Category Archives: Wessels‘ Weekly

Das startet am 17. November 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 17. November 2016, dessen größter Start der Presse bislang vorenthalten blieb. „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ wird aller Voraussicht nach den Rest ausstechen. In diesem Fall ist das allerdings auch nicht weiter schlimm, denn dass sich die anderen Verleiher kaum Hoffnungen machen, gegen das neueste Zaubererabenteuer zu bestehen, sieht man anhand der Filme, die von ihnen in die Kinosäle entlassen werden. Nicht einmal der neueste Jim-Jarmusch-Film kann vollends überzeugen und ob „Voll verkatert“ überhaupt noch erscheint, steht auch in den Sternen… 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

PHANTASTISCHE TIERWESEN UND WO SIE ZU FINDEN SIND | Regie: David Yates | UK/USA 2016
Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

1926: Newt Scamander (Eddie Redmayne) hat gerade eine weltweite Exkursion abgeschlossen, mit der er die außergewöhnliche Vielfalt von magischen Geschöpfen erforschen und dokumentieren will. Ein kurzer Zwischenstopp führt ihn nach New York und wäre sicherlich ereignislos verlaufen… würden nicht ein No-Maj (Amerikanisch für Muggel) namens Jacob (Dan Fogler), ein verloren gegangener magischer Koffer und einige entlaufene phantastische Tierwesen aus Newts Sammlung sowohl in der magischen Welt als auch unter den No-Majs für reichlich Schwierigkeiten sorgen. Mit diesem Film gibt J.K. Rowling ihr Debüt als Drehbuchautorin. Als Vorlage für ihr Skript diente das Hogwarts-Lehrbuch „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, das von ihrer literarischen Figur Newt Scamander verfasst wurde.

4 von 5

„Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ entführt den Zuschauer in eine Welt, mit der man sich als „Harry Potter“-Fan sehr gern arrangiert. Optisch und akustisch schwelgt man in Nostalgie, auch das Casting der Darsteller gefällt. Lediglich die zu Beginn noch so harmlos-verspielte Geschichte muss in der zweiten Hälfte einem standardisierten Blockbuster-Konflikt weichen, wodurch viel des vorab aufgebauten Charmes verloren geht.


PATERSON | Regie: Jim Jarmusch | FR/DE/USA 2016

Paterson

Paterson (Adam Driver) ist ein Busfahrer, der genauso heißt wie der Ort, in dem er lebt. Die Kleinstadt in New Jersey und ihre eigentümlichen Bewohner sind die Inspiration für seine Gedichte, die er Tag für Tag in der Mittagspause auf der Parkbank verfasst. Doch er fühlt sich auch gefangen. In einem Alltag, der tagein, tagaus derselbe ist und aus dem er nicht ausbrechen kann. Dagegen sieht das Leben seiner geliebten Frau ganz anders aus. Die Welt von Laura (Golshifteh Farahani) dagegen befindet sich nämlich in einem ständigen Wandel. Fast täglich hat sie neue Träume, jeder einzelne von ihnen ein anderes, inspirierendes Projekt. Paterson liebt Laura und sie ihn. Er unterstützt ihre neugefundenen Ambitionen und sie bewundert seine Gabe für Poesie. Doch können diese unterschiedlichen Leben miteinander funktionieren? 3 von 5

Jim Jarmuschs „Paterson“ findet seine nicht zu leugnende Schönheit in der Entschleunigung. Auch die Darsteller spielen absolut solide auf. Gleichzeitig bleiben Geschichte und Charaktere durchgehend oberflächlich und die vom Regisseur beabsichtigte Poesie verpufft, da sie bis zum Ende nur Behauptung bleibt.


RADIO HEIMAT | Regie: Matthias Kutschmann| DE 2016

Radio Heimat

Die vier Freunde Frank, Pommes, Spüli und Mücke suchen mitten im Pott, mitten in der Pubertät und mitten in den 80er Jahren nach der ersten großen Liebe. Besonders Frank hat einen schmerzlichen Wunsch, nämlich bei Carola Rösler zu landen. Unerschrocken ziehen die vier Helden in den Kleinkrieg der Geschlechter und lecken ihre Wunden zwischen Freibad, Schrebergärten und Ommas Frikadellen. Sie absolvieren die schier unüberwindbaren Initiationsriten, welche das Ruhrgebiet jeglicher Mannwerdung entgegenhält: Pilstrinken, Pöhlen und Pommes-rot-weiß. Da hatte es Franks Vatter in den 60er Jahren wohl etwas leichter: Außer einem Kanon gesellschaftlich auferlegter Pflichtübungen wie Tanzschule, keuschem Kaffeetrinkens und echtem Erröten lief es in Sachen Liebe eigentlich wie von selbst. Und so bleibt unseren Helden nur eins: Alles selber ausprobieren!
3 von 5

Dank der tollen Darsteller und der sympathischen Figuren ist „Radio Heimat“ eine hübsche Anekdotensammlung aus dem Leben von vier Jugendlichen. Der Versuch, dem Ruhrgebiet eine Liebeserklärung zu machen, funktioniert allerdings nur bedingt, da das Skript über die Verwendung von Allgemeinplätzen nicht hinaus kommt.


JEDER STIRBT FÜR SICH ALLEIN | Regie: Vincent Perez | UK/FR/DE 2016

Jeder stirbt für sich allein

Berlin 1940, Jablonskistraße 55. Die Hausgemeinschaft bildet einen Querschnitt der Bevölkerung der Zeit. Ein Blockwart, eine versteckte Jüdin, ein ehemaliger Richter, ein Denunziant, ein Kleinkrimineller, ein Hitlerjunge, eine Briefträgerin und das Arbeiterehepaar Anna und Otto Quangel. Angst in allen Facetten ist das bestimmende Gefühl dieser Zeit. Durch einen Schicksalsschlag getroffen, beschließt das Ehepaar Quangel, etwas zu tun. Auf der Suche nach Gerechtigkeit kämpfen sie mit klaren Botschaften auf schlichten Postkarten gegen Hitler. Kommissar Escherich kommt ihnen auf die Spur, die Gestapo drängt auf Ergebnisse. Der scheinbar aussichtslose gemeinsame Kampf gegen das Böse lässt Otto und Anna nach Jahren der Einsamkeit wieder zueinander finden und wird nicht nur deshalb am Ende nicht umsonst gewesen sein…
2 von 5

„Jeder stirbt für sich allein“ basiert zwar auf einem herausragenden Roman, dessen erschreckend aktuell wirkende Thematik nach wie vor für die Leinwand gemacht ist. Doch ausgerechnet auf das Werk von Vincent Perez trifft das nicht zu. Abgesehen von einigen nett inszenierten Einzelszenen im kühlen Stile handelsüblicher Spy-Thriller wirkt sein Film selbst für eine Fernsehproduktion viel zu lieb- und leidenschaftslos.


VOLL VERKATERT |  Regie: Barry Sonnenfeld | CN/FR 2016
Voll verkatert

Für den Familienvater und Geschäftsmann Tom Brand gibt es nichts Wichtigeres, als seinen Job als erfolgreicher Firmenleiter eines Milliardenunternehmens. Gerade ist er dabei, das höchste Gebäude der Stadt zu bauen. Da kann es schon mal passieren, dass Ehefrau Lara und Töchterchen Rebecca zu kurz kommen. Viel zu kurz. Mit seinem krankhaften Ehrgeiz treibt Tom regelmäßig seine Angestellten in den Wahnsinn, doch auch David, Sohn aus Toms erster Ehe, muss regelmäßig den Frust seines Dads über sich ergehen lassen. All das ändert sich jedoch, als sich Rebecca zu ihrem Geburtstag eine Katze wünscht. Widerwillig stimmt Tom zu und lernt in einer Tierhandlung den mysteriösen Katzenflüsterer Felix Perkins kennen. Dieser beschließt, dem nachlässigen Familienvater eine Lektion zu erteilen: Nach einem folgenschweren Unfall lebt Toms Verstand in der Gestalt eines Katers weiter. 1 von 5

„Voll verkatert“ hat eine Stärke: Die Synchronisation Kevin Spaceys durch Oliver Kalkofe. Ansonsten ist die vollkommen lieblos inszenierte, absolut unlustige Komödie langweiliger, als jedes Katzenvideo bei YouTube. Wenn der Film doch nicht mehr ins Kino kommt, würde es uns nicht wundern.


AMERIKANISCHES IDYLL | Regie: Ewan McGregor | USA 2016

Amerikanisches Idyll

Amerika in den Sechzigerjahren: Es könnte kaum besser laufen für Seymour Levov (Ewan McGregor), aufgrund seiner Statur von allen nur „der Schwede“ genannt. Einst Sportlegende einer Highschool in Newark, ist der erfolgreiche Handschuhfabrikant inzwischen mit der Ex-Schönheitskönigin Dawn (Jennifer Connelly) verheiratet und hat eine bezaubernde Tochter. Das perfekte Idyll bekommt jedoch erste Kratzer, als Merry (Dakota Fanning) zum rebellischen Teenager heranreift und sich ohne den Zuspruch ihrer Eltern den Protesten gegen den Vietnamkrieg anschließt. Als in der Kleinstadt eine Bombe hochgeht, verschwindet sie spurlos. War Merry die Attentäterin? Für die Levovs beginnt eine Zeit der qualvollen Ungewissheit. Fest entschlossen die Unschuld seiner Tochter zu beweisen, macht sich Seymour auf die Suche nach ihr…


EGON SCHIELE – TOD UND MÄDCHEN |  Regie: Dieter Berner | AT/LUX 2016

Egon Schiele

Wien, Anfang des 20. Jahrhunderts: Der junge Egon Schiele (Noah Saavreda) ist mit seinen originellen, erotisch aufgeladenen Werken einer der meist diskutierten Künstler seiner Zeit. Leidenschaftlich lebt er für seine Kunst, die inspiriert wird von schönen Frauen und dem Geist einer zu Ende gehenden Ära. Seine jüngere Schwester Gerti (Maresi Riegner) ist seine erste Muse, doch schon bald stehen zu ihrem Missfallen immer neue Mädchen für Egon Modell. Als ihm von seinem Künstlerfreund Gustav Klimt (Cornelius Obonya) die rothaarige Wally (Valerie Pachner) vorgestellt wird, verbindet die beiden bald schon mehr als die Liebe zur Kunst. Eine ebenso stürmische wie wahrhaftige Beziehung beginnt, die sich fortan durch Schieles Schaffen ziehen wird und durch sein Gemälde „Tod und Mädchen“ unsterblich geworden ist.


IM NAMEN DER TIERE |  Regie: Sabine Kückelmann | DE 2016
Im Namen der Tiere

Wir lieben Katzen, Hunde und Pferde, sie sind die besten Freunde des Menschen. Die sogenannten „Nutztiere“ werden dagegen gequält und ausgebeutet. Ein absurder Widerspruch: Dass Fleisch, Milch, Daunen oder Pelze von Tieren mit Charakter und eigenen Bedürfnissen stammen, die einzig für unsere Zwecke gezüchtet und getötet werden, verdrängen wir erfolgreich. „Im Namen der Tiere“ zeigt die grausame Realität, die durch diese Gleichgültigkeit entsteht und erhebt die Stimme für einen gerechten Umgang mit Tieren. George Bernard Shaw sagte: „Die größte Sünde gegenüber unseren Mitgeschöpfen ist nicht der Hass, sondern die Gleichgültigkeit. Das ist das Wesen der Unmenschlichkeit.“ Mit Dr. Melanie Joy (Sozialpsychologin, Autorin), Prof. Dr. Steven Best (Autor, Aktivist), Dr. Eugen Drewermann (Theologe, Psychoanalytiker) u.v.a.


DIE REISE MIT VATER | Regie: Anca Miruna Lăzărescu | DE 2016
Die Reise mit Vater

Heimkinotipp: HIGH-RISE | Regie: Ben Wheatley | UK/BEL 2015

High-Rise

1975. Zwei Meilen westlich von London bezieht Dr. Robert Laing auf der Suche nach Anonymität sein neues Appartement, nur um bald feststellen zu müssen, dass seine Mitbewohner gar nicht daran denken, ihn in Ruhe zu lassen. So ergibt er sich schließlich in sein Schicksal, freundet sich mit den neuen Nachbarn an und wird dadurch zunehmend in das komplexe soziale Gefüge hineingezogen.Während er so seine Probleme damit hat, seinen Platz inmitten dieser Gesellschaft zu finden, bekommen Laings gute Manieren und sein Verstand ebenso deutliche Risse wie das Gebäude selbst.  Die Lichter gehen aus, die Aufzüge bleiben stehen, aber die Party hört nicht auf.  Die Menschen sind das Problem. Der Alkohol die Währung. Sex ist das Allheilmittel.  Erst sehr viel später, als er auf dem Balkon sitzt und den Hund des Architekten verspeist, fühlt Laing sich zuhause.
4 von 5

Mit der Idee, den Bestseller „High Rise“ fürs Kino zu adaptieren, geht Regisseur Ben Wheatly ein großes Wagnis ein. Immerhin droht die Gefahr, unter dem visuellen Rausch den Blick für die Figuren zu verlieren. Diese Problematik vollständig zu umfahren, gelingt ihm tatsächlich nicht. Trotzdem ist „High-Rise“ ein virtuoses Kinovergnügen, das den Rausch von der Leinwand auf den Zuschauer transportiert.

Das startet am 10. November 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 10. November 2016. Das große, auf die breite Masse zugeschnittene Kino kann lediglich mit einem soliden, aber nicht wirklich besonderen „Jack Reacher“-Sequel aufwarten. Feinster Durchschnitt, den auch das Horrordrama „Before I Wake“ liefert, der allerdings mit einer wirklich hervorragend durchdachten Grundidee punktet, aus der nur leider nicht viel herausholen kann. Auch Woody Allen meldet sich zurück. „Café Society“ ist schwungvolle, tragikomische Unterhaltung, das weniger Substanz zutage fördert, als es Allen sonst zu tun vermag. Absolut sehenswert ist einzig und allein das deutsche Coming-of-Age-Drama „Die Mitte der Welt“, basierend auf einem Roman von Andreas Steinhöfel. Hoffentlich bekommen davon entsprechend viele Leute etwas mit… 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

DIE MITTE DER WELT | Regie: Jakob M. Erwa | DE 2016

Die Mitte der Welt

Der siebzehnjährige Phil ist auf der Suche. So wenig er über seine Vergangenheit und vor allem seinen Vater weiß, so chaotisch ist seine Gegenwart: Mit seiner Mutter Glass, die mal wieder einen neuen Liebhaber hat, der allerdings nicht so schnell aufzugeben scheint wie seine Vorgänger. Mit seiner Zwillingsschwester Dianne, die sich immer mehr in ihre eigene Welt zurückzieht, die sie mit niemandem teilt. Zwischen beiden herrscht eine rätselhafte Eiszeit, die auch Tereza und Pascal, die auch zu Phils Patchworkfamilie gehören, nicht erklären können.  Gut, dass wenigstens auf seine beste Freundin Kat Verlass ist. Und dann passiert es: Ein neuer Schüler betritt nach den Sommerferien die Klasse und Phil verliebt sich in der Sekunde unsterblich. Nicholas scheint seine Gefühle zwar zu erwidern, doch er gibt Phil auch viele Rätsel auf. Das Chaos ist perfekt. 5 von 5

Poetisch und fantasievoll, mystisch und kess, verspielt und philosophisch, melancholisch und wunderschön – um Jakob M. Erwas „Die Mitte der Welt“ ausreichend zu würdigen, gibt es schlicht und ergreifend nicht genug Superlative. Einer der beeindruckendsten Filme des Jahres 2016!


BEFORE I WAKE | Regie: Mike Flanagan | USA 2016

Before I Wake

Nachdem Jessie und Mark bei einem tragischen Unfall ihren Sohn verloren haben, droht ihre Ehe an der tiefen Trauer zu zerbrechen. Sie entscheiden sich, den 8-jährigen Cody zu adoptieren, einen sensiblen, schüchternen Jungen, den die beiden schnell in ihr Herz schließen. Doch Cody ist ängstlich, besonders vor dem Einschlafen fürchtet er sich und schon in der ersten Nacht erleben sie Seltsames: Während er schläft, tauchen mysteriöse Traumgestalten in ihrem Wohnzimmer auf. Schnell wird klar, dass der Junge eine besondere Gabe besitzt – was er träumt, wird Wirklichkeit: Wunderbare Visionen erwachen durch Cody zum Leben, aber auch die Dämonen seiner dunkelsten Albträume bahnen sich ihren Weg in die Realität und bedrohen das Leben der jungen Familie … und sie haben es nicht gern, wenn man sich ihnen in den Weg stellt. 3 von 5

„Before I Wake“ hat eine wunderschöne Grundidee und gefällt generell in seiner Aufmachung als ruhiges Horrordrama. Leider verlaufen viele erzählerische Ansätze im Sande und auch die technischen Effekte sind eher mau, sodass viel des Potenzials auf der Strecke bleibt.


CAFÉ SOCIETY | Regie: Woody Allen | USA 2016

Café Society

Amerika in den 30ern: Bobby Dorfman kommt aus der Bronx, hat sich aber immer schon mehr von seinem Leben erhofft. Sein Weg führt ihn nach Hollywood.  Hier arbeitet sein Onkel Phil als Agent für die Reichen und Schönen. Schnell verliebt er sich in Phils Assistentin Vonnie. Außerdem findet er Freunde in Rad und ihrem Mann Steve. Als Vonnies Freund sich von ihr trennt, springt Bobby in die Lücke und bemüht sich um sie.Er macht ihr einen Antrag und will mir ihr nach New York ziehen. Zu früh gefreut! Mit gebrochenem Herzen kehrt Bobby nach New York zurück und jobbt für Ben, der sich mit brachialen Mitteln einen Nachtclub unter den Nagel gerissen hat. Bobby beweist sein Naturtalent als Impresario und macht den Club unter dem neuen Namen „Les Tropiques“ im Handumdrehen zum angesagtesten Lokal der Stadt…

3 von 5

„Café Society“ weist zu jeder Sekunde das Flair eines typischen Woody-Allen-Films auf. In tragikomischer Eleganz wird über das Leben sinniert – diesmal eben in den Dreißigerjahren und in der Gesellschaft der High Society. Das ist im Großen und Ganzen äußerst amüsant. Vor allem die Darsteller spielen hervorragend auf. Doch gerade im Anbetracht des in der Medienbranche vorherrschenden Zynismus bleibt Allens neuester Film immer einen Tick zu brav.


JACK REACHER: KEIN WEG ZURÜCK |  Regie: Edward Zwick | CN/USA 2016
Jack Reacher: Kein Weg zurück

Jahre nachdem er sich aus dem Kommando einer Eliteeinheit der Militärpolizei zurückgezogen hat, wird der umherziehende Rächer Jack Reacher von seinem alten Leben eingeholt. Als seine geschätzte Nachfolgerin im Amt, Major Susan Turner, zu Unrecht der Spionage bezichtigt wird, setzt Reacher setzt alles aufs Spiel, um ihre Unschuld zu beweisen und die wahren Verantwortlichen hinter dem Mordan mehreren Soldaten zu entlarven. Dabei muss sich der top trainierte Hüne nicht bloß mit zwielichtigen Gestalten herumschlagen und das Gesetz wieder einmal zu seinen Gunsten ganz neu auslegen, sondern auch mit der Frage, ob die ins Visier der Schurken geratene Teenagerin Samantha seine leibliche Tochter ist. Zu dritt begeben sich Reacher, Susan und Samantha auf die Spur der Schurken und versuchen, herauszufinden, was hinter den Angriffen steckt.
3 von 5

Regisseur Edward Zwick bietet solide Blockbusterkost für den Hausgebrauch. Der stark von der Präsenz seines Hauptdarstellers Tom Cruise profitierende Actionthriller „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ punktet nicht über Originalität und Überraschung, sondern mittels seiner handwerklich starken, erzählerisch schnörkellosen Inszenierung.


SOY NERO |  Regie: Rafi Pitts | FR/MEX/DE/ESP 2016
Soy Nero

Nero ist Mexikaner. Aufgewachsen ist er in L.A., irgendwann musste er wieder gehen. Doch Nero hat sich sein Zuhause selbst ausgesucht und dorthin will er wieder zurück. Es gelingt ihm, an den Grenzkontrollen vorbei, sich durchzuschlagen bis nach Los Angeles. Hier lebt sein Bruder in Beverly Hills, in einem prachtvollen Möglichkeitsraum, der eindrücklich vermittelt, was es bedeuten kann, echter U.S. Bürger zu sein. Doch wie begrenzt auch dieser Raum ist, wird Nero schneller klar als ihm lieb ist. Nur noch eine Möglichkeit bleibt ihm, auch rechtlich zu denen gehören, mit denen er im selben Land leben will: Nero wird zum Green-Card-Soldaten und zieht in die Kriegsgebiete der USA, wird zum Kämpfer für diese seltsame Freiheit, die der Westen einst versprochen hat. Kehrt er lebendig zurück, gewinnt er die Staatsbürgerschaft der USA.


MANCHE HATTEN KROKODILE | Regie: Christian Hornung | DE 2016

Manche hatten Krokodile

Vor Jahrzehnten sind sie auf St. Pauli gestrandet, auf der Flucht vor kleinbürgerlicher Enge, auf der Suche nach Arbeit und einem anderen, unkonventionelleren Leben: Als Tänzerin oder Stripperin, Wirt oder Bardame, Seemann oder Zuhälter haben sie sich durchgeschlagen. Sie treffen sich tagsüber in ihrer Stammkneipe, dem „Hong Kong“, dem „Utspann“ oder der „Kaffeepause“, um sich an frühere Zeiten zu erinnern. Sie erzählen von der Suche nach Gold und von sinkenden Schiffen, vom Kiezalltag und von Krokodilen. Und natürlich von den Sparclubs, in denen sie bis heute Mitglied sind. Sparer wollen sie dabei gar nicht sein, sie sehen sich als Lebemenschen. War Geld da, wurde es mit vollen Händen ausgegeben, ohne an die Zukunft zu denken. Aber in dem Sparschrank an der Kneipenwand sind zumindest ein paar Euro sicher.


WAS MÄNNER SONST NICHT ZEIGEN |  Regie: Joonas Berghäll, Mika Hotakainen | FIN/SWE 2010

Was Männer sonst nicht zeigen

In der wohligen Wärme der Sauna tauschen finnische Männer sowohl humorvolle als auch traurige, tiefgründige und bewegende Lebensgeschichten aus und kehren ihr Innerstes nach außen. Im Mittelpunkt steht immer: die Sauna. Die ist in Finnland wohl aus jedem Raum mit vier Wänden zu machen – auch Telefonzellen, alte Wohnwagen und Erntemaschinen sind bestens geeignet, um Menschen zusammen zu bringen. Mit Laien besetzt und auf analogem Filmmaterial gedreht, besticht der Film durch eine tolle Ästhetik, verstärkt Emotionen durch wundervoll komponierte Musik und hallt lange nach. In Skandinavien wurde der Film zum Publikumsliebling. „Der beste Saunafilm, den es je geben wird.“, schreibt Variety. Das deutsche Filmplakat hat der polnische Plakat-Künstler Marcin Podolec entworfen. Es ist handgemalt!


MAGNUS |  Regie: Benjamin Ree | NOW 2016
Magnus

Im Alter von 13 Jahren trifft ein schüchterner Junge aus Norwegen eine entscheidung: eines tages wird er der beste Schachspieler der Welt sein! Der Dokumentar lm „Magnus“ zeigt den rasanten und einzigartigen Aufstieg des heute 25-jährigen Magnus carlsen, bekannt als der „Mozart des Schachs“. Dabei gewähren dem zuschauer erstmals veröffentlichte Archivbilder und private Aufnahmen einblicke in die Gedankenwelt eines modernen Genies. Angefangen bei seiner Kindheit begleiten wir Magnus carlsen auf seinem ungewöhnlichen Weg an die Spitze der Schachwelt, einem Weg, geprägt von persönlichen opfern, außerordentlichen Freundschaften und einer fürsorglichen Familie. Regisseur Benjamin ree erzählt eine coming-of-Age-Geschichte, die inspiriert und nicht nur Schach- Fans in ihren Bann zieht.


BOX | Regie: Florin Serban | ROU/FR/DE 2016
Box

DIE FLORENCE FOSTER JENKINS STORY | Regie: Ralf Pfleger | DE 2016
Die Florence Foster Jenkins Story

Florence Foster Jenkins gilt als die schlechteste Sängerin aller Zeiten. Dennoch macht die selbsternannte Operndiva im New York der 1920er Jahre unaufhaltsam Karriere: In hemmungsloser Hingabe tritt sie vor einem stetig wachsenden Publikum auf – immer in dem Glauben, eine große Künstlerin zu sein Sie veröffentlicht Schallplatten, wird von Fans verehrt und bricht 1944 mit ihrem legendären Auftritt in der Carnegie Hall alle Verkaufsrekorde. In einer flamboyanten Mischung aus Drama und Dokumentarfilm erzählt „Die Florence Foster Jenkins Story“ die unglaubliche Geschichte der „Königin der Dissonanzen“. Der Film taucht dazu in den skurrilen Kosmos einer Frau ein, die sich unbekümmert über Geschlechterrollen und ihren gesellschaftlichen Rang hinwegsetzte und durch ihre phänomenale Talentlosigkeit zur Kultfigur wurde.


Heimkinotipp: DAS TALENT DES GENESIS POTINI | Regie: James Napier Robertson | NZL2015

Das Talent des Genesis Potini

Genesis Potini ist manisch-depressiv und seit vielen Jahren Psychiatriepatient. Als er wieder einmal aus der Klinik entlassen wird, sucht er Unterschlupf bei seinem Bruder Ariki. Der ist Mitglied einer kriminellen Biker-Gang, was in Kombination mit Genesis‘ extremen Stimmungsschwankungen jede Menge Zündstoff birgt. Die brüchige familiäre Harmonie ist somit nicht von Dauer, zumal Genesis die Sorge um seinen schüchternen Neffen Mana umtreibt: Gegen seinen Willen soll dieser in die Biker-Gang seines Vaters eingeführt werden. Trost und Ablenkung bietet jedoch bald seine eher ungewöhnliche Leidenschaft: das Schachspiel. Genesis beherrscht das Spiel der Könige wie ein Weltmeister. Als er die jugendlichen Mitglieder eines örtlichen Schachclubs kennenlernt, erhält er die Chance seine Gabe zu nutzen und beschließt die unterprivilegierten Kids zu trainieren…
3 von 5

Das neuseeländische Drama „Das Talent des Genesis Potini“ erzählt vom typischen Werdegang eines Verlierers, der sich durch eine einzigartige Gabe zurück in die Gesellschaft manövriert. Das ist, gerade aufgrund authentischer Schauspielleistungen, äußerst rührend, inszenatorisch zurückhaltend, inhaltlich aber vorhersehbar und wirkt teilweise konstruiert, obwohl man sich an wahre Tatsachen hält.

Das startet am 3. November 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 3. November 2016, der ein weiteres Mal mit einer nahezu unübersichtlich hohen Anzahl an Kinostarts aufwartet. Wirklich relevant dürften davon nur drei sein. Der mit Sicherheit besten Neustart dürfte ziemlich deutlich der Komödie „Willkommen bei den Hartmanns“ gelingen. Besetzung, aktuelle Thematik und des Deutschen liebstes Genre (und natürlich der Elyas-M’Barek-Fanclub!) stellen die Weichen klar auf Erfolgskurs. Für die Kleineren gibt es je nach Alter zwei relevante neue Kinofilme. Für die ganz Kleinen dürfte es gerade im Angesicht der nahenden Weihnachtszeit in das neue „Pettersson und Findus“-Abenteuer gehen, auch wenn dieses echt nicht gut geworden ist. Für alle, die schon ein paar Jahre älter sind aber trotzdem noch nicht in der Pubertät stecken, dürfte der „Violetta“-Film „Tini“ Pflichtprogramm sein.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

WILLKOMMEN BEI DEN HARTMANNS | Regie: Simon Verhoeven | DE 2016

Willkommen bei den Hartmanns

Alles beginnt, als Angelika Hartmann, frisch pensionierte Lehrerin und Mutter einer von Alltagsproblemen geplagten gutbürgerlichen Familie, eines Tages beschließt, einen Flüchtling aufzunehmen. Angelika ist einsam, seit die Kinder aus dem Haus sind. Ihr Mann, Chefarzt einer Klinik, versucht mit allen Mitteln, den Alterungsprozess aufzuhalten. Sohn Philip driftet in Businesswelten zwischen Shanghai und München, dabei bleibt die Beziehung zu seinem Sohn Basti etwas auf der Strecke, Tochter Sophie weiß mit 31 immer noch nicht, was sie will. Der ganz normale Familienwahnsinn also, in den der Nigerianer Diallo gerät – und auf seine charmantnaive Art das Leben der Hartmanns ziemlich durcheinanderwirbelt. Ein turbulenter Zustandsbericht aus einem fast normalen Land, in dem alle etwas verwirrt sind…
4 von 5

„Willkommen bei den Hartmanns“ will keine Lösungen bieten, sondern uns für zwei Stunden daran erinnern, dass wir uns eine ohnehin verwirrende Zeit nicht noch verwirrender machen müssen. Dabei besticht die sämtliche Facetten des Flüchtlingsthemas anreißende Satire mit teils ziemlich gewagtem Humor, einem herrlich aufgelegten Ensemble und einem melancholischen roten Faden, der die bisweilen ein wenig zu überhastete Handlung gut erden kann.


TINI: VIOLETTAS ZUKUNFT | Regie: Juan Pablo Buscarini | ESP/IT/ARG 2016

Tini - Violettas Zukunft

Nach einer erfolgreichen, aber kräftezehrenden Welttournee kehrt Violetta als neuer Star am Musikhimmel nach Hause zurück. Doch anstatt endlich Zeit mit Freunden und Familie verbringen zu können, stehen gleich die nächsten Termine an. Als dann auch noch die Beziehung zwischen ihr und ihrer großen Liebe León in der Krise steckt, flieht Violetta verzweifelt aus Argentinien. Sie folgt der Einladung einer alten Freundin ihres Vaters und begibt sich auf die Suche zu sich selbst. In Italien erlebt Violetta einen traumhaften Sommer voller Kreativität, Musik – und Liebe? Oder warum will ihr der geheimnisvolle Caio einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen? Fernab ihrer Heimat – als ihre Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart aufeinandertreffen – findet sie endlich heraus, wer sie wirklich ist. 4 von 5

„Tini: Violettas Zukunft“ ist zwar cheesy ohne Ende. Und doch können wir es uns angesichts dieser harmlos-charmanten Umsetzung irgendwie sehr gut erklären, weshalb das dazugehörige Fernsehformat über Jahre hinweg so ein Renner bei den Kiddies war.


DIESES SOMMERGEFÜHL | Regie: Mikaël Hers | FR/DE 2015

Dieses Sommergefühl

Sasha (Stéphanie Déhel) und Lawrence (Anders Danielsen Lee) sind ein junges, verliebtes Paar im urbanen Berlin. Sie planen eine gemeinsame Zukunft, sind erfolgreich im Job und haben viele Freunde. Eines Tages geschieht jedoch etwas Unvorhergesehenes, als Sasha auf offener Straße einfach umkippt – und wenig später tot ist. Durch diesen plötzlichen Schicksalsschlag findet dieses Glück ein jähes Ende. Wie soll, wie kann das Leben für Lawrence, Sashas Schwester Zoé (Judith Chemla) und ihre Familie jetzt weitergehen? Jeder von ihnen trauert anders. Den einen verschlägt es in die Ferne, der andere klammert sich verbissen an all das fest, was er in den letzten Jahren mit Sasha geteilt hat. Darüber drohen Familien und Freundschaften zu zerbrechen, aber auch neue Chancen im Leben aufzutun.4 von 5

Ein Kaleidoskop der Traurigkeit – Regisseur Mikaël Hers gelingt mit dem stillen Drama „Dieses Sommergefühl“ ein absolut unprätentiöses, intimes Porträt zweier Menschen, die über viele Jahre hinweg den Verlust einer nahestehenden Person verarbeiten müssen. Das wirkt bisweilen so echt, dass es beim Zusehen schmerzt!


EINE GESCHICHTE VON LIEBE UND FINSTERNIS |  Regie: Natalie Portman | ISR/USA 2015
Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

Amos Oz, sein intellektuellen Vater Arieh, und seine verträumte, fantasievollen Mutter Fania sind eine der vielen jüdischen Familien, die sich in den 1930er- und 1940er-Jahren vor der Verfolgung nach Palästina flüchten. Arieh hegt eine vorsichtige Hoffnung für die Zukunft. Doch Fania hat hohe Erwartungen an das gelobte Land. Auf den Schrecken des Krieges und die Flucht folgt jedoch die Ernüchterung des Alltags, und diese legt sich schwer auf Fanias Gemüt. Um sich selbst und ihren 10-jährigen Sohn Amos aufzuheitern, erfindet sie Geschichten von Abenteuern und Reisen durch die Wüste. Amos hört gebannt zu, wenn sie ihm vorliest; so dass es sein Schreiben später immer prägen wird. Als die Unabhängigkeit Israels nicht die erhoffte Wiederbelebung ihrer Lebensgeister mit sich bringt, verliert sich Fania in Einsamkeit und Depression. 3 von 5

Erst auf der Zielgeraden von „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ erkennt man, dass die zuvor so überdominante Düsternis ihren Sinn hat. Bis dahin übertreibt es Regiedebütantin Natalie Portman allerdings stark mit ihrer Schwermut. Ihr Film legt sich wie Blei auf das Gemüt der Zuschauer.


PETTERSSON & FINDUS – DAS SCHÖNSTE WEIHNACHTEN… |  Regie: Ali Samadi Ahadi | DE 2016
Pettersson und Findus - Das schönste Weihnachten überhaupt

Pettersson und Findus sind zwei Tage vor Weihnachten auf ihrem kleinen Hof komplett eingeschneit. Nichts ist mehr zu essen im Haus und der Weihnachtsbaum, den sie im Wald schlagen wollten, fehlt auch noch. Der kleine Kater hat Angst, dass sie das Fest nun gar nicht feiern können. „Weihnachten fällt nicht aus“, verspricht ihm der alte Mann, ganz im Gegenteil „es wird das schönste Weihnachten überhaupt“. Als sie jedoch am nächsten Tag endlich bei besserem Wetter mit ihrem Schlitten in den Wald ziehen können, um den Baum zu schlagen, verletzt sich Pettersson so unglücklich am Fuß, dass er sich nur noch humpelnd unter Schmerzen bewegen kann. Sie kehren ohne Baum zurück und der Einkauf der noch fehlenden Leckereien für Weihnachten muss nun auch ausfallen. Wirklich?
2 von 5

Auch wenn „Pettersson und Findus – Das schönste Weihnachten überhaupt“ ganz klar für die jüngsten Zuschauer konzipiert wurde, mag angesichts der unausgegorenen Dramaturgie, der mangelnden Überraschung und der mehr albernen denn amüsanten Attitüde des Films zu keinem Zeitpunkt wirkliche Weihnachtsstimmung aufkommen.


MORRIS AUS AMERIKA | Regie: Chad Hartigan | DE/USA 2016

Morris aus Amerika

Morris  ist ein übergewichtiger, dunkelhäutiger, amerikanischer Junge. Jedes dieser Merkmale führt dazu, dass er auffällt in Heidelberg. Dort lebt er mit seinem Vater Curtis, der im Trainerteam des hiesigen Profi-Fußball-Clubs arbeitet. Morris’ Mutter ist vor nicht allzu langer Zeit gestorben. Er und Curtis sind eher wie Freunde, als dass sie eine typische Vater-Sohn-Beziehung hätten. Besonders ihre gemeinsame Liebe zu Hip-Hop schweißt sie zusammen. Morris´ einzige Kontakte in Heidelberg sind sein Vater und Inka, seine private Deutschlehrerin. Sie will, dass Morris mehr Kontakt zu anderen Jugendlichen hat und rät ihm, regelmäßig in ein Jugendzentrum zu gehen. Dort trifft er Katrin – und verliebt sich sofort in sie. Katrin ist rebellisch und kann es kaum erwarten, endlich dem kleinbürgerlichen Heidelberg zu entkommen.


DIE ÖKONOMIE DER LIEBE |  Regie: Joachim Lafosse | FR/BE 2016

Die Ökonomie der Liebe

Marie ist genervt, als sie nach Hause kommt: Sie war einkaufen, hat die Zwillinge abgeholt, muss nun das Essen kochen und mit den Kindern die Hausaufgaben machen. Und plötzlich steht auch noch Boris vor ihr. An einem Mittwochnachmittag! Dabei hatten sie ausgemacht, dass er mittwochs erst ab 20 Uhr nach Hause kommt. Nach 15 Jahren Ehe haben Marie und Boris beschlossen, sich scheiden zu lassen. Da Boris nicht über die finanziellen Mittel verfügt, um sich eine eigene Wohnung leisten zu können, müssen sie vorerst weiterhin im gemeinsamen Haus wohnen. Für Marie ist klar, dass ihr das Haus gehört, Boris hingegen begründet seine Ansprüche damit, dass er das komplette Haus über Jahre renoviert hat. In ihrer Wut und Verzweiflung sind sie unfähig, einen Kompromiss zu finden.


DIE TÄNZERIN |  Regie: Stéphanie Di Giusto | FR/UK 2016
Die Tänzerin

Niemand hätte ahnen können, dass Loïe Fuller, die Tochter eines Rodeoreiters irgendwo aus dem amerikanischen Westen, zum Star der Belle Epoque in Europa werden würde. Unter Metern von Seide, die Arme verlängert durch Holzstäbe, erfand sie ihren Körper auf der Bühne jeden Abend neu und verzauberte das Publikum mit ihrem revolutionären Tanzstil. Mit ihrem magischen Serpentinentanz aus Stoff und Licht wird sie zum neuen Stern am Pariser Nachthimmel und im Folies Bergère gefeiert, wie keine zweite Künstlerin ihrer Zeit. Ihr schonungsloser Köpereinsatz und das blendende Licht der Bühne schwächen sie zunehmend, doch vom Perfektionismus getrieben, gibt Loïe nicht auf. Unterstützung findet sie in ihren Bewunderern. Der melancholische Adlige Louis Dorsay wird zu ihrem  Bewunderer und Seelenverwandten.


DIE GESCHWISTER | Regie: Jan Krüger | DE 2016
Die Geschwister

THE WOUNDED ANGEL | Regie: Emir Baigazin | DE/FR/KAZ 2016
The Wounded Angel

Mitte der Neunzigerjahre in einem gottverlassenen kasachischen Dorf. Vier Heranwachsende suchen ihren Platz im Leben: Zharas leidet darunter, dass sein Vater, der im Gefängnis war, keinen Job findet. Um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen, verdingt sich der Junge in einer Getreidehandlung. Balapan singt glockenklar das „Ave Maria“, wird aber von seinen Mitschülern provoziert, anstelle seiner Stimme lieber die Fäuste zu gebrauchen. Zhaba stromert durch die Ruinen des Dorfes und spürt Metallabfälle auf, die er verkaufen kann. Dabei trifft er auf drei heruntergekommene Gleichaltrige, die aus dem nahen Heim entflohen sind und in einem stillgelegten Stollen hausen. Aslan bereitet sich auf ein Medizinstudium vor. Doch nachdem er seine Freundin zur Abtreibung gedrängt hat, geht eine Wesensveränderung in ihm vor.


Heimkinotipp: MÄNGELEXEMPLAR | Regie: Laura Lackmann | DE 2016

Mängelexemplar

Karo (Claudia Eisinger) hat kein Problem. Karo ist das Problem: Für ihre Chefin, ihren Freund und für einen Baumarktmitarbeiter, der Karo nach einem sonderbaren Wutausbruch in Gewahrsam nehmen muss. Und es stimmt, mit Karo stimmt was nicht. Sie ist ungeduldig, viel zu emotional und hat sich selbst nicht unter Kontrolle. Als Karo deswegen ihren Job verliert und selbst ihre beste Freundin nichts mehr von ihr wissen will, wird ihr klar, dass sich etwas ändern muss. Voller Übereifer stürzt sie sich in eine Therapie, will die Superpatientin sein und macht gerade deshalb alles falsch. Als daraufhin ihr Freund mit ihr Schluss macht wird es ernst. Von Panikattacken in die Depression getrieben muss sie feststellen, dass es nicht leicht ist, ein Problem zu lösen, wenn man es selber ist.
4 von 5

„Mängelexemplar“ ist ein unglaublich spannendes, wenngleich nicht einfach so zu konsumierendes Filmerlebnis, das Depressionen so einfängt, wie sie sind: unbequem. Kleiner Tipp: Wer der Meinung ist, Depressive seien doch „einfach nur traurig“, sollte sein Geld vielleicht lieber in einen anderen Film investieren.

Das startet am 27. Oktober 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 27. Oktober 2016, der eine fast schon unübersichtlich hohe Zahl an neuen Filmen in die Lichtspielhäuser entlässt. Der größte von ihnen dürfte der neue Marvel-Film „Doctor Strange“ sein, der einen neuen Helden ins MCU entlässt. Von den Kritikern (und von mir) am höchsten gehandelt wird allerdings „Kubo: Der tapfere Samurai“, der neueste Film der Laika-Studios. Mit „Girl on the Train“ kommt endlich mal wieder ein ganz klassischer Thriller in die Kinos. Nur leider kann dieser lediglich mit Emily Blunt, nicht aber mit dem ganzen Rest überzeugen. Des Weiteren gibt es in den Programmkinos schöne Perlen wie die Theaterstückadaption „Die Wildente“ oder das deutsche Coming-of-Age-Drama „Nirgendwo“ zu sehen. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

KUBO: DER TAPFERE SAMURAI | Regie: Travis Knight | USA 2016
Kubo - Der tapfere Samurai

DOCTOR STRANGE | Regie: Scott Derrickson | USA 2016

Doctor Strange

Das Leben des weltberühmten Neurochirurgen Dr. Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) ändert sich unwiederbringlich, als er nach einem schweren Autounfall seine Hände nicht mehr benutzen kann. Da die klassische Medizin ihm nicht helfen kann, sucht er Heilung an einem ungewöhnlichen Ort – dem geheimnisvollen Kamar-Taj. Schnell merkt er, dass es sich dabei nicht nur um ein Heilungszentrum handelt, sondern von hier der Kampf gegen unsichtbare dunkle Mächte gefochten wird, die unsere Realität zerstören möchten. Ausgestattet mit neuerworbenen magischen Fähigkeiten, muss Dr. Strange sich entscheiden: Kehrt er in sein altes Leben als angesehener reicher Arzt zurück, oder gibt er dieses auf, um als mächtigster Magier aller Zeiten die Welt zu retten…
4 von 5

Mit dem ersten reinen Fantasiefilm im Marvel Cinematic Universe ergänzt Horror-Regisseur Scott Derrickson die Welt der Avengers – im wahrsten Sinne des Wortes – um völlig neue Dimensionen. „Doctor Strange“ ist spannend, witzig und profitiert klar von seinem herrlich trocken aufspielenden Hauptdarsteller Benedict Cumberbatch, während Tilda Swinton Film und Franchise eine beachtliche, neue Grandezza verleiht.


DIE WILDENTE | Regie: Simon Stone | AUS 2016

Die Wildente

Christian (Paul Schneider) kehrt für die Hochzeit seines Vaters Henry (Geoffrey Rush) mit der sehr viel jüngeren Anna (Anna Tory) in seine Heimatstadt zurück, die durch die Schließung der Holzwerkes, der einzigen Einnahmequelle, bedroht ist. Er trifft seinen alten Freund Oliver (Ewen Leslie) wieder, der in der kleinen Stadt geblieben ist und im Sägewerk, das Henry gehört, arbeitete.  Als Christian Olivers Familie, seine Frau Charlotte (Miranda Otto), seine Tochter Hedvig (Odessa Young) und seinen Vater Walter (Sam Neill) kennenlernt, entdeckt er ein Geheimnis, das Olivers Familie bedroht. Als er versucht, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren, erschüttert er damit die Leben deren, die er vor Jahren zurückgelassen hat.
4 von 5

Das auf Henrik Ibsens gleichnamigem Theaterstück basierende Familiendrama „Die Wildente“ ist eine atmosphärisch sehr dichte, herbe und durchgehend starke Auseinandersetzung mit dem Thema Verdrängung, das aufgrund seiner Erzählweise durch die Augen der jugendlichen Hedvig besonders mitreißend geraten ist.


NIRGENDWO | Regie: Matthias Starte | DE 2016

Nirgendwo

In seinem eigenen Leben fremd, kehrt der junge BWL-Student Danny (Ludwig Trepte) nach dem plötzlichen Tod seines Vaters widerwillig in seine kleine Heimatstadt mitten im Nirgendwo zurück. Nach ständigen Streitereien mit seinen Eltern, verbindet er mit dem kleinen Ort nicht unbedingt die beste Zeit seines Lebens. Doch ganz zu seiner Überraschung findet er dort das sommerliche Paradies seiner unbeschwerten Jugend wieder. Statt sich seiner Vergangenheit zu stellen, verliert er sich in der erneut aufflammenden Liebe zu seiner Jugendfreundin Susu (Saskia Rosendahl). Auf der Suche nach seinem Platz im Leben muss er jedoch den Mut aufbringen, seine Jugend hinter sich zu lassen und endlich seine Träume zu leben.
4 von 5

Mit „Nirgendwo“ gelingt es Regisseur Matthias Starte, nicht nur das Gefühl seiner Protagonisten auf die Zuschauer zu übertragen, sondern direkt greifbar zu machen, weshalb sich eine ganze Generation bisweilen so verloren fühlt. Darüber hinaus sorgen die exzellent gecasteten Schauspieler für ein Gefühl fernab vom Film, direkt heraus aus dem Leben.


STÖRCHE – ABENTEUER IM ANFLUG |  Regie: Nicholas Stoller, Doug Sweetland | USA 2016
Störche - Abenteuer im Anflug

Störche bringen die Babys … zumindest war das früher so. Heute sind sie Paketzusteller eines weltweit operierenden Mega-Online-Versands. Storch Junior zeigt in der Versandabteilung die besten Leistungen und hofft bereits auf eine Beförderung, als er aus Versehen die Babymaschine in Gang setzt, was zur Produktion eines völlig unautorisierten, wenn auch entzückenden Mädchens führt. Junior und Tulip, der einzige Mensch auf dem Storchenberg, müssen das Säuglingsbündel nun so schnell wie möglich loswerden, damit der Chef nichts mitbekommt. Hektisch bemühen sie sich also, ihr erstes Baby überhaupt zuzustellen – was in einen wilden und aufschlussreichen Trip mündet, der mehr als eine Familienkrise kitten könnte. Und vielleicht finden die Störche dadurch sogar wieder zurück zu ihrer ursprünglich Mission!?
3 von 5

„Störche – Abenteuer im Anflug“ lebt weniger von seiner komplexen Story als von den vielen kreativen Ideen, die Regisseur und Autor Nicholas Stoller erdacht hat. In der deutschen Version sorgen darüber hinaus auch die Synchronsprecher um eine herrlich aufgedrehte Nora Tschirner für ein absolut kurzweiliges Familienabenteuer.


OSTFRIESISCH FÜR ANFÄNGER |  Regie: Gregory Kirchhoff | DE 2016
Ostfriesisch für Anfänger

Uwe Hinrichs (Dieter Hallervorden) ist ein einsamer Eigenbrötler, der konsequent Plattdeutsch spricht und sich als den letzten „echten Ostfriesen“ bezeichnet. Mit Globalisierung und der modernen Welt hat er nichts am Hut. Als plötzlich in sein gepfändetes Haus eine Gruppe ausländischer Fachkräfte einquartiert wird, dreht er durch und baut im wahrsten Sinne des Wortes Mist. Wider Willen muss er nun den Integrationsunterricht für diese „Utländer“ übernehmen. Kulturen, Konflikte und Erwartungen prallen aufeinander. Doch wo Reibung ist, entsteht auch Wärme und so überwindet Uwe sich und bringt, gut gemeint, den Fremden Plattdeutsch anstatt Hochdeutsch bei. Den Fehler bemerkt nur keiner. Als alles verloren scheint, wächst Uwe über sich hinaus, rettet die Zukunft der Ausländer und damit seine eigene… 3 von 5

Das Gesamtkonzept sowie die technische Aufmachung von „Ostfriesisch für Anfänger“ bleiben weitestgehend spannungs- und überraschungsarm, doch die mit dramatischen Einschüben versehene Flüchtlingskomödie punktet mit cleveren Ideen innerhalb der Inszenierung und einem starken Hauptdarsteller.


GIRL ON THE TRAIN | Regie: Tate Taylor | USA 2016

Girl on the Train

Rachel Watson hat ihre Scheidung noch nicht annähernd verkraftet. Jeden Tag fährt sie an dem Haus vorbei, in dem sie mit ihrem Ex-Mann Tom gewohnt hat. Tom lebt immer noch hier – mit seiner neuen Frau Anna. Um sich von ihren finsteren Gedanken abzulenken, widmet sich Rachel lieber den Bewohnern der Beckett Road Nummer 15, nur wenige Häuser weiter. Megan und Scott sind attraktiv und wirken glücklich. In Rachels Fantasie sind sie das perfekte Paar. Eines Tages sieht Rachel durchs Zugfenster etwas Schockierendes: Megan küsst einen Mann, der definitiv nicht Scott ist. Als Megan wenig später vermisst wird und von einem Verbrechen ausgegangen werden muss, erzählt Rachel der Polizei, was sie gesehen zu haben glaubt. Doch schon bald ist sich Rachel selbst nicht mehr sicher, was sie eigentlich beobachtet oder womöglich selbst getan hat…2 von 5

Die sehr starke Performance von Emily Blunt kann nicht darüber hinweg täuschen, dass „Girl on the Train“ als Thrillerdrama nur mäßig spannend ist. Die unnötig komplizierte Erzählweise und die daraus resultierenden (Pseudo-)Twists vermögen es nicht, die mangelnde Spannung des eigentlichen Kriminalfalles auszugleichen.


ALLEIN GEGEN DIE ZEIT |  Regie: Christian Theede | DE 2016

Allein gegen die Zeit

Als die Berliner Schüler Ben (Timon Wloka), Jonas (Timmi Trinks), Leo (Janina Fautz), Özzi (Uğur Ekeroğlu) und Sophie (Stephanie Amarell) zu einer Klassenfahrt nach Hildesheim aufbrechen, ahnt keiner von ihnen, dass der scheinbar ganz normale Schultrip sich schon bald zu einem gefährlichen und actionreichen Kampf gegen eine okkulte Sekte entwickeln wird, die nach nichts weniger als der Weltherrschaft strebt. Sie bringt nicht nur Jonas in ihre Gewalt, sondern macht obendrein Jagd auf die Schulklasse, die dem wahnwitzigen Plan der machtbesessenen Irren einen Strich durch die Rechnung machen will. Doch dazu müssen schneller sein, als sich der Mond vor die Sonne schiebt…
2 von 5

Der Spielfilm zur beliebten Kinder- und Jugendserie „Allein gegen die Zeit“ kommt nicht über den Charme eines unfreiwillig komischen Trashfestes hinaus, besticht aber immerhin mit talentierten Jungdarstellern und einer derart absurden Grundidee, dass man das fast schon wieder gesehen haben muss, um es zu glauben.


31 – A ROB ZOMBIE FILM |  Regie: Rob Zombie | UK/USA 2016
31 - A Rob Zombie Film

Wir schreiben das JAhr 1976: In der Nacht vor Halloween werden fünf abgebrannte Jahrmarkts-Mitarbeiter und beste Freunde von einer Bande sadistischer und spielsüchtiger Hinterwäldler entführt und zu einem mysteriösen, schrecklichen Ort gebracht: der „Murder World“. Ein im Stile des zweiten Weltkrieges designtes Labyrinth, aus dem es kein Entkommen gibt. Dort haben sie 12 Stunden Zeit, ein mörderisches Spiel namens „31“ zu überleben. Eine Gruppe von Psychopathen – alle als Clowns maskiert – wird auf sie gehetzt und hat nur eine Aufgabe: die fünf Gefangenen zu töten. Das Spiel kennt keine Regeln, was zählt, ist der pure tierische Überlebensinstinkt. Wer bis um Punkt Mitternacht überlebt, ist frei. Das ist 31. Lasset das Spiel beginnen! 1 von 5

„31 – A Rob Zombie Film“ folgt dem dreckigen inszenatorischen Stil von Zombies früheren Filmen, bleibt in letzter Konsequenz aber überraschend brav. Stattdessen versucht der Regisseur, mit kalkulierter Provokation zu schockieren – und scheitert. Es bleiben unausstehliche Figuren, viel zu viele Vulgaritäten und ein halbwegs geglücktes Szenenbild.


DAS VERSPRECHEN | Regie: Karin Steinberger, Marcus Vetter | DE/UK/DK/SWE/NED 2016
Das Versprechen

Der brutale Doppelmord an Nancy und Derek Haysom 1985 war eine weltweite Mediensensation. Die Haysoms waren angesehene Mitglieder der virginianischen Gesellschaft – und der Schuldspruch gegen ihre Tochter Elizabeth und ihren deutschen Freund Jens Söring machte viele sprachlos. Die zwei hatten sich im August 1984 an der University of Virginia getroffen, er war sofort hingerissen von ihr, sie war das Produkt englischer Boarding Schools, er war Sohn eines deutschen Diplomaten. Als die Ermittler dem Paar immer näher kamen, flohen sie aus Amerika, die Flucht war ein Abenteuer: Europa, Asien, als sie am 30. April 1986 in England wegen Scheckbetrugs gefasst wurden, kämpfte Jens Söring jahrelang gegen die Auslieferung in die USA. Erst als die Amerikaner auf die Beantragung der Todesstrafe verzichteten, wurde er in die USA ausgeliefert.


DIE GETRÄUMTEN | Regie: Ruth Beckermann  | AT 2016
Die Geträumten

Um Liebe und Hass, um richtige und falsche Worte, geht es in dem Film „Die Geträumten“. Im Zentrum stehen Ingeborg Bachmann und Paul Celan, die sich im Nachkriegswien kennengelernt haben. Die dramatische, rauschhafte, aber auch unendlich traurige Liebesgeschichte zwischen Bachmann und Celan beginnt 1948, als sie 22 und er 27 Jahre alt ist, und sie endet mit dem Suizid Celans 1971 in Paris. Für Ingeborg Bachmann ist es die große Liebe ihres Lebens, und doch hört sie nie auf, in ihm den Fremden zu sehen und ein bisschen wohl auch zu fürchten: einen Juden aus Czernowitz, dessen Eltern im Holocaust umgekommen sind, während sie selbst nichts dergleichen erlebt hat. Sie liebt ihn und stößt an Grenzen, an ihre eigenen und an seine. Es geht nicht immer nett zu in diesen packenden Briefen. In einem Moment des Zweifels fragt sie: „Sind wir nur die Geträumten?“


LOTTE | Regie: Julius Schultheiß | DE 2016
Lotte

Die orientierungslose Lotte (Karin Hanczewski) stolpert im Berlin der heutigen Zeit von Mann zu Mann, von Wohnung zu Wohnung und von Kneipe zu Kneipe. Nichts kann die junge Frau lange halten. Doch sie genießt ihr freies Leben, auch wenn sie sich hier und da mehr erhofft. Eines Tages heftet sich ein junges Mädchen namens Greta (Zita Aretz) an ihre Fersen und weicht ihr nicht mehr von der Seite. Lotte findet heraus, dass das Mädchen ihr näher steht, als zunächst gedacht und nimmt sie notgedrungen unter ihre Fittiche. Die beiden Frauen ziehen als Partnerinnen wider Willen durch die Straßen Berlins und Lotte entpuppt sich dabei als wenig gutes Vorbild. Kann die sonst so flüchtige Rumtreiberin ihrem Leben eine neue Richtung geben, damit Greta nicht dieselben Fehler macht, wie die junge Frau seit vielen Jahren?


Heimkinotipp: THE NEON DEMON | Regie: Nicolas Winding Refn | FR/USA/DK 2016

The Neon Demon

Los Angeles. Es ist die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten, eine Glamourwelt und Schauplatz zahlloser Träume, aber auch ihrer Abgründe. Als das junge aufstrebende Model Jesse (Elle Fanning) nach hierher kommt, um ihrer Karriere endlich den notwendigen Anstoß zu verpassen, kann sie nicht ahnen, dass ihre Jugend und Lebendigkeit schon bald den Neid einer Gruppe schönheitsfanatischer Frauen auf sich ziehen wird. Sie alle leben die Schönheit. Doch wer zu alt ist, ist schon bald nicht mehr gefragt. Als unverbrauchte Schönheit wird Jesse schon bald der neue Star am Modehimmel, erhält die lukrativsten Jobs, wickelt Fotografen um den Finger und baut sich so nach und nach eine immer größer werdende Gruppe von Feindinnen auf. Und die scheuen keinerlei Mittel, um das zu bekommen, was Jesse hat…
4 von 5

Nicolas Winding Refn erfindet den Begriff „Schönheit“ neu und liefert mit „The Neon Demon“ eine gnadenlose unterhaltsame, für Gelegenheitskinogänger jedoch nicht zwingend zugängliche Satire auf das Leben der Reichen und vor allem Schönen ab, deren diabolisches Grinsen noch lange nach dem Verlassen des Kinosaals nachwirkt. Einer der besten Filme des Jahres!

Das startet am 20. Oktober 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 20. Oktober 2016, der mit „Ouija 2: Ursprung des Bösen“ die Fortsetzung eines absolut miserablen Filmes in petto hat, der – Überraschung – dann doch tatsächlich den stärksten Start der Woche bildet. Ob das die Zuschauer angesichts der schwachen Vorlage aber überhaupt honorieren werden, ist eine andere Frage. Es ist zu vermuten, dass „Trolls“ in seinem Dasein als kinderfreundliches Musicalabenteuer den stärksten Start erwischen dürfte. Je nachdem, wie sehr „Bridget Jones“ noch zieht. Besonders gespannt darf auf die Zuschauerzahlen von „Das kalte Herz“ geblickt werden. Genrekino, das auf einer bekannten Vorlage basiert, hat immer schon gut funktioniert. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

OUIJA 2: Ursprung des Bösen | Regie: Mike Flanagan | USA 2016

Ouija 2: Ursprung des Bösen

Es ist inzwischen anderthalb Jahre her, seit Alices Mann umgekommen ist – ihre finanzielle Situation sieht alles andere als rosig aus. Jetzt muss Alice ihre Töchter, die 15-jährige Paulina und die neunjährige Doris, allein großziehen. Auch wenn Alice nur mit Mühe über die Runden kommt – das Okkulte hat sie im Blut. Ihre Mutter war Wahrsagerin und hat ihr die Tricks des Gewerbes beigebracht. So gelingt es Alice, ihren Kunden eine ganz besondere Show zu bieten, wenn es darum geht, Kontakt zu verstorbenen Familienmitgliedern aufzunehmen. Als Alice die vielen unbezahlten Rechnungen nicht mehr in den Griff bekommt, erwirbt sie ein Ouija-Brett, um ihre Charaden noch mehr aufzupeppen und ihre Kunden schier zu überwältigen. Doch sobald sie das Spiel mit nach Hause bringt, geschehen plötzlich seltsame Dinge… 4 von 5

Produzent Jason Blum sollte Recht behalten: Die Fortsetzung von „Ouija: Spiel nicht mit dem Teufel“ ist in sämtlichen Belangen viel besser geraten als der miserable Vorgänger und erhält durch seine bewusst altmodische Inszenierung und die hier und da augenzwinkernde Erzählung ein ganz eigenes, rundes Profil. Wenn das keine Überraschung ist!


BRIDGET JONES‘ BABY | Regie: Sharon Maguire | IE/UK/FR/USA 2016

Bridget Jones' Baby

Erfolgreich, stilsicher und mittlerweile genau im Leben als TV-Produzentin angekommen… Von wegen! Der Alltag von Bridget Jones (Renée Zellweger) ist natürlich alles andere als geregelt. Und obendrein ist die chaotische Londonerin plötzlich schwanger. Ein Baby – das hat gerade noch gefehlt! Oder vielleicht doch nicht? Wenn sie nur wüsste, wer der Vater ist?! Für ungeahnte Hormonstürme sorgt dabei nicht zum ersten Mal in ihrem Leben Mark Darcy (Colin Firth). Doch auch die Begegnung mit dem charismatischen Jack Qwant (Patrick Dempsey) hat sie restlos aus den Gummistiefeln gehauen…
4 von 5

„Bridget Jones‘ Baby“ ist eine im Vergleich zu den Vorgängern deutlich gereifte Fortsetzung eines RomCom-Phänomens, das mit Humor und Herz punktet, das aber auf darstellerischer Ebene nicht ganz das Niveau der ersten beiden Filme hält. Ob wir die Abwesenheit von Hugh Grant beklagen sollen, wissen wir indes nicht.


BURG SCHRECKENSTEIN | Regie: Ralf Huettner | DE 2016

Burg Schreckenstein

Er soll aufs Internat. Nicht nur, dass sich seine getrennt lebenden Eltern dauernd streiten, jetzt eröffnet ihm seine Mutter Melanie (Jana Pallaske) auch noch, dass sie ihn auf ein Internat in die alte Burg Schreckenstein stecken wollen. Sie hoffen, dass sich so Stephans Noten verbessern. Doch die Schreckensteiner Jungs entpuppen sich keinesfalls als Streber. Ottokar (Benedict Glöckle), Mücke (Caspar Krzysch), Strehlau (Eloi Christ) und Dampfwalze (Chieloka Nwokolo) nehmen Stephan nach anfänglichen Differenzen in ihren Rittergeheimbund auf und dann geht der Internatsspaß erst richtig los! Die Jungen von Burg Schreckenstein sind nämlich auf Kriegsfuß mit den Mädchen vom benachbarten Internat Rosenfels….4 von 5

Spannend, witzig und auf eine schöne Weise altmodisch: „Burg Schreckenstein“ trifft auch im Jahre 2016 den Nerv abenteuerlustiger Teens, die sich nach dem Kinobesuch nichts sehnlicher wünschen werden, als selbst auf einem solchen Internat zu wohnen.


TROLLS |  Regie: Mike Mitchell, Walt Dohrn | USA 2016
Trolls

Die knallig-bunten Trolls leben ein zufriedenes Leben. Ihr Tag besteht aus Singen, Tanzen und Kuscheln. 24 Stunden. Rund um die Uhr. Prinzessin Poppy (Lena Meyer-Landruth) ist die Partyqueen unter den Trolls. Mit ihr als Planerin gerät jedes trollige Beisammensein zu einer absoluten Megasause. Einzig und allein der grummelige Branch (Marc Forster) hält so gar nichts von der immerwährenden Heiterkeit. Er kennt die Geschichte der Bergens, den Feinden der Trolls. Dieses Volk aus Riesen und Monstern kann nur wirklich glücklich sein, wenn es in regelmäßigen Abständen Trolls verspeist. Als das Troll-Versteck auffliegt und Poppys Freunde von einem Bergen gekidnapped werden, müssen sich die frohsinnige Poppy und der Griesgram Branch zusammentun um mit geballter Troll-Power gegen die finsteren Bergens vorzugehen. 4 von 5

Knallbunt, musikalisch, erzählerisch nicht ganz ausgereift aber immer liebevoll: „Trolls“ bietet frech-harmlosen Animationsspaß, der im Kern eine feine Message offenbart: Uns sollte Niemand diktieren, was uns glücklich zu machen hat! Wir sind uns sicher: Zumindest dieser Film tut es schon mal ein bisschen.


DAS KALTE HERZ |  Regie: Johannes Naber | DE 2016
Das kalte Herz

Der mittellose Köhlerjunge Peter (Frederick Lau) sucht aus Liebe zu der ebenso charmanten wie schönen Lisbeth (Henriette Confurius), die aus gutem Hause stammt, einen Weg um reich zu werden. In seiner Verzweiflung lässt er sich auf einen Pakt mit dem diabolischen Holländer-Michel (Moritz Bleibtreu) ein, der ihm anstelle seines Herzens einen Stein in die Brust setzt. Befreit von jeglichem Mitgefühl gelangt Peter schnell zu Reichtum und Ansehen. Doch Lisbeth erkennt ihren einst so gutmütigen Peter in dem skrupellosen Geschäftsmann nicht mehr wieder und stellt sich gegen ihn. Um Lisbeth zurück zu gewinnen, muss Peter um sein Herz kämpfen. Doch der Holländer-Michel wacht über darüber, wie über seinen eigenen Augapfel… 3 von 5

Johannes Naber gelingt mit seiner modernen Interpretation von „Das kalte Herz“ ein grundsolides Fantasyabenteuer, das mit einer hochwertigen Ausstattung und tollen Schauspielern punktet, aufgrund dramaturgischer Holprigkeiten aber auch an Spannung einbüßt.


GLEISSENDES GLÜCK | Regie: Sven Taddicken | DE 2016

Gleissendes Glück

In jeder ihrer schlaflosen Vorstadtnächte stellt sich Helene Brindel die gleiche Frage nach dem Glück. Gefangen in der scheiternden Ehe mit ihrem Mann Christoph, scheint selbst ihr geheimer Komplize Gott sie verlassen zu haben. Bis sie im Radio den Ratgeberautoren Eduard E. Gluck hört, der Helene mit seiner kurzweiligen Theorie über das Glück fasziniert. Am nächsten Tag liest sie sein Buch, schreibt ihm einen Brief und besucht ihn schließlich bei einem seiner Vorträge. Dem ersten Treffen folgt ein Abendessen und schnell fühlen sich die zwei sehr unterschiedlichen Menschen zueinander hingezogen. Doch hinter seiner humorigen Fassade kämpft Gluck mit seinen eigenen Dämonen – und die Begegnung mit Helene macht ihm das auf drastische Weise bewusst. Trotzdem keimt Hoffnung auf, denn ganz entfernt erblicken beide den Schimmer eines Glücks… 3 von 5

„Gleissendes Glück“ beginnt als Charakterdrama einer misshandelten Ehefrau und wird schließlich zu einer derben Auseinandersetzung mit erotischen Tabus, die das Grundgerüst für eine zart-zurückhaltende Liebesgeschichte bildet, die vollkommen ohne Klischees auskommt.


THE ACCOUNTANT |  Regie: Gavin O’Connor | USA 2016

The Accountant

Christian Wolff (Affleck) ist ein Mathematik-Fachmann, der mit Zahlen deutlich besser zurechtkommt als mit Menschen. Unter der Tarnung einer kleinstädtischen Steuerberatung arbeitet er als Buchhalter für einige der gefährlichsten Unterweltorganisationen der Welt. Die Steuerfahndungsabteilung des Finanzministeriums unter Leitung von Ray King (J.K. Simmons) kommt ihm auf die Spur – deshalb akzeptiert Christian den Auftrag eines legalen Kunden: einer Firma, die Pionierarbeit im Bereich der Robotik leistet: Dort hat nämlich eine Buchhalterin (Anna Kendrick) Unstimmigkeiten in Millionenhöhe entdeckt. Doch während Christian ins Labyrinth der Buchführung einsteigt und der Wahrheit immer näher kommt, steigt die Zahl der Todesfälle in seiner Umgebung.
3 von 5

Nach einem starken Auftakt, der das Portrait einer spannenden Person andeutet, gerät „The Accountant“ zu einem absolut austauschbaren Actionthriller mit wenig Action und noch weniger Thrill. Ben Affleck sorgt als halbherzig agierender Held obendrein für wenig Enthusiasmus und Anna Kendrick gefällt zwar wie eh und je, nur ihre Figur braucht der Film einfach nicht.


AB IN DEN DSCHUNGEL |  Regie: Nicolas Benamou, Philippe Lacheau | FR 2015
Ab in den Dschungel

Weil Sonia ihren Freund Franck gerne ihren Vater vorstellen möchte, reisen die beiden zusammen mit ihren Freunden Ernest , Sam , Alex und Estelle nach Brasilien. In dem südamerikanischen Land betreibt Sonias Vater nämlich ein ökologisches Luxushotel.  Von einem Ausflug, den ein Teil der Clique gemeinsam mit Sonias Großmutter in den Regenwald des Amazonas unternimmt, kommen allerdings nicht alle wieder zurück. Nur eine kleine Kamera, mit der sie aufgebrochen waren, taucht wieder auf. Gemeinsam sehen sich Sonia und ihr Vater die grandios komischen und mit viel Slapstick und rasantem Witz erlebten Abenteuer der Truppe an. Nun ist es an ihnen, die Freunde aus dem Urwald zu retten. Was als romantische Reise inklusive Heiratsantrag von Franck geplant war, wird zu einem chaotischen Katastrophen-Trip der besonderen Art…


HINTER DEN WOLKEN | Regie: Cecilia Verheyden | BEL 2016
Hinter den Wolken

HUMAN – DIE MENSCHHEIT | Regie: Yann Arthus-Bertrand | FR 2015
Human - Die Menschheit

Was macht uns zu Menschen? Was lässt uns lieben, leiden, und was verbindet uns? Zu den bewegenden Fragen unserer Zeit spricht der Film „Human – Die Menschheit“ auf universelle Weise für sich selbst. Mit einem beeindruckenden Spektrum an bewegenden Geschichten konfrontiert uns dieses besondere Projekt mit der Essenz unserer Menschlichkeit. Durch die Begegnung mit Menschen aus über 60 Ländern entsteht ein Kaleidoskop aus Lebensfreude, Glück und Sehnsucht. Von Freiheitskämpfern in der Ukraine über Bauern in Mali bis zu Todeszellen-Insassen in den USA über Menschen, die ihre Familie verloren haben, bis zu Kindern und ihrem unverstellten Blick auf die Welt liefert „Human“ eine packende und emotionale Momentaufnahme dessen, was es heißt, heute auf unserem Planeten zu leben.


IM NAMEN MEINER TOCHTER – DER FALL KALINKA | Regie: Vincent Garenq  | FR/DE 2016
Im Namen meiner Tochter - Der Fall Kalinka

„Im Namen meiner Tochter – Der Fall Kalinka“ beruht auf einer wahren Geschichte, die am 10. Juli 1982 ihren Anfang nahm. An diesem Tag erfuhr André Bamberski (Daniel Auteuil), dass seine Tochter Kalinka tot ist. Sie war 14 Jahre alt und verbrachte die Ferien bei ihrer Mutter Dany (Marie- Josée Croze) und ihrem deutschen Stiefvater, dem Arzt Dieter Krombach (Sebastian Koch), in Lindau am Bodensee. Die Begleitumstände ihres Todes erscheinen schon bald suspekt: Sowohl das Verhalten von Krombach, als auch die Autopsie lassen viele Fragen offen. Von der Schuld Krombachs als Mörder Kalinkas überzeugt, kennt André Bamberski nur noch ein Ziel: ihn zu überführen und damit Gerechtigkeit für seine Tochter zu erlangen. Ein Kampf gegen die Justiz beginnt, der 27 Jahre dauern soll und zur Obsession seines Lebens wird.


SCHNEIDER VS. BAX | Regie: Alex van Warmerdam | NED 2015
Schneider vs. Bax

Schneider steht sein Geburtstagsfest bevor, liebe- und planvoll arrangiert von seiner reizenden Gattin und den zwei kleinen Töchtern, als die Arbeit unbarmherzig ruft. Als professioneller Auftragskiller heißt das für Schneider: den mörderischen Schichtdienst pünktlich bis zur Dinnerparty erledigen. Das designierte Opfer, der Schriftsteller Bax, ist angeblich eine ganz einfache Nummer. Denn so bürgerlich es bei Schneider zugeht, so verpeilt ist Bax. Während Schneider mit großer Ordnungsliebe die Tat präpariert, stellt sich in Bax‘ idyllischem Sommerhäuschen im Naturschutzgebiet größte Unordnung her: seine depressive Tochter kommt auf Besuch und bringt ihre Streitlust mit. Erst ein Anruf erinnert ihn daran, dass er heute noch etwas zu erledigen hat: den Profikiller Schneider nämlich, der sich mit raschen Schritten in Schussnähe begibt.


Heimkinotipp: EIN HOLOGRAMM FÜR DEN KÖNIG | Regie: Tom Tykwer | UK/FR/DE/USA 2016

Ein Hologramm für den König

Alan Clay, Alter 54, Opfer der Bankenkrise, hat eine letzte Chance. Er soll innovative Hologramm-Kommunikationstechnologie an den Mann, besser gesagt den König bringen: König Abdullah von Saudi-Arabien lässt in der arabischen Wüste eine strahlende Wirtschaftsmetropole errichten. Doch der König kommt nicht. Nicht am ersten Tag, nicht am zweiten – und auch nicht in den Tagen danach. In diesen wird der junge Fahrer Yousef Alans Gefährte. Durch ihn erlebt er die Widersprüchlichkeiten eines Landes zwischen Aufbruch und Stillstand, zwischen Tradition und Moderne. Und er lernt die schöne Ärztin Zahra kennen. Anhand dieser Begegnungen und der neuen kulturellen Eindrücke entwickelt sich Alan Clay vom zielstrebigen und erfolgsgetriebenen Salesman zu einer Person, die sich selbst Perspektiven sucht und einen neuen Platz im Leben findet.
4 von 5

„Ein Hologramm für den König“ ist das ebenso zurückhaltende wie mitreißende Portrait eines Mannes, der erst weit von Zuhause weg muss, um ganz zu sich selbst zu finden. Dabei begeistert vor allem der respektvolle Umgang mit sämtlichen Figuren, das stete Wechselspiel zwischen tragischen und komischen Elementen sowie die Einzigartigkeit dieser berauschenden Kulisse.

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