Faire Filmkritik: Ein Plädoyer

„Ein Ding ist ein Ding, nicht das was über das Ding gesagt wird.“  (Birdman)

Vor wenigen Wochen erhielt ich von meinem hochgeschätzten Fachkollegen Sidney Schering die Anfrage, ob ich für seine Internetkolumne „Popcorn & Rollenwechsel“ einen Kommentar zu meinem Alltag als freischaffende Filmkritikerin beitragen wolle. Das Thema: „Cinema Purgatorio – Wenn Filmkritiker leiden“ ließ mich lange darüber nachdenken, was sich Negatives an meinem Beruf finden lässt, wenn man nur lange genug danach sucht. Um meine derartige Grübelei genauer einzuordnen, möchte ich an dieser Stelle einen kurzen Einblick in meine Vita geben. Schließlich wird nicht jeder Filmkritiker als ein solcher geboren.

Ab wann ist man professionell?

Nach meinem Abitur an einem Hamburger Gymnasium habe ich mich zunächst gegen meine Leidenschaft fürs Schreiben entschieden und einen bodenständigen Weg in eine lange (und hoffentlich erfolgreiche) Karriere eingeschlagen. Ich wollte aufgrund meines überdurchschnittlich ausgeprägten Durchsetzungsvermögens immer Anwältin werden und habe eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten begonnen. Ganz schlechte Idee. Nach einem Jahr war Schluss und nach einem weiteren Jahr und der aus der Not, in diesem Fall der Arbeitslosigkeit heraus entstandene Idee, einen Filmblog zu eröffnen, habe ich ein Volontariat in einem Verlag mit angeschlossener Fernsehproduktion begonnen, abgeschlossen und konnte in der Zeit nicht nur viel über den Film und über das Schreiben lernen, sondern mich vor allem ausprobieren. Mein Fachwissen entstand somit aus einer Mischung aus Learning by Doing und unter den fachkundigen Augen einer Handvoll Experten, die das Medium Film schon aus altersbedingten Gründen weitaus länger beobachten als ich. Mein Cineastendasein begann bei mir somit relativ spät. Erst mit 19 entdeckte ich die Faszination Hollywood, die mich mit der Zeit auch immer wieder ins Charakterkino blicken ließ. Ich eignete mir im Job und in der Freizeit jede Menge Wissen an, schaute Filme, analysierte sie auf eigene Faust, schrieb Essays, Interpretationen, schaute mir die Arbeit anderer Kritiker an und versuchte, so viel wie möglich in mich aufzusaugen. Schaut man sich heute meine aller erste „Rezension“ an, so erkennt man deutlich: Vor rund sechs Jahren war das noch alles andere als professionell. Mittlerweile habe ich Auftraggeber in ganz Deutschland. Durch das Erweitern meines Kundenkreises, das Knüpfen von vielen Kontakten und der Weiterempfehlung von Filmverleihern und Kollegen habe ich mich im Mai 2015 selbstständig machen können und erlaube mir die Erkenntnis, dass dieser Schritt als Erfolgszeichen meines Durchhaltevermögens zu werten ist.

"Die Welt" titelte zum "Panem"-Finale in Großbuchstaben "Dieser Film ist nicht mehr zu ertragen". Unabhängig vom Inhalt der eigentlichen Kritik gehört sich so ein Kommentar einfach nicht.

„Die Welt“ titelte zum „Panem“-Finale in Großbuchstaben „Dieser Film ist nicht mehr zu ertragen“. Unabhängig vom Inhalt der eigentlichen Kritik gehört sich so ein Kommentar einfach nicht.

Dieser kurze Blick auf meinen eigenen Karriereweg ist nötig, um die folgenden Zeilen richtig einzuordnen. Aufgrund der Tatsache, dass ich mit meinen Filmbesprechungen Geld verdiene, Pressevorführungen besuche und ich von Presseagenturen und Filmverleihern zu Veranstaltungen und Premieren eingeladen werde, betrachte ich mich als professionelle Kritikerin und nicht (mehr nur) als Bloggerin. Dies soll meine hier getätigten Aussagen in ein möglichst professionelles Licht rücken und Missstände in einer Branche offenlegen, die spätestens mit dem exponentiellen Wachstum von YouTube-Filmkanälen, Filmblogs und Hobbypodcasts immer mehr an Bedeutung verliert. Die Aussage, ein Filmkritiker zu sein, besitzt heutzutage einen immer bittereren Beigeschmack und entlockt dem Umfeld nicht selten ein Schmunzeln. Aufgrund der Tatsache, dass sämtliche kreative Berufe immer mit einer gewissen Form der Subjektivität zusammenhängen und jeder, der in seiner Freizeit gern schreibt, malt, musiziert oder Filme dreht, sich sogleich auch mit einer solchen Bezeichnung wie Autor, Maler, Musiker und Schauspieler respektive Regisseur schmücken kann, ist es schwer, sich als gelernter Ausführer seiner Zunft durchzusetzen. Die Folge: Verlage verpflichten lieber Praktikanten als gelernte Journalisten, mit der Teilnahme an Castingshows wird man zum Star und YouTube-Promis werden zu Vorbildern einer ganzen Generation.

Der Respekt vor der Leidenschaft

Die Journalistenbranche ist also einem steten Wandel unterlegen. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Bereich, der sich mit jeder Art von Kultur befasst. Die Redaktionen werden kleiner, einzelne Ressorts werden eingespart und übrig bleibt eine Handvoll von Autoren, die früher für einen Bereich zuständig waren und mittlerweile eine ganze Reihe davon stemmen müssen. Von qualitativ hochwertigem, geschweige denn passioniertem Fachjournalismus ist da nur noch selten etwas zu spüren. Das ist natürlich auch den Umständen geschuldet. Wenn jemand früher für den kulinarischen Bereich einer großen, deutschen Tageszeitung zuständig war und ab sofort auch den Kultursektor zu betreuen hat, kann man von dem Kollegen schlicht nicht erwarten, dass sein Herz ab sofort auch für Hollywood zu schlagen hat. So wird das Kino mitsamt seiner Filme Woche für Woche nur noch abgehakt und auf Interviewterminen entstehen Aussagen wie folgende:

„Ich war diese Woche schon auf drei Interviews, ich kann den Scheiß nicht mehr sehen!“

Diese Aussage stammt von einem Kollegen mittleren Alters, der diesen Satz in meinem Beisein während der Interviews zu „Crimson Peak“ tätigte. Führen wir uns einmal vor Augen, in welcher Situation wir uns befinden: Während eine Gruppe aus mehreren Filmjournalisten in einem Berliner Nobelhotel auf die Ankunft von Weltstar Tom Hiddleston wartet, um ihn zu seinem neuen Projekt, Guillermo del Toros Gothik-Gruselfilm „Crimson Peak“ zu interviewen, beschwert sich ein Mensch, der für eine Sache Geld bekommt, für die andere Menschen sogar Geld bezahlen würden, über die Misslichkeit seiner Lage. Nicht nur, dass eine derartige Abwehrhaltung beweist, dass die Leidenschaft für die Thematik entweder nie vorhanden war oder sie mittlerweile vollständig verloren gegangen ist, sie hebt zugleich auch den mangelnden Respekt vor dem Kino sowie der damit verbundenen Arbeit hervor. Dass manch einer sein Glück nicht zu schätzen weiß, ist darüber hinaus sicherlich kein reines Phänomen des Journalismus, doch da die Filmkunst mehr als viele andere Themen mit Passion zu tun hat, kann die Arbeit nur dann gut gelingen, wenn man jene aufbringt. So kämpft sich dieser Kollege Tag für Tag durch solch „anstrengende“ Termine wie einen etwa einstündigen Interview-Slot und nimmt dabei Menschen die Möglichkeit, seine Arbeit mit jenem Elan auszuführen, den es benötigt.

Die BILD-Zeitung urteilte über "Still Alice": Honig im Hirn mit 50. Von sachlicher Betrachtung keine Spur.

Die BILD-Zeitung urteilte über „Still Alice“: Honig im Hirn mit 50. Von sachlicher Betrachtung keine Spur.

Der Kritiker – Das Non plus Ultra des (guten?) Geschmacks

Doch Elan und Leidenschaft sind nicht automatisch der Schlüssel zum Erfolg. Immer wieder sieht man sich als Filmrezensent mit der Frage konfrontiert, für wen die eigene Arbeit denn überhaupt gedacht ist. Auch wenn es sich ein Großteil meines Berufsstandes einfach nicht vorstellen kann, so bedeutet Kritikersein nicht, einen Film auf Fehler abzuklopfen. Die Rezensionen, die man im Idealfall mit Hingabe und Fachverstand verfasst, sind kein Appell an „die Kunst“ selbst und sie sind erst recht keine Plattform für den Autoren, sich selbst zu profilieren. Filmkritiken sollten im Idealfall als Atlas für all jene Zuschauer fungieren, die mit dem Gedanken spielen, ins Kino zu gehen. In Zeiten, in denen die Kinozahlen Jahr für Jahr weiter sinken, in welchen sich das Ansehen und Downloaden von Raubkopien als eine für die Filmindustrie immer schädlicher werdende Selbstverständlichkeit erweist und in denen es sich ein Normalverdiener mehrmals überlegt, ob er bis zu 14,50€ für einen Film (Multiplexpreis für eine Wochenendvorstellung für einen 3D-Film mit Überlänge) ausgeben soll, sind positive Momente im Lichtspielhaus besonders wichtig. Diese lassen sich allerdings nur dann erleben, wenn die eigenen Erwartungen erfüllt und im besten Fall sogar übererfüllt werden. Es bringt dem nach Informationen dürstenden Leser nichts, wenn der Filmkritiker mithilfe seiner Besprechung lediglich beweisen möchte, wie anspruchsvoll sein eigener Filmgeschmack ist und wie sich dieser mit der von ihm besprochenen Produktion verträgt. Die eigenen Vorlieben als Maßstab für eine Filmbesprechung zu benutzen, ist eine Angewohnheit, durch welche sich irgendwann die Annahme durchgesetzt hat, Filmkritiken könnten niemals objektiv sein. Dabei ist das schlicht und ergreifend falsch. Es bedarf zwar der Kunstfertigkeit, sich in die Erwartungen der unterschiedlichen Zielgruppen hineinzuversetzen, trotzdem ist die vollkommen unabhängige Berichterstattung mit ein wenig Fingerspitzengefühl möglich. Meine Wenigkeit besitzt im Privaten nicht das geringste Interesse am reinen Fantasygenre und erkennt dennoch den Wert von Filmen wie „Herr der Ringe“ an, ganz ohne sich hierfür selbst zu verleugnen. Mein persönlicher Filmgeschmack hat in einer Pressevorführung nichts zu suchen. Wer diesen Grundsatz nicht verinnerlicht, ist in seinem Beruf ganz einfach falsch.

Die Selbstverständlichkeit des Privilegs

Wie soll man jedoch Respekt für den Film, die Filmkunst und das Kino selbst aufbringen, wenn schon kleinste Ansprüche an den Kritiker dafür sorgen, dass dieser nicht bloß seine guten Manieren vergisst, sondern sich wie selbstverständlich über die Arbeit solcher Menschen erhebt, die er selbst nicht besser machen könnte? Führen wir uns doch nur einmal vor Augen, was wir als die sogenannten „Experten“ Tag für Tag machen: Wir bewerten etwas, was wir selbst nicht können. Eigentlich ist diese Tatsache eine solche, die uns in jedem anderen Beruf sofort disqualifizieren würde. Trotzdem ist kein anderer Berufsstand so unfähig darin, mit Kritik umzugehen, wie derjenige, der sein Geld damit verdient, andere zu kritisieren. In einem fiktiven Dialog der TV-Serie „Castle“ führt eine Schauspielerin ein Gespräch mit einer Theaterkritikerin. Beide geraten aneinander und es fällt der Satz:

„Wer nicht schauspielern kann, wird Schauspiellehrer. Und wer noch nicht einmal lehren kann, der wird Kritiker.“

Verstehen Sie die Beliérs?

Mit dem Fazit „Da wär man am liebsten taub!“ zur Taubstummen-Tragikomödie „Verstehen Sie die Beliérs?“ setzte die CINEMA der modernen Form des despektierlichen Kritikertums eine unangenehme Krone auf.

Auch, wenn sich dieser Satz vermutlich auf unterschiedlichen Ebenen analysieren lässt, so steckt dennoch viel Wahrheit in ihm. Um das festzustellen, reicht ein Blick in den deutschlandweiten Kollegenkreis. Während sicherlich ein Großteil der Journalisten für einen oder sogar mehrere renommierte Arbeitgeber schreibt, so geht der Trend immer mehr dahin, dass Blogger, YouTuber und Podcaster Pressevorführungen zum Anlass nehmen, um sich schließlich auf ihren Portalen selbst zu beweihräuchern. Getreu dem Motto: Wenn es mit der eigenen Karriere nicht geklappt hat, pöble ich wenigstens die Karrieren jener Menschen in Grund und Boden, die das geschafft haben, wovon ich träume. Das ist nicht bloß ein Eingeständnis der eigenen, beschränkten Weltsicht, sondern schadet obendrein dem Ruf jener wenigen Kritiker, die ihren Beruf noch mit Leidenschaft und Hingabe erledigen und die tatsächlich auch davon leben müssen. Das weiß auch Til Schweiger, der sich berechtigterweise irgendwann nicht mehr dem Stress der beschränkt denkenden Journaille aussetzen wollte und auf Pressevorführungen seiner Filme vorab verzichtet. Dass sich gerade mit den (professionellen!) Besprechungen seiner Filme auch von Seiten der Autoren Geld verdienen lässt, ignoriert er und hat dazu alles Recht der Welt. Denn bei Til Schweiger ist aus der wechselseitigen Geben-und-Nehmen-Beziehung zwischen Filmschaffenden und Journalist irgendwann ein Wettbewerb geworden, wer am schmerzhaftesten auf seine Produktionen draufhauen kann. Und das muss sich auch ein Til Schweiger, der bei aller Kritik immer noch genug positive Besprechungen erhält, nicht gefallen lassen.

Die Selbstverständlichkeit des Privilegs beginnt bei einem Großteil der Filmjournalisten jedoch bereits darin, gar nicht anzuerkennen, wie schön der eigene Beruf eigentlich ist. Abseits der überengagierten Fehlerguckerei, die Niemandem etwas bringt, außer dass sie vielleicht den Puls des Rezensenten in die Höhe treibt, beginnen die Reibungspunkte bei vielen Kritikern bereits ganz woanders und schon wesentlich früher vor dem eigentlichen Filmgenuss. Da wird über die frühe Uhrzeit der Pressevorführung gemeckert, das falsche Kino angeprangert, die Verpflegung kritisiert und, und, und… Hinter netten Gimmicks wie dem Ausschenken von Getränken und Speisen vermutet man sogleich Bestechung und überhaupt traut hier keiner Niemandem über den Weg. Dass es dabei nach wie vor über die Besprechung von Filmproduktionen geht, stellt all diese Schimpftiraden nicht selten in ein nahezu absurdes Licht. Es stellt sich zwangsläufig die Frage, wie bei einem solch krampfhaften Pessimismus überhaupt noch die Lust entstehen soll, sich mit Leidenschaft für einen Film zu interessieren, der für viel Geld von vielen Leuten in tage- bis monatelanger Arbeit inszeniert wurde. Doch dieser Umstand scheint vielen gar nicht bewusst.

Dass es auch anders geht, beweisen Auszüge wie jener aus der FILMSTARTS-Kritik zu "Die Pute von Panem", der mit nur einem halben von fünf Sternen bewertet wurde und mit den Worten beginnt: "Die FILMSTARTS-Redaktion freut sich grundsätzlich erst einmal auf alle Filme - und weil dem so ist, geben wir auch niemals von vorneherein Hopfen und Malz verloren."

Dass es auch anders geht, beweisen Auszüge wie jener aus der FILMSTARTS-Kritik zu „Die Pute von Panem“, der mit nur einem halben von fünf Sternen bewertet wurde und mit den Worten beginnt: „Die FILMSTARTS-Redaktion freut sich grundsätzlich erst einmal auf alle Filme – und weil dem so ist, geben wir auch niemals von vorneherein Hopfen und Malz verloren.“

Niemand macht es sich zum Ziel, einen schlechten Film zu machen

Natürlich gibt es diese Filme. „Movie 43“, „Meine Frau, die Spartaner und ich“ oder als jüngstes Beispiel die Comicverfilmung „Fantastic Four“. All diese Produktionen förderten ein nahezu ausschließlich negatives Kritikerfeedback zutage, was sich aufgrund der nicht minder großen Zuschauerschelte allerdings auch als durchaus gerechtfertigt erwies. Hier wurde trotz nicht geringer finanzieller Mittel und dem Potenzial für mehr vollkommen am Publikum vorbeiinszeniert. Trotzdem stehen auch hier Menschen hinter einem Projekt, für das ein nicht geringer menschlicher Arbeitseinsatz aufgebracht wurde. Bei all den großen und kleinen Makeln, welche diese Filme durchaus besitzen, haben es auch solche Projekte verdient, mit einer gewissen Form des Grundrespekts angesehen und bewertet zu werden. Wenn sich für eine solche Produktion kein breites Publikum findet – und ob man will oder nicht: den einen oder anderen Ausreißer gibt es immer – so ist dies noch lange kein Freifahrtschein für den Kritiker, jene in Grund und Boden zu schreiben. Denn eines ist gerade in der wirtschaftlich aktuell vorherrschenden Kino-Krisenzeit besonders wichtig: Filmkritik darf nie schädlich sein. Weder für die Kinos selbst, noch für die Filmschaffenden. Besitzt eine Produktion das nicht geringe Potenzial, den Zuschauer mit einem unangenehmen Gefühl aus dem Kinosaal zu entlassen, so ist es die Aufgabe des Journalisten, dem Leser Alternativen aufzuzeigen. Doch wie soll das für jemanden selbstverständlich sein, der die Leidenschaft am Kino längst verloren hat?

Zum Abschluss noch ein paar einfache jedoch nicht minder persönliche Worte: Ich liebe meinen Beruf. Ich liebe jede Art von Film, bin aufgeschlossen und glaube, die Fähigkeit zu besitzen, mich in die verschiedenen Zielgruppen hineinzuversetzen. Deshalb denke ich von mir, dass ich meinen Job gut mache. Trotzdem bin ich für jede Form der konstruktiven Kritik dankbar und sehe mich noch lange nicht am Ziel meiner analytischen und rezensierenden Fähigkeiten. Was mich jedoch auszeichnet, ist die Tatsache, dass ich bei all der Professionalität, die ich dem Film in meinem Job gegenüber an den Tag lege, nie meine Liebe verloren und mein Fan-Dasein abgestreift habe. Wenn ich heute ein Interview mit einem Schauspieler führe, empfinde ich das nach wie vor als große Ehre und bin immer noch so aufgeregt, wie bei meinem ersten Interview vor einigen Jahren mit Jan Delay. All die Menschen, über die ich es mir erlaube zu richten, machen einen tollen Job. Durch das, was sie inszenieren, spielen und schreiben, habe ich das Glück, Geld zu verdienen. Es ist an mir, den Respekt ihnen gegenüber aufzubringen, den sie verdammt nochmal verdient haben. Was wäre es doch schön, wenn sich dieser Gedanke auch bei den vielen anderen Filmjournalisten durchsetzen würde, die kaum mehr in der Lage sind, sich begeistern zu lassen.

Herzlichst, Eure Antje Wessels.

14 Kommentare

  • In dem, was hier über manche Filmkritiken gesagt wird, finde ich leider vieles wieder, was mir z.B. an den Filmkritiken im Hamburger Abendblatt oft nicht gefällt. Das wirkt dann mitunter so (nicht nur bei mir, sondern auch bei meiner Frau), als ob insofern der falsche Kritiker den falschen Film gesehen hat, als seine „Schubladen“ durch den Film nicht „bedient“ worden seien. D. h., es lässt mich (uns) als Leser die in Deinem Artikel zu Recht verlangte Offenheit merklich vermissen.
    Also, wenn die Rezensionen eines Films für mich wirklich wichtig sind (weil Geld und vor allem Zeit investiert werden soll), versuche ich (wie bei anderen meinungsbildenden jounalistischen Produkten ja auch) möglichst mehrere Meinungen zu einem Film zu bekommen. Schlussendlich zählt natürlich die eigene Bewertung der erfolgten Rezeption, und die widerspricht nicht selten fundamental den veröffentlichten. Ein passendes Beispiel dafür war der Film: „Saint Jacques … Pilgern auf Französisch“ von Coline Serreau.
    gRh 03.03.16

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    • Peter Lannisters

      Meines Erachtens gibt es nur wenige objektive Kritiken, da die meißten Filmkritiken heutzutage gekauft werden!
      So auch in der TV-Spielfilm. Wenn man sich dort die Kritiken anschaut, so sind ALLE BLockbuster positiv bewertet und als Unterhaltungsgarant markiert. Bei anderen Labels, die kleiner sind, ist meist das Gegenteil der Fall. Heute zählt im Print- und Onlinemedium die Größe der Brieftasche, um eine Filmkritik zu kaufen!

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  • Wenn man als Bloggerin angefangen hat, dann ein Praktikum gemacht hat und somit selbst eine Quereinsteigerin ohne richtige Ausbildung ist, ist man dann nicht selbst Teil der „Missstände“ in der Branche, die hier angesprochen werden? Und kann man dann besser über das Thema reden oder wirkt es nur sehr seltsam? Professionell ist man, wenn man bezahlt wird?
    Es gibt in Deutschland sicherlich mehr gute „Hobby“-Podcasts zum Thema Film als Bezahlte.

    Da ich nur das Zitat von dem „Kollegen mittleren Alters“ kenne, habe ich fast das Bedürfnis ihn zu verteidigen.
    Interviews sind PR-Arbeit, Tom Hiddlestone würde sicherlich auch lieber etwas anders machen. Davon abgesehen kann jeder mal einen schlechten Tag haben und man muss nicht jeden Aspekt seines Berufs lieben.

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    • Dass ich als Bloggerin angefangen habe, ist richtig. Dass darauf lediglich ein Praktikum folgte, ist allerdings schlicht und ergreifend falsch, wie es auch im Text nachzulesen ist. Ein Volontariat besitzt in der Medienwelt die Wertigkeit einer Ausbildung (NICHT eines Studiums, aber einer Ausbildung und Du gehst explizit auf den Ausbildungsweg ein). Für wen ich mittlerweile arbeite, ist unter „Auftraggeber“ nachzulesen. Von daher: Nein, man ist nicht automatisch professionell, wenn man Geld verdient. Aber wenn man sein Handwerk mehrere Jahre gelernt hat. Und das habe ich halt einfach nun mal, da kann ich nix gegen tun. Gleichzeitig gibt es sicherlich auch viele andere, die mehr Ahnung haben, als ich. Ich bin 25 – für diese Annahme muss ich mich nicht klein reden, sondern einfach nur realistisch denken. Trotzdem verkaufe ich mich nicht über Wert, wenn ich mich als professionell bezeichne. Erst, wenn man eine gewisse Nähe zur Materie hat, mit Kollegen spricht, Pressevorführungen besucht und Pressetermine wahrnimmt, entwickelt man ein Gefühl für die Branche. Mein Statement habe ich geschrieben, nachdem ich knapp vier Jahre in dem Bereich arbeite. Mich von Ereignissen habe inspirieren lassen, Quellen zusammengetragen habe usw., sodass für den Status Quo, den ich anprangere, eine Grundlage gegeben ist. Ich kann nicht einfach etwas kritisieren, ohne zu erläutern, wo das von mir kritisierte Verhalten stattfindet. Sogar Quellen habe ich angegeben. Mehr kann ich nicht tun.

      Mit deiner Meinung, dass Interviews PR-Arbeit sind, bist du ja nicht alleine. Die Art, wie Junkets abgehalten werden, wurde in letzter Zeit des Öfteren angeprangert. Es ist vermutlich auch einer gewissen Routine geschuldet, wenn man mit der Zeit nicht mehr in Euphorie verfällt, wenn man Weltstar XY gegenüber sitzen darf. Dagegen spricht auch überhaupt nichts. Doch sobald ein Privileg selbstverständlich sbgewertet wird, empfinde zumindest ich das als grenzwertig. Und um mehr geht es hier nicht: Dieses Plädoyer spiegelt meine Auffassung von Filmkritik wieder. Jeder hat seine eigene, von meiner möchte ich allerdings zu keinem Zeitpunkt abrücken.

      Liebe Grüße
      Antje

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  • sirdonnerbold

    Ja, liebe Quadrataugenrunde, nicht jeder, der bezahlt wird, arbeitet daher professionell. Aber jeder, der bezahlt wird, sollte sich professionell verhalten. Das fordert Antje, und da gebe ich ihr vollkommen recht. Aus Respekt dem eigenen Beruf gegenüber, dem Auftraggeber, dem Publikum und der im eigenen Job thematisierten Branche. Klar würden viele Schauspieler lieber ihrem eigentlichen Beruf nachgehen, als Fließbandinterviews zu führen. Aber man kann aus dem notwendigen Übel ein Genuss machen (oder es versuchen). Oder aber den Karren noch weiter in den Mist fahren …
    #

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  • Pingback: Die Illusion der fairen Filmkritik | real virtuality

  • Würde es objektive Filmkritiken geben, müsste das heißen, es gibt auch objektiv gute Filme. Filme sind immer eine persönlich Erfahrung und der Sinn von Filmkritiken ist es, sich mit dem Film intensiv auseinanderzusetzen, so dass der Leser einen Mehrwert daraus bekommt. Nur meine ich damit nicht allein, dass er dadurch weiß, ob er für diesen Film zahlen möchte oder nicht. Es geht vor allem auch darum, andere Blickwinkel zu erfahren und dadurch im besten Fall noch mehr aus einem Film mitnehmen zu können, Denkansätze bekommen und vielleicht hat der Verfasser des Textes auf einmal einen ganz anderen Interpretationsansatz als der Leser, was diesen wiederum bereichert. Bei deiner Auffassung von Filmkritik hätte jeder Text eine Halbwertszeit, aber gute Kritiken kann ich auch noch Jahre danach lesen und sie bereichern mich eventuell. Sonst würde jeder nur nach einer Bestätigung für etwas suchen, das er schon zu wissen glaubt. Außerdem kann ich beispielsweise auch aus einer positiven Kritik zu BvS, die von einem „obergeilen Krawall in toller Snyder-Optik“ spricht etwas für mich ziehen, wenn ich weiß, dass ich aus Erfahrung beide dieser Dinge nicht mag.

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  • Pingback: Ein Plädoyer für unfaire Filmkritik | feuilletonistisch

  • Zunächst einmal muss ich angesichts des Willens, zumindest Interesse an einer konstruktiven Auseinandersetzung vorzutäuschen, einhergehend mit dem damit verbundenen Arbeitsaufwand, extra einen eigenen Blogartikel zu verfassen, meinen Hut ziehen. Und das, wo die Diskussion doch bereits vor Monaten schon einmal auf dem Level war, dass ein anderer Leser so engagiert war und eine „Gegendarstellung“ zu meinem Plädoyer, das übrigens lediglich meine an mich selbst gestellten Ansprüche und keinen Gesetzentwurf oder dergleichen darstellt, zu verfassen. Und da ich es so meine, wenn ich sage, dass ich mich über konstruktive (!) Kritik freue, sehe ich es als meine Pflicht an, mich ebenso konstruktiv zu Deinem Beitrag zu äußern.

    Mir fällt auf, dass Du Dir bei der Ausarbeitung Deines Artikels sehr viel Mühe gegeben hast. Selbiges scheint für das dem voraus gehende Lesen meines Artikels nicht zu gelten. Denn wenngleich ich loben muss, dass ich nicht den Eindruck habe, Du würdest von mir dargestellte Äußerungen bewusst verdrehen, muss ich doch ein wenig an Deiner Lesekompetenz zweifeln, denn einige Dinge, die Du schreibst, gehen auf Punkte ein, die ich in meinem Plädoyer definitiv nicht sage.

    Der von Dir zusammengefasste, erste Absatz meines Plädoyers stimmt soweit. Dass ich obendrein auch einen Abriss meines Werdegangs hinzugefügt habe, kommt daher, dass das hier ein privater Blog ist. Wenn ich allgemein gültige Aussagen treffe, die ich als meinen, an mich persönlichen gelegten Arbeitsanspruch verstehe, haben die (möglicherweise nicht mit der Materie vertrauten) Leser ein Recht darauf, die wichtigsten Hintergründe zu mir und meinem Schaffen zu erfahren. Wie Du in den Kommentaren vor Deinem lesen kannst, kam an einer Stelle gar die Frage auf, woran ich fest mache, dass ich mich durchaus als „professionell“ bezeichnen kann. Derartige Ausführungen dienen also zur besseren Einordnung meiner geistigen Ergüsse.

    Du beginnst Deinen zweiten Absatz mit folgender Aussage:

    „Es geht Antje Wessels auch um die ökonomische Frage: Kino ist teuer. Wir leben in Zeiten, „in denen es sich ein Normalverdiener mehrmals überlegt, ob er bis zu 14,50€ für einen Film (Multiplexpreis für eine Wochenendvorstellung für einen 3D-Film mit Überlänge) ausgeben soll“. Kritik ist demnach dazu da, eine Kaufempfehlung zu leisten, eventuell Schnäppchen zu bewerben oder auf die Must-Haves und die Essentials der Saison aufmerksam zu machen. “

    Daraus schließe ich, es geht mir – so neu mir das ist – um einen Werbedienst. Nein, das tut es nicht. Aber worum es mir geht, ist ein Dienst am Kunden. In diesem Fall: am Zuschauer. Für mich (und ich betone hier noch einmal: für MICH – das hier ist der AN MICH SELBST gestellte Arbeitsanspruch) ist Filmkritik, so wie ich sie betreibe, in Teilen tatsächlich eine Form von Dienstleistung. Und wenn ich von meinem Beruf leben möchte, muss ich diese Einstellung auch haben. Wenn ich keine Leser habe, bekomme ich keine Aufträge mehr. Und um möglichst viele Leser zu haben, muss ich mir eine möglichst große Gruppe aussuchen, die als Zielgruppe infrage kommt. In diesem Fall sind das – anders als Du oder ein Teil anderer Kritiker es sehen mögen – ganz normale Kinozuschauer. Und die wollen eben wissen, was sie für ihr Geld (um wieder auf den Beginn des Zitats zurückzukommen) bekommen, wenn sie sich entscheiden, ein Kinoticket zu lösen. Dass Du Dich an dieser Auffassung störst: geschenkt. Dafür sind unterschiedliche Meinungen da und ich versuche hier zu erklären, weshalb ich zu meiner gekommen bin, anstatt einfach zu sagen: Ich hab halt diese Meinung und damit Schluss. Dass Du damit automatisch eine Engstirnigkeit verbindest, zeigt in meinen Augen eine Engstirnigkeit Deinerseits: Wieso kann eine auf den „normalen Kinogänger“ zugeschnittene Kritik nicht zeitgleich auch mit einer Kritik des Films an sich einhergehen muss? Weshalb kann – in Deinen Augen – eine Kritik nicht gleichzeitig beratend („Dir könnte der Film gefallen, wenn Du XYZ magst“), aber auch kritisch („Lass lieber die Finger davon, der Film hat folgende Schwächen…“) sein?

    Die von Dir getätigte Aussage darüber, ich würde die Zuschauerzahlen als Indikator für Qualität bezeichnen, ist – mit Verlaub – grober Unfug. Ich bin tatsächlich sehr gespannt, worin Du diese Aussage meinerseits zu finden glaubst. Das von Dir zurate gezogene Beispiel, „Meine Frau, die Spartaner und ich“ betreffend, bezieht sich einzig und allein auf meine Aussage, dass jeder Film eine Zielgruppe hat. Um gleichermaßen aber den eventuell daraus folgenden Schlusszug zu entkräften, dass man dann ja keinen Film kritisieren könne, habe ich bewusst Beispiele von Filmen herangezogen, die tatsächlich einheitlich und auf sämtlichen Ebenen durchfielen. Einfach als Beweis: „Selbst WENN es für alle Filme eine Zielgruppe gibt, bedeutet das noch lange nicht, dass Filmkritik unnütz ist. „Alles, was Du mir darauf folgend über die Unabhängigkeit von Qualität und Kassenerfolg „beibringst“, ist meiner Ansicht nach vollkommen unbegründet. Um das zu erkennen genügt übrigens eine kleine Umsicht über von mir verfasste Kritiken – amüsant, dass du als Beispiel auch noch den von mir hervorragend besprochenen „The Neon Demon“ wählst, während ein Film wie „Fack ju Göhte 2″ von mir sämtliche Mängel aufgezeigt bekommen hat, die der Film nun mal eben hat – Erfolg oder nicht spielt da überhaupt keine Rolle und ich kann mich nur noch einmal wiederholen: Welcher Aussage entnimmst Du genau, dass mir das nicht bekannt ist?

    Daher kann ich die von Dir getätigte Aussage “ Ein guter Filmkritiker – ob professionell oder nicht ist dabei einerlei – darf keine Dichotomie zwischen Erfolg und Qualität aufmachen, aber ebenso wenig das eine aus dem anderen erklären wollen. “ nur doppelt und dreifach unterstreichen – auch ich schüttele jedes Mal den Kopf, wenn mich eine entrüstete Lesermail erreicht, weil ich einen an den Kinokassen erfolgreichen Film aufgrund seiner Qualität nicht schätzen kann.

    Du hinterfragst den von mir gestellten Anspruch auf eine gewisse Fingerfertigkeit, was das Sich-Einfühlen in die verschiedenen Zielgruppen angeht. Überall, in absolut JEDEM beruflichen Sektor, gibt es Dinge, die man durch Arbeit, durch „Learning by Doing“, durch Mentoren und durch ein gewisses Gespür für die Materie, nach und nach erlernt. Meine Menschenkenntnis hat mir zum Beispiel direkt nach deinem „mir Folgen“ (und der anschließenden Durchsicht deiner Interessen, letzten Tweets etc.) bei Twitter gesagt, dass ich von Dir garantiert noch etwas zu hören bekommen werde, was dieses Plädoyer angeht. Witzig, nicht wahr? 😉

    Spaß beiseite: Wer konstruktiv kritisiert, soll auch eine ebenso konstruktive Antwort erhalten.

    Ich bleibe weiterhin bei meiner Aussage, dass Fairness für mich bedeutet, nicht wahllos rumzupöbeln und persönlich beleidigend zu werden. Jeder Film (und das gilt auch für Menschen, mit denen ich in meinem Umfeld zu tun habe), hat einen gewissen Grundrespekt verdient. In meinen Kritiken werde ich daher niemals Worte wie „scheiße“, „beschissen“, „Arschloch“ etc. verwenden. DAS ist meine Definition von fair; wer aus meinem Text heraus liest, dass ich gegen negative Kritik bin, der muss sich meiner Ansicht nach schon viel Mühe geben, es so zu lesen. Erst recht, wo sich in meiner Arbeit doch negative wie positive Kritiken die Klinke in die Hand geben. Mir wurde einmal gesagt, Als Kritiker muss man vernichten können (das kam jetzt nicht von Dir, denke also nicht, ich würde Dir ein Zitat in den Mund legen!). Ich sage dazu ganz ehrlich: Derartige Kritik liegt mir nicht, denn da geht es in einen Bereich der Filmkritik, mit der ich – ehrlich gesagt – gar nicht unbedingt etwas zu tun haben möchte und auch nicht muss, weil ich meinen redaktionellen Arbeitsbereich gefunden habe, in dem ich meine Arbeit, glaube ich, ganz gut mache und in dem ich gutes Geld verdiene. Es steht jedem frei, der sich von seinen Filmkritiken mehr erhofft, als einen dem potenziellen Zuschauer zuträglichen Text, selbst Kritiken zu schreiben und sich das Handwerk anzueignen, oder sich – ganz einfach – seine Lieblingskritiker zu suchen, auf deren Meinung er vertraut. Du sagst ja selbst, dass auch Du deine Kritiker hast, deren Empfehlungen du vertraust und wenn Dir deren Art von Filmkritik mehr zusagt, als meine, dann ist das Dein gutes Recht ebenso wie das diverser anderer Filmfreunde. Wenn du allerdings tatsächlich „unfaire Filmkritik“ bevorzugst und sie so verstehst, wie ich („Mehr Pöbeln, weniger Sachlichkeit“), wovon ich allerdings nicht ausgehe, dann bin ich, ehrlich gesagt, schon ganz froh, so Jemanden wie Dich nicht als Stammleser zu haben. 😉

    Meine Aussagen bezüglich einiger Kritiker (wohlgemerkt: einiger! Ich verweise ja extra darauf, dass ein Großteil der Kollegen einen hervorragenden Job macht), ist ein Abriss meiner Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren leider machen MUSSTE. Ich habe es sehr oft erleben müssen, dass gewisse Regisseure (um den Bogen zu dem Schweiger-Beispiel zu schließen), Franchises etc. bereits von vornherein verteufelt wurden. Ganz so, als hätte man die negative Kritik bereits vorab geschrieben und sucht nun nur noch nach Bestätigung. Dass das so IST, kann ich natürlich nicht sagen, da ich es nicht beweisen kann (daher tu ich es ja auch nicht). Aber mein Schweiger-Beispiel dient als Versinnbildlichung der Spitze dieses Eisberges, denn – wie ich schreibe – unter diesem Gesichtspunkt KÖNNTE ich es verstehen, wenn Schweiger so handelt (sollte es aus diesen Gründen sein, was ich ja ebenfalls in Frage stelle)

    Auch deinem finalen Absatz kann ich daher nur durchgehend zustimmen. Erneut möchte ich betonen, dass ich mich nirgendwo dafür ausspreche, negative Kritik zu verbannen. Ich stehe lediglich dafür ein, sachlich zu berichten. Und ich finde nicht, dass ich mir DAS zum Vorwurf machen muss.

    Beste Grüße
    Antje

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  • Guter Artikel und ich stimme dir zu.

    Ich zähle mich auch zu denen, die eher das Positive denn das Negative an einem Film herausstellen. Was Kritiken angeht, gehöre ich damit wohl definitiv zu den Netten 🙂

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  • Pingback: Gibt es objektive Filmkritiken? | FilmkritikenOD

  • Wurde gerade erst auf diesen diesen Beitrag von dir aufmerksam gemacht, von dem her setze ich mich in meinem Beitrag und die Frage, ob es objektive Filmkritiken geben kann, nicht mit ihm auseinander, Finde aber die Position als Antithese gut gewählt und habe ihn deswegen mal in meinem Artikel verlinkt.

    Ich hoffe, das ist okay.

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