Kategorie-Archiv: Wessels‘ Weekly

Das startet am 8. September 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 8. September, der ganz im Zeichen des Genrekinos steht. In den USA hat der Thriller „Don’t Breathe“  zum Startwochenende alle überrascht. Auch hierzulande läuft die PR-Maschinerie auf Hochtouren. Angesichts der recht mauen Konkurrenz würde es mich nicht wundert, wenn der neue Film von Fede Alvarez am besten aus den Startlöchern kommt. Der einzigen Produktion, der ich Ähnliches zutraue, ist „Nerve“. Ich persönlich glaube angesichts der hochmodernen Thematik und der effektiven Werbung, dass sich hier eine echte Überraschung an den Kinokassen entwickeln könnte. Bis vor Kurzem hätte ich übrigens geglaubt, dass es die deutsche Komödie „Männertag“ recht einfach haben dürfte, am kommenden Donnerstag auf die eins zu marschieren. Doch bislang ist absolut nichts zu dem Film an die Öffentlichkeit gelangt. Es gab weder prominent platzierte Werbespots, noch wurde die Männer-Comedy der Presse vorgeführt. Ich tippe auf ein Desaster. Der Rest wird es wohl kaum auf nennenswerte Zuschauerzahlen bringen.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

DON’T BREATHE | Regie: Fede Alvarez | USA 2016

Don't Breathe

Rocky, Alex und Money leben in einem nicht näher definierten Kaff in einer der ranzigeren Ecken der USA. Hier hält sich die Clique mit kleineren Diebstählen über Wasser. Eine richtige Perspektive hat keiner von ihnen. Als sie eines Tages davon erfahren, dass in ihrer direkten Nachbarschaft ein verwitweter Kriegsveteran wohnt, der erst kürzlich seine Tochter verloren hat und nun – so glauben sie – in Geld schwimmen muss, beschließen sie, die Lage des blinden Mannes auszunutzen und des Nachts in sein Haus einzubrechen. Ein schwerer Fehler, wie sich bald herausstellen wird, denn der Hausbesitzer kennt seine eigenen vier Wände im Schlaf. Als er den Eindringlingen das Licht ausknipst, wird es für die Einbrecher brenzlig, denn irgendwas scheint ihr Opfer zu verbergen, das auf gar keinen Fall ans Licht kommen soll…4 von 5

Mit „Don’t Breathe“ beweist Fede Alvarez, dass eine clevere Inszenierung völlig ausreich, um aus einer einfachen Prämisse einen hochspannenden Film zu kreieren, dessen doppelbödiges Ende dem Publikum den Boden unter den Füßen wegreißen wird. Da wird der Titel zum Programm!


DER LANDARZT VON CHAUSSY | Regie: Thomas Lilti | FR 2016

Der Landarzt von Chaussy

Dr. Jean-Pierre Werner (François Cluzet) ist seit über 30 Jahren Landarzt und in seiner Dorfgemeinschaft sehr beliebt. Für die Nöte und Sorgen seiner Patienten hat er immer ein offenes Ohr. Als er plötzlich selbst erkrankt, ist er gezwungen, eine Vertretung einzustellen. Diese kommt, schneller als ihm lieb ist, in Gestalt der attraktiven und selbstbewussten Dr. Nathalie Delezia (Marianne Denicourt). Aber Jean-Pierre, der sich für ziemlich unersetzbar hält, ist nicht bereit, sie ohne Umschweife als mögliche Nachfolgerin an seiner Seite zu akzeptieren. Und so muss sich Natalie seine Anerkennung und die der Dorfgemeinschaft erst hart erarbeiten. Doch nach und nach kommt unter der anfänglich rauen Oberfläche wahre Herzlichkeit zum Vorschein.4 von 5

Das Biederste an „Der Landarzt von Chaussy“ ist der Titel. Regisseur Thomas Lilti gelingt mit seinem französischen Drama eine subtile Auseinandersetzung mit der Tragik des Medizinberufs, ganz ohne „Wir sind Helden“-Attitüde. Lediglich den romantischen Subplot hätte es nicht gebraucht.


NERVE | Regie: Henry Joost, Ariel Schulman | USA 2016

Nerve

Auf Vees (Emma Roberts) Highschool gibt es so gut wie kein anderes Gesprächsthema mehr als die immer riskanter werdenden Challenges, die das illegale Online-Game „Nerve“ seinen Spielern stellt. Um einmal so wie ihre Freundin Sydney im Mittelpunkt zu stehen meldet sich die eher schüchterne Vee kurzentschlossen selbst bei „Nerve“ an. Angetrieben vom Kick des Verbotenen bricht Vee mit ihrem ebenso attraktiven wie mysteriösen neuen Game-Partner Ian (Dave Franco) schnell alle Tabus: keine Challenge ist ihnen zu riskant. Über Nacht werden Vee und Ian die Sensation des immer gefährlicher werdenden Spiels! Doch als Vee herausfindet, dass ihre gesamten Social Media Accounts gehackt wurden, und versucht, aus dem Spiel wieder auszusteigen, muss sie feststellen, dass es dafür längst zu spät ist…
3 von 5

Trotz Schwächen in Charakterzeichnung und handlungsbasierender Logik kann man „Nerve“ eines nicht absprechen: Er trifft den aktuellen Social-Media-Zeitgeist besser, als jeder Film, der derzeit ebenfalls versucht, die Teens bei ihrer Onlinesucht zu packen. Auch wenn der Thriller gen Ende absolut irrwitzige Wendungen nimmt, die bereits in einem Großteil der Trailer vorweggenommen wurden, besticht der Film mit Kurzweil und seinem modernen Erscheinungsbild.


THE LIGHT BETWEEN OCEANS |  Regie: Derek Cianfrance |  UK/NZL/USA 2016

The Light Between Oceans

Der traumatisierte Kriegsveteran Tom Sherbourne (Michael Fassbender) nimmt eine Stelle als Leuchtturmwärter auf Janus Rock an. Auf der winzigen Insel gibt es nur ihn und das tosende Meer. Tom sehnt sich nach absoluter Ruhe und begrüßt die Einsamkeit, die seine neue Arbeit verspricht. Doch er bleibt nicht allein: Im Hafenstädtchen Partageuse lernt er Isabel Graysmark (Alicia Vikander) kennen, eine lebhafte junge Frau, die selbst zwei Brüder im Krieg verloren hat. Sie heiraten und genießen das Leben in der Isolation von Janus Rock. Das glückliche Paar wünscht sich Kinder, doch das Schicksal will es anders. Eines Nachts wird ein mysteriöses Ruderboot angetrieben. Darin: ein Toter und ein neugeborenes Mädchen. Tom und Isabel treffen eine folgenschwere Entscheidung, die niederschmetternde Konsequenzen haben wird. 3 von 5

Derek Cianfrances Liebesdrama „The Light Between Oceans“ besticht mit starken Schauspielleistungen und einer ambitionierten Erzählweise. Doch sowohl die penetrante Symbolik, als auch die technische Ausstattung verleihen der Romanverfilmung allenfalls Fernsehausmaße.


ABSOLUTELY FABULOUS – DER FILM |  Regie: Mandie Fletcher |  UK/USA 2016
Absolutely Fabulous - Der Film

Edina Monsoon (Jennifer Saunders) und Patsy Stone (Joanna Lumley) sind mittlerweile in die Jahre gekommen, strotzen aber immer noch vor Glanz und Glamour und genießen das gehobene Leben, das sie gewöhnt sind: Sie shoppen, trinken und feiern an Londons angesagtesten Hotspots. Doch als sie Kate Moss versehentlich auf einer wahnsinnig eleganten Eröffnungsparty in die Themse schubsen, sehen sie sich einem Mediensturm ausgesetzt und werden schonungslos von Paparazzi verfolgt. Sie fliehen mittellos auf die glamouröse Spielwiese der Superreichen – an die Französische Riviera. Dort hecken sie einen Plan aus, um ihr gehobenes Leben in alle Ewigkeit weiter leben zu können!

2 von 5

Für Fans der Serie ist „Absolutely Fabulous – Der Film“ ohnehin Pflichtprogramm. Alle anderen müssen ihren Anspruch an Humor indes arg herunterschrauben, um an den Kalauern und Zoten ihren Spaß zu haben. Auch die Figuren bleiben trotz ihres exzentrischen Auftretens eindimensional, da es die Regisseurin davon auszugehen scheint, dass das Publikum ohnehin um die Backgrounds der Figuren wisse.


MÄNNERTAG | Regie: Holger Haase | DE 2015
Männertag

Schluss, aus, vorbei, einfach tot! Die vier Freunde Stevie (Milan Peschel), Chris (Tom Beck), Peter (Oliver Wnuk) und Klaus-Maria (Axel Stein) sind schockiert über den plötzlichen Tod ihres Schulfreundes Dieter. Um seinen letzten Wunsch zu erfüllen, begeben sie sich auf einen chaotischen Abenteuertrip auf dem Bierbike – und entdecken ganz neue Seiten aneinander. Mit von der Partie sind Stevies vom Liebeskummer geplagter Sohn Paul (Chris Tall) sowie Powerfrau Andrea (Lavinia Wilson), die aufpassen soll, dass Schauspieler Chris nicht über die Stränge schlägt. Doch der Alkohol fließt in rauen Mengen und noch dazu legen die Freunde sich mit ihrem früheren Erzfeind Andi Mauz (Hannes Jaenicke) an, der sie zusammen mit seiner Gang verfolgt. Da ist es gar nicht so einfach, das ursprüngliche Ziel der Fahrt nicht aus den Augen zu verlieren….2 von 5

Dass „Männertag“ einfach nicht lustig ist, ist das eine Problem. Dass Holger Haases Komödie darüber hinaus aber auch zweifelhafte Männerbilder propagiert, macht den allenfalls solide gespielten Film zu einem echten Rohrkrepierer.


DRAGONBALL Z: RESURRECTION ‚F‘ | Regie: Tadayoshi Yamamuro | JP 2015
Dragonball Z: Resurrection 'F'

Einst wurde der intergalaktische Tyrann Freezer von Goku besiegt und von Trunks vernichtet. Nun reisen Freezers Untergebene auf die Erde, um ihren Meister mithilfe der Dragonballs wieder zurückzuholen. Dieser schwört auf Rache und fällt mit seinen Truppen auf der Erde ein. Ausgerechnet Goku und Vegeta sind jedoch auf einen entfernten Planeten gereist, um dort ihre Fähigkeiten zu erweitern. Nun liegt es an Gokus Freunden, sich Freezer entgegenzustellen. Ein erbitterter Kampf bricht aus. Schaffen es Goku und Vegeta noch rechtzeitig zurück, um die Erde zu retten?

„Dragonball Z: Resurrection ‚F'“ bringt den wohl berüchtigsten aller Dragonball-Bösewichte zurück auf die große Leinwand. Die Freezer-Saga gilt unter Fans als Highlight in der „Dragonball Z“-TV-Serie.


MOLLY MONSTER | Regie: Michael Ekblad, Matthias Bruhn, Ted Sieger | DE 2015
Molly Monster

Molly ist ein fröhliches, aufgewecktes Monstermädchen, das zusammen mit ihrem besten Freund Edison, einem Aufzieh-Spielzeug mit aufmüpfigem Eigenleben, und ihren Eltern im bunten, verrückten Monsterland lebt. Als sich ein neues Geschwisterchen ankündigt, bricht in der Familie freudiger Trubel aus: das Ei, das Mutter Etna gelegt hat, soll nach alter Monstersitte Vater Popocatepetel ausbrüten. Der traditionelle Ort dafür ist die weit entfernte Eier-Insel, zu der sich die Eltern aufmachen müssen. Molly soll mit ihren Onkel Alfredo und Santiago zuhause zurückbleiben, schließlich ist sie noch zu klein für solch eine lange Reise. Finden die Eltern – findet Molly nicht. Und als die Onkel gerade mal nicht aufpassen, begibt sich die mutige Monsterin auf eigene Faust zusammen mit Edison auf die lange und spannende Reise.


NELLYS ABENTEUER | Regie: Dominik Wessely | DE/ROU 2016
Nellys Abenteuer

Die 13jährige Nelly ist stinksauer! Gegen ihren Willen soll sie die Sommerferien mit ihren Eltern in Rumänien verbringen. Gleich bei der Anreise läuft so einiges schief  – das Flugzeug landet außerplanmäßig mitten in der Walachei und dann verrät der vermeintliche Reiseleiter Holzinger Nelly aus Versehen ein Geheimnis: Familie Klabund soll schon bald ins rumänische Siebenbürgen ziehen, da Nellys Vater hier einen tollen neuen Job annehmen wird. Nelly ist geschockt! Wie konnten ihre Eltern sie nur so hintergehen? Ihr ganzes Leben soll sie aufgeben – ihre Freunde, die Schule, den Skatepark? Niemals! Nelly dreht durch, rennt weg und irrt verloren durch eine fremde Stadt mitten in Rumänien. Dabei läuft sie geradewegs in die Arme von zwei wirklich zwielichtigen Gestalten. Die beiden entpuppen sich als die fiesen Schurken Hokus und Iancu…


Heimkinotipp: EDDIE THE EAGLE – ALLES IST MÖGLICH | Regie: Dexter Fletcher | UK/DE/USA 2016

Schon als Kind träumt Michael „Eddie“ Edwards davon, einmal bei den Olympischen Spielen teilnehmen zu dürfen. Er wird ein erfolgreicher Skiläufer, doch als es ans Eingemachte geht, bleibt ihm die Aufnahme in den Kader verwehrt. Eddie will die Skier schon fast an den Nagel hängen, als er sich in den Kopf setzt, als erster britischer Skispringer seit fast 100 Jahren ins kanadische Calgary zu fahren, wo im Jahr 1988 die Olympischen Winterspiele ausgetragen werden. Mit Hilfe des rebellischen, aber nicht minder charismatischen Trainers Bronson Peary und unter den motivierenden Worten der liebevollen Bar-Inhaberin Petra nimmt er es im Bayerischen Garmisch-Patenkirchen mit dem gesamten (Sport-)Establishment auf. Getrez dem Motto: „Dabei sein ist alles!“4 von 5

„Eddie the Eagle: Alles ist möglich“ ist das Feel-Good-Movie des Jahres, dessen anfänglich anklingende Albernheit später in pure Euphorie kippen lässt. Früher oder später wird man sich dabei erwischen, wie man die Taten des am meisten motivierten Skispringers der Welt einfach nur bejubeln möchte.

Das startet am 1. September 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 1. September, der eine Handvoll Filme bereit hält, die unter ihrem Ruf arg zu leiden haben. Da wäre in erster Linie die Neuninterpretation von „Ben Hur“, die in den USA (und auch in Deutschland mittlerweile) übel von der Kritik abgestraft wurde, aber eigentlich richtig ansehnlich geraten ist. „Mike and Dave Need Wedding Dates“ ist indes eine Komödie, die nur auf den ersten Blick so aussieht, als hätte sie qualitativ etwas mit dem grottigen „Dirty Grandpa“ gemein. In Wirklichkeit macht die mit Zac Efron und Anna Kendrick besetzte Komödie aber richtig Spaß. Das Highlight der Woche gibt es aber nur in 60 Kinos deutschlandweit zu sehen. Das neuseeländische Familiendrama „Mahana“  stammt von einem „James Bond“-Regisseur und erreicht mit kleinen Mitteln epische Ausmaße. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MIKE AND DAVE NEED WEDDING DATES | Regie: Jake Szymanski | USA 2016

Mike and Dave Need Wedding Dates

Mike und Dave Stangle sind jung, abenteuerlustig, witzig – und manche würden sogar sagen nervig. Zu diesen „manchen“ zählen bestimmt auch andere Mitglieder der Stangle-Familie. Als ihre Schwester Jeanie also ankündigt, sie werde demnächst heiraten, hält die Familie eine Interventions-Sitzung ab und verlangt, dass Mike und Dave in weiblicher Begleitung zur Hochzeit erscheinen. Also müssen Dates her! Um dem Wunsch ihrer Familie nachzukommen, wenden sich Mike und Dave an die beste Quelle für manierliche und respektable Girls, die ihnen einfällt: Craigslist. Die Anzeige verbreitet sich wie ein Lauffeuer, und die Bewerberinnen antworten dermaßen zahlreich, dass Mike und Dave nichts anderes übrig bleibt, als ein Vorsprechen abzuhalten. Plötzlich erscheinen Tatiana und Alice auf der Bildfläche. Und die beiden haben es faustdick hinter den Ohren…
4 von 5

„Mike and Dave Need Wedding Dates“ ist sicher nicht das Non plus Ultra tiefgreifender Hollywoodkomödien. Dafür sorgen der hemmungslos passioniert aufspielende Cast, kreative Sketchideen und eine absurd komische Ausgangslage für 100 Minuten feuchtfröhlichen Kinospaß, der alles ist, aber ganz sicher nicht „so wie ‘Dirty Grandpa‘“.


BEN HUR | Regie: Timur Bekmambetov | USA 2016

Ben Hur

Durch eine Intrige seines Adoptivbruders Messala (Toby Kebbell) wird der angesehene und wohlhabende Judah Ben Hur (Jack Huston) von seiner Familie und seiner großen Liebe Esther (Nazanin Boniadi) getrennt und als Sklave auf eine römische Galeere gezwungen. Dort muss er viele Jahre schuften, bis ein Zusammenstoß mit einem Schiff ihn zum Schiffbrüchigen macht. Doch auch das überlebt er. Immer wieder mit dem Tod konfrontiert, reift in ihm ein alles bestimmender Gedanke: Rache zu nehmen an dem ehemals geliebten Bruder, durch den er erst in diese Lage geraten ist. Nach Jahren der Qual und Verzweiflung kehrt Ben Hur schließlich nach Jerusalem zurück und stellt sich in einem epochalen Wettkampf gegen den Verräter Messala und das gesamte römische Imperium.
4 von 5

Den ikonischen Wert des 1959er-Vertreters kann die Neuauflage von „Ben Hur“ natürlich nicht erreichen. Immerhin war das spektakuläre Wagenrennen einst etwas, was man auf der Leinwand so noch nicht zu Gesicht bekam. Heute ist im Kino alles möglich – und zwar auch die gelungene Neuinterpretation eines Klassikers. „Ben Hur 2016“ bietet pompöse Schauwerte und eine durchschnittliche Geschichte über Schuld und Sühne.


MAHANA – EINE MAORI-SAGA | Regie: Lee Tamahori | NZL 2016

Mahana - Eine Maori-Saga

In den 1960er-Jahren ist das Leben der Schafscherer an der Ostküste Neuseelands noch tief in alten Maori-Traditionen verwurzelt. Unter dem strengen Blick des Familien-Ältesten leben drei Generationen unter einem Dach. Der 14-jährige Simeon (Akuhata Keefe) – Enkel von Tamihana Mahana (Temuera Morrison) – beugt sich nur widerwillig der Autorität und gibt seinem Großvater ungewohnte Widerworte. Und dann verliebt sich Simeon auch noch in die Tochter der Familie Poata, mit denen die Mahanas schon ewig im Clinch liegen. Die Fronten zwischen Großvater und Enkel verhärten sich dramatisch. Als zufällig ein altes Foto in Simeons Hände fällt, lüftet sich ein wohlgehütetes Familiengeheimnis, das alles ändert.
4 von 5

Auch wenn angesichts einer zweistelligen Kopienanzahl nicht der große Kassenerfolg bevorstehen dürfte, lohnt sich „Mahana – Eine Maori-Saga“ uneingeschränkt für all diejenigen, die starken Figuren und großen Emotionen zuliebe auf viel Schnickschnack auf der Leinwand verzichten können. Der Film erzählt eine intensive Geschichte, die mit zunehmender Laufzeit immer eindringlicher wird.


MEIN ZIEMLICH KLEINER FREUND |  Regie: Laurent Tirard |  FR 2016

Mein ziemlich kleiner Freund

Diane, Anwältin und Single, erhält eines Abends einen unerwarteten Anruf. Am anderen Ende der Leitung: Alexandre, ein charmanter Architekt, der von ihrem Handy aus anruft, welches sie in einem Restaurant hat liegen lassen. Nach einer kleinen Plänkelei willigt Diane gerne in ein Treffen zur Übergabe ein. Doch die Verabredung nimmt eine so nicht erwartete Wendung. Denn als Diane im Restaurant auf Alexandre trifft, steht vor ihr: ein Winzling, gerade mal knapp 1,40 m groß! Nachdem dieser allerdings so unbeschwert mit seiner „Größe“ umgeht und sie auf die verrücktesten Dates entführt, weicht bei Diane der anfängliche Schock einer großen Sympathie für diesen Mann. Und der Sympathie folgt Liebe. Dianes Umfeld jedoch reagiert konsterniert auf das ungleiche Paar. Und am Ende stellt sich die Frage: Besitzt Diane die Größe, die Umstehenden zu ignorieren?
3 von 5

„Mein ziemlich kleiner Freund“ ist eine durch und durch sympathische Tragikomödie, die aufgrund ihres Castings nicht aus den Vollen schöpfen kann. Abgesehen von der technischen Komponente sind Skript und Inszenierung weitestgehend gut geraten. Nur den letzten Funken Glaubwürdigkeit verspielen die Macher mit ihrem Bedacht darauf, bloß nicht von der Norm abzuweichen.


KÖNIG LAURIN | Regie: Matthias Lang | DE 2016
König Laurin

Königssohn Theo (Florian Burgkart) ist zu klein für sein Alter, deshalb passt er weder in Ritterrüstungen noch kann er die Erwartungen seines Vaters (Rufus Beck) erfüllen. Als sich Theo mit dem Zwergenkönig Laurin (Volker Michalowski) anfreundet, der aus dem Königreich verbannt worden ist, erkennt er, dass er seinem eigenen Herzen folgen muss und trotzdem Großes erreichen kann.

Der Abenteuerfilm „König Laurin“ erzählt die berühmte Südtiroler Sage um König Laurin und seinen Rosengarten in einer modernen und humorvollen Adaption für die ganze Familie. Mit Rufus Beck („Die wilden Kerle“), Volker Michalowski „(Zack! Comedy nach Maß“, „Motzgurke.tv“), Florian Burgkart („Alles inklusive“) und Patrick Mölleken („Gespensterjäger“) in den Hauptrollen.


VON TRAUBEN UND MENSCHEN | Regie: Paul Lacoste | FR 2014
Von Trauben und Menschen

Schauplatz: Frankreich, eine kleine Weinregion östlich von Toulouse. Die Zeit: Mitte September. Das Personal: eine Gruppe von etwa 20 Frauen und Männern jeden Alters – mit Lesescheren und Eimern bewaffnete, Erntehelfer für die paar Wochen der Weinernte. Der Trupp ist in die Rebzeilen eines mittelständischen Anbaubetriebs in der Region Gaillac ausgeschwärmt. Behutsam taste sich der Film an seine Protagonisten heran und erfährt etwas aus dem Leben jeden einzelnen Erntehelfers. Zwei Studentinnen die ihren Platz im Leben suchen. Eine 50 Jährige Frau die nach ihrer Entlassung keine andere Arbeit findet. Eine junge Familie aus der Region, die sich bewusst für ein unabhängiges Leben entschieden hat. Zwei ältere Männer, denen das Leben nichts geschenkt hat. Sie alle sind stolz auf ihre gemeinsame Arbeit im Weinberg, eine gute Zeit im Jahr.


TIMEBREAKERS | Regie: Niels Marquardt | DE 2016
Timebreakers

Die naturverbundene neunjährige Larissa lebt in der Lüneburger Heide auf dem Schnuckenhof ihrer Eltern. Ihre Clique „DIE TIMIES“ besteht aus dem unerschrockenen Charly, dem schlauen Enzo, der Computerexpertin Lilli und der kleinen frechen Leni. Die Kinder haben unheimlich Spaß daran, alte geschichtliche Rätsel und Mythen zu erforschen und aufzulösen. In diesen Sommerferien kommen erstmals Larissas Cousinen aus Berlin in die Lüneburger Heide und werden natürlich sofort bei den TIMIES aufgenommen, denn Emma hat eine ganz besondere Gabe: sie kann beim Berühren von sehr alten Gegenständen manchmal in deren Vergangenheit sehen, dadurch werden alte und neue Rätsel für die Timies plötzlich lösbar. Durch die vielen uralten Mythen in der Lüneburger Heide kommen Sie dem sagenumwobenen Klosterschatz auf die Spur.


Heimkinotipp: THE JUNGLE BOOK | Regie: Jon Favreau | USA 2016

The Jungle Book

Aufgenommen von einem Wolfsrudel, wächst der Menschenjunge Mogli behütet im Dschungel auf. Doch Mogli fühlt sich nicht länger willkommen, als er von dem Versprechen des mächtigen und furchterregenden Tigers Shir Khan erfährt, der jegliche menschliche Bedrohung vernichten wird, um die Gesetze des Dschungels zu wahren. Nun muss Mogli das einzige Zuhause, das er je kannte, verlassen und sich auf ein gefahrenvolles Abenteuer begeben. In Begleitung seines weisen aber strengen Mentors Baghira und des lebensfrohen Bären Balu macht Mogli sich auf seine schwerste Reise, auf der er auch Dschungelbewohner trifft, die es nicht unbedingt gut mit ihm meinen. So wie Kaa, eine Python, deren verführerische Stimme und hypnotisierender Blick den Menschenjungen in ihren Bann ziehen. Oder der hinterlistige Affe King Louie. 5 von 5

Jon Favreau versteht seine Leinwandinterpretation von „Das Dschungelbuch“ als technisch perfekt in Szene gesetzte Hommage an einen Film, dessen inhaltliche und optische Bandbreite wie geschaffen dafür ist, um in Form eines hier dargebrachten 3D-Meisterwerkes neu zu bestehen.

Das startet am 25. August 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 25. August, der mit einem vielfältigen Programm daherkommt. Für die Zuschauerzahlen wird das nicht unbedingt förderlich sein – würde etwa Gary Marshalls letzte Regiearbeit „Mother’s Day“, die der Presse bislang nicht gezeigt wurde, an einem Tag mit weniger Konkurrenz ins Kino kommen, dürften hier mehr Zuschauer drin sein, als es jetzt vermutlich der Fall sein wird. So liegt das Hauptaugenmerk auf dem Sequel zum Zaubererthriller „Die Unfassbaren“, der damals etwas mehr als eine halbe Million Zuschauer in die deutschen Kinos lockte. Als gelungener Hai-Thriller beweist sich indes „The Shallows“, der außerdem mit Starpower punkten kann. Für die Kleinen gibts das „Elliot, das Schmunzelmonster“-Remake „Elliot, der Drache“, an dem die ganze Familie ihren Spaß hat. Und wer es bleihaltiger mag, der geht in das Actionsequel „Mecanic: Resurrection“, das wir zwar schon sehen durften, bis zu einer Wertung müsst ihr aufgrund des Embargos leider noch ein paar Tage warten.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

DIE UNFASSBAREN 2 | Regie: Jon M. Chu | USA 2016

Die Unfassbaren 2

Die Unfassbaren (Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Dave Franco) sind zurück und sprengen im zweiten Akt erneut die Grenzen des bisher Vorstellbaren! Ein Jahr ist vergangen, seit sie das FBI überlistet und ihrem Publikum mit unglaublichen Magie-Darbietungen zu einem unverhofften Geldsegen verholfen haben. Noch immer vom FBI verfolgt, betreten sie nun nicht ganz freiwillig wieder die große Bühne. Zusammen mit der mysteriösen Lula (Lizzy Caplan), die sich ihnen anschließt, treffen sie auf den undurchsichtigen Walter Mabry (Daniel Radclffe). Das technische Wunderkind hat ganz eigene Vorstellungen von einem gelungenen Zaubertrick und verfolgt einen perfiden Plan. Und auch Thaddeus Bradley (Morgan Freeman), ein alter Bekannter der Unfassbaren und Meister der Zauberkunst, zieht im Hintergrund seine Fäden.  4 von 5

„Die Unfassbaren 2“ gibt sich ebenso konstruierter wie bombastischer als der erste Teil, spielt aber auch noch gewitzer mit der Erwartungshaltung des Publikums und gefällt durch seinen beschwingten, augenzwinkernden Tonfall. Der Cast überzeugt mehr denn je durch seinen authentischen Zusammenhalt, Sprüche sitzen und visuell bemüht sich Jon M. Chu bei aller Trickserei um Bodenständigkeit.


THE SHALLOWS – GEFAHR AUS DER TIEFE | Regie: Jaume Collet-Serra | USA 2016

The Shallows

Die attraktive Nancy (Blake Lively) begibt sich nach einem Schicksalsschlag alleine an einen einsamen Strand. Dort will sie in aller Ruhe die Seele baumeln lassen und über ihre Zukunft nachdenken. Doch plötzlich stößt sie zunächst auf einen Walkadaver und später auch auf einen großen Weißen Hai, der ebenfalls von dem toten Meeressäuger angezogen wird. In letzter Sekunde kann Nancy einen Angriff verhindern und sich sich auf einem Felsen im Meer in Sicherheit bringen. Doch obwohl sie nur wenige hundert Meter von der rettenden Küste entfernt ist, wird der Weg dorthin zum ultimativen Willenstest. Nancy setzt alles menschenmögliche in Betracht, um heile aus der Situation herauszukommen Doch es beginnt ein nervenaufreibender Kampf auf Leben und Tod. Hier draußen hört sie Niemand schreien… 4 von 5

Jaume Collet-Serra gelingt mit „The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“ ein über weite Strecken hochspannender und in seiner minimalistischen Inszenierung gefallender Hai-Thriller, der auf Effekthascherei verzichtet und das Szenario für sich sprechen lässt. Erst im Schlussakt wagt sich der Film in erzählerische Gefilde vor, die arg an der Glaubwürdigkeit des Gezeigten kratzen.


ELLIOT, DER DRACHE | Regie: David Lowery | USA 2016

Elliot, der Drache

Seit Jahren erfreut Holzschnitzer Mr. Meacham die Kinder aus der Nachbarschaft des verschlafenen Städtchens Millhaven mit Geschichten über einen wilden Drachen, der in den tiefen Wäldern des Pazifischen Nordwestens lebt. Für seine Tochter Grace, Försterin in der Umgebung, waren diese Geschichten nie mehr als Legenden, bis sie Pete kennenlernt. Der mysteriöse Zehnjährige hat weder Familie noch ein Zuhause und behauptet, zusammen mit einem gigantischen grünen Drachen namens Elliot in den Wäldern zu leben. Auf wundersame Weise hat das Wesen aus Petes Beschreibungen große Ähnlichkeit mit dem sagenhaften Drachen aus Mr. Meachams Geschichten. Nach und nach gewinnt Grace Petes Vertrauen und eröffnet ihm eine ganz neue Welt außerhalb seines Waldes. Gleichzeitig bringt Pete sie dazu, ihr eigenes Leben in Frage zu stellen. 3 von 5

„Elliot, der Drache“ besticht mit technischer Perfektion und bietet mit seiner liebevoll-rührenden Geschichte ein auf die ganze Familie als Zielgruppe ausgerichtetes Abenteuer. Leider erweisen sich Inszenierung und Erzählung als derart eintönig und vorhersehbar, dass der Film auch als TV-Produktion durchgegangen wäre. Dafür trägt auch die Neuninterpretation das Herz eindeutig am rechten Fleck.


MECHANIC: RESURRECTION |  Regie: Dennis Gansel |  FR/USA 2016

Mechanic: Resurrection

Seine Tage als Elite-Killer hat Arthur Bishop (Jason Statham) hinter sich gelassen. Längst erholt er sich auf einer einsamen Südseeinsel und versucht, sich langsam aber sicher ein neues Leben aufzubauen. Sogar eine Frau kann sich der toughe Hüne mittlerweile an seiner Seite vorstellen. Doch wieder einmal kommt alles völlig anders, als geplant. Seine mörderische Vergangenheit holt ihn mit aller Gewalt in sein altes Killer-Leben zurück, als Bishops Erzfeind Riah Crain (Sam Hazeldine) seine neue Freundin Gina (Jessica Alba) entführt und Arthur dazu zwingt ihn, seinen alten Job zurückzukehren. Innerhalb kürzester Zeit soll der „Mechanic“ einmal um die ganze Welt reisen und das tun, was keiner so gut kann wie er: drei schier unmögliche Auftragsmorde begehen und sie dabei wie Unfälle aussehen lassen. Für den ersten begibt er sich ins Gefängnis… 3 von 5

„Mechanic: Resurrection“ ist als Genrefilm solide und punktet mit einigen feinen Actionsequenzen, die trotz des geringen Budgets sehr gut aussehen. Auch in den den Morden vorausgehenden Planungen beweisen die Macher Einfallsreichtum. Die Figur des Arthur Bishop hat indes kaum noch etwas mit der aus Teil eins zu tun und auch technisch leistet sich der zweite „Mechanic“-Teil Holprigkeiten.


MOTHER’S DAY – LIEBE IST KEIN KINDERSPIEL | Regie: Gary Marshall | USA 2016
Mother's Day

Was wären wir ohne die Liebe? Mal verzaubert sie uns, mal lässt sie uns verrückt spielen, mal bringt sie uns zum Lachen und dann wieder zum Weinen. Sie macht uns stark und manchmal ganz schwach, doch eigentlich tun wir alles für sie – denn ohne sie wäre alles nichts. So wie für Sandy (Jennifer Aniston), die seit Jahren von Henry (Timothy Olyphant) geschieden ist, aber irgendwie immer noch hofft, dass er zu ihr zurück findet. Wäre da nicht nur seine ätzende neue Freundin. Oder Jesse (Kate Hudson) und Gabi (Sarah Chalke), die ihren Eltern schon seit Jahren verheimlichen, dass Jesses Mann Russell (Aasif Mandvi) Inder und Gabis Frau Max (Cameron Esposito) gar kein Mann ist. Bradley (Jason Sudeikis) wiederum versucht, seit dem Tod seiner Frau als „Mister Mom“ bei seinen Teenie-Töchtern zu punkten – stolpert aber von einem Fettnapf zum nächsten. 3 von 5

„Mother’s Day – Liebe ist kein Kinderspiel“ hält genau das, was der Titel verspricht. Schöne Menschen geben sich vor schönen Kulissen den mal berührenden, mal komischen, aber oftmals auch ziemlich belanglosen Liebesproblemen hin, die nur Hollywood so herrlich konstruieren kann. Zwei der fünf Episoden sind aber tatsächlich richtig gelungen – nicht zuletzt, weil die Besetzung einfach stimmt.


LOOPING | Regie: Leonie Krippendorff | DE 2016
Looping

Leila ist 19 und ein Rummel-Kind. Doch zwischen AutoScooter und Zuckerwatte versteht das sensible Mädchen keiner. Nicht mal ihre beste Freundin Sarah, in die sie heimlich verliebt ist. Als eine chaotische Nacht in der Notaufnahme endet, lässt sich Leila freiwillig in eine psychiatrische Klinik einweisen. Dort teilt sie sich das Zimmer mit der schüchternen Frenja und der geheimnisvollen Ann. Obwohl die Frauen so unterschiedlich sind – Frenja ist verheiratet und Mutter einer kleinen Tochter, Ann hat sich ihr Leben lang gegen feste Bindungen entschieden – kommen sich die Drei schnell immer näher. Nachts büchsen sie aus und genießen das Leben. Sie begehren sich und verlieben sich ineinander. Leila fühlt sich auf einmal erkannt und aufgehoben. Doch traut sie sich auch ohne den Kokon dieser Liebe wieder in die Achterbahn der Außenwelt?


DIE FAST PERFEKTE WELT DER PAULINE | Regie: Marie Belhomme | FR 2015
Die fast perfekte Welt der Pauline

Pauline ist 39 und verdient ihren Lebensunterhalt als Alleinunterhalterin auf seltsamen Partys. Als sie eines Tages als Darth Vader von einer Kinder- zur Seniorenfeier unterwegs ist, erschreckt sie einen Mann so heftig, dass der spontan in einen Abgrund stürzt. Als sie den bewusstlosen Mann im Krankenhaus besucht, beeindrucken sein Anblick und ihre Schuld daran Pauline so nachhaltig, dass sie an nichts anderes mehr denken kann. Eine seltsame Nähe scheint von dem Mann auszugehen und Pauline versucht beharrlich, ihn mit Musik aus dem Koma zu locken. Sie übernachtet in seiner Wohnung, verbringt Zeit mit Sohn und Hund und übernimmt sogar seinen Job als Musiklehrerin an einer Schule. Doch eines Tages wacht Fabrice wieder auf und Pauline müsste nun zu ihrer Sehnsucht stehen – oder wieder Reißaus nehmen


EL OLIVO – EIN OLIVENBAUM | Regie: Icíar Bollaín | ESP 2016

El Olivo - Ein Olivenbaum

Alma ist Anfang 20, rebellisch und impulsiv. Ihre ganze Liebe gilt ihrem Großvater, der nicht mehr spricht, seit die Familie vor Jahren gegen seinen Willen den uralten Olivenbaum verkauft hat, und langsam im Nebel des Alters zu verschwinden droht. Alma beschließt zu handeln: Sie will den Olivenbaum nach Hause zurückholen, um so dem Großvater seinen größten Wunsch zu erfüllen. Doch der Baum steht längst als Symbol für Nachhaltigkeit eingetopft im Atrium eines Düsseldorfer Energiekonzerns.

Hals über Kopf stürzt sich Alma in eine Reise, die Don Quijote alle Ehre machen würde. Um so mehr, als die beiden Sancho Pansas, ihr schräger Onkel Alcachofa und ihr still verliebter Kollege Rafa, keine Ahnung davon haben, wie schwierig die Unternehmung ist, auf die sie sich da einlassen.


Heimkinotipp: FREEHELD – JEDE LIEBE IST GLEICH | Regie: Peter Sollett | USA 2015

Freeheld - Jede Liebe ist gleich

Laurel Hester lebt seit über 20 Jahren für ihren Job als Polizeikommissarin, ein Privatleben findet bei ihr nicht statt. Dies ändert sich schlagartig, als sie die junge Mechanikerin Stacie Andree kennenlernt. Die beiden verlieben sich aller Unterschiede zum Trotz ineinander und bauen sich eine gemeinsame Zukunft auf. Dazu gehören das eigene Haus mit Garten und Hund und schließlich sogar die eingetragene Lebenspartnerschaft. Doch ihr Glück währt nicht lang. Laurel erhält die erschütternde Diagnose, dass sie an Lungenkrebs im Endstadium erkrankt ist und ihr nicht mehr viel Zeit bleibt. Ihr letzter Wunsch ist, dass Stacie in ihrem Haus wohnen bleiben kann. Das kann sie aber nur, wenn ihr Laurels Pensionsansprüche übertragen werden, doch die zuständigen Behörden lehnen ihr Gesuch wiederholt ab. 3 von 5

„Freeheld: Jede Liebe ist gleich“ brilliert mit großartigen Darstellern und einer wichtigen Message, doch das Drehbuch erweist sich als derart voll, dass auch die ausgewogene Balance zwischen Komik und Tragik nicht dafür sorgen kann, dass am Ende der Eindruck entsteht, dass hier jede Station dieses traurigen Schicksals angemessen gewürdigt wurde.

Das startet am 18. August 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 18. August, an dem qualitativ überhaupt nichts im Kino los ist. Die meisten Zuschauer wird indes wohl „Suicide Squad“ wohl für sich verbuchen können. Möglicherweise hat aber auch das Kinderkino die Nase vorn: Wie gut „Conni & Co“ geworden ist, kann ich euch leider nicht verraten. Der Film wurde der Presse vorab nicht gezeigt, während ich „Antonio, ihm schmeckt’s nicht!“ leider verpasst habe. Der Film dürfte aufgrund des Erfolgs des beliebten Vorgängers aber immerhin den einen oder anderen Zuschauer für sich verbuchen.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

CAPTAIN FANTASTIC – EINMAL WILDNIS UND ZURÜCK | Regie: Matt Ross | USA 2016

Captain Fantastic

Der hochgebildete Ben (Viggo Mortensen) lebt aus Überzeugung mit seinen sechs Kindern in der Einsamkeit der Berge im Nordwesten Amerikas. Er unterrichtet sie selbst und bringt ihnen nicht nur ein überdurchschnittliches Wissen bei, sondern auch wie man jagt und in der Wildnis überlebt. Als seine Frau stirbt, ist er gezwungen, mitsamt den Sprösslingen seine selbst geschaffene Aussteigeridylle zu verlassen und der realen Welt entgegenzutreten. In ihrem alten, klapprigen Bus macht sich die Familie auf den Weg quer durch die USA zur Beerdigung, die bei den Großeltern stattfinden soll. Ihre Reise ist voller komischer wie berührender Momente, die Bens Freiheitsideale und seine Vorstellungen von Erziehung nachhaltig infrage stellen…
3 von 5

Obwohl es sich Regisseur Matt Ross in „Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück“ nicht selten nur allzu bequem macht, ist sein immer mal wieder brüllend komisches Familiendrama über weite Strecken authentisch und dank eines toll aufspielenden Casts leidenschaftlicher, als die Geschichte selbst.


SUICIDE SQUAD | Regie: David Ayer | USA 2016

Suicide Squad

Man stellt ein Team aus den gefährlichsten derzeit einsitzenden Superschurken zusammen, rüstet sie mit dem schlagkräftigsten staatlich geprüften Waffenarsenal aus und schickt sie auf ein Himmelfahrtskommando, um einem rätselhaften, unüberwindlichen Wesen den Garaus zu machen: Die amerikanische Geheimagentin Amanda Waller ist überzeugt, dass nur eine heimlich instruierte Gruppe aus bunt zusammengewürfelten, zwielichtigen Gestalten vom Bodensatz der Gesellschaft diese Mission meistern kann – weil sie nichts zu verlieren hat. Doch schon bald merken die Mitglieder der Suicide Squad, dass sie nicht rekrutiert worden sind, weil sie eine Chance auf Erfolg haben. Vielmehr sollen sie praktische Sündenböcke abgeben, wenn das Unternehmen unweigerlich scheitert. Wie aber reagieren sie auf diese Erkenntnis? 2 von 5

Schon aus den Figuren hätte man so viel mehr machen können, doch David Ayer scheint mit dem Potenzial seiner exzentrischen Schurkentruppe so überfordert, dass er sie der Einfachheit halber mit einem absoluten Durchschnitts-Konflikt konfrontiert. Hinzu kommen hanebüchene Effekte und skurrile Skriptideen, die den Film immer wieder ausbremsen.


ANTONIO, IHM SCHMECKT’S NICHT! | Regie: Sven Unterwaldt Jr. | DE 2016

Antonio, ihm schmeckt's nicht!

Ein deutscher Schwiegersohn. Ein italienischer Schwiegervater. Das sorgte schon in „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ für Turbulenzen. Die schwangere Sara (Mina Tander) und ihr Mann Jan (Christian Ulmen) freuen sich auf ihre Flitterwochen zu zweit in New York. Endlich die ersehnte, traute Zweisamkeit! Schön wär’s. Bereits am Flughafen bereitet Papa Antonio (Alessandro Bressanello) dem Pärchen eine „bombige“ Überraschung und auf einmal fliegen drei statt zwei in die Flitterwochen. Dieser Honeymoon mit Schwiegervater-Trip stellt sowohl die Beziehung des frisch verheirateten Paares als auch das Verhältnis zwischen Antonio und Jan auf eine ziemlich harte Probe. Gleichzeitig prallt dann auch noch deutsch-italienische Kultur auf den amerikanischen Lifestyle. Ein turbulentes, herzlich komisches Familienchaos beginnt


CONNI & CO |  Regie: Franziska Buch |  USA 2016

Conni & Co

Emma Schweiger übernimmt die Rolle der aufgeweckten, abenteuerlustigen Conni. Immer mit dabei ist ihr bester Freund Paul, gespielt von Oskar Keymer, der sich im Kinofilm zwischen Conni und seinen coolen neuen Freunden entscheiden muss. Kim Bitter und Ken Duken spielen Connis Eltern Annette und Jürgen, die von ihrer Tochter Conni und ihrem Sohn Jakob (Ben Knobbe) ganz schön auf Trab gehalten werden. Heino Ferch übernimmt die Rolle des undurchschaubaren Schuldirektors, der eigentlich mit Kindern nicht viel anfangen kann und nur von seiner teuren Villa mit gelbem Liegestuhl träumt. Um an sein Ziel zu gelangen, will er mit Connis Hund Frodo das ganz große Geld machen: Frodo soll das „tierische“ Testimonial einer Hundefutter-Marke werden. Auch Kurt Krömer, Anneke Kim Sarnau und Til Schweiger sind in Rollen zu sehen.


ALLES WAS KOMMT | Regie: Mia Hansen-Løve | FR/DE 2016
Alles was kommt

Gerade schien Nathalies Leben noch in bester Ordnung zu sein: Ein Beruf mit Berufung als Philosophielehrerin, eine eigene Lehrbuchreihe, eine stabile Ehe seit 25 Jahren und zwei fast erwachsene Kinder. Doch dann wird plötzlich alles anders. Ihr Mann verlässt sie für eine Andere, ihre exzentrische Mutter – die sonst Tag und Nacht um Nathalies Aufmerksamkeit buhlt – muss ins Altersheim und der Verlag deklariert ihre Bücher als altbacken und fordert eine Rundum-Modernisierung. Doch Nathalie, die die großen Gedanken stets den großen Gefühlen vorzieht, ist fest entschlossen, erhobenen Hauptes den Widerständen des Lebens zu trotzen und offen zu bleiben für alles, was kommt. „Alles was kommt“ ist ein starkes Frauenporträt und zugleich eine warmherzige Reflektion über Umbrüche, Älterwerden und Sinnsuche.


Heimkinotipp: A WAR | Regie: Tobias Lindholm | DK 2015

A War

Kommandant Claus Pedersen (Pilou Asbæk) und seine dänische Einheit sind fern der Heimat in der afghanischen Provinz stationiert. Wie seine Kollegen hat auch Claus in der Heimat Frau und Kinder zurückgelassen, die tagtäglich um sein Leben bangen. Als die Kompanie ins Kreuzfeuer der Taliban gerät, fordert Pedersen Luftverstärkung an, um das Leben seiner Männer zu retten. Dabei trifft Claus eine Entscheidung, die er später noch bitter bereuen wird. Frühzeitig wird der Soldat nach Hause geschickt. Zurück in der Heimat muss sich der dreifache Familienvater schließlich vor Gericht verantworten, weil bei dem Einsatz unschuldige Zivilisten getötet wurden. Ein zermürbender Prozess beginnt, der ihn auch immer mehr in ein moralisches Dilemma bringt. 5 von 5

Ohne auch nur ansatzweise so etwas wie Effekthascherei zu betreiben, schildert Tobias Lindholm in „A War“ den Krieg so wie er ist: grausam. Dafür braucht es keine drastischen Bilder, keine zum Helden hochstilisierten Hauptfiguren und keinen amourösen Konflikt, sondern einzig und allein einen Blick darauf, wie es an der Front und anschließend zuhause wirklich ist.

Das startet am 11. August 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 11. August, dessen größter Start ein Teil der deutschen Presse (und damit unter anderem mir) noch nicht gezeigt wurde: „Jason Bourne“. Der insgesamt fünfte Teil der Spy-Reihe trumpft damit auf, dass nach dem Gastspiel von Jeremy Renner nun Matt Damon wieder mit an Bord des von Paul Greengrass inszenierten Franchises ist. Erste Kritiken sind weitestgehend wohlwollend, die Trailer können bislang nur wenig Aufschluss darüber geben, was uns hier erwartet. Man darf gespannt sein. Des Weiteren startet der zweite Teil der auf Kids und Teens mit ADHS zugeschnittenen „Teenage Mutant Ninja Turtles“-Reihe, eine sympathisches aber doch weitestgehend seichtes Schriftsteller-Biopic, der dritte Eberhofer-Krimi und ein weiterer Teilnehmer am inoffiziellen Kinokampf um die Krone für den „besten französischen Film des Jahres“. Der hier wird es wohl eher nicht werden… 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

GENIUS | Regie: Michael Grandage | UK/USA 2016

Genius

Für Lektor Maxwell Perkins ist klar, was einen grandiosen Roman ausmacht: Im New York der 1920er Jahre nimmt er gegen alle Widerstände seines Verlagshauses „Scribner’s Sons“ noch unbekannte aber höchst talentierte Autoren wie Ernest Hemingway oder F. Scott Fitzgerald erstmals unter Vertrag. Als der junge Thomas Wolfe mit einer losen, tausendseitigen Blättersammlung in Perkins‘ Büro auftaucht, sagt ihm sein Instinkt sofort: Hinter diesem Chaos verbirgt sich ein literarisches Genie! Perkins versucht, die überschäumenden Texte des exzentrischen Künstlers zu bändigen, Lektor und Autor kämpfen um jede Formulierung. Es entsteht eine Freundschaft, die sowohl Wolfes Geliebte, als auch Perkins‘ Ehefrau eifersüchtig macht und ihre Geduld strapaziert. 3 von 5

„Genius“ entwickelt sich von einem spritzigen Gefecht zwischen Autor und Lektor zu einem weitestgehend standardisierten Künstlerporträt, das technisch gefällt, mit guten Darstellern überzeugen kann, dem aber das Besondere fehlt.


TEENAGE MUTANT NINJA TURTLES 2 | Regie: Dave Green | USA/HKG/CHN/CAN 2016

Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows

Die coole Heldentruppe um Leonardo und seine Brüder Raphael , Michelangelo und Donatello muss sich erneut dem Kampf gegen das Böse stellen: Erzfeind Shredder (Brian Tee) hetzt den Kult-Schildkröten seine Kampfmutanten Bebop (Gary Anthony Williams) und Rocksteady (Stephen Farrelly) auf den Panzer. Während sich die Turtles in Topform bringen, um es mit Shredder und seiner neuen Gang aufnehmen zu können, stehen sie plötzlich und ohne Vorwarnung einem viel bösartigeren Gegner gegenüber: dem berühmt-berüchtigten Krang. Doch die vier grünen Helden bekommen Unterstützung von Casey Jones (Stephen Amell), den nur ein Lächeln von April O’Neil (Megan Fox) in die Knie zwingen kann. Mit vereinter Turtles-Power schicken sich die sechs an, ihre Gegner mächtig aufzumischen. 2 von 5

Regisseur Dave Green hat gut daran getan, die Kritik zum Vorgänger aufzugreifen und „Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows“ selbstironischer zu gestalten. Trotzdem ist seine neueste Regiearbeit ein weitestgehend liebloser Popcorn-Blockbuster von der Stange, bei dem die Effekte überzeugen, alles andere dagegen nicht.


WILLKOMMEN IM HOTEL MAMA | Regie: Eric Lavaine | FR 2016

Willkommen+im+Hotel+Mama

Die temperamentvolle Jacqueline Mazerin genießt ihr komfortables Leben als Witwe im Ruhestand. Seit Jahren führt die dreifache Mutter eine glückliche Liebesbeziehung mit ihrem Nachbarn Jean, die sie bisher jedoch vor ihren Kindern geheim gehalten hat. Als ihre 40-jährige Tochter Stéphanie von heute auf morgen Job und Wohnung verliert, nimmt sie Stéphanie wieder bei sich auf. Allerdings wirbelt das liebe Töchterlein nicht nur gehörig ihren sonst so ruhigen Alltag durcheinander, sondern sie macht es Jacqueline auch noch extrem schwierig, sich weiterhin unbemerkt mit ihrem Liebhaber zu treffen. Da ist reichlich Einfallsreichtum gefragt, um den unangenehmen Fragen ihrer Tochter aus dem Weg zu gehen, aber dennoch kann sie nicht verhindern, dass es durch ihre nächtlichen Eskapaden für wilde Spekulationen sorgen. 2 von 5

„Willkommen im Hotel Mama“ ist eine Aneinanderreihung von albernen Einzelszenen, die im Kontext – eine anstrengende Familie ist zu blöd, sich an einen Tisch zu setzen und einfach mal miteinander zu reden – nicht etwa amüsant, sondern anstrengend wirken.


JASON BOURNE |  Regie: Paul Greengrass |  USA 2016

Jason Bourne

Jason Bourne lebt verborgen im Untergrund. Als seine alte Verbündete Nicky Parsons (Julia Stiles) ins Visier der CIA gerät, taucht Bourne wieder auf, um ihr zu helfen. Mit neuen Informationen zu seiner Vergangenheit konfrontiert, wird dem ehemaligen Top-Spion der CIA bald klar, dass er sich in akuter Lebensgefahr befindet. Denn die CIA hat nicht nur ihre beste Cyber-Spezialistin Heather Lee (Alicia Vikander) auf ihn angesetzt, sondern auch einen Spezialagenten (Vincent Cassel), der vor nichts zurückzuschrecken scheint. Die halsbrecherische Flucht vor seinen Gegnern und die Suche nach Vergeltung verschlagen ihn durch ganz Europa und die halbe Welt. Meist mit nicht mehr als seinen bloßen Händen bewaffnet, sieht er einer globalen Verschwörung entgegen. Wem kann Bourne trauen – außer sich selbst? 2 von 5

„Jason Bourne“ hat handwerklich toll in Szene gesetzte Actionszenen zu bieten, die von Kamera und Schnitt jedoch ruiniert werden. Erzählerisch hat dieser fünfte Teil der „Bourne“-Reihe nicht bloß keinerlei Auswirkungen auf die titelgebende Hauptfigur, am Ende ist auch der Zuschauer genau so schlau wie vorher. Und die einzigen interessanten Charaktere werden verheizt.


SCHWEINSKOPF AL DENTE  |  Regie: Ed Herzog | DE 2016

Schweinskopf al dente

Dorfpolizist Franz Eberhofer kommt nicht zur Ruhe. Irgendwas ist ja immer los, selbst in der tiefsten bayerischen Provinz Niederkaltenkirchens, wo Eberhofer seinen Beruf als Gesetzeshüter mit der ihm eigenen bajuwarischen Entspanntheit ausübt. Damit ist es aber schlagartig vorbei: Franz’ On-Off-Freundin Susi hat ihn kurzerhand verlassen, um mit ihrem italienischen Verehrer in seiner Pizzeria am Gardasee neu durchzustarten. Denn der Franz ist ja nicht bereit zu einem Bekenntnis. Zudem ist da noch die unangenehme Sache mit dem Küstner, einem entflohenen Psychopathen, der auf Rache sinnt. Ganz oben auf seiner Liste: Franz’ Vorgesetzter Moratschek, der die Panik kriegt, als er nachts einen blutigen Schweinskopf in seinem Bett vorfindet. Schon befindet sich Franz mittendrin in neuen Ermittlungen… 2 von 5

„Schweinskopf al dente“ liefert wie gewohnt bayerischen Lokalkolorit im Krimi-Gewand, der außer einem schillernden Schurken nichts Neues bietet und obendrein darunter leidet, dass die Hauptplot von zu vielen Nebenhandlungssträngen ausgebremst wird. Die Eskapaden aus Niederkaltenkirchen wären in einer halbstündigen Vorabendserie besser aufgehoben.


BARBERSHOP: THE NEXT CUT | Regie: Malcolm D. Lee | USA 2016
Barbershop: The Next Cut

Über zehn Jahre sind vergangen seit unserem letzten Besuch in Calvin’s Barbershop. Calvin (Ice Cube) gibt es immer noch – ebenso wie Eddie (Cedric the Entertainer) und die übrigen langjährigen Mitarbeiter. Doch im Frisörsalon verändert sich einiges. Vor allem hat sich in der einstigen Männerdomäne die Frauenquote durchgesetzt: Die Damen bringen ihre eigene Duftnote mit – von ihrem Hang zu Klatsch und Dramatik ganz zu schweigen. Jedenfalls werden die Jungs immer wieder kräftig aufgemischt. Die Stimmung und die Kameradschaft im Barbershop sind zwar vorbildlich, aber draußen vor der Tür geht es mit dem Viertel rapide bergab. Calvin und sein Team können bald gar nicht mehr anders: Sie müssen alle an einem Strang ziehen, um nicht nur den Salon, sondern den gesamten Stadtteil zu retten.


 Heimkinotipp: 10 CLOVERFIELD LANE | Regie: Dan Trachtenberg | USA 2016

10 Cloverfield Lane

Die junge Frau Michelle (Mary Elizabeth Winstead) erwacht nach einem schweren Unfall in einem unterirdischen Bunker. Alles deutet darauf hin, dass sie entführt wurde. Doch Howard, der Mann, der sie hier unten festhält (John Goodman), behauptet, die Frau vor etwas „da draußen“ beschützen zu wollen. Auch Michelles Mitgefangener Emmett (John Gallagher Jr.) erzählt ihr von so etwas wie einem Blackout, doch nach und nach entwickeln die beiden Zweifel daran, dass an Howards Geschichte tatsächlich etwas dran ist. Schon bald befinden sie sich vor der entscheidenden Frage, auf welcher Seite der Tür sich das wahre Monster befindet. Gelingt es ihnen, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden? 4 von 5

„10 Cloverfield Lane“ hat nichts mit seinem Vorgänger zu tun und ist doch so viel besser. Regisseur Dan Trachtenberg gelingt ein mit pfiffigen Wendungen und interessanten Figuren gespickter Thriller, der über die leisen Töne funktioniert und aufgrund der unberechenbaren Ausgangslage nie langweilig wird. Am Finale werden sich die Geister scheiden.

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