Schlagwort-Archiv: Shane Black

Das startet am 13. September 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 13., dessen größter Start „Predator – Upgrade“ uns bislang nicht gezeigt wurde. Mehr zum Film erfahrt Ihr kommende Woche an dieser Stelle. So wird eine exzentrische deutsche Produktion zum gar nicht so heimlichen Star dieser Woche. „Brechts Dreigroschenfilm“ verwurstet auf metafiktionale Weise eine uralte Vorlage und macht Lars Eidinger darin zum gebührenden Star. Doch auch die sich eigentlich eher an ein älteres Publikum richtende Komödie „Book Club“ ist einen Blick wert. Action-Liebhaber kommen dagegen bei „Mile 22“ halbwegs auf ihre Kosten. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MACKIE MESSER – BRECHTS DREIGROSCHENFILM | Regie: Joachim A. Lang | DE 2018

Nach dem Welterfolg von „Die Dreigroschenoper“ will das Kino den gefeierten Autor des Stücks für sich gewinnen. Doch Bertolt Brecht ist nicht bereit, nach den Regeln der Filmindustrie zu spielen. Seine Vorstellung vom „Dreigroschenfilm“ ist radikal, kompromisslos, politisch, pointiert. Er will eine völlig neue Art von Film machen und weiß, dass die Produktionsfirma sich niemals darauf einlassen wird. Ihr geht es nur um den Erfolg an der Kasse. Während vor den Augen des Autors in seiner Filmversion der Dreigroschenoper der Kampf des Londoner Gangsters Macheath mit dem Kopf der Bettelmafia Peachum Form anzunehmen beginnt, sucht Brecht die öffentliche Auseinandersetzung. Er bringt die Produktionsfirma vor Gericht, um zu beweisen, dass die Geldinteressen sich gegen sein Recht als Autor durchsetzen … Ein Dichter inszeniert die Wirklichkeit – Das hat es noch nie gegeben! 

Die Art, wie hier mit Berthold Brechts „Dreigroschenoper“ umgesprungen wird, dürfte nicht jedem gefallen. Doch wer will die x-te Neuauflage sehen, wenn man auch etwas völlig Neues draus machen kann? Joachim A. Lang gelingt modernes Remake und Mediensatire in einem, die vor allem eines aufzeigt: Der Stoff ist aktueller als jemals zuvor.


STYX | Regie: Wolfgang Fischer | DE 2018

Rike (Susanne Wolff) bestreitet routiniert in der Domstadt Köln als Notärztin ihren Alltag, bevor sie ihren wohlverdienten Urlaub im sonnigen Gibraltar antritt. Dort sticht sie alleine mit ihrem Segelboot in See. Ziel ihrer Reise soll die Atlantikinsel Ascension Island sein. Ihr Urlaub wird abrupt beendet, als sie sich nach einem Sturm auf hoher See in unmittelbarer Nachbarschaft eines überladenen, havarierten Fischerbootes wiederfindet. Mehrere Dutzend Menschen drohen zu ertrinken. Rike folgt zunächst der gängigen Rettungskette und fordert per Funk Unterstützung an. Als ihre Hilfsgesuche unbeantwortet bleiben, die Zeit drängt und sich eine Rettung durch Dritte als unwahrscheinlich herausstellt, wird Rike gezwungen zu handeln. 

Geschickt wirft Wolfgang Fischer anhand eines fiktiven Einzelschicksals mehr Fragen zur Flüchtlingspolitik auf, als in den vergangenen zwei Jahren in allen Talkshows dieses Landes ausdiskutiert wurden. Technisch brillant ist „Styx“ außerdem.


BOOK CLUB – DAS BESTE KOMMT NOCH | Regie: Bill Holderman | USA 2018

Vivian (Jane Fonda), Diane (Diane Keaton), Carol (Mary Steenburgen) und Sharon (Candice Bergen) sind seit der Schulzeit die besten Freundinnen. Seit vielen Jahren treffen sie sich regelmäßig im Rahmen eines Buchclubs, um einander Bücher vorzustellen und gemeinsam über allerlei geschriebene Werke zu diskutieren. Nun ist „Fifty Shades of Grey“ dran – er skandalumwitterte Erotikroman von E.L. James. Bis zum nächsten Treffen sollen die Frauen den ersten Roman gelesen haben, um sich anschließend darüber auszutauschen. Doch obwohl sich vor allem Diane an der miserablen Qualität des Buches stört, erwecken die darin geschilderten Sexfantasien erotische Gelüste bei den Frauen. Sie alle fangen an, ihre Beziehungen und Lebensentwürfe zu überdenken, daten Männer oder melden sich in Online-Partnerbörsen an… 

Der Episodenfilm „Book Club – Das Beste kommt noch“ gehört unter den vielen, vielen Komödien für ein älteres Publikum eindeutig zu den Besseren und spricht mit ihrer zeitlosen Liebesthematik nicht bloß eine Zuschauerschaft jenseits der Sechzig an.


MILE 22 | Regie: Peter Berg | USA 2018

Sie arbeiten außerhalb staatlicher Grenzen, in einer Welt ohne greifbare Gegner. Für die Regierung sind sie „Geister“ – unsichtbar erledigen sie alle Jobs, bei denen Diplomatie und militärische Lösungen versagen. Elite-Agent James Silva wird in die Botschaft eines südostasiatischen Landes einberufen, um eine gefährlich hohe Menge an verschwundenem radioaktiven Material wiederzubeschaffen, das mehrere Großstädte weltweit auslöschen könnte. Als plötzlich der Spion Li Noor James Silva und seiner Spezialeinheit einen Deal vorschlägt, beginnt ein nervenaufreibender Wettlauf gegen die Zeit. Denn es gibt eine Bedingung für den Geheimnisaustausch: Li Noor will schnellstmöglich außer Landes gebracht werden. Diese Mission entpuppt sich als hochgradig brisant und ruft zahlreiche Gegner auf den Plan, welche den Weg zum Flughafen zur Kampfzone machen. 

„Mile 22“ ist smarter, als man es ihm ansehen dürfte. Dass der raue Action-Tumult trotz kurzer Laufzeit etwas Leerlauf mitbringt, ist dagegen bedauerlich.


PETTERSSON UND FINDUS – FINDUS ZIEHT UM | Regie: Ali Samadi Ahadi | DE 2017

Findus hüpft Tag und Nacht auf seiner neuen Matratze herum, der genervte Pettersson (Stefan Kurt) aber möchte einfach nur seine Ruhe haben. Wenigstens am frühen Morgen, wenn sowieso noch alle Welt in den Federn liegt Die Lösung: ein eigenes Spiel- und Hüpf-Haus für Findus, das Pettersson ihm gleich nebenan aus einem alten Klohäuschen baut! Der Kater aber findet solchen Gefallen daran, selbständig zu sein und alleine zu wohnen, dass er nicht nur zum Spielen, sondern gleich ganz und gar ins Häuschen umzieht. Schließlich ist Findus ja auch schon groß! So hat Pettersson sich das allerdings nicht vorgestellt und fängt an, ihn zu vermissen! Muss er sein Leben jetzt etwa ohne seinen kleinen fröhlichen Gefährten führen? Findus muss sich etwas einfallen lassen, um den alten Pettersson wieder aufzumuntern… 

Trotz einiger fragwürdiger Gags ist „Findus zieht um“ definitiv der bisher beste Teil der „Pettersson und Findus“-Reihe und punktet vor allem mit dem ernst zu nehmenden Konflikt, seinen schrulligen Figuren und der liebevollen Ausstattung.

PREDATOR – UPGRADE | Regie: Shane Black | USA 2018

Von den Tiefen des Weltraums bis zu den Wäldern Südgeorgiens: In Shane Blacks explosiver Neuerfindung der „Predator“-Serie erreicht die Jagd nach den außerirdischen Monstern neue Dimensionennach.Die tödlichsten Jäger des Universums sind stärker, klüger und tödlicher als je zuvor. Und nur eine bunt zusammengewürfelte Crew von Ex-Soldaten und einem Professor für Evolutionsbiologie kann das Ende der menschlichen Rasse verhindern.

Shane Black inszenierte „Predator – Upgrade“ gemeinsam mit einer außergewöhnlichen Besetzung. Auch das Drehbuch stammt von ihm, das er zusammen mit Fred Dekker geschrieben hat. Boyd Holbrook führt das Ensemble an, dem auch Trevante Rhodes, Jacob Tremblay, Keegan-Michael Key, Olivia Munn, Thomas Jane, Alfie Allen, Augusto Aguilera und Sterling K. Brown angehören.

Das startet am 2. Juni 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 02. Juni, der letzten Startwoche vor der Fußball-EM. Dieser Tage fahren die Verleiher nochmal alles auf, was der Fußball-Euphorie in diesem Land nicht in die Quere kommen soll. Da ist es schwer, sich auf den relevantesten Neustart der Woche festzulegen. Den stärksten Film finden wir wieder einmal im Arthouse-Kino: Michel Gondrys neuester Film „Mikro & Sprit“ ist ein umwerfendes Kinder- und Jugendportrait, das vor Fantasie und liebevoller Detailarbeit nur so strotzt. Die breite Masse dürfte dagegen „The Nice Guys“ mit offenen Armen empfangen – Shane Blacks Gangsterkomödie ist trotz kleiner Schwächen ein irre kreativer Crime-Spaß mit namhaften Darstellern. Von den großen Starts nicht sichten konnte ich vorab übrigens „Whiskey. Tango. Foxtrot“. Eine genaue Analyse zu dem Film gibt es zum Heimkinorelease.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MIKRO & SPRIT | Regie: Michel Gondry | FR 2015

Mikro & Sprit

Mitten im laufenden Schuljahr kommt ein Neuer in die Klasse – Théo. Wie Daniel ist auch er schnell ein Außenseiter in der Klasse: Daniel, introvertiert und immer vertieft in seine Zeichnungen, und Théo, der auf alles eine Antwort weiß und leidenschaftlich gerne tüftelt. Doch eins haben beide gemeinsam: Als die Sommerferien beginnen, will keiner die Zeit mit seiner Familie verbringen und zusammen schmieden sie einen Plan. Mit Hilfe eines Rasenmäher-Motors und einigen Brettern zimmern sie sich ein ebenso skurriles wie liebevoll gestaltetes und vor allem fahrbares Haus. Ein abenteuerlicher Roadtrip – mit maximal 20 km/h – über die französischen Landstraßen beginnt. Sie lernen neue Freunde kennen, liefern sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei und machen das, was sie schon immer tun wollten: die Freiheit genießen, einen wundervollen Sommer lang! 5 von 5

„Mikro & Sprit“ versinnbildlicht auf melancholisch-optimistische Weise den „Das Leben geht weiter“-Gedanken, ohne dabei zu verschweigen, dass man ja ohnehin keine andere Wahl hat. Dabei nimmt er seine jugendlichen Hauptdarsteller trotz frecher Attitüde genau so ernst, wie es sein muss, sodass trotz der absurden Prämisse außer Frage steht, dass die Geschehnisse im Film so tatsächlich möglich wären.


DER MOMENT DER WAHRHEIT | Regie: James Vanderbilt | AUS/USA 2015

Der Moment der Wahrheit

New York, September 2004. Mary Mapes wird als Produzentin von „60 Minutes“, des erfolgreichsten TV-Nachrichtenmagazins des Landes, allseits respektiert und geschätzt. Doch als ihrem Team mitten im Präsidentschaftswahlkampf „Bush vs. Kerry“ brisante Informationen über Dokumente aus den 1970er Jahren zugespielt werden, gerät ihr Leben aus den Fugen. Mapes und der angesehene CBS-Anchorman Dan Ratherenthüllen die Informationen im Rahmen eines investigativen Berichtes in „60 Minutes“. Die Meldung schlägt ein wie eine Bombe. Doch innerhalb kürzester Zeit steht plötzlich nicht mehr Bushs Militärakte im Zentrum des Skandals. Es sind Mapes, Rather und ihr Team, die unter schärfsten Attacken von Medien und Öffentlichkeit ihre Story und deren Recherche verteidigen müssen.
4 von 5

„Der Moment der Wahrheit“ ist als zweiter, auf wahren Ereignissen beruhender Journalistenthriller in diesem Jahr nicht ganz so stark wie „Spotlight“, was vor allem an der mangelnden, emotionalen Distanz liegt. Doch der sehr interessante Erzählschwerpunkt, die punktgenaue Schauspielleistung von Hauptdarstellerin Cate Blanchett und die kurzweilig-spannende Inszenierung machen aus ihm immer noch einen äußerst starken Film.


GREEN ROOM |  Regie: Jeremy Saulnier |  USA 2015

Green Room

Ein absolutes Worst-Case-Szenario: Mit dem letzten Tropfen Benzin und völlig abgebrannt, schafft es die Punkband „Ain’t Rights“ gerade noch zu ihrem Gig in einer entlegenen Kneipe im amerikanischen Nirgendwo. Das Publikum besteht ausschließlich aus Nazi-Skinheads und der Plan, sofort nach dem Auftritt abzuhauen, scheitert, als sie unfreiwillig Zeuge eines brutalen Mordes werden. Der gnadenlose Anführer der Nazi-Gang, Darcy Banker (Patrick Stewart), befiehlt seiner Kampftruppe, alle Zeugen des Verbrechens zu eliminieren. Die Band verbarrikadiert sich gemeinsam mit der Skin-Braut Amber (Imogen Poots) im Backstageraum. Es folgt ein erbarmungsloser Showdown Skins vs. Punks. Als der Bodycount steigt, müssen sich die Überlebenden etwas einfallen lassen, um dem grausamen Katz-und-Maus-Spiel ein Ende zu bereiten… 4 von 5

Jeremy Saulniers punkiger Nazi-Slasher „Green Room“ hätte noch mehr Biss und Blut vertragen können, um so richtig in die Magengrube zu treffen. Doch auch so inszeniert der Regisseur seinen erst dritten Langfilm lange Zeit fernab jedweder Konvention und ohne Rücksicht auf Verluste. Ein Muss für hartgesottene Fans kurzweiliger Psychoschocker!


THE NICE GUYS  |  Regie: Shane Black  |  USA 2016

The Nice Guys

Holland March (Ryan Gosling), ein abgehalfterter Privatdetektiv, und Jackson Healy (Russell Crowe), der als Mann fürs Grobe angeheuert wird, haben nicht viel gemeinsam. Doch dann werden beide in den Fall der vermissten Amelia (Margaret Qualley) verstrickt. Widerwillig zur Zusammenarbeit gezwungen, streifen sie gemeinsam mit Marchs pubertierender Tochter Holly (Angourie Rice) durch Los Angeles, um verworrenen Hinweisen auf den Grund zu gehen. Bis Amelias Spur sie zu einer Multi-Milliarden-Dollar-Verschwörung führt, die bis in die höchsten Kreise reicht und sie zum Ziel skrupelloser Profikiller macht. 4 von 5

Trotz hoher Gagdichte hält „The Nice Guys“ nicht ganz, was die ungemein witzigen Trailer versprechen. Dafür verläuft die Geschichte selbst einen Tick zu schematisch. Trotzdem ist Shane Blacks erst dritte Kino-Regiearbeit ein inszenatorisch herrlich gegen den Strich gebürstetes Buddy-Cop-Movie.


WHISKEY TANGO FOXTROT | Regie: Glenn Ficarra, John Requa | USA 2016

Whiskey Tango Foxtrot

TV-Reporterin Kim sucht nach einer neuen Herausforderung. Als ihr Sender unter den Mitarbeitern kamerataugliches „Kanonenfutter“ für die Berichterstattung von der afghanischen Reporter-Front sucht, meldet sie sich kurzerhand freiwillig. Überfordert von sich und Kabul, erlebt die Journalistin schon bald, dass es keinen Unterschied macht, dass man den Presseausweis um den Hals trägt. Kim lässt sich auf neue Regeln ein. 1. Was Colonel Hollanek befiehlt, ist maximal eine grobe Richtlinie für beschissene Situationen. 2. Wenn Politiker einem unter den Rock kriechen, kann man wenigstens guten Gewissens seine Kontakte nutzen. 3. Bevor man den neuseeländischen Security-Mann zum „Strammstehen“ an die blonde Korrespondenten-Granate Tanya abgibt, sollte man seine eigenen Grundbedürfnisse befriedigen. 4 von 5

Die Regisseure, die uns schon Meisterwerke wie „Crazy, Stupid, Love“ und „I Love You, Philipp Morris“ bescherten, wagen sich in „Whiskey Tango Foxtrot“ auf ganz neues Terrain und kombinieren derbe Späße mit einer einfühlsamen Kriegsdramathematik. Wer sich darauf einstellt, dass „WTF“ ernster ist, als in den Trailern dargestellt, wird hieran viel Freude haben.


EVERYBODY WANTS SOME!! | Regie: Richard Linklater | USA 2016
Everybody Wants Some!!

Mit einer Kiste voller Schalplatten erreicht College-Neuling Jake Bradford das Studentenwohnhaus, das die Stadt den Mitgliedern des örtlichen Baseball-Teams zur Verfügung gestellt hat. Er lernt zunächst die Hierarchien unter den verschiedenen Spielern kennen – so sehen die Schläger traditionell auf die Werfer herab, und machen sich einen Spaß daraus, dies auch bei jeder Gelegenheit zu betonen. Alle gemeinsam jedoch sind vereint, sobald es Abend wird und die nächste Party oder der nächste Disco-Besuch auf dem Programm steht. Denn ans Lernen oder Trainieren denkt von den Jungs niemand, ganz im Gegenteil geht es rund um die Uhr darum, Mädchen kennenzulernen und möglichst viele Abenteuer zu erleben. Schon kurz nach seiner Ankunft lernt Jake die hübsche Schauspielstudentin Beverly kennen… 3 von 5

„Everybody Wants Some!!“ ist ein filmisches Destillat der Achtzigerjahre, das für Kinder der damaligen Dekade ein Kultjahrzehnt wieder aufleben lässt. Abseits dieses nicht zu leugnenden Vorzugs präsentiert sich die Geschichte hingegen überraschend eintönig, setzt fast ausschließlich auf Klischees und macht dem ansonsten so authentischen Feeling einen gehörigen Strich durch die Rechnung.


SEITENWECHSEL  |  Regie: Vivian Naefe |  DE 2016

Seitenwechsel

In der Ehe von Fußballtrainer Alex (Wotan Wilke Möhring) und Psychologin Teresa (Mina Tander) ist schon seit einiger Zeit der Wurm drin. Das registriert nicht bloß die gemeinsame Teenie-Tochter Julia (Ruby O. Fee), sondern auch das gesamte Umfeld der beiden Streithähne. Nun stehen sie nach 15 Jahren Ehe kurz vor der Scheidung, als eines Nachts nach einem heftigen Streit mit allerlei Wünschen und Verwünschungen das Unfassbare geschieht: Während eines Gewitters tauschen die beiden die Körper. Jetzt ist er sie, sie ist er und das Chaos ist perfekt. Irgendwie versuchen sich die beiden mit dieser ungewöhnlichen Situation zu arrangieren. Teresa versucht sich als einfühlsame Fußballtrainerin, die den Verein ihres Mannes vor dem drohenden Abstieg bewahren soll und Alex nimmt es kurzerhand mit den psychisch labilen Patienten seiner Frau auf. 3 von 5

Neue Facetten kann Regisseurin Vivian Naefe dem bekannten Körpertausch-Thema nicht abgewinnen. Dafür ist ihr Projekt „Seitenwechsel“ beileibe nicht so anstrengend wie manch andere Genrevertreter und setzt hier und da auf leise Zwischentöne, die dank der guten Performance von Mina Tander und Wotan Wilke Möhring durchgehend glaubhaft wirken.


THE OTHER SIDE OF THE DOOR  |  Regie: Johannes Roberts|  UK/IND/USA 2016

The Other Side of the Door

Das idyllische Leben von Maria (Sarah Wayne Callies) und ihrer Familie wird jäh unterbrochen als der jüngste Sohn Oliver (Logan Creran) bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt. Die untröstliche Mutter erfährt von ihrer Haushälterin Piki (Suchitra Pillai) von einem alten indischen Ritual, das ihren Sohn für ein letztes Lebewohl zurück bringen kann. Sie reist zu einem antiken Tempel, dessen Tür ein mysteriöses Portal zwischen zwei Welten darstellt. Als sie aber das heilige Gebot, die Tür niemals zu öffnen, missachtet, erschüttert sie das Gleichgewicht zwischen Leben und Tod. 2 von 5

Malen nach Zahlen: „The Other Side of the Door“ ist trotz interessanter Kulisse, technisch solider Umsetzung und angenehmer Schauspielleistungen zu vorhersehbar und kalkuliert.


DOKTOR PROKTORS ZEITBADEWANNE | Regie: Arild Fröhlich | NOR/DE 2015

Doktor Proktors Zeitbadewanne

Als Lise (Emily Glaister) und Bulle (Eilif Hellum Noraker) eine außergewöhnliche Postkarte, abgeschickt 1969 in Paris, bekommen, ist schnell klar, dass ihr bester Freund, der verrückte Erfinder Doktor Proktor Gard B. Eidsvold), dort in Schwierigkeiten steckt. Um ins Paris der Vergangenheit zu gelangen, kommt ihnen die jüngste Erfindung des Doktors gerade recht: die Zeitbadewanne. Einfach die Zeitseife ordentlich im Wasser schäumen lassen, untertauchen, an das gewünschte Ziel denken und – wusch! Doch das ist nicht ganz so einfach, wie gedacht und so befinden sich Lise und Bulle bald auf einer unglaublichen Reise durch Raum und Zeit…

Während der Norweger Arild Fröhlich erneut die Regie übernimmt, ist auch Komikerin Anke Engelke wieder Teil des Ensembles.


VOR DER MORGENRÖTE  |  Regie: Maria Schrader  |  AT/DE/FR 2016

Vor der Morgenröte

„Vor der Morgenröte“ erzählt episodisch aus dem Leben des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig im Exil. Auf dem Höhepunkt seines weltweiten Ruhms wird er in die Emigration getrieben und verzweifelt angesichts des Wissens um den Untergang Europas, den er schon früh voraussieht. Die Geschichte eines Flüchtlings, die Geschichte vom Verlieren der alten und dem Suchen nach einer neuen Heimat. Rio de Janeiro, Buenos Aires, New York, Petrópolis sind vier Stationen im Exil von Stefan Zweig, die ihn trotz sicherer Zuflucht, gastfreundlicher Aufnahme und überwältigender tropischer Natur keinen Frieden finden lassen und ihm die Heimat nicht ersetzen können. Ein bildgewaltiger historischer Film über einen großen Künstler und dabei ein Film über die Zeit, in der Europa auf der Flucht war.


AGNES | Regie: Johannes Schmid | DE 2016

Agnes

Der Sachbuchautor Walter verliebt sich in die Physikstudentin Agnes, die nicht nur in ihrem Studium den großen Fragen des Lebens nachspürt. Ihre radikale Haltung zum Leben fordert ihn, der sich in seinem unverbindlichen, gemäßigten Leben eingerichtet hat, heraus. Eines Tages macht Agnes einen frappierenden Vorschlag: Walter soll eine Geschichte über ihre gemeinsame Liebe schreiben. Anfänglich ist das ein harmloses Spiel, doch bald schon übernimmt die gemeinsame Geschichte das Kommando und die Frage ist, wer ihr Autor ist. Agnes folgt dem Bild, das Walter aufs Papier bringt und spürt doch bald, dass ihm das Erzählen wichtiger ist als die Erfüllung ihrer Liebe. Denn auf Dauer macht Glück keine guten Geschichten. Als Walter das begreift, sieht er den einzig wahren Schluss der Geschichte vor sich, einen Schluss, der sie ihre Liebe und Agnes das Leben kostet.


Heimkinotipp: THE BIG SHORT | Regie: Adam McKay | USA 2015

The Big Short

New York im Jahr 2005: Der Dollar ist stark, die Wirtschaft boomt. An der Wall Street werden jeden Tag aufs Neue Börsen- und Wertpapiergeschäfte in gigantischem Umfang getätigt. Mit immer komplexer werdenden Immobilienprodukten, hervorragenden Renditen und vermeintlich minimalem Risiko werden selbst Arbeitslose zu Villenbesitzern und den Maklern, Versicherern und Bankenbossen winkt das schnelle Geld. Was die Finanzbosse, die Medien und die Regierung nicht erkennen, durchschaut der eigenwillige Hedgefonds-Manager Michael Burry sofort: Er prognostiziert schon in wenigen Jahren das Platzen der amerikanischen Immobilienblase und den daraus resultierenden Zusammenbruch der Weltwirtschaft, der Millionen Menschen heimat- und arbeitslos machen wird. 5 von 5

 Wer dachte, nach den Eskapaden von Jordan Belfort wäre die Sexiness innerhalb der US-amerikanischen Finanzwelt ausgeschöpft, der irrt. Die namhaft besetzte Wall-Street-Komödie „The Big Short“ ist bei aller realitätsbezogener Tragik ein irrwitziges Vergnügen, das beweist, dass Geld die Welt regiert und man sich davon dennoch nicht unterkriegen lassen sollte.

The Nice Guys

In seiner erst dritten Regiearbeit nach „Kiss Kiss Bang Bang“ und „Iron Man 3“ schickt Regisseur Shane Black die Superstars Russell Crowe und Ryan Gosling in THE NICE GUYS als ungleiches Ermittlerduo durchs Los Angeles der Siebzigerjahre. Hält der Film, was die urkomischen Trailer versprechen? Das und mehr verrate ich in meiner Kritik.

The Nice Guys

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