Schlagwort-Archiv: Denis Villeneuve

Das startet am 5. Oktober 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 5. Oktober, an dem“Blade Runner 2049″ zwar auf der einen Seite den größten, auf der anderen Seite aber auch den unsichersten Start darstellt. Sind 30 Jahre seit dem ersten Teil vielleicht doch ein wenig zu viel Wartezeit? Kann die Starpower allein überzeugen? Und worum geht es überhaupt? Der deutschen Presse wurde der Film bislang nicht gezeigt, dafür folgt die ausführliche Review bereits am Montag um 15:00 Uhr an dieser Stelle. Daneben bieten „Die Nile Hilton Affäre“, „Unter deutschen Betten“ und der nahezu unerträgliche „My Little Pony“ Unterhaltung, die vermutlich nur einen kleinen Teil der Besucher erreichen wird.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

BLADE RUNNER 2049  | Regie: Denis Villeneuve | UK/USA/CAN 2017

30 Jahre nach den folgenschweren Ereignissen im Los Angeles des Jahres 2019 fördert ein neuer Blade Runner, der engagierte LAPD-Polizeibeamte K (Ryan Gosling), ein lange unter Verschluss gehaltenes Geheimnis zu Tage, welches das Potential hätte, die noch vorhandenen gesellschaftlichen Strukturen des dystopischen Molochs ins Chaos zu stürzen. Die Entdeckungen von K führen ihn auf die Suche nach dem untergetauchten, offiziell längst für tot erklörten Rick Deckard (Harrison Ford), der selbst jahrelang als LAPD-Blade-Runner unterwegs war. Gemeinsam könnten sie dafür sorgen, dass die Ordnung im System wiederhergestellt und die Menschheit gerettet wird.

„Blade Runner 2049“ ist ein berauschendes Fest für die Sinne und legt die visuelle Messlatte für das Science-Fiction-Kino der kommenden Jahre hoch. Erzählerisch passt sich Denis Villeneuve der entschleunigten Attitüde seiner Inszenierung an und spielt hier mit weniger offensichtlichen Twists, als noch in seinem letzten Film „Arrival“. Dafür liefert auch dem Zuschauer einmal mehr diverse Rätsel an die Hand und macht aus Ryan Gosling einen melancholischen Helden, an dessen Reise das Publikum gern teilhat.


DIE NILE HILTON AFFÄRE  | Regie: Tarik Saleh | SWE/DK/DE/FR 2017

Kairo 2011, eine Stadt voller Widersprüche. Es herrschen die Reichen und Mächtigen. Korruption, Dekadenz und die Gier nach Geld bestimmen den Alltag. Mittendrin lebt Noredin – ein ganz gewöhnlicher Polizist. Seit seine Frau bei einem Autounfall ums Leben kam, sucht er Zuflucht in der Routine seines Jobs. Als in einer Luxussuite des Hotels Nile Hilton eine berühmte Sängerin tot aufgefunden wird, soll er ermitteln. Was auf den ersten Blick nach einem Verbrechen aus Leidenschaft aussieht, wandelt sich schnell in einen Fall, der die führende Elite Ägyptens bedroht. Noch bevor Noredin mit der Aufklärung beginnen kann, wird der Tod des Popstars zu den Akten gelegt. Doch als ihm die wunderschöne Gina neue Hinweise liefert, ermittelt er auf eigene Faust. Während die Unruhen am Tahrir-Platz immer lauter werden, verfängt er sich zusehends in einem gefährlichen Netz aus Macht, Leidenschaft und Korruption. 

Tarik Salehs „Die Nile Hilton Affäre“ ist ein stark gespielter, im klassischen Noir-Stil gehaltener Crime-Thriller, der die Aufklärung eines spannenden Mordfalls in die politisch brisante Zeit des Arabischen Frühlings einbettet. Das ist nicht immer ganz nachvollziehbar, dafür aber aufgrund des brodelnden Settings zu jedem Zeitpunkt stimmungsvoll.


UNTER DEUTSCHEN BETTEN  | Regie: Jan Fehse | DE 2017

One-Hit-Wonder Linda Lehmann träumt vom großen Aufstieg – und fällt tief! Das große Comeback…. geht richtig schief. Ihr Langzeit-Freund und Produzent Friedrich Berger hat sich nämlich nicht nur schon längst ein neues Sternchen geangelt, sondern generell die Nase voll von ihr und will auch ihre Songs nicht mehr produzieren. Kurz: Linda steht vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens. Niemand öffnet ihr mehr die Tür; die Einzige, die sich ihrer annimmt, ist ihre ehemalige Putzfrau, deren Namen Linda nicht mal kennt. Die Frau, die ihre Mitmenschen stets schlecht und von oben herab behandelt hat, muss nun mit Justyna Polanska putzen gehen. Aber nicht nur im Wohnzimmer! Die verwöhnte Linda entpuppt sich jedoch nicht nur als völlig ungeeignete Putzhilfe, sondern bekommt zwischen verschmutzten Toiletten und arroganten Musikproduzenten ordentlich ihr Fett weg und bringt mit ihren Star-Allüren richtig Chaos in Justynas Leben… 

Jan Fehses auf dem gleichnamigen Sachbuch basierende Komödie „Unter deutschen Betten“ geht erzählerisch wenig Risiko ein und setzt an manchen Stellen zu sehr auf Klamauk. Trotzdem hat sie das Herz am rechten Fleck und besticht mit zwei Hauptdarstellerinnen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und gerade deshalb als Duo hervorragend funktionieren.


MY LITTLE PONY – DER FILM  | Regie: Jason Thiessen | UK/USA 2017

Prinzessin Twilight Sparkle steckt mitten in den Vorbereitungen für das große Freundschaftsfestival, als der mächtige Sturmkönig und seine Kommandantin Tempest Shadow mit einem gemeinen Plan in Ponyville einfallen. Tempest war einst selbst Bewohnerin von Equestria, doch als Kind verlor sie ihr magisches Horn und damit auch den Glauben an die Macht der Freundschaft. Um ihre Zauberkraft zurückzugewinnen, kämpft sie jetzt an der Seite des furchteinflößenden Sturmkönig, der den Prinzessinnen von Ponyville all ihre magischen Fähigkeiten rauben will. Aber so einfach geben Twilight und ihre fünf besten Freundinnen nicht auf! Sie ergreifen die Flucht, um Hilfe zu holen. Mit Tempest immer dicht auf den Fersen, schlagen sie sich mit einem zwielichtigen Kater namens Capper herum, fliegen mit dem Luftschiff von Käpt‘n Celaenos schrägen Vögeln und landen schließlich im glitzernden Unterwasserkönigreich Seaquestria. 

Anders als die bisherigen „My Little Pony“-Filme und -Serien setzen die Macher bei dieser Leinwandadaption ausschließlich auf die ganz Kleinen als Zielgruppe und arbeiten mehr gelangweilt denn routiniert die To-Do-List eines jeden Mut-Mach-Abenteuerfilms ab. Kleine Highlights bilden die Gesangseinlagen von Gil Ofarim und Maite Kelly.


TOM OF FINLAND  | Regie: Dome Karukoski  | FIN/SWE/DK/DE/ISL/USA 2017

Jeder kennt die ikonische, stilbildende Kunst von „Tom of Finland“, doch kaum einer die Geschichte des Mannes dahinter: Zurückgekehrt von der Front des 2. Weltkriegs erweist sich für Touko Laaksonen das Leben im Frieden ebenso als Krieg. Im Finnland der 50er Jahre kann er als Homosexueller weder lieben, wen er will, noch sich selbst verwirklichen. Immer der Gefahr einer strafrechtlichen Verfolgung ausgesetzt, die mit Schwulen rigoros umgeht, findet Touko Zuflucht im Zeichnen homoerotischer Bilder. Unter dem Pseudonym „Tom of Finland“ tritt seine Kunst schließlich einen Siegeszug an. Der Künstler entfacht damit nicht nur die „Gay Revolution“, sondern wird auch zur Symbolfigur einer ganzen Generation junger Männer. Der preisgekrönte Filmemacher Dome Karukoski erzählt in „Tom of Finland“ vom Leben und der Arbeit der einflussreichsten Figur der Schwulen-Kultur des 20. Jahrhunderts.


FÉLICITÉ  | Regie: Alain Gomis | FR/BEL/SEN/DE 2017

Félicité ist Sängerin und tritt jeden Abend in einer Bar in Kinshasa auf. Sie ist eine Frau in der Mitte ihres Lebens, stolz und unabhängig, doch sobald sie singt, scheint sie die Welt um sich herum zu vergessen. Es sind rauschhafte Nächte, denn Félicités Musik hypnotisiert und bewegt ihr Publikum. Als ihr Sohn nach einem schweren Unfall im Krankenhaus liegt und dringend operiert werden muss, versucht Félicité, das dafür nötige Geld aufzutreiben. Sie begibt sich auf eine atemlose Reise durch die kongolesische Metropole zwischen Armut und dekadentem Reichtum. Unterstützung bekommt sie durch den Schwerenöter Tabu, einen der Stammgäste der Bar. Er ist es auch, der Félicités Sohn nach seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus der Lethargie entreißt und ihn zurück ins Leben führt. Die Umstände haben diese drei unterschiedlichen Menschen zu einer Schicksalsgemeinschaft gemacht, die unter einem Dach lebt.


IMMER NOCH JUNG – 15 JAHRE KILLERPILZE  | Regie: David Schlichter, Fabian Halbig | DE 2017

„Immer noch jung – 15 Jahre Killerpilze“ zeigt Aufstieg, Fall und Wiederauferstehung der jüngsten Teenie-Band Deutschlands: Nach dem Erfolg als „BRAVO-Band“ und dem überraschenden Aus bei der Major-Plattenfirma drohte der Sturz in die öffentliche Belanglosigkeit. „Immer noch jung“ begleitet die Band auf dem steinigen Weg zurück auf die großen Bühnen der Welt mit dem Ziel, die „größte Rockband Deutschlands“ zu werden. Erzählt von (Ex-)Bandmitgliedern, Familie, Management, vielen prominenten Wegbegleitern (u.a. Klaas Heufer-Umlauf, Jennifer Rostock, Felix Brummer von Kraftklub, Michael ‚Curse‘ Kurth u.v.m.) und gespickt mit unveröffentlichtem Archivmaterial von der ersten Bandprobe bis zur Veröffentlichung des Erfolgsalbums HIGH (2016) gewährt der Film einen ungeschönten Blick hinter die Kulissen der deutschen Musiklandschaft der 00er Jahre, den es so noch nicht gegeben hat.


Heimkinotipp: TIMM THALER ODER DAS VERKAUFTE LACHEN  | Regie: Andreas Dresen | DE 2017

Timm Thaler (Arved Friese) lebt in ärmlichen Verhältnissen, doch er lacht gern und viel. Sein Lachen ist so bezaubernd und ansteckend, dass der dämonische Baron Lefuet (Justus von Dohnányi) es um jeden Preis besitzen will. Und so macht der reichste Mann der Welt dem Jungen ein unmoralisches Angebot: Wenn Timm ihm sein Lachen verkauft, wird er in Zukunft jede Wette gewinnen. Nach anfänglichem Zögern unterschreibt Timm den Vertrag. Jetzt kann er sich scheinbar jeden Wunsch erfüllen, doch ohne sein Lachen ist er ein anderer Mensch. Nur noch Timms Freunde Ida (Jule Hermann) und Kreschimir (Charly Hübner) halten zu ihm. Gemeinsam wollen sie Timm aus den Fängen des Barons befreien und durch eine List sein markantes Lachen zurückgewinnen.

4 von 5

„Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ ist ein ebenso aussagekräftiger wie liebevoller Film, mag aber inszenatorisch zunächst ein wenig befremdlich wirken. Doch die optischen Widersprüche aus der Darstellung eines verarmten, zeitlich kaum zu verortenden Deutschland und der futuristischen Welt des Grafen verhilft der Geschichte zur einer entrückten Realität und dadurch zu noch mehr Zeitlosigkeit.

2016 – Die Plätze 10 bis 1

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge werde ich mit den Top 10 meiner Lieblingsfilme 2016 nun endgültig mit dem vergangenen Jahr abschließen. Ein kurzes Abschlussfazit: Ich bin mit den vergangenen zwölf Monaten sehr zufrieden. Es gab wenig Filme, die mich wirklich richtig genervt, angekotzt oder angewidert haben. Stattdessen konnte ich einem Großteil der gestarteten Produktionen tatsächlich wenigstens Kleinigkeiten abgewinnen. Leider geht der Trend zur Verallgemeinerung: Entweder ist etwas supertoll oder ganz, ganz mies. Darüber vergisst manch einer gern das Mittelfeld, dem sich gerade in diesem Jahr ein Großteil der Filme zuordnen lässt. Einen Großteil der Hypes habe ich nicht verstanden – weder positiv, noch negativ. Von den diesjährigen Oscars ist mir nicht der große Gewinner „Spotlight“, sondern in erster Linie „The Revenant“ in Erinnerung geblieben. Es war das Jahr der Alicia Vikander, der Maren Ade und des Animationsfilms. Und der Sequels, die erst Jahre bis Jahrzehnte nach dem letzten Teil auf den Markt gekommen sind. Nun aber genug in der Vergangenheit geschwelgt – Zeit, für die letzten ehrenwerten Nennungen:

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Das startet am 24. November 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 24. November 2016, der mit einem der besten Filme des Jahres um die Ecke kommt. Das Science-Fiction-Drama „Arrival“ sollte von ausnahmslos jedem gesehen werden. Da aus der vergangenen Woche immer noch die „Tierwesen“ nachwirken, ist es mit großen Starts dann aber auch schon vorbei. Obwohl wirklich schön geworden, wird man „Florence Foster Jenkins“ nur in den Programmkinos bestaunen dürfen und der halbdokumentarische Actionfilm „Deepwater Horizon“ ist in der zweiten Hälfte zwar für die große Leinwand gemacht, bis dahin muss man sich aber durch viel, viel Theorie kämpfen. Ob man darauf wirklich Lust hat..!?

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ARRIVAL | Regie: Denis Villeneuve | USA 2016
Arrival

Zwölf mysteriöse Raumschiffe landen zeitgleich in unterschiedlichen Regionen der Welt. Ihre Besatzung und deren Intention – ein Rätsel. Um globale Paranoia und einen potentiellen Krieg zu verhindern, soll ein Elite-Team um die Linguistin Louise Banks (Amy Adams) und den Mathematiker Ian Donnelly (Jeremy Renner) im Auftrag des Militärs Kontakt herstellen. Der Plan funktioniert und schon bald gelingt es den beiden, erste Formen der Kommunikation herzustellen. Doch das unermüdliche Streben nach Antworten gerät bald zum Rennen gegen die Zeit – die eigene und die der gesamten Menschheit. Denn was der Mensch nicht kennt, vor dem hat er Angst, was in diesen angespannten Zeiten schnell zu einem globalen Krieg führen könnte…

5 von 5

Denis Villeneuve liefert mit „Arrival“ nicht bloß den mit Abstand besten Science-Fiction-Film des Jahres ab, sondern auch eines der intelligentesten, nachhaltigsten und emotional packendsten Dramen der Filmgeschichte, das den Zuschauer mit so vielen Gefühlen auf einmal konfrontiert, das man sich von der Wucht und Schönheit dieses Films gerne erschlagen lassen darf.


FLORENCE FOSTER JENKINS | Regie: Stephen Frears | UK 2016

Florence Foster Jenkins

Florence Foster Jenkins (Meryl Streep) ist eine der exzentrischsten Persönlichkeit im New York der Vierzigerjahre. Geradezu zwanghaft verfolgt sie ihren Traum, eine umjubelte Opernsängerin zu werden. Die Stimme, die sie in ihrem Kopf hört, ist wunderschön – für alle anderen klingt sie einfach nur grauenhaft. Ihr „Ehemann” und Manager, St. Clair Bayfield (Hugh Grant), ein englischer Schauspieler von Adel, ist entschlossen, seine geliebte Florence vor der Wahrheit zu beschützen. So nordet er das gesamte Umfeld seiner Frau ein, ihr nichts von ihren nicht vorhandenen Sangeskünsten zu sagen. Als Florence aber beschließt, ein öffentliches Konzert in der Carnegie Hall zu geben, muss sich St. Clair seiner größten Herausforderung stellen. 4 von 5

Stephen Frears gelingt mit „Florence Foster Jenkins“ eines der allumfassend berührendsten Filmerlebnisse des Jahres, bei dem die fehlende Innovation und der allzu reibungslose Storyablauf allenfalls im Ansatz stören.


DEEPWATER HORIZON | Regie: Peter Berg | HKG/USA 2016

Deepwater Horizon

2010 steht die Ölbohranlage Deepwater Horizon kurz vor einem bahnbrechenden Rekord. Über 100 Millionen Barrel Öl sollen 70 Kilometer von der US-Küste entfernt aus dem Golf von Mexiko gefördert werden. Das Team um die beiden Chef-Techniker Mike Williams (Mark Wahlberg) und Jimmy Harrell (Kurt Russell) ist beauftragt, die Förderung vorzubereiten, doch ein Test zeigt, dass der Druck auf das Bohrloch viel zu hoch ist. Trotz energischer Warnungen seitens der Crew geschieht, was man im BP-Konzern bis dahin für unmöglich hielt. Es kommt zu einen „Blowout“: Gas und Öl schießen unter enormem Druck unkontrolliert an die Oberfläche, mehrere gewaltige Explosionen sind die Folge. Über 120 Menschen sind plötzlich auf der Plattform eingeschlossen. Williams und sein Team setzen ihr eigenes Leben aufs Spiel, um Überlebende zu retten. 2 von 5

Aus technischer Sicht ist „Deepwater Horizon“ brillant. Doch Regisseur Peter Berg geht derart unvorsichtig und ohne jedes Feingefühl mit einer tragischen Katastrophe um, dass man sich gar nicht trauen möchte, an den spektakulär in Szene gesetzten Explosionen so etwas wie unterhaltsamen Gefallen zu finden.


BAD SANTA 2 |  Regie: Mark Waters | USA 2016
Bad Santa 2

Angetrieben von billigem Whisky und Gier möchte Willie mit seinem Kumpan Marcus (Tony Cox) am Weihnachtsabend eine Wohltätigkeitsveranstaltung in Chicago ausrauben. Wieder mit von der Partie ist der mollige und drollige Thurman Merman (Brett Kelly), ein 125 Kilo schwerer Sonnenschein, der es als einer der wenigen schafft, ein Stück Menschlichkeit in Willie hervorzubringen.

Als sich Willies Mutter Sunny Soke (Kathy Bates), den beiden anschließt, beginnen die Probleme: Während Sunny versucht, die illegale Karriere der Bande anzukurbeln, steht sie deren kriminellen Fähigkeiten leider massiv im Weg. Auch Willies neustes Objekt der Begierde, die kurvige und eher prüde Wohltätigkeitsdirektorin Diane (Christina Hendrucks) mit einem Herz aus Gold und einer Libido aus Stahl, sorgt für so manche Komplikation.


ICH, DANIEL BLAKE | Regie: Ken Loach | UK/FR/BEL 2016

Ich, Daniel Blake

Daniel Blake ist ein anständiger, zeitlebens Steuern zahlender Durchschnittsengländer – bis seine Gesundheit ihm einen Strich durch die Rechnung macht. Jetzt will ihm die willkürliche Staatsbürokratie den Bezug von Sozialhilfe verweigern. Schnell gerät er in einen Teufelskreis von Zuständigkeiten, Bestimmungen und Antragsformularen. Daniel Blake rechnet nicht damit, dass die geradezu kafkaeske Situation ihn fast in die Knie zwingen wird. Seine Wege kreuzen sich mit Katie und ihren beiden Kindern Daisy und Dylan. Sie raufen sich zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammen und erfahren neben den ständigen Seitenhieben der Behörden auch viel Solidarität – von ehemaligen Kollegen, sogar von Daniels schrägem Nachbar. Doch die bürokratischen Klippen des Sozialstaates sind tückisch.


ALOYS |  Regie: Tobias Nölle | CH 2016

Aloys

Der verschrobene Privatdetektiv Aloys Adorn (Georg Friedrich) filmt und beobachtet durch seine Kamera das Leben anderer. Sein Alltag langweilt ihn, doch durch die Kamera kann er seinem Leben wenigsten für ein paar Momente entfliehen. Bis der Tod seines Vaters ihn aus seiner geordneten Bahn wirft. Als er nach einer durchzechten Nacht in einem Bus aufwacht, ist der Schock groß: Seine Kamera und Observierungsaufnahmen wurden gestohlen – und damit alles, was ihm noch geblieben ist. Kurz darauf ruft ihn jedoch eine mysteriöse Frau (Tilde von Overbeck) an und erpresst ihn zu einem obskuren Experiment. Dies ist der Anfang einer magischen Reise, auf der sich Aloys in die Stimme am anderen Ende des Telefons verliebt und die Kraft finden muss, seine Einsamkeit endgültig zu durchbrechen. Doch dafür muss er sich auch auf Unbekanntes einlassen…


SPARROWS |  Regie: Rúnar Rúnarsson | ICE/DK/HRV 2015
Sparrows

Die Geschich­te eines 16-jährigen Jun­gen, der gezwun­gen ist, von sei­ner Mut­ter aus Reyk­ja­vik in sei­ne alte Hei­mat, den abge­schie­de­nen Nord­wes­t­en Islands, zu sei­nem leib­li­chen Vater zu zie­hen. Dort spie­gelt die raue Land­schaft die schwie­ri­gen Bezie­hun­gen sowohl zu sei­nem Vater als auch zu sei­nen Freun­den wider, mit denen er sich aus­ein­an­der­set­zen muss. Er wird nach und nach von der Rol­le eines Beob­ach­ters in die einer han­deln­den Per­son gedrängt, was nicht ohne Ver­let­zun­gen von­stat­ten geht. Der Weg zum Erwach­se­nen­le­ben scheint nicht zu haben zu sein, ohne sich schul­dig zu machen. Der Film, übri­gens in man­cher Hin­sicht mit dem Früh­werk von Bru­no Dumont ver­gleich­bar, stellt die Fra­ge, ob aus der Vor­höl­le der Jugend noch ein Min­dest­maß an Emp­find­sam­keit ins Erwach­se­nen­le­ben zu ret­ten ist, wenn auch nur mit Hil­fe einer Lüge, und beant­wor­tet sie mit Ja.


KATER | Regie: Klaus Händl | AT 2016
Kater

Heimkinotipp: MIT BESTEN ABSICHTEN | Regie: Lorene Scafaria | USA 2015

Mit besten Absichten

Nach dem Tod ihres geliebten Ehemanns ist Marnie Minervini kürzlich von New Jersey nach Los Angeles umgezogen, um wieder näher bei ihrer Tochter Lori – einer erfolgreichen, aber immer noch allein lebenden Drehbuchautorin – zu wohnen und sie mit mütterlicher Liebe zu überschütten. Ausgestattet mit einem beachtlichen Bankguthaben, das ihr von ihrem Mann hinterlassen wurde, hat Marnie es sich in einem tollen Apartment gemütlich gemacht, das neue iPhone immer griffbereit. Doch die Unmengen an SMS, Überraschungsbesuchen und Gesprächen voller ungebetener Ratschläge zwingen Lori bald dazu, klare Grenzen zwischen ihrer Mutter und ihrem Privatleben zu ziehen. 4 von 5

Ein rührender Film über Mütter und Töchter – ohne Klischees zu bedienen, legt uns Regisseurin Lorene Scafaria in „Mit besten Absichten“ nahe, dass man geliebte Menschen nicht erdrücken, aber auch nicht gänzlich von sich weisen muss, um eine lange, erfüllte Beziehung zu genießen.

Arrival

Dem Kanadier Denis Villeneuve gelingt mit seinem Science-Fiction-Drama ARRIVAL etwas, was noch nicht einmal seine ganz großen Kollegen aus Hollywood geschafft haben: Sein Erstkontakt zwischen außerirdischem Leben und der Menschheit gerät so realistisch, wie in noch keinem anderen Film zuvor. Mehr dazu in meiner Kritik.Arrival

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