Meine Filmflops 2014 – Die Plätze 10 bis 1

Nachdem ich an dieser Stelle vor Kurzem die Flop 20 meiner in diesem Jahr gesichteten Filme veröffentlichte, folgen nun die Plätze 10 bis 1 der von mir am meisten verabscheuten Filme 2014. Noch einmal möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die objektive Qualität des Films nicht zwingend etwas mit der Platzierung in dieser Liste zu tun haben müssen. Es geht hier einzig und allein darum, wie sich mein Empfinden mein Anschauen dieser Filme veränderte. Für eine objektive Sicht der Dinge verweise ich gern auf die Filmkritiken, die ich in den jeweiligen Platzierungen verlinkt habe. 

Natürlich seien an dieser Stelle noch einmal solche Filme erwähnt, die es nur deshalb nicht in meine Flopliste geschafft haben, weil andere Streifen schlichtweg noch grauenvollere Befindlichkeiten bei mir auslösten. Als ebenfalls nur übersichtlich gelungen empfand ich DIE ZWEI GESICHTER DES JANUARS, der nichts konnte, außer chic aussehen. Der auf einer wahren Begebenheit beruhende Krimi DER BLINDE FLECK hatte allenfalls TV-Qualitäten, auch BANKLADY war an sich ein guter Film, ich fand ich leider ziemlich öde und viel, viel zu lang. Auch das Paradebeispiel einer Kitsch-Schmonzette, ENDLESS LOVE, sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben und über THE EXPENDABLES 3 verlieren wir am besten gar kein Wort mehr. Übrigens: Ich kann auch schlechte Filme mögen: Was hatten eigentlich alle gegen diesen unglaublich unterhaltsamen 3 DAYS TO KILL…?

10

Jack und das Kuckucksuhrherz

Das pseudoerwachsene Animationsmärchen JACK UND DAS KUCKUCKSUHRHERZ ist nicht nur handwerklich lieb- und konzeptlos gestaltet. Die Macher geben vor, eine düster philosophische Liebesgeschichte im Gewand eines 3D-Mangas zu erzählen, doch was der Zuschauer schlussendlich zu zu sehen bekommt, ist eine Anhäufung der üblichen Vorschlaghammermoralitäten gängiger Familienfilme. Die Animation ist gewöhnungsbedürftig und kann sich nicht zwischen minimalistisch und detailreich entscheiden, sodass sie unfertig wirkt. Regelrecht nervtötend ist allerdings der „Soundtrack“: Eine Ansammlung an Emo-Rock-Musikstücken, welche die Szenerie immer wieder dröhnend untermalt. Das geht auf die Ohren und raubt dem Film auch den letzten Rest an Charme.

 

9

Die Bücherdiebin

Die Romanverfilmung DIE BÜCHERDIEBIN über eine Jugendliche die im Zweiten Weltkrieg die Faszination des Lesens für sich entdeckt, ist eigentlich ein Streifen, der viele Vorzüge haben könnte. Inhaltlich hat die Geschichte Oscar-Qualitäten, optisch ließen sich die Schauplätze der Handlung ansprechend in Szene setzen. Doch das Ergebnis ist ein dreist verkitschtes Werk, das die Schrecken des Kriegs nicht mithilfe einer andersartigen Prämisse versucht, erträglich zu machen, sondern ein Film, der sich vehement dagegen sträubt, ehrlich mit der Thematik umzugehen. So wird „Die Bücherdiebin“ fast zu einem kriegsverherrlichenden Film, der dem Zuschauer mit einem vermeintlich drastischen Voice Over vorgaukelt, das alles hier sei ehrliche Geschichtsaufbereitung. Grauenvoll!

 

8

Plötzlich Gigolo

Wie langweilig kann es eigentlich sein, John Turturro und Woodie Allen dabei zuzusehen, wie sich beide in ein freundschaftliches Zuhälter-Verhältnis hineinmanövrieren? Zugegebenermaßen klingt die Prämisse von PLÖTZLICH GIGOLO recht amüsant und optisch präsentiert sich der Streifen auch in bester Allen-Manier, doch in Wirklichkeit handelt es sich hier nicht um eine, sondern gleich um zwei Geschichten, wovon die erste (Mann quatscht Kumpel ins Gigolo-Dasein) amüsant, die andere, ausgerechnet eine Liebesgeschichte, vor allem eines ist: nicht romantisch und ungeheuer dröge. Zusammengenommen ergibt dies meine zwei der langweiligsten Kinostunden des Jahres!

 

7

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Ich habe den dazugehörigen Bestseller nicht gelesen und bin entsprechend unvorbereitet an die Story von DER HUNDERTJÄHRIGE, DER AUS DEM FENSTER STIEG UND VERSCHWAND herangegangen. Der Streifen präsentiert sich als „Forrest Gump“-ähnliche Abenteuergeschichte über einen Mann, der ganz nebenbei den Lauf der Geschichte verändert. Blöd nur, dass die Hauptfigur zu den unerträglichsten, dümmsten und unbelehrbarsten Gestalten der diesjährigen Filmgeschichte gehört. Bei so einer Grundlage kann der Film zwangsläufig gar nicht anders, als einem auf den Geist zu gehen. Da sehnt man sich sofort Tom Hanks in seiner Paraderolle zurück!

 

6

Grace of Monaco

Die monegassische Königsfamilie boykottierte GRACE OF MONACO als Eröffnungsfilm bei den Filmfestspielen in Cannes. Wirklich verwunderlich ist das nicht, denn Regisseur Olivier Dahan muss regelrecht in Fürstin Gracia Patricia respektive Grace Kelly verliebt gewesen sein. Dahan erhebt Nicole Kidman in ihrer Rolle zu einer Lichtgestalt aller erster Güte und gibt die leibhaftige Figur der Fürstin somit zwangsläufig der Lächerlichkeit preis. Irgendwann kann man ob der scheinbaren Makellosigkeit nur noch den Kopf schütteln. Ein Stück Klatschmagazin auf der großen Leinwand. Und so richtig Lust auf den Film hatte vor der Kamera wohl auch keiner…

 
 

5

Tarzan

Würde Phil Collins bereits im Grabe liegen, so würde er sich angesichts dieser CGI-Grütze womöglich darin umdrehen. Weshalb ausgerechnet Collins? Weil dieser einst für den unvergleichlichen Soundtrack eines der schönsten Disneyfilme aller Zeiten sorgte, den man mit dem lieblosen Animationsfilm TARZAN nun offenbar neu interpretieren wollte. Dabei stimmt an diesem Streifen so ziemlich gar nichts. Nicht nur, dass er aussieht wie ein lieblos animiertes Computerspiel der Neunziger, die Story ist mit ihrer merkwürdigen Umweltmoral um eine ewig währende Energiequelle sowas von hanebüchend, dass man gar nicht weiß, was einen mehr aufregen soll: der Look oder das, was sich „Geschichte“ nennt?

 

4

Diana

Es ist mit Sicherheit nicht so geplant gewesen, dass es sich in meiner Jahres-Flop-10 gleich zwei Biopics über europäische Adelsgrößen gemütlich gemacht haben. Doch nach meinem Platz sechs und der Lichtgestalt Gracia Patricia folgt auf Platz vier mit DIANA eine weitere Schande des modernen Dramakinos. Regisseur Oliver Hirschbiegel gab selbst zu, keinerlei Interesse an seiner Figur zu haben. Aus einer Geschichte über eine von den Medien verfolgte Prinzessin macht er einen kitschigen Liebesreigen der Marke „Rosamunde Pilcher“ und vergisst dabei vollkommen, dass es Lady Diana tatsächlich gab. Das hier hat nichts mit Fiktion oder dem Wahren von Realismus zu tun, sondern nur mit einem: purer Dreistigkeit!

 

3

Die Pute von Panem

Eigentlich darf ich mich an dieser Stelle nicht beschweren: Wer sich auf einen Film der Combo Friedberg-Seltzer einlässt, der weiß selbstverständlich genau, was ihn in den kommenden Stunden erwartet. Doch wie das eben so ist: Als Filmkritiker muss man übers Jahr verteilt in viele, saure Äpfel beißen. Einer davon war 2014 die „Panem“-Parodie DIE PUTE VON PANEM – THE STARVING GAMES. Es ist schon schwer, eine Filmreihe zu verulken, die auf so vielen Ebenen und über Alters- sowie Gendergrenzen hinaus die Zuschauer begeistert. Entsprechend wenig Angriffsfläche hatten die Macher bei ihrer Parodie. So ist ihre „Komödie“ erwartungsgemäß unlustig und durch und durch lieblos gemacht.

 
 

2

Eyjafjallajökull

Was passiert, wenn man einer offensichtlich an den Klassiker „Ein Ticket für zwei“ angelegten Komödie die sympathischen Figuren klaut und sie gegen zwei unausstehliche Gegenspieler – einer männlich, einer weiblich – austauscht? Dabei herauskommen dürfte wohl in etwa sowas wie das französische Roadmovie EYJAFJALLAJÖKULL, in dem sich ein durchgehend zankendes Ehepaar von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen hangelt. Während der weibliche Part einzig dazu da ist, hysterisch zu kreischen, nervt der männliche Teil (in diesem Fall Dany Boon) mit pseudointelligenten Plänen und klugen Vorschlägen. Das alles ist nicht nur unvorhersehbar und öde, sondern vor allem ganz, ganz schrecklich nervig!

 
 

1

Dumm und dümmehr

Ja, ich gebe es zu: Hätte ich kein Geld dafür bekommen, mir diesen Schwachsinn anzugucken, hätte ich die Euros für das Kinoticket wohl ohnehin am Schalter zurückverlangt. Dabei erschließt sich mir partout nicht, wie jemand den mehr als invantilen Humor der beiden Vollidioten aus DUMM UND DÜMMEHR tatsächlich lustig finden kann? Schließlich ist die Fanbase der zwei besten Freunde und Blödelbarden ja nicht gerade klein. Aber ich bleibe dabei: Mir bleibt das, was die Farrelly-Brüder hier unter „Gags“ verstehen in Gänze fern. Ich kann nicht über Furzwitze lachen und finde es nicht lustig, wenn ein erwachsener Mann nicht in der Lage ist, unfallfrei ein in Senf getauchtes Würstchen zu essen. Die mit Abstand schlimmsten zwei Kinostunden des Jahres und meine verdiente Nummer eins der Flops!

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