Schlagwort-Archiv: Craig Gillespie

19. August 2021: Die deutschen Kinostarts

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY. Diese Woche geht es um den 12. August 2021, an dem mit „Free Guy“ ein Film startet, den vorab wohl so keiner richtig auf dem Zettel hatte. Doch nun entpuppt sich das Ryan-Reynolds-Vehikel automatisch als einer der positivsten, sympathischsten Filme des Jahres. Ein Stückweit gilt das auch für „Dream Horse“, einen Film über die wahre Geschichte einer Tippgemeinschaft, die sich ohne jedwedes Fachwissen ein Rennpferd kauft und schon bald Sieg um Sieg einfährt. Nur dass es hier auch ein klein wenig dramatisch zugehen darf. Das andere Ende der Fahnenstange ist mit „Buddy Games“ dann übrigens auch erreicht. Ein Kandidat auf den Titel „schlechtester Film des Jahres“.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Übrigens: Das erste Mal in „Wessels‘ Weekly“-Zeiten gibt es diese Woche keinen Heimkinotipp. Es startet einfach nichts… Ich wünsche Euch natürlich trotzdem viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

PROMISING YOUNG WOMAN | Regie: Emerald Fennell | UK/USA 2020

Tagsüber geht Cassie (Carey Mulligan) einem trostlosen Job im örtlichen Café nach. Doch nachts zieht sie in verführerischer Kleidung durch Clubs und Bars, um die Aufmerksamkeit von Männern zu erregen. Denn viele, da ist Cassie sicher, halten sich zwar für anständig, doch unter den entsprechenden Umständen, zögern sie nicht, hilflose Frauen auszunutzen. Und genau diesen Umstand will sie beweisen. Zugegeben: Diese Freizeitbeschäftigung ist nicht unbedingt das, was man von einer hochintelligenten jungen Frau erwartet hätte, die einst eine glänzende Zukunft vor sich zu haben schien. Doch für Cassie ist das Ganze Teil einer freiwillig gewählten Mission. Im richtigen Moment dreht sie den Spieß um und lässt die vermeintlichen Kavaliere am eigenen Leib spüren, dass sie Frauen – ganz gleich ob nüchtern oder berauscht – mit Respekt behandeln sollten.

Mit ihrem stilsicher inszenierten Thriller „Promising Young Woman“ gibt Regiedebütantin Emerald Fennell dem Genre des Rape-and-Revenge-Films einen völlig neuen Dreh. Einer bitter-realistischen Anklage lässt sie einen exaltierten Racheakt folgen, in dem Hauptdarstellerin Carey Mulligan nicht zur klassischen Heldenfigur mutiert. Die Genugtuung findet nicht im Film selbst statt. Die Genugtuung ist, dass es diesen Film überhaupt gibt.


ESCAPE ROOM 2 – NO WAY OUT | Regie: Adam Robitel | USA 2021

Zoey Davis (Taylor Russell) und Ben Miller (Logan Miller) gelang einst das vermeintlich Unmögliche: Sie entkamen gemeinsam den tödlichen Escape Rooms der sinistren Organisation Minos. Zwar schenkt ihnen niemand Glauben, doch wenigstens haben sie einander – und den Plan zurückzuschlagen. Wenn da nicht die stetigen Ängste und Albträume wären, die die beiden in ihrem Leben stark beeinträchtigen. Und überhaupt schlägt ihr Plan fehl. Denn urplötzlich – und gegen ihren Willen – befinden sie sich in einem ultrakomplexen Escape-Turnier, mit dem Minos frühere Champions triezt. Neben Zoey und Ben befinden sich die strenge Rachel Ellis (Holland Roden), der zornige Theo (Carlito Olivero), der mit seinem Glauben hadernde Nathan (Thomas Cocquerel) und die vernarbte Influencerin Brianna Collier (Indya Moore) in den Klauen von Minos. Können sie sich in die Freiheit knobeln?

Das haben wir uns doch alle gewünscht! Noch mehr von dem, was „Escape Room“ schon aufgefahren hat: Mit weniger Überraschungseffekt, aber mit einem mitreißend zügigen, erzählerischen Schmiss versehen, führt „Escape Room: No Way Out“ den Überraschungshit von 2019 konsequent fort.


SUPERINTELLIGENCE | Regie: Ben Falcone  | USA 2020

Der unscheinbaren Carol Peters (McCarthy) ist noch nie in ihrem Leben etwas Außergewöhnliches passiert. Sie schlägt sich durch ihren Alltag, besucht regelmäßig Bewerbungsgespräche, nach denen sie dann doch nicht genommen wird und engagiert sich ehrenamtlich. Als eines Tages ihr Fernseher, Telefon und die Mikrowelle anfangen, schnippische Antworten zu geben, nimmt sie logischerweise an, dass jemand sie veräppelt. Oder sie den Verstand verloren hat. Tatsächlich jedoch hat die erste Superintelligenz der Welt (im Original gesprochen von James Corden) sie als Forschungsobjekt auserwählt und die Kontrolle über ihr Leben übernommen – mit dem viel größeren, bedrohlichen Ziel, die Kontrolle über alles zu erlangen. Auf einmal ist Carol die letzte Hoffnung der Menschheit, um zu verhindern, dass die zickige künstliche Intelligenz sich entscheidet, den Stecker zu ziehen. Dafür muss sie erstmals über sich hinaus wachsen…

Regisseur Ben Falcone gelingt mit der Actionkomödie „Superintelligence“ seine bisher angenehmste Zusammenarbeit mit Schauspielerin Melissa McCarthy, die hier deutlich mehr schauspielern als sich zum Affen machen darf. Zusammen mit Sympathieträger Bobby Cannavale und einem akustisch stets präsenten James Corden gelingt es ihr, den trotz der Prämisse bisweilen beliebigen Plot mit dem notwendigen Herzblut zu versorgen.


SNAKE EYES – G.I. JOE ORIGINS | Regie: Robert Schwentke | CAN/USA 2021

Der junge Snake Eyes (Henry Golding), ein beharrlicher Einzelgänger, wird in den ehrwürdigen japanischen Arashikage-Clan aufgenommen, nachdem er das Leben des designierten Thronfolgers gerettet hat. Nach seiner Ankunft in Japan lehren ihn die Arashikage die Kunst der Ninja und bieten ihm gleichzeitig, wonach er sich schon immer gesehnt hat: ein Zuhause. Doch eines Tages werden Geheimnisse aus seiner Vergangenheit enthüllt: Snake Eyes Ehre und Loyalität werden auf die Probe gestellt und er läuft Gefahr, das Vertrauen derer zu verlieren, die ihm am nächsten stehen.

Der deutsche Action-Spezialist Robert Schwentke („R.E.D. – Älter.Härter.Besser.“) führt Regie bei „Snake Eyes: G.I. Joe Origins“, und auch für die Produktion zeichnen wahre Action-Profis verantwortlich: Brian Goldner („Transformers“-Reihe), Erik Howsam („G.I. JOE – Die Abrechnung“) und Lorenzo di Bonaventura („Bumblebee“,) sowie David Ellison („Star Trek: Beyond“) und Jeff G. Waxman („John Wick“, „John Wick: Kapitel 2“).


BEFLÜGELT – EIN VOGEL NAMENS PENGUIN BLOOM | Regie: Glendyn Ivin  | USA/CAN 2019

Sam Bloom führt mit ihrem Mann Cameron und ihren drei Söhnen ein erfülltes, glückliches Leben in der Nähe von Sydney. Sam und Cameron, verliebt wie am ersten Tag, verbringen ihre Tage voller Aktivität mit ihren Jungs an den traumhaften Stränden ihrer Heimat. Die Familie Bloom ist glücklich – bis eines Tages ein schrecklicher Unfall ihr Leben für immer verändert. Auf einer Urlaubsreise nach Thailand stürzt Sam schwer und ist fortan querschnittsgelähmt. Sam ist verzweifelt, hadert mit ihrem Schicksal. Es fällt ihr schwer neuen Lebensmut zu finden. Doch dann tritt Penguin in das Leben der Familie Bloom, eine kleine verletzte Elster, die ihr Sohn Noah mit nach Hause bringt. Zunächst wenig begeistert, ahnt Sam noch nicht, wie wichtig dieser kleine, fluguntüchtige Vogel für sie und ihre Familie werden wird. Dennoch sorgt sie für den Vogel und pflegt ihn gesund. Und langsam beginnt Sam, Parallelen zwischen ihrer Lebenssituation und dem Schicksal des Tieres zu spüren…


Cruella

Der Teufel trägt Dalmatiner-Pelz: „I, Tonya“-Regisseur Craig Gillespie erzählt in CRUELLA, wie die gleichnamige „101 Dalmatiner“-Schurkin zu dem wurde, was sie ist. Das Ergebnis ist ein extravaganter Mix aus „Der Teufel trägt Prada“, „Joker“ und natürlich seiner Zeichentrickvorlage. Mehr dazu verraten wir in unserer Kritik.

OT: Cruella (USA 2021)

Weiterlesen

2018 – Die Plätze 40 bis 31

Es ist vorbei! Zwölf Monate voller verschiedener Filme – satte 328 an der Zahl – so viele wie noch nie zuvor! Die ärgerlichsten, nervigsten und anstrengendsten Vertreter habe ich bereits in meinen Flops abgefrühstückt. Doch ich kann den Jahreswechsel nicht guten Gewissens antreten, ehe nicht auch all jene Filme ausführlich gewürdigt wurden, die mir in diesem Jahr ganz besonders am Herzen lagen. Entsprechend folgen an dieser Stelle und in den kommenden Tagen meine 40 Lieblingsfilme des Jahres 2018. Und weil das in den letzten Jahren ja immer schon so gut geklappt hat, weise ich nun noch einmal auf Folgendes hin: Hierbei handelt es sich nicht um die aus Kritikersicht besten Filme des Jahres, sondern ausschließlich um meine ganz persönlichen, vollkommen subjektiv ausgewählten Lieblingsfilme! Doch genug der Theorie! Hier kommen also meine ersten zehn Lieblingsfilme aus über 300, die zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember hierzulande in Deutschland erschienen sind. Und auch diesmal habe ich nicht bloß Kinofilme, sondern auch Direct-to-DVD-Produktionen und solche berücksichtigt, die auf Streamingplattformen erschienen sind. Viel Spaß!

Weiterlesen

Zehn Filme, die mir das 1. Quartal 2018 versüßt haben

Zum Ende eines jeden Monats veröffentliche ich in den sozialen Netzwerken meine fünf ganz persönlichen Lieblingsfilme sowie meine Flops der vergangenen Wochen. Um diese Filme in Zukunft ein wenig mehr zu würdigen, oder zu erklären, weshalb mir Film XY eben so gar nicht gefallen hat, präsentiere ich in meiner ZEHN FILME-Rubrik nun nochmal meine zehn Lieblings- und Hassfilme des vergangenen Quartals inklusive Trailer, in der Hoffnung, Ahnungslosen einen kleine Orientierung zu geben, was man im Kino auf keinen Fall verpassen sollte und was man getrost links liegen lassen darf. Gern seid Ihr unterhalb des Postings dazu aufgefordert, Eure Lieblings- und Hassfilme der vergangenen drei Monate zu veröffentlichen. Viel Spaß!

Weiterlesen

Das startet am 22. März 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 22. März, an dem der für die breite Masse relevanteste Start noch nicht der Presse gezeigt wurde. Mehr zu „Pacific Rim: Uprising“ gibt’s am Dienstag an dieser Stelle zu lesen. Dafür reiht sich in dieser Woche eine ungewöhnliche Produktion an die nächste: ein Kinderfilm, der eigentlich „Deadpool Light“ ist, ein Biopic, das eigentlich eine Mockumentary ist und ein Mysterythriller, doch noch so viel mehr ist.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THELMA  | Regie:  Joachim Trier | NOR/FR/DK/SWE 2017

Die schüchterne Thelma (Eili Harboe) verlässt ihr streng religiöses und konservatives Elternhaus in der ländlichen Idylle der norwegischen Wälder, um in der norwegischen Metropole Oslo zu studieren. Als sie auf dem Campus ihre Kommilitonin Anja (Kaya Wilkins) kennenlernt, entwickelt sich zwischen den beiden eine starke Anziehungskraft, aus der schon bald Liebe wird. Zum ersten Mal in ihrem Leben genießt sie die Zwanglosigkeit der Jugend, feiert ausgelassene Partys und entdeckt langsam aber sicher ihre Weiblichkeit. Doch plötzlich erlebt Thelma immer häufiger epilepsieartige Anfälle und es beschleicht sie der Verdacht, dass mit ihrem Befreiungsschlag auch übersinnliche Fähigkeiten freigesetzt wurden, die in ihrer Familiengeschichte tief verwurzelt sind. Sie wendet sich an einen Arzt, doch auch der kann ihr zunächst nicht weiterhelfen…

„Thelma“ ist schon deshalb etwas Besonderes, weil Regisseur Joachim Trier nicht den Fehler begeht, die komplette Faszination seiner Hauptfigur entschlüsseln zu wollen. Stattdessen erzählt er einfach eine hochatmosphärisch inszenierte Geschichte über ein Mädchen, das nicht weiß, wie ihm geschieht, als es plötzlich von epileptischen Anfällen durchgeschüttelt wird. Alles Weitere sollte man ohne viel Vorwissen selbst erleben.


I, TONYA | Regie: Craig Gillespie | USA 2017

Sie war die berühmteste Person der Welt – nach Bill Clinton. Als erste Amerikanerin der Welt vollzog die Ausnahmesportlerin Tonya Harding (Margot Robbie) innerhalb eines Wettbewerbs gleich zweimal den sogenannten Dreifach-Axel – einen der anspruchsvollsten Sprünge im Eiskunstlauf. Ihr Name wird jedoch für alle Zeiten mit dem schlecht geplanten und stümperhaft durchgeführten Attentat auf ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan (Caitlin Carver) in Verbindung bleiben, das ihre Erzrivalin trainingsunfähig machen und Tonya den Sieg in den amerikanischen Meisterschaften sichern sollte – doch alles kam anders, als sich langsam herausstellen sollte, dass die ganze Tat nicht unbedingt von den klügsten Menschen geplant wurde…

Mit seinem ungewöhnlich erzählten Mockumentary-Biopic „I, Tonya“ wird Regisseur Craig Gillespie der darin porträtierten, faszinierenden Ex-Eisläuferin Tonya Harding zu jedem Zeitpunkt gerecht – genau wie Margot Robbie, die hier ihre bislang beste Performance abliefert.

PETER HASE  | Regie: Will Gluck | UK/AUS/USA 2018

Der freche, aber gutmütige Peter Hase führt seit vielen Jahren einen Kleinkrieg mit dem mürrischen Mr. McGregor, dem ein üppig bewachsener Obst- und Gemüsegarten gehört. Der Alte findet die puscheligen Vierbeiner nämlich alles andere als niedlich und scheucht sie immer wieder verzweifelt von seinem Grund und Boden. Diese Fehde erreicht plötzlich ungeahnte Ausmaße, als Peter den alten McGregor – eher aus Versehen – zur Strecke bringt. Fortan gehört der Garten der Hasenfamilie und sämtlichen Tieren des Waldes. Und auch die tierliebe und warmherzige Nachbarin Bea schaut regelmäßig nach dem Rechten. Da steht eines Tages McGregors Neffe Jeremy auf der Matte und ist auf dem besten Wege, es seinem tierunfreundlichen Onkel gleichzutun und es sich auf ewig mit den Häschen zu verscherzen. 

Mit Beatrix Potters harmloser Kinderbuchvorlage hat die mit starken Trickeffekten gespickte Leinwandadaption „Peter Hase“ nichts mehr zu tun. Was Regisseur Will Glück stattdessen daraus gemacht hat, ist ein einzigartiger Clash aus liebenswürdigem Familienabenteuer der Marke „Paddington“ und derben Metaspäßen im Stile von „Deadpool“.


MIDNIGHT SUN – ALLES FÜR DICH | Regie: Scott Speer | USA 2018

Musik ist alles im Leben der 17-jährigen Katie: Tagsüber komponiert sie Songs und beobachtet ihren Schwarm Charlie aus der Ferne, abends tritt sie als Straßenmusikerin auf. Als der gutaussehende Skater zufällig einen Auftritt Katies sieht, verliebt er sich in sie. Schnell kommen sich die beiden näher, doch was Charlie nicht weiß: Katie leidet seit ihrer Geburt an einer seltenen Krankheit, die jegliches Sonnenlicht zur tödlichen Gefahr macht und sie tagsüber an ihr Zuhause fesselt. Beflügelt von der neu entfachten Liebe, beschließt Katie jedoch zum ersten Mal in ihrem Leben, sich nicht mehr länger von ihrem Schicksal bestimmen zu lassen. Sie genießt Charlies Liebe und lässt sich von seiner Lebenslust und Leidenschaft mitreißen. Irgendwann ist es allerdings unausweichlich: Sie muss Charlie mit der Wahrheit konfrontieren, dass sie anders ist als andere Mädchen…

Eigentlich ist „Midnight Sun – Alles für Dich“ eine generische Teenie-Lovestory, die die meiste Zeit nicht vom vorhersehbaren Genrestandard abweicht. Doch die beiden bezaubernden Hauptdarsteller, viele wundervoll-lebensechte Einzelszenen und ein überraschendes Finale machen den Film zu mehr als bloßer Durchschnittsware – und für die Zielgruppe zu einem echten Erlebnis!


PACIFIC RIM: UPRISING  | Regie: Steven S. DeKnight | CN/USA 2018

Vor einigen Jahren starteten die von Menschen gelenkten Jaeger-Supermaschinen einen erfolgreichen Vernichtungsfeldzug gegen außerirdische Monster. Doch nun stellt sich heraus: All das war nur ein Vorspiel – die Kaijus kehren zurück! An vorderster Front gegen die neue Bedrohung steht der einst hoffnungsvolle Jaeger-Pilot Jake Pentecost, dessen legendärer Vater damals im Krieg sein Leben lassen musste. Inzwischen hat Jake seine Ausbildung abgebrochen und droht in die Kriminalität abzurutschen. Als plötzlich die Erde attackiert wird, stellt sich Jake der Herausforderung, das Erbe seines Vaters anzutreten. An Jakes Seite kämpfen sein Pilotenrivale Lambert und die 15-jährige Jaeger-Hackerin Amara. Schon bald bildet das Pan Pacific Defense Corps eine mächtige Abwehrtruppe – und jeder Einzelne muss erkennen, dass er nur in der heldenhaftesten Version von sich selbst zum Sieg gegen die Monster beitragen kann. 

An den detailverliebten Vorgänger kommt Steven DeKnights „Pacific Rim: Uprising“ nicht heran. Trotzdem überzeugt auch das Sequel mit diversen technischen Finessen, einer ordentlichen Portion (Selbst-)Ironie und mit einer überraschenden Wendung im Finale. Leider kommen ausgerechnet die Kaijus selbst zu kurz; und auch die bemühte Coolness erweist sich zwischenzeitlich als ziemlich anstrengend.


DIE SCH’TIS IN PARIS | Regie: Dany Boon | FR 2018

Das angesagte Architektenpaar Valentin D. (Dany Boon) und Constance Brandt (Laurence Arné) bereitet die Eröffnung ihrer Retrospektive im Pariser Museum für Moderne Kunst vor. Was niemand weiß: Valentin hat der Pariser Gesellschaft und sogar seinem Schwiegervater und Hauptinvestor (François Berléand) seine Sch’ti-Herkunft aus dem Arbeitermilieu verschwiegen und gibt sich als Waise aus. Doch als Valentins Bruder (Guy Lecluyse) zusammen mit seiner Frau (Valérie Bonneton) und Mutter (Line Renaud) überraschend nach Paris reisen, treffen nicht nur zwei völlig gegensätzliche Welten aufeinander, sondern sein großes Geheimnis droht zu platzen und publik zu werden. Und es kommt noch schlimmer: Nach einem Unfall verliert Valentin sein Gedächtnis, hält sich wieder für einen Teenager und spricht nur noch Sch’ti…

Mit „Willkommen bei den Sch’tis“ hat das inoffizielle Sequel „Die Sch’tis in Paris“ nichts mehr zu tun – nur der Sprachwitz ist übrig geblieben. Das ist dann auch vereinzelt das, was an dieser schematischen Gedächtnisverlustcomedy überhaupt noch überzeugen kann, denn die Geschichte und die Figuren bleiben völlig austauschbar.


ZWEI HERREN IM ANZUG | Regie: Josef Bierbichler | DE 2018

Es ist das Jahr 1984, am Ende des Sommers. Im ausgedienten Tanzsaal eines einst traditionsreichen Gasthauses am See, haben der Wirt und Bauer Pankraz und sein 35 jähriger Sohn Semi gerade die letzten Gäste verabschiedet, die zum Leichenschmaus zu Ehren der verstorbenen Frau und Mutter Theres erschienen waren. Nun sitzen Vater und Sohn in erzwungener Gemeinschaft beisammen und unterhalten sich über die Vergangenheit: 1. und 2. Weltkrieg, alliierte Besatzung, der erste Traktor, Kalter Krieg, Wirtschaftswunder, Flüchtlinge, Studentenunruhen, die Familie. Alles kommt stockend und sehr persönlich zur Sprach. Zwei unbekannte, vornehm gekleidete Herren werden sie vom späten Nachmittag an bis in die anbrechende Nacht hinein als zwar ungebetene, aber doch eindringliche Stichwortgeber ihres familiären Erinnerns über einen Zeitraum von 70 Jahren begleiten.


Heimkinotipp: MORD IM ORIENT EXPRESS  | Regie: Kenneth Branagh | MLT/USA 2017

Es ist ein eisiger Wintertag, als der berühmte Orient Express seine Reise von Istanbul in Asien ins europäische Wien antritt. Die Passagiere an Bord des luxuriösen Zuges stammen allesamt aus den höchsten Kreisen: adlige Herrschaften, ein amerikanischer Multimillionär, etliche Diplomaten und nicht zuletzt der belgische Meisterdetektiv Hercule Poirot (Kenneth Branagh). Als der Zug in Jugoslawien in einem Schneesturm stecken bleibt, richten sich alle auf eine lange Nacht ein. Am nächsten Morgen wird im Schlafwagen die Leiche des amerikanischen Millionärs Ratchett gefunden – getötet durch zwölf Messerstiche. Hercule Poirot steht vor einem seiner schwierigsten Fälle und unterzieht alle Passagiere des Abteils einem Verhör. Eines steht fest: Der Mörder muss noch im Orient Express sein… 

Kenneth Branaghs Version von „Mord im Orient Express“ erweckt das Verlangen nach Filmen, von denen wir ganz vergessen haben, dass es sie einmal gab. Die bombastisch gefilmte Mörderjagd ist klassisch-minimalistische Krimiunterhaltung vom Feinsten, zum Leben erweckt von fantastischen Schauspielern.

« Ältere Einträge