Schlagwort-Archiv: Oscars 2014

Oscars 2014: Longlist „Bester Song“

Von einer Shortlist kann man bei dieser Auswahl gewiss nicht mehr sprechen. Die Vorauswahl in der Kategorie „Bester Song“ besteht aus insgesamt 75 musikalischen Beiträgen. Bei einer derart großen Auswahl an Songs geht eine richtige Prognose fast schon in Richtung Hellsehen. So möchte auch ich mich auf meine Vorschläge nicht festnageln lassen, sehe in diesen fünf Songs allerdings diejenigen, die eine Chance hätten, nominiert zu werden. Weiterlesen

Die Golden Globes 2014: Prognose

Am Sonntag, den 12. Januar 2014 geht es in der Award-Saison 2014 einen entscheidenen Schritt voran. Dann nämlich werden im kalifornischen Beverly Hills die 71. Golden Globe Awards verliehen. Als Host fungieren in diesem Jahr Tina Fey („Date Night“) und Amy Poehler („Parcs and Recreation“). Ich wage mich an eine Prognose und bin gespannt, wie richtig ich in diesem Jahr liege. Weiterlesen

Oscars 2014: Shortlist „Bester ausländischer Film“

Die dritte Shortlist zur kommenden Oscar-Verleihung wurde veröffentlicht. Nach den besten visuellen Effekten und dem besten Make Up und Hairstyling widmen wir uns heute dem „Besten nicht englischsprachigen Film“. Aus der Vorauswahl von neun Filmen werden schlussendlich fünf Filme um den Oscar kämpfen. Mein Favorit in dieser Konkurrenz steht bereits fest.

Die Vorauswahl:

– The Broken Circle (Belgien)
– Aus dem Leben eines Schrottsammlers (Bosnien & Herzegowina)
– Die Jagd (Dänemark)
– Zwei Leben (Deutschland)
– The Grandmaster (Hong Kong)
– La Grande Bellezza – Die große Schönheit (Italien)
– The Missing Picture (Kambotscha)
– Omar (Palästina)
– Das große Heft (Ungarn)

Die Nominierten in dieser Kategorie zu prognostizieren, ist angesichts das Tatsache, dass nicht alle Filme hierzulande erschienen sind und so von mir gesichtet werden konnten, relativ schwierig. Ein Blick auf die europäischen Filmfestivals gibt jedoch oft Aufschluss über die Nominierungschancen. So lege ich mich bei der ersten Nominierung auf den belgischen Beitrag THE BROKEN CIRCLE fest. Das Drama, das den Verlust eines Kindes zweier Eltern thematisiert gewann einige Indie-Filmpreise und gehörte dort aufrund seiner sanften Erzählweise immer zu den Publikumslieblingen.

Danis Tanovic, der Regisseur von AUS DEM LEBEN EINES SCHROTTSAMMLERS ist in dieser Kategorie kein Unbekannter. 2002 gewann der Bosnier mit „No Man’s Land“ schon einmal einen Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film. Für einen Regiedebütanten ein beachtlicher Erfolg. Nach einigen weiteren kleinen Produktionen überzeugte der Filmemacher mit seinem neusten Werk wieder einmal die Kritiker, gewann bei der Berlinale 2013 den Großen Preis der Jury sowie den Preis für den Besten Hauptdarsteller (Nazif Mujic). Die Academy scheint den Regisseur zu mögen. Sollte sie von der herben Ästhetik des Filmes nicht allzu abgeschreckt sein, ist die dramatische Milieustudie ein heißer Anwärter auf Tanovics zweiten Oscar.

Das Drama von Thomas Vinterberg ist mit seiner niederschmetternden Thematik einer der bedrückendsten Filmbeiträge des Jahres. Gleichzeitig liefert Mads Mikkelsen in DIE JAGD die wohl beste Leistung eines männlichen Darstellers 2013 ab. Ohne viel Effekthascherei schildert der Film, wie das Leben eines unschuldig der Pädophilie beschuldigten Mannes um ihn herum zusammenbricht. Die moralischen Mechanismen die hinter einem solchen Ereignis greifen, sind dabei nur ein Teil eines in sich solch runden Films, dass er im Drama-Genre nah an der Perfektion kratzt. Dazu die fiebrige Bildsprache, die den bodenständigen Look immer wieder symbolisch durchbricht und großartige Darstellerleistungen machen diesen Film zu meinem Favoriten in dieser Kategorie.

Italien: La Grande Bellezza

Und plötzlich war er da: Paolo Sorrentinos Tragikomödie LA GRANDE BELLEZZA wurde bereits Anfang des Jahres auf dem Filmfestival in Cannes gezeigt, festigte seine Stellung als heißer Oscar-Anwärter jedoch erst im Laufe sämtlicher europäischer Filmfestivals des vergangenen Jahres. Anfang Dezember heimste der Film, der von einem oberflächlichen Lebemann erzählt, der am Tage seines Geburtstages beschließt, sein Leben in eine andere Richtung zu lenken, beim Europäischen Filmpreis sämtliche wichtigen Auszeichnungen ein. Darunter auch die Preise für die Beste Regie und den Besten Film.

Als letzten potentiellen Anwärter tippe ich verhältnismäßig blind auf DAS GROßE HEFT vom ungarischen Regisseur János Szász. Die Romanverfilmung eines Mitte der Achtziger verfassten Romans, der das Leben zwei auf sich allein gestellter, im Krieg aufwachsenden Brüder thematisiert, gewann in diesem Jahr den Sonderpreis beim Internationalen Filmfestival Karlovy Vary. In der Vergangenheit war dieser Preis zwar weniger als Oscar-Indikator bekannt, der hervorragende Ruf bei den internationalen Kritikern, die dem Film vor allem die vielen Interpretationsmöglichkeiten zugute hielten, lässt für mich jedoch den Schluss zu, dass zumindest eine Nominierung drin sein könnte.

Die Wermutstropfen:

Bereits kurz nach der Bekanntgabe des deutschen Beitrags äußerte ich meinen Unmut darüber, dass die Wahl auf ZWEI LEBEN fiel. Ein Drama, das sich sowohl die NS-Zeit als auch die DDR zum Hauptthema macht. Einfacher hätte es sich Deutschland nicht machen können und gibt sich mit dieser Wahl automatisch der Lächerlichkeit preis. Da spielt es kaum mehr eine Rolle, dass der Film von Georg Maas und Judith Kaufmann qualitativ kein schlechter ist. Mutig ist jedoch etwas anderes. Und so bedauere ich es, dass die Academy wohl nie in den Genuss von OH BOY kommen wird. Gleiches gilt für FREIER FALL und TORE TANZT.

Oscars 2014: Shortlist „Bestes Make Up und Hairstyling“

Nach den Besten visuellen Effekten wurde über Nacht eine weitere Oscar-Shortlist veröffemtlicht. Aus der Vorauswahl von sieben Filmen, die für „Bestes Make Up und Hairstyling“ vorgeschlagen wurden, werden drei übrig bleiben. Erneut versuche ich mich an einer Prognose.

Die Vorauswahl:

– American Hustle
Dallas Buyers Club
Der große Gatsby
– Hänsel & Gretel: Hexenjäger
– Die Tribute von Panem: Catching Fire
– Jackass: Bad Grandpa
Lone Ranger

Der – an den Nominierungen gemessen – Favorit bei den Golden Globes 2014 (neben „12 Years a Slave“ natürlich), zelebriert den Look der Siebzigerjahre. Schon auf den ersten Szenenbildern erregte vor allem das Styling der Hauptdarsteller Bale, Adams, Lawrence, Cooper und Renner Aufsehen. Den Bildern geht eine enorme Authentizität nicht ab, dennoch ist die Konkurrenz in dieser Kategorie außergewöhnlich stark. Gesetzt ist AMERICAN HUSTLE daher noch lange nicht, aber ein sicherer Könnte-Sein-Kandidat, dessen Nominierung ich nachvollziehen könnte.

American Hustle

Ein Großteil des authentischen Looks zweier Aidskranker in DALLAS BUYERS CLUB geht an die Tatsache, dass sich die Hauptdarsteller Matthew McConaughey und Jared Leto um jeweils gut 30 Kilo herunterhungerten. Vor allem letzterer jedoch, der nicht nur einen Aidskranken sondern noch dazu einen Transsexuellen mimt, ist in seiner Rolle nahezu nicht wiederzuerkennen – hier haben die Make-Up-Artists ganze Arbeit geleistet. Das glaubhafte „Krank-Schminken“ gehört nicht umsonst zu den anspruchsvollsten Aufgaben für die Stylisten. Es bleibt zu hoffen, dass es da weniger ins Gewicht fällt, dass das Hairstyling hier nahezu unberücksichtigt bleibt.

Baz Luhrmanns bombastische Literaturverfilmung DER GROSSE GATSBY triumphiert weniger durch Effekt-Make-Up denn vielmehr durch das Unterstreichen des glaubhaften Zwanzigerjahre-Looks. Im Grunde ist dieses Werk also die direkte Konkurrenz zu „American Hustle“. In Kombination zu den ungeheuer prunkvollen Kostümen und die weniger aufdringlichen, somit gestellt wirkenden Make-Up-Künste sowie die durch und durch schmucken Frisuren sehe ich in „Gatsby“ den Favoriten.

Während ich HÄNSEL UND GRETEL: HEXENJÄGER zwar irgendwie schon in der Shortlist sah, kann ich mir DIE TRIBUTE VON PANEM – CATCHING FIRE in dieser Kategorie nicht erklären. Eine Nominierung in der „Beste Kostüme“-Sparte würde ich sofort unterschreiben, aber „Bestes Make Up“? So oder so werden es diese beiden Vertreter bei der starken Konkurrenz niemals unter die drei Nominierten schaffen. So zählt LONE RANGER zu meinem dritten sicheren Tipp. Wie auch bei JACKASS: BAD GRANDPA kann der „Ranger“ vor allem auf Seiten des Alterungs-Make-Ups punkten: Auf der ersten Blick ist Johnny Depp absolut nicht als alter Indianer und Geschichtenerzähler zu erkennen. Selbiges gilt auch für Johnny Knoxville alias Irving Zisman. Doch im Vergleich dazu hat „Lone Ranger“ zusätzlich noch einen herrlich fies zurechtgeschminkten William Fichtner zu bieten.

Die Wermutstropfen:

Das Effekt-Make-Up im Horror-Spaß EVIL DEAD, das – wie schon die handgemachten Effekte – fast gänzlich ohne CGI auskam, schien für mich in dieser Kategorie eigentlich nahezu sicher. Zudem hätte ich mich rückblickend für eine Nominierung für MAMA gefreut. Ebenfalls ein Horrorfilm, dessen titelgebende Horror-Mutti lediglich in der finalen Szene vom Computer animiert wurde, im überwiegenden Teil des Films allerdings tatsächlich das Ergebnis ausgeklügelten Make Ups und eben auch Hairstylings ist.

Oscars 2014: Shortlist „Beste Effekte“

Die Award-Saison 2014 hat begonnen und in der Oscar-Kategorie „Beste visuelle Effekte“ ist nun auch die erste konkrete Shortlist raus. Im diesem Fall halbiert sich die Anzahl der Nominierten bis zur Verleihung noch. Und so versuche ich mich an einer kleinen Vorab-Analyse.

Die Vorauswahl:

Elysium
Gravity
Der Hobbit: Smaugs Einöde
– Iron Man 3
Lone Ranger
– Oblivion
– Star Trek Into Darkness
Thor: The Dark Kingdom
– Pacific Rim
– World War Z

In keiner Kategorie ist der Oscar-Gewinner 2014 wohl so sicher wie in dieser. Der pompöse Weltraumthriller GRAVITY setzt optisch neue Maßstäbe, beeindruckt durch seine detailreiche, realistische Bildästhetik und triumphiert durch die sich perfekt in die Szenerie eingliedernden, unaufdringlichen CGI-Effekte. Nie gelang es einem Team, das Element der Schwerelosigkeit so naturgetreu umzusetzen wie im Falle dieses Films von Alfonso Cuaròn.

Unter den weiteren Nominierten sehe ich DER HOBBIT: SMAUGS EINÖDE. Vermutlich eine der üblichen Prinzip-Entscheidungen seitens der Academy.

Da sich die vielen Sommerblockbuster dieses Jahres vom Stil der bombastischen Effekte ähnelten, könnte ich mir vorstellen, dass es nur einen Vertreter dieser Klasse geben wird, der in dieser Kategorie um den Sieg kämpfen darf. Somit entscheide ich mich für THOR – THE DARK KINGDOM, der vor allem in der letzten halben Stunde zeigte, dass die Macher mit einer ungemeinen Spielfreude, vor allem aber Kreativität (Stichwort: Portale) an die Entwicklung der Effekte herangegangen sind, während sich „Star Trek into Darkness“, „Iron Man 3“ und „Pacific Rim“ lediglich darin zu überbieten versuchten, wer es am lautesten krachen lässt.

Auf einer ganz anderen Ebene amüsierten und beeindruckten die Effekte in Gore Verbinskis spektakulärem Action-Western LONE RANGER. Fast vollständig ohne CGI und Greenscreen gedreht, ist das Abenteuer der „Fluch der Karibik“-Macher eine Ode an die Handwerkskunst der Effektemacher.

Lone Ranger

Als Fünften in der Nominierungsliste sehe ich ELYSIUM, auch wenn ich nicht hundertprozenzig davon überzeugt bin, dass sich das Sci-Fi-Spektakel mit Matt Damon gegen die Science-Fiction-Bruchlandung mit Tom Cruise durchsetzen können wird. Handwerklich spielen beide Filme, die ihren edel-apokalyptischen Look nahezu zelebrieren, in einer Liga. Schlussendlich überzeugte mich die schnörkellose Bildästhetik von „Oblivion“ dann jedoch weniger, als die ausgefeilte Erschaffung der titelgebenen Raumstation Elysium.

Die Wermutstropfen:

Des Weiteren fehlen mir in dieser Kategorie zwei Nominierte: Zum einen ist es mir ein Rätsel, weshalb es die dreidimensionale Perle DIE FANTASTISCHE WELT VON OZ nicht einmal in die Shortlist schaffte. Im  3D-Segment sah man dieses Jahr kaum Besseres. Zudem zeigten sich die vielerorts als „too much“ abgestempelten CGI-Kulissen als herrlich märchenkompatibel und bildeten ein ganz besonderes Filmerlebnis, in welchem sich die Schauspieler perfekt zu bewegen wussten. Zudem hatte ich eine winzige Hoffnung, man würde – ähnlich des „Rangers“ – die Handarbeit mehr würdigen. Eine Nominierung für EVIL DEAD war zwar kaum abzusehen, hätte aber ein schönes Statement gesetzt.

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