Schlagwort-Archiv: Stefan Ruzowitzky

Das startet am 17. September 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 17. September, an dem mit „Jean Seberg – Against all Enemies“ ein Film in die Kinos kommt, der aufgrund von Corona gar nicht mehr erscheinen sollte, nun jedoch (zu Recht) doch noch eine Auswertung erfährt. Gerade Kristen Stewart sollte man auf der großen Leinwand erleben. Das gilt übrigens auch für die deutsche Zeitschleife-RomCom „Hello Again“ – nur dürfen wir noch nicht verraten, warum. Dazu morgen mehr an dieser Stelle.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

JEAN SEBERG – AGAINST ALL ENEMIES | Regie: Benedict Andrews | UK/USA 2019

Ende der Sechzigerjahre. Jean Seberg (Kristen Stewart) ist noch immer eine Schauspielikone. Seit Neuestem unterstützt die politisch engagierte Frau Mitglieder der Black-Power-Bewegung. Mit dem Aktivisten Hakim Jamal (Anthony Mackie) beginnt sie sogar eine Affäre. Diese Liaison rückt sie ins Visier des FBI. Von ihr unbemerkt wird Jean Sebergs Haus verwanzt und steht fortan permanent unter Beobachtung. Doch die junge Schauspielerin hat empfindliche Antennen für das, was um sie herum passiert. Sie ahnt, dass sie verfolgt wird, doch ausgerechnet in ihrem Ehemann Roman (Yvan Attal) findet sie nicht den Halt, den sie benötigt. Jean Seberg stürzt in eine tiefe Depression, stetig genähert von der Angst, verfolgt zu werden. Die beiden Abhörspezialisten und FBI-Agenten Jack Solomon und Carl Kowalski erleben den psychischen Verfall ihres Ziels zwar hautnah mit, doch nur bei einem von beiden schleichen sich langsam Skrupel ein…

„Jean Seberg – Against all Enemies“ ist ein Biopic im Gewand eines Spionagethrillers, das uns zwar nicht die Schauspielerin Jean Seberg, wohl aber ihre komplexe Persönlichkeit, ihre Kraft, ihre Furchtlosigkeit und ihre Emotionalität hervorragend vor Augen führt. Eine starke, außergewöhnliche Herangehensweise an die Idee eines Schauspielerinnenportraits.


HELLO AGAIN – EIN TAG FÜR IMMER | Regie: Maggie Peren  | DE 2020

Das startet am 12. März 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 12. März, der ohne nennenswert große Kinostarts verlaufen wird. Trotzdem lohnt sich der Blick auf „Narziss und Goldmund“, eine sehr gelungene Neu-Verfilmung des Hermann-Hesse-Klassikers. Auch das kinderaffine Drama „Zu weit weg“ ist einen Kinobesuch wert, ganz im Gegensatz zu highlightarmen Action-Komödie „Der Spion von nebenan“, an dem man vermutlich nur bis zu einem gewissen Alter Spaß haben kann – und wenn man noch nie einen Film dieser Art gesehen hat.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

NARZISS UND GOLDMUND | Regie: Stefan Ruzowitzky  | DE 2020

Nachdem er von seinem gewalttätigen Vater in ein Kloster abgeschoben wird, gibt sich der junge Goldmund (Jannis Niewöhner) ganz dem Glauben hin. Der gleichaltrige Narziss (Sabin Tambrea) nimmt sich hinter den Mauern von Mariabronn dem jungen Schüler an. Die harten Lehrjahre und die regelmäßigen Schläge der Lehrer schweißen die beiden Jungen eng zusammen. Diese Freundschaft wird auch dann noch bestehen, als sich Goldmund dazu entschließt, die Klostermauern zu verlassen und die Welt zu entdecken. Während Narziss weiter dem Glauben an Gott frönt, begibt sich Goldmund auf die Suche nach seiner Mutter und lernt in der großen weiten Welt Frauen, die Liebe und seine Leidenschaft für bildende Künste kennen. Doch das Schicksal treibt die beiden Männer einander immer wieder gegenseitig in die Arme, bis ihnen ausgerechnet ihre innige Freundschaft zum Verhängnis wird…

In dieser modernen Spielfilm-Interpretation von Hermann Hesses „Narziss und Goldmund“ prallt eine warmherzige Männerfreundschaft auf ein dreckig-ungeschöntes Umfeld. Genau dieser inszenatorische Kontrast macht die Arbeit des Genrefilmers Stefan Ruzowitzky so reizvoll.


ZU WEIT WEG | Regie: Sarah Winkestette | DE 2019

Da sein Heimatdorf einem Braunkohletagebau weichen soll, müssen Ben (Yoran Leicher) und seine Familie in eine andere Stadt ziehen. Während sich seine Schwester schnell einfügt, bleibt Ben in seiner neuen Schule für längere Zeit ein Außenseiter. Und auch im neuen Fußballverein laufen die Dinge für den im alten Club als so talentiert betrachteten Stürmer nicht wie gewohnt. Zu allem Überfluss gibt es dann auch noch einen weiteren Neuling an der Schule. Der syrische Flüchtling Tariq (Sobhi Awad) wird (ungewollt) zum neuen Mittelpunkt der Klasse und beweist dann auch noch auf dem Bolzplatz großes Talent. Nun muss sich zeigen, ob Ben fähig ist, das Konkurrenzdenken abzuschütteln und die Gemeinsamkeiten mit seinem „Kontrahenten“ zu entdecken. Denn eigentlich steht den beiden eine Freundschaft bevor…

Sarah Winkestettes „Zu weit weg“ ist ein zeitgemäßer, dramatischer Kinderfilm über das Können, sich in andere hineinzuversetzen. Die beiden jungen Hauptdarsteller spielen hervorragend auf. Lediglich die Tonabmischung erfordert – gerade für junge Zuschauer – ganz genaues Hinhören.


KEINE HALBEN SACHEN | Regie: Peter Segal  | USA 2020

Nach einer völlig missglückten Undercover-Mission bekommt der raubeinige CIA-Agent JJ (Dave Bautista) von seinem Boss (Ken Jeong) noch eine letzte Chance: Gemeinsam mit der verschrobenen Bobbi (Kristen Schaal) soll der hünenhafte JJ in Chicago die Wohnung einer jungen Witwe (Parisa Fitz-Henley) überwachen – der wohl langweiligste Job der Welt. Wäre da nicht deren blitzgescheite neunjährige Tochter Sophie (Chloe Coleman), die dem ungeschickten Muskelpaket schnell auf die Schliche kommt und ihn als Spion enttarnt. Doch statt ihn auffliegen zu lassen, bietet sie einen Deal an: ihr Schweigen gegen sein Spionage-Knowhow! Widerwillig lässt sich JJ auf den Handel ein und stellt bald fest, dass er Sophies entwaffnendem Charme nicht gewachsen ist – und von der vorlauten Göre noch eine Menge lernen kann. Die beiden ungleichen Zeitgenossen werden nach und nach Freunde, doch das ruft auch Bösewichte auf den Plan…

Peter Segal erweist sich einmal mehr als Auftragsregisseur ohne allzu viel Leidenschaft. Seine Action-Buddy-Comedy „Der Spion von nebenan“ bietet mit Ausnahme von zwei, drei gelungenen zwischenmenschlichen Momenten lediglich gelangweilt heruntergekurbelte Genreware vom Fließband. Daran ändert auch Charmebolzen Dave Bautista nichts.


LADY BUSINESS | Regie: Miguel Arteta | USA 2020

Mia und Mel (Tiffany Haddish und Rose Byrne) sind schon lange beste Freundinnen und leiten ihre eigene kleine Kosmetikfirma, die sie gemeinsam gegründet und aufgebaut haben. Eigentlich könnte alles bestens sein, doch finanziell steht den beiden Unternehmerinnen das Wasser bis zum Hals. Da erweist sich das lukrative Übernahmeangebot der berüchtigten Kosmetikmagnatin Claire Luna (Salma Hayek) als zu verlockend, um es auszuschlagen. Doch obwohl ihr Geschäft auf dem Verkauf von wohlriechenden Produkten basiert, müssen Mia und Mel bald feststellen, dass da etwas ganz gewaltig zum Himmel stinkt …

Glitzer. Glamour. Abgezockt! Miguel Arteta schickt Tiffany Haddish („Girls Trip“) und Rose Byrne („Plötzlich Familie“) in die Höhle der Löwin. Dort lauert die Oscar®-nominierte Salma Hayek („Killer’s Bodyguard“) als mit allen Wassern gewaschene Großunternehmerin der Kosmetikbranche.


DIE PERFEKTE KANDIDATIN | Regie: Haifaa Al Mansour  | SAU/DE 2019

Maryam ist Ärztin in einer kleinen Stadt in Saudi-Arabien. Trotz ihrer exzellenten Fähigkeiten muss sie sich jeden Tag aufs Neue den Respekt der Mitarbeiter und der Patienten erkämpfen. Wütend macht Maryam vor allem der Zustand der Straße vor der Klinik. Weil die Stadt die Zufahrt nicht asphaltiert, bleiben die Patienten regelmäßig im Schlamm stecken. Maryam will Veränderung und bewirbt sich um eine bessere Stelle in Dubai. Doch wegen einer Formalität und weil sie keine männliche Begleitung hat, lässt man sie nicht reisen. Maryam sucht Hilfe bei einem entfernten Cousin. Doch der Zufall will es, dass der als Beamter nur Kandidaten für die anberaumte Wahl des Stadtrats empfängt. Vor allem aus Trotz erklärt sich Maryam kurzerhand zur Kandidatin. Maryam und ihre beiden Schwestern treten eine Kampagne los, die nicht zu übersehen ist. Maryams Stimme wird lauter und lauter, ihre Auftritte mutiger, ihre Forderungen radikaler…


Heimkinotipp: GUT GEGEN NORDWIND | Regie: Vanessa Jopp | DE 2019

Ein verdrehter Buchstabe lässt eine E-Mail von Emma versehentlich bei Leo landen. Der Linguist antwortet prompt. Sie beginnen einen schnellen, lustigen und immer intimer werdenden E-Mail-Dialog, wie man ihn nur mit einem Unbekannten führen kann. Einige Wochen und viele gesendete und empfangene Nachrichten später wird daraus eine virtuelle Freundschaft. Leo und Emma beschließen zunächst, ihre Verbindung rein digital zu belassen als eine kleine Flucht vor dem Alltag. Dennoch: Die beiden vertrauen sich ihr Innerstes an und kommen sich auf dem schmalen Grat zwischen totaler Fremdheit und unverbindlicher Intimität immer näher. Und da stellt sich die Frage, ob sie sich nicht doch mal Angesicht zu Angesicht treffen sollten, denn ihre Schmetterlinge sind nicht nur digital.

Auch ohne große Konkurrenz im Genre möchten wir uns dieses Prädikat nicht nehmen lassen: Die exzellent gespielte und bebilderte Romanverfilmung „Gut gegen Nordwind“ ist eine der schönsten Liebesgeschichten des Jahres.

Das startet am 19. Januar 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den ersten Startdonnerstag des 19. Januar 2017, zu dem die Oscars erneut ihre Schatten voraus werfen. Mit „Manchester by the Sea“ kommt ein weiterer Favorit auf die Goldjungen in die Kinos, während sich die breite Masse wohl vor allem auf „Verborgene Schönheit“ freut – Will Smith zieht nach wie vor. In diesem Fall ein echtes Ärgernis. Ob die Welt auf ein neues Abenteuer von Vin Diesel alias Xander Cage gefreut hat, darf ebenfalls bezweifelt werden. Darüber hinaus wurde „xXx: The Return of Xander Cage“ der Presse bisher vorenthalten. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MANCHESTER BY THE SEA | Regie: Kenneth Lonergan | USA 2016

Manchester by the Sea

Lee Chandler (Casey Affleck) ist ein schweigsamer Einzelgänger, der als Handwerker eines Wohnblocks in Boston arbeitet. An einem feuchtkalten Wintertag erhält er einen Anruf, der sein Leben auf einen Schlag verändert. Das Herz seines Bruders Joe (Kyle Chandler) steht still. Nun soll Lee die Verantwortung für seinen 16-jährigen Neffen Patrick (Lucas Hedges) übernehmen. Äußerst widerwillig kehrt er in seine Heimat, die Hafenstadt Manchester-by-the-Sea, zurück. Doch ist Lee dieser Situation und der neuen Herausforderung gewachsen? Kann die Begegnung mit seiner (Ex-)Frau Randi (Michelle Williams), mit der er einst ein chaotisches, aber glückliches Leben führte, die alten Wunden der Vergangenheit heilen? Und wollen die beiden das überhaupt?
5 von 5

„Manchester by the Sea“ zelebriert die Faszination der Gegensätzlichkeit, indem Kenneth Lonergan einen warmen Film über ein kaltes Thema inszeniert, sich die Wogen glättende Gespräche vor der Kulisse eines rauen Küstenstädtchens abspielen lässt und die Unbeholfenheit von Teenagern Probleme vermeintlich weiser Erwachsenen lösen können. Eine Perle subversiven Erzählens, deren emotionale Bandbreite fast überfordert.


PERSONAL SHOPPER | Regie: Olivier Assayas | FR/DE 2016
Personal Shopper

Die Amerikanerin Maureen (Kristen Stewart) arbeitet in Paris als persönliche Einkäuferin für Stars und Sternchen. Doch eigentlich begreift sie sich als Medium, das mit Toten in Kontakt treten kann. Seit Wochen wartet sie auf ein Zeichen ihres verstorbenen Zwillingsbruders Lewis. Vor dem Ableben hatte der ihr geschworen, Kontakt zu ihr aufzunehmen, sollte er irgendwann einmal das Zeitliche segnen. Nach einer langen Zeit ohne jedes Zeichen geschieht plötzlich Seltsames in Maureens Leben. Auf einmal bekommt sie geheimnisvolle Handy-Nachrichten von einer unbekannten Nummer. Ist es ihr Bruder, der aus dem Jenseits Kontakt zu ihr aufnimmt? Oder nur der sehr lebendige Geliebte ihrer Chefin, der es auf sie abgesehen hat?
4 von 5

„Personal Shopper“ ist ein smarter Film mit viel Interpretationsspielraum, der sich hin und wieder ein wenig zu sehr auf seine Hauptdarstellerin konzentriert. Trotzdem gerät das Gesamtkonstrukt faszinierend – vor allem, weil die Atmosphäre von Anfang an ebenso dicht wie undurchschaubar ist.


DER DIE ZEICHEN LIEST |  Regie: Kirill Serebrennikov | RUS 2016
Die die Zeichen liest

Benjamin ist Schüler an einer aufgeklärten, staatlichen Schule. Eines Tages weigert er sich, am Schwimmunterricht teilzunehmen und zwar nicht, weil der Anblick seiner minimal bekleideten Mitschülerinnen seine religiösen Gefühle verletzt. Benjamin ist konvertiert: zum Christentum und bedient sich ab sofort bei einer schier unendlichen Ressource der Aggression: der Bibel. Während sich seine Mitschüler weiterhin in Reih und Glied liberaler Unterrichtsführung dirigieren lassen, ist Benjamin auf Rebellionskurs, ein Missionar und Kreuzzügler, der gegen Homosexualität, geschiedene Frauen und Evolutionstheorie die eine oder andere Bibelstelle ins Feld zu führen weiß. So heftig und eloquent ist Benjamins Protest gegen den wissenschaftlichen Tenor der Schule, dass die Lehrerschaft bald ins Wanken gerät… 3 von 5

„Der die Zeichen liest“ ist eine erschreckend zeitgeistige Studie über religiösen Fanatismus, die noch einprägsamer wäre, wenn sich der Regisseur mehr um seine Figuren scheren und nicht bloß zum Spielball seiner gewiss cleveren Satire machen würde. Eine holprige Angelegenheit.


VERBORGENE SCHÖNHEIT |  Regie: David Frankel | USA 2016

Verborgene Schönheit

Als der erfolgreiche New Yorker Werbemanager Howard (Will Smith) eine große Tragödie erlebt und sich völlig aus dem Leben zurückzieht, entwickeln seine verzweifelten Freunde Whit (Edward Norton), Claire (Kate Winslet) und Simon (Michael Peña) einen drastischen Plan, um zu ihm durchzudringen. Doch er beginnt universelle Fragen zu stellen, indem er Briefe an die Liebe, die Zeit und den Tod schreibt. Erst als er unerwartet sehr persönliche Antworten auf seine Notizen erhält, beginnt er zu begreifen, wie diese ewigen Konstanten untrennbar mit einem erfüllten Leben verbunden sind und wie sich selbst im schwersten Verlust Momente von tiefer Bedeutung und großer Schönheit offenbaren können.
2 von 5

„Verborgene Schönheit“ gibt eine edle Motivation vor, doch hinter der Geschichte um einen Trauernden und den Versuch seiner Freunde, ihn durch eine List wieder aufzubauen, steckt eine moralisch vollkommen fehlgeleitete, trotz der starken Schauspieler und der chicen Optik alles andere als ehrliche Geschichte über Depressionen, wie sie plakativer nicht sein könnte.


 xXx: THE RETURN OF XANDER CAGE | Regie: D.J. Caruso | USA 2017

xXx: The Return of Xander Cage

Alle dachten, er sei tot. Doch dann taucht Extremsport-Fanatiker und ehemaliger US-Geheimagent Xander Cage (Vin Diesel) wie aus dem Nichts wieder auf. Der Grund: Die Regierung braucht ihn! Eine Waffe namens „Die Büchse der Pandora“ befindet sich in den falschen Händen. Mit ihr hat man Zugriff auf sämtliche Militär-Satelliten der ganzen Welt – kein Wunder, dass die das Triple-X-Programm beaufsichtigende Jane Marke (Toni Collette) es unbedingt zurück haben will. Damit das gelingt, baut sie auf die Hilfe von Xander Cage und seiner Crew aus ausrangierten Profis (Deepika Padukone, Ruby Rose, Rory McCann), die den Nahkampf nicht scheuen und zu allem bereit sind. Eine wilde Jagd rund um den Globus beginnt.

2 von 5

Die Stunts und Actionszenen sind wirklich gelungen, doch wer nicht von sich aus auf die prollige Obermacho-Attitüde eines Vin Diesel abfährt, der wird an „xXx: Die Rückkehr des Xander Cage“ schwer zu schlucken haben. Ohne Herz und Seele, dafür mit einem Frauenbild von vor zwanzig Jahren fährt D.J. Caruso einen Kurs, den er schnell wieder verlassen sollte.


RITTER ROST 2 – DAS SCHROTTKOMPLOTT | Regie: Bruce Beresford | USA 2016

Ritter Rost 2 - Das SchrottkomplottMit einem Schaukampf, der Schrottland zeigen soll, wie brillant und unersetzbar er und seine Ritterkollegen sind, stürzt Ritter Rost das Königreich ungewollt in eine Krise. Denn das Spektakel verursacht einen riesigen Schaden, alle Ritter werden hochkant gefeuert und schieben die Schuld auf Rost. Während sein geliebtes Burgfräulein Bö arbeiten geht und sein bester Kumpel Drache Koks sich um den Haushalt kümmert, sitzt Ritter Rost im Keller und bläst Trübsal. Hier begegnet ihm Gespenst, der ehemalige Assistent seines Vaters. Der war einer von Schrottlands größten Erfindern und so findet Ritter Rost eine neue Lebensaufgabe: Er wird die Arbeit seines Vaters vollenden! Zunächst sieht es gut aus. Die neuen Erfindungen von Ritter Rost finden reißenden Absatz. Bis etwas Unvorhergesehenes passiert, das alles durcheinander wirbelt…


DIE HÖLLE – INFERNO | Regie: Stefan Ruzowitzky | DE/AT 2017

Die Hölle - Inferno

Taxifahrerin Özge Dogruol lebt in Wien, besucht die Abendschule, redet wenig und trainiert hart. Sie ist eine leidenschaftliche Thaiboxerin, die keine Auseinandersetzung scheut. Eines Nachts wird Özge Augenzeugin eines extrem brutalen Mordes im Nachbarhaus. Der Täter, ein fanatischer Serienmörder, weiß, dass Özge ihn beobachtet hat und ist entschlossen, sie aus dem Weg zu schaffen. Er lauert Özge in ihrer Wohnung auf, tötet jedoch die Falsche: Ranya, Özges Cousine und beste Freundin. Nun muss Özge sich auch noch um Ada, die kleine Tochter von Ranya kümmern. Unterstützung bekommt sie von dem mürrischen Wiener Kommissar Christian Steiner, der schnell feststellt, dass Özge schwer zu kontrollieren ist. Denn Özge ist kein Opfer und die Wut auf ihren Peiniger wächst und bald ist nicht mehr klar: Wer ist Opfer, wer Täter?


JUNCTION 48 | Regie: Udi Aloni | ISR/USA/DE 2016

Junction 48

In Lod, einem Vorort von Tel Aviv, lebt Kareem, Ende 20, im täglichen Leben Call-Center-Telefonist. Sein Traum ist aber, mit seiner HipHop – Musik zum Star zu werden. Die wunderschöne Manar, mit der er nicht nur auf der Bühne ein Paar ist, gibt Kareem Halt, gerade nachdem sein Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist und seine Mutter schwer verletzt wurde. Seine Freunde halten sich mit Drogenhandel über Wasser, was immer wieder zu Konflikten führt. Die zunehmenden rassistischen Angriffe in seiner Heimatstadt, in der der jüdisch-palästinensische Konflikt täglich spürbar ist, lässt sich Kareem nicht länger gefallen. Zusammen mit Manar kämpft er mit seiner Musik gegen die Unterdrückung von Seiten der jüdischen, gleichzeitig auch gegen die engstirnigen, traditionellen Lebensentwürfe der palästinensischen Israelis.


Heimkinotipp: DON’T BREATHE |  Regie: Fede Alvarez | USA 16

Don't Breathe

Rocky, Alex und Money leben in einem nicht näher definierten Kaff in einer der ranzigeren Ecken der USA. Hier hält sich die Clique mit kleineren Diebstählen über Wasser. Eine richtige Perspektive hat keiner von ihnen. Als sie eines Tages davon erfahren, dass in ihrer direkten Nachbarschaft ein verwitweter Kriegsveteran wohnt, der erst kürzlich seine Tochter verloren hat und nun – so glauben sie – in Geld schwimmen muss, beschließen sie, die Lage des blinden Mannes auszunutzen und des Nachts in sein Haus einzubrechen. Ein schwerer Fehler, wie sich bald herausstellen wird, denn der Hausbesitzer kennt seine eigenen vier Wände im Schlaf. Als er den Eindringlingen das Licht ausknipst, wird es für die Einbrecher brenzlig… 4 von 5

Mit „Don’t Breathe“ beweist Fede Alvarez, dass eine clevere Inszenierung völlig ausreich, um aus einer einfachen Prämisse einen hochspannenden Film zu kreieren, dessen doppelbödiges Ende dem Publikum den Boden unter den Füßen wegreißen wird. Da wird der Titel zum Programm!