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Verlosung: Die rote Schildkröte

Michael Dudok de Wit beweist mit seinem Zeichentrickabenteuer DIE ROTE SCHILDKRÖTE, dass weniger manchmal mehr ist. Als „Robinson Crusoe“-Interpretation beginnend, wird die Geschichte eines auf einer einsamen Insel gestrandeten Mannes schnell zu etwas Magischem. Zum Heimkinostart am 28. Juli verlose ich in Kooperation mit Universum Film Home Entertainment einmal die DVD und einmal die Blu-ray Disc zum Film. Was Ihr tun müsst, um einen dieser Preise abzustauben, erfahrt Ihr weiter unten in diesem Posting.

Ein Schiffbrüchiger strandet auf einer einsamen Insel. Zum Überleben gibt es dort genug, Gefahren lauern jedoch überall. Er baut sich ein Floss, um von der Insel fortzukommen, wird jedoch jedes Mal von einer roten Schildkröte, die sein Holzgefährt zerstört, daran gehindert. Als die Schildkröte eines Tages an Land kommt, versucht der Mann, sie zu überwältigen, so dass seine Flucht endlich gelingen möge. Doch das Tier entpuppt sich als eine magische Kreatur…

„Die rote Schildkröte“ ist die sanfte, feinfühlige Erzählung über einen Schiffbrüchigen, der sich mit dem Leben auf einer einsamen Insel arrangieren muss. Ohne ein gesprochenes Wort lässt diese Studio-Ghibli-Produktion die lebensecht gezeichneten Bilder ganz für sich allein sprechen und lässt aus ihnen etwas Märchenhaftes emporsteigen. Ein minimalistisch, aber absolut atemberaubendes Konzept.

Ihr wollt Euch „Die rote Schildkröte“ auf keinen Fall entgehen lassen? Dann müsst Ihr nichts weiter tun, als den zu dieser Verlosung gehörenden Facebook-Beitrag zu kommentieren, zu teilen oder zu liken. Da sich Wessels-Filmkritik.com immer über neue Follower freut, ist diese Verlosung ausschließlich für meine Facebook-Freunde und Twitter-Follower bestimmt. Einfach Fan werden – schon habt Ihr die Chance auf einen Gewinn! Nach Teilnahmeschluss am 6. August 2017 um 23:59 Uhr wähle ich via Zufallsverfahren den Gewinner oder die Gewinnerin aus und schreibe ihn oder sie über eine Privatnachricht an, damit Ihr den Preis so schnell wie möglich erhaltet. Checkt nach Ablauf der Verlosung bitte unbedingt Eure Postfächer, da der Gewinn nach einer Woche ohne Rückmeldung verfällt. Nach Abschluss werden selbstverständlich alle personenbezogenen Daten gelöscht und Ihr habt auch bei der nächsten Verlosung wieder die Chance auf einen Gewinn. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Das startet am 27. Juli 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 27. Juli, der zu den besten des bisherigen Jahres gehört. Mit „The Party“ und „Baby Driver“ gibt es direkt zwei Kandidaten, die zu den Must-Sees 2017 gehören – mit letztgenanntem könnte es, nach überragendem Kritikerfeedback, vielleicht sogar mal einen Überraschungshit an den Kinokassen geben. Der dritte Teil der „Ostwind“-Reihe hat dank seiner treuen Fanbase mindestens eine Million Zuschauer sicher, wie man hierzulande hingegen auf den sehr amerikanischen „Dunkirk“ reagieren wird, kann ich nicht abschätzen. Der Rest läuft unter dem Radar. In Ermangelung an Genre-Konkurrenz könnte höchstens „Wish Upon“ noch ein wenig was reißen. Warten wir es mal ab…

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THE PARTY  | Regie: Sally Potter | UK 2017

Um ihre Ernennung zur Gesundheitsministerin im Schattenkabinett zu feiern, lädt die ehrgeizige Politikerin Janet (Kristin Scott Thomas) enge Freunde und Mitstreiter in ihr Londoner Stadthaus. Als ihr Ehemann Bill (Timothy Spall) mit einem brisanten Geständnis herausplatzt, nimmt die Party eine überraschende Wendung. Plötzlich offenbaren auch die anderen Gäste lang gehütete Geheimnisse, woraufhin Beziehungen, Freundschaften, politische Überzeugungen und Lebensentwürfe in Frage gestellt werden. Innerhalb kürzester Zeit kippt die kultivierte Atmosphäre in ein emotionales Chaos aus gegenseitigen Anschuldigungen. Während im Ofen die Häppchen verbrennen, fliegen im Wohnzimmer die Fetzen wie die Whiskeygläser und die Party steuert unaufhaltsam auf den großen Knall zu. 

„The Party“ ist zugleich bitterböses wie hochgradig unterhaltsames Schauspielkino vom Feinsten, das die im Kern so unmenschlichen Machenschaften der (britischen) Politbühne mit den finsteren Abgründen der menschlichen Psyche verbindet. Was für ein Spektakel!


BABY DRIVER  | Regie: Edgar Wright | UK/USA 2017

Der talentierte junge Fluchtwagenfahrer Baby (Ansel Elgort), verlässt sich seit einem schweren Autounfall, das ihm einen Tinnitus verschaffte, ganz auf den Beat seiner persönlichen Playlist, um der Beste in seinem Job zu werden. Als er in einem Diner das Mädchen seiner Träume trifft (Lily James), sieht Baby endlich eine Chance, seine kriminelle Karriere endgültig an den Nagel zu hängen und einen sauberen Ausstieg zu schaffen. Tatsächlich scheint ihm das auch zu gelingen. Fortan verdient er sein Geld als Pizzabote. Aber nachdem er gezwungen wird, für einen Gangsterboss (Kevin Spacey) zu arbeiten und ein zum Scheitern verurteilter Raubüberfall sein Leben, seine Liebe und seine Freiheit gefährdet, muss er für seine Handlungen geradestehen.

In seinem Actionmusical „Baby Driver“ lässt Edgar Wright Newcomer Ansel Elgort zum Sound cooler Evergreens über die Leinwand jagen und präsentiert perfekt auf den Beat der Musik geschnittene Verfolgungsjagden und Schießereien, die in ihrer Brillanz sogar einem „Mad Max“ Konkurrenz machen. Dass die Story da nur die zweite Geige spielt, ist absolut in Ordnung.


OSTWIND – AUFBRUCH NACH ORA  | Regie: Katja von Garnier | DE 2017

Mika kehrt Gut Kaltenbach den Rücken, um sich mit ihrem Hengst Ostwind in den südlichsten Zipfel von Spanien durchzuschlagen. Dort will sie den sagenumwobenen Ort Ora finden, den sie in ihren Träumen sieht und wo Ostwind seine Wurzeln hat. Auf einer einsamen Hacienda lernt Mika die selbstbewusste Sam kennen. Sie hilft ihrem Vater Pedro dabei, den Pferdehof am Laufen zu halten. Seit Jahren liegt Pedro im erbitterten Streit mit seiner Schwester Tara, die nichts davon hält, Pferde einzuzäunen und in Boxen zu halten, sondern lieber mit ihnen zusammen in Freiheit lebt. Mika ist beeindruckt von Tara, die Pferde noch besser zu verstehen scheint als sie selbst. Als die Stadt droht, die unberührte Naturmit der wichtigsten Wasserquelle für den Lebensraum der Wildpferde platt zu walzen, hat Mika die zündende Idee in der Not

Der erste Teil bleibt immer noch der beste. Doch „Ostwind – Aufbruch nach Ora“ überragt nicht bloß dank seiner furiosen Bebilderung den zweiten um Längen. Als esoterisch angehauchte Sinnsuche in bester Pferdemärchen-Manier gelingt es Katja von Garnier und ihrem jungen Ensemble, die Faszination Pferd ungefiltert auf die Leinwand zu bringen.


DUNKIRK  | Regie: Christopher Nolan | FR/NED/USA/UK 2017

An der Küste der französischen Hafenstadt Dünkirchen sind Hunderttausende britischer und alliierter Truppen vom Feind eingeschlossen. Ein Entkommen scheint es aus dieser misslichen Lage nicht mehr zu geben. Am Strand haben sie sich bis ans Meer zurückgezogen – und befinden sich damit in einer ausweglosen Situation. Zu Land, auf dem Wasser und in der Luft spielen sich ergreifende Schicksale ab: Spitfires der Royal Air Force attackieren den Feind im Himmel über dem Ärmelkanal, um die wehrlosen Männer am Strand zu schützen. Gleichzeitig starten Hunderte von Soldaten und Zivilisten mit kleinen Booten eine verzweifelte Rettungsaktion und riskieren bei diesem Wettlauf gegen die Zeit ihr Leben, um zumindest einen Teil der britischen Armee zu retten.

Christopher Nolans Kriegsepos „Dunkirk“ ist ein technischer Meilenstein, das mit gewaltigen Bildern und einem nie da gewesenen Sounddesign besticht. Erzählerisch kommt der Film ohne eine richtige Handlung aus, doch gerade weil dadurch nicht zuletzt auch die schablonenhaft bleibenden Charaktere zu leiden haben, bleibt einem am Ende vor allem das Staunen ob der inszenatorischen, weniger der erzählerischen Brillanz.


PARADIES  | Regie: Andrey Konchalovskiy | RUS/DE 2016

Frankreich im Zweiten Weltkrieg: Die adlige Exilrussin Olga engagiert sich heimlich für die französische Widerstandsbewegung. Die gefährliche Tätigkeit wird ihr zum Verhängnis, als deutsche Besatzer bei einer Razzia in ihrer Wohnung zwei jüdische Kinder entdecken, die sie dort versteckt hält. Im Gefängnis fällt die elegante junge Frau dem Nazi-Kollaborateur Jules auf , der für ihren Fall zuständig ist. Der Familienvater stellt ihr eine mildere Bestrafung in Aussicht, sollte sie seinen sexuellen Avancen nachgeben. Olga ist zu allem bereit, um ihre Freiheit wiederzuerlangen und willigt ein. Doch als Jules auf unerklärliche Weise verschwindet, wird sie umgehend in ein Konzentrationslager gebracht. Inmitten dieser Hölle auf Erden trifft sie völlig unverhofft auf ein bekanntes Gesicht: Helmut, der sich während eines weit zurückliegenden Sommers in Friedenszeiten in sie verliebte und immer noch Gefühle für sie hegt.

„Paradies“ ist ein langes, schweres und dadurch äußerst zermürbendes Kriegsdrama, das von drei miteinander verbundenen Schicksalen erzählt, die alle eines gemeinsam haben: Schmerz. Dabei mangelt es dem Regisseur Andrey Konchalovskiy weniger an künstlerischem Gespür, als vielmehr daran, der Geschichte abseits ihrer betonten Ausweglosigkeit ansatzweise dynamische Facetten zu verleihen. Dadurch strapaziert nicht nur die Thematik an sich die Nerven der Zuschauer, sondern auch die schiere Endlosigkeit.


WISH UPON  | Regie: Lucien Jean-Baptiste | FR/BEL 2016

Die 17-jährige Clare Shannon (Joey King) und ihre Freundinnen Meredith (Sydney Park) und June (Shannon Purser) haben es an der Highschool nicht leicht. Clares Vater (Ryan Phillippe) schenkt ihr eines Tages eine alte Spieluhr mit einer Inschrift, die besagt, dass dem Besitzer der Uhr alle Wünsche in Erfüllung gehen sollen. Clare hat nichts zu verlieren und spricht ihren ersten Wunsch aus. Zu ihrer Überraschung erfüllt er sich! Kurze Zeit später besitzt sie alles, was sie sich jemals erhofft hat: Geld, Ansehen und ihren Traumprinzen. Alles scheint perfekt zu sein. Doch dann sterben die Menschen, die ihr am nächsten stehen, auf grausame Art und Weise. Clare hat Blut an ihren Händen und muss die Spieluhr loswerden, bevor sie selbst und alle, die sie liebt, den ultimativen Preis zahlen müssen.

Wer in seinem Leben auch nur irgendeinen Horrorfilm gesehen hat, wird „Wish Upon“ nur dann etwas abgewinnen können, wenn er sich an einer Light-Version der deutlich blutigeren „Final Destination“-Reihe erfreut. Genreeinsteiger und (jugendliche) Zuschauer, die ohnehin eher zart besaitet sind, dürfen hier immerhin gern einen Blick riskieren.


MAX – AGENT AUF VIER PFOTEN  | Regie: Brian Levant | USA 2017

Der liebenswerte Belgische Schäferhund Max bekommt eine spannende Aufgabe, als er dem Geheimdienst helfen soll, das weiße Haus zu bewachen. Schnell werden Max und TJ (Zane Austin), der Sohn des Präsidenten (Lochlyn Munro), die besten Freunde. Als ein ausländischer Staatschef (Andrew Kavadas) mit seiner Tochter Alexandra (Francesca Capaldi) das Weiße Haus besucht, freunden sich Max und TJ mit dem Mädchen an. Bald entdecken Max, TJ und Alexandra ein gefährliches Geheimnis. Da ihnen die Erwachsenen nicht glauben wollen, versuchen TJ und Alex das Geheimnis selbst aufzudecken. Und zum Glück haben sie dabei den Belgischen Schäferhund Max an ihrer Seite, der ihnen in manch brenzliger Lage aus der Patsche hilft – ein echter Agent auf vier Pfoten.

„Max – Agent auf vier Pfoten“ könnte ein harmlos-unterhaltsames Kinderabenteuer sein, doch die Macher versuchen auf Krampf, einen politischen Subplot im Film unterzubringen, der nicht nur dem vierbeinigen Protagonisten wertvolle Leinwandzeit raubt, sondern auch die lediglich im Finale zum Tragen kommende Dynamik aus dem Film zieht.


SIE NANNTEN IHN SPENCER  | Regie: Martin Pold | AT/DE 2017

Carlo Pedersoli war der Überzeugung, jeden Beruf ausgeübt zu haben außer Jockey und Balletttänzer. Er war Schriftsteller, elffacher italienischer Schwimmchampion, zweifacher Olympiateilnehmer, Wasserballeuropameister, Rechtswissenschaftler, Sänger, Komponist, Pilot, Flugunternehmer, Modedesigner, Fabrikant, Drehbuchautor, Produzent und nicht zuletzt Erfinder einer Art Einwegzahnbürste. Er beherrschte sechs Sprachen. Seinen Weltruhm jedoch verdankt Carlo Pedersoli knallharten Backpfeifen und schlagfertigen Sprüchen – als Schauspieler unter dem Pseudonym Bud Spencer. An der Seite von Terence Hill wurde ein Bösewicht nach dem anderen zur Schnecke gemacht, niemand ließ die Fäuste so fliegen wie Bud Spencer. Ihre Westernkomödien avancierten zu Kulthits und begeisterten ein Millionenpublikum. Zwei seiner Fans wollen nicht nur Anekdoten sammeln, sie machen sich auf die Reise zu ihrem ewigen Idol.


Heimkinotipp: DIE ROTE SCHILDKRÖTE  | Regie: Michael Dudok de Wit | FR/BEL/JPN 2016

Ein schiffbrüchiger Mann strandet eines Tages auf einer einsamen Insel. Zum Überleben gibt es dort genug. Er findet eine Wasserquelle, genug Essen und bringt sich selbst bei, Tiere zu erlegen. Gefahren lauern jedoch überall. Nach einer gewissen Zeit auf der Insel beginnt er, sich ein Floss zu bauen, um mit dessen Hilfe von der Insel fortzukommen. Daran wird er allerdings jedes Mal von einer roten Schildkröte, die sein Holzgefährt zerstört, gehindert. Als die Schildkröte eines Tages an Land kommt, versucht der Mann, sie zu überwältigen, so dass seine Flucht endlich gelingen möge. Doch nach der tatsächlich geglückten Attacke auf das Tier entpuppt es sich als eine magische Kreatur, die das Leben des Mannes von Jetzt auf Gleich grundlegend verändert.

„Die rote Schildkröte“ ist die sanfte, feinfühlige Erzählung über einen Schiffbrüchigen, der sich mit dem Leben auf einer einsamen Insel arrangieren muss. Ohne ein gesprochenes Wort lässt diese Studio-Ghibli-Produktion die lebensecht gezeichneten Bilder ganz für sich allein sprechen und lässt aus ihnen etwas Märchenhaftes emporsteigen. Ein minimalistisch, aber absolut atemberaubendes Konzept.

Das startet am 16. März 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 16. März, der mit „Die Schöne und das Biest“  einen der potenziell erfolgreichsten Filme 2017 an den Start bringt. Die ganze Vorabdiskussion um den Film dürfte die Besucherzahlen noch zusätzlich in die Höhe schnellen lassen. Alternativprogramm bietet „Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand“. Der erste Teil entwickelte sich in den Programmkinos zu einem echten Sleeperhit. In Ermangelung an Alternativen könnte das für die Fortsetzung ebenfalls gelten. Für die ganz Kleinen kommt die Verfilmung von „Die Häschenschule“ in die Kinos, ältere Zeichentrickfreunde hingegen dürften schon länger dem Start von „Die rote Schildkröte“ entgegenfiebern, der bei den diesjährigen Oscars für den besten Animationsfilm nominiert wurde.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

DIE SCHÖNE UND DAS BIEST | Regie: Bill Condon | USA 2017

Die kluge und anmutige Belle (Emma Watson) lebt mit ihrem leicht exzentrischen Vater und Uhrmacher Maurice (Kevin Kline) ein beschauliches Leben in einem kleinen Dorf in der Nähe von Paris, das nur durch die Avancen des Dorfschönlings Gaston (Luke Evans) gestört wird. Doch als Maurice auf einer Geschäftsreise in die Fänge eines Ungeheuers (Dan Stevens) gerät, bietet die mutige junge Frau ihre Freiheit im Austausch gegen das Leben ihres Vaters an. Trotz ihrer Furcht freundet sich Belle mit den verzauberten Bediensteten im verwunschenen Schloss des Biests an. Mit der Zeit lernt sie hinter dessen abscheuliche Fassade zu blicken und erkennt seine wahre Schönheit…4 von 5

Bill Condons „Die Schöne und das Biest“ ist ein starbesetztes Märchen-Musical am Puls der Zeit, das trotz kleiner technischer Schwächen ein ähnlich magisches Flair versprüht, wie die Zeichentrickvorlage aus dem Jahr 1991.


DIE ROTE SCHILDKRÖTE |  Regie: Michael Dudok de Wit | FR/BEL/JPN 2016

Ein schiffbrüchiger Mann strandet eines Tages auf einer einsamen Insel. Zum Überleben gibt es dort genug. Er findet eine Wasserquelle, genug Essen und bringt sich selbst bei, Tiere zu erlegen. Gefahren lauern jedoch überall. Nach einer gewissen Zeit auf der Insel beginnt er, sich ein Floss zu bauen, um mit dessen Hilfe von der Insel fortzukommen. Daran wird er allerdings jedes Mal von einer roten Schildkröte, die sein Holzgefährt zerstört, gehindert. Als die Schildkröte eines Tages an Land kommt, versucht der Mann, sie zu überwältigen, so dass seine Flucht endlich gelingen möge. Doch nach der tatsächlich geglückten Attacke auf das Tier entpuppt es sich als eine magische Kreatur, die das Leben des Mannes von Jetzt auf Gleich grundlegend verändert.

4 von 5

„Die rote Schildkröte“ ist die sanfte, feinfühlige Erzählung über einen Schiffbrüchigen, der sich mit dem Leben auf einer einsamen Insel arrangieren muss. Ohne ein gesprochenes Wort lässt diese Studio-Ghibli-Produktion die lebensecht gezeichneten Bilder ganz für sich allein sprechen und lässt aus ihnen etwas Märchenhaftes emporsteigen. Ein minimalistisch, aber absolut atemberaubendes Konzept.


ZWISCHEN DEN JAHREN |  Regie: Lars Henning | DE 2017

Nachdem er eine „lebenslängliche“ Haftstrafe verbüßt hat, wird der Mörder Becker in die Freiheit entlassen. Er hat nur ein Ziel: Ein neues Leben zu beginnen und die furchtbare Tat von damals endgültig hinter sich zu lassen. Becker findet einen Job, Freunde und in der einsamen Putzfrau Rita sogar eine Frau, die sich für ihn interessiert. Eines Tages aber wird er völlig überraschend von seiner Vergangenheit eingeholt: Der Witwer Dahlmann steht vor ihm, jener Mann, dessen Frau und Tochter er vor 18 Jahren bei einem tragisch aus dem Ruder gelaufenen Einbruch erschossen hatte. Offenbar weiß Dahlmann genau über den Ex-Häftling und dessen neues Leben Bescheid. Becker lässt nichts unversucht, um den Stalker zu besänftigen, fleht ihn an, ihn in Frieden zu lassen. Aber Dahlmann will Rache – und Becker wird klar, dass es scheinbar nur einen Ausweg gibt… 4 von 5

„Zwischen den Jahren“ beginnt als das ruhige Porträt eines geläuterten Mörders, das sich mit der Zeit immer mehr in einen düsteren, jedoch nicht minder spannenden Rachethriller verwandelt. Am Ende steht wieder einmal eine Schuldfrage – und der Zuschauer muss sie ganz alleine beantworten.


DER HUNDERTEINJÄHRIGE, DER DIE RECHNUNG NICHT… | Regie: Felix Herngren | SWE 2016

Allan Karlsson (Robert Gustafsson) und sein Kumpel Julius Jonsson (Iwar Wiklander) haben sich gut in ihrem Leben auf Bali eingerichtet. Inzwischen bringt Allan es auf stattliche 101 Lebensjahre. Das Entspannen und Schlürfen der einheimischen Erfrischungsgetränke auf der traumhaften Insel kann aber auf Dauer selbst der größte Faulenzer nicht lange aushalten. Als Allan durch Zufall eine alte Flasche der legendenumwitterten Limonade Volkssoda entdeckt, fangen die Probleme erst so richtig an. So begibt sich der rastlose Rentner auf ein neues Abenteuer, bei dem er auf rachsüchtige Gangster, die CIA und alte Bekannte aus Russland trifft.
2 von 5

Felix Herngrens Fortsetzung zu „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ versucht mit aller Gewalt das (fast) einzigartige Konzept des Vorgängers zu wiederholen, doch sein „Hunderteinjähriger“ mag zwar denselben Tonfall treffen, doch so ganz ohne inhaltliche Substanz geht dieses Projekt ziemlich baden.


DIE HÄSCHENSCHULE | Regie: Ute von Münchow-Pohl | DE 2017

Hasenjunge Max lebt allein auf einer Verkehrsinsel inmitten der Stadt. Sein größter Traum ist, Gang-Mitglied bei den „Wahnsinns-Hasen“ zu werden. Um seinen Kumpels zu beweisen, dass er auch wirklich das Zeug dazu hat, schwingt sich Max auf einem ferngesteuerten Flugzeug in die Lüfte und wird von einer Böe erfasst, die ihn hinein in den Wald treibt. Max landet inmitten der Häschenschule, in der die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Dieses Ausbildungscamp für Osterhasen findet er allerdings ziemlich uncool und hat nur einen Gedanken: weg von hier! Seine Flucht scheitert dramatisch an der hinter einer schützenden Hecke lebenden Fuchsfamilie, an der nur ausgebildete Osterhasen vorbeikommen. Der verwöhnte Stadtlümmel muss sich den Regeln im Internat anpassen. 2 von 5

„Die Häschenschule – Jagd nach dem goldenen Ei“ überzeugt mit einer sehr hübschen Optik und einer einfach zu folgenden Geschichte, doch dringt man tiefer in die Materie vor, stecken überraschend fragwürdige Botschaften in der Osterhasenstory.


MIT SIEBZEHN | Regie: André Téchiné | FR/ESP 2016

Aus einem Teil der Pyrenäen wird die Landärztin Marianne (Sandrine Kiberlain) auf einen abgelegenen Berghof gerufen, um die Bäuerin zu untersuchen. Thomas (Corentin Fila), der Adoptivsohn der Kranken, gefällt ihr auf Anhieb gut: ein hübscher Kerl mit halbafrikanischen Wurzeln, dessen ruhige männliche Tatkraft sie beeindruckt. Als die Mutter des Jungen ins Krankenhaus muss, fordert Marianne Thomas dazu auf, bei ihr und ihrem ehrgeizigen Sohn Damien (Kacey Mottet Klein) in der Stadt zu wohnen, um der Mutter nahe zu sein. Sie ahnt nicht, dass die beiden sich nicht mögen und in der Schule beim geringsten Anlass aufeinander losgehen. Doch als Marianne ihre Raufereien entdeckt, weiß keiner zu sagen, wo diese seltsame Feinschaft in Wirklichkeit herrührt. Als sich der Grund herauskristallisiert, fangen die Probleme erst an…


Heimkinotipp BEFORE I WAKE  |  Regie: Mike Flanagan | USA 2016

Nachdem Jessie und Mark bei einem tragischen Unfall ihren Sohn verloren haben, droht ihre Ehe an der tiefen Trauer zu zerbrechen. Sie entscheiden sich, den 8-jährigen Cody zu adoptieren, einen sensiblen, schüchternen Jungen, den die beiden schnell in ihr Herz schließen. Doch Cody ist ängstlich, besonders vor dem Einschlafen fürchtet er sich und schon in der ersten Nacht erleben sie Seltsames: Während er schläft, tauchen mysteriöse Traumgestalten in ihrem Wohnzimmer auf. Schnell wird klar, dass der Junge eine besondere Gabe besitzt – was er träumt, wird Wirklichkeit: Wunderbare Visionen erwachen durch Cody zum Leben, aber auch die Dämonen seiner dunkelsten Albträume bahnen sich ihren Weg in die Realität und bedrohen das Leben der jungen Familie… 3 von 5

„Before I Wake“ hat eine wunderschöne Grundidee und gefällt generell in seiner Aufmachung als ruhiges Horrordrama. Leider verlaufen viele erzählerische Ansätze im Sande und auch die technischen Effekte sind eher mau, sodass viel des Potenzials auf der Strecke bleibt.