Das startet am 28. Dezember 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 28. Dezember und damit den letzten des Jahres. Mit Yorgos Lanthimos‘ „The Killing of a Sacred Deer“ kommt für aufgeschlossene Genrefreunde nochmal ein richtiger Kracher in die deutschen Kinos. Der französischen Komödie „Voll verschleiert“ ist aufgrund einer überraschend groß angelegten Werbekampagne noch ein kleiner Überraschungserfolg zuzutrauen und mit dem Animationsfilm „Loving Vincent“ schafft es der Golden-Globe-Kandidat auch in die deutschen Lichtspielhäuser. Für Fans von Vincent Van Gogh ist dieser auf jeden Fall ein Muss!

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THE KILLING OF A SACRED DEER  | Regie: Yorgos Lanthimos | UK/IRE/USA 2017

Steven (Colin Farrell) ist ein erfolgreicher Herzchirurg und verheiratet mit der Augenärztin Anna (Nicole Kidman). Die beiden unterhalten eine aus Distanz und Anziehung bestehende Ehe und geben sich mitunter kruden Sexspielchen hin. Mit ihren beiden Kindern Bob (Sunny Suljic) und Kim (Raffey Cassidy) leben sie in einem schönen Haus in einem idyllischen Vorort – von außen ergeben sie also eine perfekte Familie. Doch unter der makellosen Oberfläche beginnt es zu brodeln, als der 16-jährige Halbwaise Martin (Barry Keoghan) auftaucht. Der Teenager aus einfachen Verhältnissen freundet sich mit Steven an und versucht ihn, mit seiner Mutter zu verkuppeln. Als sein Plan scheitert, belegt er Stevens Familie mit einem Fluch. 

„The Killing of a Sacred Deer“ ist ein faszinierend-amüsanter Trip in die Hölle menschlicher Abgründe und provoziert dabei nicht bloß mit seinen humoristischen Spitzen, sondern auch mit rabiater Konsequenz.


LOVING VINCENT  | Regie: Dorota KobielaHugh Welchman | UK/POL 2017

Ein Jahr nach dem Tod des begnadeten Malers Vincent van Gogh (Robert Gulaczyk) taucht plötzlich ein Brief des Künstlers an dessen Bruder Theo (Cezary Lukaszewicz) auf. Der junge Armand Roulin (Douglas Booth) erhält den Auftrag, den Brief an einen ehemaligen Freund Vincents auszuhändigen. Das Problem: Der Adressat ist ist mittlerweile bereits gestorben und so muss sich Armand etwas einfallen lassen, um einen anderen Empfänger zu finden. Ein Unterfangen, das der junge Mann zunächst nur widerwillig auf sich nimmt, doch je mehr er über Vincent erfährt, desto faszinierender erscheint ihm der Maler, der zeit seines Lebens auf Unverständnis und Ablehnung stieß. War es am Ende gar kein Selbstmord? Entschlossen begibt sich Armand auf die Suche nach der Wahrheit und entdeckt unbekannte Seiten an dem Künstler. 

Das für einen Golden Globe als „bester Animationsfilm“ nominierte Krimidrama „Loving Vincent“ erweckt die faszinierenden Bilder des Malers Vincent Van Gogh gekonnt zum Leben. Die Geschichte präsentiert sich dagegen unspektakulär.


VOLL VERSCHLEIERT  | Regie: Sou Abadi | FR 2017

Armand und Leila, Studenten der Wirtschaftswissenschaften, sind frisch verliebt. Gemeinsam haben sie Großes vor: Sie wollen nach New York ziehen und dort ein Praktikum bei den Vereinten Nationen absolvieren. Doch kurz vor ihrer Abreise durchkreuzt Leilas Bruder Mahmoud ihre Zukunftsplanung. Zurück von einem längeren Aufenthalt aus dem Jemen, der ihn verändert hat, wendet er sich gegen die romantische Beziehung seiner Schwester zu einem Mann und beschließt, dass Armand in Leilas Leben nichts verloren hat. Armand und Leila bleibt keine Wahl: Um sich überhaupt treffen zu können, muss Armand einen Niqab tragen, sodass er sie unerkannt besuchen kann. Getarnt als Leilas neue beste Freundin „Scheherazade“ geht Armand zuhause ein und aus – und verdreht Mahmoud mit scheuem Wesen und wunderschönen Augen unbeabsichtigt den Kopf. 

„Voll verschleiert“ ist eine angenehm unalberne Komödie mit dem Herz am rechten Fleck, die die teils irrsinnigen Auswüchse des Islam gekonnt offenlegt, ohne diese zu irgendeiner Zeit böswillig abzuwerten. Stattdessen legt Sou Abadi gekonnt den Finger in die Wunde – und das alles im Rahmen einer süßen Liebesgeschichte.


DIE FLÜGEL DER MENSCHEN  | Regie: Aktan Arym Kubat | KGZ/DE/NED/FR 2017

Hoch oben in den Bergregionen Kirgisistans geht ein Pferdedieb um. Auf die edelsten Tiere hat er es abgesehen, die den Oligarchen die liebsten Statussymbole sind. Doch dem Pferdedieb geht es nicht um Geld. Er reitet die Tiere in die Freiheit und entlässt sie in die offenen Täler. Zentaur heißt der Pferdedieb, der mit seiner Frau und seinem Sohn in einem kleinen Dorf lebt, in dem es außer viel Gerede der Dorfgemeinschaft nicht mehr viel gibt.. Nur sein altes Kino, das heute als Moschee genutzt wird, erinnert noch an die Zeit, als hier Filme aus Russland und Bollywood von einer anderen Welt erzählten. Zentaur sieht mit Sorge, wie sich die Zeiten geändert haben – die Pferde, einst untrennbar mit der Identität und der Freiheit der Kirgisen verwoben, sind heute eine Ware, von menschlicher Profitgier in einen Stall verbannt.

„Die Flügel der Menschen“ ist eine hoffnungsvolle Geschichte über einen Pferdeliebhaber, der seinen vierbeinigen Freunden die Freiheit schenken will. Das Spiel mit der Sympathie für seine Figur beherrscht Regisseur Aktan Arym Kubat genauso gut, wie der Kameramann das Einfangen der eleganten Tiere vor der Kamera. Doch beim Versuch, der Story darüber hinaus zu noch mehr Gehalt zu verhelfen, vergisst Kubat die eigentlichen Stärken seines Films.


BAMSE – DER LIEBSTE UND STÄRKSTE BÄR DER WELT  | Regie: Christian Ryltenius | SWE 2014

Bamse ist nicht nur der liebste Bär der Welt, sondern auch der stärkste – vor allem, wenn er Omas Donnerhonig schlabbert! Damit ist er unbesiegbar, und Diebe haben keine Chance mehr in seiner Heimatstadt. Reinhard Fuchs gefällt das gar nicht. Böse und gemein wie er ist, bringt er alle gegen Bamse auf. Ihr Plan: Sie kidnappen Bamses Oma, damit sie für den Bären keinen Donnerhonig mehr herstellen kann. Um seine Oma zu retten, begibt sich Bamse zusammen mit seinen Freunden Hopser und Herr Schildkröte auf eine gefährliche Reise durch den Wald der Trolle. Als sie in der Burg der Diebe, in der Bamses Oma gefangen gehalten wird, ankommen, wartet bereits Reinhard Fuchs auf sie.

Der Bamse-Bär ist seit über 50 Jahren einer der populärsten Kinderhelden Schwedens und kommt jetzt endlich mit seinen Abenteuern auch nach Deutschland!


 Heimkinotipp: ATOMIC BLONDE  | Regie: David Leitch | DE/SWE/USA 2017

Berlin, 1989, am Vorabend des Falls der Berliner Mauer. Wenn es schon an einem herkömmlichen Tag im Spionagegeschäft schwer ist zu wissen, wem man vertrauen kann, ist es nun, mitten auf dem Pulverfass, welches die kälteste Stadt der Welt gerade ist, schier unmöglich. Lorraine Broughton, eine ebenso eiskalte wie verführerische Topagentin des MI6, wird nach Deutschland geschickt, um einen brutalen Spionagering auszuheben. Gleich nach ihrer Ankunft gerät Lorraine ins Visier der Killer. Doch sie überlebt und erklärt sich bereit, gemeinsame Sache mit dem waghalsigen Berliner Stationsleiter David Percival zu machen. Ein wachsames Auge auf die beiden wirft der hochrangige CIA-Agent Emmett Kurzfeld, der aus den USA nach Berlin geschickt wurde, um Broughtons Mission aus nächster Nähe zu überwachen.  

„Atomic Blonde“ schwankt im Laufe seiner zwei Stunden extrem: Mal ist er visuell bombastisch, mal eher durchschnittlich, während er erzählerisch die größten Defizite hat. Trotz einer beeindruckenden Charlize Theron bleibt am Ende nur ein durchschnittlicher Actionthriller mit Ausschlägen nach oben.

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