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Superintelligence

Eine allmächtige Superintelligenz, die wie James Corden klingt und eine ganz gewöhnliche, amerikanische Frau, die in ihr Visier gerät und dadurch plötzlich die Existenz der gesamten Menschheit zu verantworten hat – das ist die Prämisse der Actionkomödie SUPERINTELLIGENCE, in der Regisseur Ben Falcone einmal mehr seine Ehefrau Melissa McCarthy inszeniert. Mehr dazu verraten wir in unserer Kritik.

OT: Superintelligence (USA 2020)

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Das startet am 5. Juli 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 5. Juli, der aufgrund der Fußball-WM weiterhin brach liegt. Die beiden größten Starts dürften die Mellissa-McCarthy-Komödie „How To Party With Mom“ und „The First Purge“ darstellen. Über Letzteren dürfen wir leider noch nicht berichten. Mehr zum Film erfahrt Ihr an dieser Stelle Mitte der Woche. Einen wirklich starken Film trefft Ihr mit Glück im Programmkino Eures Vertrauens: „Candelaria“ ist ein beeindruckendes Liebesdrama mit politischem Unterbau, das definitiv einen Blick wert ist.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

CANDELARIA | Regie: Jhonny Hendrix Hinestroza | COL/DE/NOR/ARG/CUB 2017

Kuba in den Neunzigerjahren: Das Land ist geprägt von Armut, Zigarren und Rum. Touristen fühlen sich von dieser verwegenen Mischung magisch angezogen. Die 75-jährige Candelaria (Verónica Lynn) und ihr ein Jahr älterer Mann Victor Hugo (Alden Knigth) agieren lethargisch inmitten dieses flirrenden Landes. Zusammen sind sind sie nur noch aus Bequemlichkeit und weil sie sich schlicht und ergreifend einfach zu gut aneinander gewöhnt haben. Das ändert sich allerdings, als Candelaria bei ihrer Arbeit in einer Wäscherei eine Videokamera findet. Nach Inspektion der privaten Aufnahmen eines US-amerikanischen Pärchens nutzen die beiden Senioren das Gerät, um ihre Liebe neu zu entfachen. Nicht ahnend, dass das ihr Leben für immer verändern wird… 

„Candelaria“ ist ein melancholisches Liebesdrama, das nicht nur davon erzählt, wie ein altes Ehepaar seine Liebe neu entfacht, sondern auch von dem Zustand eines Landes, das sich einst in derselben Position befand, die wie Hauptfiguren in diesem Film.


DIE FRAU, DIE VORAUSGEHT | Regie: Susanna White | USA 2017

1889, New York: Nach einem Jahr der Trauer um ihren verstorbenen Mann, beschließt die Malerin Catherine Weldon, dass nun endlich die Zeit für einen Neuanfang gekommen ist. Unbeeindruckt von gesellschaftlicher Konvention, begibt sie sich auf die ebenso beschwerliche wie gefährliche Reise nach North Dakota mit einem klaren Ziel vor Augen: Sie will den legendären Sioux-Häuptling Sitting Bull porträtieren. Vor Ort macht sich Catherine mit ihrer romantischen Vorstellung von einem selbstbestimmten Leben im „wilden Westen“ jedoch schnell Feinde. Vor allem Colonel Groves ist die selbstbewusste Witwe mit ihrer Sympathie und Engagement für die amerikanischen Ureinwohner ein Dorn im Auge. Mit allen Mitteln versucht er, die unbequeme Frau wieder loszuwerden. Häuptling Sitting Bull hingegen lernt Catherine als einen friedfertigen und besonnenen Mann kennen, dessen Vertrauen und Zuneigung sie bald gewinnt… 

Das Western-Drama „Die Frau, die vorausgeht“ besitzt ein nobles Anliegen und ist Dank Hollywood-Hochkaräter Jessica Chastain und Sam Rockwell einen Blick wert. Es könnte allerdings noch weitaus intensiver sein, hätte die Regisseurin den bisweilen vorherrschenden Kitsch und diverse plakative Momente einfach gegen die raue Realität eingetauscht.


HOW TO PARTY WITH MOM  | Regie: Ben Falcone | USA 2018

Als der Ehemann Dan (Matt Walsh) ihr den Laufpass gibt, wagt die langjährige ergebene Hausfrau Deanna (Melissa McCarthy) einen Neuanfang und geht wieder aufs College… mit dem Jahrgang ihrer Tochter Maddie (Molly Gordon) und vielen ihrer Freundinnen. Deanna taut bald immer mehr auf und stürzt sich als Dee Rock sehr selbstbewusst kopfüber ins Campus-Leben voller Spaß und Studentenparties. Außerdem knüpft sie Freundschaften und wird zum Objekt der Begierde für junge Männer, die ihre Söhne sein könnten. Auf diese Weise entdeckt sie ihr wahres Selbst in einem Abschlussjahr, das keiner so erwartet hätte, das mit einer riesigen Party endet, um zu sichern, dass Deanne auch wirklich bis zu den Prüfungen auf dem College bleiben kann… 

 Von den bisherigen Falcone-McCarthy-Komödien ist „How To Party With Mom“ die beste. Hinter den besten Arbeiten des Comedy-Stars hängt der in den besten Momenten durchaus warmherzige Film über eine sich selbst verwirklichende Frau allerdings immer noch weit zurück.


LIEBE BRINGT ALLES INS ROLLEN | Regie: Franck Dubosc | FR/BEL 2018

Jocelyn (Franck Dubosc) ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und Macho durch und durch. Er ist eitel, egoistisch und ein notorischer Lügner. Frauen sind für ihn nichts anderes als ständig wechselnde Trophäen. Um sie zu erobern, ist Jocelyn jede Täuschung recht. Seine Gefühle versteckt er hinter einer Fassade aus Oberflächlichkeit und Selbstbetrug. Als er eines Tages der attraktiven Krankenpflegerin Julie (Caroline Anglade) begegnet, nutzt er einen Zufall und lässt sie in dem Glauben, er sitze im Rollstuhl. Vielleicht schafft er es ja über Julies Mitleid in ihr Bett? Anfänglich scheint das zu funktionieren. Bis Julie ihm eines Tages ihre Schwester Florence (Alexandra Lamy) vorstellt, die tatsächlich an den Rollstuhl gefesselt ist…

Nach einer anstrengenden, klischebeladenen halben Stunde glaubt man schon gar nicht mehr, dass aus „Liebe bringt alles ins Rollen“ eine charmant-authentische RomCom werden kann, die die Sorgen und Nöte von Behinderten aufgreift und mit einer zuckersüßen Liebesgeschichte kombiniert.


THE FIRST PURGE | Regie: Gerard McMurray | USA 2018

Hinter jeder Tradition steckt eine Revolution! In diesem Jahr erfahren wir endlich, wie alles begann – wie die alljährlichen zwölf Stunden Gesetzlosigkeit als einfaches soziales Experiment starteten. Die USA in einer nicht allzu fernen Zukunft: Um die Verbrechensrate für den Rest des Jahres unter ein Prozent zu drücken, setzen die „Neuen Gründungsväter Amerikas“ eine gewagte soziologische Theorie in die Tat um: Für eine einzige Nacht bleiben alle Gewalttaten straffrei. Damit soll der frustrierten Bevölkerung ein Ventil für ihre angestauten Aggressionen geboten werden. Doch was zunächst als recht harmloses Experiment im New Yorker Stadtteil Staten Island beginnt, gerät außer Kontrolle und breitet sich schon bald wie ein Lauffeuer über die ganze Nation aus, als der unterdrückten Bevölkerung bewusst wird, dass die Regierung sich nicht an die Regeln der gesetzlosen Nacht hält. 

„The First Purge“ führt die qualitative Bergauf-Tendenz der Reihe nicht fort, ist aber auch nicht der schlechteste Teil des Franchises. James DeMonaco und Regisseur Gerard McMurray lassen viel Potenzial liegen, sind in ihren bösen Querverweisen in Richtung Trump und Co. allerdings erschreckend treffsicher.


MARVIN | Regie: Anne Fontaine | FR/BEL 2018

Martin Clement (als Kind: Jules Porier, als Erwachsener: Finnegan Oldfield), geboren als Marvin Bijou, ist nach vielen Jahren Martyrium entkommen. Dem Dorf seiner Kindheit. Der Tyrannei seines Vaters. Der Resignation seiner Mutter. Den Schikanen seiner gehässigen Geschwister und Mitschüler. Allen, die ihn als Kind nicht verstehen wollten, weil er ein wenig anders war als sie. Aber es gab auch eine Handvoll Verbündete. Seine Lehrerin Madame Clement (Catherine Mouchet) zum Beispiel, die ihm die Welt des Theaters zeigte und deren Namen er voll Dankbarkeit annahm. Oder auch den Schriftsteller Abel Pinto (Vincent Macaigne), der ihn ermutigte, seine Geschichte aufzuschreiben. Und nicht zuletzt die Schauspielerin Isabelle Huppert (als sie selbst), die sein Lebensstück mit ihm auf die Bühne bringen will. Martin wird für diese Aufführung alles riskieren. Sie soll zum endgültigen Zeugnis seiner Neuerfindung werden.


AM ENDE IST MAN TOT | Regie: Daniel Lommatzsch | DE 2018

Was machst Du wenn ALLE Börsenkurse zeitgleich fallen?  Was machst Du, wenn das Geld morgen ausgespielt hat?  Ja, was machst Du eigentlich, wenn Dich das Geld plötzlich nicht mehr interessiert, aber die Frau, die Du entführt hast, schon geknebelt im Kofferraum liegt? Der Nachrichtensprecher sagt: »Europa steht kurz vor der Pleite.« Wahrscheinlich hat er Recht.  Europa am Tag vor dem ganz großen Finanzcrash. Ist das Geld bald arbeitslos? Drei Banknoten gehen auf eine märchenhafte Reise. Die zwei abgehalfterten Fernsehsternchen Micki (André Szymanski) und Ginger (Alice Dwyer) und der arbeitslose Physiker Reno (Bruno Cathomas) versuchen eine junge Frau zu entführen. Aber einer der drei Entführer zweifelt plötzlich am Wert des Geldes und treibt seine Komplizen damit in den Wahnsinn. »Das mit dem Geld geht zu Ende. Irgendwas Neues kommt, DA sollten wir dabei sein!« (Reno)


Heimkinotipp: CALL ME BY YOUR NAME | Regie: Luca Guadagnino | IT/FR/BRA/USA 2018

Der 17-jährige Elio Perlman genießt den norditalienischen Sommer des Jahres 1983. Seine Zeit verbringt der Junge mit klassischer Musik, mit Lesen und seiner Freundin Marzia. Mit seinen Eltern ist Elio eng verbunden. Sein Vater, ein angesehener Professor, hat sich auf die griechisch-römische Kultur spezialisiert. Elios Mutter Annella arbeitet als Übersetzerin. Gemeinsam bringen sie ihrem Sohn die Errungenschaften der Hochkultur nahe und bereiten ihm ein sorgenfreies Leben mit allen Vorzügen. Eines Tages trifft der 24-jährige amerikanische Doktorand Oliver als neuer Sommer-Praktikant von Elios Vater auf der Villa ein. Inmitten jener prächtigen, sonnengetränkten Szenerie entdecken Elio und Oliver die berauschende Schönheit aufblühenden Verlangens im Verlauf eines Sommers, der ihre Leben für immer verändern wird. 

„Call Me By Your Name“ zelebriert vor fantastischer Urlaubskulisse die Liebe über sämtliche Gendergrenzen hinweg und stellt sie als das Selbstverständlichste der Welt dar. Timothée Chalamet und Armie Hammer spielen überragend und am Ende rollen Tränen, wenn einem die harte Realität das Herz zerreißt.

Das startet am 21. April 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 21. April, dessen größter Start mit „The Boss“ ein Film ist, der der Presse bislang nicht gezeigt wurde. Entsprechend müssen sich meine Leser noch eine Weile gedulden, eh ich hierzu etwas sagen kann. Derweil lege ich Euch stattdessen „Visions“ und „Die Kommune“ ans Herz. Beide Filme sind nicht makellos, haben aber ihren ganz eigenen Unterhaltungswert. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

DIE KOMMUNE | Regie: Thomas Vinterberg | DK 2015

Die Kommune

Für Erik (Erik Thomsen) und Anna (Trine Dyrholm) beginnt alles wie ein Traum. Als Erik eine großzügige Villa in einem Kopenhagener Nobelviertel erbt, beschließt das Paar, sein konventionelles Familienleben hinter sich zu lassen, und gründet mit Freunden und Bekannten eine Kommune. Der Alltag der kunterbunten Hausgemeinschaft aus Paaren, Singles und Kindern ist geprägt von Freundschaft, Liebe und fröhlich-entspanntem Laissez-faire. Regelmäßige Partys, gemeinsame Essen und Hausversammlungen an der großen Tafel stärken das Gemeinschaftsgefühl und bis auf kleinere Fehlbeträge in der Bierkasse scheint alles zu stimmen. Doch als Erik sich in die hübsche Studentin Emma (Helene Reingaard Neumann) verliebt und sie ins Haus aufnimmt, droht die von lässigem Miteinander geprägte Stimmung zu kippen. 4 von 5

Der anfangs zunächst etwas unter seinen Möglichkeiten zurückbleibende Film „Die Kommune“ ist kein Film, in dem auf der Leinwand viel passiert. Stattdessen wird das Publikum Zeuge einer für alle Beteiligten unvorhersehbaren Situation, die hier und da ein wenig mit den Erwartungen des Zuschauers spielt und zum Ende hin mit voller emotionaler Wucht auf den Zuschauer niederprasselt.


VISIONS | Regie: Kevin Greutert | USA 2015

Visions

Nach einem schweren Autounfall zieht es das Pärchen Eveleigh und David Maddox auf ein einsam gelegenes Weingut. Hier wollen die beiden Ruhe finden, Kraft tanken und ihr Leben neu ordnen. Wenig später wird Eve schwanger. Ein Wunschkind, das das junge Glück endlich komplett machen soll. Doch der Schein trügt. Schon bald wird Eve von schlimmen Visionen geplagt, die sie vor einer dunklen Bedrohung zu warnen scheinen. Für ihren Mann steht fest, dass Eve von der Situation überfordert ist. Er und ihr Frauenarzt Dr. Mathison raten ihr zu der Einnahme von Psychopharmaka. Doch die werdende Mutter und ihre neue Freundin Sadie zweifeln stark daran, dass das die Ursache der Visionen bekämpft. Immer tiefer wird Eve in einen Strudel aus übernatürlichen Phänomenen, Tagträumen und der Angst um das ungeborene Kind hineingezogen. 3 von 5

Trotz anklingender Jump-Scare-Effekthascherei, die es bei der interessanten Geschichte und der wendungsreichen Entwicklung gar nicht gebraucht hätte, ist „Visions“ ein ebenso feines wie knackig-kurzweiliges Spukstück auf den Spuren von „The Others“ und Co. geworden.


GODS OF EGYPT  |  Regie: Alex Proyas |  USA 2016

Gods of Egypt

Der sterbliche Meisterdieb Bek (Brenton Thwaites) tritt eine gefährliche Reise an, um seine wahre Liebe Zaya (Courtney Eaton) wieder zum Leben zu erwecken. Dafür muss er sich mit dem ebenso mächtigen wie rachsüchtigen Gott Horus (Nikolaj Coster-Waldau) verbünden, um sich Set (Gerard Butler), dem gnadenlosen Gott der Finsternis, entgegen zu stellen. Dieser hat den Thron Ägyptens mit Gewalt an sich gerissen, das einst blühende Land in Chaos und Verderben gestürzt und dessen Volk versklavt. Beks und Horus’ atemberaubender Kampf gegen Set und seine Schergen führt sie sowohl in das Leben nach dem Tod als auch hinein in das Himmelreich der Götter. Beide, sowohl Mensch als auch Gott, müssen Mutproben bestehen und Opfer bringen für ein Überleben im epischen Kampf der Welten.

2 von 5

„Gods of Egypt“ ist bei allem Pomp und durchaus gelungenen Elementen kein Filmerlebnis von Dauer. Anstrengende, sich viel zu ernst nehmende Filmmomente und ein dauerhaft grimmig dreinblickender Gerard Butler wechseln sich mit einem leichtfüßig abenteuerlichen Roadtrip ab, der gerade aufgrund der in sich gegensätzlichen Besetzung von Thwaites und Coster-Waldau kurzweilig und spaßig ist. Doch geht erst einmal etwas schief, dann richtig.


THE BOSS | Regie: Ben Falcone | USA 2016
The Boss

Vom Büro mit Panoramablick direkt hinter schwedische Gardinen: Nachdem die extrem erfolgreiche Unternehmerin Michelle Darnell (Melissa McCarthy) beim Handeln mit Insiderinformationen erwischt wird, wandert sie direkt ins Gefängnis. Das wiederum ist so gar nicht nach ihrem Geschmack. Wieder auf freiem Fuß, will sie sich der Welt nun als ehrbar und rechtschaffen präsentieren – als die Sünderin, die aus ihren Fehlern gelernt hat… Doch die Chefin steckt noch in ihr und alte Angewohnheiten schwinden nicht einfach. Außerdem ist nicht jeder, der von Michelle damals aufs Kreuz gelegt wurde, bereit, einfach so zu vergeben und zu vergessen.

In den USA warf „The Boss“ als erster Film den Überblockbuster „Batman v Superman: Dawn of Justice“ vom Thron. Die professionellen Kritiken fallen indes mau aus.


DER SCHAMANE UND DIE SCHLANGE | Regie: Ciro Guerra | COL/VEN/ARG 2015

Der Schamane und die Schlange

Amazonas, Anfang des 20. Jahrhunderts: Der Schamane Karamakate wird gebeten, den deutschen Forscher Theodor Koch-Grünberg zu heilen. Doch dafür müssen sie die geheimnisvolle Yakruna-Pflanze finden. Etwa 30 Jahre später sucht der Botaniker Richard Evans Schultes Karamakate auf. Auch er ist auf der Suche nach der Yakruna. Karamakate, der mittlerweile den Zugang zur Geisterwelt verloren hat, macht sich noch einmal auf den Weg auf dem Amazonas, ins Herz der Finsternis …

In grandiosen Bildern erzählt „Der Schamane und die Schlange“ von den Mysterien einer fast vergessenen Kultur und den Schrecken der Kolonialisierung. Beruhend auf wahren Begebenheiten, als faszinierendes Abenteuer erzählt. Auf dem Cannes Filmfestival wurde er mit dem C.I.C.A.E.-Award ausgezeichnet.

CHEVALIER |  Regie: Athina Rachel Tsangari |  GRC 2015

Chevalier

Sechs Männer sitzen mitten im Ägäischen Meer auf ihrer Yacht. Um die Zeit totzuschlagen, spielen sie ein Spiel. Es ist mit einem harten und immer irrwitzigeren Wettbewerb verbunden. Körperteile werden verglichen und vermessen, gefolgt von Disziplinen wie Fensterputzen, Silberpolieren oder Seeigelsalat zubereiten. Aus Freunden werden Feinde – hungrige Feinde. Aber keiner der Männer denkt daran, von Bord zu gehen, ehe er nicht zum Gewinner gekrönt wurde. Dieser wird am kleinen Finger den Ring des Sieges tragen: den Chevalier.

„Chevalier“ ist eine todernste und hochskurrile Komödie, in der mit viel Ironie althergebrachte Konzepte und Rituale von Männlichkeit ad absurdum geführt werden. Athina Rachel Tsangari wurde auch durch ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur und Produzenten Giorgos Lanthimos bekannt. Sie produzierte 2005 dessen Film „Dogtooth“.


OVERGAMES  |  Regie: Lutz Dammbeck  |  DE 2015

Overgames

Was hat Talkmaster Joachim Fuchsberger mit der amerikanischen Psychiatrie zu tun? Inwieweit sind Fernsehshows Abbilder unserer Instinkte und Verhaltensweisen? Was verraten Spiele über die Mechanismen des Kapitalismus? Lutz Dammbeck, Künstler und Filmemacher,  bezeugte bereits mit früheren Werken seine Affinität für ungewöhnliche Denkkombinationen und Verschwörungstheorien. Beim Zappen im Fernsehen erfährt Dammbeck, dass Anfang der 60er Jahre für die Show „Nur nicht nervös werden“ das amerikanische „Beat the Clock“ adaptiert wurde – das wiederum auf Spielen basierte, die man in der Psychiatrie zu therapeutischen Zwecken anwandte. Von hier aus begibt sich der Regisseur auf eine Gedankenreise und erforscht die Verfasstheit Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg.


Heimkinotipp: IM RAUSCH DER STERNE | Regie: John Wells | USA 2015

Im Rausch der Sterne

Adam Jones ist wie ein Rockstar: Genial, erfolgreich, leidenschaftlich und mit einem äußerst exzessiven Lebensstil. Dieser kostet ihn den Job als Chefkoch in einem der exklusivsten Sternerestaurants in Paris. Ein tiefer Fall, aber nach über zwei Jahren ist Adam Jones clean und zurück in seiner Wahlheimatstadt London. Er taucht bei seinem alten Freund Tony auf und will dessen Restaurant zur neuen Topadresse machen. Tony ist hin und her gerissen zwischen der Genialität und dem Wahnsinn seines Freundes, willigt aber schließlich ein und Adam legt los. Er will die Besten der Besten im Team für sein bahnbrechendes Restaurant, er will 3 Sterne – und er will Helene , die außergewöhnlich begnadet kocht und zudem noch sehr attraktiv ist. Einziges Problem: Helene kann Adam nicht ausstehen.4 von 5

Auch wenn es John Wells‘ „Im Rausch der Sterne“ dramaturgisch an allzu extremen Ausschlägen mangelt, ist das humoristisch angereicherte Drama ein visueller Gaumenschmaus und schmackhaftes Schauspielerkino zugleich. Cooper spielt sich in Oscar-Höhen und nach dem Kinobesuch empfiehlt sich vor allem der Besuch eines Restaurants. Guten Appetit!

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