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Die Addams Family

In der Neuauflage der schwarz-weißen Kultfamilie DIE ADDAMS FAMILY kommen die schaurig-sympathischen Monster in modernem 3D-Gewand daher und sind weitaus weniger gruselig als in der seriellen Vorlage. Ob das automatisch bedeutet, dass der animierte Familienfilm nicht sehenswert ist, das verraten wir in unserer Kritik. Weiterlesen

Das startet am 24. Oktober 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die .anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 24. Oktober, an dem mit „Terminator: Dark Fate“ der letzte Film unter dem 20th-Century-Fox-Logo startet. Inwiefern das irgendwelche Auswirkungen auf die Kinozahlen hat, ist natürlich fraglich. Und auch, inwiefern der vermurkste letzte Teil diesem hier Startschwierigkeiten bereiten wird. Wir dürfen allerdings erst am 23. Oktober verraten, wie der Film geworden ist. Dann gibt’s die Kritik an dieser Stelle. Bis dahin klickt euch gern durch den von Animationsfilmen dominierten Rest. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

BRITTANY RUNS A MARATHON | Regie: Paul Downs Colaizzo | USA 2019

Die New Yorkerin Brittany Forgler (Jillian Bell) ist amüsant, kontaktfreudig und immer bereit, Spaß zu haben. Sie scheint jedermanns beste Freundin, außer vielleicht ihre eigene. Mit 27 holen sie ihr exzessives Nachtleben, ihr chronischer Mangel an bezahlter Arbeit und ihre ungesunden Beziehungen ein. Als sie einen Arzt aufsucht, um sich Ritalin zu beschaffen, bekommt sie eine Therapie verordnet, nach der sie nicht gefragt hatte: Werde gesund. Zu pleite für ein Abo im Fitness Studio und zu stolz, jemanden um Hilfe zu bitten, ist Brit aufgeschmissen, bis ihre scheinbar gut sortierte Nachbarin sie überredet, ihre Chucks zu schnüren und unter Schweißausbrüchen einmal um den Block zu rennen. Am nächsten Tag schafft sie zwei. Und kurz nachdem sie ihre erste Meile zurückgelegt hat, setzt sie sich ein schier unerreichbares Ziel: den New York City Marathon.

„Brittany Runs a Marathon“ geht als klassische Aufsteigerstory über eine junge Frau, die völlig unverhofft einen Marathon läuft, kaum neue Erzählwege. Doch nicht nur eine tolle Jillian Bell macht die Tragikomödie sehenswert. Paul Downs Colaizzo geht gleichermaßen ehrlich wie einfühlsam mit seiner Hauptfigur ins Gericht und verhilft seinem Feel-Good-Film dadurch zu reizvollen Ecken und Kanten.


DIE ADDAMS FAMILY | Regie: Conrad Vernon, Greg Tiernan | UK/CAN/USA 2019

Morticia und ihr feuriger Gatte Gomez mitsamt Familie suchen verzweifelt ein neues Zuhause. In einer gewittrigen Nacht finden sie in einem herrschaftlichen viktorianischen Herrenhaus ein Heim. Das Leben hier ist wunderbar: Tochter Wednesday spannt mit Vorliebe ihren Bruder Pugsley auf die Folter, Grandma experimentiert im Keller mit brodelnden Hexentränken, Onkel Fester zapft die maroden Stromleitungen an und das eiskalte Händchen spaziert durch die langen knarzigen Geheimgänge des Gemäuers. Doch die schrägste Familie kann nicht in Schrecken leben, wenn die neuen Nachbarn zutiefst absonderlich sind. Schließlich leidet Wednesday neben morbider Pubertät auch unter allgemeiner Schulpflicht. Sie hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei ihren Mitschülern und deren Eltern, die sich eine perfekte Vorstadtidylle erträumen und fortan nur noch ein Ziel kennen: Der seltsame Clan der Addams muss verschwinden!

„Die Addams Family“ ist ein charmanter Mix aus Hommage und modernisierender Rundumerneuerung der beliebten Gruselfamilie. Der Spagat geht nicht immer ganz auf, doch der Film hat sowohl für die Anhänger der Originalserie genug Querverweise zu bieten als auch Slapstick und pfeffrigen Wortwitz für Zuschauer, die ihre schaurig-schöne 3D-Unterhaltung lieber ganz auf der Höhe der Zeit erleben wollen.


BAYALA – DAS MAGISCHE ELFENABENTEUER | Regie: Aina Järvine | DE/LUX 2019

In der magischen Elfenwelt Bayala leben verschiedene Elfenstämme friedlich zusammen und im Einklang der Natur. Egal ob Sonnenelfen, Regenbogenelfen oder Eiselfen – man hilft sich, wo man kann oder geht sich aus dem Weg. Lediglich die Schattenelfen sind seit jeher verfeindet mit dem Rest des Landes und scheuen auch vor finsterer Magie nicht zurück. Als die Herrscherin der Schattenelfen nicht zur Krönung der neuen Sonnenelfenkönigin Eyela eingeladen wird, brechen alte Feindschaften wieder auf. Doch da ist auch etwas, was Prinzessin Surah und ihren Freundinnen Hoffnung macht: Die Begegnung mit einem riesigen Drachen, von denen viele bereits dachten, die magischen Geschöpfe seien längst ausgestorben, sowie ein echtes Drachenei legen den Grundstein für ein zauberhaftes Drachenfest, das die Welt von Bayala wieder in Einklang bringen soll.

Der Animationsfilm „Bayala – Das magische Elfenabenteuer“ ist ein stimmungsvoller, wenngleich nicht allzu hochwertig designter Abenteuerfilm, der sich auf das Positive fokussiert und negative Konflikte sofort im Keim erstickt – kaum zu glauben, dass es sowas noch gibt!


SALMAS GEHEIMNIS | Regie: Carlos Gutiérrez Medrano | MEX 2019

Die 16-jährige Salma wohnt in der mexikanischen Stadt Santa Clara. Ihre leiblichen Eltern hat sie nie kennengelernt und ihr Verhältnis zu ihrer Pflegefamilie ist angespannt. Was genau mit ihrer Mutter und ihrem Vater passiert ist, weiß Salma nicht. Sie kennt nur die Geschichte, dass ihre Eltern sie bereits als kleines Kind verlassen hätten. Einfach so. Und genau das möchte sie ändern. Sie beschließt, herauszufinden, was hinter ihrer Geschichte steckt. Eines Tages entdeckt das Mädchen ein altes Buch, in dem vielleicht die Verbindung zu ihrer Vergangenheit verborgen liegt. Zusammen mit ihren beiden Pflegebrüdern Jorge und Pedro begibt sich Salma auf eine spektakuläres Abenteuer in die Welt der Toten, in dem sie nicht bloß mehr über sich und ihre Vergangenheit erfährt, sondern auch die Freundschaft zu Jorge und Pedro immer inniger wird…

„Salmas Geheimnis“ kann mit artverwandten Animationsproduktionen weder optisch noch erzählerisch mithalten, schafft es aber, Themen wie Tod, Trauer und das Dasein als Waise ebenso kindgerecht wie spannend an sein Publikum heranzutragen, das sich ganz nebenbei auch an den wunderschönen Bildern erfreuen wird.


TERMINATOR: DARK FATE | Regie: Tim Miller  | CHN/USA 2019

Mehr als zwei Dekaden sind vergangen, seit es Sarah Connor gelungen ist, den Tag der Abrechnung abzuwenden. Damals hat sie die Zukunft neu geschrieben und das Schicksal der Menschheit in andere Bahnen gelenkt. Dani Ramos führt mit ihrem Bruder und Vater in Mexico City ein einfaches Leben. Bis ein neuer, hoch entwickelter und tödlicher Terminator – bekannt als Rev-9 – aus der Zukunft in der Zeit zurückreist, um sie zu töten. Um zu überleben, muss Dani sich mit zwei Kriegern zusammenschließen, mit Grace, einer Supersoldatin aus der Zukunft, sowie der kampferprobten Sarah Connor. Da trifft das Trio, während der Rev-9 alles und jeden, der sich ihm bei der Suche nach Dani in den Weg stellt, gnadenlos tötet und dabei alles zerstört, auf einen T-800. Dieser Terminator aus Sarahs Vergangenheit ist möglicherweise ihre größte Hoffnung aufs Überleben.

„Terminator: Dark Fate“ riskiert erzählerisch zwar wenig, doch Tim Miller setzt das sich vorwiegend auf Versatzstücke der ersten beiden Franchise-Filme verlassene Skript solide um. Das neue Dreiergespann harmoniert – insbesondere im Zusammenspiel mit Szenendieb Arnold Schwarzenegger – gut, während die Effekte mit einer bemerkenswerten qualitativen Bandbreite zwischen katastrophal und herausragend aufwarten. Alles in allem bekommt man hier exakt das, was man von einem modernen „Terminator“-Film erwarten darf.


Heimkinotipp: PETS 2 | Regie: Chris Renaud | USA 2019

Kaum schließt sich morgens die Haustür, beginnt ein buntes Treiben, wenn die ansonsten braven tierischen Mitbewohner ihrem eigentlichen, sehr turbulenten Leben nachgehen, von dem Herrchen und Frauchen nur wenig wissen. Im neuesten Abenteuer wird das geheime Leben von Max & Co. erneut durcheinandergewirbelt, als plötzlich ein kleines Menschenbaby behütet werden muss… und das nicht nur in der tosenden Großstadt, sondern auch beim Familienurlaub auf dem Land, wo unerwartet völlig neue Gefahren an jeder Ecke lauern. Gleichzeitig bleibt es auch in der Stadt aufregend: Spitz-Dame Gidget verliert Quietschebienchen, Max’ Lieblingsspielzeug, an eine Horde neurotischer Katzen und begibt sich notgedrungen mit Hilfe der super-coolen Chloe auf eine waghalsige Undercover-Mission.

Durch die unbeholfen wirkende Episodenfilmstruktur fühlt sich „Pets 2“ nicht wirklich rund an. Erzählerisch kann er mit den Animationsfilm-Großkalibern wie Pixar und Co. ebenfalls nicht mithalten. Ein Hit wird der Film wohl trotzdem, da er durch seine Kurzweil und seinen Humor vor allem das junge Zielpublikum bespaßen wird. Und das ist ja auch völlig okay.

Verlosung: Sausage Party

Es kann nur zu einem derben Gegenentwurf zu Disney, Pixar und Co. werden, wenn Hollywood-Schmutzfink Seth Rogen die Aufsicht über einen Animationsfilm mit R-Rating übernimmt. Zum Heimkinostart von SAUSAGE PARTY am 2. Februar verlose ich in Kooperation mit Sony Pictures Home Entertainment einmal die Blu-ray zum Film. Was Ihr tun müsst, um den Preis abzustauben, erfahrt Ihr weiter unten in diesem Posting.

Würstchen Frank und seine Kumpels leben ein zufriedenes Leben in einem ganz gewöhnlichen Supermarkt. All die hier wohnenden Lebensmittel haben nur ein Ziel: von einem Menschen gekauft und im Jenseits mit Glück und Freude überhäuft zu werden. Gemeinsam mit seiner Angebeteten Brenda, einem prallen Hot-Dog-Brötchen, teilt er diesen Traum. Erstmal raus aus der Verpackung, will das Pärchen es im Paradies so richtig sinnlich angehen lassen. Doch als eines Tages der süße Senf davon berichtet, wie es bei den „Göttern“ zuhause tatsächlich zugeht, wollen Frank und seine Kumpanen den ganzen Supermarkt davon in Kenntnis setzen. Von wegen Liebe, Lust und Heiterkeit. Doch um die Lebensmittel aller Regale davon zu überzeugen, dass sie nur überleben können, wenn sie den Kampf mit den Menschen aufnehmen, muss Frank seinen Mann stehen.  Ob es ihm gelingt, die sabbernden Zweibeiner für immer auszuknocken?

Man kann den Machern von „Sausage Party“ nicht vorwerfen, mit ihrem Animationsfilm für Erwachsene kein Wagnis einzugehen. Leider sieht jenes Wagnis so aus, dass eine handelsübliche CGI-Komödie mit möglichst vielen Frivolitäten versehen wird. Am Ende stehen sich das austauschbare Abenteuer und die kreative Ausgangsidee im Weg und es fällt schwer, über all das so richtig herzhaft zu lachen.

Sausage Party

Ihr wollt Euch „Sausage Party“ auf keinen Fall entgehen lassen? Dann müsst Ihr nichts weiter tun, als den zu dieser Verlosung gehörenden Facebook-Beitrag zu kommentieren, zu teilen oder zu liken. Da sich Wessels-Filmkritik.com immer über neue Follower freut, ist diese Verlosung ausschließlich für meine Facebook-Freunde und Twitter-Follower bestimmt. Einfach Fan werden – schon habt Ihr die Chance auf einen Gewinn!

Nach Teilnahmeschluss am 19. Februar 2016 um 23:59 Uhr wähle ich via Zufallsverfahren den Gewinner oder die Gewinnerin aus und schreibe ihn oder sie über eine Privatnachricht an, damit Ihr den Preis so schnell wie möglich erhaltet. Nach Abschluss werden alle personenbezogenen Daten gelöscht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Das startet am 6. Oktober 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 6. Oktober 2016, der massiv darunter zu leiden haben wird, dass vergangene Woche „Findet Dorie“ gestartet ist. Der stärkste Vertreter „Blair Witch“, ein äußerst intensives Sequel zum Found-Footage-Klassiker aus den Neunzigern, dürfte immerhin eine ganz andere Zielgruppe ansprechen. Welche Zielgruppe überhaupt angesprochen werden soll, erschließt sich bei der Presse bislang nicht gezeigten Komödie „Unsere Zeit ist jetzt“, rund um den Rapper CRO. Eher für die Älteren gedacht, ist vermutlich die Romanverfilmung „Die Insel der besonderen Kinder“, gleichzeitig auch der Film, dem ich kommende Woche die meisten Zuschauer zutraue. Die Trailer sind auf eine verspielte Weise unheimlich und dürften ein breites Publikumsfeld abholen. Leider habe ich den Film bislang nicht gesehen. Überhaupt nicht einschätzen, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt den Buzz für „Sausage Party“. Das Konzept ist so kreativ und absurd, dass ich der Animationskomödie ein Ergebnis auf der Höhe des ersten „Ted“-Films zutraue, aber bislang wird nur sehr spärlich Werbung gemacht.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

BLAIR WITCH | Regie: Adam Wingard | USA 2016

Blair Witch

20 Jahre nachdem Heather Donahue und ihre beiden Freunde bei den Dreharbeiten zu ihrem „Blair Witch Project“ in den Black Hills Wäldern verschwanden, macht sich Heathers Bruder James (James Allen McCune) zusammen mit seinen Freunden Peter (Brandon Scott) und Ashley (Corbin Reid) und der Filmstudentin Lisa (Callie Hernandez) auf, die Umstände des Verschwindens zu erforschen. Dass sich der Gruppe zwei Einheimische anschließen, um sie durch die Wälder zu führen, stimmt sie zunächst zuversichtlich. Doch schon bald wird ihnen klar, dass die Legende rund um die Hexe von Blair furchterregender ist, als sie es sich je hätten vorstellen können…
5 von 5

Adam Wingard gelingt mit „Blair Witch“ der Geniestreich, einen Film für die nachwachsende Generation horrorfanatischer Filmfreunde zu inszenieren, indem er neuere Technik verwendet und das Tempo anzieht. Gleichzeitig kreiert er ohne den Bonus der vermeintlichen Videomaterial-Authentizität ein Horrorfest, das genau jene Emotionen provoziert, wie das Original.


UNSERE ZEIT IST JETZT | Regie: Martin Schreier | DE 2016
Unsere Zeit ist jetzt

Der erfolgreiche deutsche Rapper CRO fordert Fans und Profis auf, in einem offenen Wettbewerb Ideen zum geplanten CRO-Kinofilm vorzustellen. Drei völlig gegensätzliche Konzepte überzeugen das Filmteam, und bei den Vorbereitungen lernen die drei jungen Nachwuchsfilmer nicht nur handfeste Lektionen in der Kinopraxis, sondern kommen auch einander näher: Plötzlich wird die scheue Asperger-Patientin Vanessa (Peri Baumeister) von Männern umschwärmt: CRO selbst lernt ihre kreative Professionalität schätzen, während sich der in den Tag hineinlebende Drehbuchautor Dawid (David Schütter) und der in seinem Brotjob frustrierte Comic-Zeichner Ludwig (Marc Benjamin) Hals über Kopf in die unnahbare Vanessa verlieben. So werden die schicksalhaften Begegnungen bei der Arbeit am CRO-Film selbst zum Film. 4 von 5

„Unsere Zeit ist jetzt“ wirkt bisweilen konfus, macht nicht immer Sinn und widerspricht sich tonal so oft selber, dass man es gar nicht recht glauben kann, dass Regisseur Martin Schreier und sein top aufgelegtes Ensemble das Kuddelmuddel letztlich doch noch zu einem absolut stimmig-amüsanten Endergebnis bringen.


AUF EINMAL | Regie: Asli Özge | DE 2016

Auf einmal

Nach der Party in Karstens Wohnung sind alle gegangen, außer Anna. Fasziniert nähert sich Karsten (Sebastian Hülk) dieser geheimnisvollen Frau, als plötzlich ein Unglück passiert. Im Zuge geistiger Umnachtung verlässt der junge Mann die Wohnung und sucht im nahegelegenen Krankenhaus nach Hilfe. Als er wenig später in seine Wohnung zurückkehrt, ist die Frau tot und Karsten muss sich die Frage gefallen lassen, weshalb er nicht einfach den Notarzt gerufen hat. Nach und nach beginnt sein Umfeld, ihn zu meiden. Erst recht, als sich wenig später herausstellt, dass irgendwie keiner so recht weiß, wo diese Anna eigentlich herkam. Es kommt zum Prozess. Doch der ist für Karsten no4 von 5ch das geringste Problem, als sich die Ereignisse verselbstständigen…

Asli Özge gelingt mit ihrem schwer zu fassenden Drama „Auf einmal“ ein packender Blick in die Weiten der menschlichen Seele – mit all ihren guten und schlechten Seiten.


DIE INSEL DER BESONDEREN KINDER |  Regie: Tim Burton | USA 2016
Die Insel der besonderen Kinder

Von dem visionären Regisseur Tim Burton („Dark Shadows“), basierend auf dem Bestseller Roman, kommt ein unvergessliches und bildgewaltiges Kinoerlebnis auf uns zu. Als Jake (Asa Butterfield) verschiedene Hinweise findet, die Realität und Zeit auf rätselhafte Weise auf den Kopf zu stellen scheinen, entdeckt er einen geheimen Zufluchtsort,  „Die Insel der besonderen Kinder“, auf der die gutherzige Miss Penegrine (Eva Greene) junge Menschen mit ganz besonderen Fähigkeiten beherbergt. Je mehr Jake über die Bewohner der Insel erfährt, desto mehr wird ihm bewusst, dass Sicherheit nur eine Illusion ist und dass Gefahr in Gestalt von übermächtigen, unsichtbaren  Feinden überall lauert. Jake muss unbedingt herausfinden, was wahr ist, wem er trauen kann und wer er selbst wirklich ist. Kann er die Insel retten? 3 von 5

„Die Insel der besonderen Kinder“ besticht mit visuellem Einfallsreichtum und verspieltem Flair, dem sich die ambitionierte Geschichte ganz klar unterordnet. Erzählerisch kommt Tim Burtons neuester Film ohne nennenswerte Höhen und Tiefen aus, sodass sich die 127 Minuten bis zuletzt immer wieder ziehen.


JONATHAN | Regie: Piotr J. Lewandowski | DE 2016

Jonathan

Jonathan pflegt seit Jahren seinen schwerkranken Vater Burghardt und bewirtschaftet gemeinsam mit seiner Tante Martha den Bauernhof der Familie. Die Pflege des Vaters, die Organisation des Hofes und die schwere Arbeit auf dem Feld bestimmen seinen Alltag. Das Verhältnis zwischen Martha und Burghardt ist angespannt, jahrelang haben sie kein Wort miteinander gewechselt.  Dass Burghardt keine Nähe zulassen kann und Jonathans Fragen zum frühen Tod seiner Mutter stets unbeantwortet lässt, macht die Situation nicht einfacher. Jonathan spürt, dass etwas zwischen ihnen steht, kann die Mauer zu seinem Vater aber nicht durchdringen. Da sich Burghardts Zustand zusehends verschlechtert, stellt Martha die Pflegerin Anka ein, die Jonathan mit ihrer Offenheit verzaubert.
3 von 5

„Jonathan“ besticht in erster Linie durch seine starken Hauptdarsteller, von denen sich Jannis Niewöhner einmal mehr als einer der stärksten deutschen Nachwuchsmimen seiner Generation beweist. Doch dem unvorhersehbaren, freizügigen und mutigen Drama fehlt es gen Ende an Wiedererkennungswert, durch den sich die Leiden der Figuren noch intensiver an den Zuschauer herantragen ließen.


SAUSAGE PARTY |  Regie: Greg Tiernan, Conrad Vernon | USA 2016

Sausage Party

Würstchen Frank und seine Kumpels leben ein zufriedenes Leben in einem ganz gewöhnlichen Supermarkt. All die hier wohnenden Lebensmittel haben nur ein Ziel: von einem Menschen gekauft und im Jenseits mit Glück und Freude überhäuft zu werden. Gemeinsam mit seiner Angebeteten Brenda, einem prallen Hot-Dog-Brötchen, teilt er diesen Traum. Erstmal raus aus der Verpackung, will das Pärchen es im Paradies so richtig sinnlich angehen lassen. Doch als eines Tages der süße Senf davon berichtet, wie es bei den „Göttern“ zuhause tatsächlich zugeht, wollen Frank und seine Kumpanen den ganzen Supermarkt davon in Kenntnis setzen. Von wegen Liebe, Lust und Heiterkeit. Doch um die Lebensmittel aller Regale davon zu überzeugen, dass sie nur überleben können, wenn sie den Kampf mit den Menschen aufnehmen, muss Frank seinen Mann stehen.

2 von 5

Man kann den Machern von „Sausage Party“ nicht vorwerfen, mit ihrem Animationsfilm für Erwachsene kein Wagnis einzugehen. Leider sieht jenes Wagnis so aus, dass eine handelsübliche CGI-Komödie mit möglichst vielen Frivolitäten versehen wird. Am Ende stehen sich das austauschbare Abenteuer und die kreative Ausgangsidee im Weg und es fällt schwer, über all das so richtig zu lachen.


 MEINE ZEIT MIT CÉZANNE | Regie: Danièle Thompson | FR 2016
Meine Zeit mit Cézanne

Sie haben alles geteilt: ihr Aufbegehren, die Neugierde, die Hoffnungen, Zweifel, Mädchen, Ruhmesträume. Paul ist reich, Émile arm. Irgendwann ziehen sie fort aus Aix-en-Provence, hoch nach Paris, freunden sich an mit jenen, die am Montmartre und in Batignolles leben. Man verkehrt an denselben Orten, schläft mit denselben Frauen, verachtet die Spießbürger, geht nackt baden, stirbt vor Hunger, stopft sich den Bauch voll, trinkt Absinth, malt tagsüber jene Modelle, die man nachts streichelt, nimmt 30 Stunden Zugfahrt in Kauf, nur um einen Sonnenuntergang in der Provence zu sehen… Paul Cézanne und Émile Zola – aus dem einen wird ein Maler, aus dem anderen ein Schriftsteller. Der Ruhm geht achtlos an Paul vorbei. Émile hingegen besitzt alles: Ansehen, Geld, eine perfekte Frau, die Paul zuerst geliebt hat.


EINE UNERHÖRTE FRAU | Regie: Hans Steinbichler | DE 2016
Eine unerhörte Frau

Was, wenn einem niemand glauben will. Schon als Kind keiner so richtig glauben wollte. Hanni, Bäuerin und dreifache Mutter, macht sich Sorgen um ihre jüngste Tochter Magdalena. Das Mädchen ist kleiner als die anderen, empfindlicher, bricht oft, sieht immer schlechter. Bestimmt die Psyche, sagen die Ärzte, die Lehrerin und auch die Familie. Eine Brille mit Fensterglas wird sicher helfen. Aber Hanni ist Magdalenas Mutter und sie spürt, dass eine Brille nichts ändern wird, dass es um mehr geht. Selbst geplagt von einer unerhörten Jugenderinnerung beginnt sie, unbeirrt und unaufhaltsam, um das Leben ihrer Tochter zu kämpfen und setzt dabei nicht nur das Familienglück und ihre Existenz aufs Spiel, sondern schreckt am Ende, zum Wohle ihres Kindes, auch vor der bayerischen Justiz nicht zurück.


ANTBOY – SUPERHELDEN HOCH 3 | Regie: Ask Hasselbalch | DK 2016
Antboy - Superhelden hoch 3

Dreikäsehoch und Teilzeit-Weltenretter Pelle (Oscar Dietz), der langsam erwachsen wird, genießt seinen ruhigen Sommer in Middellund und soll bald sogar mit einer großen Statue von sich geehrt werden. Doch das Superhelden-Dasein langweilt ihn mittlerweile und er beschließt, Antboy hinter sich zu lassen und nach den Ferien zusammen mit seiner Freundin Ida auf ein Internat in einer anderen Stadt zu gehen – was seinem besten Freund Wilhelm gar nicht passt. Als dieser sich dann vollkommen zurückzieht, ein neuer, verdächtig wirkender Superheld auftaucht und zu allem Übel auch noch der Floh aus dem Gefängnis entlassen wird, ist klar, dass das mit dem ruhigen Sommer nichts wird und sich Antboy, vielleicht zum letzten Mal, dem Bösen stellen muss. An seiner Seite hat er wieder einmal die mutigste Superheldencrew der Welt versammelt…


Heimkinotipp: MIKRO & SPRIT | Regie: Michael Gondry | FR 2015

Mikro & Sprit

Mitten im laufenden Schuljahr kommt ein Neuer in die Klasse – Théo. Wie Daniel ist auch er schnell ein Außenseiter in der Klasse: Daniel, introvertiert und immer vertieft in seine Zeichnungen, und Théo, der auf alles eine Antwort weiß und leidenschaftlich gerne tüftelt. Doch eins haben beide gemeinsam: Als die Sommerferien beginnen, will keiner die Zeit mit seiner Familie verbringen und zusammen schmieden sie einen Plan. Mit Hilfe eines Rasenmäher-Motors und einigen Brettern zimmern sie sich ein ebenso skurriles wie liebevoll gestaltetes und vor allem fahrbares Haus. Ein abenteuerlicher Roadtrip – mit maximal 20 km/h – über die französischen Landstraßen beginnt. Sie lernen neue Freunde kennen, liefern sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei und machen das, was sie schon immer tun wollten: die Freiheit genießen, einen wundervollen Sommer lang!5 von 5

„Mikro & Sprit“ versinnbildlicht auf melancholisch-optimistische Weise den „Das Leben geht weiter“-Gedanken, ohne dabei zu verschweigen, dass man ja ohnehin keine andere Wahl hat. Dabei nimmt er seine jugendlichen Hauptdarsteller trotz frecher Attitüde genau so ernst, wie es sein muss, sodass trotz der absurden Prämisse außer Frage steht, dass die Geschehnisse im Film so tatsächlich möglich wären.

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