Meine Filmflops 2016 – Die Plätze 10 bis 1

Nachdem ich vor Kurzem die Flop 20 meiner in diesem Jahr gesichteten Filme veröffentlichte, folgen nun die Plätze 10 bis 1 der von mir am meisten verabscheuten Filme 2016. Noch einmal möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die objektive Qualität des Films nicht zwingend etwas mit der Platzierung in dieser Liste zu tun haben muss. Es geht hier einzig und allein darum, wie sich mein Empfinden mein Anschauen dieser Filme veränderte. Es kann also sein, dass ich hier ein wenig schärfer in meiner Wortwahl vorgehe, als ich es in meinen Kritiken handhabe. Für eine objektive Sicht der Dinge verweise ich gern auf die Filmkritiken, die ich in den jeweiligen Platzierungen verlinkt habe. 

Natürlich seien an dieser Stelle noch einmal solche Filme erwähnt, die es nur deshalb nicht in meine Flopliste geschafft haben, weil andere Produktionen schlichtweg noch grauenvollere Befindlichkeiten in mir auslösten. Nicht genervt aber im Anbetracht der hohen Erwartungen enttäuscht war ich von DER GEILSTE TAG, der obligatorische Nicholas-Sparks-Film in diesem Jahr war mit THE CHOICE einfach nur noch dämlich, der Preis für den langweiligsten Film des Jahres teilen sich das Seefahrerdrama THE FINEST HOURS und die Stollenkatastrophe 69 TAGE HOFFNUNG, als absolut überhyped empfand ich das  leider reichlich banale Horrordrama THE WITCH, bei DEEPWATER HORIZON hat man aus einem hochdramatischen Thema einen x-beliebigen Helden-Actioner gemacht, MÄNNERTAG und WIE MÄNNER ÜBER FRAUEN REDEN sind der beste Beweis für das schlechte Image der deutschen RomCom, JEDER STIRBT FÜR SICH ALLEIN bildet dazu das Nazidrama-Gegenstück. HIMMELSKIND wäre auch als christliches Werbefilmchen durchgegangen, STADTLANDLIEBE war leider keine Satire und über den von mir alles andere als gefeierten TONI ERDMANN habe ich liebend gern gestritten… In diesem Sinne: gehabt Euch wohl!

10

Die Bestimmung - Allegiant

Mit diesem Film hat sich das qualitativ ohnehin immer recht wackelige „Die Bestimmung“-Franchise endgültig den Todesstoß versetzt. Nach dem dritten Teil DIE BESTIMMUNG – ALLEGIANT soll die Jugenddystopie nun als Fernsehserie zu Ende gebracht werden. Und selbst das steht aktuell noch in den Sternen. Warum? Weil sich zurecht keiner mehr dafür interessiert hat, wie es um die Figuren in dieser Geschichte denn eigentlich bestellt ist. Von Anfang an hat man es hier versäumt, Charaktere zu kreieren, mit denen man mitzittert und mitfiebert. Am Ende sieht man Shailene Woodley als Kampfamazone mit Kanone im Anschlag durch die Einöde laufen, in futuristischen Fahrzeugen durch die Gegend fliegen und irgendwie die Menschheit retten. Dahinter steckt der absurde Plan einer Regierung, deren Sinn und Zwecke sich einem nicht wirklich erschließen und die obligatorische Lovestory innerhalb der Handlung hat doch vor allem deshalb noch nie wirklich Jemanden interessiert, weil Woodleys Love Interest einfach langweilig ist.

9

A Bigger Splash

Man nehme vier namhafte Hollywoodstars, verfrachte sie an die sonnige italienische Küste und lasse sie über die Banalitäten der Reichen und Schönen philosophieren. Zwei verdammte Stunden lang. A BIGGER SPLASH suhlt sich in einer Theatralik, die den Zuschauer überhaupt nicht tangieren kann, weil die Probleme dieses Quartetts absolut nichtig sind. Frei nach dem Motto: Wenn man keine Probleme hat, macht man sich eben welche, werden hier Intrigen gesponnen, Dreiecksbeziehungen eingegangen, nackt gebadet und als dann wirklich etwas Interessantes passiert, ist der Film auch schon vorbei. Der Gipfel der Dämlichkeit ist aber die Idee, Tilda Swinton eine Stimmbandentzündung anzudichten, damit ihre Figur nicht sprechen kann. Es entbehrt jedweder Relevanz und ist wahrscheinlich einfach deshalb ein inszenatorischer Kniff, weil… ja, weil? Naja, im Zweifelsfall weil’s halt Kunst ist…

8

Schubert in Love

Ich hatte ja gehofft, die Zeit, in der jeder deutsche Komiker irgendwann einen eigenen Kinofilm spendiert bekommt, ist vorbei. Doch in diesem Jahr belehrte uns Olaf Schubert eines Besseren, der sich in der Romantic Comedy SCHUBERT IN LOVE auf die Suche nach seiner großen Liebe machen durfte. Eigentlich mag ich Olaf Schubert – als Stand-Up-Comedian, als Gast in Talkshows oder bei der Heute Show ist er für ein, zwei Stunden als Vorträger diverser Anekdoten wirklich erträglich und lustig. Aber die von ihm gespielte Figur wäre nun mal so ganz und gar nicht lebens- und gesellschaftsfähig. Insofern kann es überhaupt nicht funktionieren, eine ganz normale Geschichte aus den Augen dieses unausstehlichen Dauersingles zu erzählen. Das Ergebnis ist entsprechend unlustig und lädt bisweilen zum Fremdschämen ein. Besonders Leid tut einem allerdings Marie Leuenberger. Die ist nämlich viel zu niedlich für ihren hier so asozial aufspielenden Filmpartner!

7

Warcraft: The Beginning

Ich und Fantasyfilme – das wird einfach nie zusammenfinden. Zumindest werde ich nie mehr für (gut gemachte) Fantasyfilme aufbringen können, als Respekt, denn das Genre und ich ticken einfach zu unterschiedlich, als dass hier noch eine ehrliche Freundschaft entstehen könnte. Entsprechend anstrengend gestaltete sich für mich der Kinobesuch von WARCRAFT: THE BEGINNING, wenngleich hier persönliche Antipathie auf ein weitestgehend austauschbares Szenario getroffen ist. Ich möchte keinem Gamer den Spaß daran absprechen, sich in den weitläufigen Settings und den mitunter detailgenauen Nachbildungen bekannter Spielszenerien zu verlieren. Aber ganz ehrlich? Die Geschichte ist unterstes Soap-Niveau, die Figuren platt und letztlich ist dieser Film dann ja auch nur eine zweieinhalbstündige Schlacht, in der A gegen B kämpft und am Ende gewinnt dann noch nicht mal einer. Diese Kompromissfindung zerstört noch die besten Hollywooddramaturgien…

6

London Has Fallen

Im Anbetracht der weltpolitisch stürmischen Zeiten ist es nahezu unmöglich, einen Film mit Terrorthematik zu einem richtigen Zeitpunkt herauszubringen. Nun sollte man sich davon nicht ins Bockshorn jagen lassen, das Problem von LONDON HAS FALLEN war nämlich ein ganz anderes. Abgesehen davon, dass das Skript zu diesem stumpfsinnigen Gemetzel Klischees bedient, die selbst ein „Stirb langsam“-Autor nicht mehr aufgreifen würde, ist die ganze Inszenierung dieses Gerard-Butler-Rachefeldzugs so lieblos und dilettantisch, dass man sich fragt, wer dafür tatsächlich das Geld eines normalen Kinotickets ausgeben soll. Das vor allem bei den Effekten augenscheinlich so beschränkte Budget taugt allenfalls fürs Heimkino, auf der großen Leinwand sieht man aber ganz genau, dass hier nicht ein Auto wirklich in die Luft gesprengt wurde. Wenn die Schauspieler dann auch noch denselben fehlenden Elan ausstrahlen, wie der Rest der Inszenierung, dann ergibt das einen Actionthriller mit mieser Action und ohne Thrill

5

Ice Age - Kollision voraus!

Hört endlich auf damit, Franchises zu Tode zu reiten, die längst tot sind! Wenn man bei ICE AGE – KOLLISION VORAUS!, dem neuesten Abenteuer der einst so kultigen Eiszeitfreunde, tatsächlich dem der Erde gefährlich nahe kommenden Meteoriten die Daumen drückt, dann haben die Macher irgendwas falsch gemacht. Aus den spleenigen Gesellen sind absolut nervtötende Gag-Lieferanten geworden. Die Geschichte unterliegt keiner noch so simplen Dramaturgie, sondern hangelt sich von Sketch zu Sketch, die wiederum überhaupt nicht lustig, sondern allenfalls ob ihres hohen Slapstick-Gehalts albern sind. Bei den letzten Filmen sorgte immerhin das Urzeithörnchen Scrat noch dafür, dass zwischendurch kurzweilige Unterhaltung aufkam. Im fünften „Ice Age“-Teil kann nicht einmal er den Film noch retten. Und ich hoffe stark, dass die Gerüchte um den Dreh eines sechsten Teils nur Gerüchte sind. Platz fünf für „Ice Age 5“ – nicht geplant, aber tatsächlich richtig passend.

4

Verrückt nach Fixi

Ich war schon ein wenig verwundert, dass gegen die Veröffentlichung der Pubertätsklamotte VERRÜCKT NACH FIXI vorab keiner Sturm gelaufen ist. Immerhin wird hier ein Frauenbild propagiert, das, nun ja, nicht einmal mehr vorsintflutlich ist. Nun bin ich ja aber ein Freund, nicht überall möglichst böse Hintergedanken hineinzudenken. Eventuell haben sich die Macher tatsächlich gar nichts Böses dabei gedacht, die Geschichte einer zum Leben erweckten Gummipuppe zu erzählen. Aber so richtig was gegen dieses Schmuddelimage unternommen haben sie auch nicht. Der Film von Mike Marzuk ist nicht nur verdammt unlustig und ohne Charme und Herzblut, auch diesen faden Beigeschmack von einer auf ihre äußeren Reize reduzierten langbeinigen Schönheit wird man im Laufe der eineinhalb Stunden partout nicht los. Die Figuren agieren dumm, die Handlung nimmt zeitweise absolut merkwürdige Wendungen und letztlich ist der Film dann doch so hohl, wie die die zugehörige Gummipuppe.

3

Ratchet & Clank

Gegen RATCHET & CLANK war der spanische Weltraum-Animationsfilm „Einmal Mond und zurück“ auf Platz 20 ja richtig liebevoll-hochwertig gemachtes Animationskino. Denn es geht immer noch schlimmer und in diesem Fall glaubte man sich nicht etwa in einem CGI-animierten Kinofilm des Jahres 2016, sondern irgendwo in einem sehr miesen Computerspiel der Neunziger – wenn überhaupt. Die Geschichte verläuft in (erschreckend) üblichen „Ein Bösewicht will die Welt zerstören“-Bahnen. In diesem Fall treten ein schlaues, aber tollpatschiges Fuchswesen und ein ausrangierter Roboter mitsamt „Weltraum-Möchtegernavengers“ gegen den bösen Widersacher an. Das klingt alles nicht nur erschreckend banal, das ist es auch. Das Herzblut und die Liebe größerer Animationsstudios sucht man hier vergeblich. Darüber hinaus wird diese zunehmende Lust an der Zerstörung im kinder- und familientauglichen Kino langsam aber sicher immer bedenklicher…

2

Dirty Grandpa

Wie ich diesen Film hasse! Und zwar nicht deshalb, weil es sich bei DIRTY GRANDPA um ein eineinhalbstündiges, sinnloses, banales Saufgelage handelt. Um einen auf Zelluloid gebannten Spring Break, zu dem Enkel und Opa gemeinsam mal so richtig die Sau rauslassen dürfen. Immerhin hatten Filme wie „Sisters“ oder „Mike and Dave Need Wedding Dates“ ähnlich simple Partycomedy-Prämissen und beide Filme haben das Optimum an Spaß aus ihren Gegebenheiten herausgeholt. „Dirty Grandpa“ spielt sich hingegen so konsequent durchgehend unterhalb der Gürtellinie ab, dass es in diesen Breitengraden überhaupt nicht mehr möglich ist, einen emotionalen Kern in der Geschichte unterzubringen. Ich will Robert De Niro nicht beim Wichsen zusehen oder mit anschauen müssen, wie er Zac Efron seinen Schwanz ins Gesicht hält. Null Herz, null Charme. Von mir aus darf es gern derb zugehen, aber die Provokation darf nicht zum Selbstzweck werden. Sonst ist’s wie hier einfach nur noch peinlich.

1

Salt and Fire

Fast ein ganzes Jahr lang hat sich „Dirty Grandpa“ als  schlechtester Film des Jahres in meiner Flopliste halten können. In Gedanken hatte ich ihm die unrühmliche Schärpe schon längst umgehängt, doch einen Werner Herzog sollte man immer auf der Rechnung haben. An anderer Stelle wird sein kürzlich erst in den Kinos gestarteter Entführungsthriller SALT AND FIRE für seine extravagante Inszenierung, die packende Handlung und das spektakuläre Finale gelobt. Alles was ich auf der Leinwand zu sehen bekam, war eineinhalbstündiges Laientheater, in dem sich die von Herzog nach eigenen Angaben so geschätzte Veronika Ferres in theatralischem Underacting abmüht, eine sich sämtlichen logischen Erzählgrundsätzen entsagende Story und eine derart banale Geschichte, dass all das den Film nicht mal mehr zu einem Guilty Pleasure hätte machen können. Soll wohl irgendwie alles so sein – Kunst vielleicht, man weiß es nicht. Ich habe jedenfalls irgendwann resigniert aufgegeben; wenn sich Herzogs Film nur irgendwelchen verkopft denkenden Intellektuellen erschließen soll, dann ist’s halt so!

10 Kommentare

  • Da du in hier von „Objektivität“ deiner Filmkritiken sprichst und dieses Wort mich sehr interessiert, habe ich u.a. mal bei der Kritik zu Toni Erdmann reingeschaut und muss mich jetzt doch fragen, ob du dich für objektiver als all die anderen Kritiker und auch normalen Zuschauer (Moviepilot: 8,1 / 10 z.B.) hälst, bzw. was deine Kritiken jetzt genau so objektiv macht?
    Übrigens sehe ich Toni Erdmann auch nicht als das an, was er von vielen gemacht wird, aber was aus dieser Meinung eine objektiv gültige macht, lasse ich mal dir zu Beantwortung.

    Übrigens freue ich mich, dass du auch mal vom Leder ziehen kannst, da mir deine Kritiken ab und an wie ein Konsens erscheinen, um nicht groß anzuecken. Ich persönlich werde zwar keine Flop-Liste veröffentlichen, da ich diesen Filmen keine weitere Aufmerksamkeit schenken möchte, aber du solltest ruhig häufiger dem Hass in dir nachgeben und zur dunklen Seite überwechseln. Oder gibt es da von Seiten quotenmeter, etc. Vorgaben?

    Grüße und ein frohes Weihnachtsfest
    Benni

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    • Hallo Benni,

      ich denke schon, dass ich mich mit meiner Art von Kritiken sehr darin bemühe, möglichst objektiv zu sein. Ich weiß, dass sehr viele (vielleicht sogar der Großteil) der Meinung sind, dass das nicht geht. Und wenn ich auf einer Skala von 1 (vollkommen subjektiv) bis 10 (absolut objektiv ohne jedwede emotionale Involvierung) bewerten müsste, wie sehr man in die objektive Betrachtungsweise gehen kann, dann würde ich auch so weit gehen und sagen, dass eine 9 erreichbar ist. Eine 10 würde bedeuten, dass man das Menschsein und die Emotionen von einem selbst vollkommen ausblendet. Und klar: das geht nicht! Aber man kann sich aus seiner eigenen, persönlichen Sichtweise so weit wie möglich hinaus begeben und den Film weitestgehend frei von seinem eigenen Geschmack bewerten. Meine Review zu „Rogue One“ ist wohl ein recht gutes Beispiel – ein Film, dem ich persönlich absolut nichts abgewinnen kann, doch durch meine Perspektive als Zuschauer, evtl. gar als Fan der Reihe mit der Berücksichtigung dessen, was er erwartet, ist es mir, denke ich, ganz gut gelungen, den Film frei meiner Antipathie zu bewerten, ohne die objektiven Mängel in Gänze auszusparen. Gegenbeispiele gibt es auch: Ich hatte vor zwei Jahren den Film „Rio 2“ in meinen TOPS, obwohl dieser alles andere als gut ist. Aber ich persönlich habe ihn in mein Herz geschlossen. Auch in diesem Jahr wird es einen Film in meinen Tops geben, der von mir eine ziemlich klägliche Review erhalten hat, weil er einfach nicht gut ist. Und trotzdem habe ich ihn lieb. Ich bemühe mich daher wirklich, da zu differenzieren zwischen „mag ich/mag ich nicht“ und „ist gut/ist schlecht“. Und vielleicht ist „Toni Erdmann“ da ein sehr gute Beispiel. Vielleicht wird „Toni Erdmann“ erst durch die Emotionen beim Zuschauen geformt. Und gerade weil das in zwei Extreme abdriften kann (man liebt das Leinwandgeschehen, findet es faszinierend oder man fühlt sich abgestoßen), ist die weitestgehend emotionsfreie Bewertung des Filmes an sich durchschnittlich!?

      Ich betone an dieser Stelle gern: Ich verlange von Niemandem, dass er es exakt so handhabt wie ich, aber ich vertrete auch die Ansicht, dass das eine Form der Kritik ist, die man – zumindest von Leuten, die damit Geld verdienen – verlangen kann. Letztlich sucht sich der Leser ohnehin die Art der Review-Schreiberei heraus, die er für sich am besten findet. Aber ich finde diese am ehesten vertretbar, einfach weil ich dem potenziellen Zuschauer hier so weit wie möglich entgegen komme und versuche, ihn nicht ins offene Messer rennen zu lassen. Ich möchte einfach, dass die Zuschauer genau wissen, was sie für ihre Erwartungshaltung bekommen. Denn wer positive Erfahrungen im Kino sammelt, geht öfter rein. Ein wenig naiv vielleicht, aber ich mag diese Sichtweise. 🙂

      Das alles ist auch der Grund, weshalb ich nur in absoluten Ausnahmefällen wirklich grantig werde. Natürlich müssen schlecht gemachte Filme auch entsprechend besprochen werden. Doch so richtig ausfallend werden, verbietet mir einfach der Grundrespekt vor der Arbeit des Filmemachens. Ich nehme mir am Ende jedes Jahres ein wenig das Recht raus, einfach wirklich mal „vom Leder zu ziehen“ und mal kurz als privater Kinogänger auf die Filme zu schauen, die ich in den vergangenen zwölf Monaten zu lieben oder zu hassen gelernt habe. Aber das ist eben nicht der Anspruch, den ich an meine Arbeit habe, weshalb ich auch immer dick und fett drüber schreibe, dass es einen Unterschied zwischen meinen Kritiken und dem gibt, was ich hier so ausführe. Es freut mich aber sehr, dass Dir das zusagt, denn klar: es ist ein völlig anderer Stil und es macht mir auch wirklich Spaß, mal ein wenig deutlicher zu werden. Es gäbe auch noch nicht einmal Vorgaben von den vielen Auftraggebern, für die ich schreibe. Aber ich bin wohl einfach zu brav, meinen Review-Stil mit boshaften Einschüben zu versehen. 🙂

      So, lange Antwort, aber ich hoffe, sie bringt ein wenig Licht ins Dunkel.

      Lieben Dank für Deine rege Beteiligung hier im Blog in den vergangenen Wochen und Monaten und auch Dir ein paar ruhige Feiertage!

      Antje

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      • Danke für diese ausführliche Antwort!
        Wir sind da zwar besonders bei der Objektivität grundverschiedener Ansicht, aber ich habe zumindest das Gefühl, dass es dir um die Filme geht und weniger um dich selbst, was ich sehr gut finde.
        Ich bin da eher Fan von emotionalen Kritiken, wie ich auch bei Filmen lieber in meinen Gefühlen angesprochen werde, als nur schöne Kameraeinstellungen sehen zu dürfen. Zudem wird man mit jedem Film, den man so sieht, wählerischer und vergleichender, was es schwieriger macht, begeistert zu werden. Da freue ich mich wahnsinnig über jede Ausnahme, wie z.B. gestern Nocturnal Animals.
        Über Star Wars kann ich leider weder halbwegs „objektiv“ (ich finde das Wort passt einfach nicht) in meiner ersten Kritik und schon gar nicht subjektiv in meiner Abrechnung ein gutes Wort über die erste Hälfte verlieren.

        Es freut mich andererseits auch, dass du deinem Stil treu bleibst und mir auf diese Weise meist einen Grund gibst, dich in die Liste anderslautender Meinungen aufzunehmen. Dennoch freue ich mich schon auf deine nächstjährige Flop-Liste und bin gespannt, was für dich die Highlights des Jahres waren.

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      • Das stimmt, wir sind da wohl wirklich sehr unterschiedlicher Ansicht. Aber ich finde es (gerade im Internet heutzutage) absolut angenehm und klasse, dass es Dir scheinbar wirklich um einen Austausch geht und nicht darum, den Anderen unbedingt von der eigenen Meinung zu überzeugen. Ich verstehe Deine Ansicht total (und seit ich mich mit einem Regisseur ausgetauscht habe, der ein wenig beklagt hat, dass in Reviews immer ein wenig die Emotionalität auf der Strecke bleibt, versuche ich auch, da ein wenig mehr die Balance zu finden – einfach, weil ich es spannend finde, wie Reviews von Außen betrachtet aufgefasst werden und ich bin natürlich immer für konstruktive Kritik und eben auch einen Austausch dankbar.) Ich verweise an dieser Stelle einfach mal auf eine Kritik morgen. Es wird – als Weihnachtsgeschenk an meine Leser – einmal eine ganz andere Art von Review, nämlich eine vollkommen persönliche Liebeserklärung an einen ganz und gar wundervollen Film. Und ich bin sehr gespannt, wie das ankommen wird. 🙂

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  • The Witch fand ich super. Endlich mal kein Horrorfilm von der Stange, der nur auf Jumpscares und ähnlichen lahmen Scheiß setzt. „Blair Witch“ war in dem Genre meine Enttäsuchung des Jahres. Nach dem ganzen Gelaber der Macher, dass man doch so stark versucht hat, das Flair des alten Films aufzugreifen, kann man nur sagen, dass die absolut nicht gerafft haben, warum der erste Film eigentlich so gut ist. Ein absolutes Desaster.
    Meine Nummer 1 der Flops fehlt hier nebenbei völlig. Emmerichs Cashgrabbing namens Independence Day. ich könnte allen Beteiligten heute noch in die Fresse hauen, dafür, dass sie bei dieser seelenlosen, herzlosen, charakterlosen, storylosen, humorlosen, sinnlosen, hirnlosen Kacke mitgemacht haben.

    Was aber das schlimmste bei solchen Listen ist, ist die Tatsache, dass De Niro nur noch ganz große Scheiße macht. Traurig.

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    • Die allgemeine Antipathie für „Independence Day 2“ kann ich auf jeden Fall verstehen, es war leider weitestgehend seelenloses Alien-vs-Mensch-Gebashe. Aber zumindest ich habe mich nicht allzu sehr gelangweilt und ein paar hübsche Panorama-Shots haben ihn vor meiner Flopliste bewahrt. Aber es stimmt schon. Absolut kein starker Film dieses Jahr.

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      • Ich habe mich noch nie so sehr gelangweilt im Kino. Ganz fürchterlich. Aber der Großteil deiner Liste hat es absolut verdient, da drauf zu stehen. Generell hat dieses Jahr wieder einige Vorlagen für meinen Filmschrottplatz gebracht. Ich hoffe mal, dass 2017 da etwas besser wird. Halt wieder mehr weg von den hingeschluderten Remakes und Sequels und etwas mehr Kreativität.

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  • Super Liste und gleichzeitig erschreckend banal. Hatte auch den Eindruck, dass dieses Jahr überdurchschnittlich viel abgefüttert wurde. Das mag aber täuschen. Zum anderen: Ich würde es begrüßen, dass man ganz allgemein mehr Gefühl in Rezensionen bringt (habe so mein Problem mit dem Wort Kritik, bzw. denke ich, dass Kritik immer einen äußeren Bezugspunkt/ Rahmen benötigt), auch wenn es schwer fällt. Es geht ja nicht darum, sein Seelenleben auszupacken und sich selbst darzustellen, sondern Empfindungen auszudrücken, die Teile des Films bewirkt haben. Naturgemäß kann ich mit deiner „objektiven“ Filmkritik auch wenig anfangen, aber ich finde sie angenehm streitbar, eben gar nicht objektiv. Mit ein paar Stellen habe ich auch zugegeben große Schwierigkeiten. Denn: Eines der Hauptanliegen des Kinos ist es doch, Gefühle zu vermitteln oder zu wecken und ich finde es schade, wenn man sich darüber nicht mehr austauscht. Zudem glaube ich auch, dass Menschen eher einer inneren Bewegung folgen (im Sinne von zuhören), als einer ausdruckslosen Meinung. Um zum Punkt zu kommen: Ich habe diese Auflistung sehr gern gelesen.

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    • Lieben Dank für Deinen Kommentar!

      Ich wurde von Kollegenseite kürzlich darauf aufmerksam gemacht, dass „objektiv“ vielleicht einfach nicht der richtige Terminus ist. Vielleicht trifft es das Wort nüchtern/sachlich besser. Ich erkläre gern, weshalb ein Film diese und jene Befindlichkeit auslösen kann, anstatt sie anhand von mir als „nun mal gegeben“ zu betrachten. Ein persönliches „Ich habe bei Film XY geweint/gelacht“ wird da lieber allgemeingültig zu einem „Film XY kann den Zuschauer aus denen und jenen Gründen zum Weinen/Lachen bringen“. Und daran kann sich der Zuschauer schließlich überlegen: Ziehen mich die genannten Argumente ins Kino, oder nicht. Denn: Letztlich verstehe ich meine Kritiken als Dienst am Leser, ergo: am potenziellen Kinozuschauer. Und der sieht Filme ja selten 1:1 mit demselben Blick, wie ich bzw. wie jeder andere, beliebige Kritiker. 🙂

      Liebe Grüße und frohe Weihnachten!

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      • Ich hatte auch gleich an „sachlich“ gedacht. Ich lasse das Thema an dieser Stelle aber mal ruhen. Können wir sehr gern an anderer Stelle noch mal aufnehmen.

        Ich wünsche dir und deiner Familie ganz wunderbare Weihnachten, entspannte Tage und einen guten Rutsch!

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