Das startet am 24. November 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 24. November 2016, der mit einem der besten Filme des Jahres um die Ecke kommt. Das Science-Fiction-Drama „Arrival“ sollte von ausnahmslos jedem gesehen werden. Da aus der vergangenen Woche immer noch die „Tierwesen“ nachwirken, ist es mit großen Starts dann aber auch schon vorbei. Obwohl wirklich schön geworden, wird man „Florence Foster Jenkins“ nur in den Programmkinos bestaunen dürfen und der halbdokumentarische Actionfilm „Deepwater Horizon“ ist in der zweiten Hälfte zwar für die große Leinwand gemacht, bis dahin muss man sich aber durch viel, viel Theorie kämpfen. Ob man darauf wirklich Lust hat..!?

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ARRIVAL | Regie: Denis Villeneuve | USA 2016
Arrival

Zwölf mysteriöse Raumschiffe landen zeitgleich in unterschiedlichen Regionen der Welt. Ihre Besatzung und deren Intention – ein Rätsel. Um globale Paranoia und einen potentiellen Krieg zu verhindern, soll ein Elite-Team um die Linguistin Louise Banks (Amy Adams) und den Mathematiker Ian Donnelly (Jeremy Renner) im Auftrag des Militärs Kontakt herstellen. Der Plan funktioniert und schon bald gelingt es den beiden, erste Formen der Kommunikation herzustellen. Doch das unermüdliche Streben nach Antworten gerät bald zum Rennen gegen die Zeit – die eigene und die der gesamten Menschheit. Denn was der Mensch nicht kennt, vor dem hat er Angst, was in diesen angespannten Zeiten schnell zu einem globalen Krieg führen könnte…

5 von 5

Denis Villeneuve liefert mit „Arrival“ nicht bloß den mit Abstand besten Science-Fiction-Film des Jahres ab, sondern auch eines der intelligentesten, nachhaltigsten und emotional packendsten Dramen der Filmgeschichte, das den Zuschauer mit so vielen Gefühlen auf einmal konfrontiert, das man sich von der Wucht und Schönheit dieses Films gerne erschlagen lassen darf.


FLORENCE FOSTER JENKINS | Regie: Stephen Frears | UK 2016

Florence Foster Jenkins

Florence Foster Jenkins (Meryl Streep) ist eine der exzentrischsten Persönlichkeit im New York der Vierzigerjahre. Geradezu zwanghaft verfolgt sie ihren Traum, eine umjubelte Opernsängerin zu werden. Die Stimme, die sie in ihrem Kopf hört, ist wunderschön – für alle anderen klingt sie einfach nur grauenhaft. Ihr „Ehemann” und Manager, St. Clair Bayfield (Hugh Grant), ein englischer Schauspieler von Adel, ist entschlossen, seine geliebte Florence vor der Wahrheit zu beschützen. So nordet er das gesamte Umfeld seiner Frau ein, ihr nichts von ihren nicht vorhandenen Sangeskünsten zu sagen. Als Florence aber beschließt, ein öffentliches Konzert in der Carnegie Hall zu geben, muss sich St. Clair seiner größten Herausforderung stellen. 4 von 5

Stephen Frears gelingt mit „Florence Foster Jenkins“ eines der allumfassend berührendsten Filmerlebnisse des Jahres, bei dem die fehlende Innovation und der allzu reibungslose Storyablauf allenfalls im Ansatz stören.


DEEPWATER HORIZON | Regie: Peter Berg | HKG/USA 2016

Deepwater Horizon

2010 steht die Ölbohranlage Deepwater Horizon kurz vor einem bahnbrechenden Rekord. Über 100 Millionen Barrel Öl sollen 70 Kilometer von der US-Küste entfernt aus dem Golf von Mexiko gefördert werden. Das Team um die beiden Chef-Techniker Mike Williams (Mark Wahlberg) und Jimmy Harrell (Kurt Russell) ist beauftragt, die Förderung vorzubereiten, doch ein Test zeigt, dass der Druck auf das Bohrloch viel zu hoch ist. Trotz energischer Warnungen seitens der Crew geschieht, was man im BP-Konzern bis dahin für unmöglich hielt. Es kommt zu einen „Blowout“: Gas und Öl schießen unter enormem Druck unkontrolliert an die Oberfläche, mehrere gewaltige Explosionen sind die Folge. Über 120 Menschen sind plötzlich auf der Plattform eingeschlossen. Williams und sein Team setzen ihr eigenes Leben aufs Spiel, um Überlebende zu retten. 2 von 5

Aus technischer Sicht ist „Deepwater Horizon“ brillant. Doch Regisseur Peter Berg geht derart unvorsichtig und ohne jedes Feingefühl mit einer tragischen Katastrophe um, dass man sich gar nicht trauen möchte, an den spektakulär in Szene gesetzten Explosionen so etwas wie unterhaltsamen Gefallen zu finden.


BAD SANTA 2 |  Regie: Mark Waters | USA 2016
Bad Santa 2

Angetrieben von billigem Whisky und Gier möchte Willie mit seinem Kumpan Marcus (Tony Cox) am Weihnachtsabend eine Wohltätigkeitsveranstaltung in Chicago ausrauben. Wieder mit von der Partie ist der mollige und drollige Thurman Merman (Brett Kelly), ein 125 Kilo schwerer Sonnenschein, der es als einer der wenigen schafft, ein Stück Menschlichkeit in Willie hervorzubringen.

Als sich Willies Mutter Sunny Soke (Kathy Bates), den beiden anschließt, beginnen die Probleme: Während Sunny versucht, die illegale Karriere der Bande anzukurbeln, steht sie deren kriminellen Fähigkeiten leider massiv im Weg. Auch Willies neustes Objekt der Begierde, die kurvige und eher prüde Wohltätigkeitsdirektorin Diane (Christina Hendrucks) mit einem Herz aus Gold und einer Libido aus Stahl, sorgt für so manche Komplikation.


ICH, DANIEL BLAKE | Regie: Ken Loach | UK/FR/BEL 2016

Ich, Daniel Blake

Daniel Blake ist ein anständiger, zeitlebens Steuern zahlender Durchschnittsengländer – bis seine Gesundheit ihm einen Strich durch die Rechnung macht. Jetzt will ihm die willkürliche Staatsbürokratie den Bezug von Sozialhilfe verweigern. Schnell gerät er in einen Teufelskreis von Zuständigkeiten, Bestimmungen und Antragsformularen. Daniel Blake rechnet nicht damit, dass die geradezu kafkaeske Situation ihn fast in die Knie zwingen wird. Seine Wege kreuzen sich mit Katie und ihren beiden Kindern Daisy und Dylan. Sie raufen sich zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammen und erfahren neben den ständigen Seitenhieben der Behörden auch viel Solidarität – von ehemaligen Kollegen, sogar von Daniels schrägem Nachbar. Doch die bürokratischen Klippen des Sozialstaates sind tückisch.


ALOYS |  Regie: Tobias Nölle | CH 2016

Aloys

Der verschrobene Privatdetektiv Aloys Adorn (Georg Friedrich) filmt und beobachtet durch seine Kamera das Leben anderer. Sein Alltag langweilt ihn, doch durch die Kamera kann er seinem Leben wenigsten für ein paar Momente entfliehen. Bis der Tod seines Vaters ihn aus seiner geordneten Bahn wirft. Als er nach einer durchzechten Nacht in einem Bus aufwacht, ist der Schock groß: Seine Kamera und Observierungsaufnahmen wurden gestohlen – und damit alles, was ihm noch geblieben ist. Kurz darauf ruft ihn jedoch eine mysteriöse Frau (Tilde von Overbeck) an und erpresst ihn zu einem obskuren Experiment. Dies ist der Anfang einer magischen Reise, auf der sich Aloys in die Stimme am anderen Ende des Telefons verliebt und die Kraft finden muss, seine Einsamkeit endgültig zu durchbrechen. Doch dafür muss er sich auch auf Unbekanntes einlassen…


SPARROWS |  Regie: Rúnar Rúnarsson | ICE/DK/HRV 2015
Sparrows

Die Geschich­te eines 16-jährigen Jun­gen, der gezwun­gen ist, von sei­ner Mut­ter aus Reyk­ja­vik in sei­ne alte Hei­mat, den abge­schie­de­nen Nord­wes­t­en Islands, zu sei­nem leib­li­chen Vater zu zie­hen. Dort spie­gelt die raue Land­schaft die schwie­ri­gen Bezie­hun­gen sowohl zu sei­nem Vater als auch zu sei­nen Freun­den wider, mit denen er sich aus­ein­an­der­set­zen muss. Er wird nach und nach von der Rol­le eines Beob­ach­ters in die einer han­deln­den Per­son gedrängt, was nicht ohne Ver­let­zun­gen von­stat­ten geht. Der Weg zum Erwach­se­nen­le­ben scheint nicht zu haben zu sein, ohne sich schul­dig zu machen. Der Film, übri­gens in man­cher Hin­sicht mit dem Früh­werk von Bru­no Dumont ver­gleich­bar, stellt die Fra­ge, ob aus der Vor­höl­le der Jugend noch ein Min­dest­maß an Emp­find­sam­keit ins Erwach­se­nen­le­ben zu ret­ten ist, wenn auch nur mit Hil­fe einer Lüge, und beant­wor­tet sie mit Ja.


KATER | Regie: Klaus Händl | AT 2016
Kater

Heimkinotipp: MIT BESTEN ABSICHTEN | Regie: Lorene Scafaria | USA 2015

Mit besten Absichten

Nach dem Tod ihres geliebten Ehemanns ist Marnie Minervini kürzlich von New Jersey nach Los Angeles umgezogen, um wieder näher bei ihrer Tochter Lori – einer erfolgreichen, aber immer noch allein lebenden Drehbuchautorin – zu wohnen und sie mit mütterlicher Liebe zu überschütten. Ausgestattet mit einem beachtlichen Bankguthaben, das ihr von ihrem Mann hinterlassen wurde, hat Marnie es sich in einem tollen Apartment gemütlich gemacht, das neue iPhone immer griffbereit. Doch die Unmengen an SMS, Überraschungsbesuchen und Gesprächen voller ungebetener Ratschläge zwingen Lori bald dazu, klare Grenzen zwischen ihrer Mutter und ihrem Privatleben zu ziehen. 4 von 5

Ein rührender Film über Mütter und Töchter – ohne Klischees zu bedienen, legt uns Regisseurin Lorene Scafaria in „Mit besten Absichten“ nahe, dass man geliebte Menschen nicht erdrücken, aber auch nicht gänzlich von sich weisen muss, um eine lange, erfüllte Beziehung zu genießen.

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