Oscars 2014: Shortlist „Beste Effekte“

Die Award-Saison 2014 hat begonnen und in der Oscar-Kategorie „Beste visuelle Effekte“ ist nun auch die erste konkrete Shortlist raus. Im diesem Fall halbiert sich die Anzahl der Nominierten bis zur Verleihung noch. Und so versuche ich mich an einer kleinen Vorab-Analyse.

Die Vorauswahl:

Elysium
Gravity
Der Hobbit: Smaugs Einöde
– Iron Man 3
Lone Ranger
– Oblivion
– Star Trek Into Darkness
Thor: The Dark Kingdom
– Pacific Rim
– World War Z

In keiner Kategorie ist der Oscar-Gewinner 2014 wohl so sicher wie in dieser. Der pompöse Weltraumthriller GRAVITY setzt optisch neue Maßstäbe, beeindruckt durch seine detailreiche, realistische Bildästhetik und triumphiert durch die sich perfekt in die Szenerie eingliedernden, unaufdringlichen CGI-Effekte. Nie gelang es einem Team, das Element der Schwerelosigkeit so naturgetreu umzusetzen wie im Falle dieses Films von Alfonso Cuaròn.

Unter den weiteren Nominierten sehe ich DER HOBBIT: SMAUGS EINÖDE. Vermutlich eine der üblichen Prinzip-Entscheidungen seitens der Academy.

Da sich die vielen Sommerblockbuster dieses Jahres vom Stil der bombastischen Effekte ähnelten, könnte ich mir vorstellen, dass es nur einen Vertreter dieser Klasse geben wird, der in dieser Kategorie um den Sieg kämpfen darf. Somit entscheide ich mich für THOR – THE DARK KINGDOM, der vor allem in der letzten halben Stunde zeigte, dass die Macher mit einer ungemeinen Spielfreude, vor allem aber Kreativität (Stichwort: Portale) an die Entwicklung der Effekte herangegangen sind, während sich „Star Trek into Darkness“, „Iron Man 3“ und „Pacific Rim“ lediglich darin zu überbieten versuchten, wer es am lautesten krachen lässt.

Auf einer ganz anderen Ebene amüsierten und beeindruckten die Effekte in Gore Verbinskis spektakulärem Action-Western LONE RANGER. Fast vollständig ohne CGI und Greenscreen gedreht, ist das Abenteuer der „Fluch der Karibik“-Macher eine Ode an die Handwerkskunst der Effektemacher.

Lone Ranger

Als Fünften in der Nominierungsliste sehe ich ELYSIUM, auch wenn ich nicht hundertprozenzig davon überzeugt bin, dass sich das Sci-Fi-Spektakel mit Matt Damon gegen die Science-Fiction-Bruchlandung mit Tom Cruise durchsetzen können wird. Handwerklich spielen beide Filme, die ihren edel-apokalyptischen Look nahezu zelebrieren, in einer Liga. Schlussendlich überzeugte mich die schnörkellose Bildästhetik von „Oblivion“ dann jedoch weniger, als die ausgefeilte Erschaffung der titelgebenen Raumstation Elysium.

Die Wermutstropfen:

Des Weiteren fehlen mir in dieser Kategorie zwei Nominierte: Zum einen ist es mir ein Rätsel, weshalb es die dreidimensionale Perle DIE FANTASTISCHE WELT VON OZ nicht einmal in die Shortlist schaffte. Im  3D-Segment sah man dieses Jahr kaum Besseres. Zudem zeigten sich die vielerorts als „too much“ abgestempelten CGI-Kulissen als herrlich märchenkompatibel und bildeten ein ganz besonderes Filmerlebnis, in welchem sich die Schauspieler perfekt zu bewegen wussten. Zudem hatte ich eine winzige Hoffnung, man würde – ähnlich des „Rangers“ – die Handarbeit mehr würdigen. Eine Nominierung für EVIL DEAD war zwar kaum abzusehen, hätte aber ein schönes Statement gesetzt.