2015 – Die Plätze 10 bis 1

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge werde ich mit den Top 10 meiner Lieblingsfilme 2015 nun endgültig mit dem vergangenen Jahr abschließen. Ein kurzes Abschlussfazit: Angesichts der Tatsache, dass in meine Hitliste durchaus einige weitere Filme gehört hätten, ich meine Flops hingegen recht übersichtlich gestalten konnte, war es für mich ein recht starkes Jahr, das trotz einer nach wie vor stattfindenden Dominanz von Sequels, Prequels und Remakes mit allerlei Überraschungen daherkam. Zu guter Letzt seien auch an dieser Stelle noch einige, für mich sehr wichtige Filme erwähnt, die es nur ganz knapp nicht in meine Jahrescharts geschafft haben. Dazu gehörten die sehr erhellenden Eskapaden von Seth Rogen, Joseph Gordon-Levitt und Co. in DIE HIGHLIGEN DREI KÖNIGE, das unverschämt unterhaltsame „Magic Mike“-Sequel MAGIC MIKE XXL, der absolut überraschende TRANSPORTER: REFUELED (das kann ich mir aber tatsächlich selbst nicht erklären), die melancholische Sherlock-Holmes-Erzählung MR. HOLMESdas berauschende Steve-Jobs-Biopic STEVE JOBS und zu guter Letzt das erotische Heist-Movie FOCUS.

10

Codename U.N.C.L.E.

2015 war das Jahr der Agentenfilme. Schon auf Platz 29 tummelten sich Jason Statham, Jude Law und Melissa McCarthy in ihren Rollen als reichlich unkonventionelle Spione. Die Hauptfiguren des Filmes, der meine Top 10 eröffnen darf, gehören mehr zur alten Schule. Henry Cavill und Armie Hammer sind die Hauptdarsteller in Guy Ritchies CODENAME U.N.C.L.E. In seiner Mischung aus „Sherlock Holmes“-Ästhetik und „Mission: Impossible“-Cleverness spielen sich die beiden Akteure an der Seite der wunderschönen Neuentdeckung Alicia Vikander hervorragende Dialogbälle zu, denn da sich die beiden Ermittler auf den Tod nicht ausstehen können, wird es besonders in den dramatischen Momenten erst richtig lustig. „Codename U.N.C.L.E.“ macht jedoch nicht einfach nur Spaß, er ist obendrein auch mit jenem Score ausgestattet, der in diesem Jahr den größten Wiedererkennungswert besitzt. Auch Hoch auf Daniel Pemberton!

9

Pitch Perfect 2

Ich mochte bereits Teil eins sehr, doch entgegen meiner Erwartung ist Teil zwei in der Lage, den Vorgänger zu toppen. PITCH PERFECT 2 erzählt die Geschichte der A-Capella-Ladies weiter, die sich in dieser Fortsetzung zum Weltmeisterschaftstitel singen wollen. Dabei müssen sie es mit harter Konkurrenz in Form eines brillant gespielten Poser-Teams aus Deutschland aufnehmen, die bei aller nicht vorhandenen Sympathie immer noch furiose Choreographien abliefern. Überhaupt ist das Sequel des Überraschungserfolgs von 2012 noch gewitzter, bissiger und vom Tonfall her stimmiger als Teil eins. Nicht zuletzt wohl auch, weil hier Elizabeth Banks Regie führte, die das Projekt kurzerhand übernahm, als es schon lange auf der Kippe stand. Mittlerweile ist ein dritter Teil bestätigt, auf den nicht nur ich mich riesig freue, sondern auch die stetig wachsende Fangemeinde der auf der ganzen Welt erfolgreichen „Pitch Perfect“-Filme. 

8

We Are Your Friend

Musikalisch geht es weiter – und zwar mit Zac Efron. Der ehemalige „High School Musical“-Star bleibt in WE ARE YOUR FRIENDS in seinem Element des Musikfilms und spielt in dem fiktiven DJ-Drama einen Discjockey, der auf den ganz großen Durchbruch hofft. Regiedebütant Max Joseph gelingt die Botschaft, dass es in der Musik wie auch im Leben nur auf eines ankommt: Leidenschaft. Dass er sich für diese Message an einem modernen Elektrosound bedient, der bisweilen den Ruf hat, alles andere als mit Emotionen verknüpft zu sein, hat einen besonderen Grund: Die Geschichte nach der Suche nach dem einen Song offenbart, dass Erfolg nur mit Passion möglich ist und dass ebenjene Leidenschaft eben auch dann von Nöten ist, wenn man es auf dem ersten Blick gar nicht sieht. „We Are Your Friends“ besticht durch einen treibenden Soundtrack, durch einen coolen Cast und durch viel Wahrheit, der sich gerade die heutige Generation kaum mehr stellen möchte. Es geht ums Durchhalten, ums Scheitern und ums Aufstehen.

7

Ant-Man

Wer geglaubt hat, mit „Avengers: Age of Ultron“ hätten wir das Kapitel Comicverfilmung oder zumindest Marvel abgeschlossen, der wird auf den kommenden Plätzen noch ein ums andere Mal ins Staunen geraten. Der erste Anlass dazu ist ANT-MAN, die bislang erste (und einzige) reine Komödie innerhalb des Marvel Cinematic Universe und obendrein mein neuer Lieblings-Marvelfilm. „Ant-Man“ ist nicht nur in den Actionszenen ungeheuer kreativ und abwechslungsreich, er ist obendrein auch ein hervorragender Beweis dafür, dass die ewige Schurke-will-Helden-kaputtmachen-Thematik nicht immer nur bierernst aufgezogen werden muss. Der spielfreudige Cast um Paul Rudd und Corey Stoll ist bestens in Form und lässt sich nur hin und wieder von Michael Peña die Show stehlen. Dem Ameisenmann bei seinen Eskapaden zuzuschauen, macht einfach ungemein viel Spaß und kombiniert die besten Elemente aus Komödie und Heist-Movie.

6

Whiplash

Was hat dieser Film bloß für einen Drive! Die Geschichte über einen überaus begabten Schlagzeugspieler, der von einem nicht minder ehrgeizigen Lehrer bis an die Grenze zur Menschlichkeit getriezt wird, ist nicht bloß Schauspielkino erster Klasse (nicht umsonst gewann J.K. Simmons einen Oscar für seine Rolle), sondern auch eine zum Nachdenken anregende Story darüber, wie weit man für die Leidenschaft gehen sollte. Zu Deutsch bedeutet WHIPLASH Peitschenschlag, was nicht bloß die brutalen Trainingsmethoden von Simmons‘ Figur, sondern auch den mitreißenden Rhythmus des Films beschreibt. „Whiplash“ ist kurz, knackig, brutal, zärtlich und regt zum Nachdenken kann. Selbst wer mit Musik nicht so vertraut ist wie die Figuren im Film, wird die Leistung von Hauptdarsteller Miles Teller anerkennen. Und wenn er in der ellerletzten Szene wahrhaftig um sein Leben trommelt, dann bleibt auch dem abgebrühtesten Cineasten für einen Moment der Mund offen stehen. Ganz großes kleines Kino!

5

Baymax - Riesiges Robowabohu

Nach „Alles steht Kopf“ hat es natürlich auch der zweite Animationsfilm aus dem Hause Disney in meine Jahrescharts geschafft – und diesmal auch ganz ohne die Hilfe von Pixar. Das 3D-animierte Actionabenteuer BAYMAX – RIESIGES ROBOWABOHU basiert auf dem Marvel-Comic „Big Hero Six“ und erzählt von einer außergewöhnlichen Freundschaft zwischen dem klugen Jungen Hiro und seinem Gesundheitsroboter Baymax. Nach dem Tod seines Bruders Tadashi bekommt es Hiro nicht nur mit dem tollpatschigen, an ein Michelin-Männchen erinnernden Baymax zu tun, sondern auch mit einem finsteren Bösewicht, mit dem es das ungleiche Duo gemeinsam mit einer Handvoll Nachwuchs-Superhelden aufnehmen muss. Ein herrlicher Spaß für die ganze Familie, der überraschend tiefsinnige Töne anspricht und damit einmal mehr beweist, dass Animationsfilme mitnichten ausschließlich für Kinder geeignet sind. Denn auch von dem Thema Tod schrecken die Macher hier nicht zurück.

4

Man lernt nie aus

Das nenne ich doch mal eine faustdicke Überraschung. Die Pressevorführung zu MAN LERNT NIE AUS habe ich versäumt und mir darüber auch keine weiteren Gedanken gemacht. Den Film selbst hätte ich aufgrund seiner augenscheinlichen Nichtigkeit dann sogar fast nicht einmal mehr im Kino nachgeholt. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was das für eine Katastrophe gewesen wäre. Der Film über einen Rentner-Praktikanten, der bei einer erfolgreichen Self-Made-Geschäftsfrau anheuert, ist so charmant und liebevoll erzählt, dass es einem ausschließlich Freude bereitet. Der Film macht etwas, was ich liebe: Er erzählt so, wie das Leben spielt. Ohne bemühte Happy Ends, ohne bemühte Tragödien, sondern realistisch, bodenständig und glaubhaft. „Man lernt nie aus“ reiht sich ein in solche Lieblingsfilme wie „Marley & Ich“, „Der Teufel trägt Prada“ oder „30 über Nacht“. Filme, die ich einfach wieder und wieder gucken kann und will, weil ich mich dabei gut fühle. Ein tolles Projekt und ein echter Geheimtipp!

3

Der Marsianer - Rettet Mark Watney

Na, gibt’s denn sowas? Wo ist denn meine Science-Fiction-Phobie hin? Gut, das Genre gehört nach wie vor nicht unbedingt zu meinen bevorzugten, doch im Falle von DER MARSIANER – RETTET MARK WATNEY ist es ähnlich wie im vergangenen Jahr bei „Interstellar“. Sobald man sich auf halbwegs realistische, vor allem aber innovative Weise dem Thema Raumfahrt widmet und es schafft, der Weltraumszenerie etwas Einzigartiges abzugewinnen, überzeugt es mich dann doch. Bei Nolan waren es die fantastischen Bildgewalten und der interessante Schlusstwist, bei „Der Marsianer“ ist es die absolut coole Hauptfigur sowie der Humor, der aus dem Film ein pfiffig-kurzweiliges Kinoerlebnis zaubert. Ridley Scott nimmt seiner Vita endlich große Teile seiner Schwermut und beweist, dass er das Unterhaltungskino nach wie vor zu händeln weiß. Hinzu kommt ein mehr als namhafter Cast, ein saucooler Matt Damon und wundervolle 3D-Aufnahmen einer noch wundervolleren Nachbildung des Mars-Planeten. So muss Science-Fiction im Wohlfühlmodus aussehen!

2

Kingsman: The Secret Service
Was für ein geiles Stück Actionkino! Mehr braucht man zur Agentenfarce KINGSMAN: THE SECRET SERVICE eigentlich gar nicht sagen, denn wenn Kick-Ass auf James Bond trifft, dann ist beste Kinounterhaltung vorprogrammiert. Colin Firth als Gentleman-Spion, Taron Egerton als Spy-Azubi und Samuel L. Jackson als lispelnder Superfiesling bilden ein famoses Trio Infernale, das sich durch eine voller Twists und Überraschungen gespickte Geschichte spielt, die zwei Dinge hervorragend in sich vereint: Mut und Blut. Doch „Kingsman“ hebt sich nicht nur aufgrund seiner äußerst brutalen Machart von sämtlichen Comicverfilmungen der letzten Jahre ab. Der Film besitzt eines der schlüssigsten Drehbücher des modernen Blockbusterkinos. Alles, was hier passiert, macht Sinn. Das klingt unbedeutend, doch wer Hollywood kennt, der weiß, wie besonders das ist. Ein Film mit Kultpotenzial und mein Platz zwei!

1

Foxcatcher

Die erste Sichtung des Sportlerdramas FOXCATCHER fand für mich bereits im Jahr 2014 statt und ich habe mich für die Jahresliste desselben Jahres bereits geärgert, den Film mit einem phänomenalen Steve Carrell in der Hauptrolle nicht werten zu dürfen. Ich musste also ganze zwölf Monate warten, eh ich dieses Mammutwerk von „Moneyball“-Regisseur Bennett Miller endlich angemessen würdigen darf. Und was soll ich sagen? Der Film hat sich über 365 Tage lang nicht von seiner Nummer-eins-Position wegbewegt. „Foxcatcher“ ist ein Film, wie ich ihn nur alle Jubeljahre einmal zu Gesicht bekomme. Er gehört zu den besten Filmen, die ich jemals gesehen habe. Miller inszeniert sein Ringer-Drama mit einer Soghaftigkeit, wie ich sie als Zuschauer selten erlebt habe. Über zwei Stunden lang war ich gefangen von der Aura Carrells, der die beste männliche Schauspielleistung abliefert, die ich je sehen durfte. Ein phänomenaler Film, intensiv bis zum Gehtnichtmehr. Verdient meinte Nummer eins dieses Jahres!

3 Kommentare

Und was sagt Ihr dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s