino geschafft hat.

Diese Woche widme ich mich dem Home-Invasion-Thriller „Deadly Home“, die seit dem 17. März 2016 im Handel erhältlich ist.

Deadly Home

Anna Rook (Beth Riesgraf) leidet an einer extremen Form von Agoraphobie – einer Angststörung, die es ihr unmöglich macht, sich an öffentlichen Plätzen aufzuhalten. Abgeschottet von der Gesellschaft lebt sie in einem abgelegenen viktorianischen Haus und ihr einziger sozialer Kontakt beschränkt sich auf ihren todkranken Bruder (Timothy McKinney) und den charmanten Dan (Rory Culkin). Als eines Tages ein Trio Kleinkrimineller bei ihr einbricht, wird ihr Rückzugsort plötzlich zu einer tödlichen Falle. Da sie wegen ihrer Angststörung das eigene Haus nicht verlassen kann, muss sie um das eigene Überleben kämpfe. Doch schon bald zeigt sich, dass Agoraphobie nicht ihr einziges dunkles Geheimnis ist …

Euro Video bewirbt ihn so: 

Horror-Produzent Adam Schindler […] inszeniert mit „Deadly Home“ (auch bekannt als „Shut In“ oder „Intruders“) einen vielschichtigen und unvorhersehbaren Psychothriller, in dem die Grenzen zwischen Opfer und Täter verschwimmen. In einer beklemmenden Atmosphäre spielt er bewusst mit den Sehgewohnheiten des Zuschauers, der sich nie sicher sein kann, auf wessen Seite er stehen soll.

Kritik

Von Vertriebsseite mit einem vielschichtigen und unvorhersehbaren Filmerlebnis zu werben, gleichzeitig aber auch ein Produkt auf den Markt zu bringen, das es bereits schon zwei mal, nur unter anderem Namen in den Handel geschafft hat, beißt sich ganz schön. Umso spannender ist es da, zu sehen, was das Regiefilmdebüt von „Paranormal Activity“-Produzent Adam Schindler auch tatsächlich hält. Mit seiner Beteiligung an dem Found-Footage-Überraschungshit, sowie dem nicht minder erfolgreichen Horror-Franchise „Insidious“ sollte der nun auch unter die Filmemacher gegangene Schindler eigentlich wissen, wie man Spannung generiert. Und siehe da: Trotz übler Vorzeichen erweist sich sein Home-Invasion-Schocker „Deadly Home“ tatsächlich als twistreiches Seherlebnis, das man so vorab nicht unbedingt hätte kommen sehen. Gleichwohl hat sich die Art der Storywendung, die in diesem Film relativ früh auf’s Parkett tritt, gerade im neueren Horrorkino schon ein ums andere Mal bewährt, weshalb wir an dieser Stelle darauf hinweisen möchten, dass der vollkommen uneingenommene Genuss von „Deadly Home“ vor allem dann gewährleistet ist, wenn man sich vorab weder den Trailer anschaut, noch das leider einen Tick zu viel parat haltende DVD-Cover studiert. Im Folgenden wird einmal mehr selbstverständlich auf jedwede Art von Spoilern verzichtet.

Die durch die TV-Serie „Leverage“ bekannt gewordene Schauspielerin Beth Riesgraf spielt in „Deadly Home“ die Hauptrolle der an Angoraphobie leidenden Anna bietet ihre Performance mit einer beklemmenden Intensität dar. Wenngleich sich wohl kaum einer vorstellen kann, wie sehr man darunter leiden kann, das Draußen und öffentliche Orte zu besuchen, so ist das Skript von T.J. Cimfel und David White („V/H/S – Viral“) doch so subtil-clever, dass es keinerlei Effekthascherei braucht, um dem Zuschauer zu verstehen zu geben, mit welchem Panikgefühl das Leiden der Protagonistin verbunden ist. Wenn sie erst einmal auf die drei Einbrecher trifft, verzichtet das Drehbuch auf zu offensive Jump-Scares, sondern spielt mit einigen nicht zu leugnenden Vorteilen, die Anna gegenüber ihren Peinigern besitzt: Während sie das Haus wie ihre Westentasche kennt, müssen die Kriminellen jenes erst Schritt für Schritt erkunden. Ein Katz-und-Maus-Spiel, wie man es normalerweise aus Home-Invasion-Filmen kennt, findet hier auf Augenhöhe statt und entwickelt damit einen authentischen, realistischen Beigeschmack, der wiederum Freunde jener Filme verschrecken könnte, die einfach nur darauf aus sind, den Stresspegel beim Zuschauer möglichst hoch zu halten. Ohne zu viel zu verraten, könnte sich das in der zweiten Hälfte aber ändern, in der sich schließlich auch die FSK-Freigabe ab 16 erschließt. Hier hilft dann aber nur: selbst anschauen und für sich entscheiden, wie sehr ich mit Storyentwicklung und -Twists zufrieden bin.

DEADLY HOME stammt von Adam Schindler, das Skript stammt von T.J. Cimfel und David White. Unter den Darstellern finden sich Beth Riesgraf, Rory Culkin, Jack Kesy, Leticia Jimenez, Timothy T. McKinney, Joshua Mikel und Martin Starr. Bei dem Film handelt es sich um eine US-amerikanische Thrillerproduktion aus dem Jahr 2015. Der Film ist hierzulande ungekürzt auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich und ab 16 Jahren freigegeben. Die Länge beträgt 90 Minuten.

Fazit

„Deadly Home“ ist ein unspektakulär gefilmter, inhaltlich aber angenehm unkonventioneller Suspense-Thriller, der, angereichert mit einigen hübschen Horroreffekten, nichts für zarte Gemüter ist. In der zweiten Hälfte nimmt der von allen Beteiligten gut gespielte Film schließlich einige unerwartete Wendungen, die es sich lohnt, selbst zu entdecken. Also: Ab in die Videothek oder zum Filmhändler Eures Vertrauens!

Mein Tipp: kann man kaufen…

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