Videoabend: Das verborgene Gesicht

Kino ist teuer, mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden und wer generell nicht gern unter Leute geht, der muss die Stoßzeiten meiden, um einen Film in Ruhe und ohne Störungen genießen zu können. Wenngleich die Videotheken nach und nach vom Online-Streaming verdrängt werden, geht doch nichts über einen gemütlichen Filmeabend auf dem heimischen Sofa. Obwohl die Auswahl riesig ist und Kinofilme immer schneller nach ihrem Start auch auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich sind, lohnt sich sich ab und zu, einen Blick auf den Direct-to-Video-Markt zu werfen. Manchmal finden sich hier nämlich echte Perlen, ebenso sehr wie solche, die sich erst im Nachhinein als Rohrkrepierer erweisen. In meiner Rubrik VIDEOABEND möchte ich Euch jede Woche einen Film vorstellen, der es hierzulande nicht oder nur sehr limitiert ins Kino geschafft hat.

Diese Woche widme ich mich dem spanischen Drama „Das verborgene Gesicht“, das seit dem 25. Januar 2013 auf DVD im Handel erhältlich ist.

Das verborgene Gesicht

Adrian (Quim Guitiérrez), der gutaussehende Dirigent des Philharmonie-Orchesters von Bogota, und seine Freundin Belén (Clara Lago) wirken sehr verliebt, aber sein ständiges Flirten mit anderen Frauen lässt sie an seiner Treue zweifeln. Als sie einen geheimen, schalldichten Raum in ihrem gemeinsamen Haus entdeckt, beschließt Belen, Adrian heimlich zu testen, indem sie sich darin versteckt und vortäuscht, ihn verlassen zu haben. Versehentlich schließt sie sich jedoch ein und kann aus eigener Kraft nicht mehr aus dem Raum entkommen. Nach Beléns plötzlichem Verschwinden sucht Adrian Trost in den Armen der schönen Kellnerin Fabiana (Martina García). Doch während sie sich immer intensiver ihrer Leidenschaft hingeben, werden sie auch mit der Vergangenheit konfrontiert, und eine Reihe seltsamer Ereignisse im Haus beginnt, Fabiana zu terrorisieren.

Kritik

Spanischer Suspense hat schon lange (und endlich!) auch deutsche Lande erreicht. In den Zuschauerzahlen schlägt sich das zwar noch nicht unbedingt nieder, doch immerhin schaffen es spanische Produktionen jenseits des breiten Massengeschmacks – man denke nur an „Buried“ oder „Sleep Tight“ – in hiesige Programmkinos. Wo die Franzosen seit Jahren auf Rigorosität bauen, schlagen spanische Filmemacher sanftere Töne an. Dabei ist das, was sie Jahr für Jahr in die Lichtspielhäuser entlassen, zum Großteil Nervenkitzel auf Weltklasseniveau. Auch die weitestgehend unbekannte und hierzulande nur mit einer einstelligen (!) Kopienanzahl in den Kinos erschienene Regiearbeit von Andrés Baiz („Satanás“), „Das verborgene Gesicht“ macht da keine Ausnahme, obwohl es das Marketing dem Film einst unnötig schwer machte. Daher unser Tipp: Den folgenden Trailer bitte nicht vor dem Filmgenuss anschauen.

Als absolut unvoreingenommener Zuschauer ist „Das verborgene Gesicht“ nämlich ein Mysterythriller, der an Intensität und Überraschung kaum zu übertreffen ist. Auf die Szenerie eines Hauses beschränkt, liefert sich ein Cast aus einer Handvoll Schauspielern ein hochspannendes Verwirrspiel, das ohne das Wissen um die Hintergründe besonders deshalb so fein gerät, weil es auf subtile Gesten baut, deren Sinn und Unsinn sich erst mit der Zeit entschlüsseln. Und daher auch das große Manko: Schon die Trailer und zu detaillierte Filmbeschreibungen verraten viel zu viel, wodurch „Das verborgene Gesicht“ einen Großteil an Spannungspotential einbüßt. Dass Andrés Baiz bei aller Spoilerei dennoch ein feines Stück Suspensekino gelungen ist, liegt an den grandiosen Darstellern. Hierzulande unbekannt, bringen die unverbrauchten Gesichter Würze und Pepp in den auf simple Grundlagen bauenden Film, der mit seinen 92 Minuten genau die richtige Länge hat und viel über die Grundfesten einer Beziehung aussagt.

DAS VERBORGENE GESICHT stammt von Andrés Baiz, der auch das Skript zum Film schrieb. Der Cast besteht aus Martina García, Quim Gutiérrez, Clara Lago, Alexandra Stewart und Marcela Mar. Bei dem Film handelt es sich um ein Drana, produziert in Spanien aus dem Jahr 2011. Der Film ist hierzulande ungekürzt auf DVD erhältlich und ab 12 Jahren freigegeben. Die Länge beträgt 92 Minuten.

Fazit

Die Spanier können’s einfach! Ohne Vorwissen entfaltet „Das verborgene Gesicht“ einen finsteren Sog aus dunklen Sehnsüchtenm die sich in einem wendungsreichen, unvorhersehbaren Drama entladen.

Mein Tipp: kann man kaufen!

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